Das „Wunder des roten Fadens“ – Der Talmud bestätigt das Kreuzesopfer Christi

Roter Faden, Altstadt von Jerusalem (2015)
Roter Faden, Altstadt von Jerusalem (2015)

Der Talmud ist, neben dem Tanach, den für das Judentum normativ geltenden Bibeltexten, die wichtigste Schrift der Juden. Er liefert in beiden Versionen, sowohl dem Babylonischen wie dem Jerusalemer Talmud eine ganze Gegenerzählung, ein Anti-Evangelium, um die Hinrichtung Jesu zu rechtfertigen und enthält eine Vielzahl abscheulicher Aussagen gegen Christus und die Christen. Dennoch bestätigt auch er, unabsichtlich, das Kreuzesopfer Jesu.

Talmud und Sohar berichten, daß der jüdische Hohepriester nur einmal im Jahr, an Jom Kippur, dem „Tag der Sühne“ oder „Versöhnungstag“, das Allerheiligste des Tempels betrat, um Tieropfer darzubringen (siehe auch Hebr 9,6-7). Damit bat er um Vergebung für die Sünden der Juden, die einst Israeliten genannt wurden. Der Sohar ist die bedeutendste Schrift der Kabbala, einer jüdischen Geheimlehre. Beide Schriften erwähnen „das Wunder des roten Fadens“.

Im Sohar heißt es im Kommentar zum Wajikra, wie das Buch Levitikus oder dritte Buch Mose auf hebräisch heißt:

„An diesem Tag werden alle Sünden vergeben […] die Unreinheiten der Seelen und Körper […] sie alle, an diesem Tag […] Gott vergibt Israel und befreit es von allen Sünden. An diesem Tag bittet der Priester für sich, sein Haus, die Priester, für alle und für das Heiligtum um Vergebung […] durch einen besonderen roten Faden, wissen sie, ob der Priester Erfolg hatte“ (Wajikra, 3).

Wenn der rote Faden sich von rot zu weiß verfärbte, herrschte Jubel im ganzen Volk. Wenn er rot blieb, herrschte allgemeine Niedergeschlagenheit, denn es war das Zeichen dafür, daß das Opfer des Hohepriesters und seine Gebete von Gott nicht erhört wurden. Priester und Volk wußten, daß Gott ihnen die Sünden nicht vergeben hatte.

Die Entstehung des Sohar wird von der Forschung inzwischen ins 13. Jahrhundert datiert und die Autorenschaft Mosche de Leon zugeschrieben. Nicht nur das orthodoxe Judentum hält jedoch an der Autorenschaft Schimon ben Jochais, einem talmudischen Rabbi des 2. nachchristlichen Jahrhunderts, fest.

Der Prophet Jesaja spielte auf diesen „Faden“ an, ohne ihn ausdrücklich zu nennen. Das war für die Juden auch gar nicht notwendig. Sie wußten die Worte zu deuten:

„Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle“ (Jes 1,18).

40 Jahre blieb das Wunder aus

Der Talmud berichtet, daß dieses große Wunder der göttlichen Bestätigung für die Annahme des hohepriesterlichen Opfers und damit die Vergebung der Sünden, bereits vierzig Jahre vor der Zerstörung des Jerusalemer Tempels aufhörte.

„Ursprünglich befestigten sie den roten Faden am Tor des äußeren [Tempel-]Hofes. Wurde er weiß, freute sich das Volk, wenn er nicht weiß wurde, war es bekümmert. […] Vierzig Jahre lang vor der Zerstörung des Tempels wurde der rote Faden nicht mehr weiß, sondern blieb rot“ (Babylonischer Talmud, Rosh Hashanah 31b).

Gleiches berichtet der Jerusalemer Talmud (yYom 6,3,43c).

Der Talmud ist die zentrale Schrift des Judentums nach der Verleugnung und Hinrichtung Christi. Die zitierte Stelle geht auf die Zeit des pharisäischen Rabbi Gamaliel II. zurück, der im Jahr 114 nach Christus gestorben ist. Gamaliel sorgte für den endgültigen Ausschluß der Judenchristen aus der Synagoge und ihre Verfluchung als Häretiker.

Der Tempel wurde im Jahr 70 nach Christus durch die Römer unter dem militärischen Oberbefehl von Titus, dem Sohn von Kaiser Vespasian, der später selbst Kaiser wurde, zerstört. Das „Wunder des roten Fadens“ trat demzufolge seit dem Jahr 30 nach Christus nicht mehr auf. Das entspricht genau der Zeit, als Jesus auf Golgota gekreuzigt wurde. Das Neue Testament, das von Juden geschrieben wurde, die Christus erkannten und ihm nachfolgten, lehrt, daß das Kreuzesopfer Christi die Tieropfer des Alten Bundes ersetzte. Der alte Tempel hatte seine Bedeutung verloren und die Tieropfer ihre Wirksamkeit. An die Stelle des alten Bundes war ein neuer Bund getreten.

Der Übergang vom Alten Bund zum Neuen Bund

Jesus vor Kaiphas, der sich die Kleider zerreißt, Duccio di Buoninsegna, um 1300
Jesus vor Kaiphas, der sich die Kleider zerreißt, Duccio di Buoninsegna, um 1300

Im Brief an die Hebräer wird der Übergang theologisch erklärt:

„Christus opferte auch nicht das Blut von Böcken und Kälbern für unsere Sünden. Vielmehr opferte er im Allerheiligsten sein eigenes Blut ein für alle Mal. Damit hat er uns für immer und ewig von unserer Schuld vor Gott befreit.
Schon nach den Regeln des alten Bundes wurde jeder, der nach den religiösen Vorschriften unrein geworden war, wieder äußerlich rein, wenn er mit dem Blut von Böcken und Stieren oder mit der Asche einer geopferten Kuh besprengt wurde.
Wie viel mehr wird das Blut Jesu Christi uns innerlich erneuern und von unseren Sünden reinwaschen! Erfüllt von Gottes ewigem Geist, hat er sich selbst für uns als fehlerloses Opfer Gott dargebracht. Darum sind unsere Sünden vergeben, die letztlich nur zum Tod führen, und unser Gewissen ist gereinigt. Jetzt sind wir frei, dem lebendigen Gott zu dienen“ (Hebr 9,12-14)

Der Vorhang zum Allerheiligsten im Tempel riß entzwei

Dieser Übergang vom Alten zum Neuen wird in der Heiligen Schrift aber auch durch äußere Zeichen überliefert, indem sie berichtet: zum Zeitpunkt, als Jesus am Kreuz einen schrecklichen Tod starb, „herrschte eine Finsternis im ganzen Land“ (Mt 27,45; Mk 15,33; Lk 23,44). „Die Sonne verdunkelte sich“ (Lk 23,45a). „Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich“ (Mt 27,51b). „Da riß der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.“ (Mt 27,51a; Mk 15,38; Lk 23,45b). „Die Gräber öffneten sich und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt“ (Mt 27,52).

Mit dem Zerreißen des Vorhanges stand allen der Blick ins Allerheiligste offen, der bis dahin nur dem Hohepriester vorbehalten war. Er sollte das Allerheiligste verbergen: die Bundeslade. In Wirklichkeit war es leer, weil die Bundeslade mit der Babylonischen Gefangenschaft, also seit vielen Jahrhunderten, verschollen war. Ungeachtet dessen war der Bund Gottes mit den Israeliten wirksam geblieben. Nun machte der zerrissene Vorhang das Ende des alten Allerheiligsten und den Übergang zum neuen Allerheiligsten sichtbar, das Christus selbst ist durch den Opfertod am Kreuz.

Der Prozeß gegen Jesus

Jesus vor Kaiphas, Szene aus dem Spielfilm "Die Passion" von Mel Gibson (2005)
Jesus vor Kaiphas, Szene aus dem Spielfilm „Die Passion“ von Mel Gibson (2005)

Diesen Übergang wollten der damalige Hohepriester und die Mehrheit des Volkes nicht erkennen. Sie erkannten aber das Ende ihres Allerheiligsten. Dieses Ende wurde bereits früher eingeleitet und durch ein weiteres Zeichen sichtbar. Kaiphas, der von 18–36 n. Chr. Hohepriester war, ließ als höchster Vertreter des Judentums Jesus vor dem Hohen Rat, dem Sanhedrin anklagen. Die Anklage lautete auf Gotteslästerung, dem schlimmsten aller denkbaren Verbrechen, weil Jesus von sich sagte, der Sohn Gottes zu sein. Kaiphas war dabei von blinder Entschlossenheit getrieben, Jesus zu vernichten und für immer zum Schweigen zu bringen (Mt 26,3-4; 26,59; 27,20).

Im Matthäus-Evangelium wird der entscheidende Moment der Ratsversammlung wie folgt berichtet:

„Darauf sagte der Hohepriester zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Messias, der Sohn Gottes? Jesus antwortete: Du hast es gesagt. Doch ich erkläre euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“ (Mt 26,63-64).

Daraufhin wurde Jesus vom Sanhedrin schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Um ein sicheres Todesurteil zu erreichen, empörte sich der Hohepriester mit theatralischem Gestus und tat dabei etwas, was im Judentum durchaus üblich war, ihm aber verboten war:

„Da zerriß der Hohepriester seine Gewänder und rief: Wozu brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist eure Meinung? Und sie fällten einstimmig das Urteil: Er ist schuldig und muß sterben“ (Mk, 14,63-64; Mt 26,65).

Das Ende des jüdischen Hohepriestertums

Das Zerreißen der Kleider brachte in der jüdischen Welt eine tiefe Gefühlsregung zum Ausdruck, besonders in Momenten der Verzweiflung, größter Empörung, tiefer Trauer oder großer Demütigung. Die Heilige Schrift berichtet mehrere Episoden (Gen 37,18-35; Hiob 1,18-20; 1 Sam 4,12-17; 2 Kön 22,8-13; Apg 14,14; 22,23). Verpflichtend war das Zerreißen des Gewandes, wenn ein Jude eine Lästerung des Gottesnamens hörte. Eben das, was Kaiphas in der Sanhedrin-Versammlung von Jesus behauptete. Aber bereits der Prophet Joel mahnte, daß eine innere Zerknirschung entscheidender sei, als ein äußerlicher Gestus: „Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider, und kehrt um“ (Joel 2, 13).

Das Buch Levitikus enthält die Vorschriften für das Priestertum. Darin aber heißt es vom Hohepriester: „Der Priester, der unter seinen Brüdern den höchsten Rang einnimmt, auf dessen Haupt das Salböl ausgegossen wurde und der durch das Anlegen der heiligen Gewänder eingesetzt ist, soll […] seine Kleider nicht zerreißen“ (Lev 21,10). Das Zerreißen der Kleider durch Kaiphas sei unbeabsichtigt „eine prophetische Geste“ gewesen, mit der er das Ende des Hohepriestertums anzeigte, so Papst Leo der Große (440-461), der von West- und Ostkirche als Heiliger verehrt wird.

Tatsächlich ist kein anderes Beispiel eines Hohepriesters bekannt, der sein Gewand zerrissen hat. Der häufig genannte Jonathan (1 Makk 11,71) dürfte zum Zeitpunkt der Zerreißung noch nicht Hoherpriester gewesen sein. Vor allem handelte er, im Gegensatz zu Kaiphas gegen Jesus, nicht als oberster Priester, sondern als Feldherr.

Rechtfertigungsversuche für Kaiphas

Talmudische Autoren verteidigen Kaiphas, indem sie Levitikus 21,10 nach pharisäischer Art auslegen und Ausnahmen behaupten. Unter anderem damit, daß dem Hohepriester beim Hören einer Gotteslästerung das Zerreißen des Obergewandes nicht verboten gewesen wäre. Dem steht entgegen, daß im Alten Testament zwar von zahllosen Gotteslästerungen berichtet wird, aber von keinem Hohepriester, der deshalb sein Gewand zerrissen hätte. Das unterstreicht die Einzigartigkeit der Situation zwischen Kaiphas und Jesus.

In seinem Eifer zerriß Kaiphas nicht nur sein Obergewand, sondern auch das Untergewand (Mk 14,63).

Zudem tat er dies nicht, in der laut jüdischen Autoren für den Hohepriester in einem so schwerwiegenden Ausnahmefall vorgesehenen Art. Ein Jude hatte demnach sein Obergewand von oben nach unten zu zerreißen, der Hohepriester aber als einziger von unten nach oben. Darin sind sich die jüdischen Autoren, von Rabbi Jonathan ben Usiel, einem Tanait der ersten Generation, Schüler Hillel des Älteren und Zeitgenosse Jesu über Maimonides bis Michael Creizenach, einig. Darin wird auch erkennbar, daß man sich durchaus bewußt war, mit Ausnahmen vom Verbot in Levitikus 21,10 gegen göttliches Gebot zu verstoßen. Bis Kaiphas hatte dennoch kein Hoherpriester von den behaupteten Ausnahmen Gebrauch gemacht. Vielmehr ist anzunehmen, daß die Frage um Levitikus 21,10 erst durch Kaiphas und seine Geste im Judentum von Bedeutung wurde.

An dieser Stelle soll nicht weiter auf die Details der jüdischen Gepflogenheiten im allgemeinen und jener für den Hohepriester im besonderen eingegangen werden. Auch nicht auf die Kleiderordnung des Hohepriesters, die besonderen Stoffe, Farben und Webarten seiner Gewänder. Entscheidend ist, daß Kaiphas spätestens durch die Art, wie er seine Gewänder zerriß, unbeabsichtigt, selbst das Ende des alten Hohepriestertums anzeigte.

Das Hohepriestertum endete de facto mit der Zerreißung der Kleider durch Kaiphas in den Abendstunden des Gründonnerstags (zwei Tage vor Pascha), dem Zerreißen des Tempelvorhangs am Karfreitag (einen Tag vor Pascha) und dem Ausbleiben der Verfärbung des roten Fadens an Jom Kippur im September/Oktober desselben Jahres.

Formal bestand das jüdische Hohepriesteramt auch nach Jesu Tod und Auferstehung weiter. Phannias ben Samuel bekleidete von 66-70 als letzter das Amt des Hohepriesters, obwohl er selbst keiner priesterlichen Familie entstammte. Im Jahr 70 fand er, bei der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch römische Truppen, den Tod. Mit ihm endete das alte Hohepriesteramt auch de jure.

Der Verlust der Kapitalgerichtsbarkeit

Zerstörung des Jerusalemer Tempels, Francesco Hayez (1867)
Zerstörung des Jerusalemer Tempels, Francesco Hayez (1867)

Ein weiterer Aspekt verdient Erwähnung. Mit dem Todesurteil durch den Sanhedrin wäre das Schicksal Jesu besiegelt gewesen. Doch wie beide Talmud-Überlieferungen, sowohl der Jerusalemer als auch der Babylonische übereinstimmend berichten, wurde dem Sanhedrin 40 Jahre vor Zerstörung des Tempels, also wiederum im Jahr 30 nach Christus, von den Römern die Kapitalgerichtsbarkeit entzogen (Babylonischer Talmud, Sanhedrin 41b; Jerusalemer Talmud, Sanhedrin I,1). Auch die Heilige Schrift berichtet dies (Joh 18,31).

Mit dem Jahr, in welchem Jesus von der jüdischen Elite der Prozeß gemacht wurde, war es dem Sanhedrin nicht mehr möglich, Todesurteile zu vollstrecken. Um Jesus dennoch hinrichten zu können, mußten Kaiphas und seine sadduzäische und pharisäische Gefolgschaft notgedrungen bei Herodes Antipas und Pontius Pilatus vorsprechen, obwohl sie den einen verachteten und den anderen haßten. Herodes Antipas aus der idumäischen Dynastie der Herodianer, römische Klientelkönige, war Tetrarch von Galiläa. Pontius Pilatus war von 26–36 mit harter Hand römischer Präfekt von Judäa.

Anstatt zur erhofften Hinrichtung kam es jedoch zu einer vierfachen Feststellung der Schuldlosigkeit Jesu: eine erste Feststellung der Schuldlosigkeit durch Pilatus, gefolgt von einer ebensolchen Feststellung durch Herodes, einer zweiten Feststellung durch Pilatus und auch noch einer dritten Feststellung der Schuldlosigkeit durch Pilatus. Erst als der Präfekt die unerbittliche Entschlossenheit der jüdischen Führung und der von ihnen aufgebotenen Volksmenge erkannte und einen Aufstand befürchtete, gab er nach und ließ das Urteil des Sanhedrin vollstrecken (Lk 23,1-24).

Vom Tieropfer zum Kreuzesopfer: Vollendung des Hohepriestertums

Auch die jüdische Überlieferung bestätigt damit, wenn auch unbeabsichtigt, den Zusammenhang zwischen dem Kreuzestod Jesu und dem Ende des alten Hohepriesteramtes, des Jerusalemer Tempels und der Tieropfer zur Sündenvergebung des Alten Bundes.  Im Jahr 30 ging das Hohepriestertum auf Christus über. Er machte sich selbst durch den Tod am Kreuz zum Opfer, um die Sünden der Menschen zu sühnen, und stiftete damit einen Neuen Bund (Hebr 9,11ff). Das Hohepriestertum findet in ihm seine Vollendung als wahrer und ewiger Hohepriester. Die Tatsache, daß er dabei vom Hohepriester des Jerusalemer Tempels ans Kreuz gebracht wurde, ist dabei – wie dargelegt – keineswegs ein Zufall.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Lloyd Wolf/Christus vor Kaiaphas, Duccio (um 1300)/Wikicommons/Youtube (Screenshot)

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Zuwendungsübersicht
Hans
Die Leidensberichte der Evangelisten sind sehr nüchtern geschrieben. Sie protokollieren das Geschehen eher, als sie den Leidenden und die Zeichen seines Leidens beschreiben. Sie entsprechen formal dem römischen Kanzlei- und Protokollstil und dokumentieren das Geschehene. Sie überlassen aber die Beurteilung dem Leser. Dieses gilt insbesondere für den johanneischen Prozessbericht. Im Sinne dieses hochinteressanten Artikels, sollte der johanneische Prozessbericht näher betrachtet werden: Dort heißt es in Johannes 19,16: die Hohen Priester „riefen wir haben keinen König als den Kaiser.“ Diese Anerkennung des Kaisers als höchste Autorität durch die Hohen Priester vor Pilatus muss unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden: 1. Der offizielle… weiter lesen »
zeitschnur

Sehr spekulativ – und v.a. wie kann der Hohepriester „den Heilsweg des jüdischen Volkes mit Jahwe einseitig durch den Hohepriester“ aufkündigen?

Korrekt wäre es zu sagen: „Der Hohepriester kündigte … auf“. Er ist aber nicht „das jüdische Volk“. Wissen wir, wo die einzelnen Menschen des jüdischen Volkes tatsächlich standen?

Andernfalls müsste Sie akzeptieren, dass auch Sie durch Franziskus‘ Irrlehren einseitig den Heilsweg der Kirche mit dem lebendigen Gott aufkündigen.

zeitschnur
So tragisch und zugespitzt die Sachlage ist – aber Israel hat schon mehrfach durch Glaubensabfall „einseitig“ den Bund „aufgekündigt“ – man denke an die furchtbaren Baalskulte in Israel. Das alles aber war nicht Zeichen dafür, dass Gott seinerseits seinen Bund aufgekündigt hätte. Er kann einen Bund niemals aufkündigen, weil ein Bund Gottes immer ein Bund Gottes ist. Er ist ja kein Mensch und bindet sich in Treue an seine Zusagen. Falls es also wieder mal drum gehen sollte zu beweisen, dass Gott seinerseits das Volk „verstoßen hat“, dann: forget it! Jesus hat gesagt, dass selbst die schlimmste Lästerung gegen den… weiter lesen »
Chlodwig

Die Angelegenheit mit der Bestätigung des Neuen Bundes durch das Judentum ist mir von den Schriften der FSSPX her geläufig.

Kanadier

Sehr geehrter Herr Nardi,
erlauben Sie, dass ich Ihnen und dem ganzen Team von katholisches.info ein gutes, von Gott gesegnetes und hoffentlich auch finanziell ausgeglichenes Jahr 2016 wünsche!
Bezüglich ihres Atikels: Würden Sie bitte die Tatsache, dass der Hohepriester Kaiphas seine Kleider zerriss doch noch etwas genauer ausführen? Woher wissen Sie, dass er sowohl Ober- als auch Untergewand zerriss und woher wissen Sie, dass er sie von oben nach unten zerrissen hat?
Im Voraus vielen Dank!

Michael Koppe

Ebenfalls DANKE! Für mich ist „katholisches.info“ die wichtigste Informationsquelle geworden, weit vor „kath.net“, „kathnews.de“ und „summorum pontificum“ sowie „Achse des Guten“, „Junge Freiheit“ und „Tichys Einblick“ im weltlichen Bereich.

dhmg

Das ist ein sehr interessanter Artikel. Darum auch die Ankündigung in der Bibel, dass Gott den Tempel der Juden verlassen werde, die Stelle weiß ich leider nicht mehr, aber ich habe sie in einem anderen Kommentar 2015 zitiert und genauso gedeutet. Wenn dem so ist, dann haben die Juden ja die Möglichkeit, durch Ihren Talmud die Erkenntnis zu erhalten, dass mit dem Ausbleiben des Woll-Wunders der alte Bund zur Sündenvergebung unwirksam geworden sein muss.

Kyrillus

Aus Zeitmangel bin ich schon länger nurmehr selten auf Ihrer Seite. Dieser hochinteressante Artikel hat mir indes erneut gezeigt, wie lohnend es ist, Ihre Seite nach Möglichkeit wieder öfter zu besuchen. Vielen Dank, Herr Nardi – und den Neujahrswünschen von @Kanadier schließe ich mich gerne an!

dhmg

Es gehört zwar nicht zu diesem Artikel, aber da in älteren Artikeln Kommentare deaktiviert sind, bleibt mir keine andere Möglichkeit.
Die britische Königin Elizabeth soll in einer Weihnachtsansprache ebenfalls gesagt haben, dass dieses Weihnachten(2015) das letzte für viele sein würde.
http://n8waechter.info/2015/12/weihnachtsansprache-der-queen-geniessen-sie-ihr-letztes-weihnachten/
Papst Franziskus soll ja das Gleiche gesagt haben.

Chorbisch
@ dhmg: Vielleicht wäre es besser gewesen, Sie hätten den Text der Ansprache der Königin auf der offiziellen Website des Königshauses nachgelesen, anstatt irgendwelchen Seiten im Internet zu vertrauen: http://www.royal.gov.uk/ImagesandBroadcasts/TheQueensChristmasBroadcasts/ChristmasBroadcasts/ChristmasBroadcast2015.aspx Keine Rede von „letztes Weihnachten für viele“, die Königin spricht vielmehr jene an, die im vergangenen Jahr einen geliebten Menschen verloren haben, da das erste Weihnachtsfest nach so einem Ereignis für die Hinterbliebenen oft sehr schwer ist. Sie erwähnt die Schrecken des abgelaufenen Jahres, zitiert aber als Trost Johannes 1,5, daß das Licht in der Finsternis scheint und die Dunkelheit es nicht überwunden habe. Klingt nicht nach Weltuntergang, finde ich.… weiter lesen »
dhmg

Naja, ich weiß jetzt trotzdem soviel wie vorher. Denn in dem Link wird geschrieben, dass Queen Elizabeth in einem ersten Versuch einer Weihnachtsansprache Erwähntes gesagt haben soll und dann diese Ansprache seitens der Verantwortlichen abgebrochen worden wäre. Pauschalisierende Urteile bringen hier auch keine wirkliche Aufklärung.

Leo Laemmlein

dhmg
Ihre Informationen stammen wenn ich mich recht entsinne von Journalisten des BBC. Sie wollen diese Äußerungen der Königin gehört haben, die aus der Ansprache entfernt oder herausgehalten worden seien.

Chorbisch
@ dhmg Ich verstehe Sie jetzt nicht ganz. Selbst in dem von Ihnen verlinkten Artikel steht doch ausdrücklich, daß es keine weitere Quelle gibt, als die Behauptungen dieses Bloggers über den angeblichen Ablauf der Aufzeichnung der Ansprache. Es wird also nur ein Gerücht weitergegeben, sogar im Konjunktiv geschrieben, weil man meint, es passe zu anderen Weltuntergangsszenarien. Mir sagt der Name dieses Bloggers nichts, aber ich halte die Schilderung für unglaubwürdig. Und selbst wenn die Königin der Meinung wäre, es gäbe irgendwelche Mächte, gegen die sie machtlos sei, so müsste ihr ihre lange Erfahrung doch sagen, daß solche Aussagen nie gesendet… weiter lesen »
Baldur
Ich kenne zwar den Jerusalemer Talmud nicht, jedoch den Babylonischen Talmud nach Lazarus Goldschmidt. Daraus einige Stellen. Die Kreuzigung Jesu wird im Talmud nicht erwähnt. Nach der Steinigung hängte man ihn nach jüdischem Recht. Im Übrigen wurde auch Stephanus von den Juden gesteinigt, ohne dass die Römer daran beteiligt waren. Sanhedrin 43ab: Am Vorabend des Pesahfestes hängte man Jeschu. Vierzig Tage zuvor hatte der Herold ausgerufen: Er wird zur Steinigung hinausgeführt, weil er Zauberei getrieben und Jisrael verführt und abtrünnig gemacht hat; wer etwas zu seiner Verteidigung zu sagen hat, der komme und sage es. Da aber nichts zu seiner… weiter lesen »
Shuca
@Baldur Ich bin heute Abend und am Anfang des neuen Tages nicht gut drauf. Sie haben viel geschrieben was ich erst sortieren muß wenn es mir wieder besser geht. Was sagt denn ihr babylonischer Talmud zur Mutter Gottes wenn er schon die Kreuzigung ihres Sohnes nicht mitgekriegt hat. Das würde mich so ganz nebenbei mal interessieren. Ja ich möchte den Sohn Gottes verteidigen wo immer mir es auch möglich ist. Ich finde es außerordentlich vernünftig das Jesus Christus von den Toten auferstanden ist und damit die Strafe des Totenreiches rechtzeitig aus dem Weg gegangen ist. Ja es gibt keine Zweifel… weiter lesen »
Baldur
@shuka: Also erstens: Es ist nicht „mein Talmus“ aus dem ich zitiert habe. Das ist die wichtigste Schrift im Judentum. Der Talmud rangiert vor der Tora! Ein Buch voller Ungereimtheiten, Magie und Aberglaube. Dazu die Lügen über Jesus, Maria und alle Christen und die zahlreichen Verdammungen die dort enthalten sind. Wie im Talmud Maria dargestellt wird: Die babylonischen Quellen nehmen christliche Motive auf und verkehren sie in ihr Gegenteil. Maria hatte sich auf einen römischen Soldaten mit dem von parthenos (gr. Jungfrau) abzuleitenden Panthera/Pandera eingelassen. Jesus hat einen sexuell zweifelhaften Lebenswandel, treibt Magie und verführt Menschen zum Götzendienst, stirbt zu… weiter lesen »
Leo Laemmlein
In den Talmud ist alles hineingepackt – höchste Weisheit neben größtem Unsinn. Was für eine Verirrung, ein solches Sammelsurium der Heiligen Schrift gleich zu achten. Da wird also die Ausbeute einer spiritistischen Totenbefragung, vorgenommen von einem römischen Goy, berichtet. Nekromantie ist von Gott im Gesetz Mosis streng verboten. Kein Jude mit Verstand im Kopf kann diese Aussage als in irgendeiner Weise als verbindlich für seinen Glauben ansehen. Der Bericht ist Klatsch ohne jeden geistlichen Sinn. Und ein Christ erkennt sofort den frechen dämonischen Trug dahinter. Wo der Herr Jesus Christus ist, erfahren wir aus dem gottinspirierten Zeugnis der Evangelisten und… weiter lesen »
Pater Pio

Ganz genau: ein Sammelsurium spiritistischer ‚Offenbarungen‘, in die sich einfach alles hineinmischt, was dem Herrn ein Greuel ist.
Dem Teufel kommt es nur darauf an, mithilfe seiner Gefolgschaft, den Dämonen, die Gottheit Christi zu leugnen.
Der Artikel Herrn Nardis ist vorzüglich…

Jeanne dArc
@Leo Laemmlein — Ich habe im Unterricht, bei einem jüdischen Lehrer über die Tradition und Geschichte des Judentums, einige Stellen aus dem Talmud zum Lesen bekommen, die er uns ausführlich erklärt hat. In diesen wurden bestimmte Feiertage wie Rosch Hoschana oder Purim rabbinisch erklärt und vertieft, oder auch Stellen aus den Büchern Mose erläutert. Darin war nichts okkultes, abergläubisches oder esoterisches. Das fand ich sehr erhellend und vertiefend zum Verständnis der jüdischen Tradition. Die widersprüchlichen und delikaten Textteile haben wir weg gelassen und der Talmud besteht aus 12 Bänden mit jeweils circa 800 Seiten, also insgesamt 9600 Seiten. Selbst gläubige… weiter lesen »
Shuca

@Baldur
Erubin 21b: „… Rabbi Papa bar Acha bar Ada hat gesagt: Jeder, der die Worte des Weisen ausspottet, wird durch siedenden Kot gerichtet.“ Erubin 21b, BT Bd. 2, S. 67
Ich fürchte weder Tod noch Teufel und siedener Kot ist das letzte was mich erschrecken kann.
Per Mariam ad Christum.

Leo Laemmlein

Wer an den Jesus Christus glaubt, dass er der Sohn Gottes ist und für unsere Sünden durch sein Leiden und Sterben am Kreuz gesühnt hat und am dritten Tag von den Toten auferstanden ist; wer ihn als den Herrn seines Glaubens angenommen hat – was Gnade ist und bedeutet, dass er von Jesus gefunden wurde – und Ihn vor den Menschen bekennt; wer Buße tut und von Jesus Vergebung der Sünden empfangen hat, wer die Sünde flieht und nach Heiligkeit trachtet: der ist gerettet und braucht weder Talmud noch Koran noch sonst irgendetwas oder irgendjemand unter der Sonne zu fürchten.

Leo Laemmlein
Ach, oben im Text sind störende Fehler, deshalb noch einmal: — Wer an Jesus Christus glaubt, dass Er der Sohn Gottes ist und für unsere Sünden durch sein Leiden und Sterben am Kreuz gesühnt hat und dass Er am dritten Tag von den Toten auferstanden ist; wer ihn als den Herrn seines Lebens angenommen hat – was Gnade ist und bedeutet, dass er von Jesus gefunden wurde – Ihm gehorcht, und Ihn vor den Menschen bekennt; wer Buße tut und von Jesus Vergebung der Sünden empfangen hat, wer die Sünde flieht und nach Heiligkeit trachtet: der ist gerettet und braucht… weiter lesen »
zeitschnur

… merkwürdig, dass Sie die Taufe nicht erwähnen, beide (!) Male nicht…

Sophus
Werter @ Baldur Um den historischen Kontext herzustellen: Der Babylonische Talmud entstand in Persien im 3./4. Jahrhundert und diente im oben zitierten Teil der innerjüdischen Abwehr des Skandals, die Juden hätten ihren so lange ersehnten Messias gekreuzigt. Die Kreuzigung war die gefürchtetste, grausamste und schändlichste aller Todesarten, die die Römer kannten. Kreuzigungen waren bei den Römern die übliche Strafe bei Aufwieglern, Volksverhetzern, Aufstandsanstiftern, etc. Cicero (106 v. Chr.- 43 v. Chr.) schrieb über sie: „…die bloße Bezeichnung sei nicht nur von Leib und Leben der römischen Bürger verbannt, sondern auch von ihren Gedanken, Augen und Ohren. Denn alle diese Dinge… weiter lesen »
Sophus
Fortsetzung Tacitus, römischer Historiker, Senator, Prokonsul und Statthalter über Asien schrieb vor 100 in seinen Annalen: „Es waren jene Leute, die das Volk wegen ihrer (angeblichen?) Schandtaten haßte und mit dem Namen >Christen< belegte. Dieser Name stammt von Christus, der unter Tiberius vom Procurator Pontius Pilatus hingerichtet worden war." (Tacitus, Annalen, XV.44) Lukian von Samosata, ein griechischsprachiger Satiriker aus Syrien, überlieferte: "Übrigens verehrten diese Leute den bekannten Magus, der in Palästina deswegen gekreuzigt wurde, weil er diese neuen Mysterien in die Welt eingeführt hatte."(Lukian, De morte Peregrini, 11) Für die jüdischen Gelehrten, die das Judentum in seiner Existenz bedroht sehen… weiter lesen »
Leo Laemmlein

Sophus
Darf ich Sie auf meinen Kommentar oben verweisen?
Was ein heidnischer Nekromant aus der Jenseitswelt berichtet, wird m.E. kein Jude mit klarem Verstand als eine jüdische Glaubensaussage annehmen. Es ist wie eine List: Wer dumm ist, nimmt den Inhalt des Berichts für bare Münze. Wer klug ist, erkennt den Text als das, was er ist.
Wenn ich mich recht erinnere, geht die Jüdische Enzyklopädie in ihrem Artikel über Jesus davon aus, dass er gekreuzigt wurde.

fredius

Das “ Licht “ kam in die Welt, doch sein Volk die Juden, nahmen ihn nicht auf, da sie
ihn nicht erkannten. Der erste Bund Gottes, ging mit Jesu Tod und Auferstehung zu Ende.
Da die orthodoxen Juden bis heute, Jesus nicht als Retter und Messias anerkennen, so
können sie auch nicht unsere “ älteren Brüder im Glauben ( nach Johannes Paul II. )
sein. Der “ Rote Faden “ erzählt Bände, nicht zum Vorteil der Juden.

Sophus
Werter @ fredius Sie sagen so einfach: „Der erste Bund Gottes ging mit Jesu Tod und Auferstehung zu Ende“. Das hat der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber nicht so gesehen. Als er in der Nachkriegszeit einmal in Mainz auf dem in einem ärmlichen Zustand befindlichen jüdischen Friedhof stand und den Kontrast zum hochaufragenden Dom gewahr wurde, soll er gesagt haben: Aber Er hat uns den Bund nicht aufgekündigt!“ Buber wusste, dass nur Gott, der den Alten Bund mit Israel geschlossen hatte, diesen hätte aufkündigen können. Dagegen stand aber Seine göttliche Bundestreue. Auch Jesus hat im Rahmen des Letzten Abendmahls bei der… weiter lesen »
Jeanne dArc

@Sophus — Das sehe ich auch so. Jesus Christus hat in den Evangelien nirgends etwas davon gesagt, dass der ‚Alte Bund‘ aufgekündigt sei. Er sagt, dass ER den Neuen gegeben hat, aber nicht, dass der Alte ausgelöscht sei. Nur Paulus äußert sich in diese Richtung. Jedoch ist Paulus nicht Jesus Christus, und auch nicht Gott Vater.

Leo Laemmlein
Sophus Die Frage des Alten Bundes ist nicht einfach. Es finden sich hierüber im Neuen Testament gegenläufige Aussagen, die man miteinander vereinbaren und richtig verstehen muss. Den meisten Katholiken ist wohl nicht klar, dass der Neue Bund gemäß der Schrift mit Israel geschlossen wird. Hierüber z.B. hier: http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=qa&answer_id=664 Über die Kirche aus den Heiden hat der Herr Jesus Christus fast überhaupt nicht gesprochen, weil er zu den verlorenen Schafen Israels gesandt war. Sie war ein Geheimnis, seit Ewigkeit in Gott verborgen, im Alten Testament nur angedeutet, das dem Apostel Paulus geoffenbart und von ihm verkündet wurde. Die Kirche (Gemeinde, Versammlung)… weiter lesen »
Chlodwig
@Jeanne dArc Aus dem NT geht hervor, daß Jesus Christus den Alten Bund vollendet hat. Das bedeutet nicht, es gäbe heute Alten und Neuen Bund nebeneinander. Jesus Christus hat gesagt, der Glaube an die Allerheiligste Dreifaltigkeit sei notwendig, um das Heil überhaupt erlangen zu können. Wären die Juden von der heilsnotwendigen Anerkennung des Messias ausgenommen, so fände sich ein Hinweis in diese Richtung im NT. An der göttlichen Inspiration bei Paulus von Tarsus zu zweifeln, ist ein ganz schlechter Ansatz. Dies impliziert nämlich, seine in der Heiligen Schrift festgehaltenen Worte könnten Irrlehren sein. Diesen Gedanken fortgeführt müßte das heißen, die… weiter lesen »
Jeanne dArc
@Chlodwig – Ich anerkenne Paulus als göttlichen Lehrer und Priester, der von Jesus Christus ermächtigt wurde, was aber nicht heißt, dass er in VEREINZELTEN Details irdisch-menschliche Meinungen hatte, die aufgrund seiner damaligen Erfahrungssituation entstanden. Seine Äußerung in Hebr 8, 13 sehe ich in dieser Richtung: „…Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist dem Untergang nahe“. Das hat Jesus Christus so nie gesagt. Noch heute gibt es Sukkot, das Laubhüttenfest, noch heute gibt es Jom Kippur, noch heute gibt es Chanukka und Rosch Haschana, und noch… weiter lesen »
Jeanne dArc
Ergänzung: Jesus Christus sagte darüber: „Wahrlich ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende kommen, bis des Menschen Sohn kommt.“ (Mt 10, 23) ER ist es, der sich ihnen direkt und unmittelbar offenbaren und zu erkennen geben wird, so wie es der Prophet Sacharja sagt: „Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. Sie werden um ihn klagen, wie man um den einzigen Sohn klagt; sie werden bitter um ihn weinen, wie man um den Erstgeborenen weint. (Sach 12, 10). In Kapitel 10, 6-10 beschreibt der Prophet Sacharija die Rückführung der Juden aus der… weiter lesen »
zeitschnur
Nur hat auch der heilige Paulus niemals gesagt, der Alte Bund sei von Gottes Seite her aufgekündigt. Am besten trifft hier @ Leo Lämmlein den neutestamentlichen Sachverhalt. Die Juden sind „zurückgestellt“, mit einer „Decke“ versehen“, aber sie sind und bleiben Gottes erste Liebe. Um der Heiden willen, der „wilden Zweige“, die eingepfropft werden sollen, sind sie verblendet worden. Am Ende aber holt sie Gott zurück an sein Herz. Jeder Heidenchrist, der nicht unter Schmerzen empfindet, dass der Preis für seine Bekehrung – nach Paulus – die vorläufige Blindheit der Juden ist, sollte sich klar machen, was ihm Paulus im Römerbrief… weiter lesen »
Jeanne dArc
@Zeitschnur — Ich stimme Ihnen zu, danke Frau Zeitschnur ! Das was Gott der Herr mit dem jüdischen Volk vorhat und wie ER sie durch die Zeiten begleitet, davor können wir Christen nur mit Staunen und wahrer Anteilnahme stehen. Es steht uns nicht zu zu urteilen. Ich sagte oben in einem posting, dass es sehr schade ist, dass viele hier im Forum keinen lebendigen Kontakt zu den jüdischen Mitbürgern und zu gläubigen Juden haben. Die jüdische Tradition ist überaus komplex und vielfältig. Ich habe nie erlebt, dass polemisch gehetzt wurde. Im Gegenteil, ich wurde immer mit Respekt behandelt. ‚So wie… weiter lesen »
Engelchen

Mein Dank gilt allen Kommentatoren auf dieser Seite. Ihre Belesenheit, ihr Wissen, ihre nüchterne Argumentation und ihr Wille Wissenschaft und Wahrheit zu dienen, schätze ich außerordentlich. Nebenbei erhellt sich der Artikel für mich dadurch ungemein. Für mich sind die Kommentare wertvolle Vorlesungen.
Mein Dank gilt auch der Redaktion, weil sie immer wieder etwas ausgefallene Themen berücksichtigt. Es wäre ein Jammer, wenn katholisches.info eingestellt würde.

HELL Sepp

Als katholischer Laie habe ich vor einigen Jahren – also unter Papst Benedikt XVI. – dem Vatikan die Anregung unterbreitet, eine israelitisch-unierte Kirche ins Leben zu rufen. Dem Gedanken des messianischen Judentums begegne ich mit großer Sympathie, sitzen diese Menschen doch zwischen allen Stühlen.

Jeanne dArc

@HELL Sepp — Ich war in Israel einigen Gruppen von messianischen Juden begegnet. Mein Eindruck ist, dass sie mit Katholiken nicht viel zu tun haben wollen. Jedenfalls jene, denen ich begegnet war. Sie waren protestantisch-freikirchlich beeinflusst und lehnten sowohl den Primat Petri als auch die Muttergottes strikt ab.

Leo Laemmlein
HELL Sepp Eine solche Gemeinschaft katholischer Juden bzw. jüdischer Katholiken existiert schon. Sie erhielt unter Papst Johannes Paul II. offiziell den apostolischen Segen. Hier ist sie: http://www.hebrewcatholic.net/ Es dürfte eine kleine Gruppe sein. Zahlreicher, von größerer Ausstrahlung und von wachsendem Einfluss sind die von Jeanne d‘Arc erwähnten messianischen Juden. Ich selbst kenne welche, wenngleich nur virtuell. Sie sind untereinander recht uneinheitlich. Die ganzen Fragen, die in der Urkirche aufkamen, werden wieder neu ausgefochten. Besonders natürlich die Frage nach der Relevanz des Gesetzes. Aber auch die frühchristlichen dogmatischen Streitfragen, besonders die Gottheit Jesu Christi und die Trinität. Der dogmatische Streit wird… weiter lesen »
Chlodwig

@HELL Sepp

Im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, das sich auch über den Staat Israel erstreckt, gibt es mit David Neuhaus SJ einen Patriarchalvikar, der speziell für die dortigen Katholiken neuhebräischer Sprache zuständig ist. Aramäischsprachige Liturgie findet man bei den katholischen Teilkirchen der Syrischen Riten.

Jeanne dArc
Wer Interesse hat, hier ein Literaturhinweis: Peter Schäfer, „Jesus im Talmud“, Mohr Siebek Verlag, Tübingen, 2007: http://www.amazon.de/Jesus-im-Talmud-Peter-Schäfer/dp/3161502531/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1451901986&sr=8-1&keywords=Peter+Schäfer%2C+Jesus+im+Talmud – Schäfer bringt alle Stellen des Talmud, in denen es um Jesus und die Jünger geht und erklärt sie. Ich habe andere Teile des Talmud im Unterricht gelesen und war von den spirituellen Aussagen der Rabbiner über viele andere Themen sehr angetan. Die Angelegenheit hinsichtlich Jesus im Talmud und in der jüdischen Tradition ist ein sehr kompliziertes Thema und ich habe auch viel mit meinen jüdischen Freunden darüber gesprochen. Hier noch ein Artikel aus jüdischer Sichtweise über Jesus im Judentum: http://www.breslev.co.il/articles/spiritualität/judentum_halacha/warum_juden_nicht_an_jesus_glauben.aspx?id=26993&language=germany – Der… weiter lesen »
Jeanne dArc

Korrektur: Es muss heißen: „Der Artikel war für mich sehr erhellend und ist….“

Jeanne dArc

Kleine Ergänzung: Motty Steinmetz und der Shira Chor „El Hanaar“ von Shlomo Yehuda Rechnitz: https://www.youtube.com/watch?v=BjrCMS6wKmU – Eines der schönsten Lieder, das ich je hörte, und Motty Steinmetz ist ein begnadeter jüdischer Kantor, der ausschließlich nur spirituelle und ideell hohe Lieder singt (guckt mal unter seinem Namen auf Youtube). Die Gesänge und Musik der Juden zeigt auch ihren tiefen Glauben und die Erhabenheit ihrer Kultur.

JK

wo man auch etwas über Jesus im Talmud lesen kann, besonders über was heimlich gelehrt wird:
http://www.amazon.de/gp/product/1505570115?keywords=pranaitis&qid=1451908717&ref_=sr_1_3&sr=8-3
oder umsonst: http://vho.org/aaargh/fran/livres/pranaitis.pdf
übrigens danke der Redaktion für den lehrreichen Artikel

VR

@JK
Ich habe mir gerade den Amazon-Link angesehen und eine Rezension gelesen – und bin f u r c h t b a r entsetzt.
„Balaam (Jesus) fornicated with his jackass.“ … und andere aufgezählte abgrundtiefe Widerlichkeiten in diesem „Buch“.
Das muß ich erstmal verarbeiten. Was für ein Dreck. Danke @ katholisches.info für diesen Augenöffner!

Jeanne dArc

@JK — Danke für den Link ! Ich habe mir das pdf schon gespeichert und werde es genauer durchlesen. Vielen Dank !

VR

Damit es nicht zu Mißverständnissen kommt: Mit diesem „Buch“ meine ich selbstverständlich nicht die sicherlich ausgezeichnete Arbeit des katholischen Priesters I.B. Pranaitis, die er mit seinem Buch „The Talmud Unmasked“ liefert.

Sophus

Danke @ Jeanne dArc für Ihre überaus wertvollen Literaturhinweise zum Thema des Threads und die Mitteilung über Ihre persönliche Einschätzung! Zu Schäfers Buch gibt es auf amazon übrigens eine lesenswerte Rezension!

MEIERS
Ich denke, dass der babylonische Talmud nach der Übertragung durch Lazarus Goldschmidt (1871-1950)neben der rein religiösen Bedeutung auch ein Schlüssel zum Verständnis des heutigen politischen Weltgeschehens ist. Um hier nur ein Beispiel zu nennen. Ein berühmtes Talmudzitat wird oft im Zusammenhang des zweiten Weltkriegs genannt. „Wer einen Menschen tötet, tötet die ganze Welt, wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt“. Dieses Zitat prangt am Eingang zahlreicher Synagogen, es ist auch auf der Medaille der „gerechten unter den Völkern“ geprägt (den Judenrettern im Zweiten Weltkrieg) und wurde am Ende des Films „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg erwähnt, als die von… weiter lesen »
Chorbisch
@ Meiers Daß sich jüdische Organisationen vor allem für die Interessen von Juden einsetzen, ist doch logisch. Was soll das mit einer angeblichen unterschiedlichen Wertigkeit jüdischen oder nicht-jüdischen Lebens zu tun haben? Der Bund der Vertriebenen hat sich doch auch nur für die deutschen Heimatvertriebenen eingesetzt. Die Claims Conference ist explizit gegründet worden, um Ansprüche von Holocaust-Überlebenden geltend zu machen, von denen viele alles verloren hatten und oft nur eine kleine Rente für ihre Leiden in den Lagern bekamen. Wenn die nicht-jüdischen Opfer der Belagerung Leningrads nichts bekommen haben, so ist dafür das fehlende Engagement der sowjetischen Behörden verantwortlich –… weiter lesen »
zeitschnur
Der zitierte Spruch „Wer einen Menschen tötet…“ ist auch ein beliebter Koranvers, der auch dort nur Muslime meint. Das alles hat aber mit der Lage nach dem Krieg nichts zu tun. Vielleicht wäre @ Meiers so freundlich und nähme zu Kenntnis, dass derzeit v.a. Juden interveniert haben, als es um die weltweite Beachtung der Christentverfolgung durch Muslime geht und ging… Es sind auch private Juden, die christliche Flüchtlinge zu Tausenden unterstützt haben. Davon kann seitens der Kirche nicht mal ansatzweise die Rede sein. Hören Sie mir also auf mit dem bösartigen Gerede davon, dass Juden nur Juden unterstützen würden. Das… weiter lesen »
Pater Pio

@zeitschnur
Sie toppen mal wieder alles: „bösartiges Gerde“, „Judenhasserclub“! Ich bitte Sie!
Setzten Sie mal Unwissenheit voraus und schwingen Sie nicht gleich die medial gelernte Hasskeule!

Jeanne dArc

@Pater Pio – „Setzten Sie mal Unwissenheit voraus…“—- Ich habe weiter unten ein paar Links und Infos eingehängt, wo man mehr über die jüdische Tradition und jüdische Mitbürger erfahren kann und auch Veranstaltungen miterleben kann (Israeltage). Hoffe damit helfen zu können.

MEIERS
@Zeitschnur (5.Januar 0.21) Im Koran steht das Zitat „Wer einen Menschen tötet..“ in der 5.Koransure v.33. Dort ist allerdings von „Menschen“ die Rede und nicht von „israelitischen Seelen“ wie im Talmud. Aus dem Korantext ist somit nicht ersichtlich, dass sich das Zitat nur auf Muslime bezieht, und dies um so mehr, dass die voranstehenden Verse sich auf Abel und Kain beziehen, also auf eine Zeit lange vor dem Stammvater Abraham und seine Kinder, also vor der Zeit von Juden und Muslime. Des Übrigen nehme ich gerne zur Kenntnis, dass sich Juden gegen Christenverfolgungen durch Muslime engagiert haben, vorausgesetzt Sie nehmen… weiter lesen »
Jodok

@Zeitschnur
„islamisch-katholisch-traditionalistischen Judenhasserclub“… Ist das Gegenteil aber besser?
Es wäre unter Christen leichter, wenn die Judenliebhaber seit 1945 in ihren Überzeugungen nicht ebenso übertreiben würden, wie die Judenhasser davor. Nutzen? Null.
Die Abstoßung (und Anziehung?), die das jüdische Restvolk auslöst, kann eigentlich nur mit der in der Bibel genannten Verstockung zusammenhängen und wäre damit Teil der Strafe für die Ablehnung Christi. Ein Zustand, der also nicht durch Menschen behoben werden kann.

Jeanne dArc
@Jodok – „Ist das Gegenteil aber besser ?“ — Meine Beobachtung und Erfahrung ist die, dass ich ehrlich und konkret mit meinen jüdischen Bekannten und Freunden umgehe. Man kann auch zu Juden mal was sagen was einem nicht gefällt, und man muss sie nicht auf den überhöhten Sockel stellen. Nächstenliebe bedeutet im direkten Umgang verständnisvoll und mir wirklicher Empathie zu handeln. Ihre Aussage, dass der Nutzen gleich Null sei, kann ich in keinster Weise bestätigen. Ich habe in vielen Begegnungen, sogar mit Leitern des Zentralrates der Juden, auf mehr gegenseitiges Verständnis und mehr Akzeptanz hingearbeitet. Haben Sie denn einen direkten… weiter lesen »
zeitschnur
@ Jodok Es klingt zynisch, was Sie schreiben. Eine judenfreundliche Haltung schadet niemandem. Eine antijudaistische Haltung, wie sie für weite katholische Kreise typisch war und ist, hat Millionen Menschen Tod und Unglück, Trauer, Hass und Verzweiflung gebracht und in den Juden die Idee eingeprägt, dass alles, was ihre Väter einst negativ über Jesus und seine Anhänger sagten, wohl zweifellos stimmem muss! Sagen wir es wie es ist: Wir haben uns den Juden gegenüber phasenweise und in großer Zahl wie die Teufel aufgeführt und nicht wie erlöste Personen, die in der Liebe Christi geheiligt sind. Es kann sein, dass Kräfte in… weiter lesen »
Jodok
@zeitschnur Sie sagen wahre Dinge, die ich gerne unterschreibe, wenn es darum geht, unsere eigene Schwachheit und Unwürdigkeit zu bekennen. Das ändert nichts daran, dass aus Ihren Zeilen eine zweifelhafte Judophilie spricht. Es bleibt ein Zweifel… Die Juden haben den Erlöser verschmäht. Das wird auf Ihnen Lasten bis zum Ende der Zeiten. Wenn Sie Juden Gutes tun wollen, dann führen Sie sie zu Christus. Die Verheißung im Römerbrief birgt Hoffnung am Ende des Horizonts. Bis dahin mag sie romantisch veranlagte Geister befriedigen, ist aber in Wirklichkeit eine schreckliche Verwünschung. Denken Sie an die unzähligen Generationen, die bis dahin verlorengehen. Das… weiter lesen »
Sophus
Werter @ Leo Laemmlein Auf Ihren Link http://www.bibelkommentare.de ist kein Verlass, denn zum Problembereich Neuer Bund – Alter Bund wird Mt 26, 26 –28 falsch zitiert, wenn es heißt: „Während sie aber aßen, nahm Jesus Brot, segnete, brach und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; dieses ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen denselben und sprach: Trinket alle daraus. Denn dieses ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ (Mt 26,26-28) Das stellt eine grobe Verfälschung dar, denn von einem Neuen Bund ist weder… weiter lesen »
Sophus
Verbesserung: 613 Gebote und Verbote muss es natürlich heißen! Dazu einige Erläuterungen! Die paulinische Bezeichnung „Werke des Gesetzes“(Z.B Galaterbrief)erfasste weit mehr Werke, als die, welche nach den Zehn Geboten zu beachten sind, und sie waren ihrer Natur nach grundverschieden von den heilsnotwendigen Werken der Gottes- und Nächstenliebe. Dabei handelt es sich, wie korrigiert, um insgesamt 613 Gebote und Verbote, unter denen die verschiedenen Speise- Reinheits- und Sabbatgebote die bekanntesten sind und deren genaueste Befolgung gerade von Pharisäern als Voraussetzung für die Rechtfertigung vor Gott gefordert worden ist. Um Paulus zu verstehen, muss man wissen, mit welcher Akribie gesetzestreue Juden seiner… weiter lesen »
Sophus
Werter @ Leo Laemmlein Sie sagen u.a.oben: „Was ein heidnischer Nekromant aus der Jenseitswelt berichtet, wird m.E. kein Jude mit klarem Verstand als eine jüdische Glaubensaussage annehmen. Es ist wie eine List: Wer dumm ist, nimmt den Inhalt des Berichts für bare Münze. Wer klug ist, erkennt den Text als das, was er ist“. Das gilt sicher für das Judentum der Gegenwart, aber gilt das auch für Juden der Spätantike und der weiteren Jahrhunderte? Und gilt das auch für heutige Christen? Das frage ich mich als gelernter Historiker, dem es um die Historizität und die historische Wirkung von Texten geht!… weiter lesen »
Christin
Geehrter @Sophus. Sie schreiben: „Während sie aber aßen, nahm Jesus Brot, segnete, brach und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; dieses ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen denselben und sprach: Trinket alle daraus. Denn dieses ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ (Mt 26,26-28) Das stellt eine grobe Verfälschung dar, denn von einem Neuen Bund ist weder bei Mt 26,28 noch bei Mk 14,24 die Rede. In der Homilie des Chrysostomus († 407) – Kommentar zum Evangelium des hl. Matthäus (In Matthaeum… weiter lesen »
Baldur
@ Sophus: Die Leugnung der Kreuzigung im Talmud bezeugt deutlich, dass der Talmud ein Buch voller Lügen ist. Ein Buch mit Hass gegen alles Nichtjüdische ist augenfällig. Menschen sind grundsätzlich nur Juden. Abtrünnige/Häretiker, das sind die Christen: Der Meister lehrt: man stoße sie hinab (in die Grube) und ziehe sie nicht herauf. Wenn man sie sogar hinabstoßen soll, wozu lehrt er vom Heraufziehen!? R. Joseph b. Hama erwiderte im Namen R. Seseths: Dies lehrt, daß wenn in der Grube sich eine Stiege befindet, man sie unter Anwendung einer Ausrede zerstöre; man sage zu ihm: damit kein Tier hineingerate. Rabba und… weiter lesen »
Leo Laemmlein
Sehr geehrter @ sophus, danke für Ihre verschiedenen Antworten. Hier nur eben zu der Matthäus-Stelle. Das Problem ist leicht aufzuklären, und ein wenig wundere ich mich, dass Sie nicht selbst daran gedacht haben. Aber das kann vorkommen. Den unterschiedlichen Textversionen liegen natürlich verschiedene neutestamentliche Manuskripte zugrunde, und ein Blick in den textkritischen Apparat von Nestle-Aland verschafft rasche Aufklärung. – Viele konservative Protestanten bevorzugen heute noch immer den Textus Receptus, auf Grund dessen die Reformatoren übersetzten. Der hat zwar seine Mängel (worüber man sich im Internet unterrichten kann). Er hat aber den Vorzug, dem byzantinischen Reichtstext („Koine“, „Mehrheitstext“) und der Vulgata… weiter lesen »
Jeanne dArc
Ich hänge jetzt mal hier unten noch ein paar wichtige Informationen an. Meine Aussage oben war ja, dass Katholiken mehr lebendigen Kontakt mit jüdischen Mitbürgern haben könnten. Eine wunderbare Möglichkeit sind die Israeltage, die in jeder Großstadt im Mai veranstaltet werden. Dort gibt es viele Infostände, Vorträge und Infomaterial. Hier ein Link dazu: http://www.i-like-israel.de/ – Sehr gut ist auch die DIG (Deutsch-Israelische-Gesellschaft) mit Hauptsitz in Berlin und Zweigstellen in Frankfurt, München, Stuttgart u.a.: http://www.deutsch-israelische-gesellschaft.de/ – die DIG hat oft auch einen Infostand auf den Israeltagen. — Eine sehr schöne Webseite, die von Rabbinern auch auf Deutsch publiziert wird ist die… weiter lesen »
Jeanne dArc

Wichtige INFO !!: Am19. Juni 2016 findet der 4. ISRAELKONGRESS in Frankfurt statt: http://israelkongress.de/ – dort hat man alle wichtigen Vereine, Gruppen und Menschen, die im Judentum vorhanden sind, auf einem Platz zusammen und kann sich super informieren. Ebenso haben die anderen Verbände (z.B. DIG) und auch die christlichen Organisationen, die mit dem Judentum verbunden sind, dort Stände. Die Vorträge und Gastredner sind auch äußerst interessant. Ich kann es nur weiter empfehlen (ich war 2011 dort).

Leo Laemmlein
Wir können heute beobachten, wie Jesus im zeitgenössischen Judentum, auch in Israel, immer mehr wahrgenommen wird. Und zwar durchaus nicht nur von liberalen Juden, wie schon vor Jahrzehnten Schalom Ben-Chorin, dessen Bücher in Deutschland Verbreitung fanden. Dafür zwei Beispiele aus dem vergangenen Monat: In der zweitgrößten israelischen Internetplatform Walla!, auf das täglich millionenfach zugegriffen wird, war das Jesus-Thema längere Zeit auf der Startseite, mit vielen Interviews mit messianischen Juden (http://www.breakingchristiannews.com/articles/display_art.html?ID=17214# ). Und kurz vor Weihnachten brachten 25 orthodoxe Rabbiner aus Israel und dem Ausland eine Erklärung heraus, wonach Juden mit einem neuen Blick auf Jesus und den neutestamentlichen Glauben schauen… weiter lesen »
Christin

Werter @ Leo Lämmlein, auf der isralischen Internetplattform Walla, wurde das Jesus-Thema entfernt. Dazu berichtet Israel.heute:

„Leider muss ich jetzt berichten, dass die Videoserie über Jesus beendet wurde und alle Andeutungen über Jesus und messianische Juden von der Seite entfernt worden sind.

Walla News erhielt heftige Drohungen aus der ultra-orthodoxen Gemeinde, die sich zusammengetan hatte, um die Nachrichtenagentur zu verklagen, da sie Jesus und messianischen Juden eine Plattform gegeben hatte. Walla News erhielt weitere Drohungen von ultra-orthodoxen Repräsentanten, die mit einen goßangelegten Boykott drohten. Die Nachrichtenagentur beschloss daraufhin die Interviews am 25. Dezember von der Website zu entfernen.“

zeitschnur

Das mag sein, aber dennoch zeigt das von Leo L. angezeigte Interesse vieler Juden an dem Thema, dass dieses Interesse nun mal in hohem Maße vorhanden ist – auch wenn es ein paar leute gibt, die dagegen steuern wollen.

Es ging bei Leo L. darum zu zeigen, DASS Jesus die Juden heute sehr interessiert!

Sophus

Werte @ Christin
Der griechische Text der Nestle-Aland-Ausgabe in der 6. Auflage, übersetzt von Ernst Dietzfelbinger, bietet in der Interlinearversion Mt 26,28 in folgender Fassung: „Denn dies ist mein Blut des Bundes, für viele vergossen werdend zur Vergebung (der) Sünden.“ Es ist nicht aufgeschlossen, dass Chrysostomus zum Zwecke der Abgrenzung vom Judentum die Hinzufügung „des Neuen Bundes“ aus der paulinischen Variante der Einsetzungsworte übernommen hat. Klaus Berger übersetzt die Stelle nach der Nestle-Aland-Ausgabe mit „…das ist mein Bundesblut..“ Einen Bezug zu einem „Neuen Bund“ kann auch K.Berger offensichtlich nicht erkennen.

Christin
Werter @ Sophus. Sehr schwer vorstellbar für mich, dass Chrysostomus dies hinzugefügt haben könnte. Seine Auslegung zu dem Text finde ich schlüssig und wie er den Neuen Bund begründet. „Und während sie aßen, nahm er das Brot und brach es.“ Warum feierte er dieses Geheimnis gerade jetzt, zur Zeit des Osterfestes? Zum deutlichen Beweis, dass er auch der Stifter des Alten Bundes ist und dass dessen Einrichtungen wie ein Schatten diese Ereignisse vorherverkündigten. Deshalb setzt er jetzt an Stelle des Bildes die Wirklichkeit. Der Abend war ein Hinweis, dass die Fülle der Zeiten erschienen sei und seine Laufbahn sich nunmehr… weiter lesen »
zeitschnur
Nun ist Chrysostomus nicht das Wort Gottes – das nur vorab, sondern ein Kirchenvater, der nicht unfehlbar ist, auch wenn er mit hohem Respekt gelesen werden soll. Der Gedanke, dass der alte Bund mit seinen Riten ein sinnlicher Schatten dessen, was erst noch kommen sollte im neuen Bund, war, steckt zwar auch in den Überlegungen des hl. Paulus, insbesondere im Hebräerbrief. Soweit so gut also. Aber die eigentlich Frage ist hier ja, ob durch den Neuen Bund der Alte Bund, wenn er nun noch „fälschlicherweise“ weiterzelebriert wird, „aufgehoben“ ist. Man pflegt in Piuskreisen diese Frage äußerst vulgär zu beantworten: Ja… weiter lesen »
Leo Laemmlein

Aber fast die gesamte Christenheit las hier durch alle Jahrhunderte „mein Blut, das des neuen Bundes“. Erst die kritische Bibelwissenschaft rekonstruierte hier aufgrund weniger Textzeugen die kürzere Variante.

zeitschnur

Da Gottes Geheimnis ja kein menschliches Zahlenrätsel ist, das man mathematisch klären könnte, plädiere ich dafür, dass es unerheblich ist, ob es so oder so gesagt wurde – s. meine Ausführen dazu oben. Beide „Varianten“ sind präzise und widersprechen einander nicht – das ist das Fazit, das man aufgrund der nicht ganz eindeutigen in jedem Fall Überlieferung ziehen muss.

Sophus
Werter @ Leo Laemmlein Für mich ist der „Nestle-Aland“-Text, der durch ein Abkommen zwischen dem Vatikan und den protestantischen Weltbibelgesellschaften im Jahr 1968 zum allein verbindlichen Text für alle Bibelübersetzungen weltweit erklärt worden ist, die maßgebliche Textgrundlage. Wie Sie wissen, nimmt er in Forschung, Lehre und kirchlicher Praxis die international beherrschende Stellung ein. Der von Ihnen genannte reformatorische Textus Receptus, auf dem auch die Lutherbibel von 1912 beruht, besitzt für mich, gestützt auf das Urteil des Wiener Handschriftenprofessors Dr. Karl Jarós, nur vergleichende Bedeutung. Und das hat seinen Grund. Ein Beispiel ist Luthers Behandlung von 2 Petr 1,10-11. Luthers Übersetzung… weiter lesen »
Sophus
Werter @ Leo Laemmlein Sie geben mit Recht zu bedenken: „Aber fast die gesamte Christenheit las hier durch alle Jahrhunderte „mein Blut, das des neuen Bundes“. Erst die kritische Bibelwissenschaft rekonstruierte hier aufgrund weniger Textzeugen die kürzere Variante“. Sie haben sicher gelesen, dass ich zur @ Christin gesagt habe:Es ist nicht ausgeschlossen, dass Chrysostomus zum Zwecke der Abgrenzung vom Judentum die Hinzufügung „des Neuen Bundes“ aus der paulinischen Variante der Einsetzungsworte übernommen hat“. Diese lukanisch-paulinische Variante konnte im Herrschaftsgebiet Ostroms mengenmäßig in der Handschriftenüberlieferung im Rückblick so dominant werden, weil dort die christliche Tradition bis 1492 währte und erst dann… weiter lesen »
Suarez
Ich danke für die wirklich hochinteressante Diskussion über Probleme der Bibel-Exegese. Wenn ich da an das Niveau in den kath.net Foren denke! Ich möchte hier noch einen Gedanken in die Diskussion einwerfen. Bund meint ja im christlichen Glauben nicht etwas Exklusives. Im Gegenteil, dieser mit dem Blut Christi besiegelte Bund umfasst alle Menschen, sofern sie ihr Herz Gott öffnen. Der von Gott geschlossene Bund ist mithin keine Zwangsgemeinschaft, sondern eine einseitige(!) Zusage Gottes. Darum bleibt der Bund auch bestehen, obwohl sich die Menschen immer wieder von Gott abwenden. Gott bleibt treu, unabhängig davon, wie die Menschen sich konkret zu diesem… weiter lesen »
Sophus
Fortsetzung: Paulus hatte sich mit einem einzigen Satz aus dem Judentum und dessen, durch Verbote und Gebote abgesicherten, komplexen mosaischen Lebensstil, durch den sich Israel gegen die Versuchungen des Heidentums schützen musste, emanzipiert. Aus Verärgerung über die von ihm „bekehrten“ Galater, die von Jerusalemer Judenchristen zu glauben begannen, Heiden müssten sich beschneiden lassen und damit unter das mosaische Gesetz stellen, bevor sie Jesus Christus annehmen könnten,hat den folgenschweren Satz gesprochen: „Wir wissen aber, dass nicht gerechtgesprochen wird ein Mensch aus Werken des Gesetzes, sondern aus Glauben an Jesus Christus, und wir glauben an Christus Jesus, damit wir gerechtgesprochen werden aus… weiter lesen »
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