Franziskus und Zika-Virus: Der Papst als Trittbrettfahrer der Abtreibungslobby?

Papst Franziskus und der Zika-Virus

(Rom) Ist Papst Franziskus zum Trittbrettfahrer der Abtreibungslobby geworden? Auf dem Rückflug von Mexiko nach Rom gab Papst Franziskus eine jener improvisierten Pressekonferenzen, die für Journalisten meist schlagzeilenträchtiger sind als die offiziellen Ansprachen und, da spontan und frei gesprochen, mehr über den argentinischen Papst und sein Denken enthüllen, als die von römischen Dikasterien ausgearbeiteten und vom Papst ergänzten Predigten und Ansprachen.

Abtreibung „etwas absolut Böses“

Zur Sprache kam auch der Zika-Virus und Papst Franziskus widersprach entschieden der Forderung „einiger Behörden“, gegen den Virus zum Mittel der Abtreibung zu greifen oder grundsätzlich einen Schwangerschaftsverzicht vorzuschlagen. Franziskus bekräftigte, daß die Abtreibung nie als „kleineres Übel“ betrachtet werden könne.

Die Abtreibung „ist kein theologisches Problem: sie ist ein menschliches Problem, ein medizinisches Problem. Man tötet, im besten Fall, eine Person, um eine andere zu retten. Es ist in sich böse, aber es nicht ein religiöses Übel, sondern ein menschliches Übel.“

Das einzige vom Papst konkret genannte Beispiel, die medizinische Indikation bei Lebensgefahr der Mutter, betrifft allerdings nur einen verschwindend kleinen Teil aller durchgeführten Abtreibungen und ist in keiner Weise repräsentativ für das Abtreibungsphänomen.

Verhütung „nicht absolut Böses“ sondern manchmal sogar „einleuchtend“

Eine Journalistin fragte nach und lenkte die Aufmerksamkeit auf ein altbekanntes Thema, das Kirche und Mainstream seit 50 Jahren im offenen Widerspruch sieht. Sie fragte das katholische Kirchenoberhaupt, ob Frauen angesichts der „Bedrohung durch den Zika-Virus“ Verhütungsmittel nehmen dürften. Franziskus wog nun Abtreibung mit Verhütung auf und meinte, daß die Verhütung im Gegensatz zur Abtreibung „nichts absolut Böses“ sei und daher in manchen Fällen sogar „einleuchtend“ sei.

Franziskus führte zur Rechtfertigung an, daß sein Vorgänger Paul VI. in den 1960er Jahren Ordensfrauen in Belgisch-Kongo die Verhütung erlaubt habe, um Schwangerschaften zu verhindern, weil eine marodierende Soldateska systematisch vergewaltigte.

Ob die Episode so richtig wiedergegeben wurde oder nur ein gerne kolportiertes Gerücht ist, wird sich klären. Paul VI. war es jedenfalls, der 1968 in der Enzyklika Humanae vitae klare Grundsätze zu Verhütung und Abtreibung definierte. Humanae vitae ist das internationale Manifest für das Lebensrecht.

Papst springt ohne Not auf Propagandazug der Abtreibungslobby auf

Franziskus sprang mit seiner Antwort auf die Frage zum Zika-Virus jedoch ohne Not auf einen Propagandazug auf, der von der Abtreibungslobby ins Rollen gebracht wurde. Letztlich spielt er damit ihr Spiel, anstatt darauf zu verweisen, daß zuerst Klarheit geschaffen werden müsse über die Auswirkungen des Virus. Wenn es um das Lebensrecht von Kindern gehe, wenn es um Leben oder Tod gehe, könne nicht aufgrund bloßer Mutmaßungen und Theorien gehandelt werden.

Fatal ist die päpstliche „Flexibilität“, an der sich die Massenmedien begeistern, auch deshalb, weil das katholische Kirchenoberhaupt mit seiner Verhütungsaussage implizit den Eindruck vermittelt, es sei besser, daß die Kinder nicht geboren würden. Sie sollten zwar nicht abgetrieben werden, aber da es „einleuchtend“ sei, zu verhüten, sei es grundsätzlich „besser“, daß sie überhaupt nicht gezeugt würden. Damit lastet er den Kindern indirekt zur Verhütung aber unweigerlich auch die Abtreibung auf, denn die Verhütung bereitet der Abtreibung den Weg.

Wenn Frauen wegen Zika-Virus verhüten dürfen, dann immer

Vor allem: Wenn Frauen wegen des Zika-Virus verhüten sollen, weil es besser sei, kein Kind zu zeugen, damit es dann nicht abgetrieben werden müsse, dann kommt das einer generellen Verhütungs-Freigabe gleich und damit der Aufhebung von Humanae vitae. Es gibt nämlich weltweit in großer Verbreitung eine Vielzahl von weit gefährlicheren Viren als den Zika-Virus. Was für den Zika-Virus gilt, müßte dann ebenso für andere Viren gelten.

Der Papst ignoriert den gerade von katholischen Fachleuten verschiedener Disziplinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Verhütungs- und Abtreibungsmentalität einschließlich der frühabtreibenden Wirkung hormoneller Verhütungsmittel. Und stellt sich in geradezu naiver Waise auf einen Standpunkt der späten 60er und frühen 70er Jahre, wobei er den Erkenntnisstand eines halben Jahrhunderts ausblendet. Wenn sich die lateinamerikanischen Frauen nun der Verhütungsmentalität öffnen sollen, öffnen sie sich damit automatisch auch der Abtreibungsmentalität. Die Abtreibungslobby, die richtigerweise Verhütungs- und Abtreibungslobby genannt werden müßte, weiß um diesen Zusammenhang. Selbst wenn ihr jetzt die Abtreibungsfreigabe auf dem Notstandsweg nicht gelingen sollte, wäre es nur mehr eine Frage der Zeit, bis sie die Abtreibung in weiteren Staaten durchsetzen wird können. Das Leben der ungeborenen lateinamerikanischen Kinder ist derzeit – und nun auch mit päpstlicher Unterstützung – lebensgefährlich bedroht.

Kardinal Cipriani Thorne: Die Kindermörder sitzen in den Büros der UNO

Was aber ist der Zika-Virus? Der Zika-Virus ist einer von unzähligen Viren, die eine grippe-ähnliche Pathologie zur Folge haben, aber vergleichsweise harmlos ist, und schon seit vielen Jahren bekannt. Nach wenigen Tagen klingen die Symptome ohne Schäden ab. Im vergangenen Jahr behaupteten Forscher, ohne Beweise für ihre These vorlegen zu können, daß es einen Zusammenhang zwischen einer Zika-Infizierung bei Schwangeren und einem erhöhten Auftreten von Mikrozephalie bei Neugeborenen geben könnte.

Die Abtreibungslobby und mehre UNO-Agenturen, die für ihre Abtreibungspolitik bekannt sind, starteten in Kooperation mit Medien eine Kampagne, mit der eine regelrechte Zika-Panik inszeniert wurde. Das Ziel: Die Legalisierung der Abtreibung in ganz Lateinamerika, wo die meisten Staaten, darunter auch Brasilien sich bisher der Abtreibungslobby und ihrer Unkultur des Todes widersetzt haben. Schwangere Frauen befinden sich in einem besonders sensiblen Status. Der Wunsch, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen und das Kind insgesamt schützen zu wollen, dominiert. Die Abtreibungskampagne hinter der Zika-Panik wird deutlich an Aufrufen der Weltgesundheitsbehörde WHO, brasilianische Frauen sollten die kommenden zwei Jahre am besten ganz auf Schwangerschaften verzichten. Inzwischen fordert die WHO die Abtreibungsfreigabe auf dem Notstandsweg. Das alles, ohne daß es konkrete Beweise für die Behauptung gibt, daß der Zika-Virus in irgendeinem Zusammenhang mit Mikrozephalie steht. Das eigentliche Ziel hinter der Aktion wird bei näherem Hinsehen schnell sichtbar: die Bevölkerungsreduzierung.

Kolumbiens Staatspräsident dementierte erst vor zwei Tagen: Es sei bisher kein einziger Fall von Mikrozephalie an Kindern von Zika-infizierten Schwangeren festgestellt worden. Limas Erzbischof, Kardinal Cipriani Thorne, bezeichnete die UNO daher als Sitz des neuen Herodes. König Herodes der Große war für den Kindermord von Bethlehem verantwortlich. Um das Auftreten von Jesus Christus als des erwarteten Messias zu verhindern, ordnete Herodes an, alle Kinder von Bethlehem und Umgebung unter zwei Jahren zu töten. Die Herodianer mit Krawatte würden heute in den Büros der UNO sitzen.

Ein dunkler Schatten: Der Kampf gegen Humanae vitae

Ist Papst Franziskus leichtgäubig, naiv, zu schwatzhaft oder ist er der Abtreibungslobby auf den Leim gegangen? Es legt sich aber auch eine noch dunklerer Schatten über die Frage: Oder sucht Papst Franziskus die Ankoppelung an die Abtreibungslobby, die gleichzeitig auch die Verhütungslobby ist? Geht es um die teilweise Aushebelung der Enzyklika Humanae vitae? Sie ist progressiven Kirchenkreisen seit ihrer Veröffentlichung im berüchtigten Jahr 1968 ein Haßobjekt und war maßgeblicher Gegenstand zur Auflehnung gegen die Kirche.

Papst Franziskus galt bereits bisher als wortkarg, wenn es um das Lebensrecht ungeborener Kinder ging. Gelegentlich beklagte er zwar die Massentötung von Kindern, tat sich jedoch sichtlich schwer damit, die Dinge beim Namen zu nennen. Das Wort Abtreibung wollte ihm nicht recht über die Lippen kommen. Seine Kritik blieb unscharf, sodaß man sie richtig verstehen, aber auch überhören konnte.

In der Gemeinsamen Erklärung von Papst Franziskus und Patriarch Kyrill von Moskau, heißt es: „Wir bitten alle, das unveräußerliche Recht auf Leben zu respektieren. Millionen Kindern ist selbst die Möglichkeit versagt, zur Welt zu kommen. Das Blut der ungeborenen Kinder schreit zu Gott (vgl. Gen 4,10).“

Die Formulierung vor allem des letzten Satzes ist stark, zu stark, um von Papst Franziskus in den Text reklamiert worden zu sein. Die Gemeinsame Erklärung ist ein Kompromiß, der zwischen Rom und Moskau ausgehandelt wurde. Die Abtreibung wird auch hier namentlich nicht genannt. Auch hier wird nur umschrieben. Es ist nicht von Tötung oder Mord die Rede, doch darum handelt es sich. Da Moskau eine deutlichere Sprache spricht, kann darin die Bremse Roms erkannt werden. Es wird umschrieben: „die Möglichkeit versagt, zur Welt zu kommen“, klingt verharmlosend. Jemandem etwas versagen, ist etwas anders als jemanden zu töten oder gar zu ermorden. Neu ist, gegenüber den bisherigen Wortmeldungen von Franziskus, daß von „Millionen Kindern“ die Rede ist, und damit die gigantische Dimension des weltweiten Kindermordes ausgesprochen wird. Eine Stelle, die dem Einfluß Moskaus zugeschrieben werden kann.

Die Medien haben die Wortmeldung des Papstes auf dem Rückflug nach Rom sofort verstanden. In der Öffnung gegenüber der Verhütung liegt die Brisanz. Welche Botschaft bleibt in den Köpfen hängen? Nicht das „Nein“ zu Abtreibung, sondern die „Öffnung“ gegenüber der Verhütung.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Radio Vatican (Screenshot)

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht
Paschachasius
Was hat Aids bewirkt? Wer ist dafür verantwortlich? Wer besitzt für das Zika Virus eine Lizenz? Wenn diese Fragen beantwortet sind kennen Sie die Täter! Bill Gates mit seiner Stiftung greift eine Methode der Selektiver Sterilisation aus Israel auf, das dort zum Ausrotten der schwarzen Juden verwendet wurde. Die Stiftung hat schon zig Millionen Mädchen chemisch sterilisiert. Dabei sin Millionen gestorben in Indien. Wahrscheinlich auch in Südamerika. Natürlich reagiert Franziskus pragmatisch, doch mich beschleicht mehr und mehr das Gefühl er könnte jener Antichrist sein. Über diesen wird doch auch gesagt, er käme mit der strahlenden Bild eines Wunderheilers. Würden dann… weiter lesen »
zeitschnur

Die israelische Zeitung Haaretz und der Dailiy Telegraph haben diese verlogene Rassimsus-Unterstellung gegen Israel längst wieder richtiggestellt:
http://www.hagalil.com/2013/02/hormonspritze/

Ist überigesn überhaupt, wie unsere Tradi-Antizionisten, wenn es um das ach so bitterböse Israel geht, jedem verschwörungstheoretischen Gelaber aus den „linksgerichteten Lumpenmedien“ begierig Glauben schenken. Peinlich das!

Liebe Leute, Ihr müsst Euch mal entscheiden, was Ihr eigentlich wollt!

Franzel
Was den Passus in der gemeinsamen Erklärung angeht, so muß man wohl auch in Betracht ziehen, daß in der Sowjetunion wie auch immer noch in Rußland sehr viele Kinder abgetrieben wurden und werden. Ob die russische Seite die Kraft hatte, die Begriffe Abtreibung und Mord zu verwenden, kann man sich fragen. Auf jeden Fall hat der Papst hier versagt; in seiner eigenen Sicht sicherlich nicht. Hätte er das so gewollt, dann wären diese Begriffe im Dokument auch aufgetaucht. Es stellt sich die Frage, ob dieser Papst überhaupt von den Medien bzw. der Abtreibungslobby oder den Mächtigen (noch) ernst genommen wird.… weiter lesen »
fredius
Es ist immer das selbe mit Franziskus. Wenn er im Interview auf Fangfragen reagiert, muss damit gerechnet werden, dass er einfach darauf losredet und nicht die Folgen bedenkt. Zum Beispiel hat er sich bei den Themen Verhütung und Abtreibung nie deutlich artikuliert, sondern nur umschrieben. Damit wird auch klar, wenn er sich indirekt gegen die Enzyklika Paul VI. “ Humanae vitae “ ausspricht. Erst Patriarch Kyrill muss ihn auf dieses Thema stoßen, wenn auch als Kompromiss anders formuliert. Das Thema Abtreibung müsste ganz oben der Agenda “ Barmherzigkeit “ stehen, denn man kann diese große Sünde der Menschheit nicht genug… weiter lesen »
hicesthodie

„Und stellt sich in geradezu naiver Waise auf einen Standpunkt der späten 60er und frühen 70er Jahre, wobei er den Erkenntnisstand eines halben Jahrhunderts ausblendet.“

Man hat ganz generell den Eindruck, dass dieser Mann geistig in den späten 60ern stehengeblieben ist. Seine Äußerungen sind eine neuerliche Katastrophe, jedoch in Potenz! Mit dieser Rechtfertigung von Verhütung verlässt er die Lehre von Humanae vitae und stellt sich gegen das das Lehramt Pauls VI. Er ist, was ich schon immer sagte, nichts weiter als ein Gegenpapst, den anzuerkennen spätestens nach diesen Äußerungen kein Katholik guten Gewissens fertigbringen dürfte.

Thomas Kovacs

Nur was der Papst hier sagt ist klassische Moraltheologie das kleine Übel in Kauf nehmen um ein größeres zu verhindern
es ist im übrigen sehr gut wenn das Geschwätz von der theologie des Leibes nicht beachtet qwird das uns JPII zugemutet hat

carlo
Hm, haben Sie da nicht etwas gründlich missverstanden, Hr. Kovacs? „Here Francis appears to have fallen prey to the error of consequentialism, which seeks to justify an evil act by the supposed greater good its consequences will entail. My erstwhile debate opponent Mark Shea has rightly described this error as ,the most popular moral heresy in the world.‘ Well, Francis is nothing if not popular. But any well-catechized child knows that it is never permissible to violate one Commandment on the pretense of following another, and that such ,conflicts‘ in reality do not exist. We may never ,do evil that… weiter lesen »
zeitschnur
Hm, vielleicht haben ja Sie, @ Carlo was missverstanden?! Ich leg es Ihnen dar: Hier Römer 3, 7 f anzuführen, ist eine Verzerrung des moraltheologischen Konflikts, den F. anspricht und den auch Herr Kovacs doch klar und deutlich benannt hat. F. spricht nicht von einem „Der Zweck heiligt die Mittel“, worauf der hl. Paulus hier anspielt, sondern auf den klassischen tragischen Konflikt, der zum Handeln zwingt, aber nur nur objektive Übel als Handlungsmöglichkeiten zulässt. Der Mensch muss hier entshceiden, und ist gezwungen, in jedem Fall ein Übel zu entscheiden. Er muss sich überlegen, welches hier das kleinste Übel ist. Das… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Der Papst sagte: //Die Abtreibung „ist kein theologisches Problem: sie ist ein menschliches Problem, ein medizinisches Problem. Man tötet, im besten Fall, eine Person, um eine andere zu retten. Es ist in sich böse, aber es nicht ein religiöses Übel, sondern ein menschliches Übel.“// Irre. Anders gesagt: Das Böse und die Sünde sind kein religiöses Problem. Man kommt gar nicht mehr mit bei all dem, was uns da täglich aus Rom übergekübelt wird. Es ist einfach zu viel. Vielleicht auch eine Methode, um Reignation zu erzeugen. Jede Zeit, in der man sich damit beschäftigt, sich über solchen Mist zu empören,… weiter lesen »
zeitschnur
Das ist bösartig oder Zeichen mangelnder Verständigkeit, was Sie hier schließen! F. sagt hier etwas, das in der christlichen Moraltheologie und der Ethik eigentlich Konsens war und ist: Vor einen tragischen Konflikt gestellt, kann es das kleinere Übel sein, einen Menschen töten zu müssen, um wenigstens einen der beiden zu retten. Wenn etwa Maximilian Kolbe sein Leben anbietet, um einen zum Tode verurteilten Familienvater zu retten, dann wäre das bei der großspurig-moralinsauren Art, wie Sie sie hier auffahren, aufseiten Kolbes ein „Selbstmord“ gewesen, also eine Todsünde. Der Mann gilt aber als Heiliger. Und das zweifellos zu Recht. F. sagte in… weiter lesen »
Sophus

@ Leo Laemmlein

Das Papstzitat, das Sie ohne Quellenangabe geliefert und „überkübelt“ haben, entspricht nicht dem Zitat aus dem heutigen Münchner Merkur S.5. Demzufolge sagte er in Fortführung zu dem, was er zur „Verhütung“ gesagt hatte:

„Abtreibung ist kein kleineres Übel. Das ist ein Verbrechen. Es ist jemanden umzubringen, um einen anderen zu retten. Es ist das, was die Mafia macht“.
Was Sie zitiert haben, ist offensichtlich eine üble Kontamination von seiner Aussage zur Verhütung und der zur Abtreibung, um die eigentliche Nachricht zu verschleiern.

Leo Laemmlein

@ Sophus
Ich habe aus dem Artikel von katholisches.info zitiert. Ist das Zitat falsch? Dann ist das ein Problem der Redaktion. Das ist kaum anzunehmen. Selbst wenn es falsch zitiert wäre, wäre höchstwahrscheinlich Papst Franziskus mit seiner verwirrenden bis irreführenden Öffentlichkeitspolitik schuld. In meinem Kommentar stoße ich mich an des Papstes Behauptung,
Abtreibung sei kein theologisches Problem. Diese Behauptung halte ich für falsch und irreführend.

hicesthodie

Wenn Abtreibung für uns Christen kein theologisches, näherhin moraltheologisches und damit religiöses „Problem“, nämlich SÜNDE!, ist, was ist es dann!? Ein medizinisches, wie Bergoglio dumpfbackig behauptet! Man kann sich doch nur noch an den Kopf fassen bei so viel – Entschuldigung – Blödheit! Si tacuisses…

alfredprivat

Papst Franziskus wegen seiner Aussagen zur Verhütung zum Handlanger der „Abtreibungslobby“ zu stempeln ist schon starker Tobak und der Aussage nicht angemessen. Natürlich ist Abtreibung eine Katastrope, selbst wenn sie auch in einigen Fällen unumgänglich ist, um das Leben der Mutter zu retten. Als Instrument der Familienplanung handelt es sich schlicht um ein Verbrechen.
Verhütung ist seit den 60er Jahren hingegen ein auch in katholischen Kreisen ein hilfreiches Planungsinstrument. Die Lehre aus Humanae Vita wurde vom Kirchenvolk nie angenommen.

sina

Auch Verhütung ist gegen den Willen Gottes.
Wenn ich kein Kind will, „nudel“ ich nicht rum! Basta! Und wenn dann doch ein Kind kommt, m u s s ich dazu stehen!
F. ist Werkzeug der Elite. Das ist es!

Leo Laemmlein

„Übel“, Herr @Sophus, geradezu teuflisch „übel“ ist, dass dieser Papst weder fähig noch willens ist, die katholische Lehre klar zu vertreten. Das unterscheidet ihn etwa von einem Kardinal Sarah, dessen bloße Gegenwart schon Respekt einflößt.

Sophus
@ Leo Laemmlein Im gestrigen kath.net-Kommentar des Moraltheologen Prof. Josef Spindelböck ist der diesbezügliche Interviewteil in einem größeren Kontext gestellt. Da heißt es: „Zuerst hat sich der Papst in diesem Interview jedenfalls eindeutig von der Abtreibung abgegrenzt, denn die Frage lautete, ob die Kirche in einem solchen Fall einer möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung des Kindes einer schwangeren Frau durch das ZIKA-Virus entsprechend den Vorschlägen mancher Personen und Institutionen auch auf Abtreibung und Kontrazeption als „kleineres Übel“ zurückgegriffen werden könne. Ganz klar war hier die Antwort des Papstes: „Die Abtreibung ist kein geringeres Übel, sondern ein Verbrechen. Es bedeutet, den einen zu… weiter lesen »
carlo
Leo Laemmlein
@ Sophus Sie haben nachgetragen, dass Papst Franziskus die Abtreibung als ein Verbrechen bezeichnet hat. Gut. Aber was will er mit diesem Satz sagen: „Die Abtreibung ist kein theologisches Problem, sondern ein menschliches Problem; sie ist ein medizinisches Problem.“ Das war doch der Anstoß für meinen Kommentar. Meine Reaktion ist darum so allergisch, weil Abtreibung Sünde ist, und genau diesen Begriff vermeidet Franziskus tunlichst. Gewiss, man kann nie alles auf einmal sagen. Aber Franziskus hat mit der Vokabel „Sünde“ ein „Problem“. So auch in seiner Enzyklika Laudato si‘. Er redet von Sünde gegen die Erde (was ohne biblische und theologische… weiter lesen »
Sophus
@ Leo Laemmlein Sie sagen: „Hoffentlich ist Ihre Leidenschaft für den Herrn Jesus Christus genau so groß und wissen Sie im Falle eines Dilemmas zwischen Christus und dem Papst, wie Sie sich zu entscheiden haben.“ Da jedenfalls können Sie, was mich betrifft, ganz beruhigt sein, denn ein solches Entscheidungsdilemma gibt es für mich nicht und wird es nicht geben, denn Papst Franziskus ist unter Mitwirkung des Heiligen Geistes zum Stellvertreter Gottes auf Erden gewählt worden.Damit spricht er auch im Namen Jesu Christi, selbst wenn er sich nicht der Theologensprache bedient, an der gemessen Sie ihn gerne abqualifizieren. Als Abonennt der… weiter lesen »
Leo Laemmlein
@ Sophus, bitte lassen Sie mich ein wenig Ihren Optimismus über die Unmöglichkeit eines Dilemmas zwischen Christus und Franziskus dämpfen. Mit Bedacht habe ich das Wort Dilemma gewählt. Für einen sagen wir biblisch orientierten Christen –der Papst Franziskus den gewöhnlichen Respekt entgegenbringt, den man einem christlichen Führer gleich welcher Tradition zollt,– entsteht kein Dilemma, wenn er Widersprüche zwischen der Lehre Jesu und des Papstes feststellt. Für ihn haben die Worte Jesu konkurrenzlose Priorität. Er weiß, dass er, wie Jesus selbst sagt, nach diesen Worten einmal gerichtet wird. Er weiß, dass sie nicht nur vor 2000 Jahren gesprochen wurden, sondern dass… weiter lesen »
Sophus
Werter @ Leo Laemmlein Sie haben mich gründlich missverstanden, wenn Sie zu mir sagen: „Es entsteht die bizarre Situation, dass Sie den Worten des Papstes von vornherein höhere Gewissheit und Verbindlichkeit zumessen, als den Worten des Sohnes Gottes, welche für Sie nie direkte, sondern stets nur eine durch den Papst – trotz all seiner amtlichen Erhabenheit eine bloß menschliche Instanz–, durch das Lehramt und die Tradition vermittelte Verbindlichkeit haben dürfen“. Diese Ihre Annahmen sind grundfalsch! Das Gegenteil ist richtig. Denn wenn ich sagte: „Damit spricht er auch im Namen Jesu Christi“, so bedeutet das Wörtchen „auch“ die logische Einschränkung: „nicht… weiter lesen »
Schaaf Dr.Dr., Michael Joseph
Papst zitiert: „Ebenso ist jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im Anschluss an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu hindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel.“ Nr. 14 D.h.,auch wenn es aus wichtigen Gründen sittlich geboten erscheinen mag, die Zahl der Nachkommen zu begrenzen, so darf hier kein Weg gewählt werden, der dem Sittengesetz unvereinbar isz. Der Rückgriff auf Methoden der künstlichen Verhütung verbietet sich daher ausdrücklich, während die gemeinsame Rücksichtnahme der Ehegatten auf die unfruchtbaren Zeiten der Frau als Form der… weiter lesen »
zeitschnur
Das „kleinere Übel“ im vorliegenden tragischen Konflikt ist für F. eine Schwangeschaft überhaupt zu vermeiden, bis Hilfe gefunden ist. Ich verstehe überhaupt nicht, was daran falsch sein soll, zumal natürliche Verhütung auch Katholiken sehr wohl erlaubt ist, ebenso wie ein bewusster Verzicht auf Sexualität – auch in einer Ehe. Verlieren hier allmählich immer mehr Leute den Verstand? Es gibt drei Möglichkeiten: 1. Eine Schwangerschaft vermeiden. 2. Abtreibung 3. Ein mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit schwerbehindertes Kind bewusst zu zeugen (Betonung liegt auf „bewusst“) Selbstverständlich liegt es auf der Hand, dass hier 1. das kleinere Übel ist! Es ist vollkommener Unsinn, F.… weiter lesen »
Leonessa

Es gibt nun mal einen Unterschied zwischen natürlicher Empfängnisregelung und künstlicher hormoneller Verhütung, auf die der Papst hier Bezug nimmt. Es besteht keinerlei Notwendigkeit, auch nicht in Zeiten von inszenierter Zika-Panikmache, im geschützten Raum der Ehe, hormonelle Kontrazeptiva zu schlucken, will man eine Schwangerschaft vermeiden. Letztere hat zudem auch frühabtreibende Wirkung. D.h., sie tötet Menschen im ersten Stadium ihres Lebens. Der Zusammenhang zwischen Verhütung und Abtreibung ist evident. Dem, der darauf aufmerksam macht, zu unterstellen, dass er den „Verstand verliert“ ist einfach nur peinlich.

zeitschnur
Hat F. hier einer bestimmten Verhütungsmethode das Wort geredet oder sich auf eine Ausnahmeregelung Pauls VI. bezogen, die – was dem damaligen Stand entsprach – v.a. Kontrazeptiva erwog? In jedem fall aber geht um eine Ausnahme als „kleinstes Übel“. Sind Sie in der Lage, diesen Unterschied zu begreifen? Es geht darum, dass F. Verhütung in einem Ausnahmefall moralisch nicht auf einer Stufe sehen will mit Abtreibung, womit er zweifellos recht hat. Es gibt – wie bereits gesagt – auch andere Verhütungsmethoden, die keine frühabtreibende Wirkung haben. Wenn sie kombiniert werden, dürften sie recht sicher sein. Zumal bewusste Frauen, die ihren… weiter lesen »
hicesthodie

Wissen Sie, zeitschnur, was Bergoglio gemacht hat!? Er hat die Abtreibung als ein medizinisches (!!!) Übel missinterpretiert und sie zugleich benützt, um die Verhütung ihr gegenüber als ein „kleineres Übel“ darzustellen, was sie in Wahrheit und nach Lehre der Kirche nicht ist! Damit hat er prinzipiell die Verhütung aus eugenischen Gründen im kirchlichen Raum zu legitimieren versucht. Das war sein Auftrag und seine verborgene Absicht, denn sonst hätte er in der Tat auf diese sinnlos provokative Frage gar nicht eingehen müssen.

Sophus
@ hicesthodie Das offizielle Vatikanprotokoll lautet in diesem Punkt vollständig wie folgt: Pater Lombardi) Danke. Und jetzt geben wir das Wort an Paloma Garcia Ovejero von „Cope“, Spanierin, wie Sie wissen. (Paloma Garcia Ovejero) „Heiliger Vater, seit einigen Wochen herrscht in vielen lateinamerikanischen Ländern, aber auch in Europa, große Sorge wegen des „Zika-Virus“. Das größte Risiko soll für schwangere Frauen bestehen, da gibt es Angst. Einige offizielle Stellen haben vorgeschlagen, Abtreibungen durchzuführen oder Schwangerschaften zu vermeiden. Kann die Kirche in diesem Fall die Auffassung des „geringeren Übels“ in Betracht ziehen?“ (Papst Franziskus) „Abtreibung ist nicht ein „geringeres Übel“, es ist… weiter lesen »
Franzel
Sehr geehrter Leo Lämmlein: lassen Sie sich nur nicht kleinkriegen. Es gibt sicherlich eine Vielzahl von Lesern, die gerne lesen, was Sie schreiben. Nur nicht verunsichern lassen und weitermachen. Man muß ja nicht jeden überzeugen. Vielleicht ist dieser Papst eine Züchtigung oder eine Zuchtrute Gottes. Der Blitzeinschlag am 11.02.2013, als es stichedunkel war, ist mit Sicherheit ein Hinweis für Spaltung und Wirrnis, die über die Kirche wohl kommen sollte angesichts der vielen vielen Sünden in Kirche und Welt. So gesehen kann dieser Papst ein Werkzeug Gottes sein; für die einen zur Umkehr und Festigung im Glauben trotz und wegen des… weiter lesen »
wpDiscuz