Rodriguez Carballo läßt Katze aus dem Sack: „Treue zum Konzil für Orden nicht verhandelbar“


Rodriguez Carballo mit Papst Franziskus: Feindbild Tradition?(Barcelona/​Rom) Lei­det die Ordens­kon­gre­ga­ti­on unter einem Feind­bild Tra­di­ti­on? Die­se Fra­ge steht seit ver­gan­ge­nem Wochen­en­de im Raum. Der Fran­zis­ka­ner José Rodri­guez Car­bal­lo, seit einem Jahr Sekre­tär der Kon­gre­ga­ti­on für die Insti­tu­te geweih­ten Lebens und für die Gesell­schaf­ten apo­sto­li­schen Lebens, nahm an einer Kon­fe­renz der Orden Kata­lo­ni­ens teil. In sei­ner Rede am ver­gan­ge­nen Sams­tag lie­fer­te er, ohne den Orden nament­lich zu nen­nen, einen ersten offi­zi­el­len Hin­weis, war­um die Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta von sei­ner Kon­gre­ga­ti­on gemaß­re­gelt wer­den. Der Grund reicht weit über die­sen jun­gen Orden hin­aus und ist von grund­sätz­li­cher Natur.

In sei­ner Rede beton­te Kuri­en­erz­bi­schof Rodri­guez Car­bal­lo, daß die Treue zum Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil einen zen­tra­len Punkt für das Ordens­le­ben dar­stel­le. Wört­lich sag­te die Num­mer Zwei der Ordens­kon­gre­ga­ti­on: „Für Ordens­leu­te ist das Kon­zil ein Punkt, der nicht ver­han­del­bar ist.“ Wer in den „Refor­men“ des Zwei­ten Vati­ka­nums alles Schlech­te des Ordens­le­ben sehe, „leug­net die Gegen­wart des Hei­li­gen Gei­stes in der Kirche“.

Kongregation „sehr besorgt“: „Nicht nur vor-konziliare, sondern anti-konziliare Ausbildung“

Der Kuri­en­erz­bi­schof beton­te, daß man in der Ordens­kon­gre­ga­ti­on „beson­ders besorgt“ über die­ses The­ma sei: „Wir sehen ech­te Abwei­chun­gen“. Vor allem, weil „nicht weni­ge Insti­tu­te“ ihrem Ordens­nach­wuchs „nicht nur eine vor­kon­zi­lia­re, son­dern sogar eine anti-kon­zi­lia­re For­mung geben“, so Rodri­guez Car­bal­lo. „Das ist nicht zuläs­sig, das heißt, sich außer­halb der Geschich­te stel­len. Das ist etwas, das uns in der Kon­gre­ga­ti­on sehr besorgt.“ Eine „Sor­ge“, die offen­sicht­lich vom Prä­fek­ten der Ordens­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Joà£o Braz de Aviz geteilt wird. Auch von Papst Fran­zis­kus? Es spricht eini­ges dafür.

Die Kon­fe­renz wur­de von der Unión de Reli­gio­sos de Catalu­ña (URC) ver­an­stal­tet. Am Sams­tag stand sie allen Ordens­leu­ten Kata­lo­ni­ens offen. Máxim Muñoz, der URC-Vor­sit­zen­de und Pro­vin­zi­al der Cla­re­ti­ner Kata­lo­ni­ens bezeich­ne­te die Ernen­nung Rodri­guez Car­bal­los zum Sekre­tär der Ordens­kon­gre­ga­ti­on als „beson­de­re Aner­ken­nung durch Papst Franziskus“.

Papst Fran­zis­kus hat­te den spa­ni­schen Fran­zis­ka­ner Rodri­guez Car­bal­lo am 6. April 2013, nur drei Wochen nach sei­ner Wahl in sein heu­ti­ges Amt berufen.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: OFM