Den katholischen Glauben verletzt man nicht nur durch Häresie

Das Video des Papstes: Nach Maßstab der "theologischen Zensuren": "zur Häresie verleitend, mißverständlich, ärgerniserrgend"
Das Video des Papstes: Nach Maßstab der "theologischen Zensuren": "zur Häresie verleitend, mißverständlich, ärgerniserrgend"

von Roberto de Mattei*

In einem langen Interview, das am 30. Dezember in der Wochenzeitung Die Zeit erschienen ist, wirft Kardinal Gerhard Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation eine Frage von entscheidender Aktualität auf. Als die Interviewerin den Präfekten fragt, was er von jenen Katholiken denke, die dem Papst vorwerfen, die Lehre gering zu schätzen, seiner Kirche zu schaden und ihn sogar als „Häretiker“ bezeichnen, antwortet er:

„Nicht nur von Amts wegen, sondern auch aus persönlicher Überzeugung muss ich widersprechen. Häretiker im Sinn der theologischen Definition ist ein Katholik, der hartnäckig eine geoffenbarte und von der Kirche zu glauben vorgelegte Wahrheit leugnet. Etwas ganz anderes ist es, wenn auch die offiziell bestellten Lehrer des Glaubens sich vielleicht unglücklich, missverständlich oder vage ausdrücken. Das Lehramt von Papst und Bischöfen steht nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm. […] Päpstliche Verlautbarungen haben übrigens einen unterschiedlichen Verbindlichkeitsgrad – angefangen von einer letztverbindlichen Entscheidung ex cathedra bis zu einer Homilie, die eher der geistlichen Vertiefung dient.“

Heute neigt man dazu, in eine simplifizierende Dichotomie zwischen Häresie und Orthodoxie zu verfallen. Die Worte von Kardinal Müller erinnern uns daran, daß es zwischen weiß (die vollständige Orthodoxie) und schwarz (die offene Häresie) ein Grauzone gibt, die von den Theologen mit Präzision erkundet wurde. Es gibt doktrinelle Thesen, die, obwohl nicht ausdrücklich häretisch, von der Kirche je nach Schwere und Widerspruch zur katholischen Lehre mit theologischen Qualifikationen mißbilligt wurden. Der Widerspruch gegen die Wahrheit artikuliert sich in unterschiedlichem Grad je nachdem ob direkt oder indirekt, unmittelbar oder fern, offen oder versteckt und so weiter. Die „theologischen Zensuren“ (nicht zu verwechseln mit den kirchlichen Zensuren oder Strafen) bringen, wie Pater Sisto Cartechini in seinem Standardwerk1 erklärt, das negative Urteil der Kirche über einen Begriff, eine Meinung oder eine ganze theologische Lehre zum Ausdruck.

Dieses Urteil kann privat sein, wenn es von einem oder mehreren Theologen aus eigener Initiative abgegeben wird, oder öffentlich und offiziell, wenn es von der kirchlichen Autorität verkündet wird.

Im Lexikon der Dogmatik von Kardinal Pietro Parente und Msgr. Antonio Piolanti heißt es:

„Die Formeln der Beanstandung sind zahlreich mit einer Gradualität, die vom Minimum zum Maximum reicht. Sie lassen sich in drei Kategorien gruppieren. Erste Kategorie: in Bezug auf den doktrinellen Inhalt kann eine theologische Angelegenheit beanstandet werden: a) als häretisch, wenn sie offen einer von der Kirche definierten Glaubenswahrheit widerspricht; bei geringerer Ausprägung des Widerspruchs kann je nach Intensität von der These gesagt werden, daß sie nahe der Häresie ist, oder einen häretischen Beigeschmack hat; b) als irrig, wenn sie einer theologischen Schlußfolgerung widerspricht, die sich von einer offenbarten Wahrheit und einem Prinzip der Vernunft herleitet; wenn sie sich einem einfachen Urteil widersetzt, das von Theologen allgemein geteilt wird, wird die Angelegenheit als temeraria [tollkühn] beanstandet. Zweite Kategorie: in Bezug auf die mangelhafte Form kann die These als mißverständlich, zweifelhaft, spitzfindig, verdächtig, schlecht klingend usw. beanstandet werden auch wenn sie keiner Glaubenswahrheit in doktrineller Hinsicht widerspricht. Dritte Kategorie: in Bezug auf die Wirkung, die sie wegen der besonderen Umstände der Zeit und des Ortes entfalten kann, auch wenn sie weder dem Inhalt oder der Form nach irrig ist. In diesem Fall wird die These als verkehrt, lasterhaft, skandalös, gefährlich, verführerisch beanstandet.“2.

In allen diesen Fällen fehlt der katholischen Wahrheit die doktrinelle Vollständigkeit oder sie wird auf mangelhafte und unangemessene Weise ausgedrückt.

Diese Präzision in der Beurteilung der Irrtümer entwickelte sich vor allem im 17. und 18. Jahrhundert, als die Kirche der ersten Häresie entgegentreten mußte, die dafür kämpfte, in der der Kirche bleiben zu können: dem Jansenismus. Die Strategie der Jansenisten, wie später auch der Modernisten, war die, ihre volle Rechtgläubigkeit zu behaupten, trotz der wiederholten Verurteilungen. Um einer Anklage wegen Häresie zu entgehen, dachten sie sich zweideutige und mißverständliche Glaubens- und Moralformeln aus, die sich nicht offen dem katholischen Glauben widersetzten und es ihnen erlaubten, in der Kirche zu bleiben. Mit ebensolcher Sorgfalt und Entschlossenheit machten die orthodoxen Theologen die Irrtümer der Jansenisten ausfindig und beanstandeten sie nach ihren spezifischen Merkmalen.

Papst Clemens XI., beanstandete am 8. September 1713 mit der Bulle Unigenitus Dei filius 101 Thesen des Buches Réflexions morales des jansenistischen Theologen Pasquier Quesnel unter anderem als

„falsas, captiosas, male sonantes, piarum aurium offensivas, scandalosas, perniciosas, temerarias, Ecclesiae et eius praxi iniuriosas, neque in Ecclesiam solum, sed etiam in potestates saeculi contumeliosas, seditiosas, impias, blasphemas, suspectas de haeresi ac haeresim ipsam sapientes, necnon haereticis et haeresibus ac etiam schismati faventes, erroneas, haeresi proximas, pluries damnatas, ac demum haereticas.“3

Pius VI. verurteilte in der Bulle Auctorem fidei vom 28. August 1794 seinerseits 85 Thesen der jansenistischen Synode von Pistoia (1786). Einige dieser Thesen werden ausdrücklich als häretisch bezeichnet, andere hingegen je nachdem als: schismatisch, häresieverdächtig, zur Häresie verleitend, den Häretikern günstig, falsch, irrig, schädlich, ärgerniserregend, tollkühn, beleidigend für die gemeinsame Praxis der Kirche.4 Jeder dieser Begriffe hat eine unterschiedliche Bedeutung. So ist die These, mit der sich die Synode überzeugt gibt, daß der Bischof von Jesus Christus alle notwendigen Rechte für eine gute Regierung in seiner Diözese erhalten habe, unabhängig vom Papst und den Konzilen (Nr. 6) „irrig“ und „verleitet zum Schisma und zum Umsturz der hierarchischen Ordnung“. Jene, mit der der Limbus verworfen wurde (Nr. 26), wird als „falsch, tollkühn, beleidigend gegenüber den katholischen Schulen“ beanstandet. Die Proposition, die es verbietet, Reliquien und Blumen auf den Altar zu stellen (Nr. 32), wird als „tollkühn, beleidigend für den frommen und anerkannten Brauch der Kirche“ bezeichnet.

Eine Analyse des Schlußberichts der Bischofssynode von 2015, durchgeführt nach den Grundsätzen der katholischen Theologie und Moral, kann nicht anders, als schwerwiegende Mängel in diesem Dokument festzustellen. Viele Thesen könnten als schlecht klingend, irrig, tollkühn usw. beanstandet werden, auch wenn keine formal häretisch ist.

Jüngst, am 6. Januar 2016, wurde auf allen sozialen Netzwerken der Welt eine Videobotschaft von Papst Franziskus verbreitet, die dem interreligiösen Dialog gewidmet ist. Darin scheinen Katholiken, Buddhisten, Juden und Moslems im Namen eines gemeinsamen Glaubens- und Liebesbekenntnisses auf dieselbe Ebene gestellt als „Kinder (eines) Gottes“, dem jeder in seiner eigenen Religion begegnet.

Die Worte von Franziskus, in Verbindung mit den Worten der anderen Darsteller des Videos und vor allem mit den Bildern, transportieren eine synkretistische Botschaft, die zumindest indirekt der Lehre von der einzigartigen und universalen Heilsbedeutung von Jesus Christus und der Kirche widersprechen, wie sie in der Enzyklika Mortalium animos von Pius XI. (1928) und der Erklärung Dominus Iesus des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger (2000) zum Ausdruck kommen.
Wollten wir als einfache getaufte Katholiken die theologischen Zensuren der Kirche auf dieses Video anwenden, müßten wir es bezeichnen als: zur Häresie verleitend, was den Inhalt betrifft; mißverständlich und spitzfindig, was die Form betrifft; ärgerniserrgend, was die Wirkung auf die Seelen betrifft. Das öffentliche und offizielle Urteil steht der kirchlichen Autorität zu und niemand mehr, als der derzeitige Präfekt der Glaubenskongregation hat Recht und Befugnis, sich in dieser Sache zu äußern. Viele verunsicherte Katholiken erwarten sich das mit Nachdruck.

*Roberto de Mattei, Historiker, Vater von fünf Kindern, Professor für Neuere Geschichte und Geschichte des Christentums an der Europäischen Universität Rom, Vorsitzender der Stiftung Lepanto, Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschienen: Vicario di Cristo. Il primato di Pietro tra normalità ed eccezione (Stellvertreter Christi. Der Primat des Petrus zwischen Normalität und Ausnahme), Verona 2013; in deutscher Übersetzung zuletzt: Das Zweite Vatikanische Konzil – eine bislang ungeschriebene Geschichte, Ruppichteroth 2011.

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Das Video des Papstes/Youtube (Screenshot)

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Zuwendungsübersicht
  1. Sisto Cartechini, Dall’opinione al dogma. Valore delle note teologiche, Edizioni “La Civiltà Cattolica”, Rom 1953 []
  2. Dizionario di teologia dogmatica, Studium, Roma 1943, S. 45-46 []
  3. DH, 2502 []
  4. DH, 2600-2700 []

64 Comments

  1. In einem bei „pius.info“ zu lesenden Kommentar von John Vennari zu diesem entsetzlichen Video wird das Vorgehen modernistischer Strategien aufgefächert:
    -
    „Das Video erzeugt viele Diskussionen in den sozialen Medien, Katholiken verurteilen die Darstellung als häretisch und modernistisch. Doch ein Priester, der es vielleicht gut meinte, schien verwirrt über all die Aufregung: „Tut mir leid“, sagte er, „welche Aussage genau ist häretisch? Ich sehe keine Aussage die behauptet, dass alle Religionen gleich sind (Pluralismus)?“

    Hier ist der Schlüssel zum Verständnis dessen, was wirklich vor sich geht:

    Modernisten arbeitet selten mit „präzisen Aussagen, die häretisch sind.“ Ihre Methode ist eine der Praxis, eines neuen Ansatzes in der Tätigkeit, die mit dem beständigen Lehramt in Konflikt steht.

    Die heutigen interreligiösen Aktivitäten vermitteln den Eindruck, dass alle Religionen gleich gut zur Erlösung sind. Das ist wahrscheinlich der wichtigste religiöse Fehler unserer Zeit. Menschen auf der ganzen Welt sehen Johannes Paul II. und Benedikt XVI. beim interreligiösen Gebetstreffen in Assisi, wie sie Seite an Seite stehen mit Buddhisten, Hindus, Rabbis, Moslems, Protestanten und schließen daraus, dass jede Religion mehr oder weniger von Gott akzeptiert ist. Es ist ein visueller Ausdruck des religiösen Indifferentismus, der die Seelen mit der häretischen Lehre absorbiert.
    [….]
    Hier sehen wir die Erhebung der neuen heterodoxen Praxis über die Lehre, die die Menschen dazu führt, nach dem Vorbild der häretischen Lehre zu denken.

    Dies ist die gleiche Taktik, die die Progressisten auf der jüngsten Synode anwendeten, die eine Änderung der Praxis der Scheidung befürworteten und die Zulassung der bürgerlich Wiederverheirateten zum Empfang der Kommunion, und dann nur wiederholten, was die meisten Naiven akzeptierten: „aber wir haben doch nichts an der Lehre geändert“.

    Haben wir nichts gelernt in den letzten 50 Jahren? Die gesamte Revolution des Zweiten Vatikanischen Konzils beruht auf der Taktik der Erhebung des „Pastoralen“ über das Dogma, ohne explizit die Lehre zu ändern, und dennoch zugleich eine Revolution in der katholischen Haltung hervorzubringen.

    Eine andere Taktik der Modernisten und der konziliaren Revolution, ist das bezeichnende Schweigen über die Punkte der Lehre, die der neuen Ausrichtung entgegenstehen. In den Worten des herausragenden Pater Edward Hanahoe ausgedrückt: die Ökumenisten „tun so, als ob das Lehramt nicht gesprochen hätte.“
    [….]
    -

    • „Die gesamte Revolution des Zweiten Vatikanischen Konzils beruht auf der Taktik der Erhebung des „Pastoralen“ über das Dogma, ohne explizit die Lehre zu ändern, und dennoch zugleich eine Revolution in der katholischen Haltung hervorzubringen.“

      Genau dies ist ja eine Frucht des Protestantismus. Der Mensch wird über Gott gestellt. Das Menschliche soll das Gesetz als unmenschlich ausweisen.

      Schlussendlich kommen wir so zu einem alleingelassenen Jesus. Alle fliehen von ihm. Und doch wollen sich alle auf ihn berufen, um ihr gesetzloses Tun durch ihre Schwäche und schließlich durch die Stärke Jesu zu rechtfertigen.

      Dieser Jesus rechtfertigt aber nicht. Denn er ist gerade durch die Inanspruchnahme der Rechtfertigung ohne Reue der von dir und mir gekreuzigte, wenn du und ich unser Kreuz nicht auf uns nehmen wollen.

      Christentum ist Nachfolge, zuerst im Schmerz und im Leid, dann erst durch die Früchte des Kreuzesopfers, in das du dich mit deinem Lebensopfer selbst einverleibt hast.

      Verweigere das Opfer nicht.

      • @ Pater Pio

        „Der“ Protestantismus hat den Menschen nicht über Gott gesetzt – so einfach ist das nicht! Das müssten Sie erst mal beweisen.

        Vielmehr ist der Protestantismus in sehr vielen Zügen radikalen asketischen Bewegungen ähnlich, die wesentlich undulsamer mit dem Menschen umspringen als es in der Kirche im Normalfall je üblich war.

        Er ist erheblich moralistischer und unter dem Schwert der Prädestinationslehre zu schwitzen stelle ich mir absolut nicht lusitg vor – da wird Gott zu einer echten Bedrohung für die Seele!

        Dementsprechend haben einige Autoren dieses rigorsoe Brechen des Menschen an Gott im protestantischen Umfeld beschrieben, etwa Kierkegaard oder auch Tilamn Moser.

        Katholiken sollten sich bitte erst informieren, bevor sie dummes Zeug über den Protestantismus verbreiten.

        Die scheinbare Laxheit der liberalen protestantischen Theologie, die Sie möglicherweise „gefühlt“ im Blick haben, existiert erst seit 100 Jahren und wird von orthodoxen Protestanten ebenso abgelehnt wie von ihnen

    • @ Herr Defendor : Ein bisschen sehr viel an Vereinfachungen und Platitüden ! „Modernisten arbeit…..“ Der Kampfbegriff Modernisten ,
      aus der Angst geboren , ist ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert und
      erinnert an die Sprechweise eingefleischter Kommunisten ( alles mit
      ….isten hintendran) , die alles was nicht linientreu war , direkt mit
      einem entsprechenden – ismus-Etikett umhängte . ( siehe auch IHR Öku-
      menisten , was in seiner Übertreibung der Realität nicht standhält!
      Also , demnächst vielleicht mal etwas mehr Sachlichkeit , und weniger
      austeilen von oben herunter, sonst wird aus Argumentation bloß ideologisches Gerede .

  2. Jaja, „Kardinal“ Müller, da hat BXVI. auch den „Bock zum Gärtner“ gemacht. Wie kann man eine solche Person zum Glaubenshüter ernennen? Für mich unbegreiflich! Aber einerseits passend zur prekären Situation, in der sich Konzilskirche befindet; einen Dogmen-Leugner (siehe: Jungfräulichkeit Mariens) zum Präfekten der Glaubenskongregation zu bestellen! „Rom hat den Glauben“ verloren (Zit. Erzbischof M. Lefebvre), – und er hatte recht! Seit dem unseligen Konzil, hat die Hirarchie der Kirche es aufgegeben, Irrtümer beim Namen zu nennen – und sie zu verurteilen. Diese Kirche kommt einem „Supermarkt“ gleich, in der jeder das nimmt, was er gerade braucht bzw. was ihm gefällt!

    • Halten Sie die Luft an @ piux!
      Mit Ihren Verbalinjurien gegenüber Kurienkardinal Ludwig Müller „Bock zum Gärtner“ – „Dogmen-Leugner“, die Schreibweise seines Titels Kardinal in Anführungszeichen und mit Ihrer Frage usw.:“Wie kann man eine solche Person zum Glaubenshüter ernennen“? stellen Sie Behauptungen auf, die geeignet sind, Kurienkardinal Müller verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Die von Ihnen gemachten und verbreiteten Behauptungen sind von ehrverletzendem Charakter, da mit ihnen eine Missachtung und Geringschätzung der Person des Kardinals verbunden ist. Damit erfüllen Sie den Straftatbestand der üblen Nachrede nach § 186 StGB, in Strafbestandsnähe zur Beleidigung und Verleumdung, erschwert durch die Verbreitung der Aussagen im Internet. Nur zu Ihrer Information: Ein Täter kann auch dann bestraft werden, wenn er selbst an die Wahrheit und Beweisbarkeit seiner Aussage glaubt.
      Der Straftatbestand der üblen Nachrede nach § 186 StGB lautet wie folgt:

      „Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“.
      Dabei müssen Sie damit rechnen, dass wegen der gesellschaftlichen und kirchlichen Bedeutung des Herrn Kardinals an der Strafverfolgung ein öffentliches Interesse bestünde und gerichtlich festgestellt würde.

      • Gemach gemach, lieber SOPHUS
        Bitte lesen Sie das Buch „die Messe“ von og. Bischof Mueller.
        Was er dort sagt in Bezug auf die Gottesmutter und das Opfermahl ist gelinde gesagt sehr stark revisionsbeduerftig.
        Es hat schon einen Beigeschmack, das dieser Herr jetzt in der Glaubenskongrgation den Vorsitz hat.

      • Ja, auch von mir ein Danke. Das soll eine Ermahnung an uns alle sein oder zumindest für die, die es nötig haben, uns in Zucht zu nehmen und in Gewalt zu haben, wenn wir hier unsere Meinungen schreiben. Aber wie schon gesagt, alles beginnt bei den Gedanken des Herzens. Wenn da etwas Böses, Zorniges, Gehässiges, Ätzendes, Bitteres, Höhnisches, … hochkommt, lasse ich mich davon erfassen oder weise ich es zurück.

  3. Ja, und nun ist Eminenz Müller über Nacht zu einer Säule der Orthodoxie geworden. O quae Mutatio rerum.

  4. Ja die Allerlösung-Theologie feiert immer wieder einfließende Beständigkeit.
    Die Video-Botschaft von Franziskus zum Interreligiösen Dialog “ Kinder Gottes “,
    lässt keinen anderen Schluss zu. Schon nach dem Konzil sprach man davon ;.. wir
    haben alle den gleichen Gott..Was nun das Interview mit dem Präfekten Kardinal
    Müller betrifft, so wird er sich hüten ohne Not Franziskus zu kritisieren. Na- türlich ist Kardinal Müller kein unbeschriebenes Blatt, wie seine vielen Bücher
    und Ansichten beweisen. Aber man muss heute kleine Brötchen backen und der Kar-
    dinal vertritt immerhin katholische Werte und die Lehre.

  5. Wenigstens in diesem Punkt hat Pius X etwas Wahres ausgesprochen: dass nämlich durch Zuhilfenahme gezielter „schwächerer“ Häresien und Irrtümer, also ständiger Wiederholungen von „temerären“, „häresieverdächtigen“ oder „nur“ „häresiebegünstigenden“ etc. Sätzen am Ende doch genau das herauskommt, was man mit verdecktem Visier transportiert: eine glatte Häresie!

    was soll also diese absurde Sophisterei?

    Sieht der Herr de Mattei denn nicht, dass nicht wesentlich ist, was spitzfindig-überzwerche Doktoren in ihren Elfenbeintürmen ersiennen, sondern das, was tatsächlich in dem ganzen Wust an päpstlichem Geschwätz in den Herzen der Leute ankommt: und das ist pure Häresie.

    Und noch was: Es gibt niemanden mehr, der berechtigt wäre, das zu richten, weil es keinen rechtgläubigen Bischof mehr gibt. Ich sehe jedenfalls keinen. Denn mit verdecktem Visier alle möglichen Unmöglichkeiten vertreten tun sie, jeder in seiner Art, leider allesamt. Man muss nur die rosarote Brille abnehmen, mal ein bisschen lesen und sich vor Augen führen, was hier geschieht.

    Dieselbe üble Strategie haben aber im 19. jh auch die Konservativen angewandt, und so haben wir heute ein totales Chaos und eines nirgends mehr: einen irdischen Hort der Wahrheit. Das ist vorbei.

    Man kann Jesus nur noch bitten, einigermaßen heil durchgeführtzu werden, sich nicht von einem der selbsternannten „Lehrer“ verführen zu lassen, bis er selbst Abhilfe schaffen wird.

  6. Irgend wie passt da alles rein: Sai Baba, Freimaurerei und dergleichen mehr… Ein lustiges buntes Miteinander entsteht. Die kreativität der Sünde findet immer neue Spielarten.

    Letzten Endes führt die Egalisierung der Religion(en) in die Freimaurerei. Da sich letztere aber ohne Projektionsfläche selber auflöst, steht am Ende der Satanismus im Gewande des Humanisus, dem die Begriffe der Religion zur Stigmatisierung und Entlarvung des Bösen fehlen bzw. geraubt werden.
    Denn wo Abtreibung, Euthanasie, Siuzid, Ehebruch und Homosexulaität normal sind, das kann keine Liebe im Sinne Jesu Christi sein. Dort herrscht die Eigenliebe des Teufels mit ihren tausend Egoismen und Lügen der Freiheit, die eigentlich Sklavrei ist.

    Gerade liegt mir ein Erfahrungsbericht über den Tod einer Freimaurerin vor:
    „Eine Frau berichtete vom Tod ihrer Tante. Die Tante hätte immer sehr fromm geredet. Bei den geringsten Anlässen jedoch wäre sie immer furchtbar jähzornig geworden. Bei ihrem Tod hätten Feuerflammen aus ihren Augen geschlagen. Im ganzen Haus wurde ein Krachen und Gepolter gehört. Die Sterbende war Mitglied einer Freimaurerloge.“
    Ein anderer Bericht:
    „Eine Frau berichtete in der Seelsorge folgendes. Ein bekannter Fabrikdirektor lag im Sterben. Er war Mitglied einer Freimaurerloge. Kurz vor seinem Tod schlugen Feuerflammen aus seinen Augen, Kettengerassel wurde geört, und die eigenen Angehörigen hielten es in dem Sterbezimmer nicht mehr aus.“ (Kurt Koch, Aberglaube)

    • Was soll das?
      Solche Geschichten kursieren und stacheln die Neugier und Sensationslust an…und keiner kann nachvollziehen, ob das so stimmt und ob es in den rechten Zusammenhang gesetzt wurde.

  7. Der erster Papst Petrus sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes…. Die Aussage des Franziskus die einzige Sicherheit, die wir haben sei, dass wir alle Kinder Gottes sind, ist mehr als nur bedenklich. Dieser Papst sagt den anderen Religionen im Umkehrschluss, dass für ihn die Auferstehung, die Göttlichkeit Christi und sein Erlösungswerk keine Gewissheit seien. Ich zitiere: „Wenn Jesus nicht auferstanden ist, dann ist alles sinnlos. Dann ist der Glaube nichts als Illusion – «Opium fürs Volk». Dann sind die Apostel und Prediger alle Lügner und Verführer. Dann ist das Reden von der Sündenvergebung nur ein Traum. Dann sind wir Christen betrogene Betrüger, die bedauernswürdigsten Menschen – Narren. Wie einst Petrus ist auch meine Gewissheit: Dass Christus, der Sohn des lebendigen Gottes ist. Petrus, der Felsenmann sagt „Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen von Christus taufen! Und Franziskus sagt zu den anderen Religionen sinngemäß, „wir glauben alle an die Liebe, es gibt unterschiedliche Wege zu Gott, der Glaube an Christus sei eine reine Geschmackssache“. Franziskus will Papst aber kein Stellvertreter und Diener Christi sein.

    • Ist DAS wahr ?
      Hat das der Papst wortwörtlich so gesagt : “ der Glaube an Christus sei eine reine Gescnmackssache “ – nach dem Motto: Wir glauben alle an den einen Gott (Liebe) ; wir kommen alle in den Himmel…. Such dir nur aus dem religiösen Supermarkt was aus, was dir gefällt, dann mach was du willst und tu was du nicht lassen kannst ! Und das mit dem Segen des Papstes und dafür ruft er zum Gebet auf ?
      wie abscheulich ist das ????

      • Das hat er nicht gesagt, aber er suggeriert durch das gleichwertige Auftreten verschiedener, einander teilweise inhaltlich erbittert entgegenstehender Religionen, sie seine alle ein Weg zu Gott und dies gleichermaßen.

        Diese These untermauert er durch den Satz, den er alle sagen lässt, sie glaubten an „die Liebe“.

        Nun hat aber selbst Hegel, der in einem andern Thread in Frage steht, dieses Merkmal, dass Gott „die Liebe“ IST und nicht nur als Eigenschaft hat (wie in den andern Religionen) im Dogma von der Trinität erfüllt gesehen, an das ein bloßer Monotheismus niemals heranreichen kann, wie ihn insbesondere der Islam propagiert.

        Durch die Trinität, wie sie dogmatisch definiert ist, wird die Liebe zu mehr als einem bloßen Attribut, ebenso übrigens auch wie die Barmherigkeit oder Gerechtigkeit.

        Wir sehen am Islam, was geschieht, wenn man das nur für „Attribute“ Gottes hält: die Gottheit kann mit den Eigenschaften voluntaristisch umgehen, ist also nicht an sie gebunden.

        In unserem Glauben aber hat sich Gott in der Trinität an seine Eigenschaften wesenhaft gebunden und ist dadurch für den Menschen wie durch einen Spiegel „erkennbar“.

        Ich bezweifle, das F. mit seinem Barmherzigkeitsbegriff diese philosophische Beschreibung in Betracht zieht. Bei ihm sehe ich v.a. Sentimentalität. Ich bezweifle dies aber ebenso bei den Traditionalisten, die einfach nur gesetzlich und pharisäisch, im Grunde jüdisch denken – daher auch der verbreitete Hass auf die Juden.

  8. zu piux 12.01.2016 15:15 Uhr
    „Diese Kirche kommt einem „Supermarkt“ gleich, in der jeder das nimmt, was er gerade braucht bzw. was ihm gefällt!“
    Im griechischen heißt dieses „haire^in“, und von diesem Wort kommt der Begriff der Häresie!

  9. @Sophus: Immer auf dem Teppich! Das Zeitalter der Inquisition ist längst vorbei! Wenn Ihnen das Statement von @piux in den falschen Hals geraten ist, so können Sie dies auf andere ‚diplomatische Art‘ kundtun. Sie wünschen und ersehnen sich offenbar den ‚Langen Arm des grossen Bruders‘, um jede Kritik abzuwürgen und damit zu drohen? Nun, den ‚Langen Arm des Grossen Bruders‘ können Sie haben, nur der wird dann nicht Ihnen zur Verfügung stehen, da können Sie sich dann auch nicht hinter dem Vatikan verstecken. Den gibt es in den kommenden Umstürzen nicht mehr, jedenfalls nicht denjenigen, den Sie vertreten…

    • @ Leone
      Mit Ihren Mutmaßungen über die Sache und mich zielen Sie am Problem vorbei. Ich habe auf einen Straftatbestand hingewiesen, nicht mehr und nicht weniger! Mein Anliegen hat etwas mit Recht und Gesetz zu tun, falls Ihnen die Begriffe noch etwas sagen, und nicht mit vatikanischen und schon gar nicht mit persönlichen Interessen.

  10. @ Sophus! Ist das schon die Seite von „katholisches.info“, oder bin ich fälschlicher Weise auf kath.net (Ironie off) gelandet??? Wenn es wirklich so schlimm wäre, was ich hier geschrieben habe , dann wäre mein Kommentar sicher nicht veröffentlicht worden. Unter Glaubenshüter verstehe ich, wie es schon der Name sagt – einen Prälaten, der den rechten katholisch apostolische Glauben – ohne Ausnahme – vertritt; er hat die Pflicht den orthodoxen Glauben zu garantieren! Da kann man noch so sehr auf Rechtsparagraphen herumreiten – wie Sie das machen!

    • @piux
      Meine Antwort an @ Leone gilt auch für Sie! Wenn Sie glauben, meine Warnung an Sie als Herumreiten auf Rechtsparagraphen abtun zu können, liegt das in Ihrer ganz persönlichen Verantwortung. Aber bedenken Sie, dass Sie sich auch in einem Internetforum, das in dankenswerter Weise große Meinungsfreiheit gewährt, nicht in einem rechtsfreien Raum befinden, in der, ganz allgemein gesprochen, der Tatbestand der üblen Nachrede durch die Anonymität des Täters geschützt wäre.

      • @ Sophus! Ich wiederhole nochmals: wäre mein Kommentar wirklich ein Tatbestand der üblen Nachrede – wie Sie es hier schildern – dann wäre mit Sicherheit mein Kommentar nicht veröffentlicht worden!
        @ zeitschnur: Danke für Ihre Präzisierung bezüglich „virginitas in partu“!

      • Der Kommentarbereich ist schwer handhabbar. Da Herausgeber und Redaktion weiterhin daran festhalten und nicht den Weg gehen wollen, den andere während dieses Pontifikats gegangen sind, Kommentare kategorisch auszuschließen oder einer radikalen Zensur zu unterziehen, unterliegen die Kommentare nur einer geringfügigen Sichtung. Es gilt die Aufforderung an die Kommentatoren, sich Selbstdisziplin aufzuerlegen. Eine solche wird daher als Vertrauensvorschuß auch vorausgesetzt. Auf Beanstandung hin wird natürlich reagiert.
        Gegenseitige Beschimpfungen und Herabsetzungen sind zu vermeiden, ebenso fruchtlose Rechthaberei. Maßstab sollte Kritik oder Ergänzung zu den veröffentlichten Artikeln sein. Die Kommentare sollten daher für andere Leser in irgendeiner Form ein Gewinn sein.

    • Sie haben völlig legitim argumentiert. Sie hätten vielleicht, weil der „@ sophus“ das offenkundig nicht weiß, die fragwürdigen Sätze Müllers genauer referieren sollen. Müller hat die „virginitas in partu“ in Frage gestellt und damit das „semper virgo“, das die Kirche sogar als Dogma, also de fide glaubt.

      Ebenso finden sich bei zahllose Fragwürdigkeiten auf etwas niederschwelligerer Ebene. Er glaubt etwa offenkundig an die Evolution u.v.m.

      Ebenso lässt seine rigorose Haltung gegenüber Konzilskritikern einiges zu wünschen übrig, weil sie bestehende theologische Fragen überhaupt erst gar nicht zu Wort kommen lassen will, zugleich aber einen neokonservativen Kurs durchpeitschen will, der insgesamt keineswegs unproblematisch ist insofern, als er der Kritik der Konzilszweifler in vielen doch auffallend nahe steht. Sprich: Er ist extrem widersprüchlich.

      Über die gravierenden v.a. hinsichtlich des hl. Messopfers atemberaubenden Dogmenleugnungen bei Ratzinger haben wir hier schon oft genug geschrieben. Sie finden sich in der „Einführung in das Christentum“.

      • @ zeitschnur!
        Sie sagen zu @piux: „Sie haben völlig legitim argumentiert“.
        Da muss ich Ihnen widersprechen! Von einem Argumentieren kann keine Rede sein!Muss ich Ihnen da noch eine Lektion in Rhetorik geben? Will man sachlich argumentieren, bedient man sich bekanntlich einer Argumentationskette, die stringent aufgebaut ist und von der Bestimmung des eigenen Standpunktes zu einem subjektiv als richtig und notwendig erachteten Problemlösungsvorschlag führt. Nach den Regeln der Rhetorik bildet sich der „Standpunkt“ in fünf Schritten heraus: 1) Bennenung des Standpunktes, 2) Argument, 3) Beispiel zur Veranschaulichung, 4) Fazit/Konsequenz und 5) Appell. Wer wie @ piux beim Benennen seines Standpunktes (Punkt 1)(Bock zum Gärtner, Dogmenleugner usw.) stehen bleibt und auf die Begründung seines Standpunktes (Punkte 2-3) verzichtet, gerät automatisch in die Gefahr der üblen Nachrede, wenn sein Standpunkt nur Kritisches in apodiktisch dargebotener Form beinhaltet und er damit selbst angreifbar wird.

      • @ Ist gut, Sophus!

        Der Zeitpunkt ist erreicht, an dem Sie den Krawall beenden sollten – wir sind hier nicht in einem germanistischen Oberseminar!

        Und vor allem genügt es nicht nur, wie der Faustsche wWagner, das angesammelte Wissen wie einen Bauchladen vor sich herzutragen und damit zu protzen, sondern die Anwendung, der „Transfer“, wie man heute so schön sagt, muss noch igrendwie nachvollziehbar sein und sachbezogen sein.

        Ich meinte: Auch ein normaler Mensch ohne Gymnasialprofessor-Attitüden darf eine Meinung äußern.

        Das hat Piux getan, und damit basta!

        Wenn Sie ihm noch was Kritisches auf der Sachebene zu sagen haben, sollten Sie endlich damit beginnen, aber bitte vorher erst mal Müller und Ratzinger lesen. Leider trifft die kritische Analyse hinsichtlich deren Dogmentreue zu. das hat auch @ piusx nicht erfunden, sondern darüber gibt es ganze Bücher von durchaus seriösen Theologen, sogar konzilskirchlichen Theologen.

      • @ zeitschnur Ihre Belehrungsresistenz ist beachtlich und irgendwie auch köstlich! Sie meinten: „Auch ein normaler Mensch ohne Gymnasialprofessor-Attitüden darf eine Meinung äußern“. Das schon! Auf die “ gerichtemassige“ Problematik seiner Meinungsäußerung darf ich @ piux aber schon hinweisen, oder nicht? Sie hingegen haben @ piux fälschlicher Weise „legitimes Argumentieren“ attestiert,was ich an Ihre Adresse moniert habe, in der Annahme auf Ihr Verständnis zu treffen. Das ist leider nicht der Fall! Daher verweise ich Sie auf das, was unten @ Lioba zu dem von @ piux geäußerten und von Ihnen unterstützten Vorwurf „Dogmen-Leugner“ zu sagen hat. Mit deren Ausführungen gibt es einen neuen Tatbestand: den der Verleumdung Kurienkardinal Müllers. Übrings haben Sie selbst noch in Sachen Papst Benedikt XVI. nachzuliefern! Das, was ich zu @ piux gesagt habe, galt auch Ihnen, Werteste!Ich warte!

      • @Sophus: Obwohl ich Ihre Kommentare sonst mehr als nur schätze, verstehe ich nicht, was plötzlich los ist.
        Sie schießen nach meinem Empfinden übers Ziel hinaus.
        Sicher ist Ihre Verteidigung Kardinal Müllers ehrenwert. Aber diese schweren Geschütze aufzufahren, halte ich für übertrieben.
        In einer Kirche, die noch nicht so durchsetzt wäre von allen möglichen Irrlehren, Irrtümern und Halbwahrheiten, wie sie es heute ist, wäre Ihr rechtlicher Hinweis ein inquisitorisches Muss unter Glaubensbrüdern, um die Lehre rein zu halten.
        Leider hat Kardinal Müller aber auch so manchen Schulterschluss mit dem Zeitgeist gemacht.
        @Piusx Äußerungen halte ich für Polemik und als solche auf einer Seite, auf der auch schon mal mit harten Bandagen gekämpft wird, für statthaft.

      • @Sophue: Allerdings haben Sie recht darin, dass die Bezeichnung „Dogmen-Leugner“ für Müller schon heftig ist… je länger man drüber nachdenkt.
        Ein Dogmen Leugner ist ein Häretiker. Das aber ist Müller wohl nicht.
        Die Zuständigkeit des StGb wäre hier wohl klar verfehlt.

      • Die Behauptung „Dogmen Leugner“ entpuppt sich einfach als absurd, wenn man die beanstandete Stelle (Jungfrauengeburt) liest. Müßten jene, die das behaupten, den Nachweis erbringen, kämen sie ins Schwitzen. Cui bono? Man sollte also nicht jeden Schnellschuss wiederholen.
        Andernfalls entpuppt sich die Behauptung als ideologische Räuberpistole. Zu meinem eigenen Bedauern liefern solche Behauptungen die Steilvorlage für Papst Franziskus, wenn dieser Traditionalisten der „Ideologie“ bezichtigt und mehrfach betonte, deshalb eine Antipathie gegen sie zu hegen und sie abzulehnen (oder als Modeerscheinung zu betrachten).
        Die Tradition ist gehalten, doppelt seriös, doppelt ernsthaft, doppelt bemüht, doppelt geistig im Einsatz zu sein. So ist es zwangsläufig aufgrund der Umstände, so ist es aber auch richtig.
        Was es zudem bedeutet, jemanden zu Unrecht zu beschuldigen, in dem Fall sogar als Häretiker (eben „Dogmen Leugner“), muss ich nicht ausführen. Ich meine keineswegs das Strafgesetzbuch. Es hat Folgen geistliche Folgen für sich selbst. Durch die schlechte Wirkung aber möglicherweise auch auf viele andere Gläubige und Nicht-Gläubige. Das sollte nicht sein und vielmehr nachdenklich stimmen.

      • @ Lioba

        Sie haben offenbar nicht alles gelesen – sehen Sie mal: unten habe ich die „Cuasa Müller“ referiert, mit Zitaten und so.

        Ihr rein strategisches Argument ist zwar typisch für Politiker, aber nicht für Katholiken.

        Kard. Müller hat in sehr vieler Hinsicht Standpunkte, die noch vor 200 Jahren zu seinem Ausschluss bzw einer Indizierung seiner Bücher geführt hätten. Ich habe noch ein paar andere Aussagen angebracht.

        Wie tief wollen wir noch herabsteigen und immer wieder alles decken, schönreden oder umdrehen, nur um unsere strategischen Hoffnungen zu nähren?

        Hat Jesus das auch so gemacht?

  11. Der „Papst“ schätzt die Lehre gering und schadet der Kirche, das ist durch seine Aussagen und Amtshandlungen erwiesen. Der Begriff Häresie mag möglicherweise nicht ganz zutreffend sein, das stimmt. Aber in Summe kommt es doch darauf zurück.
    Auf Wikipedia steht über Häresie:
    Häresie (von altgriechisch αἵρεσις, haíresis, Wahl, Anschauung, Schule),[1] ist eine Bezeichnung für eine Aussage oder Lehre, die im Widerspruch zu einer vorherrschenden Auffassung steht, wie der Lehre einer Doktrin, Ideologie, oder insbesondere kirchlich-religiösen Glaubensgrundsätzen. Sie beansprucht, eine bzw. die Wahrheit richtiger oder besser zum Ausdruck zu bringen als andere Lehren, Meinungen, Weltanschauungen oder Philosophien.

    Über das Komma kann man sich streiten, aber nachdem Bergoglio der Befreiungstheologie anhängig ist und deren Positionen vertritt, kann man durchaus sagen, dass diese Lehre von der ursprünglichen katholischen, rechtgläubigen Lehre abweicht. Man muss nicht den Begriff Häresie verwenden, das ändert trotzdem nichts an dem Zugrundegehen der katholischen Kirche unter B., da macht Relativieren die innerkirchliche Situation auch nicht besser.

    • @dhmg : Vielleicht sind der Papst und seine zukünftigen Nachfolger auf
      dem Weg dazu , die „Lehre“ als einen Anfang und nicht als ein Ende zu
      betrachten , zumal die Lehre Glaubenszeugnisse sind und damit auch
      deutbar . Die Lehre , wie sie zumTeil hier vertreten wird , hat eher die
      Unterwerfung , das sich Kleinmachen , das sich ständig schuldig fühlen
      als vermeintliches Grundprinzip ,statt der Freiheit des Christenmenschen .

      • Das sehe ich auch so. Kritik muss doch wohl gestattet sein, wo doch viele gläubige Katholiken lange Zeit relativ geduldig waren mit dem Papst. Und es wird nicht irgendwer kritisiert, sondern jemand der weitreichende Entscheidungen trifft, die das Schicksal von Millionen von Seelen betreffen. An ihm orientieren sich Tausende Geistliche in der Welt, daher ist es bei Weitem nicht egal, was „der Papst“ so von sich gibt und wie er handelt.

    • Was mich stutzig macht, ist die Information, diese Dreckschweine hätten auch den Dom beschossen. Das kam in den Medien nicht. War das so? Ich hatte es so verstanden, dass die Feuerwerksraketen auf die Polizisten und Zivilisten geschossen wurden.

      Aber der Gastautor bei Tichy hat vollkommen recht: Gestern lief wieder so eine hirnverbrannte Talkshow bei Sandra Maischberger über die Bühne und die Emma-redaktuerin, die dabei war, entblödete sich nicht, doch tatsächlich hinter diesem kriegerischen Anschlag auf Deutschland eine rechtsradikale Verschwörung zu wittern.

      Offenbar lassen wir Deutschen keine Blödheit aus!

      Es wäre, als würde man bei herannahenden Bombern der Bevölkerung den Weg in den Luftschzutzbunker verwehren mit der Begründung, sie wollten sie Gesellschaft spalten.

      Und da fällt mir auch glatt eine Paralle aus der Naziszeit ein:
      Die Gestapo hat tatsächlich gegen kriegsende verhindert, dass Deutsche rechtzeitig aus den Ostgebieten fliehen. Mit allen Bandagen wurde jeder kriminalisiert, der sagte, die Russen seien schon ganz nah und abhauen wollte. Er konnte sich sicher sein, im schlimmsten fall sogar hingerichtet zu werden.

      Genauso wirkt das auf mich, was heute läuft:
      Jeder Mensch, der nicht völlig verblödet ist, muss doch realisieren, dass der Angriff auf Hunderte von Frauen und auch Männern ein kriegerischer Akt ist!
      Solche „Flashmobs“ sind in den vergangenen jahren schon geschehen. Zum beispiel in otterweier auf einen fastnachtszug. Mit der Bahn reisten unzählige Ausländer, damals Afrikaner und wohl Russen an griffen die Narren an.
      In der Folge wurde schon debattiert, ob man diesen Zug noch mal stattfinden lässt.
      Auch jemand aus meinem Bekanntenkreis wurde im Herbst in der selben säuisch-barbarischen Weise von vier „Südländern“, die offenkundig kein Wort Deutsch sprachen sexuell belästigt, und dies mittasg auf einer der belebtesten Straßen der Stadt.

      Was in Köln passiert ist, ist also nicht neu, sondern nur eine Eskalation beriets ständig vorkommender Delikte. Und die hören auch nicht auf, v.a. deswegen nicht, weil wir von Leuten regiert werden, die das offenbar genauso auch wollen, uns also den Gesellschaftsvertrag aufgekündigt haben.
      Die mediale „Besprechung“ der Ereignisse dient ausschließlich der Beschwichtigung und Kriminalisierung der Einheimischen, bevor sie auch nur den Mund aufgemacht haben.

      Der ständig beschworene angebliche „Rechtsruck“ wird dadurch überhaupt erst erzeugt.

      Wer weiß, wie schnell das jetzt abwärts geht.

      Gestern sagte eine alte dame zu mir, sie hätte nie geglaubt, dass sich die Ereignisse so übershclagen würden, und sie fühle sich von der Regierung und den Medien verschaukelt.

      Der Staat hat allein jetzt schon so massiv das Vertrauen der Bürger eingebüßt, dass er eigentlich noch am selben Tag hätte handeln müssen. Er tut nichts – jedenfalls nichts Wirksames.

      In meinem Bekanntenkreis, zu dem ich die weitesten Kontakte mitzähle haben sich bereits sehr viele Leute bewaffnet.

      Unsere Regierung wird – ähnlich wie die friedlichenMuslime – erst dann reagieren, wenn es zu spät ist.

      • Ja, ich war auch völlig baff, als ich das las, dass der Dom selbst angegriffen wurde, das hatte man nirgendwo gehört oder gelesen!
        Heute mit Böllern und morgen!?
        Die belügen uns in ihrem Wahn noch schlimmer als man glaubt, unfassbar!!
        Wer jetzt noch „Beweise“ braucht für den Geist,der in Deutschland ( wieder mal) wütet, dem ist nicht mehr zu helfen.
        Und was mit das Schlimmste ist: das Ausland schaut (auch wieder mal) fassungslos und ungläubig nach Deutschland und hält uns für Verrückte, weil wir das alles dulden.

    • @Stella:
      Es ist gut, dass Sie die Symbolik des Kölner Domes als Feindbild für Muslime erwähnen. So habe ich diese Sylvester-Vorfälle noch gar nicht betrachtet.

  12. @Sophus:‘Wie bei KREUZ NET oder bei ‚popefrancistthedestroyer.blogspot… Sie weichen in der Sache aus. @ piux hat nichts gesagt, was einer üblen Nachrede oder einem rechsfreien Raum entspricht. Dieses „Argument* entspringt nur Ihrer Absicht,den Kritikern Drohungen auszusprechen und diesen Worte in den Mund zu legen, die Sie unterstellen. Und im übrigen habe ich es nicht nötig, mich belehren und aufklären zu lassenwas „Recht und Gesetz“ berifft. Wenn Sie so sehr darauf bestehen, Paragraphenreiterei zu betreiben, so sollten Sie diese in einem Rechtsforum betreiben. Ich mache im übrigen keine Mutmassungen und ziele auch nicht am „Problem“ vorbei. Wenn jemand am „Problem“ -(welch ein Begriff!) vorbeizieht, dann sind Sie es. Das ist so. Und im Übrigen sollten Sie nicht drohen. Kümmern Sie sich lieber um die Schmarotzer und Vaterlandsverräter in Berlin, die Terroristen und Salafisten. Dort können Sie sich einbringen!

    • Danke, Herr Giuseppe Nardi, für Ihre Stellungnahme aus gegebenem Anlass, die ganz in meinem Sinne ist. @ Leone wird sicher gerne ihren jüngsten Kommentar an Ihren Ansprüchen messen. Mit Ihren Mahn-Worten haben Sie mich jedenfalls von weiteren Äußerungen Ihr gegenüber entbunden! Vielen Dank auch für die inhaltliche Auswahl und Qualität der tagtäglich gebotenen Artikel und die gebotene Toleranz der Meinungsvielfalt unter den Kommentatoren, eine Freiheit, die ich persönlich sehr zu schätzen gelernt habe.

      • Denke, Ihre Reaktion, verehrter Sophus, kann ich verstehen. Dieses klare und eindeutige Etikettieren eines Menschen (abgesehen davon, dass es mit der Wahrheit wenig zu tun hat), bleibt sehr gut haften und kann „tödlich“ sein, für den Gezeichneten sowie gefährlich, für das,wofür der Mensch steht. Und das, in diesem Fall, es geht um den katholischen Glauben, um die Existenz der Menschheit selbst, in äusserst bedrohlichen Zeiten, für die wahre katholische Kirche… Ja, nur, eine Verleumdung ist leider zum Instrument auch der Staatsmacht geworden.

      • Denke, Ihre Reaktion, verehrter Sophus, kann ich verstehen. Dieses klare und eindeutige Etikettieren eines Menschen (abgesehen davon, dass es mit der Wahrheit wenig zu tun hat), bleibt sehr gut haften und kann „tödlich“ sein für den Gezeichneten sowie gefährlich für das, wofür der Mensch steht. Und das, in diesem Fall, es geht um den katholischen Glauben, um die Existenz der Menschheit selbst, in äusserst bedrohlichen Zeiten, für die wahre katholische Kirche… Ja, nur, eine Verleumdung ist leider zum Instrument auch der Staatsmacht geworden.

  13. Ich will hier nicht auf einen „Rechtsstreit“ eingehen. Das ist ja nicht der Ausgangspunkt. Ausgangspunkt war ein schwerwiegender Vorwurf gegen Kardinal Müller. Dieser kursiert seit seiner Ernennung zum Glaubenspräfekten unter Traditionalisten. Ist er aber berechtigt? Meines Erachtens Nein.
    Ich habe mir die Stelle mit der angeblichen „Leugnung“ der Jungfrauengeburt angeschaut. Es gibt dazu auch fundierte Analysen.
    Es wird etwas unterstellt, was nicht dasteht. Die Unterstellung rührt m.E. weil Müller als Bischof von Regensburg sich unangemessen und ungerecht gegenüber der Piusbruderschaft verhalten hat, deren Priesterseminar in der der Diözese Regensburg steht. Das erklärt auch (aus berechtigtem Ärger der Piusianer) die Behauptung den „Bock zum Gärtner“ gemacht zu haben. Das ist inzwischen Jahre her und ich bezweifle, dass die FSSPX ihre Kritik von damals heute noch so wiederholen würde.
    Müller hat die Passage zur Jungfrauengeburt selbst an anderer Stelle längst präzisert (mir fällt jetzt gerade nicht ein, ob in einer Schrift oder einer Predigt, jedenfalls öffentlich), so daß die Sache als erledigt zu betrachten ist. Wenn manche dennoch darauf herumreiten, dann mehr, weil sie einen Gegensatz zu Rom suchen, notfalls konstruieren wollen (und daher auch gute Initiativen Roms ablehnen).
    Einen solchen Reflex mache ich auch hier aus. Mattei zitiert eine im Kontext geradezu sensationelle Aussage von Kardinal Müller zu Papst Franziskus, doch das bleibt links liegen, statt dessen wird auf Müller eingedroschen. Kurios, kurios…

    • Danke, liebe @ Lioba! Sie stellen die hier gegen Kurienkardinal Müller erhobenen ehrenrührigen Anschuldiugungen in den richtigen historischen Kontext. Seit seinem Dienstantritt in Regensburg war Bischof Müller linksliberalen,protestantischen und piusbruderschaftlichen Angriffen ausgesetzt. Dazu kamen erhebliche Gegnerschaften aus dem von Wir-sind-Kirche-Leuten dominierten Diözesanrat. Mit der Reform dieses Rates nach den weltkirchlich gültigen Rechtsverhältnissen bekam er auch noch die DBK und das ZdK an den Hals, wobei sich vor allem neben den dezidiert linken Medien Süddeutschlands der Münchner Merkur und Bayern 5 gegen ihn positionierten. Da kommt mir mein Abiturthema in Deutsch in den Sinn: Die schlechtesten Früchte sind es nicht, an denen die Wespen nagen!

    • Dann wundere ich mich aber schon, dass Sie nicht die konkrete Streitsache nennen.

      Da hier nur auf der Metaebene herumgeschossen wird von gewissen Postern, würde ich gerne auf den konkreten sachverhalt zurückkommen. Es stimmt, dass er unterschiedlich beurteilt wurde.

      Das Dogma von der „semper virgo“ lautet:

      „Wer nicht gemäß den heiligen Vätern im eigentlichen Sinne und der Wahrheit entsprechend die heilige, allzeit jungfräuliche und unbefleckte Maria als Gottesgebärerin bekennt, da sie ja eigentlich und wahrhaftig Gott, das Wort, selbst, der vor allen Zeiten aus Gott, dem Vater, geboren wurde, in den letzten Zeiten ohne Samen aus dem Heiligen Geist empfangen und unversehrt gebo­ren hat, wobei ihre Jungfrauschaft auch nach seiner Geburt unzerstört blieb, der sei verurteilt.” (DH 503)

      Was hat Müller gesagt?

      „Seit Anfang des 4. Jh. begegnet in verschiedenen Varianten die Dreierformel von der Jungfräulichkeit Marias vor, in und nach der Geburt. Die Grundlage bietet die in ihrer Glaubensbereitschaft angenommene jungfräuliche Gottesmutterschaft.

      Aus dieser eher christologischen Aussage über die Jungfräulichkeit Marias vor der Geburt folgt im Sinne einer stärker mariologischen Akzentuierung der Aussage die Prägung des Geburtsvorgangs (virginitas in partu) durch die Tatsache, daß Maria den Gott-Menschen und Erlöser gebiert und daß sie in der Konsequenz ihrer ganzmenschlichen Hingabe an das Erlösungsereignis keinen ehelichen Umgang mit Josef hatte und darum auch ohne weitere Kinder geblieben ist. Den Glaubensinhalt der Jungfräulichkeit Marias vor, in und nach der Geburt und damit der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens bezeugen alle Kirchenväter… (…)“

      Soweit referiert er den Glauben der Kirche. Nun kommt sein eigener Kommentar dazu:

      „Es geht nicht um abweichende physiologische Besonderheiten in dem natürlichen Vorgang der Geburt (wie etwa die Nichteröffnung der Geburtswege, die Nichtverletzung des Hymen und der nicht eingetretenen Geburtsschmerzen), sondern um den heilenden und erlösenden Einfluß der Gnade des Erlösers auf die menschliche Natur, die durch die Ursünde ‚verletzt’ worden war.“

      Durch die Formulierung „Es geht NICHT um …“ hat er tatsächlich die Bedeutung der physischen Unversehrtheit geleugnet.

      Er bestreitet in grammatisch eindeutiger Weise die Relevanz der physischen Unversehrtheit. Die Textstelle ist eindeutig ein Sich-Absetzen von dem, was gelehrt wurde: dass die körperliche Unversehrtheit sehr wohl von höchster Bedeutung war und ist, denn sie ist in der gesamten Jungfräulichkeit Mariens das äußere Zeichen, dessen Fehlen auch die „innere“ Jungfräulichkeit als abwesend kennzeichnen würde.

      Wenn man noch einmal das Dogma liest und dessen Formulierung, die ausdrücklich auf den „eigentlichen“ Sinn der Jungfräulichkeit abhebt, nämlich den natürlichen Sinn, dann sollte das niemand einfach so relativieren oder als nachrangig erklären gegenüber einer „abgehobenen“ Verständnisweise.

      Nun wurde flugs von Neokonservativen darauf abgehoben, Müller sei es ja nur um die Einzelheiten dieser physischen Unversehrheit gegangemn, denn die seien ja nicht Bestandteil des Dogmas.

      Wer aber den Satz noch mal liest, den Müller formuliert hat, muss feststellen, dass es ihm nicht darum ging zu sagen, er wisse nicht, worin genau die Unversehrheit dem leibe nach bestand, sondern er behauptet, es gehe um sie überhaupt nicht,

      „sondern um den heilenden und erlösenden Einfluß der Gnade des Erlösers auf die menschliche Natur, die durch die Ursünde ‚verletzt’ worden war.“

      Hier wird eindeutig der heilende Einfluss der Gnade gegen eine „eigentliche“ Vorstellung von Junfräulichkeit ausgespielt, und das ist nicht Sinn der Sache.

      Müller hat damit einer dieser Sätze fabriziert, wie wir sie von F. kennen: unklar, missverständlich, und v.a. können Leugner der Virginitas in partu sich auf sie berufen, wenn sie deren resale physische seite vergeistigen und „abheben“, wenn gar überhaupt leugnen wollen.

      Es geht ja nach Müller irgendwie „gefühlt“ um den heilenden Einfluss der Gnade auf die Physis. Und das reicht nicht und entspricht auch nicht der Aussage des Dogmas, denn dies verweist ausdrücklich auf das „eigentliche“ Verständnis von Jungfräulichkeit, auch wenn es keine eingehende medizinische Analyse nachliefern will!

      Wenn man genau hinsieht, nimtm Müller immer wieder solchen Relativierung des eigentlichen Sinnes vor, etwa wenn er behauptet, das Paradies sei nur „symbolisch“ zu verstehen gewesen, oder Israel haben den 7-Tage-Rhythmus auf Gott übertragen und nicht Gott ihn auf uns.

      Auch windet er sich in der Frage nach der Gottebenbildlichkeit des Menschen, indem er sagt:

      „Nun heute würde man sagen: Eine Entsprechung, die wesensbestimmend ist für uns“.

      (All das sind Zitate und Paraphrasen aus „Gott und seine Geschichte“)

      Das sind ausgesprochen risante Formulierungen und sind tatsächlich mit dem geruch belegt, hier nun Schriftwort in einem anderen Sinne verstehen zu wollen, als es die Kirche traditionell tat. Er rempelt damit gegen verschiedene Canones von „Dei Filius“ von 1870, in dem ausdrücklich noch einmal definiert wurde, dass man dem tradierten verständnis keinen anderen Sinn bei gleichen Worten geben dürfe.

      Es ist also eine ernsthafte Frage, wo Müller wirklich steht.
      dass manche das laxer sehen wollen, mag ja sein, aber sie sollten nicht die berechtigten Fragen derer, die bei Müller Schwierigkeiten wahrnehmen, wie @ sophus es tut, sondern sachgemäß beantworten oder widerlegen.

      Insofern ist @ piusx’s Reaktion berechtgt, wenn er sich inquisitorisch niedergemacht sieht von einem Typen, der sowieso null Kompetenz dazu hat und der inhaltlichen Debatte auch noch vollkommen ausgewichen ist und darüber hinaus in der Vergangenheit selbst nur allzu oft Verleumdungen z.B. gegen mich und meine Person (!) ausgesprochen hat.

      Es ist daher nicht „ehrenrührig“, sondern allenfalls diskutabel, wenn einer auf diesen wunden Punkt in Müllers Argumentation hinweist.

      • Korrektur:

        „…die bei Müller Schwierigkeiten wahrnehmen, wie @ sophus es tut kriminalisieren, sondern sachgemäß beantworten oder widerlegen.

      • @ Zeitschnur
        Danke für die negative Typisierung meiner Kompetenz!Und welche theologische Kompetenz haben Sie? Aus Ihren einseitigen, kirchen- und katholikenfeindlichen Beiträgen ist eine solche für mich nicht ersichtlich. Das Thema selbst stand aber auch gar nicht zur Debatte. Ich habe es allerdings für notwendig erachtet, Ihnen und @ piux in Sachen „üble Nachrede“ den entsprechenden Straftatbestand nach § 186 StGB vor Augen zu führen. Das hielt ich vor allem bei Ihnen im Hinblick auf ihre Mutmaßungen über den Rücktritt von Papst em. Benedikt XVI. für besonders dringlich. Mit dem Thema „Jungfrauengeburt“ selbst hat mein Versuch, am Beispiel der von @ piux gemachten Aussagen vor eventuellen rechtlichen Konsequenzen zu warnen, nichts zu tun. Daher kann von einem „Thema-Ausweichen“ meinerseits auch gar keine Rede sein!

      • @ sophus

        Ich hab Sie heute schon mal gebeten, den Krawall nun zu beenden.
        Was hier über Müller gesagt wurde, ist weder „gerichtsmassig“ noch „üble Nachrede“. Im besten Fall weist @piusx auf ein echtes Problem im Müllerschen Denken hin. Im schlimmsten Fall ist seine Kritik unberechtigt.

        Was soll also dieser Humbug?

        Man hat den Eindruck, Sie reagieren nur noch impulsiv wie einer, der sich nicht im Griff hat.

        Eine normale Kritik an merkwürdigen Sätzen aus Müllers Feder ist erlaubt.

        Noch leben wir nicht in einer Diktatur, und eine Kritik an Sätzen ist immer noch erlaubt, auch wenn sie sachlich unbegründet sein sollte.
        Das muss man dann aber nachweisen und das tun Sie nicht, weil Sie es nicht können.

        Ich habe über Benedikt nicht „gemutmaßt“, sondern Nachrichten, die sich über ihn finden, referiert und in Überlegungen einbezogen.

        Sie können jetzt gern noch mal Ihren Kropf leeren und wild herumfuchteln mit Drohungen – das war mein letztes Wort dazu.

        Das wird mir allmählich zu unterirdisch hier.

  14. Weltfrieden/ Religionsfrieden durch Dialog ist eine utopische Träumerrei, die ausblendet, dass wir in einer gefallenen Schöpfung voller Sünde leben.
    Die Gründe für Kriege sind mannigfaltig, Haß, Gier, Macht und eben nicht nur Religion. Der Papst spricht im Clip vom Frieden, spaltet aber bereits mit dem Clip die Katholiken. Der Friede fängt zuerst im eigenen Haus an. Die zerstrittene Christenheit muss erstmal bei sich, in ihre eigenen Kirchen anfangen Frieden zu schaffen. Christus wird in diesem Clip als Säugling gezeigt und das ist bezeichnend: Ein Säugling nimmt keiner ernst. Christus wird leider von seine eigene Kirche nicht mehr ernst genommen.

    Ich werde nicht für einen falschen Frieden Christus zum Lügner erklären.
    Es gibt NUR EINEN WEG- JESUS CHRISTUS. Alle andere Wege führen ins Verderben. Die Aussage Christi.“ Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt und viele sind es, die darauf wandeln,“ kann kein Papst vom Tisch fegen.

  15. Ja,@ zeitschnur: Umgekehrt wird ein Schuhuu draus! Sie selbst reagieren impulsiv wie eine, die sich nicht im Griff hat. Sie meinen, Sie hätten über „Benedikt“ nicht „gemutmaßt“, sondern Nachrichten, die sich über ihn finden, referiert und in Überlegungen einbezogen?
    Dann darf ich Sie erinnern: Gegenüber einer Mitforistin, die Papst Benedikt gegen Sie verteidigt und gestanden hat, sie könnte für ihn sterben, hatten Sie nur Unterirdisches übrig. Was Sie da andeutungsweise kolportierten, ist so ungeheuerlich, dass ich Sie nicht zitiere.

  16. @Melanie

    Hier das Zitat vom Papst: «Viele denken anders, fühlen anders, sie suchen und finden Gott auf unterschiedliche Weise» Bedeutet: Christus ist ein Weg von vielen und da nicht alle Menschen gleich denken und fühlen, findet halt der eine Buddha und Buddhismus spirituell ansprechender als Christus und Christentum. Wie gesagt im Video hat Franziskus einen schockierenden religiösen Relativismus und Indifferentismus offenbart. Dieser Papst ist nicht der Hüter des Glaubens, sondern ein entschlossener Kirchenzerstörer, der es wissen will. Franziskus wollte eh Metzger werden und lebt diesen Wunsch aus indem er sich gegenüber dem katholischen Glauben wie ein grobschlächtiger Schlachter auf dem Schlachthof aufführt und den Glauben verwurstelt. Es ist wie es ist.

    • Das ist Fastnacht, stimmt’s? Unmöglich, grauenvoll!

      Ich sehe es genauso: Das, was aufhielt, ist das Hl. Messopfer – nicht der Papst. Was ist der Diener wert, wenn sein Herr von den Seinen verspottet wird!

      • Nein, ich befürchte, das ist nicht Fastnacht!
        Es ist wohl um die Weihnachtszeit (Lied im Hintergrund)!

    • Welcher Enschätzung Sie sich anschließen sei Ihnen selbstverständlich unbenommen.

      Aber „man“ kann „Kard. Müller sehr wohl etwas „vorwerfen“. Es ist schließlich geschehen. Wobei Ratzinger wesentlich brisantere probleme n seinen schriften aufweist als Müller.

      Ein Argumetn von der Art: Da kann kein Problem sein, sonst wäre es nicht veröffentlicht/der Mann gewählt worden, das leider auch piusx bemüht, ist tautologisch, denn: der der Wählende oder Herausgeber kann ja theoretisch wie praktisch genauso irren und aufgrund des eigenen Irrtums überhaupt gewählt haben! Man sucht ja immer nach denen, die einem beistimmen, nicht wahr?

      In der Sache also ein wertloses Argument.

    • Werter @ Franzel!
      Danke für den Link, der im Hauptteil wichtige Aspekte zum Thema „Dogmen-Leugner“ beinhaltet und in seinem Kommentarteil vertieft. Damit erweist sich auch von außerhalb her die Richtigkeit meines strafrechtlich begründeten Widerstands gegen die von @ piux zu verantwortende Paulschaldiffamierung Kurienkardinal Müllers als Dogmen-Leugner. Es gibt hier im Forum zu viele emotional aufgeladene SchnellschießerInnen, die sich, ungeachtet ihrer Eigengefährdung durch damit einhergehenden Verletzungen von Straftatbeständen, zu enthemmen suchen. Was z.B. im strafrechtlichen Sinn eine „Verleumdung“ ist, weiß nicht jede(r). Doch Nichtwissen schützt bekanntlich vor Strafe nicht. Daher ist der vorwurfsbeladene Gebrauch des Wortes gegenüber anderen riskant.

      • Sophus, da Sie darauf beharren, interessiert es mich grundsätzlich, wie ein solches Verfahren gemäss § 186 StGB in diesem Fall denn ablaufen würde.

        - Wer müsste den Strafantrag stellen?
        - Bei welcher Behörde?
        - Angenommen, der Antrag wird angenommen: Wie ginge die Beweisaufnahme in diesem Fall vonstatten – werden die Bücher resp. betreffenden Passagen Kardinal Müllers gelesen? Womit werden diese „abgeglichen“?
        - Könnte gegen einen Strafbefehl/Freispruch Rekurs eingelegt werden – bei wem?

      • @ Carlo
        Für eine genauere und dann verbindliche Auskunft wäre ein Rechtsanwalt zuständig.Zu Ihren Fragen mit Vorbehalt in aller Kürze!
        Strafantrag kann jeder stellen, der betroffen ist oder sich betroffen fühlt. Die genau zu begründende Anzeige (möglichst durch einen Rechtsanwalt)kann bei der zuständigen Polizeidienststelle erfolgen. Die Beweisaufnahme erfolgt durch die Staatsanwaltschaft. Diese entscheidet, ob öffentliches Interesse an einer gerichtlichen Klärung besteht. Ist dies der Fall, kommt es zur Anklage. Wenn das Urteil Rekurs zulässt, kann er beantragt werden.

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