Piusbruderschaft „auf dem Weg nach Hause“ – Entsteht auf dem Esquilin Sitz der künftigen Personalprälatur?

Santa Maria Immacolata auf dem Esquilin könnte künftiger Sitz des Prälaten der Personalprälatur der Priesterbruderschaft St. Pius X. werden
Santa Maria Immacolata auf dem Esquilin könnte künftiger Sitz des Prälaten der Personalprälatur der Priesterbruderschaft St. Pius X. werden

(Rom) Das Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) steht vor dem Abschluß. Dafür ist die Rolle von Papst Franziskus entscheidend. Dies berichtet der Vatikanist Matteo Matzuzzi in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung Il Foglio.

„Der Bruch zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. (Lefebvrianer) und dem Heiligen Stuhl steht unmittelbar davor, behoben zu werden“, so Matzuzzi. Beleg, daß die „komplexen Verhandlungen“ sich auf eine „positive Lösung“ zubewegen, sind die Absichten der Piusbruderschaft, den Gebäudekomplex Santa Maria Immacolata auf dem Esquilin, einen der sieben Hügel Roms, zu kaufen. Der Komplex liegt in unmittelbarer Nähe zum Lateran. Die große neugotische Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts für einen Orden errichtet. Dazu gehörten weitere Gebäude, die in den vergangenen Jahren als Schule genützt wurden.

Das Studienzentrum soll in der Nähe zum Lateran entstehen
Das Studienzentrum soll in der Nähe zum Lateran entstehen

Laut Il Foglio soll dort ein Studienzentrum der Piusbruderschaft und in einem zweiten Moment das Generalhaus der Personalprälatur entstehen, sobald die Bruderschaft als solche durch den Heiligen Stuhl anerkannt sein werde.

Beschleunigt wurde die Annäherung durch Papst Franziskus selbst. Vom 17.-20. Januar war Msgr. Bernard Fellay, der Generalobere der Piusbruderschaft, in Santa Marta im Vatikan einquartiert. Mit ihm waren Msgr. Alfonso de Galarreta und der Assistent des Generaloberen, Pater Alain Nely, nach Rom gekommen. An den Gesprächen nahm auch die Oberin der Schwestern der Piusbruderschaft teil. Pater Nely ist beauftragt, den Kauf am Esquilin abzuwickeln.

Die Piusbruderschaft, wie Msgr. Fellay bestätigt, stand bereits in Argentinien mit dem damaligen Primas, Jorge Mario Bergoglio, in Kontakt. „Er kennt uns seit langem“. Wenn es Probleme mit einem Ortsbischof gab, habe man sich an den Primas gewandt. Der sagte: „Du bist selbstverständlich katholisch und nicht schismatisch. Ich helfe Dir.“ Das habe er dann auch gemacht.

Das hat mit den Gesetzen Argentiniens zu tun. Das lateinamerikanische Land erteilt katholischen Priestern eine Aufenthaltsbewilligung nur, wenn eine offizielle Bestätigung örtlicher Kirchenvertreter vorliegt, daß die Priester offiziell anerkannt sind. Diesbezüglich gab es in einem Einzelfall (Einzelfällen) Interventionen von Erzbischof Bergoglios, der gegenüber dem argentinischen Staat diese Bestätigung ausstellte.

Daß es nicht bereits 2012 zur Einigung mit Rom gekommen sei, führt Matzuzzi auf den Widerstand des französischen Teils in der Piusbruderschaft zurück. Wäre es nach dem deutschen Teil gegangen, wäre die Bruderschaft bereits „in die Gemeinschaft mit Rom zurückgekehrt“.

„Fellay scheint nun bereit, den Stillstand zu überwinden, auch zum Preis schmerzlicher Verluste unter seinen Gläubigen und Priestern“, so Matzuzzi.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Archiv

Merken

Merken

Merken

Merken

Katholisches wird immer für den Leser kostenlos bleiben. Damit das Magazin Tag für Tag mit neuen Artikel weiterhin erscheinen kann sind Zuwendungen notwendig: Unterstützen Sie bitte Katholisches mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

ANZEIGE

FalkMedien liefert jedes Buch! - Recherche mit dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher.


FalkMedien liefert jedes neue Buch versandkostenfrei ohne Mindestbestellwert.

Kostenfreie Hotline: 0800-2824325 / Mo. - Fr.: 8-16:30 Uhr

HIER KÖNNEN SIE WERBEN »
Print Friendly, PDF & Email

78 Kommentare

  1. Nach meiner Information hat P. Nély den Kauf schon getätigt. Und dass der Papst in einer früheren Begegnung mit Fellay ihn sozusagen eingeladen hat, in Rom ein Priesterseminar zu errichten, ist auch schon länger bekannt. Insofern setzt das bei einem so originellen, unkonventionellen Papst nicht unbedingt eine kirchenrechtliche Normalisierung voraus, aber macht sie natürlich sehr wahrscheinlich. Dann würde das – wenn die Rechtsform einer Personalprälatur gewählt wird – auch höchstwahrscheinlich der Sitz des Prälaten werden. Zwingend notwendig wäre es aber auch nicht.

  2. Außerdem denke ich nicht, dass bei einer Einigung, die jetzt erzielt würde viele Patres weggehen würden. Wer radikal gegen eine Normalisierung ist, ist schon in den vergangenen Jahren gegangen.

  3. So viel Verständnis für FSSPX hätte ich nun wirklich nicht Franziskus zugetraut. Er ist offenbar doch für manche Überraschung gut. Die Frage ist jedoch der Preis, den die FSSPX dafür zahlt und ob das so viele mitmachen.

    • Für Franziskus geht es darum die Piusbruderschaft vollständig unter seine Jurisdiktion zu bekommen, nicht mehr und nicht weniger. Die Vorstellungen der Bruderschaft spielen letztlich keine Rolle

      • Unter der Jurisdiktion des Papstes befindet sich automatisch jeder Katholik. Dazu braucht der Papst keine kanonische Organisationsform.

        • Bestreiten diejenigen, denen meine Vorbemerkung missfällt a) den Jurisdiktionsprimat des Papstes oder
          b) dass es sich bei den Mitgliedern der FSSPX und den ihr verbundenen Gläubigen um Katholiken handelt?

    • Menschlich ist dieses Verständnis bei Papst Franziskus das letzte, was mich überrascht. Ich schätze ihn sogar so ein, dass er mehr Sympathie und Achtung für FSSPX hat, als für die ED-Gemeinschaften, die sich 1988 durch Abwendung von Lefebvre gebildet hatten.

  4. Na, dann kann man ja nur noch gratulieren! Man sieht: der gute Papa Bergoglio hatte schon immer ein Herz für die Tradition! Und die Speerspitze der Tradition wird es ihm zu danken wissen (müssen). Die jesuitische Rechnung 2+2=5 geht auf. Und ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

  5. Tut Papst Franziskus irgendetwas ohne eine bestimmte dahinterstehende Absicht?
    Ich denke jetzt z.B. an eine zukünftige Kontrolle über die Piusbruderschaft.
    Oder ist er in seinen Ansichten so beliebig bzw. geschmeidig, dass er Progressives und Traditionelles ganz ohne Probleme unter einen Hut bekommt?

  6. Wird die FSSPX als Personalprälatur noch ein Sauerteig sein (Irrtümer anprangern) oder schal und assimiliert werden? Wird sie zur konservativen Konzilskirche?

    Wird sie zu einer umzäunten Spielwiese für nostalgische Latein-Barock-Freaks werden, die schon zufrieden sind, wenn sie ihre lateinische Messe haben, („Club der Verrückten für uns selbst“, P. Matthias Gaudron FSSPX) denen es aber nicht mehr auf die Wahrheit ankommt?

    Ich habe große Bauchschmerzen bei der ganzen Geschichte. In Deutschland wird das ohnehin ohne große Konsequenzen bleiben.

  7. Ein fast schon lustiger Artikel für einen Leser, der soeben die aktuelle „Kirchliche Umschau“, ein Magazin das der FSSPX nahesteht, weggelegt hat. Es beinhaltet ein 13-seitiges Interview mit Bischof Fellay mit dem Titel: „Experiment der Tradition? Personalprälatur? Bischof Bernard Fellay dämpft die Erwartungen“
    Liegt’s am Fasching?

    • Ich kenne dieses Interview. Bischof Fellay ist Realist. Aber gedämpft fühle ich mich nach der Lektüre nicht. Es stellt für mich keinen Widerspruch zur Nachricht des vorliegenden Artikel dar, zumal sie zum ursprünglichen Zeitpunkt des Interviews noch nicht spruchreif gewesen muss. Außerdem ist die Nachricht so konkret, dass sie, wäre sie unzutreffend, schon dementiert worden wäre, auch, aber nicht nur, von der FSSPX.

    • Ja, Achtung Fasching! Aber: Ein Papst der Neuzeit hat der Welt an einem Rosenmontag seinen Rückzug angekündigt. Und das war alles andere als ein Faschingsscherz!

  8. Schön, dass Sie uns wissen lassen, dass Bergoglio als Kardinal der FSSPX gegenüber stets hilfsbereit war.
    Ich hoffe und bete weiterhin darum, dass die FSSPX sich auf keinen – wie immer gearteten inhaltlichen „Kuhhandel“ – einlässt. Dagegen gehören institutionelle und personelle Entscheidungen nicht zum unveränderlichen traditionellen Glaubensgut. Von daher sehe ich kein Problem der einvernehmlichen Einigung der FSSPX mit dem Papst, solange es sich nur um Personalien, Grundstücke oder um Gebäude handelt.
    Man sollte bei aller Freude über eine mögliche Einigung wegen des Kaufs und der Übernahme einer Kirche daran denken, dass auch in Deutschland demnächst zahlreiche katholische Kirchen mangels Gläubigen profaniert werden sollen / müssen.
    Sobald die FSSPX auf ein gelungenes Übernahmebeispiel aus Rom verweisen kann, dürfte die Übernahme von deutschen katholischen Novus-Ordo-Kirchen sicher zum Wohl des Bestehens und Ausbaus der traditionellen Kirche deutlich erleichtert werden…..
    Jede katholische Kirche ist zur Ehre Gottes gebaut und muß auch für die folgenden Generationen als Kirche erhalten bleiben. Abriß, Verkauf an säkulare Unternehmen, Profanierungen oder sogenannte Umwidmungen von Gotteshäusern sind keine Lösung, sondern jeweils eine Katastrophe.
    Abgesehen davon, dass viele kostbare persönliche Erinnerungen von mehreren Gläubigengenerationen an Taufe, Erstbeichte, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit, Beerdigung, feierliche Gottesdienste, Gebetsgruppen, eucharistische Anbetungen, usw. für immer ausgelöscht und damit „verloren“ gehen. Auch die Verehrung von ehrwürdigen Dienern Gottes, von Seligen- oder gar von Heiligengräbern in der Krypta oder dem angrenzenden Umfeld einer „überzähligen“ Kirche müssen mit hohem Aufwand umgebettet und somit ihrer „Heimat“ entrissen werden. Kostbare sakrale Kunst wie Kruzifixe, Altäre, Reliquien, Gemälde, Heiligenfiguren, Beichtstühle, Ewiges Licht, Taufwasserbecken, Kommunionbänke, Tabernakel, Kniebänke usw. fallen einem zweifelhaften oder ungewissem Schicksal zum Opfer. Das darf nicht sein.
    Eine Kirche muß Kirche bleiben.
    Ein katholisches Gotteshaus ist immer auch ein Stück Heimat und wer will schon freiwillig seine eigene Heimat zerstören oder sie so einfach dem Verfall preisgeben?
    Deshalb bitte ich darum, dass alle verantwortlichen deutschen Bischöfe ab sofort „überzählige“ Gotteshäuser zu allererst den traditionellen Bruderschaften anbieten, bevor eine Kirche zur Turnhalle, zur Bibliothek, zur Bildungsstätte, zum Hotel oder gar zum Kolumbarium (Urnengrabstätte) umgebaut oder auch abgerissen wird.

    • Stimme Ihnen im Grundsatz zu. Trotzdem ist die Piusbruderschaft (selbst zusammen mit allen anderen Gruppen oder Gemeinschaften im Umfeld der Alten Messe) nicht in der Lage (zahlenmäßig und finanziell) alle diese Kirchen oder auch nur die meisten davon zu übernehmen, zu erhalten, zu füllen (!) und zu betreuen.

        • Wahrheit ist ja auch nicht von Masse, Anzahl oder Mehrheit abhängig.
          Wichtig für die Wahrheit ist dagegen die Freiheit, sie sagen, leben und bezeugen zu dürfen.
          Die Franziskaner der Immakulata und der Malteserorden wissen, wovon ich spreche. Papst Franziskus setzt sich einfach über Regelungen und Gesetze hinweg. Nebenbei werden Überlieferung ebenso wie Jesu Worte ignoriert und „neu interpretiert“.
          Anglikaner und Lutheraner genießen hingegen jedwede Freundlichkeit und Unterstützung. Kann man ihm trauen? Oder hat er zwei Gesichter wie Janus?
          Ich erwarte nach einem großen Presseauftritt eine mehr oder weniger kurze Zeit, in der sich die Wellen legen werden und alles wird den Anschein der Normalität bekommen. Dann wird ein Vorwand gesucht, gefunden oder initiiert werden und die Repressalien werden beginnen…
          Meine einzige Hoffnung:
          Der liebe Gott weiß schon was er tut und schon oft hat er seine Kirche in der Vergangenheit durch einige wenige – oder sogar nur eine oder einen – wieder auf den richtigen Weg gebracht!
          „Steh‘ uns bei, Herr, wir gehen zu Grunde!“ „Ihr Kleingläubigen!“….

        • Ich verstehe nicht, wieso in diesem Zusammenhang der Malteserorden überhaupt genannt wird. Zur überlieferten Messe steht er weder exklusiv, noch überwiegend.

        • Aber er ist ein sehr eindrückliches Exempel dafür, wie Bergoglio sich über geltendes Recht und Gesetz hinwegsetzt. Zusicherungen und Übereinkünfte, die man mit einem solchen Regenten abschließt, sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

        • Wahrheit ist keine Frage der Mehrheit, richtig. Aber eine zahlenmäßig objektiv nicht massenhafte Gruppe kann sinnvollerweise nicht massenweise Kirchengebäude übernehmen.

        • @ Tridentinus: Für Menschen ist vieles nicht möglich – für Gott schon. Deshalb gilt auch hier: Gebet und Gottvertrauen oder wie ich schon mal schrieb: Der Mensch denkt (klagt, dankt und bittet) – Gott lenkt.
          Es soll auch nicht in erster Linie um „Masse“, sondern um „Klasse“ (d. h. Tradition) gehen. Mir ist klar, dass bei allem Gebet, Gottvertrauen, allen Talenten und allem guten Willen trotzdem auch Geld erforderlich sein wird. Die Bibel sagt: „Macht euch Freunde mithilfe des ungerechten Mammons (=Geld)“. Dies gilt umsomehr für uns Gläubige, alle Freunde und Gönner der FSSPX und aller Gemeinschaften der überlieferten Tradition, da diese zwar dank der Gnade Gottes ideell, aber leider nicht finanziell „auf Rosen gebettet“ sind.
          Wie wäre es, falls die Piusbruderschaft der nachkonzilaren Kirche für die Schenkung, Überlassung oder „meinetwegen“ für einen symbolischen Euro, überzählige Kirchen erwerben darf und sich dafür im Gegenzug zu eifrigem Gebet für die katholische Kirche des Novo Ordo verpflichtet?
          Ich denke da an die berühmte Kaufmannsfamilie Fugger in Augsburg, die die wohl erste Sozialsiedlung der Welt errichten ließ. Die Bewohner der „Fuggerei“ mussten (oder müssen sich heute noch?) gegen eine sehr geringe Miete dazu verpflichten, täglich für das Seelenheil der Familie Fugger, ihrer Vorfahren und Nachfahren zu beten. Das war und ist in der Menschheitsgeschichte sicherlich bis heute ein ziemlich einzigartiger – aber für beide Seiten erfolgreicher „Sozialdeal“….
          Gott und der gesamte Himmel wünschen unser unablässiges Gebet nicht nur für uns selbst, für Freunde und Familie, sondern ganz besonders auch für die Priester, für die Sünder, die Armen Seelen, die Verstorbenen, unsere Feinde usw.
          Die Familie Fugger in Augsburg hat das Wort Gottes ernst genommen: Sie hat sich durch günstige Häuser und Wohnungen für die Armen mithilfe des ungerechten Mammons Freunde gemacht und damit Schätze für den Himmel gesammelt.
          Warum sollte dieses großartige und erfolgreiche Beispiel gelebter Gottes- und Nächstenliebe heute nicht auch – in ähnlicher Form – „Schule“ (respektive: Kirche) machen können?
          Jesus, ich vertraue auf dich! Jesus, sorge du!

        • „Wie wäre es, falls die Piusbruderschaft der nachkonzilaren Kirche für die Schenkung, Überlassung oder „meinetwegen“ für einen symbolischen Euro, überzählige Kirchen erwerben darf und sich dafür im Gegenzug zu eifrigem Gebet für die katholische Kirche des Novo Ordo verpflichtet?“
          Regina, glauben Sie tatsächlich, dass eine erfolgreiche Mission (Übernahme von leeren Kirchen) durch die FSSPX vom gegenwärtigen Rom gewünscht ist? Sollte es so kommen, dass die FSSPX mit der Integration in die Konzilskirche sich nicht selbst zerfleischt und marginalisiert, dann wird Bergoglio, der sie bis dahin als Feigenblatt für weitere „Reformen“ an Haupt und Gliedern benutzt, schon wissen, wie man den Erfolgskurs der freien Prälatur stoppen kann. Er hat ja an den Immaculata-Franziskanern und am Malteserorden bereits hinlänglich und erfolgreich geübt.

        • @hicesthodie: Nein, Rom wünscht nichts – sondern befiehlt, wie wir leider stets feststellen müssen. Die FSSPX sucht dringend Kirchen, um die säkularen Gebäude, die man kirchenähnlich umgebaut und ausgestattet hatte, anderweitig nutzen oder möglicherweise veräußern zu können. Sie wissen sicher selbst, dass eine „echte alte traditionelle Kirche mit Glockenturm“ die schon von aussen deutlich als Gotteshaus erkennbar ist, einladender wirkt, als eine als Provisorium entstandene (Not-) Kirche. Die Vorfreude auf das Haus des Herrn beginnt bereits durch das äussere -meist historisch geprägte -Erscheinungsbild und ein oftmals religiös geprägtes Umfeld (Friedhof, Vorgarten, Heiligenfiguren, Kreuzweg usw.). Man ist versucht zu sagen, dass es eine bittere Ironie des Schicksals ist, dass ausgerechnet die wahre traditionelle Kirche sich mehr oder weniger im Untergrund „versteckt“ halten muß, an den „Rand gedrängt“ wird oder durch die Übernahme einer säkularen Halle im gleichförmigen Wohngebiet eines Stadtteils von aussen kaum als Kirche erkennbar ist. Jeder weiß, wie schön echte alte Kirchen durch traditionelle Architektur und Baukunst von aussen und von innen sind oder sein können…..
          Nein, ich glaube nicht, dass die FSSPX sich auch nur einen einzigen Schritt Richtung Moderne bewegt oder bewegen wird. Mehr Wahrheit als Wahrheit gibt es nicht und jede Distanzierung davon, ist ein Schritt Richtung modernistischen Abgrunds. So wie Gott treu ist, sind auch Traditionalisten sowohl Gott als auch gegenüber ihrem Gründer -Marcel Lefevbre -treu. Weder Gott noch die wahren Gläubigen können sich widersprechen, sich voneinander distanzieren oder einander gar verlassen.

        • @ Kanadier: Der Apostel Paulus mahnt uns, dass wir unser Vertrauen nicht auf Menschen – sondern stets auf Gott setzen sollen. „Jesus, ich vertraue auf dich“.

        • @ Tridentinus: Sie haben Recht – allerdings hat Jesus auch Recht, wenn er uns ermutigt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
          Gott sehnt sich nicht nach einer „Massenbewegung“, sondern nach jeder einzelnen Seele, auch wenn es Seelen gibt, die sich erst in letzter Sekunde zu Gott bekehren.
          Gott achtet den freien Willen jedes Menschen und er liebt die Individualität jeder einzelnen Seele.

      • @ Tridentinus

        Teil 1:
        Ihre Bedenken kann ich verstehen und nachvollziehen – ich sehe das selbst kritisch, aber für mich ist es die einzig mögliche Alternative zu Profanierung, Verkauf oder Abriß. Wie haben die Heiligen früherer Generationen Kirchen, Klöster, Schulen oder christliche Gemeinschaften gegründet oder errichtet? In allen – mir bekannten Fällen (auch bei Mutter Angelika von EWTN oder durch Mutter Teresa von Kalkutta) – ist dies zwar mit finanziellen Mitteln, Gönnern (Sponsoren, Privatleute, Politik, Adel), mit Zustimmung des Papstes, aber letztendlich erst durch die entscheidende mächtige Hilfe des dreifaltigen Gottes möglich geworden. Der Mensch hat gebetet – Gott hat die Herzen entsprechend gelenkt. Wir dürfen nicht vergessen: Das Allerwichtigste und unverzichtbarste Mittel, um scheinbar ausweglose Situationen zum Guten zu wenden, war, ist und bleibt immer gemeinsames flehentliches und ausdauerndes Gebet auch in Form von traditionellen Litaneien, Novenen, eucharistischen Anbetungsstunden und überlieferten sogenannten Verheißungsgebeten usw. zu dem allmächtigen dreifaltigen Gott
        der Muttergottes, den ehrwürdigen Dienern Gottes, den Seligen, den Heiligen, den kirchlichen Schutzpatronen, Gebet besonders zu den Völkeraposteln Paulus und Petrus als erstem Papst, den Heiligen Engeln und Schutzengeln, den Aposteln und Jüngern Jesu, den Märtyrern, den Kirchenlehrern und das Gebet zur Gemeinschaft aller Armen Seelen im Fegfeuer.
        In allen Anliegen eines Kirchenneubaus, der Gründung eines Ordens oder eines sozialen Projektes der Nächstenliebe wurde unablässig gebetet. Es wurden Bitt-Gottesdienste gefeiert, Gebetsgruppen gebildet, Wallfahrten veranstaltet usw. Man kann verkürzt sagen: „Der gesamte Himmel wurde um Hilfe bestürmt“. Wie sieht es heute aus? Verlassen wir uns ebenso auf das flehentliche Gebet oder unterwerfen wir uns der säkularen Vernunft und Logik die uns (überspitzt) sagen: „Ohne Moos – nix los!“- ? Sämtliche geistigen Mittel wurden von unseren Vorfahren im Glauben genutzt und müssen auch heute für solche Projekte zur größeren Ehre Gottes und damit letztendlich zum Heil der Seelen eingesetzt – das heißt reaktiviert – werden. Ihre Befürchtung, dass die neu erworbenen oder im besten Fall für einen symbolischen Wert überlassenen Kirchen, nicht ausreichend von traditionellen Hirten und Herden gefüllt werden könnten, teile ich nicht.
        Wie hat der heilige Pfarrer von Ars seine Kirche mit Gläubigen gefüllt? Wie war es möglich, dass er fast Tag und Nacht zum Gefangenen des Beichtstuhls wurde, um den großen Andrang Beichtwilliger zu bewältigen – ebenso wie der heilige Pater Pio? Das erste Heilmittel für Leib und Seele, Reue und Umkehr war und ist stets das persönliche Gebet zu Gott.

      • @Tridentinus Teil 2:
        Die Tradition des überlieferten Glaubens wird zwar offiziell eher im „Untergrund“ oder gar im „Versteck“ einer zur Kirche umgebauten ehemaligen Fabrikhalle gefeiert – trotzdem platzt diese Kirche der überlieferten Tradition vielerorts aus allen Nähten, siehe ebenfalls entsprechende Priesterseminare (auch weltweit). Ich weiß derzeit von mindestens drei traditionellen Priester- und Glaubensgemeinschaften, die dringend eine große „richtige“ katholische Kirche suchen, weil die bestehende für die wachsende Gläubigengemeinde mit vielen jungen kinderreichen Familien zu klein ist. Es fehlen ausserdem dringend notwendige Sozial- und Schulungsräume um ein besser funktionierendes Gemeindeleben mit Kinder- und Erwachsenenkatechesen sicherzustellen. Die überlieferte Tradition der einen wahren heiligen katholischen und apostolischen Kirche Jesu Christi ist das Samenkorn, das in das gute Erdreich des unverfälschten Wortes Gottes fällt, wächst und gedeiht. Es bringt bereits jetzt vielfache Frucht (siehe zahlreiche Priester-und Ordensberufungen) hervor, weil dieses Samenkorn vom Wasser des Gebetes getränkt, vom Licht Christi beschienen und vom Dünger der Sakramente durch heiligmäßige Priester genährt wird.
        Die traditionelle Kirche wächst nicht etwa durch säkulare Integration oder mithilfe von Berufs- Theologen, Kommunionhelfern, Lektoren, Diskussionen, Synoden, Priester-Coaching-Seminaren, Interpretationen, Theologie-Vorträgen, Ökumene, Religionsfreiheit usw. sondern einzig, allein und zuallererst durch immerwährendes Gebet der Gläubigen und der Priester mit- und füreinander. Jesus sagte, dass er die Seinen kennt (und entsprechend auch erhört) und die Seinen kennen ihn – den wahren Hirten. Die Schafe Christi hören auf Jesu Stimme, nehmen ihr Kreuz auf sich und folgen dem Heiland nach.

        • Ich kenne eine Stadt, wo die Petrusbruderschaft über 10 Jahre präsent ist und nach dieser Zeit sonntags durchschnittlich 20 Gläubige zur hl. Messe kommen. Dort gibt es auch ein Priorat der Piusbruderschaft, dort sind 80-120 Gläubige.

          Ich frage mich schon lange, wieso die Petrusbrüder dorthin überhaupt anreisen. Die 20 Gläubigen vor Ort könnten ebensogut zu Pius gehen und Petrusbrüder anderswo zelebrieren, wo es vielleicht noch gar keine überlieferte hl. Messe gibt und auch mehr Menschen die hl. Messe zu schätzen wüssten.

        • @Tridentinus: Und ich kenne eine Stadt, wo das Institut Christus König und Hoherpriester durch einen ihrer Priester eine blühende Gläubigengemeinde im Alten Ritus gegründet hat. Dort habe ich vor fast drei Jahren mein erstes heiliges Messopfer im tridentinischen Ritus erlebt. Das war Schock und Begeisterung zugleich, da mir die Alte Messe über 50 Jahre meines Lebens völlig unbekannt war. Vor einem Dreiviertel Jahr, bin ich dann durch die göttliche Vorsehung zur FSSPX geführt worden. Ich musste mich für eine der beiden Gemeinden entscheiden! Für welche und warum? Für die FSSPX, weil dort der / die Priester noch näher an der göttlichen Wahrheit predigen als beim Institut Christus König und Hoherpriester. Die göttliche Wahrheit ist seit meiner Bekehrung zur Tradition – für mich – unglaublich anziehend -vergleichbar einem Magnet oder dem Licht einer Lampe in der Dunkelheit. Ich achte und bete ausser für die FSSPX, deren Priester und Gläubigen, auch weiterhin ebenso für alle anderen altrituellen apostolischen Gemeinschaften und für die Seelen der nachkonzilaren Kirche. Nachdem ich jahrzehntelang im Novus Ordo ehrenamtlich sehr aktiv engagiert war, dort bis zu meiner Bekehrung, vergeblich und verzweifelt bemüht nach der göttlichen Wahrheit gesucht habe, mußte ich mich für die Gemeinschaft entscheiden, deren oberster, alleiniger und wichtigster Herr stets der allmächtige dreifaltige Gott ist und bleibt – und das ist die FSSPX.
          Papsttreue ist richtig und wichtig – aber nicht um den Preis den Menschen mehr zu dienen und zu gehorchen als unserem dreifaltigen Gott!
          Gelobt, verherrlicht und angebetet sei die allerheiligste Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigkeit – Amen.

    • Ja, was den Erhalt von Kirchen betrifft, kann ich Ihnen in eingeschränkter Weise zustimmen. Kirchen „mit Geschichte“ sollen unbedingt erhalten bleiben – für die würdige Feier des Meßopfers und aller anderenGedenken an Heilige etc.

      Ich möchte aber auch daran erinnern, daß es manche Kirchen gibt, die nach dem VII entstanden oder doch zumindest nicht allzuweit vor dem VII. Diese Kirchen sind architektonisch zumindestens teilweise oder meistens sowas von unangemessen – ein stärkeres Wort hierfür möchte ich nicht anführen, da sonst mein Post evtl. nicht veröffentlicht wird -, daß in diesen kein Katholik das Hl. Meßopfer in „einer richtigen innerlichen Verfassung“ mitfeiern kann. Diese Kirchen sind so modernistisch angelegt, daß es schier unmöglich ist, unsern Herrn in der richtigen innerlichen Verfassung zu empfangen. Ich gehe schon lange nicht mehr in die Kirche, zu der ich eigentlich wohnortmäßig gehöre. Dort stimmt alles nicht. Hier mache ich einfach mal Schluß, damit ich nicht doch noch in eine Wortwahl falle, die zwar die Situation richtig wiedergibt, aber zuweilen ist es angebracht, auch in der Sprachweise als rk Christ sich nach oben zu unserem Herrn zu orientieren. Es gibt jedenfalls sehr große Unterschiede zwischen Kirchen, die erbaut und konzipiert wurden von Architekten und Bauleuten, die ganz im katholischen Christentum lebten, und solchen, deren Erbauer (eher) fern der christlichen Heimat leben.

      Dennoch, liebe Regina, vielen Dank für Ihre Zeilen und meine grundsätzliche Zustimmung zum Inhalt Ihres Posts.

      • Nichts dagegen, dass das notgedrungen manchmal nicht anders geht, aber es gibt auch sehr provisorische Piuskapellen, die nicht sehr geeignet sind für die dauerhafte Feier der hl. Messe.

        • Da gebe ich Ihnen Recht, was provisorische Piuskapellen betrifft. Aber die Betonung liegt sicher auf dem Wort „provisorisch“, da die Piusse sicher gerne Kirchen übernehmen würden, die architektonische Meisterleistungen sind und kaum oder gar nicht mehr von der modernen Kirche genutzt werden. Wenn ich das hl. Meßopfer bei den Piusbrüdern besuche, ist es auch ein Provisorium, da die frühere von der FSSPX genutzte Kirche wegen einer Stadtteilerweiterung abgerissen wurde. Es war ein Kirchlein wohl aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, klein und mit Wellblechdach, aber sehr schönem Hochaltar und dem Hlst. Herzem Jesus geweiht. Sie wurde, wenn ich richtig informiert bin, zuerst von der stationierten amerikanischen Garnison genutzt. Hoffentlich gibt es wieder mal bessere Zeiten.

        • Ja, die besseren Zeiten werden kommen. Gott lässt seine Kirche nicht von den Mächten der Finsternis überwältigen. Gott lässt die Reinigung seiner Kirche zu – nicht aber deren komplette Zerstörung, siehe Bibel.

        • Vielleicht dürfen wir vorerst nicht zu anspruchsvoll sein. Die ersten Christen litten unter blutiger Christenverfolgung und mussten das heilige Meßopfer im Untergrund – in sogenannten Katakomben – oder heimlich in Privathäusern feiern. Der heilige Pater Pio soll gesagt haben, dass wir eines Tages froh sein werden, wenigstens in einem „Bunker“ die heilige Messe feiern zu können, da die Verfolgung der wahren Kirche überhand nehmen wird.
          Pater Pio hat Recht. Provisorische Kirchen oder Kapellen sind mir lieber als gar keine und erst recht lieber als modernistische Betonbunker, wo die Gläubigen gezwungen werden sollen, eine kahle weiße Wand hinter dem Volksaltar „anzubeten“ – kein Kruzifix, keine würdigen Heiligenfiguren in Blickrichtung Altar, ein einsamer „mikrowellenähnlicher“ Kasten als Tabernakel usw.

        • Geehrter @Tridentinus,
          Das haben Sie an sich richtig gesagt.
          Ich erinnere mich an Luxemburg Stadt, wo sehr lange die FSSPX die Hl. Messe in einem Hotel feiern müßte(auch ein Ruhmesblatt für das dortige modernistische Episkopat);
          und an die Niederlande, wo über Jahrzehnte die FSSPX für die Hl. Messe auf ein Wohnboot („schuit“) ausweichen müßte.
          Gott ist überall: richtig.
          Aber: Te decet laus- soli Deo gloria:
          Es gehört sich, es paßt, daß Er über ein anständiges Gotteshaus verfügt;
          nicht weil er es nötig hat- er hat nichts nötig, besonders nicht von uns fehlerhaften Menschen; Not und Nöte sind typisc menschliche Eigenschaften und Qualen;
          sondern weil Wir es nötig haben, Seine Güte und Liebe und Allmacht und Sein Wirken so besser und tiefer in uns wirken können.

          Und so pssimistisch (mit Ihrem Geldlied) sollten Sie nicht sein.
          Gerade die traditionsfreundliche Bewegungen können sich trösten mit der Aussage einer alten Nonne:
          „Wir sind nicht arm, wir haben nur kein Geld“.
          Und in Frankreich und in den USA wird gut gebaut.
          Hl. Johannes Bosco: „Tut was Ihr könnt; er wird das tun, wa wir nicht können“.

      • @Tuor-Earendil:
        Auch modernistische Kirchen sind Gotteshäuser. Solche Kirchen werden im Falle einer Übertragung beispielsweise an die FSSPX einen komplett erneuerten Innenraum nach dem Muster der heiligen überlieferten Tradition erhalten, also mit allen sakralen Kostbarkeiten, die wir jetzt in modernen Kirchen schmerzlich vermissen, ausgestattet werden. Dazu gehören auch kostbare alte Hochaltäre -oder Seitenaltäre, Tabernakel im Zentrum der Kirche, würdige Heiligen- und Marienfiguren, ein großes Kruzifix, Kommunionbänke, Kniebänke, Beichtstühle, traditionelle Heiligengemälde oder Bilder usw. usw.
        Persönlich würde ich mich über ein großes Bild oder eine Statue des barmherzigen Jesus nach Sr. Faustina freuen. Als katholischer Laie gehe ich davon aus, dass eine runderneuerte Kirche im Stil der Tradition feierlich neu eingeweiht wird, bevor sie für die lateinische Messe genutzt wird.

        • Bitte denken Sie daran – es geht nicht nur um Geld, sondern nach wie vor um viel Gebet. Ausserdem ist es möglich, dass zahlreiche vom Flohmarkt, dem Abriß oder Speicher gerettete kostbare alte Heiligenfiguren, Kniebänke, Sakralien, Altäre, Caseln usw. beim Aufbau der traditionellen Kirche hervorgeholt, renoviert, gespendet oder aus Erbnachlass der FSSPX geschenkt werden. Sakrale Kunst, religiöse Schätze und auch der heilige Erzengel Michael werden wieder am richtigen Ort im Glanz berechtigter Verehrung erstrahlen. Seien Sie versichert: der ganze Himmel freut sich mit uns und jubelt darüber.

        • Der Himmel wohl, aber ob die Freude darüber in der Konzilskirche groß sein wird, wage ich zu bezweifeln. Derjenige, der zuletzt versuchte, dieser Konzilskirche wieder mehr überirdischen Glanz zu verleihen, musste entnervt sein Amt aufgeben. Man sprach hernach von Karnevaliaden, die nun endlich vorbei seien und Sumpfgerüchen, die er verbreitet habe. Schon vergessen!?

        • Sehr geehrte Regina, es gibt „Kirchen“, die weder außen noch innen irgendwie so aussehen, daß man diese als solche ansehen und erkennen kann. In der Kirche, wo ich eigentlich dazugehöre, haben sich Franzosen, die auch Deutsch konnten, zurecht mal abschätzig zu diesem „Gotteshaus“ – und das mit Recht – geäußert.

          Es gibt sicherlich moderne Kirchen, die noch in einer würdigen Weise umgestaltet werden können, zumindest im Inneren. Aber bei vielen aus moderner Zeit ist es m.E. nicht möglich. Jedenfalls gehe ich zum hl. Meßopfer, wenn es mal im NOM ist, in Kirchen, die noch aus besseren Zeiten stammen, da ich dort auch mit Inbrunst dabei bin und daselbst auch beten kann.

          Letztendlich liegt es doch auch an unserer Zeit: Wenn die Architekten und Erbauer von Kirchen keinen inneren Bezug zum Christentum und zu Jesus Christus im Speziellen haben, dann kann doch nichts Gutes dabei herauskommen. In früheren Zeiten war das noch ganz anders! Nicht umsonst stehen Meisterwerke der Kunst z. B. in Köln, Strasbourg, Freiburg i. Br., München und Rom selbstverständlich. Und so viele weitere – kleine und große – Meisterwerke überall in Deutschland und dem lateinischen Europa, die regelrecht den Himmel zu uns herabziehen und zum Gebet einladen. Hoffen wir, daß die Piusse die Möglichkeit bekommen, noch manche leerstehende Kirche übernehmen zu können, soweit es für sie möglich ist, auch finanziell.

        • Keine Frage: Jede alte traditionell errichtete Kirche mit reicher Formen- und Figurensprache ist und bleibt – obwohl vermutlich im Inneren künstlich verstümmelt – die erste Wahl bei der Übernahme und Umwandlung entsprechend der Tradition.

        • Liebe Regina, mit dem Sr. Faustina Devotionalien habe ich gravierende Probleme. An die geschuldete Ehre sind qualitative Anforderungen zu stellen. Schließlich stehen wir gegenüber vielen nachkonziliaren Liedern und Texten weniger aus inhaltlichen denn aus rein geschmacklichen Gründen ablehnend gegenüber – sie sind einfach nicht würdig. Das gilt leider auch für die Faustina-Bilder. Christus hatte, wie das Turiner Grabtuch bezeugt, ein ausdrucksstarkes Gesicht, das für sich geeignet ist, uns Menschen in seinen Bann zu ziehen. Vor einem Erlöser à la Faustina – ohne jeglichen Tiefgang oder Spiritualität, sondern nur sentimental frömmelnd, letztlich ohne innere Stimmigkeit – hätte ich ehrlich gesagt sogar ein wenig Angst.

        • @ Franz Lechner,
          Sorry, ich kann Ihre Bedenken nicht nachvollziehen. Haben Sie das Tagebuch der Sr. Faustina gelesen?
          Kennen Sie die Gebetsstunde zum barmherzigen Jesus? Beten Sie den Barmherzigkeitsrosenkranz, der als Rettungsanker auch für die Sterbenden gilt, da Gottes Zorn sich besänftigt, wenn dieser Rosenkranz bei oder für einen Sterbenden gebetet wird ? Das Gnadenbild nach Sr. Faustina enthält ebenfalls Verheißungen. Wussten Sie, dass ein Professor bei einem Vortrag das Foto des Gesichts des barmherzigen Jesus über das Gesichtsbild des Turiner Grabtuchs legte? Das Wunderbare war bzw. ist: Beide Gesichter passen perfekt übereinander, das heißt alle Gesichtsproportionen (Größe und Abstände von Augen, Nase, Mund, Kinnn usw.) sind auf beiden Bildern vollkommen identisch.
          Jesus selbst sagt, niemand solle ihn fürchten – selbst der verstockteste Sünder würde seine Barmherzigkeit und sein Verzeihen erfahren, falls jener zu Gott umkehrt, seine Sünden beichtet und bereut. Noch ist die Zeit der Barmherzigkeit …..wie lange noch, bevor Gottes Gerechtigkeit die Barmherzigkeit ablöst?

        • Man bekommt den Eindruck, dass seit dem 19. Jahrhundert Erscheinungen, Privatoffenbarungen und (Marien-)Erscheinungen (Lourdès u. Fatima nicht ausgenommen, gerade in „frommen“ Kreisen den eigentlich katholischen Glauben, in der Praxis vor allem die Wertschätzung der hl. Messe, zunehmend beiseite gedrängt haben. Besonders wenn sie an spezielle „Verheißungen“ geknüpft sind. Insofern muss man hier auch schon, leider, die Herz-Jesu-Verehrung der Neuzeit mit hinzunehmen. Das soll nicht heißen, dass all das nichtig und zu verwerfen ist. Es darf aber nicht das eigentlich Katholische aus dem Zentrum drängen, anders gesagt: all das ist nicht heilsnotwendig in Lehre und Praxis.

    • Ich stimme Ihnen zu, und auch wieder nicht. Denn die nachkonziliaren 70iger-Jahre-Scheußlichkeiten können doch nun wirklich getrost profanisiert und abgerissen werden. Keiner wird sie vermissen.

      • Überlassen wir das doch einfach der göttlichen Vorsehung. So wie Gott es wünscht, soll es geschehen. Herr, dein Wille geschehe…

  9. Halleluja! Das sind doch hervorragende Nachrichten kurz vor Beginn der Fastenzeit. Sie zeigen: unsere Gebete wurden erhört.
    Zugegeben: ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es Papst Franziskus ist, welcher der FSSPX die Rückkehr in den Schoß der Heiligen Mutter Kirche ermöglichen wird. Wir sollten dieses Geschenk annehmen und nicht sinnieren, ob sich hinter diesem Akt der Barmherzigkeit nicht doch irgendwelche Haken befinden. Ich glaube es nicht.

    Es war mir, ehrlich gesagt, gar nicht bekannt, dass sich Franziskus in der Vergangenheit (noch als Primas von Argentinien) in derart positiver Weise über die Tradition geäußert hat.

    Während so langsam auch die Natur auf Ostern hin zu neuem Leben erwacht, sehe ich selbiges für die Tradition, die nun au diesem Schattendasein heraustreten und wieder eine vollwertige Tochter der Heiligen Mutter Kirche wird.

    • Mir geht es da ganz wie Ihnen und ich freue mich. Es mögen Hintergedanken, fadenscheinige oder auch böse Intentionen hinter der Einigung stehen, wenn überhaupt – doch entscheiden wird die Wirklichkeit und der Heilswille Gottes, egal was Menschlein sich so dabei denkt. Ich bin sehr zuversichtlich, daß das gut wird.

  10. Ich denke nicht, dass die Wiedereingliederung der Piusbruderschaft in die katholische Kirche, so wie ihr Kurs derzeit ist, eine wohl überlegtes Vorhaben ist. Zwischen der Beibehaltung der alten Messe und der Zulassung Wiederverheirateter zur Eucharistie liegen Welten, um es einmal so zu sagen. Ich habe hierbei das Gefühl, als würde die Wiedereingliederung der Piusbrüder zu einer Art Selbstzweck verkommen, auf der einen Seite für Bischof Fellay und auf der anderen Seite als Errungenschaft, ja als Trophäe im weiteren Sinne betrachtet werden, seitens Papst Franziskus. Der sich ja nach erfolgter Wiedereingliederung ein Verdienst umhängen kann, behaupten kann, er habe etwas geschafft, woran sein Vorgänger Papst Benedikt aus welchen Gründen auch immer, gescheitert war. Was ja im Groben der Wahrheit entsprechen mag. Jedoch bin ich sicher, dass die Piusbrüder diesen Schritt des dienenden Vertrauens gegenüber Rom bereuen werden, wie schon die Franziskaner der Immakulata und der(souveräne?) Malteserorden.

  11. Die Frage wird für uns in Deutschland sein, wie das konkret ausgestaltet wird:
    Werden die Messzeiten und -orte zukünftig vom Ortsbischof genehmigt werden müssen? Wenn ja, gute Nacht!
    Kann man die Seelsorge der SSPX zukümftig nicht mehr in Anspruch nehmen, ohne Kirchensteuer an die Diözese zahlen zu müssen? Wenn ja, sehr schlecht.
    Wird die SSPX so unabhängig bleiben, daß Dinge wie bei den Franziskanern der Immaculata und dem Malteserorden ausgeschlossen bleiben?
    Am Ende sind solche Fragen wichtiger als die Unterschrift unter ein Papier, wo über Konzil ohne Dogmen geurteilt wird.

    • Ihre erste Frage ist beantwortet, wenn die Rechtsform der Personalprälatur gewählt wird. Ich setze voraus,dass Bischof Fellay zusätzlich ausgehandelt haben wird, dass die Personalprälatur St. Pius X. analog der Anglikanerordinariate nur verpflichtet sind, den Diözesanbischof über bestehende Niederlassungen zu informieren. Ebenso wenn neue Niederlassungen errichtet werden sollen. Wohlgemerkt: informieren heißt nicht, dass der Ortsordinarius dem zustimmen muss oder es verbieten kann. Kirchensteuer ist ein spezielles, deutsches und österreichisches Problem. Sofern sie nicht den staatlichen Kirchenaustritt erklärt haben, müssen Sie doch auch jetzt Kirchensteuer zahlen. Deswegen verstehe ich nicht, was sich durch eine Personalprälatur in dieser Hinsicht für Sie ändern würde.

    • Die Einigung ist mit allergrößter Skepsis zu sehen. Es besteht doch die Frage: wer mit wem? und das unter welcher Vergangenheit? Bisher wurden die Piusse doch von den bischöflichen „Kollegen“ in Deutschland wie Abschaum behandelt, in Fulda durften sie noch nicht einmal zum Beten in den Dom. Das hatte mit christlichem Denken gar nichts zu tun. Und jetzt „Friede Freude Eierkuchen? alle unberechtigten Vorurteile sind ausgerechnet unter diesem Papst beseitigt. Es ist zu befürchten, dass es auch hier in Zukunft heißen wird, sie sahen und sahen doch nicht, sie hörten und hörten doch nicht. Sie vergaßen alle ihre Erfahrungen und gingen selig dem Untergang zu. Hätten Sie dieses Ergebnis bei Papst Benedikt angenommen, hätte ich mich ehrlich gefreut und mir eine Bereicherung und Belebung für den austrocknenden Glauben erwartet.

      • Zu Ihrem letzten Satz: Was hätten Sie gemacht, wenn es noch kurz vor Benedikts Amtsverzicht zur Einigung gekommen wäre. Danach wäre dann auch Bergoglio gewählt worden. Will sagen: Wir können nicht in die Zukunft blicken. Deswegen konnte und kann die FSSPX eine Einigung nicht vom momentanen Papst abhängig machen. Weder in die eine Richtung, weder unter Benedikt, noch unter Franziskus, noch unter sonst jemandem. Das bessere Angebot traue ich Franziskus zu. Benedikt war zu sehr Theologe und zu sehr ins Vaticanum II involviert, um davon als „Kriterium der Katholizität“ absehen zu können.

        • Wenn Sie schon spekulieren, werter Tridentinus, dann spekuliere ich einmal mit und sage Ihnen: wenn die Einigung unter Benedikt gekommen wäre, dann hätte es auch keinen Amtsverzicht und somit möglicherweise auch keinen Bergoglio als Nachfolger gegeben. Denn mit der letztlich ins Leere laufenden und damit für Benedikt erfolglosen Exkommunikation der FSSPX und dem unsäglichen Interview von Williamson, konnte man Ratzinger ein Nahverhältnis zu Holocausleugnern unterstellen und hatte den gewünschten Hebel, ihn aus dem Amt zu katapultieren.

        • Sie überschätzen die kirchenpolitische Bedeutung der FSSPX. Sie war sicher nicht ausschlaggebend für den Amtsverzicht.

        • Nun, ich glaube sogar, dass Ratzinger nur deshalb auf seinen geliebten und lang ersehnten Ruhestand verzichtet, 2005 nochmals in den Ring gestiegen ist und das Papstamt übernommen hat, weil er genau diese Sache mit der FSSPX zu einem Abschluss bringen wollte, denn er hat gehofft, auf lange Sicht hin mit ihrer Hilfe den Konzilsungeist (Hermeneutik des Bruchs) in der Kirche überwinden zu können. Aber die FSSPX war damals einfach nicht reif dafür und hat sich verweigert.

        • Das kann gewiss sein, dass das Benedikt ein wichtiges Anliegen war. Aber dann muss man umsomehr dafür danken, dass Franziskus so untheologisch und unkonventionell an die Sache herangeht. Er verlangt keine doktrinellen Präambeln oder Annahme sonstiger Bedingungen mehr. Das war ja unter Benedikt das Hindernis, das die FSSPX sah, die Personalprälatur anzunehmen.

        • Kömmt mir sehr vereinfachend, ja ein wenig naiv vor. Tatsache ist, dass wir weder in Benedikt noch in Franz hineinsehen können, dass gegenüber beiden ein beträchtliches Quantum Misstrauen angebracht ist. Der damaligen FSSPX mangelnde Reife zu unterstellen, ist auch so eine Sache. Vielleicht waren sie bloß weise und haben in etwa gedacht, dass Benedikt das nicht durchziehen wird können, dass er letztlich zu schwach und zu umstritten ist, dass er am Ende des Tages über diese Sache stolpern wird, was man ihm ersparen wollte? Zweifellos sitzt Bergoglio, zumindest prima vista betrachtet, fester im Sattel – der kircheninterne Widerstand gegen diesen doch an und für sich ungeheuerlichen Akt, derartigen Reaktionären und Feinden nahezu aller Heiligen Kühe des Konzils, Frauenfeinden, verkappten Antisemiten und Holocaustleugnern etc (schlimmer geht’s eh nicht mehr!) die Hand reichen zu wollen, hält sich doch, wie man so sieht, in Grenzen, nicht wahr? Ehrlich gesagt sehe ich ungleich bessere Gründe zum Wiedereinstieg unter Bergoglio als unter Ratzinger.
          Spekulieren wir lieber darüber, was Bergoglio reitet, diesen auch für ihn und seine Agenda mittelfristig alles andere als unbedenklichen Schritt zu wagen! Schließlich schweben die noch immer die Dubia wie das Schwert des Damokles über ihm, und in der kontinuierlichen Verweigerung ihrer Beantwortung kann keine Lösung liegen.
          Kurzum: damals wie heute ist die Sachlage verdammt kompliziert, und sowohl die Befürworter als auch die Gegner haben gute Argumente. Instinktiv ziehe ich Tridentini optimistische Sicht vor, da die Chancen auf eine effiziente Infrastruktur nicht zu verachten sind. Man darf auch nicht vergessen, dass die Piusse durch Franz aus ihrer medialen Schmuddelecke (siehe oben – diese Anwürfe sind letztlich sehr wirkungsvoll und zweifellos geeignet, viele Menschen guten Willens aber nicht ganz so gutenn Verstandes abzuschrecken) geholt werden. Plötzlich sind sie eine ernstzunehmende Kraft, die dadurch ungleich mehr Menschen als bisher erreichen kann.
          Jedenfalls wird es sehr interessant.

  12. Ich denke eine Einigung der Piusbruderschaft mit dem Heiligen Stuhl wäre sicher eine gute Nachricht. Kann mir auch nicht vorstellen dass sich Bischof Fellay übers Ohr hauen lässt, der ist clever genug.

  13. Zunächst wird Bergoglio mittels der Piusbruderschaft sämtliche anderen ecclesia dei Gemeinschaften zerstören, indem er das Privileg der alten Messe ausschließlich Pius zugesteht. Nachdem er aufgeräumt hat, geht er der Piusbruderschaft an den Kragen. Wer das leugnen will, den verweise ich auf die absolute Skrupellosigkeit, mit der Bergoglio gegen jedes Recht und Gesetz willkürlich das beseitigt hat, was ihm nicht in den Kram passt. Auf diese Art und Weise fügt er der Tradition einen vernichtenden Schlag zu. Die Personalprälatur wäre sehr teuer erkauft! Zudem rechnet Bergoglio mit einer Spaltung von Pius- namentlich all derer, die seine Strategie durchschaut haben.

    • Glaub ich nicht, dass er sich so ohne weiteres über seinen Vorgänger hinwegsetzen kann. Wie soll das auch gehen? Wie und warum sollen die ED-Gemeinden nicht tun dürfen, was den Piussen gestattet ist?
      Eine Spaltung der Piusse wäre unter den obwaltenden Bedingungen gar nicht so schlecht. Damit hätten sie sich sozusagen alle Möglichkeiten offengehalten. Wurst, welche Seite letzlich rechtbehält – die „einzig wahren und richtigen“ Piusse werden sie einnehmen können.

      • Deshalb nicht, weil Pius sich nicht auf SP oder gar ein Indult stützt und deshalb nicht implizit die rechtliche Vorrangstellung des NOM bejaht. Was außerordentlich ist oder eines Indults bedurfte, kann meines Erachtens niemand exklusiv praktizieren oder als Recht beanspruchen, vom als ordentlich Geltenden völlig ausgenommem zu sein.

  14. Ich bitte um Verzeihung für mein Unverständnis. Den Titel „Auf dem Weg nach Hause“, empfinde ich als Hohn. Welches „Zuhause“ meinen Sie denn? Dasjenige, das in Ruinen liegt, von Marodeuren besetzt ist und ganz ohne Aussicht auf Besserung der Situation, wenn man „nach Hause“ kommt? – Schönes Gebäude, wunderschöne Kirche, fürwahr! Aber das Bild, das sich mir aufdrängt, ist das einer Familie, die sich ein marodes Haus kauft, das finanziell ihre Kräfte völlig übersteigt. Jedesmal wenn man einen der Lichtschalter betätigt, sprühen Funken aus den Sicherungskasten. Aber weil die Hausfrau erst noch die Blümchengardinen zurechtzupfen muss, um sich wohl zu fühlen, meinen alle, der Sicherungskasten wäre eine Angelegenheit, die man auch noch später regeln könnte.

    • Sehr geehrte @T. de Ahumada,
      Eine sehr richtige Bemerkung.
      In meinem Posting zu dem vorhergehenden Artikel auf katholisches.info (nach meinem Gedächtnis: v. Hr. Obernauer) habe ich schon bemerkt, daß man niemals „wieder nach Hause“ kommen kann , wenn man niemals „weg vom Hause“ war (womit ich mit „Haus“ hier die Hl. Römisch-katholische Kirch meine).
      Die große Frage ist: inwieweit die postkonziliäre „Kirche“ überhaupt noch DIE Una Sancta Catholica et Apostoelica Ecclesia ist , ob mit großer Wahrscheinlichkeit etwas total Anderes.

      • Ich muss zugeben, dass ich die theologischen Feinheiten nicht in dem Maß durchschaue, dass ich mich da festlegen könnte, wer recht hat. Aber die Bruderschaft kommt nicht „nach Hause“. Ein von mir sehr geschätzter Priester (FSSPX) des französischen Distrikts hat das in folgendem treffenden Bild ausgedrückt: Die FSSPX ist in diesem abgekarteten Spiel, wie die legitime Ehefrau, die vom untreuen Ehemann (Papst), der aber mit einer Konkubine (dem Modernismus) zusammenlebt und diese auch nicht wegschicken will, zurück ins Haus geholt wird, damit sie für ihn und seine Konkubine die Drecksarbeit macht, bzw. die gemeinsamen Kinder besänftigt, die sonst meinen würden ihrem Vater böse sein zu müssen. – Ein „Zuhause“ in dem es so zugeht, ist kein „Heim“, das ist ein Selbstbetrug, den jeder psychologisch einigermaßen geschulte Mensch als pathologisch grenzwertig einordnen würde. Da brauchen wir noch nicht einmal über die Gefahr von Absetzungen und sonstigen Sanktionen zu reden. Msgr. Lefebvre hätte das nicht gewollt.

  15. Sollte Bergoglio demnächst das Frauendiakonat einführen und den Zölibat aufheben, dann würden diese Veränderungen auch vor der Piusbruderschaft nicht Halt machen. Wer sollte es auch verbieten dürfen? Obere und Verantwortliche sind schnell ausgetauscht – siehe Malteserorden!

    • Ihren Pessimismus teile ich nicht, hochgeschätzter Leo. Dass Seine Heiligkeit (nach diesem Schritt in Richtung der Piusbruderschaft kann ich ihn wieder gut so nennen) Frauendiakone einführen und den Zölibat aufgeben wird, halte ich nach dieser neuen Entwicklung für völlig ausgeschlossen.

      Vergessen wir nicht, was Christus seiner Kirche verheißen hat: Du bist Petrus der Fels, auf den ich meine Kirche bauen werde. Wir haben uns, da schließe ich mich nicht aus, oft blenden lassen von Eitelkeit und Ichbezogenheit, haben unsere geringe Meinung über das Allwissen des Herrn gestellt. Jetzt, pünktlich zum Beginn der Österlichen Busszeit, schickt der Herr uns hier doch ein hoffnungsvolles Zeichen. Halleluja, Halleluja!

      • Eine Frage: soll für die FSSPX im Falle einer „Heimholung“ eigentlich weiterhin vollumfänglich der CIC 1917 gelten oder müssen sie sich dem CIC 1983 unterwerfen? Im ersteren Fall würde eine Personalprälatur nicht die geeignete Rechtsform darstellen, denn dann entstünde mit der Heimholung eine vorkonziliare Parallelkirche, die letztlich den mit Rom unierten Kirchen eigenen Rechts gleichgestellt werden müsste.

        • Interessante Frage, wobei auch jetzt schon der 1917er Codex nicht für die FSSPX „gilt“, sondern sie sich daran nur sozusagen privat daran orientiert, wenn die Normen des geltenden CIC von 1983 davon abweichen. Dass dieser nicht gelte, können strenggenommen nur Sedisvakantisten behaupten, diese können gar nicht anders. Was für die beiden Codices des kanonischen Rechts gilt, trifft übrigens entsprechend auch auf die neue und alte Ablassordnung zu. Irgendwie war außerdem die Kodifizierung des Kirchenrechts 1917 schon problematisch. Vorher hatten Kanonisten und Dogmatiker überwiegend die gleichen Quellen, erschien das Recht also weniger positivistisch. Der 1917er CIC kennt keine Personalprälatur, diese ist eine unmittelbar nachkolnziliare Rechtsfigur, die dann erst 1983 Eingang in den CIC fand. Auch deshalb würde zimindest in diesem Punkt wohl der neue Kodex zwingend gelten müssen. Aber ganz davon abgesehen, wäre eine eigene Rituskirche mE besser. Damit freilich würde die FSSPX auf das „römisch“ verzichten (was sie zu Recht sicher nicht will), aber man kann nicht zugleich eine eigene katholische Rituskirche und Teil der röm.-kath. Kirche sein.

    • Da ist doch alles klar: Austreten aus diesem „Verein“…Wenn man denen (und am besten millionenfach) die Kirchensteuer entzieht, dann werden sie schon zum Flattern anfangen!
      Dieser millionenfache Austritt aus der „schein-katholischen“ Kirche hätte gleich nach Vat. II stattfinden sollen. Womöglich wäre manches dann anders…!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*