Kampfansage des chinesischen Regimes an Vatikan – 10 weitere illegale Bischöfe?

(Hong Kong) Der Ehrenvorsitzende der regimetreuen Patriotischen Vereinigung Chinas, Anthony Liu Bainian, verlangte vom Vatikan, „sich nicht in die Arbeit der selbsterwählten und selbstgeweihten Bischöfe einzumischen“. Gemeint sind die von Rom nicht anerkannten, vom kommunistischen Regime bestimmten und unrechtmäßig geweihten Bischöfe in der Volksrepublik China. Liu Bainian, von den Katholiken abschätzig der „Papst von China“ genannt, weil er den Anspruch erhebt, die Kirche in China anzuführen, erklärte zudem, daß es mindestens zehn weitere Bischofskandidaten gebe, die „bald“ über die Form der „Selbstwahl“ und der „Selbstweihe“ zu Bischöfen würden, denn das sei die „von der Kirche in China“ gewollte Form.

Die Aussagen Bainian wurden am 14. Mai von der Hong Konger Zeitung Wen Wei Po veröffentlicht, die der kommunistischen Partei Chinas nahesteht.

Die Stellungnahme wird als Kampfansage und Drohung an den Vatikan gewertet. Die Heilige Stuhl hoffte nach Jahrzehnten der Verfolgung auf eine Möglichkeit der Annäherung und der Versöhnung der romtreuen Untergrundkirche und der regimetreuen Patriotischen Vereinigung. Im Herbst 2010 machte eine unerlaubte Bischofsweihe durch das Regime alle Hoffnungen zunichte. Seither befindet sich das Regime in Peking auf Konfrontationskurs mit der katholischen Kirche.

Am 11. Mai 2011 erzwang das Regime in Shantou die Wahl eines Bischofs durch zusammengerufene Priester, Ordensschwestern und Laien gegen den Willen Roms.

Das vom Regime bestellte „Wahlkomitee“ aus 15 Priestern, fünf Ordensschwestern, zwei Seminaristen und 50 Laien „wählte“ unter Druck und Drohungen den einzigen, vom Regime bestimmten Kandidaten, Pater Joseph Huang Binghzhang.

Der Heilige Stuhl erkennt die „Selbstwahl“ nicht an:

  1. Wegen des rechtlich nicht zuständigen, ja gar nicht existenten Wahlgremiums;
  2. Wegen des Zwangs und Drucks, der auf die „Wählenden“ ausgeübt wurde, da die Abstimmung von Funktionären der Patriotischen Vereinigung und der chinesischen Polizei überwacht wurde, ein Mitglied des „Wahlkomitees“ ist verschwunden, ein weiteres wurde verhaftet;
  3. Weil Don Huang seit Jahren das Bischofsamt anstrebt, aber vom Vatikan stets als „nicht würdig“ für das Amt betrachtet wurde, seit 1998 ist er gegen den Willen des Heiligen Stuhls Mitglied des chinesischen Parlaments;
  4. Die Diözese Shantou hat bereits einen rechtmäßigen Bischof mit Msgr. Zhuang Jianjian, der 2006 mit Zustimmung des Heiligen Stuhls im Untergrund geweiht wurde. Das Regime erkennt ihn jedoch nicht an und versucht seine Arbeit wo immer möglich zu behindern. Seite Dezember 2010 wird er ständig von der Polizei überwacht. In der Karwoche und den Osterfesttagen wurde er von der Polizei daran gehindert, die Liturgie zu feiern.

(Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews)

 

 

 

 

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