Gastkommentar von Hubert Hecker

Das „System Bergoglio“ begünstigt Vertuschung und Missbrauch

System Bergoglio
„System Bergoglio“ begünstigt Vertuschung und Missbrauch. Im Bild die „sexuell anzügliche“ (homo-friendly) Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz 2017.

Der ehemalige Nuntius Carlo Maria Viganò belegt seine Vorwürfe, dass die „Verdorbenheit die Spitzen der kirchlichen Hierarchie erreicht“ hätten, mit eigenen Erfahrungen und Zeugenaussagen. Im Zentrum seines elfseitigen „Testimonianza“ (Zeugnis) steht der inzwischen abgesetzte Kardinal und enge Papstberater Theodore McCarrick, den er in seiner Zeit als Nuntius in Washington von 2011 bis 2016 näher kennenlernte.

Viganò nennt ihn einen homosex-aktiven „Serientäter“, der in seinen 40 Bischofsjahren eine Vielzahl von abhängigen Seminaristen sexuell ausbeutete. Diesen Tatbestand habe er im Juni 2013 Papst Franziskus mitgeteilt. Trotz dieses Wissens hat Franziskus die von Papst Benedikt verordneten Sanktionen gegen den Missbrauchsbischof stillschweigend aufgehoben und ihn sogar als engen Berater mit offiziellen Missionen betraut. Mit der Anklage auf Vertuschung und sogar Förderung von klerikalen und kurialen Missbrauchstätern begründet Viganò seine Forderung, der Papst solle „im Einklang mit dem verlautbarten Null-Toleranz-Prinzip“ zusammen mit den missbrauchsakitven oder -fördernden Bischöfen und Kardinälen zurücktreten.

Das korrupte System Bergoglio

Franziskus reagiert auf die schwerwiegenden Anwürfe nach der Devise Ignorieren, Schweigen und Aussitzen. Das ist eine amtsunwürdige Reaktion, die seine angeschlagene Repuation nicht retten wird. Denn die Wahrheit vom System Bergoglio kommt ans Licht – hier am Beispiel der US-Bischöfe erläutert: Der homosex-aktive Kardinal McCarrick ließ 2006 als seinen Nachfolger in Washington den Vertuschungsbischof Donald Wuerl einsetzen, der als ehemaliger Bischof von Pittsburgh/Pennsylvania schwer belastet ist. In Rom wirkte der umtriebige Prälat mit seinem Einfluss bei Papst Franziskus dahingehend, dass Wuerl 2013 in der Bischofskongregation Kardinal Raymond Burke ersetzte. Nunmehr hatte McCarrick über das kuriale Bischofsauswahlgremium Einfluss auf die Ernennung von US-Bischöfen.

Die Kardinäle McCarrick und Wuerl
Die Kardinäle McCarrick und Wuerl

Auf seine Empfehlung sorgte Wuerl dafür, dass die linksliberalen Bischöfe Blase Cupich (auch als gay-freundlich bekannt) und Joseph Tobin die wichtigen Erzbischofsstühle von Chikago und Newark besetzten. Schließlich betrieben McCarrick und Wuerl die Einsetzung von Kevin Farrell zum Leiter des neugeschaffenen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben. Farrell hat mit Sicherheit als ehemaliger Washingtoner Generalvikar und Weihbischof sowie als Wohngenosse von McCarricks dessen homosexuelle Seminaristenausbeutung mitbekommen. Mit seinem Schweigen erkaufte er sich seine Beförderung. Er zeigt sich als Homosexuellenförderer in Publikationen und beim Weltfamilientreffen in Dublin. Der Papst hat den Aufbau von Seilschaften der kurialen Homo-Lobby mittels gegenseitiger Karriereförderung begünstigt. Eine besondere Beziehung hatte Franziskus zu McCarrick durch die Umstände seiner Wahl. Der Prälat gehörte zum Kreis der selbstbenannten St. Gallen-Mafia, die mit ihren Netzwerken die Wahl von Jorge Bergoglio zum Papst organisierten. Darüber zeigte sich der Gewählte erkenntlich. Ein solcher Austausch von Gefälligkeiten heißt gewöhnlich Korruption.

Linkskatholische Agenda hat Priorität vor Null-Toleranz

Ein weiteres Muster für das päpstliche Verhalten zu Missbrauchstätern ist in Hinsicht auf deren linksideologische Haltung zu erkennen.

  • McCarrick machte sich zeitlebens als linksliberaler Parteigänger beliebt. Er wusste mit Obdachlosen ebenso gut umzugehen wie mit der linken Ostküsten-Elite in Politik und Medien. Das schrieb Matthias Rüb in seinem FAZ-Artikel: ‚Der Harvey Weinstein der katholischen Kirche’. Dieser Habitus  machte den  Kardinal für die Agenda von Franziskus interessant, so dass er dessen kirchlichen Machtmissbrauch durch sexuelle Ausbeutung ausblendete.
  • Ähnlich verhielt sich der Papst zu dem italienischen Missbrauchspriester Mauro Inzoli, der 2012 von Papst Benedikt aus dem Priesterstand entlassen wurde. Franziskus rehabilitierte 2014 den einflussreichen Homosexuellen gegen den Rat der Glaubenskongregation. Offenbar ließ sich Bergoglio von Bewunderung für Inzolis landesweite Initiative um die Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige verleiten.
  • Weiter ist der homopädophile Priester Don Milano zu nennen. Der hatte vor dem Konzil eine anitautoritäre Erziehungskommune gegründet nach dem Muster der Odenwaldschule und mit den gleichen pädokriminellen Missbrauchsfolgen. Franziskus lobte den progressiven Geistlichen als vorbildlichen Priester.
  • Schon als Erzbischof von Buenes Aires hatte Bergoglio den notorischen Missbrauchspater Julio Cesar Grassi gedeckt. In einem Rechtsgutachten, beauftragt und gewidmet Jorge Bergoglio, wurden die minderjährigen Opfer von Grassi als Lügner beschimpft und vom Erzbischof nie angehört. Stattdessen glaubte Bergoglio bis zur Verurteilung den tatsächlichen Lügen des Missbrauchstäter. Der war ein Liebling der linken Medienoligarchen bei seinen Projekten für Kinder aus prekären Verhältnissen.
    Diese exemplarischen Beispiele sprechen dafür, dass für Papst Franziskus die Durchsetzung seiner linkskatholischen Agenda Priorität hat vor der Null-Toleranz-Haltung gegenüber kirchlichen Missbrauchstätern. Kardinal Blase Cupich bestätigte diese Einschätzung mit der Bemerkung, der Papst habe sich mit seiner Migrations- und Umweltagenda um Wichtigeres zu kümmern, als in „jedem Karnickelloch“ (nach Missbrauch und Vertuschung) zu sehen.

Barmherzigkeit für pädokriminielle Homosex-Priester bei den Ärmsten

George Zirwas
George Zirwas

Das fatale Muster des Systems Bergoglio, Vertuschung von Missbrauchsdelikten aus Barmherzigkeit für linkskatholische Kleriker zu betreiben, hat auch Kardinal Donald Wuerl von Washington praktiziert. Das förderte kürzlich der Bericht der Grand Jury von Pennsylvania zutage. Als Erzbischof von Pittsburgh überdeckte Wuerl beim Tode eines homopädophilen Missbrauchspriesters dessen Untaten mit dem Mantel der Barmherzigkeit. Der Gefallene war laut Bistumsseite „als Seelsorger für die Ärmsten der Armen tätig“ gewesen. Tatsächlich hatte Pater George Zirwas einen homosexuellen Missbrauchsring von vier Priestern organisiert. An geschlechtsreifen Jungen verübte der pädokriminelle Priesterkreis seine Verbrechen in Sakristeien und Pfarrhäusern. Der zuständige Bischof Wuerl versetzte Zirwas alle zwei Jahre in andere Gemeinden – in Kenntnis der Gerüchte über dessen Missbrauch. Schließlich ließ ihn Wuerl mit Übersiedlung nach Miami und dann Havanna der staatlichen Verfolgung entziehen – mit erhöhten Gehaltszahlungen für den vermeintlichen Armen-Priester. In Wirklichkeit führte Zirwas ein homosexuelles Lotterleben in Kuba. Er brachte amerikanische Sextouristen mit kubanischen Prostituierten beiderlei Geschlechts zusammen. Ein eifersüchtiger Callboy, den Zirwas während der Nachtschicht seines Hauptfreundes empfangen hatte, ermordete den 47Jährigen in seinem Lotterbett. Gleichwohl nannte ihn Wuerl einen guten Menschen und Priester. Der kardinale Missbrauchsvertuscher ist inzwischen in fünf päpstlichen Kongregationen tätig. Der Skandal hat wirklich die Spitzen der kirchlichen Hierarchie erreicht.

Relativieren schwerer Sünden seit dem Konzil

Nach dem kürzlich publizierten Untersuchungsbericht von Pennsylvania haben im Zeitraum von 70 Jahren 300 Priester etwa 1000 Kinder und Jugendliche missbraucht. Das Gros der Untaten lag in den nachkonziliaren Jahrzehnten der 70er und 80er Jahren. Nach dem Konzil hatten Theologen und Bischöfe die klare Sexualethik der Kirche aufgeweicht. Auch die Sündenfolgen in Form von Kirchenstrafen und göttlichem Gericht wurden in Abrede gestellt. Nach der damals neuen autonomen Moral bzw. Situationsethik sollte das Einzelgewissen das menschliche Maß für Sündigkeit und Selbstexkulpation sein. Damit war der Boden bereitet für das Leichtnehmen schwerster Sünden – auch von den Bischöfen. Kardinal McCarrick verriet das Herunterspielen der Sünde schon in seiner Sprache. Zu Nuntius Viganò sagte er: Er habe „vielleicht den Fehler begangen habe, in seinem Haus am Meer mit einigen Seminaristen im selben Bett geschlafen zu haben“.

Die Kardinäle McCarrick und Blase Cupich
Die Kardinäle McCarrick und Blase Cupich

Papst Franziskus hat die Relativierung kirchlicher Sexualmoral mit seinem nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia weitergetrieben: Ehebruch und das Verharren darin sei nicht per se eine schwere Sünde. Man müsse Einzelfälle in ihren Situationen unterscheiden. Die Dubia-Frage nach der Lehre der Kirche zu kategorisch gültigen Normen, die ohne Ausnahmen in sich schlechte Handlungen verbieten, lässt Franziskus unbeantwortet im Unklaren. Doch angesichts der vielen pädokriminellen Handlungen von Klerikern brauchte die Kirche gerade jetzt eine päpstliche Bekräftigung der Norm: Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist in jedem Fall eine in sich schlechte Handlung, eine Todsünde. Aber diese kirchliche Norm hat Franziskus leichtfertig außer Kraft gesetzt. Auch deshalb verfolgt er den Null-Toleranz-Grundsatz nicht konsequent, sondern flexibel.

Franziskus fördert den Gewissensmissbrauch

Nach Amoris laetitia steht über der objektiven sittlichen Norm, die als „Inspirationsquelle“ herabgestuft wird, das subjektive Gewissen. Es könne angesichts der „konkreten Vielschichtigkeit der Begrenzungen“ (AL 303) erkennen, dass Gott auch ein Verharren in der Sünde gutheiße mit der dynamischen Hinordnung zum Wachstum im Guten. Diese ungeheuerliche moralische Anmaßung der subjektiven Gewissensentscheidung, zunächst für Ehebruch bei Wiederverheiratung formuliert, kann auch als Selbstexkulpation von Pädokriminellen angewandt werden, wie das in der säkularen Sexualwissenschaft der 80er Jahre üblich war. Wenn Papst Franziskus kürzlich in seinem „Schreiben an das Volk Gottes“ den sexuellen Missbrauch mehrfach als „Gewissensmissbrauch“ kennzeichnet, so muss er sich dem Vorwurf stellen, dass er selbst in Amoris laetitia die missbräuchliche Anmaßung des Gewissens gefordert und gefördert hat.

Die hohe Zahl von missbrauchten Jungen verweist auf homosexuelle Aktivitäten

Das John Jay-Kriminalinstitut der Universität New York hat in verschiedenen Studien die Missbrauchsfälle in US-Diözesen untersucht. In den Berichten von 2004, 2011 und 2016 bestand Übereinstimmung darin, dass etwa drei Viertel der Opfer pubertierende und adoleszente Jungen zwischen 11 und 17 Jahren war. Kinder unter 10 Jahren wurden von vier Prozent pädophilen Tätern missbraucht. Aus den empirischen Daten der Uni-Studien ist der Schluss zu ziehe, dass homosexuell orientierte Priester in erhöhtem Maß an
Missbrauch beteiligt waren. Im Umkehrschluss sind heterosexuell orientierten Priester unterproportional in Missbrauchsfälle verwickelt.
In der Gesamtgesellschaft bekennen sich laut Emnid-Studie von 2001 zwei Prozent zu männlich-homosexueller Orientierung. Bei Priestern der katholischen Kirche mag der Anteil deutlich höher liegen – wie in allen Organisationen mit hohem Männeranteil. Doch bei Missbrauchsvergehen sind homosexuelle Täter um ein Vielfaches ihres proportionalen Anteils an der Priesterschaft beteiligt. Das ist auch in deutschen Diözesen so. Die Missbrauchstäter am Canisuskolleg, Ettal-Internat und anderen katholischen Einrichtungen waren ebenso Homosexuelle wie an der Odenwald- und Helene-Lange-Schule. Dieser Zusammenhang wird bis heute von Politik und Medien gezielt tabuisiert. In dem NDR-Film „Das Schweigen der Männer“ von 2015 wurden zehn geschlechtsreife Jungen als Missbrauchsopfer von Klerikern vorgestellt, aber nicht einmal von homosexuellen Tätern gesprochen. In der Kirche schlägt ebenfalls die Zensur der homophilen politcal correctness durch. Auch Papst Franziskus erwähnt in seinem mehrseitigen ‚Schreiben an das Volk Gottes’ nicht ein einziges Mal Homosexualität. Das ist ein erneutes Vertuschen von offensichtlichen Tatbeständen.

Msgr. Luigi Capozzi, Sekretär von Kardinal Coccopalmerio
Msgr. Luigi Capozzi, Sekretär von Kardinal Coccopalmerio

Franziskus als Komplize von pro-homosexualistischen Prälaten und Regierungen

Und der Papst weiß Bescheid über das Wirken der kirchlichen Homolobby unter Seminaristen, Priestern, Bischöfen und Kardinälen. Von Papst Benedikt hat Franziskus ein dickes Dossiers über Homonetzwerke und –seilschaften in der Kirche empfangen – ohne daraus Konsequenzen zu ziehen. Den strikten Erlass von Benedikt, weltweit keine schwulen Männer mit Teilnahme an der Gaykultur in Seminare aufzunehmen, stufte Franziskus zur bloßen Empfehlung an die italienische Bischofskonferenz herab. Gleichzeitig fördert der Papst pro-homosexualistische Kardinäle wie Kevin Farell, der auf der Weltfamilienkonferenz der kirchlichen Homolobby Bühne und Einfluss gewährte. Der eingeladene Homo-Lobbyist James Martin SJ bekam von den irischen Katholiken, die für die Homo-Ehe gestimmt hatten, langanhaltenden Beifall. Geht die Agenda von Franziskus in diese Richtung? Dann wäre allerdings erklärbar, dass ihm die Reinigung der Kirche von den homosexuellen Missbrauchstätern und schwulen Netzwerken nicht ins Konzept passt.

Kardinal Coccopalmerio
Kardinal Coccopalmerio

Die folgende Beobachtungen deuten darauf hin, dass der Papst pro-homosexualistische Kräfte begünstigt. Franziskus verweigerte mehrfach der Massenbewegung von Katholiken gegen die Einführung der Homo-Ehe seine Unterstützung. Das war schon in Argentinien so, als Kardinal Bergoglio 2010 den katholischen Laien empfahl, untätig gegenüber der Legalisierungskampagne der Kirchner-Regierung zu bleiben. Für die französische Massenbewegung Manif pour tous fand Franziskus ebenso wenig Unterstützungsworte und Empfangstermine ihrer Protagonisten wie für die zwei Millionen gegen die Homo-Ehe demonstrierenden Katholiken in Rom beim Family Day 2016. Bei seinem Besuch in den USA ließ Franziskus Fotos von einer „herzlichen“ Begegnung mit einem Ex-Schüler und dessen Gay-Freund veröffentlichen, während er über die Publikationen seines Treffens mit der mutigen County-Beamtin Kim Davis „wütend“ war. Davis hatte die Mitwirkung an der Homo-Ehe aus Gewissensgründen verweigert.  Indem der Papst den katholischen Widerstand gegen die naturrechtswidrige Homo-Ehe abwiegelt oder verhindert, macht er sich zum Komplizen von pro-homosexualistischen Regierungen sowie den Geldgebern der Homo-Kampagnen.

Das päpstliche Schweigen auf einfache Fragen ist arroganter Klerikalismus. Es setzt das jahrzehntelange Beschweigen von Missbrauch fort

Kardinal Farrell mit Papst Franziskus
Kardinal Farrell mit Papst Franziskus

Wie am Anfang erwähnt, will Franziskus die Vorwürfe von Carlo Maria Viganò ebenso mit Totschweigen übergehen wie die Dubia-Fragen der vier Kardinäle. Aber im vorliegenden Fall handelt es sich nicht um theologische Grundsatzfragen. Es liegen die gut begründeten Aussagen eines kurialen Insiders auf Franziskus’ Schreibtisch, dass er seit Jahren von dem sexuellen Machtmissbrauch Kardinal McCarricks wusste, trotzdem die Sanktionen gegen ihn aufhob und ihn sogar förderte. Diese schwerwiegenden Vorwürfe von Vertuschung und Komplizenschaft sind entweder wahr oder falsch. Die Katholiken aus aller Welt haben ein Recht darauf zu wissen, ob die Anklagen gegen ihren Pontifex zutreffen. 30.000 Katholikinnen haben eine päpstliche Stellungnahme zu den Vorwürfen der Missbrauchsvertuschung seiner engsten Berater eingefordert. Eine Antwortverweigerung ist selbst arroganter Klerikalismus. Schlimmer noch. „Soll auf jahrzehntelang beschwiegene sexuelle Gewalt nun wirklich wieder das Schweigen die offizielle Antwort sein?“ fragt Christian Geyer in der FAZ. Und Viganò ergänzt:

„Das Gesetz des Schweigens (l’omertà), durch das sich Bischöfe und Priester zum Schaden ihrer Gläubigen selbst geschützt haben, muss gebrochen werden.“

Der Papst hat die Pflicht zu Rede und Rechenschaft, sonst beschädigt er das Papstamt. Und nur Franziskus kann die Wahrheitsfrage zu den aufgeworfenen Tatbeständen beantworten. Deshalb ist es eine unlautere Ausweichtaktik, den Journalisten zu schmeicheln, sie könnten mit ihrer Kompetenz allein aus dem Lesen des Textes die Richtigkeit oder Falschheit feststellen. Auch Bischofskonferenzen machen sich schuldig, wenn sie den Papst mit Ergebenheitsadressen ohne Drängen auf seine Antwortpflicht entlasten.

Päpstliche Vertuschung auch mit dem Brief an das Volk Gottes

Papst Franziskus hat angesichts des Missbrauchsberichts von Pennsylvania einen „Brief an das Volk Gottes“ geschrieben. Der Text enthält weiteres Vertuschungshandeln durch Verschweigen von Ross und Reiter: Weder die Mehrheit von homosexuellen Missbrauchspriestern wird benannt noch die Vertuschungsbischöfe und Kardinäle. Stattdessen präsentiert Franziskus ein nebulöses Gespinst namens Klerikalismus als missbrauchsschuldig.

Battista Ricca mit Papst Franziskus
Battista Ricca mit Papst Franziskus

Doch waren es nicht gerade viele Straßenpriester nach Bergoglios Geschmack, bei denen der Geruch der Schafe bald vom Lavendelduft der homopädophilen Mietlingshirten überdeckt wurde? Der Papst verlangt den Kampf gegen spirituelle Korruption (?) und üble Nachrede. Wie soll bei solcher Ursachenverschiebung und Vernebelungstaktik Missbrauchstaten von Priestern in Zukunft verhindert werden? Franziskus spricht von Scham und Schuld der Kirche, aber seinen eigenen Schuldanteil weist er von sich, von der schamlosen Missbrauchs- und Vertuschungsmentalität hoher Prälaten lenkt er ab. Ist es nicht absurd, dass die katholischen Laien durch Beten und Fasten die Eiterbeule des klerikalen Missbrauchs heilen sollen, während das Versagen hochrangiger Kleriker nicht einmal angesprochen wird? Hätte der Papstbrief nicht direkt an Priester und Bischöfe gerichtet werden müssen? Dabei sollte durchaus erwähnt werden, dass die übergroße Mehrheit der Priester treue Hirten und Seelsorger sind. Aber gerade sie sind aufgerufen, das moralische Geschwür des Missbrauchs in ihren Reihen nicht zu dulden. Die bisherige Strategie des Beschweigens muss in lautes Anklagen, Richten und Ächten der Sünde (nicht der Sünder!) umgewandelt werden. Grundlage dafür sollte das Drohwort Jesu sein:

„Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde“ (Mt 18,6).

Aber solche biblischen Straf- und Gerichtsreden zu Todsünden und uneinsichtigen Sündern sind nach dem Konzil und insbesondere bei Papst Franziskus aus der Verkündigung eliminiert worden. Mit der Überordnung von sola misericordia über göttliches Gericht und Gerechtigkeit hat er auch die Legitimationsbasis von kirchlichen Verurteilungen und Strafen für Missbrauchstäter beschädigt.

Text: Hubert Hecker
Bild: MiL/CR/LifeSiteNews/NBQ/Dagospia (Screenshots)

 



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2 Kommentare

  1. “Bei Priestern der katholischen Kirche mag der Anteil deutlich höher liegen – wie in allen Organisationen mit hohem Männeranteil. Doch bei Missbrauchsvergehen sind homosexuelle Täter um ein Vielfaches ihres proportionalen Anteils an der Priesterschaft beteiligt.“ Solange keine Zahlen über den Anteil homoerotisch Empfindender oder sodomitisch Praktizierender am Klerus bekannt sind, ist ein Schluss nicht zulässig, dass “homosexuelle Täter um ein Vielfaches ihres proportionalen Anteils an der Priesterschaft beteiligt“ sind. Leider wird verbreitet unter doktrinell treuen Katholiken vorschnell eine massiv höhere Affinität homoerotisch Empfindender zu sexuellen Verbrechen postuliert statt der traurigen Tatsache ins Gesicht zu sehen, dass wahrscheinlich 3/4 des Klerus homoerotisch empfinden. Da hat im 20. Jahrhundert – auch schon vor VatII – die Prüfung von Anwärtern auf das Priesteramt massiv versagt oder die Aufnahme entsprechend Empfindender wurde durch Seilschaften von Sodomiten in Führungspositionen sogar aktiv gefördert. Für Letzteres spricht das mehr und mehr offenbar werdende Kartell des Schweigens.

  2. Damian hält die Aussage für nicht zulässig, dass “homosexuelle Täter um ein Vielfaches ihres proportionalen Anteils an der Priesterschaft beteiligt“ sind, solange keine Zahlen über den Anteil Homosexueller im Klerus bekannt sind. Aber die oben genannte Aussage hat mit dem Größenanteil Homosexuelle unter den Klerikern nichts zu tun, also gleich, ob der Anteil nun 10 oder 20 oder 30 Prozent beträgt, die Zahl, die für den Klerus in den USA genannt wird. Damian selbst behauptet, „dass wahrscheinlich 3/4 des Klerus homoerotisch empfinden“. Diese These ist allerdings reine Spekulation – ohne Verankerung in Basisdaten. Schließlich Damians dritte These: „Leider wird verbreitet unter doktrinell treuen Katholiken vorschnell eine massiv höhere Affinität homoerotisch Empfindender zu sexuellen Verbrechen postuliert.“ Die besagte „Affinität“ von Homosexuellen zu Ephebophilie, also zu geschlechtsreifen männlichen Kindern und Adoleszenten zwischen 12 und 17 Jahren, hatte schon Magnus Hirschfeld 1914 festgestellt: „45 Prozent der männlichen Homosexuellen sind Ephebophile“. Diese Zahl wurde durch eine empirische Studie von 1950 bestätigt.

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