Kardinal Keith O’Brien verzichtet auf Konklave – Der Schotte forderte Aufhebung des Zölibats

Kardinal Keith O'brien forderte Frauenordination nun trat er als Erzbischof von Edinburgh zurück und verzichtete nach Vorwürfen sexueller Belästigung durch mehrere Priester auf die Teilnahme am Konklave. Papst Benedikt XVI. nahm den Rücktritt umgehend an(London/Rom) Die Zahl der Konklave-Teilnehmer wird 115 betragen. Der schottische Kardinal Keith O’Brien hat seinen Rücktritt als Erzbischof von Edinburgh und den Verzicht auf sein Recht, am Konklave teilzunehmen, bekanntgegeben. Der Primas von Schottland, der in anderen Fragen als „konservativ“ galt, war nach der Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. mit der Forderung nach Aufhebung der Zölibatspflicht für Priester an die Öffentlichkeit getreten.

Der Vorstoß ihres Primas brachte in Teilen der schottischen Kirche ein Faß zum Überlaufen. Was Jahrzehnte unausgesprochen blieb, wurde nun öffentlich gemacht. Kardinal Keith O’Brien (nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Kardinal Edwin Frederick O’Brien) wurde von drei Priestern und einem inzwischen laisierten, ehemaligen Priester mit dem Vorwurf konfrontiert, sich ihnen in den 80er Jahren sexuell genähert zu haben, oder wie es offiziell heißt, ein „unangemessenes Verhalten“ an den Tag gelegt zu haben.

Vatikan-Sprecher Pater Federico Lombardi bestätigte umgehend am Samstag, daß Papst Benedikt XVI. „über den Fall informiert ist. Die Angelegenheit befindet sich nun in seinen Händen.“ Worte, die wie Blei wogen und von gut informierter Seite sofort mit einem Rücktritt in Verbindung gebracht wurden.

Kaum hatte Benedikt XVI. den Thron bestiegen, leitete er eine Reinigungsaktion in der Kirche ein, die den Pädophilie-Skandal mit auslöste. Einen öffentlichen Aufschrei und ein Schatten, der sich auf sein Pontifikat legte, die der Papst in Kauf nahm, weil die Kirche einer Reinigung bedurfte und – wie er allen kirchlichen Verantwortungsträgern Erinnerung rief – immer neu bedarf. Eine Vertuschung „um Schaden von der Kirche fernzuhalten“, war er nicht gewillt zu dulden und gab statt dessen die Parole „Null Toleranz“ gegen sexuellen Mißbrauch aus.

Die schwerwiegenden Vorwürfe gegen den Kardinal müssen erst noch einer Überprüfung unterzogen werden. Papst Benedikt XVI. nahm jedoch sofort den Rücktritt als Erzbischof an. Er tat dies offiziell unter Hinweis auf die Altersgrenze. O’Brien vollendet allerdings erst in drei Wochen sein 75. Lebensjahr.

Der Rücktritt von Keith Kardinal O‘Brien und dessen Verzicht, am Konklave teilzunehmen, bedeutet einen konsequenten Abschluß dieses Pontifikats.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons

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5 Kommentare

  1. Also beim besten Willen verstehe ich nicht, warum die betroffenen Priester so lange geschwiegen haben, denn jeder, der zu so etwas Jahrelang schweigt, macht sich zumindest in meinen Augen an jeden weiteren Vergehen des Täters Mitschuldig. Außer (und das weis ich ja nicht) es ist so wie im Fall Marcial Maciel Degollado das der Vatikan darüber bescheit wusste, aber nichts unternommen hat, und nun eben die betroffenen Priester an die Öffentlichkeit gingen.

    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen.

  2. Der Kardinal kann überhaupt nicht auf sein Recht am Konklave verzichten, weil er kein Wahlrecht hat. Es handelt sich vielmehr gemäß Kirchenrecht um eine Teilnahmepflicht und damit um eine Wahlpflicht, von der er gegebenenfalls dispensiert werden kann oder muß.

    • Nun, was wollen Sie denn ? Ganz offensichtlich hat der Papst ihn ja „dispensiert“ ! Oder glauben Sie allen Ernstes, der per heute wirksam gewordene Rücktritt vom Amt des Erzbischofs sei unabhängig dieser skandalösen Geschichte erfolgt (…für die andere Schreiber – siehe oben – die mutmaßl. Opfer auch noch mitschuldig machen wollen) ?

  3. Entschuldigung, aber das Ganze ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Wie kann man bei solch einem Blödsinn ernst bleiben ?
    „Vor mehr als 30 Jahren unsittlich berührt“ !
    Man fasst es nicht, das solch ein Quatsch über die Ticker läuft.
    Langsam denke ich, sind wir in übelsten Propagandamechanismen eines Joseph Goebbels angelangt.
    Wer glaubt dem Herrn? Niemand, denn die Behauptung Dreier, die sich abgesprochen haben, reicht heutzutage völlig aus.
    Der Herr war so „Konservativ“ das er den Zölibat abschaffen wollte und von Papst Benedikt nur mit Vorbehalten Kardinal wurde.
    Er ist 75 und hat richtigerweise seinen Rücktritt eingereicht, was der Papst umgehend angenommen hat, denn für weitere Mietlinge hat er wahrlich keine Kraft, ich denke nur an das furchtbare Gequatsche des Herrn Martini aus Mailand.
    Zufällig beim Rücktritt oBrians, treten dann auch ein paar Priester nach.
    Und alle beten es treu nach.
    Ich war selbst lange Zeit in einem Salvatorianer Kolleg im Internat und habe weder von solchen Sachen gehört, geschweige denn so etwas erlebt.
    Wie dumm sind wir ?
    Herr wirf Hirn vom Himmel, aber bitte ein paar Tonnen, oder schick uns das Jüngste Gericht, schlimmer als heute, waren in jeder Hinsicht die Gräuel an Heiligen Stätten noch nie!

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