Nach fünf Bischöfen kehren 50 anglikanische Priester nach Rom zurück

(London) Nach fünf anglikanischen Bischöfen werden morgen 50 anglikanische Priester die Konversion zum katholischen Glauben bekanntgeben und in die Einheit mit Rom eintreten. Erzbischof Vincent Nichols von Westminster, der Primas von England und Wales und Vorsitzender der Bischofskonferenz will morgen die Richtlinien Roms zur Aufnahme anglikanischer Kleriker bekanntgeben.

Andrew Burnham, anglikanischer Bischof von Ebbsfleet, erklärte, daß der traditionsverbundene anglikanische Klerus durch die zunehmend radikalere Stoßrichtung liberaler Gruppen immer mehr entmutigt wurde.

„Man erträgt es nur für eine bestimmte Zeit, wie der rassistische Rechtsextremismus der anglikanischen Kirche behandelt zu werden“, so der Bischof im Daily Telegraph. „Sie sehen in uns Rückwärtsgewandte, weil wir die Frauenordination ablehnen, doch die Debatten, die sie führen, sind mehr soziologischer als theologischer Art“.

Burnham ist einer der fünf anglikanischen Bischöfe, die bereits ihre Konversion zum katholischen Glauben öffentlich bekanntgaben. Für ihn sei die Entscheidung der anglikanischen Generalsynode vom Juli ausschlaggebend gewesen, auch Frauen zu Bischöfen zu wählen.

Ein erheblicher Teil der Anglo-Katholiken beabsichtigt bis 2012 abzuwarten, um zu sehen, ob die anglikanische Kirche tatsächlich die Wahl von Bischöfinnen erlauben wird. Sie hoffen weiterhin, daß es nicht dazu kommen werde.

Keith Newton, anglikanischer Bischof von Richborough, ein anderer der fünf Bischöfe, die „über den Tiber gehen“, sagte, daß in der anglikanischen Gemeinschaft „viel anders geworden“ sei. „Es gibt keine Sicherheit mehr in den Glaubenswahrheiten. Sie ist relativistischer geworden.“

„Es macht mich traurig, zu gehen, weil ich der anglikanischen Kirche viel verdanke, aber es [das Angebot Papst Benedikts XVI.] ist eine freudige Chance“, so Newton.

Die katholischen Bischöfe von England und Wales versammeln sich diese Woche in Leeds, um über einige konkrete Auswirkungen dieser Konversionsbewegung der Anglikaner nach Rom zu sprechen: in welcher Form kann der konvertierte Klerus ökonomisch unterstützt werden, kann er weiterhin die Kirchen für den Gottesdienst nützen.

Die erste Gruppe von anglikanischen Klerikern, die nun die Konversion bekanntgeben, werden offiziell Anfang 2011 in die katholische Kirche aufgenommen. Dies erklärte der katholische Bischof von Nottingham, Msgr. Malcolm McMahon. „Es hängt von der anglikanischen Kirche ab, ob weitere Anglikaner zur Ansicht gelangen, ihr nicht mehr angehören zu können.“ Gleichzeitig betonte er: „Es ist nicht Interesse der katholischen Kirche, die anglikanische in Stücke zu schlagen.“

Bereits im vergangenen Jahr beklagte sich hingegen Rowan Williams, der anglikanische Erzbischof von Canterbury und Vorsitzender der anglikanischen Weltgemeinschaft, daß ihn der Schritt des Papstes mit der Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus in eine „unbequeme Situation“ gebracht habe.

Im vergangenen Monat legte er noch nach, indem er feststellte, „bestürzt zu sein über diese Initiative von so großer Tragweite, die uns vorgesetzt wurde, ohne uns je wirklich zu konsultieren“.
Papst Benedikt XVI. veröffentlichte die Apostolische Konstitution im November 2009 nach einer Reihe von Geheimtreffen zwischen vatikanischen Stellen und anglikanischen Bischöfen über den „liberalen Einschlag“ der Kirche von England.

(Giuseppe Nardi, Bild: segnideltempo)

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