Fernandez de la Cigoña: „Erhebung Cupichs zum Kardinal war ein immenser Fehler“

Kardinal Cupich solidarisiert sich mit homophilem Jesuiten James Martin

Kardinal Blase Cupich und Jesuit James Martin (r.)
Kardinal Blase Cupich und Jesuit James Martin (r.)

(Rom) Kardinal Blase Cupich, Erzbischof von Chicago, eilte dem in die Kritik geratenen homophile Jesuiten James Martin zu Hilfe. Den Kardinal und den Jesuiten verbindet ihre Begeisterung für Papst Franziskus. Den einen, der zuvor als „progressiver Außenseiter“ unter den Bischöfen der USA galt, machte Franziskus zum Erzbischof von Chicago und kreierte ihn zum Kardinal, den anderen berief er trotz seiner heterodoxen Positionen als Consultor nach Rom.

Kardinal Cupich tadelte James Martin nicht wegen seines Buches „Building a Bridge“ mit dem er die Homosexualität in der Kirche legitimieren will, sondern nahm ihn ausdrücklich gegen Kritik von katholischer Seite in Schutz. Martin sei „ein Priester, der sein Leben dem Dienst der Kirche hingegeben“ habe, so Cupich. „Er ist sehr engagiert, er ist sehr respektiert.“ Inhaltlich ging der Kardinal nicht auf die kritisierten Positionen des Jesuiten ein.

Um diesem seine Unterstützung zu zeigen, hat ihn Cupich zum Fastenprediger für die Fastenzeit 2018 nach Chicago eingeladen. Die Einladung erfolgte, nachdem Martin drei für die kommenden Monate geplante Termine absagen mußte, weil die Organisatoren auf Distanz zu ihm gegangen sind. Die Veranstaltungen sollten an der Katholischen Universität von Amerika, im Rahmen eines Abendessens der Grabesritter und für die Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit der Bischöfe von England und Wales stattfinden.

Die Solidaritätsadresse von Kardinal Cupich erfolgte über die US-Jesuitenzeitschrift America, deren ständiger Mitarbeiter James Martin ist. „Die Entscheidungen, ihn nicht einzuladen oder die Einladung zurückzuziehen waren sehr unglücklich“, so der Kardinal. Die Einladung Martins nach Chicago begründete Cupich mit den Worten: „Ich wollte ihn wissen lassen, daß ich ihn unterstütze.“

Cupich hob in seiner Verteidigung des Jesuiten besonders hervor, daß dieser von Papst Franziskus als Consultor des neuen Kommunikationssekretariates nach Rom berufen wurde. Der Erzbischof von Chicago verknüpfte seine Solidarität mit der Aufforderung an die Gläubigen: „Entscheiden Sie selbst, bilden Sie sich eine Meinung, lesen Sie genau, was er geschrieben hat“. Einen Widerspruch zur katholischen Lehre will der Kardinal in den Thesen Martins nichts feststellen können.

Der Jesuit selbst erklärte trotzig, daß die Ausladungen den wöchentlichen Verkauf seiner Bücher „verdreifacht“ habe. Die Reaktionen, die er auf die Kritik erhalte, sei „unglaublich positiv“. Mit außergewöhnlicher Demut und Bescheidenheit behauptete er, von „99,9 Prozent der Katholiken unterstützt“ zu werden.

Ganz anders sieht die Sache der bekannte spanische Kolumnist Francisco Fernandez de la Cigoña: Die Unterstützung für James Martin sei ein „weiterer Beweis“, daß die Kardinalserhebung von Blase Cupich „ein immenser Fehler von Papst Franziskus war“. Die Positionen Cupichs „waren vorher, während und nach der Kardinalserhebung schlecht“.

Päpste hätten bei der Auswahl der Kardinäle „immer wieder Fehler gemacht“, so Fernandez de la Cigoña. Cupich sei der „eindeutige Beweis, um was für einen Kretinismus es sich handelt, wenn manche behaupten, alles was ein Papst macht, sei direkt vom Heiligen Geist inspiriert“.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: InfoVaticana

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1 Kommentar

  1. „Päpste haben bei der Auswahl der Kardinäle immer wieder Fehler gemacht“, so Fernandez de la Cigona.
    Und das in einem geradezu erschütternden Ausmaß, kann man dazu nur ergänzen.

    Wieso „müssen“ Päpste eigentlich dauernd kostenträchtig in der Welt herumreisen und Menschenmengen huldvoll zuwinken?
    Es würde doch völlig reichen, wenn sie sich darauf konzentrieren würden, die schriftlichen und mündlichen Äußerungen sowie die Personalakten derjenigen genauestens zu studieren (und im Vatikan mit Fachleuten kollegial zu besprechen) , die in Frage kommen,
    zu Bischöfen oder Kardinälen erhoben (bzw. wieder abgesetzt) zu werden.

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