Richter: „Ich würde dich gern töten“

(Istanbul) Am Flughafen der ägyptischen Hauptstadt Kairo wurde die vom Islam zum Christentum konvertierte Martha Samuel Makkar festgenommen. Wie der Informationsdienst Compass Direct berichtete, kam es am 13. Dezember 2008 zur Festnahme der 24-Jährigen, die aufgrund von Bedrohungen wegen ihres Religionswechsels das Land verlassen wollte. Am 24. Januar wurde sie auf Kaution entlassen. Wie ihre Anwältin Nadia Tawfiq berichtete, befragte Richter Abdelaa Hashem ihre Mandantin während der Anhörung ausführlich über ihren christlichen Glauben. Der Frau wird vorgeworfen, ihre Ausweispapiere, demnach sie Christin sei, gefälscht zu haben. Makkar erklärte daraufhin ihren Religionswechsel und den christlichen Glauben. Laut der Anwältin bat der Richter darum, ihre Mandantin allein zu sprechen. Er soll Martha Samuel Makkar daraufhin gesagt haben, niemand wechsle einfach vom Islam zum Christentum; sie sei eine Muslima. „Wenn ich jetzt ein Messer hätte, würde ich dich töten“, soll der Richter der Christin unter vier Augen gesagt haben. Seit ihrer Bekehrung zum Christentum vor fünf Jahren haben die Polizei und entfernte Verwandte die 24-Jährige unaufhörlich bedroht, so Makkar. Verwandte hätten ihr mit dem Tod gedroht. Die Beamten, so die Anwältin, hätten Frau Makkar bei der Verhaftung am Flughafen geschlagen.

Bislang gibt es noch keinen Präzedenzfall für die anerkannte Konversion und die Änderung des Religionseintrages in den Ausweispapieren eines als Muslim geborenen Ägypters, der zum Christentum konvertierte. Das ägyptische Gesetz sieht kein Mittel zur legalen Änderung der Religionsangabe im Ausweis vor. Für die beiden unter dem Verdacht der Beihilfe zur Erlangung falscher Papiere für Frau Makkar verhafteten Angestellten des koptisch-orthodoxen Patriarchats in Alexandria ordnete die Staatsanwaltschaft ebenfalls die Haftentlassung an. Frau Makkar hat inzwischen gegen Beamte der Polizeistation El-Nozha sowie Angehörige des Nationalen Sicherheitsamtes Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs und erniedrigenden Verhaltens erhoben. Von Mithäftlingen, so die Anwältin, sei Makkar getreten worden; man habe versucht, sie zu töten und sie zum Islam zurückzubringen. Frau Makkars Prozeß wird zwar vor einem anderen Richter stattfinden, doch Anwältin Tawfiq befürchtet, alle Richter seien entrüstet über einen Religionswechsel eines Muslims.

(Compass Direct)

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