„Aber nennt sie nicht Interkommunion“

Kardinal Kasper fordert Interkommunion

Interkommunion
Kardinal Kasper eilt im Interview mit dem päpstlichen Hausvatikanisten Andrea Tornielli der Mehrheitsfraktion der deutschen Bischöfe und Papst Franziskus zu Hilfe. Wie rechtfertigt Kasper die Interkommunion? Zunächst, indem man sie nicht Interkommunion nennen soll.

(Rom) Hinter der Agenda von Papst Franziskus stehen die progressiven Bischöfe des deutschen Sprachraumes. Scharnier, Stichwortgeber und Schrittmacher ist Kardinal Walter Kasper, der maßgebliche Architekt des derzeitigen Pontifikats. In einem Interview fordert er die Interkommunion, ruft aber dazu auf, sie nicht Interkommunion zu nennen.

Kaum war Papst Benedikt XVI. zurückgetreten, trat Kardinal Kasper aus der Deckung und warnte den Emeritus, sich in die Wahl seines Nachfolgers „einzumischen“. Als Mitglied des Geheimzirkels von Sankt Gallen, von Kardinal Godfried Danneels auch „Mafia“ genannt, bereitete er mit drei anderen Kardinälen (Lehmann, Danneels und Murphy-O’Connor), dem sogenannten Team Bergoglio, die Wahl des damaligen Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio, vor.

Papst Franziskus zeigte sich erkenntlich, indem er tat, was in dieser Form noch kein Papst vor ihm getan hatte. Gleich bei seinem ersten Angelus als Kirchenoberhaupt, bedankte er sich bei Kasper durch ein großes Lob. Zugleich gab er damit zu erkennen, wer der Theologe hinter dem Papst ist.

Der Einfluß Kaspers wurde noch im Jahr 2013 mit der Einberufung einer Familiensynode deutlich zum Zweck, wiederverheiratete Geschiedene zu den Sakramenten zuzulassen. Der zweite große Themenkomplex, der Kaspers Handschrift trägt, sind die Aktivitäten zu 500 Jahre Reformation und der Ökumenismus. Die Zulassung von Lutheraner zur Kommunion ist das dritte Feld Kaspers.

Der Hausvatikanist des Papstes, Andrea Tornielli, führte mit dem „Theologen des Papstes“ ein Interview, das gestern von Vatican Insider veröffentlicht wurde. Hauptthema ist die „dornige“ Spaltung der Deutschen Bischofskonferenz durch einen Beschluß der progressiven Mehrheit, lutherische Ehepartner von Katholiken zur Kommunion zuzulassen. Dagegen opponiert eine Minderheit und wandte sich um Hilfe an Rom. Papst Franziskus weigerte sich jedoch, eine Antwort auf die Fragen der Minderheit zu geben, wie er bereits die Antwort auf die Dubia anderer Kardinäle zum umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia verweigert hatte.

Stattdessen erteilte er Mehrheit und Minderheit der DBK den seltsamen „Ratschlag“, nach Hause zurückzukehren und solange über die Sache zu diskutieren, bis sie „möglichst“ Einstimmigkeit erreichen. Diese Antwort, die keine ist, und die einen der zentralsten Aspekte des Glaubens zum Spielball von Mehrheiten irgendeiner Bischofskonferenz macht, provozierte heftige Kritik durch andere Kardinäle, darunter Willem Kardinal Eijk, dem Erzbischof von Utrecht, und Gerhard Kardinal Müller, dem ehemaligen Glaubenspräfekten. Kardinal Eijk warf Franziskus vor, seinen Pflichten als Papst nicht nachzukommen.

Kardinal Kasper und Andrea Tornielli eilten gestern Franziskus zu Hilfe. Das Interview ist als Versuch zu sehen, den Vorstoß der DBK-Mehrheit abzustützen. Dabei sprach sich der Kardinal für die Zulassung von protestantischen Ehepartnern von Katholiken zur Kommunion aus, die er nicht nur auf Lutheraner bezieht, sondern auch auf Kalvinisten ausweitete.

Das Interview

Tornielli: Eminenz, sprechen wir über die Interkommunion, ein Problem, das es durch das Dokument der deutschen Bischöfe, das Schreiben von sieben von ihnen, die sich dagegen an Rom gewandt haben, und die Entscheidung des Papstes, die Diskussion an die Bischofskonferenz zurückzugehen, in die Kirchenchronik gebracht hat.

Kardinal Kasper: Ich möchte vor allem etwas vorausschicken: Die Interkommunion ist ein Thema und Konzept, das seit vielen Jahren diskutiert wird, und das in ganz verschiedenen ökumenischen Kreisen, nicht nur in deutschen. Es ist nicht nur ein explosives, sondern in seiner Formulierung auch falsches Thema. Theologisch handelt es sich um die Kommunion oder die Zulassung zur Kommunion, die immer eucharistische Gemeinschaft und zugleich kirchliche Gemeinschaft ist. Der Begriff „Inter“ legt einen Satus zwischen unterschiedlichen kirchlichen Gemeinschaften nahe, der im Sinne von Dialog, Kooperation und Freundschaft möglich, ja sogar wünschenswert ist. Es kann aber keine „Inter“-Sakramente geben: Die Sakramente sind immer Sakramente einer Kirche, oder in einer Kirche. Der Begriff Interkommunion ist daher irreführend und zu vermeiden. Das Dokument (der Mehrheit) der Deutschen Bischofskonferenz spricht nicht von Interkommunion, wie es hingegen einige ihrer Gegner tun.

Tornielli: Lassen wir also den Begriff „Interkommunion“ beiseite und sprechen wir über die Möglichkeit, daß in einigen Fällen die protestantischen Ehepartner die Kommunion empfangen könnten, indem sie an der Messe des katholischen Ehepartners teilnehmen. Im Licht welcher lehramtlicher Dokumente ist dieses Thema anzugehen?

Kardinal Kasper: Der grundlegende Text, um das Problem zu lösen, ist nicht der Canon 833, Absatz 3 des Codex des Kirchenrechtes, der ein juristischer Text und unter Kirchenrechtlern sehr umstritten ist, sondern der letzte Paragraph der Nummer 8 des Konzilsdekrets Unitatis redintegratio, der ein lehramtlicher Text ist, der aufzugreifen und zu bekräftigen ist. Der Konzilstext trifft drei Aussagen. Erstens: „Man darf jedoch die Gemeinschaft beim Gottesdienst (communicatio in sacris) nicht als ein allgemein und ohne Unterscheidung gültiges Mittel zur Wiederherstellung der Einheit der Christen ansehen“. Zweitens: „Für diese Gemeinschaft (communicatio) sind hauptsächlich zwei Prinzipien maßgebend: die Bezeugung der Einheit der Kirche und die Teilnahme an den Mitteln der Gnade“. Drittens: „Wie man sich konkret zu verhalten hat, soll unter Berücksichtigung aller Umstände der Zeit, des Ortes und der Personen die örtliche bischöfliche Autorität in klugem Ermessen entscheiden“ [Der Satz geht noch weiter. Die von Kasper nicht erwähnte Teil lautet: „soweit nicht etwas anderes von der Bischofskonferenz nach Maßgabe ihrer eigenen Statuten oder vom Heiligen Stuhl bestimmt ist“].

Tornielli: Es gibt also eine Zuständigkeit der Ortsbischöfe für besondere Fälle, die bereits vom Zweiten Vatikanischen Konzil festgelegt wurde.

Kardinal Kasper: Ja, es gibt eine Zuständigkeit der örtlichen Autorität für den sogenannten „Einzelfall“. Die Theorie des „Einzelfalles“ ist aber nicht eine listige Erfindung, sondern gründet auf einem Konzilstext, der letztlich auf eine thomistische Theorie zurückgeht, laut der die allgemeinen Regeln „ut in pluribus“ gelten und gemäß der von der Liebe geleiteten Kardinaltugend der Klugheit anzuwenden sind. Diese Anwendung erfolgt natürlich nicht willkürlich, sondern getragen vom höchsten Grundsatz der salus animarum, dem Seelenheil (CIC, can. 1752). In der kontroversen Diskussion wird dieses zweite Prinzip oft aufgegeben, und die Diskussion fokussiert sich einseitig auf das erste Prinzip, das der Einheit der Kirche. Dieses zweite Prinzip ist nicht auf pastorales Argument (in einem oft oberflächlichen Sinn) zu reduzieren, sondern gründet in derselben sakramentalen Theologie, weshalb es nicht das Problem eines Gegensatzes zwischen Doktrin und Pastoral, sondern der Beilegung zwischen zwei doktrinellen Grundsätzen gibt.

Tornielli: Was denken Sie vom Entwurf des pastoralen Dokuments der Deutschen Bischofskonferenz, der unter gewissen Bedingungen die Möglichkeit der Zulassung des protestantischen Ehepartners zur Eucharistie vorsieht?

Kardinal Kasper: Der Text ist seriös und in der Substanz akzeptabel, wenn ich auch zu einigen Details zögern würde, vor allem bezüglich der Exegese von Canon 844, Absatz 3, der unter Kirchenrechtlern umstritten und theologisch nicht mehr auf der Höhe der theologisch-ökumenischen Diskussion ist. In der Zwischenzeit haben zwei Enzykliken von Johannes Paul II., „Ut unum sint“ (1995) und „Ecclesia de Eucharistia“ (2003), eine weitergehende Position formuliert, die die Interpretationsnorm des Canons in völliger Übereinstimmung mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sein kann. In der ersten der beiden Enzykliken von Papst Wojtyla lesen wir in der Nummer 46: „Ein Grund zur Freude ist in diesem Zusammenhang, daran zu erinnern, daß die katholischen Priester in bestimmten Einzelfällen die Sakramente der Eucharistie, der Buße und der Krankensalbung anderen Christen spenden können, die zwar noch nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, aber sehnlich den Empfang der Sakramente wünschen, von sich aus darum bitten und den Glauben bezeugen, den die katholische Kirche in diesen Sakramenten bekennt.“ In der zweiten Enzyklika desselben Papstes lesen wir in der Nummer 45: „Wenn die volle Gemeinschaft fehlt, ist die Konzelebration in keinem Fall statthaft. Dies gilt nicht für die Spendung der Eucharistie unter besonderen Umständen und an einzelne Personen, die zu Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften gehören, die nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen.“

Tornielli: Was bedeuten diese beiden Behauptungen von Johannes Paul II.?

Kardinal Kasper: Die beiden Enzykliken beharren sehr auf der Zustimmung der protestantischen Seite zur katholische Lehre über die Eucharistie, das heißt, zum Kundtun „des Glaubens, den die katholische Kirche bekennt“, um Johannes Paul II. zu zitieren. Das scheint mir sehr wichtig, weil die Sakramente Sakramente des Glaubens sind. Für einen echten Lutheraner, der sich auf die Bekenntnisschriften stützt, ist die Realpräsenz Christi in der Eucharistie selbstverständlich. Das Problem sind die liberalen Protestanten und die Reformierten (Kalvinisten). Vor allem mit ihnen ist das Problem in pastoralen Gesprächen zu klären. Natürlich kann man von einem Protestanten nicht verlangen, was man normalerweise von einem Katholiken verlangt. Es genügt, zu glauben: „Das ist (est) der Leib, hingegeben für dich“. Darauf hat Luther sehr gepocht. Die entwickelten Lehren zu Transsubstantiation und Konsubstantiation kennt auch ein „normaler“ katholischer Gläubiger nicht.

Tornielli: Es handelt sich um ein seit vielen Jahren und vor allem in der Kirche Deutschlands diskutiertes Thema. Können Sie sagen, wann begonnen wurde, darüber zu sprechen, und wie der deutsche Episkopat darauf reagiert hat?

Kardinal Kasper: Es ist ein Thema der internationalen Ökumene und nicht nur der deutschen. Es ist nicht möglich in diesem Rahmen die ganze Geschichte aufzuzeigen. Ich möchte nur sagen, daß wir in Deutschland eine besondere Situation haben, die sehr verschieden ist von traditionell mehrheitlich katholischen Ländern wie Italien, Polen usw. In Deutschland halten sich katholische und protestantische Gläubige die Waage, halbe-halbe. Die bi-konfessionellen Ehen machen 40 Prozent aus, ein also sehr hoher Prozentsatz. Andererseits sind viele dieser Personen gleichgültig, während der interessierte Teil nur sehr klein ist. Nur von ihnen ist in diesem Kontext die Rede. Wenn diese Personen in einem weitgehend säkularisierten Umfeld wirkliche Gläubige sind, die glauben und in derselben Taufe verbunden sind, und deshalb Teil der einen Kirche Christi sind (wenn auch nicht in voller Gemeinschaft), und zudem im selben Ehesakrament miteinander verbunden sind und das Geheimnis der Verbindung zwischen Christus und seiner Kirche  darstellen und leben, sind sie zusammen mit ihren Kindern eine Hauskirche. Es ist normal, daß sie den innigen Wunsch verspüren, auch miteinander die Eucharistie zu teilen. Wenn sie den katholischen, eucharistischen Glauben teilen, was hindert sie dann? (vgl. Apostelgeschichte 7,37; 10,47).

Tornielli: Was halten Sie von dem Schreiben der sieben Bischöfe, die gegen das Dokument der Bischofskonferenz sind, und sich damit an Rom gewandt haben?

Kardinal Kasper: Ich bin kein Lehrer der anderen Brüder im Bischofsamt, aber ich denke, daß ihre Probleme im Licht des von mir oben Genannten gelöst werden können.

Tornielli: Es gab eine Begegnung an der Glaubenskongregation, die mit der Entscheidung des Papstes endete, den Episkopat erneut mit der Diskussion zu beauftragen, damit eine möglichst einstimmige Position gefunden wird. Diese Geste von Franziskus wurde hart kritisiert von jenen, die auf eine sofortige, negative Antwort mit Autorität gehofft hatten. Was sagen Sie dazu?

Kardinal Kasper: Ich denke, daß der Papst eine sehr kluge Antwort gegeben hat. Er ist in vollem Einklang mit der Idee der Synodalität der Kirche geblieben. Er hat aber auch signalisiert, daß zu grundlegenden Fragen aus kanonischer, rechtlicher Sicht eine Mehrheit nicht genügt, sondern es Einstimmigkeit [Einstimmigkeit und Einhelligkeit werden im Italienischen mit demselben Begriff „unanimità“ wiedergegeben und lassen sich nicht unterscheiden; Papst Franziskus sprach von „möglichst“ Einstimmigkeit, was weniger als Einhelligkeit ist, Anm. des Übersetzers]. Die Presseerklärung machte deutlich, daß es auf beiden Seiten Gründe gibt, die dazu dienen können, den Text zu verbessern. Keine Seite hat das Gesicht verloren. Meines Erachtens gibt es Spielraum für eine Fortsetzung der Diskussion und für eine Versöhnung, die kein unseriöser Kompromiß wäre. Das Wichtigste nach meinem Dafürhalten wird es sein, das pastorale Problem zu vertiefen.

Tornielli: Worauf beziehen Sie sich, wenn Sie von einem „pastoralen Problem“ sprechen?

Kardinal Kasper: Ich denke an die Ermahnung des Apostels Paulus, sich selbst zu prüfen, um zu klären, ob man vom Altar essen und trinken kann (1 Kor 11,26): Ein Hinweis, der nicht nur für die Protestanten gilt, sondern auch für die Katholiken. Die Ausgangsfragen sind dieselben: Glaube ich wirklich an das eucharistische Geheimnis und befindet sich mein Lebenswandel in Einklang mit dem, was zelebriert wird und in der Eucharistie gegenwärtig ist? Lücken und Probleme des Glaubens und des moralischen Verhaltens findet man nicht nur bei den Protestanten, sondern häufig auch bei den Katholiken, die heutzutage regelmäßig die Heilige Kommunion empfangen. Andererseits kenne ich viele, gute Lutheraner, die einen Glauben haben und ein christliches Leben führen, die besser sind als die vieler Katholiken.

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican Insider



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11 Kommentare

  1. Weiter so Herr Kasper bis die Kirche in Schutt und Asche liegt. Das mit der Scheidung hat ja nicht zum Ansturm der Geschiedenen und Wiederverheirateten geführt, sondern der Zerfall hat sich beschleunigt. Das mit der Kommunion für alle wird auch nichts. Die Risse im Episkopat selbst in der dt.kath. Nicht-Filiale können nicht mehr weggeredet werden. Und die Beseitigung des Zölibats und den Einstieg in die Weihe von Priesterinnen über Diakoninnen wird nichts Gutes bewirken. Der Einzelfalltrick ist nichts anderes als die Auflösung allgemeingültiger Glaubensinhalte. Alles wird gleichgültig, egal, beliebig. Der Relativismus ist nicht nur die größte Gefahr, sondern schlicht das Destruktive an sich.

  2. „Glaube ich wirklich an das eucharistische Geheimnis und befindet sich mein Lebenswandel in Einklang mit dem, was zelebriert wird und in der Eucharistie gegenwärtig ist?“
    Für mich ist nicht ein was in der Allerheiligsten Eucharistie gegenwärtig, sondern wer, nämlich Christus der Herr, die zweite Person der göttlichen Dreifaltigkeit mit Fleisch und Blut.

  3. Vorgestern, in der Sonntagspredigt, ging unser Herr Pfarrer auf das Thema ein. Er erläuterte die mit der Handreichung der DBK bevorstehende Zulassung protestantischer Ehepartner zur Kommunion. Den Beschwerdebrief der 7 „Ewigen Nein-Sager“ (den er erst gar nicht gelesen habe) erwähnte er auch, aber als unbedeutend. Es habe in der Geschichte der Synoden und Konzilien immer schon ein paar Abweichler gegeben, die gegen alles gestimmt hätten. Der Heilige Vater habe unsere Bischöfe, in seiner großen Weisheit, aufgefordert eine einmütige Lösung zu finden. Die Zeiten von „Roma locuta“ seien vorbei.
    Einmütig hieße aber nicht einstimmig, und die Handreichunng wurde ja schon mit breiter Mehrheit, also einmütig beschlossen.
    Im Anschluss verglich er Kardinal Woelki mit Donald Trump, der auch glaubt „Kraft seiner Wassersuppe“ einfach das Iran-Abkommen aufkündigen zu können und damit die ganze Welt in Unfrieden stürzen will.
    Zum Schluss kündigte er einen Gemeindeabend für Juni an, in dem er nach der Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen auch die Zulassung der Protestanten zur Kommunion seiner Gemeinde vorstellen und feiern möchte.

    • „Vorgestern, in der Sonntagspredigt […]“. Unabhängig davon, ob es gut oder schecht, was da erzählt wurde: das war meiner Meinung nach keine Predigt. Leider wird im Gottesdienst, nach dem Evangelium, alles mögliche erzählt, oft fromme, vielleicht christlich inspirierte Geschichten, aber selten, sehr selten gepredigt. Die besten Predigten sind so von der Zeit unabhängig, dass man sie zum Beispiel auch im Mittelalter halten kann.

    • Das ist nicht mehr ’seine‘ Kirche.
      „Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis.“

  4. @ Markus – Was Sie hier posten, klingt ja beinahe unglaublich. Dennoch könnte dieser Bericht sehr wohl den Tatsachen entsprechen. Denn mittlerweile ist so gut wie alles möglich in der katholischen Kirche.

    • Sie können mir schon glauben, ich habe auch nur das beschrieben, was mir wortgetreu hängen geblieben ist. In meiner Schockstarre habe ich nicht alle Details merken können aber da kam noch mehr.
      Immerhin muss ich anmerken, ich denke, dass sich unser Pfarrer sonst schon genau an die kirchlichen Regeln hält. Hier in der Diaspora engagiert er sich sehr für die Ökumene, besonders mit Adventisten, Methodisten und Lutheranern. Wenn diese sich in den „Tandem-Messen“ mit zur Kommunion anstellen, bekommen sie den Segen und keine Hostie.
      Ich muss aber zugeben, mich verwirrt das immer sehr. Bei all der Ökumene komm ich mir als Katholik schon manchmal zu privilegiert vor, wenn ich die Kommunion empfangen darf und die anderen nicht. Ich achte automatisch darauf wie sich die „Gäste“ verhalten und reagieren wenn sie keine Hostie bekommen. Mein Hochmut lässt mich dann schon wieder zweifeln ob ich richtig disponiert bin oder das schon wieder eine Sünde war. Ich komm mir dann vor wie ein so oft von Papst Franziskus gescholtener Pharisäer. Deswegen meide ich neuerdings diese Veranstaltungen.

      Ich mag unseren Pfarrer eigentlich, er ist nah bei den Menschen, hat immer ein offenes Ohr und ich habe von Ihm schon viele positive Ansätze für mein Leben bekommen.
      Andererseits hab ich in seinen Katechesen schon zu hören bekommen die Auferstehung sein eine „Massenpsychose“ gewesen, die Heiligen sind Vorbilder im Glauben und stehen nicht in der Gottesschau, und der Stand der Gnade – was soll das schon sein…

  5. Wenn Walter Kardinal Kasper wirklich ein gewissenhafter katholischer Theologe wäre, müsste er doch wissen, dass die heilige Eucharistie das Herzstück und der Schatz der katholischen Kirche war, ist und bleiben muss. Es gibt keine Logik, mit der sich überzeugend begründen ließe, dass Mitglieder protestantischer kirchlicher Gemeinschaften, die die andauernde Präsenz Christi in der konsekrierten Hostie ebenso ablehnen wie das Weihepriestertum der katholischen Kirche gemeinhin, gültigerweise zum Kommunionempfang zugelassen werden können. Und ob Martin Luther wirklich zum glaubhaften Zeugen für die Realpräsenz Christi in Brotsgestalt angeführt werden kann, muss aus mehreren Gründen – etwa seine Ablehnung des Weihesakramentes – bezweifelt werden.

    Der Begriff ist korrekt: Interkommunion ist Interkommunion. Es darf und es kann schlichtweg keine Einzelfall-Begründung geben, sondern ohne Ausnahme nur die vollzogene Konversion, wie es zigtausendmal schon geschehen ist. Ausnahmen aller Art – außer natürlich in Todesgefahr – unterminieren nach außen die Lehre der Kirche und zerstören deren Einheit und Glaubwürdigkeit nachhaltig.

    Dass heutzutage Katholiken, die regelmäßig zur Kommunion gehen, unwürdig den Leib Christi empfangen, halte ich für eine fast schon böswillige Unterstellung. Nicht die “Regelmäßigen“ sind in aller Regel die Unwürdigen, sondern wohl eher jene, die nur ab und an mal in der Kirche vorbeischauen – etwa an Weihnachten, zu Hochzeiten oder bei Trauergottesdiensten -, und die sich trotzdem wie selbstverständlich die „Oblate“ beim Laien-Kommunionhelfer abholen. Auch das sind übrigens unbekömmliche Früchte vom vielzitierten, aber nichtsdestotrotz falschen Baum, dem sog. „Geist des Konzils“.

    • Sie meinen, das gespendete Sakrament wäre nicht nur unerlaubt, sondern ungültig, weil der getaufte Empfänger wegen Irrglaube unwürdig ist. Das ist eine ernste theologische Frage. Sie können nur hoffen, in Ihrem Glauben nicht zu irren.

  6. Die Spuren der Verwüstung in der katholischen Kirche sind immer mehr zu sehen. In Rüsselsheim hat eine evangelische Frau die Kommunion mit lakierten roten Fingernägeln gespendet. Erbarme Dich unser.

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