US-Soldat als „Bibelaktivist“ verklagt

(Bagdad) Nach einem Bericht in der Tageszeitung Ar-Rafidain (Das Zweistromland) kommt im Irak ein amerikanischer Soldat vors Kriegsgericht, weil er Medaillen mit arabischen Bibelsprüchen verteilt hatte.

Im Einklang mit der von den USA abgesegneten Verfassung des neuen Iraks nach Saddam Hussein sind nur die Moslems, und vor allem die Schiiten berechtigt, ihren Glauben öffentlich zu bekennen und ihn zu verbreiten. Den irakischen Christen (Juden gibt es kaum noch) wurde hingegen untersagt, das Evangelium nach außen zu bezeugen. Als Erkennungszeichen untereinander sind daher münzähnliche kleine Medaillen in Umlauf gekommen, auf die in Arabisch Bibelsprüche eingeprägt sind.

An einem amerikanischen Militärposten vor der Stadt Faludscha, einer Hochburg saddamistischer „Werwolf-Kämpfer“, von sunnitischen Aufständischen und eines durch Al-Kaida gesteuerten Terroruntergrund, waren solche „Bibelmünzen“ aufgetaucht. Offenbar wollten sich akut gefährdete christliche Iraker damit bei den Soldaten ausweisen und sie um Schutz bitten. Der Postenkommandant behielt eine oder mehrere der Medaillen und zeigte sie später, da er die arabische Inschrift nicht lesen konnte, einem Moslem von Falludscha mit der Bitte um Übersetzung. Dieser erblickte darin einen Bekehrungsversuch und er zeigte den Marine-Infanteristen bei dessen militärischem Vorgesetzten wegen eines
„christlichen Missionsversuches“ an.

Dieser nahm die perfide Anzeige ernst und schaltete die Armeejustiz ein: Der Sergeant wurde von seinem Posten durch die
Militärpolizei entfernt, er selbst in Gewahrsam genommen und eine Untersuchung eingeleitet. Wenn die Militärrichter den unfreiwilligen „Bibelaktivisten“ schuldig sprechen, drohen ihm Degradierung und bis zu einem Jahr Kasernenarrest.

(CSI/ Fa)

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