Malteserorden: Außerordentliche Sitzung des Souveränen Rates für 28. Januar einberufen

Für den 28. Januar wurde eine außerordentliche Sitzung des Souveränen Rates des Malteserordens einberufen, um den Rücktritt des Großmeisters anzunehmen.

(Rom) Der Großmeister des Souveränen Malteserordens, Fra Matthew Festing, hat für den 28. Januar den Souveränen Rat des Ritterordens zu einer „außerordentlichen Sitzung“ einberufen, um gemäß Artikel 16 der Ordensverfassung seinen Rücktritt als Großmeister anzunehmen. Nach einer Audienz bei Papst Franziskus, der von ihm den Rücktritt verlangte, resignierte der 2008 auf Lebenszeit gewählte Großmeister. Fra Festing war der 79. Großmeister des Ordens seit Beginn der Zählung im Jahr 1100. Gegründet wurde der Orden 1048 als Spitalsbruderschaft in Jerusalem. Mit der Gründung des Kreuzfahrer-Königreiches Jerusalem 1099 erhielt der Orden die Aufgabe, auch militärisch den Schutz der Pilger sicherzustellen, und wurde zum Ritterorden.

Artikel 16 der Ordensverfassung besagt im Wortlaut:

„Der Amtsverzicht des Großmeisters muß vom Souveränen Rat angenommen und, um Rechtswirksamkeit zu erlangen, dem Hl. Vater mitgeteilt werden.“

Dem Souveränen Rat gehören gemäß Artikel 20 der Ordensverfassung „der Großmeister oder der Statthalter, der den Vorsitz führt,“ und „die Inhaber der vier Hohen Ämter und sechs Ratsmitglieder“ an.

Artikel 13 regelt die Wahl eines neuen Großmeisters:

„Der Großmeister wird vom Großen Staatsrat auf Lebenszeit gewählt. Wählbar sind Professritter mit mindestens zehn Jahren in Ewigen Gelübden, sofern sie unter 50 Jahre alt sind; für ältere Professritter genügen drei Jahre in Ewigen Gelübden, sofern sie seit zehn Jahren Mitglieder des Ordens sind.“

Derzeit zählt der Orden rund 60 Professritter.

Die Zusammensetzung des Großen Staatsrats für die Wahl regelt Artikel 23:

Artikel 23

§1
Der Große Staatsrat hat den Großmeister oder seinen Statthalter zu wählen.

§2
Wahlberechtigt sind:
a) der Statthalter des Großmeisters oder der Interimistische Statthalter;
b) die Mitglieder des Souveränen Rates;
c) der Ordensprälat;
d) die Prioren oder, im Fall einer Vakanz, ihre ständigen Vertreter (Prokuratoren, Vikare, Statthalter) ;
e) die Professbaillis;
f) zwei von jedem Priorat delegierte Professritter;
g) ein Professritter und ein Obödienzritter als Vertreter der Ritter „in gremio religionis“ ;
h) fünf Regenten von Subprioraten gemäß dem Codex;
i) fünfzehn Vertreter von Assoziationen gemäß dem Codex.

§ 3
– zur Wahl eines Großmeisters ist die Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten plus eine Stimme erforderlich .

§ 4
– die dem Großen Staatsrat angehörenden Mitglieder des Ersten Standes haben das Recht, einen Dreiervorschlag einzubringen. Sollte ein solcher jedoch nicht innerhalb des ersten Sitzungstages des Großen Staatsrats vorgelegt, oder kein darin genannter Kandidat in den drei ersten Wahlgängen gewählt werden, so besteht für weitere Wahlgänge keine Bindung mehr an den Dreiervorschlag.

§ 5
– Nach dem fünften unentschiedenen Wahlgang entscheidet der Große Staatsrat mit gleicher Mehrheit, ob nunmehr ein Großmeister-Statthalter für höchstens ein Jahr gewählt werden soll. Wird dies abgelehnt, werden die Wahlgänge für die Wahl eines Großmeisters wieder aufgenommen. Bei Zustimmung findet eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten statt, die im fünften Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten, wobei der Kandidat mit den meisten Stimmen obsiegt. Gibt es nun nur einen einzigen Kandidaten, so benötigt dieser die Mehrzahl der anwesenden Stimmen.

§ 6
– Der gewählte Großmeister-Statthalter hat den Großen Staatsrat noch vor Ablauf seines Mandates erneut einzuberufen.

Insgesamt zählt der Malteserorden derzeit rund 13.500 Mitglieder.

Text: Giuseppe Nardi
Bild. Orderofmalta (Screenshot)

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3 Kommentare

  1. Franziskus hat damit die Vertrauensfrage gestellt. Und damit seine letzte Eskalationsmöglichkeit ausgespielt.
    Der Malteserorden erkennt nun, wohl oder übel, die päpstliche Autorität von Franziskus an. Doch die Zweifel an dieser wachsen weiter. Und der Frieden in der Kirche ist, wieder einmal in diesem Pontifikat, in seinen Grundfesten erschüttert worden.

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