Israel provoziert das soeben anerkannte Palästina – Neue Siedlungen sollen Westjordanland teilen

(Jerusalem) Wenige Stunden nach der Anerkennung Palästinas als UNO-Beobachter durch die UN-Vollversammlung, hat Israel den Bau von 3000 neuen Wohneinheiten für jüdische Siedler in den besetzen Gebieten Ost-Jerusalems und des Westjordanlandes beschlossen.

Die Palästinenserbehörde und israelische Friedens- und Menschenrechtsgruppen sehen darin einen „Akt der Aggression“. Die neuen Siedlungen sollen das Westjordanland in zwei Teile teilen, in einen nördlichen und einen südlichen Teil, um dadurch das Entstehen eines unabhängigen Staates Palästina auch in Zukunft unmöglich zu machen. Seit der israelischen Besetzung der Palästinensergebiete im Jahr 1967 wurden mindestens 100 illegale Siedlungen mit mehr als 500.000 jüdischen Siedlern errichtet, wie die Christin und palästinensische Politikerin Hanan Ashrawi mitteilte.

Laut Informationen israelischer Medien sollen einige der neuen Siedlungen zwischen Jerusalem und der Kolonensiedlung Maaleh Adumim entstehen. Die Palästinenser widersetzen sich mit Nachdruck gegen die Baupläne in diesem Gebiet, das unter der Bezeichnung E1 bekannt ist. Die israelischen Bauprojekte in diesem Bereich zielen offensichtlich darauf ab, das Westjordanland zu teilen und damit die Schaffung eines souveränen Palästinenserstaates mit der Hauptstadt Ost-Jerusalem zu verhindern.

Die Palästinenserbehörde spricht von einer „israelischen Aggression gegen einen anderen Staat“. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, daß die Palästinenser geltende Bestimmungen gebrochen haben, indem sie sich an die UNO wandten. Israel reagiere entsprechend.

In Wirklichkeit entstehen jüdische Siedlungen in den besetzten Gebieten bereits seit Jahrzehnten. Mindestens eine halbe Million Juden wurden dort seit 1967 in mehr als 100 Niederlassungen angesiedelt.

Mahmoud Abbas, der Präsident der Palästinenserbehörde, erklärte noch in New York, daß Palästina zu Gesprächen mit Israel bereit ist ohne Vorbedingungen. „Aber es gibt mindestens 15 UNO-Resolutionen, die die israelische Siedlungstätigkeit als illegal und als Hürden für den Frieden verurteilen, die beseitigt werden müssen. Warum stoppen die Israelis nicht die Siedlungen?“

Der Vatikan begrüßte die Entscheidung der UNO-Vollversammlung in New York, Palästina einen Beobachterstatus als Nicht-Mitgliedsstaat zuzuerkennen. Nur kurz nach dem Votum in der Nacht auf Freitag veröffentlichte das vatikanische Staatssekretariat eine Erklärung. Sie verweist darauf, dass sich der vatikanische „Außenminister“, Erzbischof Dominique Mamberti, schon letztes Jahr vor der UNO für eine Anerkennung der Staatlichkeit Palästinas eingesetzt habe. Wörtlich heißt es aus dem Vatikan: „Das Votum vom 29. November drückt die Gefühle einer Mehrheit der Mitglieder der internationalen Gemeinschaft aus.“ Auch der Heilige Stuhl hat einen Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen, wie Radio Vatikan berichtete.

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

Katholisches wird immer für den Leser kostenlos bleiben. Damit das Magazin Tag für Tag mit neuen Artikel weiterhin erscheinen kann sind Zuwendungen notwendig: Unterstützen Sie bitte Katholisches mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

Unterstützen Sie Katholisches auch, indem Sie ihre Bücher über FalkMedien beziehen. FalkMedien hilft uns regelmäßig bei technischen Aufgaben und beteiligt sich bei der Finanzierung von Servertechnik und Administration.

Der WebShop von FalkMedien umfaßt neue und antiquarische Bücher. Bei jedem Kauf, der über Katholisches.info zustande kommt, werden 10 Prozent Provision an Katholisches ausgeschüttet.

FalkMedien liefert jeden erhältlichen Titel: Die Recherche in einem umfassenden Katalog, der auf dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) basiert, ermöglicht es, nahezu alle verfügbaren deutschsprachigen Titel zu beziehen.  -  vlb.falkmedien.de


FalkMedien liefert jedes neue Buch versandkostenfrei ohne Mindestbestellwert.

3 Kommentare

  1. Alles ist ganz leicht zu verstehen:

    Die Araber würden, wenn sie könnten, die Juden ins Mittelmeer treiben und – – die ganze Welt würde höchst indigniert zuschauen.

    Die Juden betrachten die Bibel als ihr Grundbuch.

    Natürlich gibt es auf allen Seiten Ausnahmen, nur zur Ergänzung.

  2. Es wäre interessant einmal zu erfahren, womit die ständig behauptete Illigalität der Siedlungen begründet wird, denn auch UN-Resolutionen können ja nicht ohne kodifiziertes Recht auskommen. Und völkerrechtlich ist der Staat Israel verantwortliche Besatzungsmacht, dem wohl die Umsiedelung der ansässigen Bevölkerung untersagt ist, aber selbst dort zu siedeln??

    Anscheinend geht es bei der UN-Forderung um aktuelle Machtverhältnisse, genauso wie auf Jalta mit der Abtrennung Ostdeutschlands und der tatsächlich völkerrechtswidrigen Deportation der Stammbevölkerung.

    Aber in den besetzten Gebieten leben großteils nach den Juden eingewanderte Araber, die von diesen profitierten aber sie dennoch ständig mit Angriffskriegen überzogen …

  3. Das Gebiet „Palästina“ wurde 1920/22 vom Völkerbund definiert, nachdem weite Teile Nordafrikas und des nahen Ostens 1918 von der jahrhunderte währenden Kolonialherrschaft türkischer Sultane befreit wurden. Auf dem Gebiet des „Palästina“ von 1920/22 befinden sich heute die Staaten Israel und Jordanien – die derzeit umstrittenen Gebiete Gaza, Samaria und Judäa waren bis 1967 von Ägypten bzw Jordanien annektiert und stehen erst seit dem sog. 6-Tage-Krieg unter israelischer Verwaltung. Man bemerke bitte, daß Israel diese Gebiete NICHT annektiert hat, sondern immer und immer wieder auf eine 2-Staaten-Lösung drängte, die ebenfalls immer und immer wieder, seit 1948, am Widerstand der muslimischen Führer scheitert, Israel als Staat anzuerkennen.
    Ich halte fest daran, daß es bereits zwei in der UN vertretene „palästinensische“ Staaten gibt:
    1. Jordanien
    2. Israel
    Die Bevölkerung von Gaza, Samaria und Judäa hatte bisher keine Chance, sich zur Gründung eines dritten Staates zu entscheiden, weil

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*