The Movement

Steve Bannon will Soros in der EU herausfordern

Steve Bannon will in der EU wiederholen, was ihm in den USA gelungen ist.
Steve Bannon will in der EU wiederholen, was ihm in den USA gelungen ist.

Steve Bannon will George Soros herausfordern, und er tut dies – anders als der Multimilliardär – ganz offen und in Europa.

Das ambitionierte Ziel des US-amerikanischen Mediengenies ist es, George Soros und dessen Open Society daran zu hindern, die EU, und damit wesentliche Teile der westlichen Welt, endgültig unter globalistische Kontrolle zu bringen und umzugestalten.

Es ist vor allem ein Kampf um Inhalte. Open Society tritt, ausgestattet mit den Milliarden ihres Gründers, im Hintergrund auf. Seit 1984 (man erinnere sich an den gleichnamigen Roman von George Orwell) investierte die Open Society die gigantische Summe von mindestens 32 Milliarden Dollar in Medien und Organisationen, die die öffentliche Meinung zugunsten der Masseneinwanderung, der Homosexualität, der Abtreibung, des menschenverschuldeten Klimawandels und der Euthanasie beeinflussen.

Sie finanziert eine Myriade von Organisationen und politischen Parteien. Diese Eingriffe erfolgen wiederum über eine Reihe von Vorfeldorganisationen. Für den normalen Bürger sind weder die Aktivitäten noch die Einflußnahme erkennbar. Daran krankt die Demokratie, die zwar formalrechtlich im verfassungsmäßigen Sinn aufrecht bleibt, aber hinter den Kulissen durch unsichtbar bleibende Kräfte manipuliert wird.

Zu maßgeblichen Akteuren haben sich eine Handvoll Superreicher aufgeschwungen, die sich die öffentliche Meinung kaufen, und alles ohne daß die Öffentlichkeit davon erfährt. Jeder kann sich fragen, warum die eigene Tageszeitung, ob überregional oder lokal, zu bestimmten politischen Fragen eine bestimmte (einheitliche] Meinung vertritt.

Diese Akteure vertreten eine globalistische Position, deren Ziel die Auflösung von Völkern und Staaten ist. Wem scheinbar die Welt „gehört“, weil er mehr Einfluß als mancher Staat hat, der will sich weder durch Staaten noch Grenzen behindern lassen. Schon gar nicht durch den Willen von Völkern, Religionen oder käuflichen Politikern.

Geburtenrückgang, Masseneinwanderung, Souveränitätsübertragung

In der EU werden die Völker durch den geförderten Geburtenrückgang (siehe auch Die wahren Gründe für den demographischen Winter) und durch Masseneinwanderung zur Unkenntlichkeit deformiert. Zugleich wird die nationale Souveränität durch Kompetenzübertragungen an Brüssel untergraben, sodaß die nationalen Parlamente in vielen Bereichen über keine wirklichen Zuständigkeiten mehr verfügen und die Regierungen zu bloßen Befehlsempfängern reduziert sind. Die Anti-Brexit-Propaganda der kontinentalen, europäischen Medien war ein Beispiel, wie weitgehend die veröffentliche Meinung gleichgeschaltet ist. Und das ganz stillschweigend.

Die Iren erlebten in den vergangenen vier Jahren gleich zwei Wellen der massiven, externen Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Zunächst 2015 zum Homo-Referendum, dann 2018 zum Abtreibungs-Referendum. Die EU und die UNO als Institutionen mischten sich über verschiedene Agenturen ein, und suchten die Meinung der Iren einseitig zu lenken. Noch weit agiler griffen mehrere in den USA, Großbritannien und Kanada angesiedelte Milliardärsstiftungen ein. Sie gehorchen oft dem Befehl einer einzigen Person. Damit sind die Entscheidungswege kurz und ist die Entscheidungsfindung schnell, effizient und jedem Einblick entzogen.

Es waren zwar die Iren, die an der Urne entschieden haben. Doch wie die Mehrheitsmeinung zustande kam, wirft Fragen auf, die dringend nach einer kritischen Erörterung verlangen. Im konkreten Fall waren es in der Hauptsache landesfremde Kräfte, die eine Entscheidung in ihrem Sinn herbeiführen wollten. Wenn es Manipulation gibt, was niemand bestreiten wird, dann war sie in Irland zum Greifen spürbar. Allerdings nur für den aufmerksamen Beobachter. Wer nicht selbst auftritt, sondern andere vorschickt, bleibt unkenntlich.

Die Frage lautet: Welche anderen Entscheidungen in anderen Ländern und auf EU-Ebene sind auch manipuliert? Welcher täglichen Manipulation sind die Menschen in unseren Breiten durch Medien ausgesetzt, deren Meinungsfindung intransparent bleibt, weil unbekannt ist, auf wessen Befehl sie berichten, was sie berichten? Ein Blick auf die Liste der mit Open Society verbundenen Massenmedien liefert da schon ein etwas erhellendes Bild.

Die meisten Bürger wissen aber von dem allem nichts. Darin liegt die „Kunst“ und der bedenklichste Angriff auf die Demokratie. Die Fassade wird gewahrt, doch mehr wie eine Theater- oder Filmkulisse. Wer dahinter blickt, entdeckt anderes, als die Verfassung vorsieht.

Ab wann kann von Hochverrat gesprochen werden, wenn Verfassung und Verfassungswirklichkeit zu weit auseinanderklaffen, weil kleine Minderheiten sich ihrer bemächtigen?

Die Wende in den USA

In den USA gelang in den Präsidentschaftswahlen 2016 die Wahl eines Präsidenten, der vom Establishment beider Parteien, die sich seit 150 Jahren die Macht teilen, abgelehnt wurde. Ein maßgeblicher Akteur dieser Wende war Steve Bannon, der in den Jahren zuvor mit Breitbart News im Internet ein alternatives Medium geschaffen hatte, das sich der Kontrolle aus dem Hintergrund entziehen konnte. Ohne die Erfindung des Internets als Masseninstrument wäre diese Entwicklung an den „Leitmedien“ mit ihrer kontrollierten Meinung vorbei nicht denkbar gewesen.

Die Gründe, warum Bannon nach wenigen Monaten als Präsidentenberater das Weiße Haus wieder verließ, sind nicht ganz klar. Seither blickt er jedenfalls vermehrt nach Europa. Um seine Wende abzusichern, das weiß das Medientalent, muß er sie auch in der EU umsetzen. Angela Merkel und andere europäische Politiker betonten, vom Trump-Sieg entsetzt, daß die globalistische Ideologie in der EU „überwintern“ müsse, bis das Weiße Haus „zurückerobert“ sei. Genau das will Bannon verhindern, und hat dazu eine Idee.

2019 finden Neuwahlen zum Europäischen Parlament statt. Bannon will die nicht-linken, systemalternativen Kräfte sammeln und als Wahlkampfstratege als geeinte Kraft in den Wahlkampf führen. Gemeint sind jene Kräfte, die eine wirtschaftliche Zusammenarbeit, aber keinen EU-Superstaat wollen; jene die die Souveränität bei den einzelnen Staaten behalten oder sogar von der EU an diese zurückübertragen wollen; jene, denen der Fortbestand des eigenen Volkes ein Anliegen ist, weil sie um die ordnende und organische Bedeutung der natürlichen Gemeinschaften wissen, und die daher die Massenmigration als politische Etappe auf dem Weg zur Einheitsbevölkerung ablehnen; sowie jene, denen die kulturelle und nationale Identität wichtig ist, um nicht zu leicht manipulierbaren Hyper-Individualisten nivelliert zu werden.

Bannon zielt auf die EU, weil dort bereits das eigentliche Machtzentrum Europas liegt und die Vernetzung mit den USA am weitesten fortgeschritten ist. Die internationalistischen Kräfte tun sich auf dieser übernationalen Ebene inhaltlich und organisatorisch natürlich leichter. Für die politische Linke, die seit eh und je dem Internationalismus frönt, gilt das ohnehin. Es ist ihre Ebene. Bannon will daher die nationalen Gegenkräfte bündeln, um sie vor der völligen strukturellen Entmachtung zu bewahren.

Die US-Wahlen 2016 haben den Globalisten vor Augen geführt, wie anfällig ihre Machtposition ist, solange ein klar umrissenes Wahlvolk das letzte Wort hat. Die Wahlen zum Europäischen Parlament entsprechen daher weit mehr ihrem Denken, weil das EU-Wahlvolk in 28 nationalen Völkern denkt, sprich zerfällt, und daher leichter lenkbar ist.

Anti-Globalismus

Wie lautet also Bannons Plan? Er will die nationalen Kräfte international bündeln, um dem Internationalismus entgegenzutreten. Das klingt nach einem Widerspruch in sich. Kann die Rechnung also aufgehen? Bannon sagt: Es muß, denn morgen könnte es diese Möglichkeit schon nicht mehr geben. Der Schoß von Zensur und Diktatur ist immer fruchtbar. In den vergangenen Jahrzehnten wurde – mit tatkräftiger linker Förderung – massiv vor dem Nationalsozialismus und Hitler gewarnt, doch beide sind seit Jahrzehnten tot. Damit wollte und will die Linke vor ihrer eigenen Diktatur, vor dem Bolschewismus, dem Stalinismus, dem Maoismus ablenken. Die Menschen sind auf diese ideologisch kurzsichtige Weise nicht vorbereitet, die wirklichen Gefahren für die Demokratie und die Bedrohung von Meinungs- und Religionsfreiheit heute zu erkennen.

Die Zukunft, so Bannon, müsse den souveränen Staaten gehören und nicht einer kleinen, vaterlandslosen Minderheit, die sich bestenfalls einzelner Staaten bedient, heute des einen Staates, morgen notfalls eines ganz anderen. Einer Minderheit, für die Staatsgrenzen nur ein Übel sind, die sie in ihren individuellen Plänen behindern, schrankenlos zu tun, was sie wollen, oder sogar die Welt mit ihren Ideen zwangszubeglücken.

Bannon will die „Populisten“ Europas sammeln. „Populismus“ ist zum verpönten Wort geworden, weil die globalistischen Kräfte damit ihre Gegner benennen. Die von ihnen kontrollierten Medien haben den Befehl längst aufgegriffen und bläuen dem Stimmvolk ein, wer gut und wer böse ist. Wer in diesem Ringen auf welcher Seite steht, zeigt sich an den Aussagen. Bedenklich ist dabei, wie vorbehaltlos sich höchste Kirchenvertreter auf die Seite der Globalisten schlagen, obwohl deren linkes Programm weder mit der kirchlichen Glaubenslehre noch mit ihrer christlichen Sozial- oder Morallehre in Einklang zu bringen ist. Auch Papst Franziskus, obwohl selbst peronistisch, also populistisch geprägt, kritisierte bereits eifrig den „Populismus“. Das ist in der Tat ein augenfälliger Widerspruch, an dem er selbst sich allerdings nicht zu stören scheint, da ihm die Gesellschaft der Globalisten offenbar wichtiger ist.

The Movement

Bannon will dem großen Linksblock, der die EU kontrolliert, der von den eigentlichen Linksparteien über die Linksliberalen bis zum geistig linken Flügel der Christdemokraten und Bürgerlichen reicht, einen neuen Rechtsblock entgegensetzen. Ein Wahlbündnis wie jenes, das in den USA Donald Trump erfolgreich ins Weiße Haus gebracht hat. Dazu gründete Bannon die Stiftung The Movement, die von ihm geleitet wird.

Dieses Wahlbündnis soll von Frankreichs Rassemblement National (Ex-Front National) über die FPÖ bis zu Orban nach Ungarn, von den Schwedendemokraten über die AfD bis Salvinis Lega reichen. Durch eine solche Bündelung sieht er die Aussicht, im neuen Europäischen Parlament eine große Fraktion bilden zu können, die sich den Globalisten entgegenstellt, die sich ganz dem Relativismus an den Hals geworfen haben. Bereits vor den Wahlen von 2014 zeigte sich bei den Linkskräften eine gewisse Panik, nach den Wahlen über keine Mehrheiten mehr für die Abtreibungs- und Homo-Agenda zu verfügen. Stattdessen konnten sie sich erneut durchsetzen und im Jahr darauf brach schon die „Flüchtlingswelle“ über Europa herein.

Das Ende des Ostblock-Kommunismus wurde durch das Beharrungsvermögen konservativer, christlicher und nationaler Kräfte erreicht, mit Sicherheit aber nicht durch linke und liberale Kräfte, die ohnehin – wie schon in der Zwischenkriegszeit – mit Moskau liebäugelten, zum Teil als dessen  verlängerter Arm handelten, oder knieweich lieber heute als morgen vor dem „unaufhaltsam fortschreitenden“ Sozialismus kapitulieren wollten. Der Sieg über den Ostblock hatte jedoch nicht den Effekt, den sich manche erwartet hatten. Es kam weder zu einer christlichen noch nationalen Erneuerung. Die nicht-kommunistischen, aber liberalen globalistischen Kräfte übernahmen das Ruder. Graf Coudenhove-Kalergi, das sollte nicht vergessen werden, war mit Sicherheit kein Kommunist. Die desavouierte politische Linke schluckte den Sieg des Kapitalismus – in der Toskana urlauben ist schließlich doch angenehmer als in einer entlegenen Ural-Datscha – und verbündete sich, internationalistisch ausgerichtet, wie sie ist, mit dem relativistischen Liberalismus. So entstand unerwartet eine neue Großallianz, die seither in Form der demokratischen Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama die USA regierten und die Kontrolle in der EU übernahm.

Erstmals Wahl zwischen unterschiedlichem Europa-Verständnis möglich

Bannons Plan macht im kommenden Jahr – erstmals seit es Direktwahlen zum Europäischen Parlament gibt, also seit 1979 – ein wirkliches Duell und eine wirkliche Entscheidung zwischen zwei entgegengesetzten Vorstellungen von Europa möglich. Er überraschte damit nicht nur Soros und die politische Linke, sondern auch die Parteizentralen jener Kräfte, die er dafür gewinnen will. Ob das von ihm angestrebte Bündnis zustande kommt, ist also noch nicht gesagt.

Sollte es zustande kommen, wird den Wählern endlich mehr reiner Wein eingeschenkt werden, damit sie wissen, worüber sie zu entscheiden haben. Die alten Parteischemata, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, aber zum Teil noch weiter zurückreichen, taugen ja nur mehr bedingt. Parteien, die vor 30 Jahren als konservativ galten, sind es längst nicht mehr. Der Streit um das C in den Unionsparteien, der in den 80er Jahren begann, steht beispielhaft dafür. In den Köpfen sind diese Einteilungen aber noch präsent. Es braucht daher auch ein Umdenken, was rechts und was links ist, und welche Parteien wo stehen. Es genügt nicht mehr, auf den Namen zu schauen. Man wird konkret nach den Inhalten fragen müssen.

Auch ist noch nicht sicher, welche Kräfte innerhalb des identitären Gegenmodells die Oberhand gewinnen werden. Manche sind selbst vom relativistischen Denken durchsetzt und wollen lediglich ohne Einwanderer ihre Ruhe haben. Das reicht mit Sicherheit nicht, um eine wirkliche Wende herbeizuführen. Ohne geistige Erneuerung fehlen die nötigen Kräfte dazu. Die kommen allein aus der Anerkennung der natürlichen Ordnung, und die wird vom Christentum vertreten, ist aber auch anderen durch die Vernunft erkennbar.

Bannon, daran besteht kein Zweifel, denkt US-amerikanisch und hat letztlich vor allem US-amerikanische Interessen im Kopf. Dessen müssen sich die Europäer und auch die Parteizentralen bewußt sein, die sich auf seine Idee einlassen. Genauso vertritt Donald Trump in allem was er tut, zuallererst US-amerikanische Interessen. Das ist sein Programm.

Daß ein Amerikaner als Stichwortgeber den Wahlkampf der anti-globalistischen Kräfte in Europa antreiben muß, zeigt, wie weit die geistige Schwächung der identitären Kräfte in der EU bereits fortgeschritten ist. Daran tragen die USA allerdings ein nicht unerhebliches Maß an Mitschuld. Die Umerziehung nach dem Zweiten Weltkrieg richtete sich eben nicht nur gegen den ohnehin militärisch erledigten Nationalsozialismus, sondern strebte eine Vasallisierung Europas an und schüttete dazu in wichtigen Bereichen das Kind mit dem Bad aus. Das hat auch damit zu tun, daß das nationale und kulturelle Erbe der USA ein anderes als jenes der europäischen Völker ist. Die USA und Europa sind unterschiedliche Welten, die auch als solche behandelt und respektiert werden sollten. Von beiden Seiten.

Bannons Projekt birgt also auch die Gefahr einer weiteren Amerikanisierung Europas. Wenn allerdings die USA mehr Kräfte für den Kulturkampf aufweisen, der in Europa bereits verloren scheint, dann wird man dies auch in Europa zur Kenntnis nehmen und darauf eingehen müssen.

Die Wahlen zum Europäischen Parlament 2019 versprechen jedenfalls spannend zu werden. Sie könnten für die europäischen Völker sogar die letzte Chance sein, ihre Auflösung noch abzuwenden. Soros und die Globalisten werden einen unerbittlichen Wahlkampf führen. Die Propaganda zur Brexit-Abstimmung war nur ein Vorgeschmack darauf.

Text: Andreas Becker
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1 Kommentar

  1. Präsident Orban hat Soros und seine Kumpanen aus Ungarn herausgeworfen, sie sind nach Berlin umgezogen – und kaum einer hat es bemerkt, geschweige denn dagegen protestiert und von der Regierung verlangt, dass er auch aus Berlin herausgeworfen wird.

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