Die Warnung an Benedikt XVI. von einem … Kasper – Anti-Ratzinger-Pontifikat in Planung

Kardinal Walter Kaspers Warnung an Benedikt XVI. Bewegungen hinter den Kulissen für ein Anti-Ratzinger-Pontifikat(Rom) Kardinal Walter Kasper wird am Konklave teilnehmen, obwohl er seit zwei Tagen 80 Jahre alt ist. Er wird damit der älteste Papstwähler sein. Der deutsche Kurienkardinal spinnt derzeit als gewichtigster Vertreter der progressiven Kardinäle die Fäden für ein Anti-Ratzinger-Pontifikat.

Der frühere Assistent von Hans Küng wurde 1999 von Johannes Paul II. als Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart abgezogen und nach Rom befördert, wo er bis 2010 Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen war. Die Beförderung war Teil eines sanften Umbaus des deutschen Episkopats durch Zurückdrängung des progressiven Einflusses. Als „Minister“ des Heiligen Stuhls mäßigte Kasper zwar seine Haltung, aufgegeben hat er sie nicht. Innerhalb der Römischen Kurie war er theologisch gesehen der eigentliche Gegenspieler Benedikts XVI. Seit dessen Rücktrittsankündigung fiel es dem  Kardinal nicht schwer, zum wichtigsten Vertreter des progressiven Lagers unter den Konklaveteilnehmern zu avancieren. Eine Richtung, die zahlenmäßig unter den Papstwählern zwar nicht mehr groß ist, aber Verbündete sucht.

Assistent von Hans Küng als Kopf der progressiven Kardinäle

Wenig verwunderlich also, daß die linksliberale italienischen Tageszeitung La Repubblica den Kardinal um ein Interview bat. Jenes Blatt, von dem das dubiose Gerücht von einem angeblich erschreckend skandalösen Inhalt des Vatileaks-Abschlußberichts verbreitet wurde, der angeblich Papst Benedikt zum Rücktritt bewogen habe. Das unbewiesene Sex-Crime-and-Vatican-Gerücht fand weltweite Verbreitung. La Repubblica gehört derzeit zu jenen Blättern ähnlicher politischer Ausrichtung, die maßgeblich das Konklave von außen zu beeinflussen versuchen.

Die Zeitung fragte Kardinal Kasper, was er Benedikt XVI. sagen wird, wenn er ihn nach dem Konklave besuchen werde. Der Kardinal entblödete sich nicht, über die Medien bereits heute bekanntzugeben, was er dem gewesenen Papst, aber immerhin Papst,  irgendwann persönlich zu sagen gedenkt. Weniger Respekt kann man kaum an den Tag legen. Kaspers Wortmeldung läßt eine gewisse Nervosität erkennen, daß Benedikt XVI. den Kardinälen vielleicht einen Wunschkandidaten für seine Nachfolge zu erkennen oder zumindest das Anforderungsprofil seines Nachfolgers zu verstehen geben könnte.

Ein „Ratschlag“ als Warnung – Kaspers revolutionäre Pläne

Kaspers Antwort wirkt daher mehr auf das Konklave, als auf ein Gespräch mit Benedikt XVI. nach dem Konklave gemünzt und ist ein „Ratschlag“, der mehr einer Warnung entspricht. Was also möchte der Kardinal seinem deutschen Landsmann sagen?

„Viele Sachen. Die erste ist ein Ratschlag. Ich würde ihm empfehlen, sich von niemandem gebrauchen zu lassen. Die Gefahr ist zu groß, daß die Kirchenführung seinen Einfluß erleidet.  Das darf nicht geschehen. Er hat seine klare Entscheidung getroffen, die einen Schritt zurück verlangt. Er muß sich daher Zurückhaltung auferlegen. Er muß es vermeiden, sich in Fragen, die Kirchenleitung und Kirchenpolitik betreffen, einzumischen. Dann würde ich mit ihm noch, freundschaftlich, darüber sprechen, was uns beiden am meisten liegt, die Theologie.“

Die Zeitung betont dann, daß die deutsche Ortskirche im Papst vor allem eine autoritäre Figur sehe, die von oben diktiere, weshalb man in Deutschland besonders wert auf Unabhängigkeit von Rom lege. Auf die Frage, ob Kasper das auch so sehe, widerspricht der Kardinal nicht, sondern fordert eine nicht näher definierte Demokratisierung der katholischen Kirche nach protestantischem Vorbild:

„Es braucht eine neue Form der Ausübung der Kirchenleitung. Diese Form heißt Kollegialität, eine horizontalere Regierung. Die Kollegialität muß sich von den Bischöfen durch Vertretungsformen auf alle Teile des Gottesvolkes ausdehnen. Eine solche Kollegialität ginge in Richtung des Zweiten Vatikanischen Konzils von der Einheit in der Vielfalt zwischen allen, die an das Evangelium glauben und einem größeren Dialog mit den anderen Religionen. Es ist notwendig von der Trockenheit des römischen Zentralismus wegzukommen durch die Überzeugung, daß Zentrum nicht Zentralismus bedeutet.

Die Reform der Kurie ist eine Priorität. Gleichzeitig ist sie auch ein großes Problem, denn heute fehlt es an der Römischen Kurie an internem Dialog. Die Dikasterien sprechen nicht miteinander, es gibt keine Kommunikation. Dieser Zustand ist zu ändern.

In den Generalkongregationen haben wir noch nicht über Vatileaks gesprochen. Ich denke, daß die Kurie generell und auch unabhängig von Vatileaks revolutioniert werden muß. Ich bin der Meinung, daß neben dem Wort Reform noch ein zweites Wort zu gebrauchen ist: Transparenz. Die Kurie muß damit beginnen, die Transparenz nicht zu fürchten.“

„Zölibat, Frauenpriestertum, Homosexualität“ und das Schweigen Kaspers

Laut La Repubblica bewegen „Zölibat, Frauenpriestertum, Homosexualität […] „die Gewissen vieler Gläubigen“, Themen, die „mit Nachdruck in die öffentliche Debatte zurückkehren“. Kardinal Kasper widerspricht auch in diesem Fall mit keinem Wort, wenn er in seiner Antwort auch auf ein weiteres Stichwort eingeht:

„Das Verbot wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion zu geben, ist eine Wunde. Ich will nicht den zu gehenden Weg vorgeben, aber eines steht fest: Es braucht ein ernsthaftes Umdenken bei diesem Thema. Es braucht die Demut, das Argument von Fall zu Fall anzugehen. Die Bestimmung kann je nach Verschiedenheit der Situation geändert werden.“

Kardinal Kasper äußert keinen Wunschkandidaten als nächsten Papst: „Ich möchte, daß es keine Vorbehalte gegen niemanden gibt. Wir müssen offen für alles sein, für jede Nationalität und jede geographische Herkunft.“

Brasilianische Bischöfe haben progressive Medien aufgefordert, Stimmung für Kardinal Scherer zu machen

Unterdessen wurde bekannt, daß starke Bewegungen im Gange sind, den Erzbischof von Sao Paulo, Odilo Kardinal Scherer als Kandidaten des „linken“ Lagers in Stellung zu bringen. Bewegungen, in die auch die Progressiven klassischen Typs wie Lehmann und Kasper eingebunden sind. Wie die größte brasilianische Tageszeitung Folha de Sao Paulo am 5. März berichtete, hat die brasilianische Bischofskonferenz nicht nur die Kardinäle des größten lateinamerikanischen Landes aufgefordert, für Scherer zu stimmen, sondern auch ausdrücklich die progressiven Massenmedien aufgefordert, Stimmung für die Wahl Scherers zu machen.

Um Scherer sammeln sich nicht nur die zehn Prozent der alten Progressiven im Konklave, sondern alle „liberaleren“ Kardinäle, denen die Stufe des kirchlichen Wiederaufbaus von Papst Benedikt XVI. zu weit ging. So wird an einer Anti-Ratzinger-Nachfolge gezimmert, das das Pontifikat Benedikts XVI. in seinen „restaurativen“ Teilen annullieren soll. Eine Allianz, die auch Teile der Römischen Kurie einschließt. Jener Kurie, die unter Papst Paul VI. und Johannes Paul II. durch zahlreiche neue Räte, Akademien und Kommissionen stark vergrößert wurde. Die Leiter einiger Dikasterien möchten möglichst ein Eigenleben führen, weshalb diese traditionell mit den Progressiven an einem schwachen Papst interessiert sind, wie es Kardinal Kasper indirekt zum Ausdruck bringt. Wer ihn kennt, ist überzeugt, daß Kardinal Kasper neben Scherer, auch an einen Plan B denkt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Screenshot Romereporters

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49 Kommentare

  1. Ein Gorbatschov hat gereicht, die Sowjetunion zu zerstören.
    Ein Kasper reicht, die Kirche zu zerstören.
    Um die Sowjetunion war es nicht schade.

    • Kasper zu unterstellen, er wolle die Kirche zerstören, ist schon starker Tobak. Die Kirche, so wie sie sich zur Zeit nach außen zeigt, ist in der Tat reformbedürftig. Dieses hierarchische von oben nach unten Denken und Handeln ist kaum auszuhalten und keinen klar denkenden Menschen zu vermitteln.

        • Danke für diesen Beitrag und diese kritische Distanz zu manchen Medien.
          Ich ärgere mich, warum andere katholische Medien, auch Kath.net jeden Sensationsschwachsinn dieser linken Presse bringt. Heute auch wieder: „Angeblicher Vatileaks-Komplize gab anonymes Zeitungsinterview“, wieder ist es diese kirchenfeindliche „Republica“. Geht es noch schmutziger?
          Da können sie gleich schreiben, dass sie es selber erfunden haben.

  2. Guten Abend!

    Danke für den wichtigen Beitrag. Kasper ist nicht zu unterschätzen. Umtriebig und diszipliniert deutsch, was allein nicht reicht. Capitano Scherer ist der Testballoon des progressiv-befreiungstheologischen Lagers. Plan B ist der Kompromisskandidat, den das linke Lager vorschlagen möchte. Wer sich mit den Bannern „Demokratie“ und „Transparenz“ bekleidet, ist mehr als mit Vorsicht zu genießen.

    • Sehr richtig, endlich mal eine Stimme, die die Realität nimmt, wie sie ist.
      Er selbst hat es nicht getan. Und er hat seinen Vorgänger, der ebenfalls Schuld an solchen liberalen Kandidaten war, sogar selig gesprochen. und sehr subito!

      Übrigesn ist dann die einzige Erklärung auch – weil er eben selbst liberal ist. Punkt.

      • Viele „Traditionalisten“ haben meines Erachtens Benedikt XVI aufgrund von Summorum Pontificum falsch eingeschätzt. Dieses Motu Proprio war zweifellos äußerst wichtig. Wie Benedikt in dieser Frage gedacht hat zeigt aber der Umstand, dass er die überlieferte Messe aller Zeiten als „außerordentliche Form“ bezeichnet und diese als Papst nie zelebriert hat.

  3. ich sehe nur eine große gefahr wenn jetzt alle Angst vor Em Scherer haben könnte es dann als“kompromißkandidat Em Schönborn werden und das wäre das Ende aller traditionellen Bestrebungen statt dessen kommt die Gospa als Valium für die frommen

  4. Falls Schönborn neuer Bischof von Rom wird, so weis zumindest ich, dass die Eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche nicht mehr im Vatikan zu finden ist. Aber es gibt ja genug Stimmen, die befürchten lassen dass dies geschehen wird, siehe die Selige Katherina von Emerick, der Traum des Heiligen Don Bosco, Garabandal usw. usw. Denn ich kenne wahrlich keinen Kardinal, der sich so aufführt wie dieser, und sich immer mehr als Wegbereiter des Antichristen zu erkennen gibt. Aber seien wir doch ehrlich es ist allerhöchste Zeit, das aus dem „Geistigen Schisma“ ein „körperliches“ wird und die Spreu vom Weizen getrennt wird.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

    • (Nicht nur an Sie, lieber Armin, sondern an viele hier — aber nur pro multis, nicht alle 🙂

      Hm, soso…. nun plötzlich.. Und was wäre dann mit der Fsspx, wenn sie ein „Abkommen“ (ein „praktisches“, in Wahrheit unpraktisches!) unterschrieben hätte?? Säße sie nicht in der Falle??
      Und selbst wenn Schönborn nicht dran kommt (oder Scherer), dass Sie und andere zumindest mit der Möglichkeit rechnen, zeigt, dass die fsspx in der Fallle wäre, die Oberen mehr als unklug, ja fahrlässig waren, mit einem unbekehrten Rom ein Abkommen schließen zu wollen!
      (Ein unbehrtes Rom = modernistische Kardinäle = Gefahr, dass jederzeit noch ein liberalerer als der liberale Vorgängerpapst dran kommt. Aber die Vorgänger sind ja durch ihre Ernennungen daran übrigens Schuld…)

      Welcher Bischof hatte denn nun Recht?!

      Und, wie gesagt, wie oben Thomas Kovacs richtig bemerkt und ich ihn kommentiere:
      Ja, es lag an Benedikt-Ratzinger — aber er ist eben KEIN KONSERVATIVER, das ist die simple und einzig logische Erklärung.
      Nochmal zum Mitschreiben: Er ist ein klarer, liberaler Modernist – nicht mehr, nicht weniger!!

      Wer ernennt denn in unserer Hl. Kirche übrigens die Kardinäle (Entschuldigung für die flapsige Bemerkung, aber sie fallen nicht vom Himmel, wachsen nicht auf Bäumen, werden nicht vom Klapperstorch gebracht, sprossen nicht aus der Erde, werden nichr herabgeregnet, ernnenen sich auch nicht selbst — sondern.. – ja, genau!!)?!?!

      Nun gut, alle hat Ratzinger nicht ernannt — aber viele. Und dann eben den Rest Joh . Paul. Aber wer hat denn Joh Paul selig gesprochen??!!

      – Ja, genau, wieder jener!…

      Und, merken nun endlich viele etwas…?!!!!…

    • Da haben Sie leider Recht,
      seit dem Vat II ist längst eine tiefe Spaltung in der Kirche.
      Es ist Endzeit, der Antichrichst muß kommen damit das Erlösungswerk vollendet wird.
      Warum nicht der, oder ein anderer, es ist gelinde gesagt doch völlig egal mit welchem Namen und Gesicht er auftaucht.
      Die wirkliche Katholische Kirche Christi lebt sowieso nur noch in der FSSPX fort, weil diese das Meßopfer niemals aufgegeben haben.
      Ich denke man tut dem guten Bendikt Unrecht wenn man gewisse Personalentscheidungen kritisiert, denn zb. Kasper MUßTE aus Deutschland abberufen werden, weil seine Häresien einfach zu kraß waren und der furchtbare Mietling aus Mainz, für mich das Urbild des fetten, faulen und abgehobenen Pfaffen, hat den Kardinalshut nur durch „Freund“ Helmut Kohl durchgeboxt bekommen.
      Benedikts Pontifikat zeigt die tragische Machtlosigkeit des hl.Vaters in vielen Entscheidungen.
      Inzwischen regiert Politik und Weltinteresse und Rücksicht auf diesen und jenen und dann kommen diffuse Entscheidungen wie z.b. Bischof Müller als Chef der Glaubenskongrgation, eine Katastrophe.

      • Nein, es war Johannes Paul II., der gegen seine Kurie endlich einen Nuemodernisten im Kardinalsrang haben wollte, jedenfalls Helmut Kohl jedenfalls war es nicht, der befand sich zu dieser Zeit am Abgrund.

        Und sonstige Theorien zeigen die Unkenntnis des Verfassers. Johannes Paul II. war der Apostat auf dem Papstthron, der sich nicht scheute in die anderen Religionen hineinzufallen, weil er so hielt: Hauptsache Religion und kein Kapitalismus, der Rest war ihm egal. Es wäre ein leichtes gewesen 1980 den Papst Johannes Paul II. aus dem Gefecht zu ziehen. Moskau aber war dieser Mann egal, weil er das Geschäft erledigte, was der marxistische Atheismus nicht vollbringen konnte, die Zerstörung der ehemals mächtigen Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche. Das wußten die Herren in Moskau, gerade Juri Andropow hatte seinen Leuten gesagt: „Für den polnischen Pfaffen lohnt kein Schuß! Wenn wir zugrunde gehen, geht der erst recht mit, sei es durch den kapitalistischen Atomschlag, oder durch den Liberalismus selbst. Schauen Sie sich die Kirche an, die taugt nicht mehr als Gegner, nicht einmal mehr als Trainingspartner! Hahaha!“ (J. Tscherkessow: „Übergang, Memoiren eines Putschisten, Bd. 3 2011, Moskau. S. 146).

        Und jetzt soll dieser seliggespochene Papst „Vorbild an Tugend“ sein, gar heiliggesprochen werden. Auch hier hat Papst Benedikt XVI. sogar im unfehlbaren munus sanctficandi versagt. Mochte er auch im innersten ein bißchen Konservativ gewesen sein, so hat sich dieses bis auf die beiden Akte „Summorum Pontificum“ und die Aufhebung der Exkommunikationen nicht gezeigt. Die Äußerungen zu Fatima 2009 waren die letzten der „Reform der Reform“. Danach klafft eine große Lücke!

  5. Kardinal Kasper
    fantasiert von einem „neuen Diakonat für die Frauen“ (?) .
    Er hat in einem kürzlichen Interview in der „Schwäbischen Zeitung“ bez. der bevorstehenden Papstwahl einmal mehr selbstkreierte Ansichten von sich gegeben….
    beim Lesen derselben können wir nur froh sein, dass er als Papstkanditat keine Rolle spielt.

    Frage;
    Redet Kardinal Kasper in nachfolgendem Zitat von einer „Phantomkirche“ ?
    Denn die von unserem Herrn und Gott Jesus Christus auf den hl. Petrus eingesetzte Heilige Mutter Kirche kann er mit seiner Wortjonglierei nicht meinen:

    „“ Ja, für mich ist klar: 
    Wir haben eine polyzentrische Weltkirche, in der viele Talente schlummern
    (….)
    Polyzentrisch heißt für mich: 
    Es gibt ein Zentrum mit Rom,
    von dem aber kein Zentralismus ausgehen sollte. 
    Und dann gibt es eben in praktischen Fragen viele relativ eigenständige Zentren. 
    Das nenne ich Einheit in der Vielfalt. “

    Möge den Kandidaten der „Lobbymarke“ Kardinal Kasper kein Erfolg beschieden sein !

    Geeignete Kandidaten stehen der Kardinal Kasper „Lobbyarbeit“ fern.

    http://www.razyboard.com/system/morethread-moegliche-papst-nachfolger-forumtradi-2207667-6230303-0.html

  6. „Ich möchte, daß es keine Vorbehalte gegen niemanden gibt“ meint Kasper, eine doppelte Verneinung ist eine besonders heftige Bejahung

  7. Ein vorgeschlagener Kompromisskandidat muss ja nicht angenommen werden. Zudem könnte doch auch ein Nicht-Europäer als Kompromiss-Kandidat figurieren.Es gibt wohl zu viele, die Christoph Schönborn nicht wàhlen würden, als dass er eine echte Chance hätte. Kardinal Scherer soll sich auch durch übertriebene Publicity-Kampagnen geschadet haben. Aber angenommen, er wäre der Kandidat der Progressiven: wer wäre denn sein Gegenspieler im ersten Wahlgang?

  8. Es braucht jetzt in Rom die Stimmen der Kardinäle Canizares, Ranjith, Piacenza und Rouco de Varela. Sie sollten mit Kardinal Guardiola die anderen Kardinäle warnen, sich wieder in die andere Richtung treiben zu lassen, sondern das benediktinische Reformwerk, die „Reform der Reform“ durchzubringen. Gerade Guardiola kann ein Wort über eine geschwächte Kirche reden, die sich in falsche modernistische Abhängigkeit gebracht hat. Er ist in Mexico ein einsamer Rufer geworden. Und ich weiß nicht, wie man in den USA den erneuten Richtungswechsel in der Kirche verkraften will, ob es dann wieder zu solchen Skandalen kommen wird, wie durch den EWTN-Prediger John Corapi, der ein Konservativer im Schafspelz war. Auch in den USA wollen die Gläubigen jetzt wissen, wohin die Kirche langfristig hinsteuern will. Zeichen der Traditionsbesinnung jedenfalls sind wohl nicht zu übersehen.
    Gerade in den USA, wo man jetzt am kompromißlosesten die Mißbrauchsfälle und die liturgischen Mißbräuche, sowie den Glaubensabfall bekämpft und dabei sich auch der Unterstützung der Bischofskonferenz sicher sein kann, ist man verärgert. Immer klarer wird, daß Papst Benedikt XVI der bessere Papst war als der Charismatiker Johannes Paul II, trotz der antideutschen Ressentiments mancher Erzkonservativen. Wer es riskieren will, daß die einzige in einem Industrieland des Westens wachsende Teilkirche sich gegen die Gesamtkirche stellen muß, um ihrer Gesundung zu dienen, sollte dieses bei der Wahl berücksichtigen. Vielleicht sollte das Konklave keinen beliebten, sondern einen durchsetzungsfähigen Papst wählen, der sich die Tradtion zu eigen macht, oder wenigstens die Tradition nicht vergrault. Es muß ja kein Kardinal sein, der gerade anwesend ist, es kann vielleicht auch ein Bischof sein, der in seinem Amt sich bewährt hat, aber (noch) kein Kardinal ist. Es kann ja jeder männliche unverheiratete Katholik zum Papst gewählt werden.

  9. Immer wieder bin ich erstaunt, wenn ich Sätze lesen muss wie die im Aritikel:

    „..sanften Umbaus des deutschen Episkopats durch Zurückdrängung des progressiven Einflusses.“

    Selbst hier auf katholisches.info – und zwar immer wieder – das Leben in der Wunschwelt, aber nicht in der Realität.

    Wer ist den auf Kasper gefolgt? — Meisner, Woelki, Marx, Müller, … — und die sieht man als konservativ an, gar traditionell?? – Das ist irreal. Und dann immer wieder auch die Mähr, Ratzinger oder Joh Paul II wollten konservative Kurskorrektur. Interessant, dass davon nichts Wesentliches zu sehen ist – und die Bischöfe und Kardinäle in Dt. eben Meisner, Woelki, Marx, … heißen – und die Männer in Rom Müller, di Noia… und Kaspar, Schönborn, Ouellet, ….

    Und bitte – davon ist KEIN EINZIGER auch nur annähernd konservativ.

    Oh, welche Illusionen, nur um der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen zu müssen!
    (Spricht einer, der selbst auch eine Zeit lang sich diese Wahrheit schön schminken wollte, um ihr nicht ins ungeschminkte Gesicht sehen zu müssen…!)

  10. Dieses ist die Darstellung der worst case. So wie sich manche aus der Konzilskirche geäußert haben, wäre das sogar wünschenswert. So weit darf es aber nicht kommen.
    Geben wir Williamson und den Hetzern der Ultrarechten Sedisvakantisten nicht noch recht!
    Ich hoffe sehr, daß Don Nicola Bux und Castrillon Cardinal Hoyos sich an ihr Wort von 2008 erinnern und hier den worst case verhindern wollen. Man muß gelegentlich die Sache zuspitzen, um nicht sich in der eigenen Unübersichtlichkeit wohlzufühlen, oder diese gar als Maßstab zu setzen.
    Vor allen Dingen sollten sich die Progressisten davor bewahren, Schiffbruch zu erleiden, da die Gläubigen nach dem sensus fidelium sich stärker zur (einfachereren) Tradition als zum (komplexen) Konzil und den (zumeist ungelesenen) Beschlüssen desselben hingezogen fühlen. Die wirklich praktizierenden Katholiken sind zumeist dem liturgischen Konservativismus oder der Tradition zuzurechnen. Diese werden so oder so (mit korrektem NOM und der Messe aller Zeiten) in der Kirche durchsetzen, da sie wie die „Generation Benedikt“ eine eigene sozial verwurzelte Beegung innerhalb der Kirche sind.
    Von diesen geht dann auch die entscheidende Frage nach dem Konzil aus, wobei auch die Frage nach dem historischen Sinn gestellt wird: „Warum mußte es ausgerechnet ein Konzil sein? Ist das, was auf dem Konzil beschlossen wurde tatsächlich der status ecclesiae?“ Und gerade Lehramtsstudenten, die noch eine klassische Sprache als Zweitfach belegt haben, stellen zumindest die Übersetzungen und Anwendungen der Konzilsbeschlüsse zunehmend infrage. Oft stehen dann die Priesteramtskandidaten und Diplomstudenten blamiert da. Kann das die Zukunft der Kirche sein. Die „Generation Benedikt“ jedenfalls und auch die FSSPX sagen eindeutig : „Nein!“
    Auch das muß den Kardinälen eine Frage der salus animarum sein. Und hierfür haben sie die oberste Verantwortung! Oremus pr S.R.E. Cardinalibus, ut pium et fortem pontificem S.R.C.e.A..E. elegant Spiritu Sancto cooperante, Amen!

    • Wir brauchen „Williamson und den Hetzern der Ultrarechten Sedisvakantisten“ gar nicht Recht zu geben, denn allein schon der Umstand, dass ein solcher hyperliberale Kandidat möglich ist, zeigt dass sie Recht haben, Punkt – zumindest was ersteren betrifft.

      Alles weitere habe ich oben schon dazu gesagt – wer sehen kann, der sehe! (Oder wer lesen kann der lese.)

  11. Ich persönlich danke Gott für die Ergebnisse eines II. Vatikanischen Konzils, ich danke ihm auch für progressivere Kirchenfüher wie Kasper. Ich wundere mich hingegen über die implizit negativ wertenden Darstellungen im obigen Berichtes über Kasper, die wohl wie folgt auf uns wirken sollen:
    ah, also ein Adlatus von Küng, dem Bösen!
    ah, also weggelobt von Regensburg nach Rom!
    Und bei letzterer These wird die Fragwürdigkeit derselben wohl offensichtlich, denn
    wer würde einen zu Progressiven entschärfen wollen, indem er ihn von einem deutschen Provinzbistum in eine zentrale Stelle römisch-katholischer Macht befördert?
    Ich jedenfalls weiß beispielsweisen von keinem südamerikanischen Befreiungstheologen der mittels solch einer Beförderung in den Vatikan hinenein „entschärft“ hätte werden sollen.
    Solche Thesen sind skurril und nicht minder weltfremd.
    Ich fürchte mit solch stramm konservativen Theorien werden wir irgendwann eine erneute Kichenspaltung erleben, denn diese Haltungen werden viele weltoffene und moderne Christen nicht mittragen können. Man sollte mal darüber nachdenken, nicht den jeweils andern in seinem Glauben regulieren zu wollen, sondern ihm selbst und seinen jeweiligen Landeskirchen die Freiheit zu geben, ihren Galuben teilweise in der eigenen gebotenen Form zu leben.
    Eine Milliarde Katholiken sind nicht gleich, sie bedürfen durchaus unterschiedlicher Glaubensausübung!

    • Hans Küng, da weiß man dann gleich wo der Hase im Pfeffer liegt.
      Sie haben die kirchliche Praxis wenig verfolgt: „Wegloben“ ist eines der wichtigsten Instrumente. Durch Beförderung zähmen. Hat bei Kasper ja gewirkt… bisher zumindest!
      Kardinal Hummes von Brasilien wurde nach Rom befördert, um einen begeisterten Anhänger der Befreiungstheologie zu nennen.
      Katholiken haben nicht „stramm“ konservativ oder progressiv zu sein, sondern nur „stramm“ katholisch. Erst die Liberalen schaffen den Gegensatz, der die anderen zu Konservativen macht, obwohl sie nur kirchentreu, glaubenstreu, papsttreu sind und sein wollen.
      Sie haben vollkommen recht, 1,1 Milliarden Katholiken (und hoffentlich noch bald viel mehr) brauchen unterschiedlichen Frömmigkeitsformen. Das betrifft die Volksfrömmigkeit, in der die Kirche immer viel Spielraum gelassen hat und nur eingreift, wenn es Abirrungen gibt, die den Glauben gefährden. Etwas anderes ist aber die Bewahrung des Glaubens durch das Lehramt, die Liturgie und die Sakramentenverwaltung.
      Die Kirche ist das wichtigste Korrektiv gegen den Machbarkeitswahn des Menschen, der glaubt, sich seinem Willen alles unterwerfen zu können.
      Gott befohlen!

      • „Hat bei Kasper ja gewirkt…“ — nun, wo denn? In Rom konnte er ja viel einflußreicher wirken. Und jetzt kann er den Papst wählen und die Wahl mitbestimmen.

        Sie schreiben ja dann auch „bisher zumindest“
        Nun, a) stimmt das nicht, denn auch bisher hat er im liberalen Sinn gewirkt und viel Schaden angerichtet (und in Rom einflussreicher!!)
        b) Man muss eben auf das Ende sehen: und wenn er auch nur jetzt bei der Papstwahl verheerenden Einfluss ausüben kann, dann ist das eben schlimmer als alles andere Wirken vorher.

        Nein, eine Kardinalserhebung und eine Berufung nach Rom kann und darf niemals eine „wegbeförderung“ sein — und ist es auch nicht!

        Pedi
        hat Recht:

        „ah, also weggelobt von Regensburg nach Rom!
        Und bei letzterer These wird die Fragwürdigkeit derselben wohl offensichtlich, denn
        wer würde einen zu Progressiven entschärfen wollen, indem er ihn von einem deutschen Provinzbistum in eine zentrale Stelle römisch-katholischer Macht befördert?
        […]
        Solche Thesen sind skurril und nicht minder weltfremd.“

  12. Die von unserem HERRN und GOTT JESUS CHRISTUS eingesetzte heilige Mutter Kirche ist 
    SEIN mystischer LEIB.
    In der Heiligen Mutter Kirche lebt ER denn auch fort !

    Sie ist das 
    Ebenbild
    der Weisheit der allerheiligsten Dreifaltigkeit, GOTTES.
    Sie lebt in Seinem Herzen;
    durch, mit und in Seinem Mensch gewordenen eingeborenen SOHN JESUS CHRISTUS!

    Und diese Heilige Mutter Kirche war und wird auch immer gemäss dem Willen GOTTES sein;

    in ihrer 
    „Struktur“
    männlich hierarchisch
    ( der Heilige Vater als Stellvertreter CHRISTI auf Erden; der hw Priester als „zweiter Christus“, als Fortführer des Erlösungswerkes Christi auf Erden)

    und

    in ihrem 
    „Wesen“
    monarchisch 
    ( unserer HERR und GOTT JESUS CHRISTUS als ihr 
    Haupt; der König der Könige ! )

    Sämtliche „Experimente“ der Vorgaukelung irgendwelcher anderer „Varianten“ werden denn auch im Staube der Zeit vergehen !

  13. „…Und bei letzterer These wird die Fragwürdigkeit derselben wohl offensichtlich, denn
    wer würde einen zu Progressiven entschärfen wollen, indem er ihn von einem deutschen Provinzbistum in eine zentrale Stelle römisch-katholischer Macht befördert?

    Solche Thesen sind skurril und nicht minder weltfremd.“

    Auch wenn wir inhaltlich anderer Meinung sind, pedi, hier muss ich ihnen leider voll und ganz zustimmen (s.a. oben).

    Wirklich skurril und weltfremd — völlig illusionär.
    Richtig Joh Paul II war selbst liberal – und sein Seligsprecher nicht weniger.

    Alles andere ist skuril und weldfremd!

  14. Wahre Hirten
     im Sinne der reinen Lehre der Heiligen Mutter Kirche 
    suchen nicht 
    nach „anderen Beweisen“ oder 
    verlieren sich nicht 
    in „Endlosdialogen“
    über die EWIGE WAHRHEIT JESUS CHRISTUS.

    Wenn unser HERR und GOTT JESUS CHRISTUS dies oder jenes gesagt hat, so ist 
    SEIN WORT etnscheidend….
    und nicht das „Denken oder Meinen“ querdenkender „TheologInnen“ !

    ER hat es gesagt, also ist es WAHR….UNFEHLBAR WAHR !

    Der HEILIGE GEIST will denn auch 
    alleine in  
    der unfehlbaren Lehre der Heiilgen Mutter Kirche gehört werden, nirgendwo anders !
    Dieser alleine hat ER 
    bei der Glaubensverkündigung und der Sittenlehre SEINEN UNFEHLBAREN BEISTAND 
    versprochen.
    Und diese Heilige Mutter Kirche ist 
    untrennbar verkankert in der heiligen Tradition !

    Wahre Hirten können daher 
    niemals „Meiner oder Denker“ sein 
    sondern glühende 
    Verkünder
    der reinen Lehre der Heiligen Mutter Kirche….
    ein Herz und eine Seele 
    mit unserem HERRN und GOTT JESUS CHRISTUS, Der in Seinem Herzen in der Einheit mit dem VATER und dem HEILIGEN GEISTE Seine BRAUT, Seine Kirche trägt…..
    unsere Heilige Mutter !

    Wahre Hirten also und somit keine sog. „Männer der Mitte“ !

  15. Mit Interesse lese ich den Beitrag von Herrn Nardi, jedoch nicht ohne hinzuzufügen, dass mir wirklich gleichgültig ist, wer Papst wird. Auch welchen Kurs er einschlagen wird. Soll ein radikal liberaler Papst die Kirche auf den Höhepunkt der Krise zusteuern? Oder ein gemäßigter Modernist mit einem Hang zur Tradition das bisherige Siechtum weiterführen? Ich habe keine Ahnung.
    Ich werde jedenfalls Benedikt XVI. immer dankbar sein für das Motu proprio Summorum Pontificum. Weil es anderen und mir die Möglichkeit geschenkt hat, die katholische Messe, das Messopfer, wieder zu finden. Erst dann ergab sich die Möglichkeit – für mich – Erzbischof Lefebvre „kennenzulernen“ – eine unschätzbare „Bekanntschaft.“
    Wenn die Homepage der FSSPX den Entschluss gefasst hat, regelmäßig Zitate von ihm zu brngen – wie erfreulich!!! Ich denke vor allem an junge, unvoreingenommene Katholiken, die von ihm lernen können, was katholisch wirklich ist, worin der katholische Glaube besteht….In der Konzilskirche haben sie nur ein Zerrbild vor Augen.
    Rätselhaft bleibt für mich, wieso die Leitung der FSSPX glauben konnte, mit Benedikt XVI. und der Kirche jetzt sei ein Abkommen zu schließen, das nicht die Selbstaufgabe bedeutet hätte. Die Widersprüchlichkeit des Papstes lag offensichtlich vor Augen. Er hatte eine Anhänglichkeit an die Tradition, wusste sie zu schätzen, um gleichzeitig zu erklären, ein Zurück hinter das Konzil dürfe es auf keinen Fall geben. Ein Widerspruch in sich.Oder auch nicht. Denn sein Wille, die „Traditionalisten“ IN die Konzilskirche zu integrieren, war offensichtlich. Wo sie – zu diesem Zeitpunkt- in sich gespalten untergegangen wären.
    Wer immer auch Papst wird: Keiner wird bereit sein, Erzbischof Lefebvre zu rehabilitieren. Auch deswegen kann ich in Ruhe abwarten, wer denn nun Papst wird. Die „Reform der Reform“ war ein konservativer Wunschtraum, und so liberal kann kein Papst sein, dass er die Kirche endgültig ruiniert…

    • Wiederum: sehr guter Beitrag, danke cuppa!
      btw: Sind Sie am WE in Hattersheim (spes-unica)?

      Falls Sie und andere hier es nicht eh schon wissen:
      Es gibt offenbar einen Brief zahlreicher (37?) Priester des franz. Distriktes an den Generaloberen, in dem sie ihm vorwerfen, entgegen der klaren und offenen Linie von Erzb Lef einen Schlingerkurs mit allzuviel Geheimdiplomatie bis hin zur Doppeldeutigkeit und Widersprüchlichkeit, ja bis hin zur Lüge zu fahren.

      Dt. Übersetzung s. hier http://mitderimmaculata.blogspot.de/2013/03/offener-brief-mgr-fellay-von-37.html

      • Das ist ja furchtbar, was ich hier lesen muss. Aber ich habe so etwas geahnt. Danke, obwohl es bedrückend ist.
        Nein, leider bin ich nicht in Hattersheim…

  16. Die „Reform der Reform“ ist mitnichten ein Wunschtraum. Benedikt hatte zum Schluss nicht mehr die Kraft, diese durchzuziehen. Ich erwarte mir auch in dieser Frage im nächsten Pontifikat neuen Elan. Die Bestrebungen müssen aber auch von der Basis getragen werden. Wer glaubt, die Reform der Reform auf einemm Silbertablett präsentiert zu bekommen, der verkennt den Ernst der Stunde. Aber schon ein einzelner Bischof (wie Kardinal Ranjith in Sri Lanka) kann neue Akzente setzen. Die FSSPX ist jedenfalls keine Alternative, solange sie in grundlegenden theologischen Fragen irrt (zum Beispiel Leugnung der Heilsmöglichkeit in anderen Religionen).

    • Die FSSPX vertritt hier – wie immer – glasklar die katholische Lehre: Man kann auch innerhalb anderer Religionen das Heil erlangen, aber keinesfalls DURCH sie. In sich enhalten sie nicht die Mittel zum Heil. Das war immer katholische Lehre. Diese Unterscheidung verwischt zu haben, war ein schwerer Irrtum des II. Vatikanum. Es stellte die von dem Gottmenschen Jesus Christus gegründete katholische Kirche auf eine Stufe mit anderen Religionsgemeinschaften. Implizit kann man eine Leugnung der Gotheit Jesu Christi darin sehen.
      Ich unterstelle Johannes Paul II. diese Leugnung nicht. Nicht explizit. Obwohl seine Taten: Korankuss, Assisi-Treffen, Beteiligung an animistischen Ritualen, verheerende Folgen für den Glauben vieler Katholiken hatten und haben. Benedikt XVI. war vorsichtiger. Mehr aber auch nicht. Nein, er war widersprüchlich…
      Das wir uns darüber auseinandersetzen zeigt: Zwischen der vorkonziliaren und der Konzilskirche besteht ein BRUCH. Den darf es jedoch nach katholischer Lehre nicht geben, weil es dann keine Unfehlbarkeit gibt. Um den Bruch zu übertünchen, gibt es die virtuelle Hermeneutk der Kontinuität, die nichts wirklich klärt. Nichts klären kann.
      Das II. Vatikanum war ein Pastoralkonzil, dass kein Dogma als verbindlich zu glauben definiert hat.
      Seine „Lehren“ werden aber quasidogmatisch verbreitet.Und so haben wir einen Glaubenspluralismus, der bald nicht mehr vom Protestantismus zu unterscheiden ist.
      Deswegen halte ich die „Reform der Reform“ für eine reine Symptombehandlung. (Das Fieber zu senken nutzt nichts, wenn die schwere Grunderkrankung nicht behandelt wird. Es schafft vorübergehend Linderung, keine Heilung.).

      • Großer Applaus meinerseits!!! 🙂

        Könnten Sie mich bitte privat anschreiben, ich gebe der Redaktion gerne die Erlaubnis, ihnen meine mail Adresse zu geben?!

        • Grundsätzlich gern, ich bin nur zur Zeit ziemlich beansprucht. Sie ahnen nicht, wie sehr mich diese Kirchenkrise außerdem mitnimmt. An meinen Tippfehlern fällt mir hinterher auf, dass ich oft schon erschöpft bin, ehe ein Kommentar entstanden ist…

        • Gut, wenn Sie mal Luft haben, schreiben Sie mich gerne mal an. Auch ich bin z.Z. etwas beansprucht – mir geht es aber sonst gut. Mich nimmt die Krise nicht so sehr mit. Man muss den Willen GOTTES suchen – dann ist man im Frieden.

          Ja, die Krise ist traurig. Aber unser barmherziger GOTT läßt sie zu, daher ist es auch eine Zeit der Gnade. Ich bin ganz ruhig und wie gesagt im Frieden.

          Der Wille GOTTes ist klar — und wenn GOTT mit uns ist, wer ist dann gegen uns?! Diese Ruhe und Gelassenheit wünsche ich auch Ihnen und allen hier – bes. für die nun kommende Passionszeit!

          Ihr – und Euer –
          in CHRISTO per Mariam
          dspecht

      • Für einen Nicht-Theologen wie mich ist dies eine sehr komplexe Frage. Ich glaube strikt das, was Professor Ratzinger in einem hervorragenden Aufsatz 1958 über die verschiedenen Heilswege geschrieben hat:
        http://www.vatican-magazin.de/index.php/magazin/aktuelle-ausgabe/inhalt/14-magazin/aktuell/disputa/120-disputa-62012.
        Ich hoffe, die Konzilstexte widersprechen dem nicht. Wenn doch, gibt es tatsächlich ein Problem. Mit der Erklärung Cuppas bin ich im grossen und ganzen einverstanden. Ich finde auch, das JPII, im Gegensatz zu Benedikt XVI, viel zu weit gegangen ist.
        Zum Sinn einer Reform der Reform sage ich nur : ars orandi, ars credendi. In dem Sinne handelt es sich sehr wohl um inhaltliche Ausrichtung, und nicht nur um Symptombekämpfung.

  17. Gewisse Kreise in der Kirche haben noch immer nicht verstanden, daß SIE es waren, die in Südamerika das ganze Drogenelend als Hauptverantwortliche verschuldet haben. Wann ist denn der Drogenhandel in Südamerika und insgesamt in Lateinamerika aufgeblüht? Wohl erst nach dem Konzil und in denjenigen Ländern, die sich eine liberale Verfassung (Peron, etc.) gegeben haben.
    Kolumbien ist erst nach dem „Verbot“ katholischer Staaten durch das Konzil in den Drogensumpf hineingezogen worden. Sao Polo, wie insgesamt brasilien ist DIE Drogenhochburg der Welt, der Drogenkrieg in Mexico geht nur auf Kossten des konsumierenden Landes Brasilien. Und dort in der Kirche sollalles in Ordnung sein? Schuld daran ist doe sogenannte Indio-Nostalgie, die sich als „Inkulutration“ in der katholischen Kirche Lateinamerikas breitgemacht hat, ein von allen Päpsten und Konzilien veruteilter Synkretismus. Daher leidet die Kirche; der Arm der Korruption reicht dann eben bis in den Vatikan. Das weiß eben auch Bischof Gallereta. In den traditionsverbundenen Gemeinschaften in Lateinamerika (Bitte niemals die „Legionäre Christi“ hinzuzählen!) ist mittlerweile ein Widerstand auch gegen die liberale Politik der Drogen von manchen inkulturationswütigen Bischöfen soweit verhaßt, daß sie im Kanon nicht mehr erwähnt werden. Einen solchen mutigen Schritt von der Petrusbruderschaft zu erwarten, ist wohl ausgeschlossen.
    Das Konzil hat der Kriminialität die Kirchentore weit geöffnet. Davor hat schon Marcel Lefebrve in einem Hirtenbrief von 1951 (!!!) gewarnt, daß der Liberalismus letztlich die Korruption im Staate befeuert und die Familien zerstört. So ist es NACH dem Konzil in den Katholischen Staaten Lateinamerikas Kolumbien, Uruguay und Brasilien gekommen. So war es schon seit 1926 in Mexico der PRI. Und jetzt einen solchen Papst? Leider hat Papst Benedikt die logische Anwendung, die praktische Anwendung der Naturrechtes im Katholischen Staat niemals gefordert, weil er zu liberal war.

  18. Es ist leider so, daß es zuviele, ja zuviele Kardinäle in Rom gibt, die ihren Titel, ihre Amtswürde mit Füßen treten, ihren Purpur mit immer weiterer Schande beflecken. Ein Kardinal macht nocht keine Kirche. Es bedarf anderer glaubenstreuer Kardinäle. Alle Kardinäle, restlos alle in Rom sind politische Kardinäle, die auf einen Richtungsproporz innerhalb der Kirche hin installiert wurden. Ist es denn schon einmal aufgefallen, da0 in den letzten 50 Jahren kein traditionstreuer Theologe zum Kardinal ernannt worden ist, der nicht schon das Wahlalter überschritten hatte (Scheffczyk, z. B.), oder daß selbst weltbekannte traditionstreue Theologen wie Prof. May, der sich so manchmal als schärferer Kritiker als die Bischöfe der FSSPX gezeigt hat, gar zum Kardinal kreiert wurden?
    Irrational muß man hier wohl sagen: Das Konzil hat es in „Christus Dominus“ quasi ausgeschlossen, daß traditionstreue Theologen zum Bischofsamt gelangen (Ökumenismuspflicht!). Als Papst ist man eben auch Bischof, Bischof von Rom, dem Ökumenismus nach dem Konzil verpflichtet. Die Kirche steckt solange in dieser Falle, solange sich das kardinalskollegium so zusammensetzt und nicht von Heiligen Geist erleuchtet, sondern von eigenen Interessen verblendet, den past wählt. Ich frage mich wirklich, ob so mancher Kardinal nach dem Konklavemeineid sich noch ruhigen Gewissens im Spiegel anschauen kann, oder ob er dann eigentlich unwürdig, vielleicht illegitim, sogar ungültig sein Officium verrichtet (Officium, s. CIC c.151/1983). Auch PP. em. Benedikt XVI sollte sich diese Frage angesichts des Pontifikats Johannes Paul II. stellen. Er hat ihn immerhin mitgewählt, um eine wie auch immer mögliche Revision des II. Vatikanums durch SIri zu verhindern, der damals eigentlich der Favorit der Kardinäle war. Damals gab es eben noch kardinäle, die die Zeit vor dem Konzil gut kannten und dann wirkliche Reformen verlangten, wie Kardinal Siri und Ottaviani.

  19. @ dspecht
    Weil die Antwortspalte belegt ist: Mich macht die Kirchenkrise regelrecht fertig in Verbindung mit der Piusbruderschaft. WO IST DIE KLARE, UNZWEIDEUTIGE SPRACHE VON ERZBISCHOF LEFEBVRE GEBLIEBEN? NICHTS IST ZU HÖREN! Nach meinem Verständnis sind Obere dafür da, dass sich die Mitglieder an ihrem Verhalten, an ihren Worten aufrichten, stärken, neben der Sorge um die Disziplin.
    Die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften sind wenigstens ehrlich. Sie haben ihren Frieden gemacht, und man weiß, wo man bei ihnen dran ist. Erzbischof Lefebvre hätte mit diesem Rom keinen Frieden gemacht., weil sich nichts geändert hat. Bischof Fellay wird es versuchen bis 2018, bis zum Ende seiner Amtszeit, koste es, was es wolle. Vielleicht macht ihm ja der neue Papst einen Strich durch die Rechnung…
    Zum Glück haben die Patres im Priorat, zu dem ich gehöre, ihre klare Linie nicht verloren. Sie agitieren nicht, sie wiegeln nicht auf, sie haben jedoch eine klar erkennbare Linie. Es sind „Lefebvre-Priester“…

    • Liebe cuppa:

      Schreiben Sie mir bitte doch mal eine persönliche mail, zu welchem Priorat sie gehen (wenn Sie möchten).

      Und nochmal: Die Krise ist eine Zeit der Gnade. Und der Reinigung. – Nutzen wir sie als solche, gerade in der Fastenzeit!

      So werden wir Frieden für unsere Seele finden — den ich inzwischen seit langem wieder habe. Ich kann nur GOTT dafür danken! Und Seiner gütigen Mutter, der allerseligsten Jungfrau Maria!

    • „…Nichts ist zu hören…“

      das stimmt ja so nicht. Wer nur möchte kann es hören (und lesen).
      Es gibt immer mehr Priester, die offen den alten Kurs der Bruderschaft verkünden. Und ja auch Bischöfe.

  20. Trotzdem dürfen wir uns Hoffnungen machen, solange wir realistisch bleiben. Scola wäre kein schlechter Mann, und gegen ihn wird ein Scherer kaum eine 2/3 Majorität erhalten. Bei einer Pattsituation könnten wir dann sogar auf Erdö, Dolan oder Ranjith hoffen, alles Leute, die nicht traditionsfeindlich sind. Allerdings könnte der Kompromisskandidat auch ein Sandri sein.

  21. Zu den Begriffen „rechts“, „links“, „konservativ“, „liberal“, die laufend durcheinandergeworfen werden.

    Die Menschen teilen sich in drei Gruppen:

    – Revolutionäre (gegen Gott)

    – Laue (halbherzig, unentschlossen, luschig)
    – Konservative
    – Liberale

    – Reaktionäre (für Gott)

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