Abendmahlssaal der katholischen Kirche zurückgegeben? – „Nicht-Meldung“ sorgt vor Papstbesuch in Israel für Unruhe

(Jerusalem) Als eine „Nicht-Meldung“ bezeichnet der Franziskaner David Maria Jaeger die Nachricht, Israel wolle die Heiligen Stätten der Christenheit dem Vatikan unterstellen. Israelische Medien hatten im Vorfeld der Reise von Papst Benedikt XVI. in das Heilige Land berichtet, Staatspräsident Simon Peres trage sich mit der Absicht, dem Heiligen Stuhl einige der Heiligen Stätten der Christenheit zu übertragen. Genannt wurden dabei die Verkündigungsbasilika in Nazareth, einer bis ins 20. Jhdt. mehrheitlich von arabischen Christen bewohnten Stadt in Nordisrael, der Abendmahlssaal auf dem Berg Sion, der Garten Gethsemani in Jerusalem, die Kirche der Brotvermehrung in Tabgha am See Genezareth und der Berg Tabor am Rand der Jesreeleben in Nordisrael, auf dem die Verklärung des Herrn stattfand. Die Meldung löste teils heftige politische Reaktionen in Israel aus.

„Es ist offensichtlich nichts Wahres an dieser Nicht-Meldung“, erklärte P. Jaeger der Nachrichtenagentur SIR. Der Franziskaner zählt zu den führenden katholischen Experten für das Heilige Land. „Die ganz Welt weiß, daß die gesamte katholische Kirche seit Jahrhunderten die Rückgabe des Abendmahlsaales an die rechtmäßigen Eigentümer, nämlich die Franziskaner-Kustodie des Heiligen Landes erwartet“, so P. Jaeger. Den Franziskanern war 1333 der Saal anvertraut worden, in dem Christus mit den Aposteln das Letzte Abendmahl feierte. Die Heilige Stätte war damals vom König von Neapel erworben und mit päpstlicher Erlaubnis den Franziskanern übergeben worden, die nach der Vertreibung der Kreuzritter die einzige katholische Institution waren, die von muslimischer Seite im Heiligen Land geduldet wurde. 1551 wurden sie jedoch mit Gewalt von den Osmanen vertrieben. „Wir haben seither nie aufgehört, die Rückgabe einzufordern“, so P. Jaeger.

Die anderen in den israelischen Medien genannten Heiligen Stätten befinden sich hingegen bereits im Eigentum verschiedener katholischer Einrichtungen. Die Kirche, so P. Jaeger, wünscht sich daher nichts anderes, als daß es so bleibe. Zu den Hintergründen dieser Meldung meint P. Jaeger: „Es scheint, daß diese Nicht-Meldung von fundamentalistischen jüdischen Kreisen ausgegangen ist, die im Vorfeld der Papstreise gezielt Unfrieden in den freundschaftlichen Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem jüdischen Staat stiften wollen.“

(SIR/JF)

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