Grabeskirche: Heiliges Grab in Jerusalem erstrahlt in neuem Glanz

Restaurierte Ädikula über dem Heiligen Grab in der Grabeskirche von Jerusalem
Restaurierte Ädikula über dem Heiligen Grab in der Grabeskirche von Jerusalem

(Jerusalem) In zwei Tagen findet in der Grabeskirche in Jerusalem eine feierliche Zeremonie statt. Derzeit wird noch frenetisch geputzt und aufgeräumt. Die Restaurierungsarbeiten des Heiligen Grabes sind abgeschlossen. Das Grab wird am Mittwoch wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Um 10 Uhr versammeln sich die Vertreter der verschiedenen christlichen Konfessionen, die Anteil an der Grabeskirche haben, zu einem feierlichen Gebet. Zehn Monate hat die Restaurierung in Anspruch genommen. Für die zahlreichen Heilig-Land-Pilger eine karge Zeit.

An der Zeremonie werden in erster Linie die drei Signatarkirchen teilnehmen, die für die Restaurierungsarbeiten verantwortlich zeichnen: der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilos II. von Jerusalem, der Franziskanerpater Francesco Patton, Kustos des Heiligen Landes, und der armenisch-apostolische Patriarch von Jerusalem, Nourhan Maougian. An ihrer Seite wird Msgr. Pierbattista Pizzaballa stehen, der derzeitige Apostolische Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem.

Ebenso werden auch alle Konfessionen anwesend sein, die Anteil an der Grabeskirche haben: die Syrer, die Kopten und die Äthiopier. Geladen sind auch die übrigen christlichen Konfessionen, die über Niederlassungen in Jerusalem verfügen.

Erwartet wird zudem der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., der zu diesem Anlaß nach Jerusalem reisen wird. Zuletzt hielt sich Bartholomäus zusammen mit Papst Franziskus im Mai 2014 in Jerusalem auf. Es gibt Gerüchte, daß auch der Heilige Stuhl einen hochrangigen Vertreter entsenden könnte. Bisher ist aber noch nichts Konkretes bekannt.

Vor wenigen Tagen teilte die Franziskanerkustodie des Heiligen Landes mit, daß der Heilige Stuhl auf Wunsch von Papst Franziskus jeweils eine halbe Million Dollar für die Grabeskirche und die Geburtskirche in Bethlehem zur Verfügung gestellt hat.

Ädikula über dem Heiligen Grab restauriert

Die Ädikula über dem Heiligen Grab war dringend restaurierungsbedürftig. Bei einem Erdbeben im Jahr 1927 war sie beschädigt und von den Briten vor ihrem Abzug aus dem Mandatsgebiet Palästina 1947 mit einem Stahlkorsett provisorisch gesichert worden. Aus dem Provisorium wurde ein Dauerzustand, der nun Vergangenheit ist. Die Ädikula wurde gesichert, restauriert, gesäubert und zeigt sich ohne Sicherungskorsett in neuem Glanz. Den Blick, den die Pilger ab Mittwoch auf das Heilige Grab haben werden, wurde in den vergangenen 100 Jahren noch keinem geboten. Die Ädikula erstrahlt wieder im Stil des osmanischen Barocks, in dem sie zuletzt vor 200 Jahren umgestaltet worden war. Ruß, Schmutz, Erosion und das Stahlkorsett hatten bisher das Aussehen entstellt.

Nicht ganz gelöst werden konnte die Frage der Feuchtigkeit. Die Arbeiten in der Grabeskirche sind daher noch nicht abgeschlossen. Das vom Papst gespendete Geld wird für die nächste Restaurierungsstufe eingesetzt, auf die sich die Kirchen einigen konnten.

Jerusalem ist auf Felsen erbaut und liegt mitten im Nahen Osten. Die Niederschlagsmenge entspricht jedoch jener von London. Bei starken Regenfällen bleibt das Wasser stehen. Durch Verdampfung ist die Luftfeuchtigkeit erheblich. Unterhalb der Grabeskirche gibt es Wasseransammlungen in Hohlräumen von Vorgängerbauten und in der zerstörten alten Kanalisation. Alles Aspekte, die für die Konservierung des Heiligen Grabes eine Rolle spielen.

Für die Heilig-Land-Pilger ist der Mittwoch allemal ein ganz besonderer Tag. Nach Monaten der Arbeiten kann das Heilige Grab, nach Abschluß der Zeremonie, wieder ungehindert besucht werden. Der Anblick, der sich ihnen dabei bietet, hat kein noch lebender Heilig-Land-Pilger vor ihnen gesehen.

Im Heiligen Grab hatte Jesus Christus nach seinem Tod am Kreuz drei Tage gelegen, ehe er am dritten Tag von den Toten auferstanden ist und sich seinen Jüngern zeigte. 40 Tage blieb er unter ihnen bis seiner Himmelfahrt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Custodia Terrae Sanctae

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2 Kommentare

    • Der von Ihnen aufgeführte Wikipedia-Artikel scheint da aber nicht Ihrer Meinung zu sein, weshalb sollte denn die ganze Überlieferung falsch sein, und das Gartengrab die Grablege Christi gewesen sein?

Kommentare sind deaktiviert.