„Wenn ein Papst zurücktritt, weil er nicht am WJT teilnehmen kann, stimmt etwas nicht“

Petersdom: der lastende Amtsverzicht
Petersdom: der lastende Amtsverzicht

„Wenn ein Papst zurücktritt, weil er nicht mehr am Weltjugendtag teilnehmen kann, dann stimmt etwas nicht.“

Francisco Fernandez de la Cigoña über die im Interview von Elio Guerriero gemachte Aussage, mit der Benedikt XVI. seinen Amtsverzicht begründete.

Bild. Wikicommons

 

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anjali jain

Dafür hätte man doch eine Lösung finden können. Ich finde das alles auch sehr eigenartig. Etwas scheint nicht zu stimmen.

Damian

Völlig richtig. Den Gedanken hatte ich auch schon. Die Ungereimtheiten um Aussagen von Papst Benedikt mehren sich.

BernardoGiuseppe

Das sehe ich auch so. Ich bin der festen Überzeugung, dass er erpresst wurde.

Marienzweig

Dies war auch mein erster Gedanke.
Als Begründung für einen Rücktritt reicht die Tatsache, nicht mehr zum Weltjugendtag reisen zu können, jedenfalls nicht aus.
Denn geistig war Papst Benedikt ja voll auf der Höhe.
Es wird mehr dahinterstecken, auch wenn wir es nicht oder nie erfahren werden.

Suarez
Liebe Marienzweig, wenn man sich eingehender mit dem theologischen Denken von Joseph Ratzinger befasst, wird man feststellen, dass der Rücktritt kein so großes Geheimnis ist, wie manche vermuten. Man muss daher nicht so absurde Gerüchte in die Welt setzen, dass Papst Benedikt erpresst worden sei. Papst Benedikt spürte, dass er den enormen Anstrengungen nicht mehr gewachsen sein würde. Gerade eine solche Schwäche eines Papstes könnte von subversiven Kräften in der Kirche ausgenutzt werden. Auch für die Zukunft stellt das ein ernstes Problem dar und hier wollte der Theologe Ratzinger noch aus der Autorität des Papstes heraus eine klare Antwort geben,… weiter lesen »
Marienzweig
Lieber Suarez! Ich finde es schön, dass Sie so sehr die damalige Situation des Papstes Benedikt berücksichtigen zur Zeit seines Rücktrittes. Als ich 2004 infolge äusserst dramatischer Umstände zum katholischen Glauben zurückfinden durfte, war ich darüber so glücklich, wie ich es nicht beschreiben kann. Ich erlebte die letzten Jahre des Papstes Johannes Paul II. mit und seinen zusehends gesundheitlichen Zerfall. Aber hat er nicht auch gerade dadurch sehr viele Herzen berührt? Papst Benedikt habe ich verehrt und als er mehr und mehr in die Kritik geriet, oftmals auf geradezu hämische Art niedergemacht wurde, da liebte ich ihn dafür umsomehr. Dabei… weiter lesen »
Marienzweig

Eine nicht unwichtige Präzisierung meinerseits, lieber Suarez.
Die „seelische Not“ bezog sich nicht auf meinen Glauben, sondern auf den Zustand der katholischen Kirche in unserer Zeit. Nicht dass etwa ein falscher Eindruck entsteht.

MisterX
Sie machen es ja noch schlimmer! Die Heilsamkeit der Katholischen Kirche hängt nicht an der Gesundheit des Papstes, schon gar nicht an dessen physischer. Im Leid hat uns der Herr errettet. Ihre allzu weltliche und rein materialistische Betrachtung ist kennzeichnend für das, was heutzutage anstelle der Wahrheit geglaubt wird. Da gehe ich nicht mit. Und man braucht auch keine Verwschwörungstheorie bemühen, so vernünftig ein solches Vorgehen angesichts ungezählter Verschwörungen auch ist: Benedikt mag das einzig mögliche getan haben, um mit ihm noch den alten Glauben, das alte Papsttum sichtbar zu halten. Tatsächlich redet er allerdings so, wie Entführte und Gefangene… weiter lesen »
Suarez
Liebe Marienzweig, Papst Benedikt steht fest auf dem Boden des Vaticanum II. Er war an der Ausarbeitung der Konzilstexte maßgeblich beteiligt. Vor dem Konzil konnte kein Bischof und Kardinal zurücktreten, die Emeritierung wurde erst ab dem Konzil möglich. Sie beruhte, dies hat Papst Benedikt in verschiedenen Vorträgen und Aufsätzen zum Konzil sehr genau ausgeführt, auf der Erfahrung, dass durch Alter schwer geschwächte Bischöfe und Kardinäle vor dem Konzil ihr Hirtenamt in Teils wohl wirklich nicht mehr akzeptabler Weise ausübten bzw. es eben faktisch nicht mehr ausüben konnten. Insofern übertrug Papst Benedikt diesen Gedanken, dass ein Hirte seinem Amt durch Alter… weiter lesen »
Suarez
Liebe Marienzweig, noch eine kleine Überlegung zu Ihren Gedanken. Sie fragen: „Und kann ein Papst wirklich sein von Gott gegebenes Amt in der Weise abgeben, als handelte es sich um den Rücktritt des in die Jahre gekommenen Chefs eines Familienunternehmens, um seinem Sohn Platz zu machen?“ Bitte vergessen Sie nicht, das Papst Benedikt bei seinem Rücktritt sagte, er werde weiterhin der Kirche im Gebet dienen und zwar mit ganzem Herzen und mit seiner ganzen Kraft. Er ist nicht Privatier wie ein Firmenchef geworden, der nun seinen Ruhestand genießt, sondern ist weiterhin Hirte, nur eben in einer zurückgezogeneren Rolle. Es ist… weiter lesen »
Suarez

@MisterX

Die Heilsamkeit der Katholischen Kirche hängt zuallererst am Heiligen Geist. Wo man Gott als Handelnden aus dem Spiel lässt, hängt man einer allzu weltlichen und rein materialistischen Betrachtung an. Das sollten Sie vielleicht einmal bedenken.

„Tatsächlich redet er allerdings so, wie Entführte und Gefangene sprechen, zu sprechen gehalten sind…“

Sie meinen Satan triumphiere schlussendlich doch über die Kirche?

anjali jain

Aber ich werde Papst Benedikt immer lieben ,was auch passiert ist oder passieren wird.Ich bin seine treue Verehrerin.

Pia

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“, schreibt Paulus; hätte Papst Benedikt nicht wie sein Vorgänger es auch getan hat, mehr auf die Kraft und den Beistand des allmächtigen GOTTES vertrauen müssen? Mithilfe seines kompetenten und vor allem loyalen Sekretärs hätte er die Herausforderungen des langen Pontifikats meistern können. In bestimmten Fällen, wie z.B. auch beim Weltjugendtag, wäre es möglich gewesen, einen Kardinals-Stellvertreter zu schicken. Alle Welt hätte es ihm nachgesehen. Natürlich wären seine Gegner und Kritiker dann auch lautstark auf den Plan getreten und hätten seine Abdankung verlangt. Dem wollte er wahrscheinlich vorbeugen.

anjali jain

@Marienzweig: Narurlich braucht ein Papst nicht koerperlich gesund zu sein,das ist auch unmoeglich da Paepste meistens aeltere Maenner sind die normalerweise bis ihren Tod Papst gebleben sind. Und die sind doch nicht alle gesund gestorben!Ich finde,ein (heiliger)Vater bleibt immer Vater,gesund oder krank!

Suarez

Ein emeritierter Bischof bleibt auch Bischof und ein emeritierter Papst bleibt eben auch ein Papst.

Papst Benedikt hat ja ausdrücklich betont, dass man nicht vom Papstamt einfach wieder in einen anderen Stand wechseln kann. Darum ja auch der Titel „Summus Pontifex emeritus“ mit der Anrede „Heiliger Vater“.

Lorenzo fuori le mura

Die Entscheidung von Papst Benedikt bleibt rätselhaft, besonders der Zeitpunkt. Wenige Wochen später hätten seine kirchlichen Feinde und Hasser keine Chance mehr gehabt. Die Kirche war auf gutem Weg: Beginn von neuem Wachstum, „Generation Benedetto“, Berufungen junger Männer und Frauen, Entstehung neuer geistlicher, erfolgversprechender Gemeinschaften. Nach 3 Jahren ist fast alles wieder zerstört. Freude und anhaltender Beifall kommt nur von Gegnern und Zerstörern der Kirche. Der postkonziliare Niedergang beschleunigt sich rapide. Beschimpfung, Verwirrung und Auflösung der Gläubigen allenthalben.

Pia
Nachdem Papst Benedikt im Konklave 2005 schon miterleben musste, wie seine Dauergegner Kasper und Co., ihren Favoriten Jorge Mario Bergoglio durchzudrücken versuchten, hätten bei ihm die Alarmglocken längst läuten müssen! Er wäre verpflichtet gewesen, in einem weiteren Konklave nach seinem Rücktritt, diesem Ansinnen vorzubeugen! „Jeder, der einen Turm baut setzt sich zuerst hin und rechnet aus, ob seine Mittel dafür reichen…“ Auch in diesem Fall wäre eine solche Berechnung, „wer darf meinen Nachfolger mitwählen und wer nicht“, eine für die Kirche Not wendende Entscheidung gewesen, um dem Liberalisierungs- und Relativierungstrend keine Lobby zu geben. Meiner Meinung nach, die letzte Schuldigkeit… weiter lesen »
Franzel11
Wenn ich zu der Thematik noch einen Gedanken hinzufügen darf: der Rücktritt oder halbe Rücktritt von Papst Benedikt XVI. wirft eine ganze Reihe von Fragen auf. Aber wenn er gemerkt hat, daß es mit seinen körperlichen Kräften nicht mehr gut bestellt ist, ist so ein Rücktritt auch gut nachvollziehbar. Vielleicht ein Hinweis zur Apostelgeschichte: Simon Petrus war ja das Oberhaupt der Kirche. Im Jahre 42 aber fand eine große Verfolgung der Kirche statt, ausgelöst von den politischen Machthabern und den religiösen Führern. Jakobus der Ältere wurde enthauptet und man warf Petrus ins Gefängnis wo er durch einen Engel Gottes befreit… weiter lesen »
Marienzweig
@Suarez am 18. September 2016 at 13:41 Sie schreiben in Ihrem Kommentar: “ … hat er eben im Vollbesitz seiner geistigen Kraft den Weg frei gemacht.“ Frei gemacht wofür? Wirklich tiefgläubige, eher traditionell orientierte Katholiken fühlten sich schon vielfach durch Äusserungen Papst Franziskus vor den Kopf gestoßen, gar an den Pranger gestellt, während ganz der Welt zugewandte Menschen innerhalb und ausserhalb der Kirche ihm zujubeln. Dass Sie es wichtig finden, dass ein Papst geistig und körperlich gesund sein sollte, um sein Amt gut ausfüllen zu können, ist nachvollziehbar und Ihr Argument, „dass er nur noch ein Spielball der nicht immer… weiter lesen »
Suarez
Liebe Marienzweig, ich habe schon oft mein Unverständnis über Aussagen und Entscheidungen von Papst Franziskus geäußert. Ich bin wie Sie zutiefst betrübt über die lehramtliche Schwäche dieses Pontifikates. Gleichwohl sollte man aber die Entscheidung von Papst Benedikts zum Rücktritt nicht allein auf die Frage der direkten Nachfolge fokussieren. Wenn ich die Kritikpunkte vieler traditionalistischer Katholiken einmal zusammenfassen darf, dann ergeben sich folgende Punkte: 1.) Der Papst ist von Gott eingesetzt und kann daher nicht von seinem Amt zurücktreten 2.) Gesundheitliche Gründe stellen allein keinen Grund für einen Rücktritt dar 3.) Papst Benedikt war zwar gesundheitlich angeschlagen, dafür aber geistig fit… weiter lesen »
Marienzweig
Sie haben schon recht mit Ihrem Gedankengang, was das für Folgen hätte haben können, wenn statt Joseph Ratzinger als Glaubenspräfekt Kardinal Kasper an der Seite des sehr kranken Papst Johannes Paul II. gestanden wäre. Ihre 6 Punkte habe ich gelesen, ich muss sie noch überdenken. Leider haben wir eine etwas unterschiedliche Sicht auf die damaligen Ereignisse, wie auch schon @Franzel11 recht gut beschreibt. Aber wie er schon schreibt ist dies bei einem solch einschneidenden Ereignis ja auch gar nicht anders möglich. Die Sichtweise von @Pia (vom 19., 10.56 Uhr) ist auch die meine. Sehen Sie, lieber Suarez, es geht ja… weiter lesen »
Franzel11
Wenn man sich die Kommentare so durchliest, stellt man fest, daß es zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI. unterschiedliche Meinungen und Deutungen gibt und das ist auch normal. Man muß seine Entscheidung und den Grund dafür, meine ich, zunächst einmal ohne wenn und aber akzeptieren und respektieren. Aber dann geht`s los und die Einlassungen von Herrn EB Gänswein und auch des Papstes eigenen im Interview mit Peter Seewald geben immer neuen Überlegungen und Spekulationen reichlich Raum. Es war lediglich ein halber Rücktritt, denn auch ein Papst em. ist etwas anders als ein Bischof em. Der Papst emeritiert sich selbst und… weiter lesen »
Marienzweig
Danke, Sie sprechen das Dilemma an, geehrter @Franzel11. Wir haben, wie es scheint, zwei Päpste. Der erste ordentlich gewählt – und ein großer Theologe! Ob ganz freiwillig zurückgetreten oder nicht, wir wissen es nicht. Der zweite womöglich nicht ganz ordentlich gewählt. Kardinal Daneels: „Sankt Gallen, das war ein angesehener Name; wir nannten uns DIE MAFIA.“ http://www.katholisches.info/2016/09/20/papst-franziskus-jede-mafia-ist-finster-gilt-das-auch-fuer-die-innerkirchliche-mafia-des-geheimzirkels-sankt-gallen/ Wenn sich hohe Würdenträger selbst „Mafia“ nennen, selbst wenn es witzig gemeint sein sollte, was ist von solchen Kirchenherren zu halten? Denn eine Mafia operiert ja gegen jemanden, sonst wäre es keine. Ich kann beim besten Willen kein Vertrauen in solche Würdenträger haben. Wenn… weiter lesen »
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