„Papst schweigt zu Dubia, um größeres Übel von der Kirche fernzuhalten“

Schweigt Papst Franziskus, weil er massiv "unter Druck" gesetzt wird, und um "ein größeres Übel von der Kirche abzuwenden"?
Schweigt Papst Franziskus, weil er massiv "unter Druck" gesetzt wird und um "ein größeres Übel von der Kirche abzuwenden"?

(Rom) Seit dem 14. Januar, als die vier Kardinäle Brandmüller, Burke, Caffarra und Meisner ihre Dubia (Zweifel) am umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia öffentlich bekanntmachten, steht für viele Katholiken die Frage im Raum, warum Papst Franziskus sich hartnäckig weigert, auf die fünf Fragen der Kardinäle zu antworten. Diese fragen sich dasselbe bereits seit dem 19. September, als sie ihre Zweifel bei der Glaubenskongregation deponierten.

Die spanische Nachrichtenseite Religion Confidencial versuchte heute eine ungewöhnliche Antwort auf die Frage zu geben:

„Die Position des Heiligen Vaters ist die prudentia, um ein größeres Übel für Katholische Kirche zu vermeiden“.

Die ungewöhnliche „Antwort“ könnte ein Negativbeispiel für die Kunst des Schönredens sein.

Papst wird „von bestimmten Kreisen unter Druck gesetzt“

Eine von Religion Confidencial „konsultierte „Quelle“, die ungenannt bleibt, aber „in einigen Dikasterien der Römischen Kurie mitarbeitet“, bestätigte, daß Papst Franziskus „für den Augenblick nicht will, daß die Glaubenskongregation auf die Zweifel der vier Kardinäle antwortet. Einer der Gründe sei die Klugheit, um ein größeres Übel in der Katholischen Kirche abzuwenden.“

Als „ein Übel“, von denen die Kirche belauert werde, nennt die „Quelle“ „äußeren Druck bestimmter Kreise, die gegen die katholische Moral sind, die Druck auf den Heiligen Vater ausüben, damit er die kirchliche Ehelehre ändert“.

Wer diese „äußeren“ Kreise sind, die den Papst so massiv unter Druck setzen können, daß er in einer Kernfrage des Glaubens es nicht wagt, die Lehre der Kirche zu bekräftigen, wird von der „Quelle“ nicht gesagt.

Auf die Dubia der Kardinäle zu antworten, würde derzeit aber „das schlimmste Klima in der Kirche erzeugen“, weshalb der Papst es für den Moment vorziehe, zu schweigen und seine Linie fortzusetzen, die sein Pontifikat in dieser Sache kennzeichne: „Klugheit und Unterscheidung des individuellen Gewissens“.

„Kein Ehebrecher kann die Kommunion empfangen“

Kardinal Carlo Caffarra habe, so die „Quelle“, dem Papst persönlich die Dubia der vier Kardinäle übergeben mit dem Hinweis, daß die darin enthaltenen Fragen „unbedingt“ einer klärenden Antwort bedürfen. Die von Religion Confidencial zitierte „Quelle“ sagt, daß „viele Prälaten“ die Dubia für „legitim“ halten und sich eine Beantwortung wünschen würden. „Etwas anderes sei eine formale brüderliche Zurechtweisung, was eine sehr ernste Sache ist“.

Zur umstrittensten Stelle von Amoris laetitia sagt die „Quelle“: Amoris laetitia liefere keinen Grund, weshalb wiederverheiratet geschiedene Ehebrecher die Kommunion empfangen könnten, „deshalb kann kein Ehebrecher die Kommunion empfangen. Das ist ein Moralprinzip, das der Heilige Vater nicht geändert hat.“ Priester, Ordensleute oder andere Menschen, die das Gegenteil behaupten, hätte keine Autorität, diesem Moralprinzip zu widersprechen.

Stotternde „Quelle“

Bei der Frage, wie es dann sein könne, daß Papst Franziskus ein Pastoraldokument der Kirchenprovinz Buenos Aires lobte, das die Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zur Kommunion vertritt, und schrieb, daß dieses Dokument „gut“ sei und die „einzig mögliche Interpretation“ des VIII. Kapitels von Amoris laetitia sei, gerät die redselige „Quelle“ allerdings ins Stottern. Es handle sich nicht um ein „offizielles Schreiben“, sei nicht an die argentinischen Bischöfe gerichtet, sondern nur an einige von Buenos Aires, das Dokument „einiger argentinischer Bischöfe“ sei zudem nicht von Erzbischof Kardinal Mario Aurelio Poli unterzeichnet und auch von keinem „Medium des Heiligen Stuhls“ veröffentlicht worden. Es handle sich also nur um eine „private“ Sache und nicht um ein Dokument des Lehramtes. Warum der Papst dann ein handschriftliches Lob verfaßte, erklärt die „Quelle“ nicht.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Religion Confidencial (Screenshot)

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Franzel
Bekanntlich telefonierte Papst Franziskus schon im ersten Jahr seines Pontifikats, wenn ich mich recht entsinne, mit einer Dame in Argentinien, die ihn als sog. wvh. Geschiedene um Rat oder Hilfe zum Zutritt zur hl. Eucharistie anfragte. Unter welchem Druck stand der Papst bei diesem Telefonat, dieser Frau zu raten, daß sie, wenn der Priester der eigenen Pfarrei das verweigere, sie zu einem anderen Priester bitteschön gehen solle? Der Papst kann von niemandem daran gehindert werden, die Lehren Christi und der Kirche in seiner päpstlichen Autorität der Christenheit und der Welt offen zu verkünden. Weil schon alles geklärt ist, bedurfte es… weiter lesen »
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