Amtszeit des Präfekten des Päpstlichen Hauses endet

Was wird aus Kurienerzbischof Georg Gänswein?

Kurienerzbischof Gänswein beim Weihnachtsbesuch zweier Päpste.
Kurienerzbischof Gänswein beim Weihnachtsbesuch zweier Päpste.

(Rom) Am kommenden 7. Dezember endet das fünfjährige Mandat von Kurienerzbischof Georg Gänswein als Präfekt des Päpstlichen Hauses.

Als solchen hatte ihn Papst Benedikt XVI. kurz vor dem Ende seiner Amtszeit ernannt, als noch kaum jemand von der Absicht seines Rücktritts wußte.

Gänswein war Benedikts persönlicher Sekretär gewesen und blieb dies zunächst auch nach dessen Amtsverzicht. Er diente damit „zwei Päpsten“ wie es damals hieß: einmal dem amtierenden Papst als Präfekt des Päpstlichen Hauses und dem gewesenen Papst als Privatsekretär.

Der Vatikanist Marco Tosatti berichtete heute unter Vorbehalt „eine Stimme“, von der er „hofft, daß sie keine Bestätigung“ finde. Dabei geht es um Msgr. Gänswein:

„Laut Indiskretionen aus guter Quelle könnte er nicht im Amt bestätigt werden, wie es bekanntlich auch Kardinal Müller ergangen ist.“

Die Amtszeit für Führungspositionen im Vatikan beträgt fünf Jahre. Bei niederen sogar nur drei Jahre. Es besteht jedoch die Möglichkeit, für jeweils ein weiteres Mandat verlängert zu werden, zumindest bis zum 75. Lebensjahr.

Kardinal Müller war im Juni 2012 von Papst Benedikt XVI. als Präfekt der Glaubenskongregation nach Rom berufen worden. Als das fünfjährige Mandat im vergangenen Juni abgelaufen war, teilte ihm Papst Franziskus „in einer Minute“ mit, daß er ihn nicht im Amt verlängere. Gründe für die faktische Entlassung nannte ihm Franziskus nicht.

Wie die Erfahrung lehrt, so Tosatti, werden von Franziskus jene Amtsträger, die von Benedikt XVI. übernommen wurden, nach Ablauf der fünf Jahr nicht bestätigt, die nicht zum engeren Kreis des amtierenden Papstes gehören. Das gilt auch für Msgr. Gänswein.

Der Kurienerzbischof habe sich, so Tosatti, in den vergangenen Wochen aus gesundheitliche Gründen nicht in Rom aufgehalten, sei nun aber wieder in die Ewige Stadt zurückgekehrt.

Tosatti wirft die Frage auf, was mit Gänswein geschehen könnte, sollte sich das Gerücht bewahrheiten. Die Ernennung zum Diözesanbischof in seiner Heimat wurde zwar gleich nach der Wahl von Franziskus ins Gespräch gebracht, damals als Erzbischof von Köln. Inzwischen scheine das aber ausgeschlossen, so Tosatti, weil Gänswein dafür „zu katholisch“ sei.

Er könnte als Sekretär die Nummer Zwei eines römischen Dikasteriums werden. „Oder wie Müller“ beurlaubt werden, also „zur Verfügung“ stehen. Damit sind jene gemeint, für die Franziskus keinen Bedarf mehr hat.

„Hoffen wir jedenfalls, daß sich die Quelle irrt“, so Tosatti.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican.va (Screenshot)

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5 Kommentare

  1. Georg Gaenswein gehoert zu Papst Benedikt. Ich hoffe dass Papst Benedikt noch sehr lange bei uns bleibt, das waere sehr gut fuer ihn und auch fuer alle Freunde von Papst Benedikt. Sonst haben wir keinen Hirten mehr.

  2. Vielleicht hat er ja auch selbst um die Entbindung von seinem sicherlich schweren Amt gebeten, um sich ausschliesslich um Papst Benedikt kümmern zu können.

  3. Ich vermute oder gehe davon aus, dass sich Bischof Gänswein in die Reihe der unabhängig gewordenen und daher freimütigen Kritiker dieses in jeder Hinsicht einzigartigen Pontifikats einreihen wird. Wir haben schließlich nur eine katholische Kirche und wenn diese ihrer Identität beraubt wird, wird man sie leider nicht mehr ersetzen können und jeder der dazu schweigt macht sich mittätig an diesem Verrat an Jesus Christus, dem Leib der katholischen Kirche.

  4. Ist es nun stillschweigend verlängert worden, das Mandat für Erzbischof Dr. Gänswein als Präfekt des Päpstlichen Hauses? Es endete ja vertraglich am 7. Dezember.

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