Nicht jeder Pfadfinder zählt gleichviel (in Frankreich) – Wen Hollandes Sozialisten fördern und wen nicht

Pfadfinderwesen in Frankreich: Was der sozialistischen Regierung wichtig und förderungswürdig ist - eine Tabelle
Pfadfinderwesen in Frankreich: Was der sozialistischen Regierung wichtig und förderungswürdig ist - eine Tabelle

(Paris) Verwaltungsentscheidungen und staatliche Subventionspolitik entziehen sich in der Regel den Blicken der Bürger und werden nur in seltenen Fällen Gegenstand öffentlicher Debatten. Meist werden sie routinemäßig abgewickelt, dabei spiegeln sie ein deutlicheres, manchmal auch entlarvendes Bild der politischen Haltung der gerade Regierenden wider. Denn Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Ein Beispiel dafür liefert die Höhe der Subventionen, mit denen die Republik Frankreich die französische Pfadfinderbewegung unterstützt. Der deutsche Historiker Karlheinz Weißmann legte jüngst die Zahlen auf den Tisch. Sie sagen mit großer Klarheit aus, wen die sozialistische Regierung von Staatspräsident François Hollande fördert und wen nicht. Anders ausgedrückt: wer ihr förderungswürdig erscheint und wer nicht.

Der französische Staat fördert mit regelmäßigen Subventionen die verschiedenen Pfadfinderverbände des Landes und tut dies mit höchst unterschiedlich. Der muslimische Pfadfinderverband der Scouts Musulmans de France zählt an die 500 Mitglieder und wurde mit 42.200 Euro gefördert, das sind 84,40 Euro je Mitglied. Der größte und weitgehend „neutrale“ Pfadfinderverband der Scouts et Guides de France zählt rund 71.000 Mitglieder und bekam 825.000 Euro, das sind 11,15 Euro je Mitglied. Die katholischen Scouts d‘Europe, im deutschen Sprachraum als Katholische Pfadfinder Europas (KPE) bekannt, zählen 31.500 Mitglieder, erhielten aber nur 31.328 Euro also weniger als einen Euro je Mitglied.

Tabelle Pfadfinder Frankreich Subventionen
Staatliche Förderung der Pfadfinderverbände in Frankreich (2015) – zum Vergrößern anklicken.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons/Tabelle: Katholisches.info

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Barnabas
Aha. Die Leute, die immer nach Gleichbehandlung und Gerechtigkeit schreien verteilen Förderungen anscheinend ohne Grund ungerecht. Dabei fördern gerade Katholiken Gewaltfreiheit und Menschenrechte am meisten. Tja, wer nicht in einer gewaltfreien Gesellschaft leben will, fördert so. Sie werden ihre Ergebnisse schon erkennen. Hoffentlich nicht erst, wenn es zu spät ist. Der einzige Weg aus der Gewalt ist nicht ein moderater Islam (das ist nämlich nicht den Grundlagen entsprechend gelebter Islam). Die Chance in diesen als moderater Muslim zurückzufallen bzw. sich mit radikalen Muslimen zu solidarisieren ist nicht klein. Die beste Möglichkeit gegen den gewalttätigen Islam ist der Vergleich mit dem… weiter lesen »
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