Großrazzia bei evangelischen Christen

(Amizmiz) Mit einem Großaufgebot durchsuchten Polizisten am 4. Februar das Haus eines Christen in der marokkanischen Kleinstadt Amizmiz, 55 Kilometer südlich von Marrakesch. Wie das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors erfuhr, hatte sich dort gerade eine kleine Gruppe von Christen versammelt. 18 Marokkaner und ein US-amerikanischer Besucher wurden verhaftet und zu Verhören auf die Polizeistation gebracht. Unter den Festgenommenen waren auch fünf Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und vier Jahren. Nach Razzien in Häusern von Christen im März und Dezember 2009 ist dies das dritte Mal, dass Treffen von Christen durch die Polizei beendet wurden. Nach dem Verhör durften die marokkanischen Bürger wieder gehen. Der US-Amerikaner wurde zum Flughafen gebracht und mußte das Land verlassen.

Der marokkanische, inzwischen freigelassene Gemeindeleiter, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, sagte Open Doors, daß sie von der plötzlichen Hausdurchsuchung mit nahezu 60 Beamten in 15 Autos überrascht wurden. „Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Kirche in Marokko, daß Regierungsbehörden mit solch einem Großaufgebot eine kleine Gruppe von Christen angehen.“ Er wisse von keinem derartigen Vorgehen selbst gegen fundamentalistische Muslime. Die Einsatzgruppe wurde geleitet von einem Oberst und zwei Hauptmännern. Zudem waren der Bezirkschef von Amizmiz und führende muslimische Geistliche dabei. Während des 14-stündigen Verhörs bis in die frühen Morgenstunden des 5. Februar hinein wurden Fotos und Videoaufnahmen von den Verhafteten gemacht. Die Beamten beschlagnahmten Bibeln, Liederbücher, zwei Laptops, ein Mobiltelefon und eine Digitalkamera. Die Sachen wurden bislang nicht zurückgegeben. Offenbar lag für die Hausdurchsuchung keine schriftliche Anweisung vor, so der Gemeindeleiter.

Die The Maghreb Arabe Press (MAP) veröffentlichte eine Erklärung des Innenministers. Demnach habe es der „ausländische Missionar auf eine Gruppe von 14 Marokkanern abgesehen, um den christlichen Glauben im Königreich zu verbreiten“. Weiter hieß es, zu der Operation sei es nach Informationen über ein geheimes Treffen gekommen, bei dem Menschen zum Übertritt zum Christentum veranlaßt werden sollen. Das würde den Glauben von Muslimen erschüttern und die Werte des Königreichs untergraben.

(Open Doors)

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