Kinderreichtum darf nicht länger Armutsrisiko sein

(Bamberg) Erzbischof Ludwig Schick fordert eine sofortige Erhöhung des Kindergelds in Deutschland. „Was sind 154 Euro bei den heutigen Lebenshaltungskosten?“ fragt Schick. „Das Kindergeld muß schnellstens den notwendigen Ausgaben für jedes Kind angepaßt werden.“ Das Kindergeld erst 2010 zu erhöhen, sei ein ‚Stoppschild’ für mehr Kinder in unserer Gesellschaft und ein ‚Verbotsschild’ für kinderreiche Familien.


Schick spricht sich auch entschieden für ein gestaffeltes Kindergeld aus. „Nicht erst ab dem vierten Kind muß mehr Kindergeld gezahlt werden. Ab dem dritten Kind steigen die Lebenshaltungskosten erheblich. Eine größere Wohnung ist erforderlich, mehr Wasser- und Stromkosten fallen an, die Arztkosten erhöhen sich und ein größeres Auto ist anzuschaffen. Das muß berücksichtigt und das Kindergeld mindestens ab dem dritten Kind erhöht werden“. Die Umstellung vom „Erziehungs- aufs Elterngeld“ benachteilige die kinderreichen Familien mehr als sie zu unterstützen, da sich das Elterngeld nach dem Einkommen der Eltern richte und ein Großteil der kinderreichen Familien zu den mittleren oder unteren Einkommensschichten gehörten. Sie bekämen entsprechend weniger Elterngeld, konstatiert Schick. „Kinderreichtum ist immer noch ein Armutsrisiko bei uns, das ist ein Skandal“, so der Erzbischof wörtlich.

(bbk)

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