Päpstlicher Gregoriusorden für Lilianne Ploumen

Papst Franziskus zeichnet Abtreibungs- und Homolobbyistin aus

Mit dem Päpstlichen Gregoriusorden zeichnete Papst Franziskus eine der einflußreichsten Abtreibungs- und Homolobbyistinnen der EU aus.
Mit dem Päpstlichen Gregoriusorden zeichnete Papst Franziskus eine der einflußreichsten Abtreibungs- und Homolobbyistinnen der EU aus.

(Rom) Zweifelhafte Auszeichnungen gab es bereits in der Vergangenheit. Dazu zählt die Verleihung des Päpstlichen Gregoriusordens an die Abtreibungs- und Homo-Lobbyistin Renate Brauner (SPÖ), ihres Zeichens seit 1994 Mitglied des Wiener Stadtsenats. Nun wurde Lilianne Ploumen, eine der einflußreichsten Lobbyistinnen für Abtreibung und Homosexualität in der EU, mit dem Päpstlichen Orden des heiligen Gregor des Großen ausgezeichnet. Der Vatikan bestätigte die Verleihung zwar noch nicht, dafür aber die Ausgezeichnete selbst.

Lesbisches Feministenmilieu und Linksgrüne

Lesbischer Feminismus
Das Milieu des lesbischen Feminismus

Lilianne Ploumen, Jahrgang 1964, war von 2012 bis Oktober 2017 in den Niederlanden Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit.

Ihr politisches Engagement begann Ploumen in der Partei GroenLinks, die 1989 aus einem Zusammenschluß der Kommunistischen Partei der Niederlande, der linksradikalen Pazifistischen Sozialistischen Partei und der radikalliberalen Radikalen Politischen Partei entstanden ist und im Europäischen Parlament Seite an Seite mit den bundesdeutschen und österreichischen Grünen sitzt. Zur selben Zeit war sie von 1996–2001 Geschäftsführerin der feministischen Organisation Mama Cash, dem ersten internationalen Frauenfonds zur Unterstützung von Frauenorganisationen die Frauenrechte, Abtreibung, Homo- und Transsexualität fördern. Mama Cash gilt als „Pionier der feministischen Philantropy“.

Den finanziellen Grundstock bildete das geerbte Vermögen der Lesbe Marjan Sax, die es als antikapitalistische Linksaktivistin nicht für sich nützen wollte. Zusammen mit vier anderen Lesben-Aktivistinnen der niederländischen Frauenbewegung gründete sie 1983 Mama Cash.

Internetauftritt von She decides
Internetauftritt von She decides

Diesem Milieu entstammt Ploumen und wirft einmal mehr die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Abtreibungs- und Homolobby und zwischen Lesbentum und Abtreibungsförderung auf.

Anschließend war Ploumen von 2001–2007 Direktorin der katholischen Entwicklungshilfeorganisation Cordaid (Catholic Organisation for Relief and Development Aid). Zu deren Programmschwerpunkten gehört die Unterstützung von Kindern in Armutsgebieten. Während Mama Cash offen für Abtreibung und Homosexualität eintritt, dürfte man sich von einer katholischen Organisation anderes erwarten. Doch gegen Coraid wurde der Vorwurf erhoben, finanziell den weltgrößten Abtreibungskonzern Planned Parenthood zu unterstützen und im Rahmen der eigenen Programme Verhütungsmittel zu verteilen.

Weder scheint Ploumen der Widerspruch bewußt geworden zu sein noch hat sie sich daran gestört.

Steile Karriere bei den Sozialdemokraten

Da die Linksgrünen ewige Opposition sind, verließ Ploumen schließlich die Partei und wurde 2003 Mitglied der Partij van de Arbeid (PvdA), wie sich die Sozialdemokraten in den Niederlanden nennen. Dort wurde ihr eine schnelle Karriere geboten. 2007 war sie bereits Parteivorsitzende, ein Amt, das von dem des eigentlichen Parteiführers getrennt ist. Den Vorsitz übte sie bis zu ihrem Regierungseintritt 2012 aus, als sie ihr Ministerium übernahm.

She decides-Konferenz (März 2017)
She decides-Konferenz (März 2017), Ploumen 2.v.l.: Lächeln für die Abtreibung

Den Ministerposten mußte sie vor wenigen Monaten wieder abgeben, weil die PvdA bei den Parlamentswahlen im März 2017 vom zweiten (25 Prozent) auf den siebten Platz (5,7 Prozent) abgestürzt war. Ploumen konnte sich aber einen der nur mehr neun Parlamentssitze sichern.

Als Ministerin fiel sie vor allem durch besonderen Aktivismus zur weltweiten Durchsetzung der Abtreibung und von „Homo-Rechten“ auf. Die Tochter aus katholischer Familie sagte kurz vor Weihnachten in einem Video von BNR Nieuwsradio, daß sie mit dem Gregoriusorden geehrt wurde: „einer hohen Auszeichnung des Vatikans, vom Papst“.

Als US-Präsident Donald Trump vor einem Jahr die Mexico City Policy wieder in Kraft setzte und damit die Finanzierung von Organisationen einstellte, die im Ausland die Abtreibung fördern, empörte sich Ploumen in den Niederlande und rief die EU auf, für den Milliardenverlust der Abtreibungslobby einzuspringen.

She decides: Fundraising für Abtreibung

Auf ihre Initiative hin fand am 2. März 2017 in Brüssel eine Fundraising-Konferenz namens She decides (Sie entscheidet) statt. So nennt sich auch die von Ploumen zu diesem Zweck gegründete NGO. Neben Ministerkolleginnen aus Dänemark, Luxemburg und Belgien stand sie am Rednerpult, um die Politik von US-Präsident als „verantwortungslos“ zu verurteilen.

Abtreibung: Ploumens Fundrising
Abtreibung: Ploumens Fundraising

Bisher haben neben den Niederlanden elf weitere Staaten (9 EU-Mitglieder sowie Kanada und Island) und drei Stiftungen Zusagen für 390 Millionen Euro gegeben. Das Loch, das durch Trumps Abtreibungsfinanzierungsverbot entstanden ist, wird von der Abtreibungslobby mit jährlich 600 Millionen Euro beziffert.

Das Ziel, so Ploumen, sei es, in den nächsten Jahren 1,5 Milliarden Euro zu sammeln. Zwei Drittel des Geldes solle durch den Griff in den Steuertopf aufgebracht werden. Die von She decides veröffentlichte Aufstellung zeigt, daß in Wirklichkeit 81 Prozent der 390 Millionen Steuergelder sind. Keine 19 Prozent stammen von privater Seite. Davon wiederum der weitaus größte Teil von drei Stiftungen, von denen der größter Einzelspender (45 Millionen Euro) anonym bleibt.

Bei den beiden namentlich bekannten Stiftungen handelt es sich, mit 19 Millionen, um die gut zehn Milliarden schwere Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) des Microsoft-Gründers. Dessen Vater, William H. Gates, ebenfalls überzeugter Überbevölkerungs- und Abtreibungsideologe, saß viele Jahre im Vorstand von Planned Parenthood und ist seit ihrer Gründung Co-Vorsitzender der BMGF.

UN LGBTIQ Leader Group bei der UNO-Generalversammlung (Ploumen im grünen Kleid)
UN LGBTIQ Leader Group bei der UNO-Generalversammlung (Ploumen im grünen Kleid)

Besonders pervers wirkt die Beteiligung der zweiten Stiftung, die 9,5 Millionen in den Geldtopf für die internationale Abtreibungslobby einzahlte. Dabei handelt es sich um die mehr als zwei Milliarden schwere Children’s Investment Fund Foundation (CIFF) von Chris Hohn und seiner (inzwischen ehemaligen) Frau Jamie Cooper-Hohn mit Sitz in London. Hohn gilt als „Philantrop“, weil er mit der CIFF „Kindern in der dritten Welt hilft“. Die „Hilfe“ besteht unter anderem darin, die Tötung ungeborener Kinder durch Abtreibung zu fördern.

Lediglich 0,12 Prozent des von She decides gesammelten Geldes stammen von kleineren Stiftungen und Einzelpersonen. Die Zahlen sagen viel darüber aus, wovon die Abtreibungslobby lebt und wer sie alimentiert. Ohne Zugriff auf Steuergelder und ohne die Unterstützung durch die Stiftungen einiger Multimilliardäre wäre sie pulverisiert.

Kein Wunder also, daß Mama Cash, deren Geschäftsführerin Ploumen bis 2001 war, She decides als „große Initiative“ lobte. In einer Stellungnahme von Mama Cash heißt es:

„We emphatically applaud the initiative of Ploumen!“

„Rest der Welt muß Trumps rückschrittlicher Abtreibungspolitik entgegentreten“

Ploumen in der Financial Times
Ploumen in der Financial Times

Zu ihren letzten Amtshandlungen als Ministerin gehörte am 20. September 2017 die Teilnahme beim fünften jährlichen LGBTI Human Rights Event, der im Rahmen der UNO-Generalversammlung am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York stattfand. Die Veranstaltung, bei der sich homosexuelle und homophile Staats- und Regierungsvertreter ein Stelldichein geben, wird von der UN LGBTIQ Leader Group in Zusammenarbeit mit dem Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte  (UNHCHR) organisiert. Das Amt des UNHCHR gehört zu den UNO-Agenturen, die besonders intensiv zugunsten der Homo- und Abtreibungsagenda aktiv sind.

Am 11. Oktober 2017, zwei Wochen bevor Ploumen als Ministerin abtreten mußte, schrieb sie in der Financial Times unter dem Stichwort „Menschenrechte“:

„Amerikas rückschrittliche Abtreibungspolitik ist ein Unglück für die Rechte von Mädchen und Frauen, dem der Rest der Welt entgegentreten muß“.

Noch ein anderes Details ist im Zusammenhang mit der Auszeichnung nicht ohne Bedeutung: 2010 rief sie als Ministerin Homo-Aktivisten auf, in der Kathedrale von Herzogenbusch eine Heilige Messe zu stören, um damit gegen die Morallehre der Kirche zur Homosexualität zu protestieren.

Päpstliche Auszeichnung

Der Gregoriusorden, benannt nach dem heiligen Papst Gregor I. (590–604), wurde 1831 von Papst Gregor XVI. gestiftet. Die Aufnahme in diesen Ritterorden ist eine der höchsten Auszeichnungen, die ein Papst Laien zuerkennt. Die Auszeichnung erfolgt „für besonderen Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion“. Wozu offenbar auch die Aufforderung zur Störung einer Heiligen Messe gehört. Seit 1993 wird der Orden auch an Frauen verliehen. Unter anderem an Abtreibungs- und Homolobbyistinnen, wie die Fälle Brauner und Ploumen zeigen.

Gregoriusorden
Gregoriusorden

Die Vernetzung bestimmter kirchlicher Kreise mit Linksparteien und die Etikette „Entwicklungshilfe“ scheinen für manche Kirchenvertreter in den Diözesen und im Vatikan alles zuzudecken. Der Gregoriusorden wird in der Regel durch Vorschlag von Ortsbischöfen an das vatikanische Staatssekretariat verliehen. Welcher niederländische Bischof dafür verantwortlich ist, ist derzeit nicht bekannt. Der bischöfliche Vorschlag entbindet den Vatikan nicht, die Kandidaten auf ihre Würdigkeit zu prüfen. Oder kommt die Initiative direkt von Rom?

Tatsache ist, daß Papst Franziskus mit Ploumen eine bekannte Abtreibungs- und Homolobbyistin ausgezeichnet hat. Hier das Video, in dem Ploumen über die Auszeichnung durch den Papst spricht und den ihr verliehenen Gregoriusorden zeigt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons/Mama Cash/Cordaid/OutRight (Screenshots)



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22 Kommentare

    • Sicher wird er wissen, was er anrichtet. Der russische Mathematiker und Philosoph Igor Schafarewitsch weist in seinem Buch – längst schon ein Klassiker zum Thema – „Der Todestrieb in der Geschichte“ den Zusammenhang zwischen Sozialismus und dem ihm inhärenten Todestrieb nach. Auch in anderen Bereichen folgt das aktuelle Oberhaupt der katholischen Kirche einer Kultur des Todes, warum sollte es hier anders sein?

    • Doch, er merkt es sehr wohl. Und so will er es auch. Auch dies geschieht unter dem Stichwort „Paradigmenwechsel“, von dem soeben Kardinalstaatssekretär Parolin gesprochen hat, der zweitmächtigste Mann im Vatikan (siehe entsprechenden Bericht auf „Katholisches.info). Aber seiner Verantwortung wird Franziskus mit Gewissheit sich nicht entziehen können. Er wird dafür Rechenschaft ablegen müssen.

  1. Die Auszeichnung erfolgt „für besonderen Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion“.

    Wenn also die Verteidigung der katholischen Religion darin besteht, mit „besonderem Eifer“ die Interessen der Homo- und Abtreibungslobby zu vertreten und auch durchzusetzen, dann, ja dann, ist die Entscheidung für Lilianne Ploumen nur konsequent, erschreckend konsequent.
    Mit Papa P. frage ich:
    Was ist der Gregoriusorden, was eine Preisverleihung kirchlicherseits dann eigentlich noch wert?

  2. Das ist eine Schande. Anstiftung zu Abortion ist eine Todsünde und diese Frau soll beichten gehen! Ich frage mich wer diesen Orden für sie angefragt hat? Und wird das dann nicht vorher untersucht? Das niederländische Katholiek Nieuwsblad hat auch schon berichtet, und versteht es auch nicht!

    • Der Gregoriusorden (Liste der Preisträger gibt es bei Wikipedia) ist ja sozusagen der politische Orden des Vatikans. Dabei wird politisches Engagement mit Sozialem gleichgesetzt und dieses mit dem wunderbaren „Großem Ganzen“ – und dieses ist der Gott des neuen gnostisch-pantheistischen Glaubens der Neuzeit. Und die katholische Kirche – klug, weltmännisch und machtorientiert – hat auch für diese Schafe ein Ohr, Anerkennung und Einfluss.

  3. Diese Verleihung ist bezeichnend für das atmosphärische Klima dieses Papsttums Bergoglios, welches eben jene Agiteure wie Brauner u. Ploumen derart ausgesprochen hofiert.
    Betrüblich nur, daß auch das selige Andenken des großartigen Papstes Gregor XVI., eine historische Antithesis zu Bergoglio schlechthin, als Stifter dieses Ordens mit dieser Verleihung besudelt wird. Als er diesen Orden einrichtete, hätte er wohl nie daran gedacht, wer dereinst in den Genuße einer Verleihung kommen würde, wohl aber auch nicht, welcher Menschenschlag zu Päpsten erwählt wird.

  4. Man weiss ganz genau, wem man diesen Orden verleiht, und warum.
    Das sagt eigentlich alles über den/die Verleiher, und die Situation in der wir uns befinden.Hat man eigentlich schon einmal auch nur in Erwägung gezogen, einer Mutter, die trotz widrigster Umstände ihr Kind geboren und liebevoll ins Leben geführt hat, einen derartigen Orden zu verleihen? Nein..? Danke, das genügt.

  5. Wie im Text erwähnt, wurde ja mit Renate Brauner – damals unter Benedikt XVI. – ebenfalls eine Homo- und Abtreibungslobbyistin ausgezeichnet. Den Preis überreichte damals übrigens Christoph Kardinal Schönborn. Hatte er damals das in ihn gesetzte Vertrauen ausgenutzt und Brauner auch vorgeschlagen?

    Könnte das, was damals vermutlich durch unterlassene Beratung geschehen konnte, heute System sein?

  6. 1.Hochgeehrte @Anjali Jain, P.Franziskus sagt sehr viel wenn der Tag lang ist.
    Daß er am Anfang seines Pontifikats gesagt hat, daß er keine Auszeichnungen mehr verleihen wollte, hat er inzwischen sicher vergessen.
    Er mag es übrigens nicht, an seine frühere Aussagen erinnert zu werden (Das ist ein in der Psychiatrie bekanntes Phänomen).

    2. Was den Wert dieser Auszeichnung heutzutage betrifft:
    dafür gilt die zynische Aussage des (freimaurerischen) belgischen Königs Leopold II (genau: von Congo):
    “ Ach, so wenige nur? Es kostet so wenig am laufenden Meter (gemeint war das Ordensband) und es macht soviel Vergnügen!“.
    Insoweit ist es nur Befriedigung von Eitelkeit- aber zugleich zeigt es auch deutlich, wie sehr die freigeisterischen Maulwürfe und Unterminierer des Glaubens Gefallen finden an äusserlichem Pomp, Dekorierungen, Uniformen und inzwischen leider auch an pseudoliturgischen Gewändern.

    3. Natürlich macht diese Auszeichnung keinen Sinn.
    Bergoglio tut es natürlich, um Ärgernis zu geben, um die aufrichtigen Gläubigen zu kränken und zu verletzen, und nicht zuletzt weil er offensichtlich Spaß daran hat, das Schönste und Heiligste, den Glauben der Kirche und den Respekt der Gläubigen für ihre Hirten, demonstrativ in den Dreck zu treten.
    Das ist auch ein psychiatrisch gut bekanntes Phänomen.
    Sehr ungut und lästig. Es hat mit dem Hl. Geist nichts zu tun, ist vielmehr von einem anderen Geist inspiriert. Da gibt es inzwischen sehr viele Hinweise und substantielle Taten dazu.

  7. Es erfordert unheimlich viel seelische, mentale und psychische Kraft, sowie physisches Vermögen zwecks Selbstbeherrschung, diesen Bericht zu lesen, sowie jenen anderen weiter unten über die Verbrechen im italienischen Äquivalent zur deutschen Odenwald-„Schule“, ohne dabei nicht selbst in grenzenlose Wut zu verfallen. Was sind das alles nur für Menschen… Wie kann man nur den schwächsten der Schwachen und Schutzbefohlenen – da wie dort – so etwas antun… Herrgott Jesus Christus, bitte steh‘ uns bei; Heilige Maria Muttergottes, bitte bitt‘ für uns…
    Sobald unsereins als traditionstreuer Katholik gegen derlei Machenschaften und deren Akteure das Wort erhebt, kriegt man seit vielen Jahren sofort verschiedene Etiketten aufgepappt: Wahlweise „Nazi“, „Faschist“, „Ewiggestriger“, „Revisionist“, „Revanchist“, „Reaktionär“, sowie, neuerdings, „Katholiban“… Sie wissen nicht, was sie tun… Oder doch?
    Erneut stellt sich die brennende Frage: Kann man denn als gläubiger Katholik und, wohlgemerkt, ohne sich selbst dabei zu erhöhen – also in aller Demut und mit Gottes Hilfe – solchen zeitgenössischen Herrschaften und Kirchenfürsten gegenüber noch gehorsam sein?
    Kann man das, ohne dabei nicht mitverantwortlich zu werden – mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen? Kann man das, ohne dabei nicht auch den Glauben an den Glauben zu verlieren? Kann man das, ohne dabei nicht zwangsläufig Unseren Herrgott Jesus Christus aus den Augen zu verlieren?
    Ich kann das nicht. Ich kann nicht gehorsam sein. Wer es dennoch zu können meint, der möge mir das auch bitteschön klipp und klar erklären, sowie mir die Erklärung dafür liefern, wo mein Denkfehler liege.

    In Cristo per Mariam +

    Carlosmiguel

    • Sie unterliegen keinem Denkfehler.
      Es ist eine Entscheidungsfrage, wobei es meiner Ansicht nach da mehrere „richtige“ Entscheidungen gibt.
      Zur Klarstellung:
      Ich bin normaler Katholik und daher in der Konzilskirche seit je her beheimatet. Habe aber vollstes Verständnis für diejenigen die den Pius- bzw. den Petrusbrüdern anhängen. Auch sehe ich, dass in der alten lateinischen Messe (habe schon öfters daran teilgenommen) ein Missbrauch nicht möglich ist.
      Im Normalfall gehe ich aber in die nachkonziliare Messe, wenngleich in einen Gottesdienst wo Sonntags beide Lesungen gelesen werden. Interessant ist folgendes: Grundsätzlich wird selbst da von sehr gläubigen Katholiken geäussert, dass das doch viel zu lange gehe („da kommt man ja nicht aus der Kirche raus“). Na ja!

      Am Anfang des Pontifikats von Papst Franziskus habe ich mich ernsthaft mit dem Gedanken getragen, aus der (Amts)kirche auszutreten und zu den Piusbrüdern zu gehen. Da ich aber ein sehr sündiger Mensch (und mir dessen auch bewusst) bin, habe ich den Gedanken verworfen und bleibe in der Amtskirche drin. Hauptsächlich deswegen, weil ich zu wenig in der Gnade lebe.
      Ich lebe lieber nach den alten Regeln weiter (egal was die Amtskirche noch alles an „Neuerungen“ einführen mag) und gehe grundsätzlich nicht zur Kommunion wenn etwas im Argen liegt (egal auf welchem Gebiet), bis denn dieses oder jenes wieder gebeichtet ist, natürlich mit dem festen Vorsatz diese Sünde nicht mehr zu tun.
      So habe ich für mich beschlossen, dass ich aufgrund meiner Schwächen und Sünden der alten verlotterten Kirche weiter anhänge, aber Neuerungen (wie Amoris Laetitia usw.) weder gutheiße noch mitmache.
      Da ich zugegeben selten beichte und deswegen auch selten zur Kommunion gehe (mea culpa) werde ich immer wieder mal darauf angesprochen (auf den fehlenden Kommuniongang). Auf mein: „Bin ich würdig?“ gibt es meist entgeisterte Gesichtsausdrücke.
      Die Leute verstehen es nicht mehr.
      Selbst dann nicht, wenn ich noch hinzufüge, dass ich mir nicht das Gericht essen und trinken will.
      Kein Wunder, gibt es doch in unserer Gegend immer wieder mal Priester, welche selbst beim Erstkommuniongottesdienst alle zur Kommunion einladen. Das habe ich selbst schon zweimal erlebt.

      Lieber Carlosmiguel:
      Sie sehen jeder muß das für sich entscheiden was er machen will.
      Was beim einen richtig ist, das mag beim anderen falsch sein.

      • Lieber voltenauer
        Wenn Sie „Die alte und die neue Messe“ von Prof. Georg May lesen, dann werden Sie sich gegebenenfalls zweimal überlegen, ob sie eine nachkonziliate Messe besuchen gehen wollen. Obwohl bereits etwas in die Jahre gekommen, legt das Buch alle wichtigen Fakten und historischen Begebenheiten in einem sachlichen Ton auf den Tisch. Die neue Messe legte den Spatenstich für das Grab, das sich die RKK seither selber tüchtig schaufelt. Im Übrigen bezweifle ich, ob die neue Messe streng rechtlich gültig ist, da sie an sich auf einem Betrug fundiert: Man hat nämlich die Bischöfe und Kardinäle getäuscht. Eine notwendige Zweidrittelsmehrheit in der Bischofssynode 1967 kam nicht zustande, die ‚missa normativa‘ wurde abgelehnt. Die neue Messe wurde sodann durch ein Machtwort des Papstes eingeführt. Die neue Messe war quasi eine Neuauflage der abgelehnten ‚missa normativa‘. Das ganze Chaos und Desaster hätte ohne die Einführung der neuen Messe so nicht stattfinden können. „An die Stelle der (gewachsenen und) gewordenen (göttlichen) Liturgie hat man (der Papst und seine Entourage) die (menschliche) Liturgie gesetzt,“ so Papst emerit. Benedikt XVI (Klammerhinweise vom Verfasser). Zudem gsb es hier den einschneidensten und folgenschwersten Bruch mit der Tradition und den theologischen Orten nach Cano. Die RKK kenne keine Neuheiten, sie entfalte, kläre und definiere die Tradition, so de Mattei. Hier haben wir aber einen Super- GAU in Bezug auf Tradition und Bruch mit einer höchsten päpstlichen Verlautbarung (Pius V., Quo Primum).
        PS: Gott weiss nicht nur alles im Voraus (allwissend),sondern er kündigt es auch an, siehe Amos 3,7. Dies als Replik zu einer Ihrer Anworten von vorher.

    • >> Erneut stellt sich die brennende Frage: Kann man denn als gläubiger Katholik und, wohlgemerkt, ohne sich selbst dabei zu erhöhen – also in aller Demut und mit Gottes Hilfe – solchen zeitgenössischen Herrschaften und Kirchenfürsten gegenüber noch gehorsam sein?
      Kann man das, ohne dabei nicht mitverantwortlich zu werden – mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen? Kann man das, ohne dabei nicht auch den Glauben an den Glauben zu verlieren? Kann man das, ohne dabei nicht zwangsläufig Unseren Herrgott Jesus Christus aus den Augen zu verlieren?
      Ich kann das nicht. Ich kann nicht gehorsam sein. Wer es dennoch zu können meint, der möge mir das auch bitteschön klipp und klar erklären, sowie mir die Erklärung dafür liefern, wo mein Denkfehler liege. <<

      Wenn menschliche Fehler innerhalb der Kirche offensichtlich sind, orientiere ich mich an der Heiligen Schrift.

      Unvollkommene Menschen und satanische Mächte können der Kirche schaden aber die Kirche Christi wird nie untergehen. Wenn wir nicht zu früh aufgeben, werden wir erleben, dass Christus die Kirche reinigt und wiederherstellt.

      Wie in Christi Gleichnis vom Unkraut, das den Samen Satans symbolisiert, so gibt es dabei auch einen vortrefflichen Samen, das Christi treue glänzende Nachfolger darstellt.
      Beides soll gemeinsam wachsen und erst wenn Christus wiederkommt, wenn das satanische System zu Ende geht, wird zuerst die Ernte des bösen Samens und anschließend die des guten Samens erfolgen mit entsprechend positiv reinigenden Konsequenzen. Matthäus 13, 24 bis 30 und 36 bis 43
      Wer zu früh aufgibt, wird den Triumph Christi und der Kirche nicht erleben.

      Halten Sie durch und bedenken Sie außerdem:
      Mitverantwortlich werden wir nur, wenn wir Fehler nicht aufklärend aufdecken oder benennen, die dem Willen Gottes widersprechen. Das können Sie auch innerhalb der Herde Gottes tun.
      Wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelg. 5, 29

      Paulus warnte uns, dass gefährliche bedrückende Wölfe in die Kirche eindringen und die reine Lehre angreifen werden usw. (Apostelg. 20, 29). Wir können daher nicht erwarten, dass wir bis zu Christi Wiederkunft nur die schönen Elemente des Christseins erleben werden.

      Bleiben Sie treu und verlassen Sie das Schiff Petri nicht.
      Durch die heutigen schlimmer werdenden Erlebnisse werden wir geprüft und geläutert und wenn Sie in Treue nicht aufgeben, werden Sie mit Gottes Hilfe in seinen Augen glänzend leuchten wie die Sonne im Reich des Vaters.
      Matthäus 13, 43.

    • Lieber Carlosmiguel!
      Alles, was Sie beschreiben kann ich nachvollziehen.
      Es wird uns zurzeit vieles abverlangt und es braucht immer mehr an Durchhaltevermögen, um bei der Stange zu bleiben.
      Doch vergessen Sie bitte nicht:
      Wenn auch die Kirche, der Leib Christi verwundet ist, ihr Haupt, Jesus Christus, ist es nicht.
      IHM wollen wir treu sein.

      Unfähig, demjenigen der aktuell den Papstthron innehat, mein Vertrauen entgegenzubringen, habe ich schon seit längerer Zeit erkannt, dass ich meinen Glaubensweg ohne Franziskus gehen muss.
      Doch ungeachtet dessen ist mir das Papstamt als solches sehr wichtig und ich hoffe sehr, dass es wieder einmal von einem wirklich tief glaubenden Kardinal ausgeübt wird.
      Einem Menschen, dem weniger der gerade aktuell herrschende Zeitgeist wichtig ist und der locker auf den Beifall der Welt verzichten kann, sondern dem die Verkündigung der Lehre Christi ein echtes Anliegen ist.

      Bedenken Sie, Carlosmiguel: Jesus sagt uns zu: Fürchtet euch nicht, ich bin bei euch bis zum Ende der Welt.
      Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Hoffnung!

  8. Wenn die Kirche zu ihrer ewigen Lehre zurückkehrt und der Klerus vom Modernismus gesäubert werden wird (so wie sie sich vor langer Zeit schon einmal vom Arianismus gereinigt hatte), was geschieht dann mit diesen Auszeichnungen zu Ehren ihrer Feinde? Zurücknehmen ist wohl nicht möglich – so werden häßliche Male in ihrer geschichtlichen Gestalt zurückbleiben.

  9. @Rüdiger
    Ich denke, wenn sich die RKK noch einmal derfangen sollte als Ganzes (und nicht als rechtgläubige Abspaltung, womit Ihre Fragestellung kein Problem wäre), bliebe als einzige juristische Möglichkeit aus dem mittlerweile angerichteten Schlamassel, Bergoglio als Nichtpapst mit allen Konsequenzen zu erklären.

  10. Die Kirche mutiert zu einem feigen Haufen, der dem Zeitgeist huldigt. Um dem Mainstream gerecht zu werden, ist man längst bereit, alles, aber auch wirklich alles, Preis zu geben, ja sich sogar offen auf die Gegenseite zu schlagen. Es gibt keine Hemmungen und Grenzen mehr für die Preisgabe eigener Positionen. Man schlägt den Priestern, Bischöfen, und Päpsten der vorangegangenen Generationen offen ins Gesicht.
    Es ist ein Desater ohne Gleichen. Selbst wenn man Verständnis für Notsituationen hat, und zu Vergebung und Barmherzigkeit aufruft, ist das noch lange kein Grund „dem institutionalisierten Tod einen päpstlichen Orden zu verleihen“. Die Folgen sind unabsehbar. Ich sehe mit Gutierung dieser Kirche eine Welle der „Euthanasie“ auf die Menschheit zurollen, die in ihrer Geschichte ohne Gleichen ist.

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