Acht mit Rom verbundene Bischöfe nahmen an illegaler Bischofsweihe teil – Vatikan: "Schwerer Angriff auf Religionsfreiheit"

(Hong Kong) Trotz der scharfen Proteste des Heiligen Stuhls wurde heute in der Volksrepublik China eine illegale Bischofsweihe durchgeführt. Die vom kommunistischen Regime in Peking verfügte, aber von Rom nicht anerkannte Weihe fand in der Kirche von Pingquan (Chengde) statt. Geweiht wurde der regimetreue Pater Joseph Guo Jincai.

Über den neuen Konfrontationskurs der Regierung herrscht in Rom große Verstimmung. Hinzukommt die Enttäuschung über die Teilnahme von acht „offiziellen“ Bischöfen an der Weihe, die in Einheit mit Rom stehen. Ein Teil von ihnen scheint zur Teilnahme gezwungen worden zu sein. Erst im Oktober hatte der Vatikan die Richtlinien von März bekräftigt und „dringend“ ersucht, keine Gesten zu setzen, die der Einheit mit Rom widersprechen würden. Genannt wurde dabei ausdrücklich die Teilnahme an einer unrechtmäßigen Bischofsweihe.

Die Regierung signalisierte bereits in den vergangenen Wochen, einen härteren Kurs gegenüber den Katholiken des Landes, die sich nicht dem kommunistischen Regime unterordnen wollen. Die Kommunistische Partei versucht durch die einseitige Einsetzung von regimetreuen Bischöfen, die Katholiken von Rom loszureißen und in eine kontrollierte Nationalkirche zu zwingen.

An der illegalen Bischofsweihe, die heute morgen zwischen 9 Uhr und 10.40 Uhr Ortszeit stattfand, nahmen mehrere Dutzend Priester, rund 500 Gläubige und zahlreiche Regierungsfunktionäre teil. Darunter befanden sich vor allem Funktionäre der regimetreuen Katholisch-Patriotischen Vereinigung.

Es handelte sich um die erste illegale Bischofsweihe seit 2006. Damals wurden innerhalb weniger Tage mit Ma Yinglin von Kunming und Liu Xinhong von Anhui zwei von der Regierung ernannte Bischöfe illegal geweiht. Auch damals protestierte der Heilige Stuhl scharf gegen die „schwerwiegende Verletzung der Religionsfreiheit“ durch staatliche Einmischung. Damals waren neun Bischöfe anwesend.

Hauptzelebrant der heutigen Weihe war Bischof Fang Jianping von Tangshan. Die weiteren teilnehmenden Bischöfe waren Bischof Pei Junmin von Liaoning, Bischof Li Lianggui von Cangzhou und Bischof Feng Xinmao von Hengshui, die in den letzten Tagen von der Polizei entführt und für die Zeremonie festgehalten wurden.
Hinzukamen noch Erzbischof Joseph Li Shan von Peking, Bischof Meng Qinglu von Hohhot, Bischof Zhao Fengchang von Liaocheng und der Bischof-Koadjutor von Baoding Francesco An Shuxin.

Vor allem die Teilnahme von Bischof An Shuxin schafft neue Probleme für den Vatikan und die Kirche in China. 2009 hatte sich der Bischof entschlossen den Untergrund zu verlassen und um Anerkennung durch die regimetreue Nationalkirche zu ersuchen. Seine Entscheidung führte zu zahlreichen Konflikten und neuen Spaltungen in der Diözese von Baoding.

Asianews berichtete, daß das Gelände rund um die Kirche, in der die illegale Weihe erfolgte, von einem starken Polizeiaufgebot weiträumig abgeriegelt war, das den Zugang zur Feier kontrollierte. Die romtreuen Katholiken vor allem im Untergrund erleben die erneute Verletzung der Religionsfreiheit als „großes Leiden“. Einmal mehr stellt sich die Frage, ob sie die Sakramente von einem von Rom nicht anerkannten Bischof empfangen dürfen. Heute gibt es in China Bischöfe und Priester, die dem kommunistischen Regime treu sind, aber nicht dem Papst. Es gibt Bischöfe und Priester der romtreuen Untergrundkirche und schließlich Bischöfe und Priester, die sowohl in Einheit mit Rom stehen als auch vom Regime anerkannt sind.

Der Vorfall wird von den chinesischen Katholiken und von Rom als „schwerwiegender Rückschlag“ auf dem Weg zu einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Rom und Peking betrachtet, vor allem aber als Schlag des Regimes gegen die Bestrebungen des Papstes, die Einheit unter Chinas Katholiken wiederherzustellen, die seit der kommunistischen Machtergreifung und den Versuchen des Staates, die Kirche knebeln zu wollen, kompromittiert ist.

(Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews)

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