Von der Einwanderungsinvasion zum Bürgerkrieg – Der Plan hinter der Krise in Kirche und Gesellschaft

"Manche stellen sich schon die Frage, ob die Wahl von Papst Franziskus zu dem Zweck gefördert wurde, um den Urhebern der Masseneinwanderung das moralische "Endorsement" zu verschaffen, das sie brauchen."
"Manche stellen sich die Frage, ob die Wahl von Papst Franziskus zu dem Zweck gefördert wurde, um den Urhebern der Masseneinwanderung das moralische "Endorsement" zu verschaffen, das sie brauchen."

von Robert de Mattei*

Auch den Widerstrebendsten beginnen inzwischen die Augen aufzugehen. Es gibt einen organisierten Plan zur Destabilisierung Europas durch die Masseneinwanderung. Dieses Projekt kommt von weit her. Bereits 1990 habe ich dieses Projekt im Buch „1990-2000. Zwei aufeinanderfolgende Träume: der Aufbau, die Zerstörung1 (Rom 1990) anhand der Worte von einigen „Aposteln“ dieses Projekts wie dem Schriftsteller Umberto Eco und dem Kardinal Carlo Maria Martini, beschrieben.

Umberto Eco schrieb: „Wir stehen heute in Europa nicht einem Einwanderungsphänomen gegenüber. Wir stehen einem Wanderungsphänomen gegenüber (…), und wie alle großen Wanderungen wird es als Endergebnis eine ethnische Neuordnung der Zielländer mit sich bringen, einen unausweichlichen Wandel der Sitten, eine unaufhaltsame Hybridisierung [Bastardierung], die die Farbe der Haut, der Haare und der Augen der Bevölkerungen statistisch verändern wird.“

Kardinal Martini seinerseits hielt „eine prophetische Wahl“ für notwendig, um zu verstehen, daß „der stattfindende Migrationsprozeß aus dem immer ärmeren Süden in den immer reicheren Norden eine große ethische Gelegenheit für eine Erneuerung ist, um die Route der stattfindenden Dekadenz des Konsumismus in Westeuropa zu ändern.“

In dieser Perspektive der „schöpferischen Zerstörung“, so mein Kommentar damals, „hätten sich nicht die Einwanderer in die europäische Zivilisation zu integrieren, sondern hätte sich im Gegenteil Europa aufzulösen und dank der Ethnien, die es besetzen, neu zu erschaffen. (…) Das ist der Traum von einer schöpferischen Unordnung, einem Schock, vergleichbar dem, der Völkerwanderung, um eine multikulturelle Gesellschaft der Zukunft zu schaffen“.

Der Plan war schon damals, und ist es immer noch, die europäischen Nationalstaaten und ihre christlichen Wurzeln zu zerstören. Nicht um einen Superstaat zu schaffen, sondern um einen Nicht-Staat zu schaffen, ein schreckliches Nichts, in dem alles, was das Aussehen des Wahren, Guten und Richtigen hat, von einem Abgrund des Chaos verschlungen wird. Das ist die Postmoderne: nicht ein Projekt des „Aufbaus“, wie es die aus dem Humanismus und der Aufklärung entstandene Pseudozivilisation war, die dann in den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts mündete, sondern eine neue und ganz andere Utopie: jene der Zerstörung und der Tribalisierung Europas. Die Absicht des revolutionären Prozesses, der seit vielen Jahrhunderten unsere Kultur angreift, ist der Nihilismus: das „bewaffnete Nichts“, wie Msgr. Jean-Joseph Gaume (1802-1879) es nannte.

Die Jahre sind vergangen, und die Utopie des Chaos ist zum Alptraum geworden, den wir erleben. Das Projekt der Zersetzung Europas, beschrieben von Alberto Carosa und Guido Vignelli in ihrer gründlichen Studie „Die stille Invasion. Der Immigrationismus: Ressource oder Komplott?2 (Rom 2002), ist zu einem epochalen Phänomen geworden. Wer auf dieses Projekt aufmerksam machte und davor warnte, wurde als „Unheilsprophet“ bezeichnet. Heute wird uns gesagt, daß es sich um einen unaufhaltsamen Prozeß handelt, der „gelenkt“ werden muß, aber nicht aufgehalten werden kann.

Dasselbe behauptete man in den 70er und 80er Jahren vom Kommunismus, bis durch den Fall der Berliner Mauer bewiesen wurde, daß Nichts in der Geschichte unumkehrbar ist, außer vielleicht die Blindheit der „nützlichen Idioten“. Zu diesen nützlichen Idioten sind mit Sicherheit die Bürgermeister von New York, Paris und London, Bill de Blasio, Anne Hidalgo und Sadiq Khan, zu rechnen, die am 20. September anläßlich der UNO-Generalversammlung mit einem Brief in der New York Times mit dem Titel „Our immigrants, our strenght“ (Unsere Einwanderer, unsere Stärke) einen Appell richteten, „entschiedene Maßnahmen zu treffen, um den Flüchtlingen auf der Flucht vor den Konflikten und den Migranten auf der Flucht vor dem Elend Hilfe und eine sichere Zuflucht zu garantieren“.

Die Hunderttausenden von Einwanderern, die nach Europa drängen, fliehen weder vor Konflikten noch vor dem Elend. Sie sind jung, bei bester Gesundheit, gepflegt und haben keine Zeichen von Verletzungen oder Unterernährung, wie es der Fall ist bei jenen, die aus Gegenden kommen, wo wirklich Krieg oder Hunger herrschen.

Der Anti-Terror-Koordinator der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, sprach am 26. September vor dem Europäischen Parlament von einer massiven Infiltrierung dieser Einwanderer durch den Islamischen Staat (IS). Aber auch wenn unter ihnen die Terroristen nur eine unbedeutende Minderheit wären, sind alle Illegalen, die in Europa an Land gehen, Träger einer Kultur, die antithetisch zur christlichen und westlichen ist.

Die Einwanderer wollen sich nicht in Europa integrieren, sondern Europa dominieren, wenn nicht mit den Waffen, dann mit dem Schoß ihrer und unserer Frauen. Wo sich diese Gruppen von jungen islamischen Männern  niederlassen, werden europäische Frauen schwanger, bilden sich neue „gemischte“, dem Koran unterworfene Familien, die vom Staat Moscheen und finanzielle Unterstützung fordern. Das geschieht mit der Hilfe von Bürgermeistern, Landes- und Staatsverwaltungen und den katholischen Pfarreien und christlichen Gemeinden.

Eine Reaktion des Volkes kann nicht ausbleiben und wird in Ländern mit einem hohen Ausländeranteil wie Frankreich und Deutschland immer explosiver. „Wir stehen am Abgrund zu einem Bürgerkrieg“, sagte Patrick Calvar, der Chef des DGSI (Generaldirektion für Innere Sicherheit in Frankreich) vor einer Parlamentskommission (Le Figaro, 22. Juni 2016). Die bundesdeutsche Regierung erstellte einen 69 Seiten umfassenden „Schutzplan zur zivilen Verteidigung“, in dem die Bevölkerung aufgerufen wird, Wasser- und Nahrungsvorräte anzulegen, und sich auf „angemessene“ Weise auf ein Ereignis vorzubereiten, das „unsere Existenz bedrohen“ könnte (Reuters, 21. August 2016).

Wer ist verantwortlich für diese Situation? Sie sind auf mehreren Ebenen zu suchen. Da ist natürlich die führende, postkommunistische 68er-Klasse, die die Ruder der europäischen Politik in die Hand genommen hat. Da sind die Intellektuellen, die deforme Theorien in den Bereichen Physik, Biologie, Soziologie und Politik hervorgebracht haben, und da sind die Lobbys, die Freimaurerei, die Finanz-Potentaten, die teils im Dunkeln, teils im Licht der Sonne agieren. Bekannt ist zum Beispiel die Rolle des Finanziers George Soros und seiner internationalen Stiftung Open Society.

George Soros und Papst Franziskus
Was verbindet George Soros und Papst Franziskus?

Durch einen Hacker-Angriff wurden 2.500 Mails vom Server des amerikanisch-ungarischen Magnaten gestohlen und im Internet auf dem Portal DC Leaks veröffentlicht. Aus der entwendeten Privatkorrespondenz von Soros geht seine Finanzierung von subversiven Aktivitäten in allen Bereichen hervor, von der Homo-Agenda bis zu den Pro-Einwanderungs-Bewegungen. Anhand dieser Dokumente erbrachte Elizabeth Yore mit einer Artikel-Reihe im The Remnant den Beweis, daß Soros, direkt und indirekt, auch Papst Bergoglio und einige seiner engsten Mitarbeiter, wie den Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga und den Kurienerzbischof Marcelo Sanchez Sorondo, finanziell unterstützt.

Zwischen Soros und Papst Franziskus scheint es eine objektive, strategische Konvergenz zu geben. Die Willkommens-Politik, die als „Religion der Brücken“ einer „Religion der Mauern“ entgegengesetzt wird, ist zum Leitmotiv des Pontifikats von Franziskus geworden, so sehr, daß sich manche die Frage stellen, ob seine Wahl nicht genau zum Zweck gefördert wurde, den Urhebern der Migranteninvasion das moralische „Endorsement“ zu verschaffen, das sie brauchen. Fest steht jedenfalls, daß sich die Verwirrung heute in der Kirche und in der Gesellschaft im Gleichschritt ausbreitet. Das politische Chaos bereitet den Bürgerkrieg vor, das religiöse Chaos ebnet den Weg zu Schismen, die eine Art von religiösem Bürgerkrieg sind.

Der Heilige Geist, dem die Kardinäle nicht immer im Konklave entsprechen, hört jedoch nicht auf, zu wirken und weckt heute den sensus fidei jener, die sich den zerstörerischen Projekten in Kirche und Gesellschaft widersetzen. Die Göttliche Vorsehung wird sie nicht im Stich lassen.

*Roberto de Mattei, Historiker, Vater von fünf Kindern, Professor für Neuere Geschichte und Geschichte des Christentums an der Europäischen Universität Rom, Vorsitzender der Stiftung Lepanto, Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschienen: Vicario di Cristo. Il primato di Pietro tra normalità ed eccezione (Stellvertreter Christi. Der Primat des Petrus zwischen Normalität und Ausnahme), Verona 2013; in deutscher Übersetzung zuletzt: Das Zweite Vatikanische Konzil – eine bislang ungeschriebene Geschichte, Ruppichteroth 2011.

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana/The Remnant (Screenshot)

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Zuwendungsübersicht
  1. Roberto de Mattei: 1900-2000. Due sogni si succedono: la costruzione, da distruzione, Rom 1990 []
  2. Alberto Carosa/Guido Vignelli: L‘invasione silenziosa. L‘immigrazionismo: risorsa o complotto?, Rom 2002 []

5 Comments

  1. Gehorsam nebst Kritik versus Ungehorsam plus Kadavergehorsam, jeweils gegenüber kirchlichen Autoritäten: Ist solch eine Erörterung auch nur statthaft? Ja, das ist sie – und nicht nur das: Sie ist dringend geboten, wie sowohl Person samt Pontifikat Franziskus‘ I. und desssen Theologie, als auch jene 45 Kleriker, die den Papst kritisieren, höchst selbst eindrücklich belegen. Insofern hat nunmehr auch Roberto de Mattei einmal mehr ein weiteres Juwel zu Papier gebracht.
    Auf dem Fischer-Thron zu sitzen zu kommen ist höchste Auszeichnung und höchste Ehre, welche auf Erden einem Kirchenmann zuteil werden können. Höchste Auszeichnung und höchste Ehre einerseits – höchste Verantwortung vor Gott für die dem Papst solchermaßen anvertraute Heilige Kirche und die gläubigen Seelen andererseits: Beides gehört freilich untrennbar zusammen.
    Die Aufgabe des Papstes liegt in der treuhänderischen Verwaltung all dessen, was Unser Herrgott Jesus Christus bis zu Seiner Wiederkunft ihm als irdischen Stellvertreter zur Aufbewahrung anvertraut hat: Er muß den katholischen Glauben unverkürzt und unverändert bewahren, und er muß ihn unverkürzt und unverändert weitergeben; er darf weder etwas hinzufügen, noch etwas davon verwerfen. Dies ist das Prinzip der Tradition, und ausschließlich dergestalt vermochte die Heilige Katholische Kirche, das Schifflein Petri, die meist stürmischen Äonen zu bestehen, sowie ihre vielen Feinde zu überleben, und exakt so war es auch immer gewesen und geblieben bis einschließlich Papst Pius XII. In seinem Abwehrkampf gegen den Modernismus hat S. E. Erzbischof Marcel Lefebvre sinnvollerweise jenen Satz aus dem Ersten Paulus-Brief an die Korinther (15;1-5) zu seinem Spruch erwählt: Tradidi quod et accepi – Ich habe euch alles genau so weitergegeben, wie ich es selbst empfangen habe.
    So schwierig es unsereinem auch fallen, und wie sehr das gläubige Herz auch bluten mag: Als traditionstreuer Katholik habe ich das Recht auf Ungehorsam gegen die gesetzte, kirchliche Autorität, sowie, ja, sogar auch das Recht auf „Correctio Fraterna“ = „Brüderliche Zurechtweisung“ gegenüber dem Klerus, auch, und das ist ungemein wichtig, coram público ausgeübt!
    Sankt Thomas von Aquin referiert in seiner „Summa Teológica“ ausführlich darüber; er nimmt Bezug auf die Philíppika Sankt Petri und der anderen Apostel gegenüber den jüdischen Hohepriestern in der Apostelgeschichte (5;29-30): „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ Ungehorsam ist also ausdrücklich statthaft, wenn – und dieser Bedingungsnebensatz gehört in Stein gemeißelt! – Gefahr für den Glauben besteht. Es versteht sich demnach von selbst, daß meine Rechte auf Ungehorsam und „Correctio Fraterna“ im Falle eines Falles sich sogar gegen den Papst richten können!
    Im Grunde genommen ist das auch nur logisch: Anderenfalls wären im ja Laufe der vielen Jahrhunderte all die Glaubensbekenner und Märtyrer völlig umsonst für den Glauben ermordet worden, und Martin Luther hätte mit seiner unseligen „Zwei-Reiche-Lehre“ auch noch recht behalten dürfen.
    Die FSSPX hatte am 19. April 2013 auf ihrer alten Netz-Seite einen sehr guten Artikel zu diesem Thema verfaßt gehabt. Als man sich dort vor nicht allzu langer Zeit gehalten sah, die Seite – nun ja – zu „modernisieren“, legte man wohl absichtlich kein Archiv mit all den alten Artikeln aus früheren Zeiten an, sondern, für mich völlig unbegreiflich, löschte alles: Gibt man heute eine entsprechende Anfrage in die Such-Zeile ein, dann bekommt man nur eine Fehlermeldung. Zum Glück ist man aber nicht völlig bei Matthäi am letzten angelangt, denn es existiert ja noch das sogenannte „Web-Archiv“: Dort muß man zwar etwas mühselig herumsuchen, vor allem deswegen und dann, wenn man über keine genauen Anhaltspunkte verfügt. Gibt man z.B. den früheren Seiten-Namen „pius.info“ ein, findet den Verweis und klickt darauf, dann landet man grundsätzlich bei der heutigen Seite „fsspx.de“. Man dreht sich also im Kreise und die Suche verläuft im Sande. Ich bin dann aber trotzdem fündig geworden, weil ich mir A.D. 2013, in dunkler Vorahnung und Deo gratias, für mein persönliches Archiv von jenem Artikel ein Bildschirm-Photo angefertigt hatte:

    https://web.archive.org/web/20130420061221/http://pius.info/lehramt/7858-rechtmaessiger-ungehorsam-gegen-die-autoritaet

    Honi soit qui mal y pense… Warum das alles partout dermaßen kompliziert sein muß, weiß nur der liebe Gott und die FSSPX selbst. Tja, genau: Warum eigentlich? Nun, als der betreffende Artikel verfaßt wurde, brannte es ja bereits lichterloh in der FSSPX. Die doktrinelle Präambel aus der Feder S.E. Bischof Fellays vom 15. April 2012 war bekannt geworden…

    http://mitderimmaculata.blogspot.de/p/doktrinelle-prambell-von-bischof-fellay.html

    … und Ungehorsam und „Correctio Fraterna“ vieler Gläubiger, ganz besonders bei unseren Glaubensbrüdern und Nachbarn in Frankreich, begannen sich nunmehr auch gegen die FSSPX selbst zu richten; die Parallelen zwischen der seinerzeit latae sententiae ungerechten und von Anfang an Null und nichtigen Exkommunikation S.E. Erzbischof Marcel Lefebvres zum einen, sowie dem jetzigen Ungehorsam zum anderen, lagen ja buchstäblich auf der Hand. Es scheint mir also durchaus plausibel, daß jener Artikel nun nicht mehr ins Konzept passen mochte. So weit, so traurig, so schmerzhaft. Es ist mir völlig unverständlich, wie die FSSPX mit dem postkonziliaren Vatikan und dem „Papst Bergoglio“ (Zitat: Roberto de Mattei) auch nur daran denken mag, ein Abkommen zu schließen: Eine Gefahr für den Glauben; jawohl!
    Es versteht sich natürlich von selbst, daß ich die Rechte auf Ungehorsam und Brüderliche Zurechtweisung erst nach sehr sorgfältiger Sach-Prüfung, sowie permanent zu erfolgender Überprüfung meiner selbst anwenden soll; zu schnell bin ich, behaftet mit dem Makel der Erbsünde, ansonsten ja gerne dabei, mich selber zum Maß der Dinge zu erheben – Stichwort: Pharisäertum –, und das muß unbedingt unterbleiben!

    In Cristo per Mariam +

    Carlosmiguel

    • Zur Piusbruderschaft kann man sagen, daß sie durch Papst Franziskus in einer Sackgasse gelandet ist, weil ihr selbst nicht völlig klar ist, für was sie eigentlich steht.
      Die Kirche „vor dem Konzil“ hatte dunkle Ecken und Seiten und Defizite, und somit war ein Konzil wohl angebracht, um sie eben fit zu machen „innerkirchlich“ und auch in der Auseinandersetzung mit allen möglichen Ideologien. Wie Papst Benedikt XVI. nochmals im Gespräch mit Peter Seewald deutlich machte, wurde u.a. auch mit seinem Dazutun die ursprüngliche vorgesehene Agenda für das Konzil geändert. Benedikt vertrat immer die Hermeneutik der Kontinuität, hatte sich aber offenkundig vor einigen Monaten ein Stück weit davon distanziert als er feststellte, daß das Konzil die Lehre „außerhalb der Kirche kein Heil“ fallengelassen habe. Und auch die fast magisch beschworene Gesundbetung des Islam ist ein Bruch mit der Geschichte, Kirchengeschichte und was noch gravierender ist: ein Bruch mit dem Evangelium, den Lehren Christi. Durch Beweihräucherung des Islam hebt sich die Kirche selbst aus den Angeln, weist die Heilsgeschichte und Jesus Christus ab, macht sie und Ihn zu einer menschlichen Sache, über die man verfügen kann. Und das ist die Verwirrung, die Situation heutzutage.

      Es stellt sich die Frage, ob der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. am 11.2.2013 nicht (auch) als ein Scheitern des 2. Vat. Konzils gelesen werden kann und muß. Und daß das so ist oder sein kann, dafür gibt „uns“ Papst Franzikus täglich einen Anschauungsunterricht.

      • Ich weiß sehr wohl, daß Papst Benedikt XVI. von vielen traditionstreuen Katholiken quasi zu einem klammheimlichen ihresgleichen verklärt wird – wenn man ihn denn nur gelassen hätte und eben nicht boshafte, mächtige Seilschaften sein segensreiches Wirken verhindert hätten. Insofern erbitte ich Nachsicht hinsichtlich meines Widerspruchs, aber die Wahrheit dient, wie immer, als Katharsis: Benedikt XVI. ist ein hartgesottener Konzils-Kleriker, und seine Theologie taugt demnach nicht viel. In der theologischen Wolle gestrickt paßt zwischen ihn und Bergoglio so besehen kein Blatt.
        Schon in einem seiner Frühwerke, „Einführung in das Christentum“, reiht er einen Irrtum an den anderen. Ein ganz schlimmer, der protestantischer nicht sein könnte: Jesus Christus sei der – Zitat – „perfekte Mensch“. Mit Verlaub: Das ist nicht nur purer Unsinn, das ist häretisch. Joseph Ratzinger ist keinesfalls dumm, sondern von intellektueller Brillanz, was ihn u.a. dazu befähigt, ad hoc druckreif zu sprechen; Nichtwissen kann man deswegen getrost ausschließen, und ein Blick in Sankt Thomas von Aquins „Summa Teológica“, die er ja als Seminarist seinerzeit selber noch ausführlich studiert hatte, hätte ihn belehren können: Jesus Christus ist nicht nur ein „perfekter Mensch“; Er ist vielmehr eine Person mit zwei Naturen: Mit einer göttlichen und einer menschlichen. Neudefinitionen sind demnach ohnehin überflüssig wie ein Kropf – es sei denn, sie dienten anderen, sinistren Zwecken. Benedikt XVI. hätte im Laufe der Jahrzehnte genügend Zeit gehabt, seine Irrtümer im Rahmen von Neuauflagen zu korrigieren – aber er hat das nicht getan; niemals.
        Unter dem Pontifikat von Johannes Paul II. stieg er zu Kardinalswürden und zum Präfekten der Glaubenskongregation auf. Klartext: Er war es, der verantwortlich und maßgeblich war hinsichtlich des Umgangs mit der FSSPX und deren Erzbischof S.E. Marcel Lefebvre. Er war es auch, der den Erzbischof buchstäblich am ausgestreckten Arm verhungern lassen wollte, indem er die Ernennung eines längst versprochenen Bischofs aus fadenscheinigen Gründen immer wieder auf den Sankt-Nimmerleinstag verschob, wohl in der Hoffnung, das „Problem“ mit der FSSPX würde sich eines Tages biologisch von alleine „lösen“. Er war es, der nach den unerlaubten Bischofsweihen A.D. 1988 die Exkommunikationen betrieb. Kurz, er war es immer gewesen, der die Tradition bekämpft hatte.
        A.D. 20015 zum Papst gewählt, war er es, der mit seinem „Motu proprio“ und vor allem der Aufhebung der Exkommunikationen den Gläubigen Sand in die Augen gestreut hatte. Warum ist das so? Nun, hätte Benedikt XVI. es durchweg ehrlich gemeint gehabt, dann hätte er jene Exkommunikationen nicht nur mal eben so aufheben dürfen – nein: Er hätte sie als das deklarieren müssen, was sie von Anfang gewesen waren, und als was sie S.E. Erzbischof Marcel Lefebvre auch immer richtigerweise gebrandmarkt hatte: Als von Anfang an latae sententiae ungerecht, ungültig und Null und nichtig. Dies hätte aber zwangsläufig bedeutet, daß Benedikt XVI. coram público auch ein „mea culpa“, also sein persönliches Fehler- und Schuldeingeständnis, hätte bekunden müssen, denn: Er hatte die Exkommunikationen seinerzeit ja betrieben gehabt. Und: Weder A.D. 1988, noch A.D. 2007 vermochte er zu erklären, weswegen sie eigentlich verhängt worden waren, noch, weswegen sie nunmehr wieder aufgehoben werden sollten; der bloße, diffus-nebulöse Vorwurf irgendeines „Ungehorsams“ reicht als Begründung, damals wie heute, keinesfalls aus; siehe oben. Höchst sinister bleibt vor allem: Lediglich deren formale Aufhebung unterstellt ja, gleichfalls zwangsläufig, daß sie A.D. 1988 eben doch rechtsgültig erfolgt wären. Q.e.d.
        Ratzinger war es auch, der der FSSPX im Rahmen jener unseligen Anerkennung unerfüllbare Forderungen gestellt hatte, wie etwa das Ablassen von der tradierten, korrekten Zelebration des „Triduum Sacrum“ zwischen Gründonnerstagnacht plus Karfreitag (der Tag des Leidens und Sterbens Unseres Herrn Jesus Christus), dem Karsamstag (dem Tag Seiner Grabesruhe) und Ostersonntag (dem Tag Seiner Auferstehung von den Toten). Schon klar: Benedikts XVI. Ansinnen zielte vor allem auf die Abschaffung der Fürbitte zur Bekehrung der Juden in der Karfreitags-Liturgie. Jeder Katholik weiß, daß das „Triduum Sacrum“ nichts weniger ist als der wichtigste, DER Kernbestandteil der Heiligen Katholischen Kirche. Davon abzulassen ist schlicht und einfach unmöglich, will man nicht auch gleich den kompletten Glauben als solchen zur Disposition stellen!
        Benedikt XVI. geißelte zurecht mehrmals den zeitgeistigen Relativismus à la George Orwell – nur, um ihn selber zu betreiben. Stichwort Assisi: Die Schändungen des Habitáculums und des geweihten Altares Unseres Herrn Jesus Christus. Erstes Gebot: Ich bin der Herr, Dein Gott! Du sollst keine anderen Götzen haben neben mir! Stichworte „Hermeneutik der Kontinuität“, sowie Heilige Messe: Angeblich existierten zwei Formen ein und des selben Meß-Ritus. Komisch nur, daß er postkonziliar den Tridentinischen kein einziges Mal mehr zelebriert, sondern vielmehr versucht hat, dessen Zelebration bis zum „Motu prorio“ zu unterbinden. Stichwort: Das Zweite Vatikanum ganz generell selbst, an dessen Beschlüssen auch sieben protestantische Theologen mitgebastelt haben. Wer all das ernsthaft einfordert, der vergewaltigt jeglichen Sinn für Verstand, Wahrheit und Logik, indem er, deckungsgleich à la Orwell, behauptet, „versus Dóminum“ sei das gleiche wie „versus pópulum“, die wahre Tridentinische Opfer-Messe sei das selbe wie die postkonziliare Mahl-Feier, sodann oben sei unten und unten sie oben, gut sei böse und böse sei gut, sowie Frieden sei Krieg und Krieg sei Frieden – kurz, Elefanten könnten fliegen, und alles sei relativ und lediglich abhängig von der persönlichen, individuellen „Meinung“.
        Klarheit, Reinheit und Wahrheit in Diskurs und Denken sind dieser Welt inzwischen völlig abhanden gekommen: Von einem Phänomen läßt sich niemals eine wahre, gültige Aussage treffen, sowie synchron und simultan deren Gegenteil. George Orwell’s Dystopie ist zur unfaßbaren Realität mutiert; sie funktioniert tatsächlich wie geschmiert, wenn man hinausschaut. Die Rattenfänger sind mit ihren, die Seelen verderbenden und verwirrenden, meschugge machenden Schalmeien so zahlreich unterwegs wie kaum jemals zuvor! Es ist schlicht haarsträubend!
        Sicherlich: Eine stärkende Neustrukturierung der Kirche hätte notgetan; freilich von maßgeblicher Seite her. Stichwort: Anti-Modernisten-Eid, sowie dessen „Abschaffung“ im Rahmen von Vatikanum II. Hatte man sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch redlich bemüht und Häretiker scharenweise exkommuniziert, waren am Ende die klandestinen Wühlarbeiten seitens freimaurerischer Elemente, denen es trotzdem in großen Zahlen gelungen war, in die Heilige Kirche einzudringen und deren innere Hierarchie mit Häresien quasi zu perforieren, am Ende erfolgreich: „… und sie bewegt sich doch!“ Das Zweite Vatikanum war schließlich nicht einer biblischen Plage gleich vom Himmel gefallen. Papst Pius XII. war über viele Jahre hinweg schwer krank und kaum mehr Herr der Lage gewesen, und nur deswegen vermochte der übelste der damaligen Freimaurer-Bischöfe, Annibale Bugnini, sein zerstörerisches Wirken über viele Jahre und gar Jahrzehnte hinweg zu betreiben. Er war DER Verantwortliche gewesen, der bereits A.D. 1955 versuchte, die Karfreitags-Liturgie zu entstellen, denn er wußte: Gelingt dieser sprichwörtliche Coup d‘État, dann war die Heilige Kirche vollends geliefert.
        Wer will, der kann’s nachlesen anhand Bugninis eigenhändiger Aufzeichnungen, denn fleißig war er ja: Annibale Bugnini: La riforma liturgica (1948-1975); Edizioni Liturgiche, Roma, 1981, 1997 e ultimamente, riveduta e arricchiata, 2012 (zu deutsch: letztmalig durchgesehen und angereichert). Womöglich ist dieser Wälzer ja auch einmal ins Deutsche übersetzt worden; ich bin mir nicht sicher. Sobald irgendwo Klöster platt gemacht und deren Bibliotheksbestände auf Flohmärkten verscherbelt werden, könnte man also fündig werden, oder generell im Antiquariats-Sektor. Ansonsten bleibt nur das italienischsprachige Original, das man manchmal noch zu kaufen bekommt.
        Was also wird dereinst von Papst Benedikt XVI. bleiben? Ich kann natürlich nicht in ihn hineinschauen und will auch keine Kaffeesatzleserei betreiben; derlei stünde mir auch gar nicht zu. Womöglich hat er ja das eine oder andere auch gut gemeint gehabt, hat ja irgendwann einmal das eine oder andere eingesehen, weswegen er da und dort Symptom-Kosmetik zu treiben suchte, wie etwa bei den Wandlungsworten. Sicher bin ich mir aber nicht. Vor allem aber bin ich nicht sein Richter; ich muß und darf ihn lediglich anhand seiner selbst messen, und das ist legitim. Ich vermute folglich, er wird in die Kirchengeschichte bestenfalls als eine tragische Figur eingehen. Und nicht vergessen: Das Ende der Kirche auf Erden ist uns ja sowieso prophezeit: Es ist der Tag der zweiten Parusie Unseres Herrn Jesus Christus. Daran glaube ich mit ganzem Wesen und vor allem mit Gottes Hilfe.

        In Cristo per Mariam +

        Carlosmiguel

  2. „Die Hunderttausenden von Einwanderern, die nach Europa drängen, fliehen weder vor Konflikten noch vor dem Elend. Sie sind jung, bei bester Gesundheit, gepflegt und haben keine Zeichen von Verletzungen oder Unterernährung, wie es der Fall ist bei jenen, die aus Gegenden kommen, wo wirklich Krieg oder Hunger herrschen.“

    Und wenn, dann ist meist nur von 20 bis 33% echter Flüchtlinge prozentual die Rede.
    Vor einiger Zeit war Focus-Chefredakteur Helmut Markwort in einer TV-Runde zu Gast und sprach sinngemäß von 80% der Flüchtlinge, die entweder über keine Berufsausbildung bzw über keine solche verfügen würden, die in Deutschland gefragt ist.
    Und in einem Einspieler wurde das besonders erheiternde Zitat zum Besten gegeben, wonach die Flüchtlinge für Deutschland wörtlich „Geschenke“ seien für die man dankbar sein könne. Man weiß ja, wenn man sich nicht absichtlich verschließt, was seit vergangenem Jahr alles geschehen ist.

    Irgendwann wird sich eine immer breitere Gesellschaft fragen, wie naiv man denn eigentlich war, den Medien ihre Lügen zu glauben.
    Ich denke dabei an die Pressebilder(wie oben zu sehen), wo fast ausschließlich junge Männer unter 30, gut gekleidet, körperlich unversehrt, ohne Reisepass, aber dafür mit teurem, neuen Smartphone(meines ist viel älter) zu sehen sind und waren.
    Und was ein Zufall, angeblich haben sie alle den Pass verloren, stammen aber aus Syrien und wollen ihre Familien nachholen.

    Einmal in Deutschland gibt es eh kein Zurück mehr – denn die lasche, deutsche (fast nicht vorhandene)Abschiebungspolitik in gesetzlich berechtigten Fällen ist der Magnet, der soviele „Flüchtlinge“ anzieht.
    Der Begriff Flüchtlinge ist ja dankbarerweise enorm dehnbar. Man kann ja vor allem Möglichen flüchten. Nicht nur vor Krieg, auch vor Strafverfolgung, wirtschaftlich schlechter Lage in der Heimat(Wirtschaftsmigranten), ja sogar vor der eigenen Frau könnte man flüchten. Alles ist denkbar^^.

    Und wie dankbar ist dann erst „Wir schaffen das“.
    Erstens, wir – damit kann Angela Merkel alle möglichen Strippenzieher und Steuerer dieses Flüchtlingsspektakels meinen.
    Dann, was schaffen „wir“ denn? Was meint sie insgeheim damit? Das was konkret herausgekommen ist? Nämlich überbordende Kriminalität und eine Spaltung in der Gesellschaft?
    Und zuletzt „das“. Was ist DAS denn, was ist damit gemeint und was kommt da noch als Nächstes?

    Und vielleicht sollten wir uns alle ein wenig visuell schlau machen und nachforschen, wie so ein typischer Syrer denn eigentlich aussieht.
    Nun, die haben normalerweise keine schwarze Hautfarbe, also alleine vom Foto oben fallen da schon viele weg.
    Daher kann der 1er-Schmäh „Ich bin Syrer“ da nicht mehr gelten.
    Und was ist so unmenschlich daran, zuerst die Herkunft jedes Asylwerbers zu prüfen, also Registrierstellen an den EU-Außengrenzen zu errichten?
    Oder Stopp zu sagen, da man ja mit den bisherigen Asylwerbern schon überfordert ist(Bearbeitungsstau von Asylanträgen, Unterbringungsprobleme, kein gesittetes Zusammenleben, fehlende Integration), das „Haus Europa“ auch seine Kapazitätsgrenzen hat?
    Die wirklichen Flüchtlinge leiden oder sterben gerade in Syrien, vor allem in Aleppo, weil der selbsterklärte Weltpolizist USA das dortige Problem lieber einfallsreich in die Länge zieht, als es zu lösen.

    Zum Artikel selbst muss ich feststellen, dass es selten vorgekommen sein dürfte, dass die Macht des Papstamtes derart zweckentfremdet wurde.
    Eben um an die Moral aller zu appellieren, um zu sagen, der Papst sage ja schon von Amts wegen die Wahrheit und wisse was am Besten für alle ist. Bei diesem Papst kann man da wohl, höflich ausgedrückt, eine Ausnahme machen.

  3. Ich würde die Jahrzehnte vor dem Konzil nicht verklären, geehrter @Carlosmiguel, und das tun Sie wohl auch nicht, wenn ich Sie richtig verstehe. Die Kirche mußte moderner werden m.Er., nicht modernistisch, sozial(er), aber nicht sozialistisch und auch die Ausbildung der Priester und Ordensleute mußte besser werden. Es hat doch wenig Sinn, junge Männer, nicht ganz übertrieben gesagt, zum Eunuchentum (geistige Kastration) zu verbilden oder zu einer liebedienerischen Haltung, die dann als besonders fromm und christlich gilt. Da mußten wirklich Fenster geöffnet werden und frische Luft hineingelassen werden in diese geistig stickigen Priesterseminare und Ordenshäuser. Das ist allgemein bekannt.

    Joseph Ratzinger ist in dieser Atmosphäre ja noch groß geworden, und er befand sich dann als Geweihter mitten in der Kirche und versuchte sicherlich auf seine Weise, Dinge zu entrümpeln und Licht in Dunkelheiten zu bringen. Und er stellte sich eindeutig gegen Bultmann und auch weithin gegen die sog. „historisch-kritische“ Theologie. Auch hatte er ja wirklich keine Ämter angestrebt und mußte nach Rom bspw. an Händen und Füßen hingezogen werden, und auch Papst wollte er nicht werden- ganz und gar nicht. Aber im Gehorsam ist er jeweils gefolgt.
    Ich meine, man muß die Dinge differenziert betrachten und dann kann man auch, so wie man das erkennt, Schwachstellen benennen, aber in gutem Geiste. Ein über ihn Herziehen würde m.Er. nichts bringen und schadete nur. Dogmen und Lehren und die Glaubensinhalte hatte er immer bekräftigt und in vertiefender Weise verteidigt. Das Dokument Dominus Iesus stammt ja auch aus seiner Feder und auch seine vielen Ansprachen (Regensburger Rede usw.) und seine Katechesen über Heilige und Kirchenlehrer werden bleibenden Wert haben. Dem überlieferten Ritus hatte er wieder Freiraum geschaffen und das müßte doch die Piusbruderschaft erfreuen. Aber warum ist dem nicht so?

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