Moskauer Patriarchat fordert von russischer Duma Abtreibungsverbot

Patriarch Kyrill 2015 vor der Duma
Patriarch Kyrill forderte 2015 vor der Duma ein Ende der Abtreibung

(Moskau) Archimandrit Theothilactes, der Vertreter des Moskauer Patriarchen, forderte in seiner Rede vor der Duma das Parlament und die Regierung von Rußland auf, die Abtreibung unter Strafe zu stellen.

Es ist nicht das erste Mal daß das Moskauer Patriarchat der russisch-orthodoxen Kirche vor der Duma ein Abtreibungsverbot einfordert. 2015 sprach sich Patriarch Kyrill vor dem Unterhaus der Russischen Föderation dafür aus, der Tötung ungeborener Kinder die staatliche Unterstützung zu entziehen. Eine Aussage, mit der der Patriarch damals bei den Abgeordneten für seine Forderung warb, lautete:

„Wenn es uns gelingt, die Zahl der Abtreibungen zumindest um 50 Prozent zu reduzieren, erreichen wir ein stabiles und wirksames Bevölkerungswachstum“,

Archimandrit Theothilactes
Archimandrit Theothilactes

Im September 2016 wurde die Duma neu gewählt. Archimandrit Theothilactes sprach am 16. Mai vor der Parlamentskommission für den Schutz der christlichen Werte. Diese Kommission war 2012 mit dem Segen des Patriarchen errichtete worden. Sie setzt sich in der neuen Legislaturperiode aus 46 Abgeordnete zusammen, deren Aufgabe es ist, die Ausrichtung der Staatsgesetze an den christlichen Normen zu prüfen.

2011 wurde in Rußland die Abtreibung auf die ersten 12 Schwangerschaftswochen eingeschränkt. Zuvor ging das Gesundheitsministerium von einer Million getöteten Kindern im Jahr aus. Archimandrit Theothilactes sprach vor wenigen Tagen vor der Parlamentskommission noch von 500.000 Abtreibungen. Die rückläufige Zahl der Abtreibungen sei „erfreulich“, aber es seien „immer noch viel zu viele, weil jede Abtreibung eine zuviel ist“. Zudem gab der Archimandrit zu bedenken, daß die Zahl eher zu optimistisch sein könnte. Bei Privatkliniken gebe es keinen genauen Einblick, weshalb eine Dunkelziffer in Rechnung zu stellen sei.

Der Archimandrit berichtete den Abgeordneten, daß die Unterschriftensammlung für ein Abtreibungsverbot, die von der russisch-orthodoxen Kirche gestartet wurde, in den Kirchen des ganzen Landes fortgesetzt wird.

„Wir wollen die Aufmerksamkeit auf das Abtreibungsgesetz lenken, damit es geändert wird.“

Wörtlich sagte Theothilactes:

„Abtreibung ist Mord, daher muß sie einem Mord im Sinne des Strafgesetzbuches gleichgestellt werden.“

Kloster Neu-Jersualem
Kloster Neu-Jersualem

Archimandrit Theothilactes steht dem Kloster Neu-Jerusalem in der Stadt Istra bei Moskau vor. Es wurde 1656 von Nikon, dem 7. Patriarchen von Moskau, als Patriarchalresidenz errichtet. Kurz nach der kommunistischen Oktoberrevolution wurde das Kloster 1918 aufgehoben und 1920 in ein Museum umgewandelt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Glockenturm zerstört und an der Kirche schwere Schäden angerichtet. 1959 wurde es wieder als Museum zugänglich gemacht. Nach dem Ende der Sowjetherrschaft kehrten 1994 die ersten Mönche in das Kloster zurück. 2009 unterzeichnete Staatspräsident Medwedew ein Dekret zur Restaurierung der noch immer schwer beschädigten Kirche und des Klosters.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Rusk/Wikicommons

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