Vatileaks 2: Zieht Papst Franziskus Schlußstrich mit „Akt der Barmherzigkeit“?

Vatileaks 2: Fünf Angeklagte vor einem vatikanischen Gericht (v.r. Vallejo Balda, Chaouqui, Fittipaldi, Nuzzi)
Vatileaks 2: Fünf Angeklagte vor einem vatikanischen Gericht (v.r. Vallejo Balda, Chaouqui, Fittipaldi, Nuzzi)


Ihnen gefällt Katholisches.info? Helfen Sie bitte mit, daß Katholisches.info auch im Oktober erscheinen kann. Es fehlen noch 1.868,- Euro.


Zur Zuwendungsübersicht


(Rom) Papst Franziskus will den Skandal um Vatileaks 2 „durch einen großen Akt der Barmherzigkeit“ beenden. Dies berichtet der katholische spanische Pressedienst InfoVaticana unter Berufung auf „Quellen des Staatssekretariats“.

„Damit soll verhindert werden, daß das Medienfeuer erneut auf die Korruption und die Vatikanfinanzen zurückkehrt“, so der Pressedienst.

Am vergangenen 31. Oktober war der spanische Prälat, Lucio Vallejo Balda, von der vatikanischen Gendarmerie in der Nähe von Florenz verhaftet worden. Seither befindet er sich im Vatikan in Haft. Zugleich wurde die italienische PR-Frau Francesca Chaouqui verhaftet. Nachdem sie sich zur Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden bereit erklärt hatte, wurde Chaouqui nach einigen Tagen aus der Haft entlassen. Diese Großzügigkeit hatte mit ihrer Schwangerschaft zu tun, aber auch mit der italienischen Justiz, die gegen Chaouqui, ihren Ehemann und einige Personen des öffentlichen Lebens Italiens in mehreren anderen Fällen ermittelt. Eine Haft im Vatikan hätte die Strafverfolgung durch Italien behindert.

Zwei Bücher, zwei Skandale, unterschiedliche Stoßrichtung

Der Skandal steht im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von zwei Büchern, die von italienischen Enthüllungsjournalisten zeitgleich vorgelegt wurden. Es handelt sich um die Bücher Avarizia von Emiliano Fittipaldi und Via Crucis von Gianluigi Nuzzi.

Nuzzi stand bereits in Zusammenhang mit dem ersten Vatileaks-Skandal, der sich gegen Papst Benedikt XVI. richtete. Obwohl der deutsche Papst Opfer des Skandals war, drehten führende Massenmedien den Skandal gegen ihn und forderten seinen Rücktritt.

Dergleichen geschah unter Papst Franziskus nicht. Nuzzi selbst schrieb sein Buch, das Vatileaks 1 auslöste, gegen den damals regierenden Benedikt XVI., während er mehrfach beteuerte, sein neues Buch sei eine Unterstützung für Papst Franziskus und dessen „Reformweg“.

Dennoch scheint Papst Franziskus den mit Vatileaks 2 verbundenen negativen Schlagzeilen ein Ende bereiten zu wollen.

Fünf Angeklagte stehen im Vatikan vor Gericht

Die beiden Journalisten, Valleja Balda, dessen Sekretär und Chaouqui haben sich in derselben Sache vor einem vatikanischen Gericht zu verantworten. Es geht um Amtsmißbrauch, Verletzung des Dienstverhältnisses und der Geheimhaltungspflicht sowie illegale Weitergabe von Dokumenten.

Die Gelegenheit zu einem „großzügigen Akt der Barmherzigkeit“, mit dem ein Schlußstrich unter den Skandal gezogen werden kann, bietet das Heilige Jahr der Barmherzigkeit und das nahende Osterfest, so InfoVaticana.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: InfoVaticana

Artikel drucken