Satanskult im Namen der Religionsfreiheit?


Satanstempel

(Washing­ton) Als Brech­ei­sen dient die „Reli­gi­ons­frei­heit“, die als spi­ri­tu­el­le Anar­chie aus­ge­legt wird. Damit, so die Behaup­tung, habe auch das „Böse“ ein Recht zur frei­en Ent­fal­tung. Mit die­ser Begrün­dung wur­de im ver­gan­ge­nen Okto­ber in Old Spring Town im US-Bun­des­staat Texas ein Satanstem­pel der „Gro­ßen Kir­che Luzi­fers“ eröff­net. In Island wird an einem heid­ni­schen Tem­pel gebaut. Und in Quin­dio in Kolum­bi­en wird eine „Kir­che“ für den Satans­kult errichtet.

Die Anwoh­ner emp­fin­den ein Unbe­ha­gen und erho­ben Pro­test. Der ört­li­che Poli­zei­chef, Oberst Ricar­do Sua­rez, betont, daß „in Kolum­bi­en Reli­gi­ons­frei­heit herrscht“, doch der­lei Initia­ti­ven „zu beob­ach­ten sind, da man nicht weiß, wel­che Art von Prak­ti­ken statt­fin­den werden“.

Religionsfreiheit „ein hoher, aber auch mißverstandener Wert“

Christ­li­che Grup­pen frag­ten öffent­lich, war­um einem sol­chen Pro­jekt im Namen der Reli­gi­ons­frei­heit, „eines so hohen, aber auch so miß­ver­stan­de­nen Wer­tes“, die Bewil­li­gung erteilt wur­de. “ Der katho­li­sche Orts­bi­schof, Msgr. Pablo Salas von Arme­nia, warn­te mit einem Hir­ten­brief vor dem Sata­nis­mus. Der Bischof for­der­te die Fami­li­en auf, beson­ders auf die Kin­der und Jugend­li­chen aufzupassen.

Die Diö­ze­se ver­weist auf die Hei­li­ge Schrift: „Ihr habt den Teu­fel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater ver­langt. Er war ein Mör­der von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahr­heit; denn es ist kei­ne Wahr­heit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lüg­ner und ist der Vater der Lüge“ (Joh 8,44).

Die Bewil­li­gung zei­ge, so der Bischof, daß der Abschnitt der Ver­fas­sung zur Reli­gi­ons­frei­heit „einer Prä­zi­sie­rung“ bedür­fe. „Frü­her genüg­te der Hausverstand.“

Vic­tor Rozo, der Anfüh­rer des kolum­bia­ni­schen Satanstem­pels behaup­te­te, die von ihm ver­tre­ten Leh­re sei gar nicht sata­nisch. Aller­dings genügt zur Wider­le­gung, sei­nen Namen im Inter­net abzufragen.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Cor­ri­spon­den­za Romana