Maria vor Luther - Gebetsaufforderungen in römischen Kirchen

Stiller Widerstand gegen die Amtsführung von Papst Franziskus geht weiter

Auf Flugblättern werden die Gläubigen aufgefordert, für sieben Gebetsanliegen einzutreten.
Auf Flugblättern werden die Gläubigen aufgefordert, für sieben Gebetsanliegen einzutreten.

(Rom) In Rom geht der stille Widerstand gegen die Amtsführung von Papst Franziskus weiter. Gestern tauchten Flugblätter in römischen Kirchen auf.

Vor einem Jahr setzten die Pasquinaten ein. Eine alte römische Tradition, mit der das Volk anonym seinen Unmut gegen die Regierenden kundtut. In früheren Jahrhunderten, als der Papst in Rom regierte, richtete sich diese oft scherzhaft, aber auch bissig vorgetragene Kritik gegen einzelne Päpste, vor allem aber gegen päpstliche Regierungsvertreter. Mit der Errichtung des Staates Italien im Jahr 1870 traten Kirchenvertreter zurück und wurden Politiker und Beamte zur Zielscheibe der Kritik. Pasquinaten richten sich immer gegen vom Volk empfundene Mißstände.

Gebetsaufforderung: auf daß die Gottesmutter Maria vor Martin Luther komme.
Gebetsaufforderung: die Gottesmutter Maria statt Luther.

Seit dem umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia ist es Papst Franziskus, der sich wegen seiner Amtsführung den Unmut zuzieht.

Zunächst tauchten zum Jahresbeginn anonyme Plakate in römischer Mundart auf, dann eine Satireausgabe des Osservatore Romano in italienischer und englischer Sprache.

Es folgten Epigramme in italienischer und auch solche in deutscher Sprache und vor wenigen Tagen das Buch Der Papst-Diktator. Es ist unter dem Pseudonym des Fürsten Marcantonio Colonna erschienen, eines der drei Sieger in der Schlacht von Lepanto 1571. Das Buch wurde in italienischer Sprache veröffentlicht. Für heute ist die englische Fassung angekündigt. Eine deutsche soll bald folgen (dazu auch Der Papst-Diktator und die Kardinäle Brandmüller, Burke und Müller).

Flugblätter mit Gebetsaufforderungen

Gestern tauchten in verschiedenen, römischen Kirche Flugblätter auf, die eine Gebetseinladung enthalten. Der Vatikanist Marco Tosatti veröffentlichte einige Photos davon. Die Blätter im A4-Format zeigen das Bild eines lächelnden Papstes umrahmt von einem großen Rosenkranz. Das anonyme Flugblatt fordert die Gläubigen auf, in folgenden sieben Anliegen zu beten:

  • daß Rom zum Glauben zurückkehrt;
  • daß die Gottesmutter Maria vor Luther kommt;
  • daß der Glaube vor der Politik kommt;
  • daß Marco Pannella und Emma Bonino nicht mehr als Vorbilder behauptet werden;
  • daß der Papst wieder mit den Kardinälen spricht, ehe er mit den Journalisten spricht;
  • daß der Papst nicht Priester und Ordensleute verfolgt, die er nicht mag;
  • daß der Papst nicht schweigt vor jenen, die das Leben und die Familie bekämpfen.
Flugblätter in römischen Kirchen
Flugblätter in römischen Kirchen

Der im Mai 2016 verstorbene Marco Pannella war der Gründer der kirchenfeindlichen, radikalliberalen Radikalen Partei. Emma Bonino, ehemalige italienische Außenministerin, EU-Kommissarin und Soros-Preisträgerin ist eine der bekanntesten Vertreterinnen dieser Partei. In allen Kampagnen gegen die natürliche Ordnung der vergangenen 50 Jahre standen Pannella und (ab Mitte der 70er Jahre) Bonino in der vordersten Linie. Meist waren sie sogar deren Initiatoren, ob es um die Legalisierung der Scheidung, der Abtreibung, der Euthanasie oder der Drogen ging.

Beide wurden von Papst Franziskus als „ganz Große“ bezeichnet.

Text: Giusppe Nardi
Bild: MiL/Stilum Curiae

 

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4 Kommentare

  1. Vor vielen Jahren traf ich im Pilgerhaus des Deutschordens in Rom einen Schweizer Historiker aus Solothurn, der im Vatikanischen Geheimarchiv Studien über die nachkonstatinische Wende anstellte. Er sagte mir, dass er dabei Originalbriefe von römischen Bürgern gefunden habe, die den Kaiser baten, Rom wieder vom „Joch des Bischofs von Rom“ zu befreien. Es sei untragbar, schrieben sie… also nichts Neues unter der römischen Sonne.

    • Hinweis: Katholisches erscheint anonym. Es gilt: Anonym oder leider nicht möglich. Auch Sie schreiben mittels Pseudonym … Wir werden aber keineswegs Ihre Kommentare in den virtuellen Papierkorb befördern.

  2. Es ist längst sinnlos geworden, an diesem Papst noch irgendwas kritisieren zu wollen. Man weiß nämlich nicht mehr, wo man da anfangen sollte und wo aufhören.
    Was an den Worten und Taten dieses fußballnärrischen Papstes definitiv christlich und katholisch sein soll, das können einem nur noch Leute erklären, die andere zum Lachen bringen wollen.

    Dieser Papst macht die RKK zu einer überflüssigen Lachnummer, die von Christentumsfeinden begeistert beklatscht wird.

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