Manfred Scheuer, Verwalter des Niedergangs, wird neuer Bischof von Linz

Manfred Scheuer wird neuer Bischof von Linz
Manfred Scheuer wird neuer Bischof von Linz

von Martha Weinzl

(Wien) In der österreichischen Diözese Linz herrscht eine ambivalente Stimmung, die den Gesamtzustand der katholischen Kirche Österreichs widerspiegelt. Die einen freuen sich, die anderen sind niedergedrückt. Gestern wurde vom Staatsrundfunk ORF gemeldet, Innsbrucks Bischof, Manfred Scheuer (60), werde neuer Diözesanbischof von Linz. Die Tageszeitung Oberösterreichische Nachrichten berichtete heute triumphierend: „Linz bekommt seinen ‚Wunschbischof‘“.

Eile bei der Bekanntgabe

Der Vatikan bestätigte die Ernennungsgerüchte vorerst nicht, doch werden sie von der katholischen Nachrichtenagentur KAP und auf der Internetseite der Erzdiözese Wien als sichere Tatsache berichtet. Laut Oberösterreichischen Nachrichten soll die Ernennung „in den nächsten Tagen“ erfolgen. Trotz dieses Vorbehalts, kann kein Zweifel daran bestehen: Manfred Scheuer wird nächster Bischof von Linz. Die österreichische Bundesregierung, die gemäß Konkordat jeder Bischofsernennung zustimmen muß, erteilte heute Scheuer ihre Einwilligung.

Jemand hatte es mit der Bekanntgabe des Wechsels von Innsbruck nach Linz jedenfalls besonders eilig. Innerkirchlich gilt Schweigepflicht bis zur offiziellen Ernennung durch den Papst. Indiz dafür, wie froh bestimmte hohe Kirchenkreise über die Ernennung sind. Eine Ernennung, die sie wohlwollend gefördert haben. Die Diözese Linz gilt als Paradebeispiel für den kirchlichen Niedergang. Es gibt daher viele interessierte Augen für eine Bischofsernennung.

Kriterien für einen österreichischen Bischof anno 2015

Die Kriterien für einen Bischofskandidaten sind kirchlich festgelegt, doch Papier ist geduldig. Die tatsächlichen Kriterien lauten in Österreich in etwa wie folgt:

Ein Bischof sollte ein möglichst unauffällig und unbeschriebenes Blatt sein, mehr noch sollte er nirgends anecken, jedenfalls nicht bei für die öffentliche Meinung relevanten Kreisen in Politik, Medien und Wirtschaft, er sollte daher möglichst in der Mitte des im Land vorherrschenden Allgemeinklimas verortet und kein offener Rebell sein, vor allem aber niemandem „wehtun“, womit auch die wiederverheirateten Geschiedenen, in wilder „Ehe“ oder homosexueller Beziehung lebenden Eliten in Gesellschaft und Kirche gemeint sind, einschließlich des weiblichen Anteils von ihnen, der abgetrieben hat. In Summe bedeutet das: er sollte nicht zuviel Eigeninitiative entfalten, sich gut in das nachkonziliare Rätewesen einfügen, sprich teamfähig sein und neuerdings auch „Synodalität“ beweisen, und vor allem kein ideenstarker und entschlossener Verkünder des katholischen Glaubens sein.

Das allerwichtigste an einem Bischof aber ist: er sollte möglichst die Kirchenaustrittszahlen gering halten, damit die Kirchensteuer weiter fließt.

Unterm Strich sollte er also weitgehend Mainstream-angepaßt sein oder ausreichend Gewähr bieten, sich diesem anzupassen. Er wird sich also vorwiegend zu jenen Themen zu Wort melden, in denen er seine Übereinstimmung mit den Regierenden und der öffentlichen, zumindest der veröffentlichten Meinung unter Beweis stellen kann. Und, er wird zu jenen Teilen der katholischen Glaubenslehre tunlichst schweigen, die nicht Teil des Mainstream sind.

In diesem Rahmen bewegen sich bisher die Bischofsernennungen unter Papst Franziskus für Österreich. Die Versetzung von Scheuer von Innsbruck nach Linz stellt nach Feldkirch, Salzburg, Graz-Seckau und dem Militärordinarius die fünfte Ernennung des argentinischen Papstes dar. Ein Blick auf die Meldung der Presseagentur der Österreichischen Bischofskonferenz KAP läßt erkennen, welche Schlüsselwörter zählen: „Mann der Mitte“, „konzilsverbunden“, „Ökumene“, „Caritas (Organisation). Vor wenigen Tagen stellte Scheuer sein neuestes Buch vor, dessen Titel an Papst Franziskus erinnert: „Wider den kirchlichen Narzissmus“. Ein „spirituell-politisches Plädoyer“, wie es im Untertitel heißt.

Diözese im „progressiv“ gelenkten Niedergang

Damit stellt sich die Frage, für wen Msgr. Scheuer der „Wunschbischof“ ist und wer die „vielen“ sind, die sich gerade ihn an der Spitze der Diözese Linz wünschen.

Die höchsten Diözesangremien beschäftigten sich schon seit zwei Jahren mit einer Profilerstellung für den künftigen Bischof. Angesichts eines linksgrün und liberal durchwirkten Diözesanapparats kann man sich die gestellten Anforderungen ausmalen. Bischof Scheuer, ein gebürtiger Oberösterreicher, wurde früh als „Idealkandidat“ genannt. Das hat seine Gründe.

Das subversive, weitgehend akatholische Milieu fürchtete um Pfründe und Bequemlichkeiten. Der Eifer für „die Sache“ einer „anderen Kirche“ tat das Seine dazu. Zum besseren Verständnis. Linz ist ein zwischen „Kirchenreformern“ und „Konservativen“ hart umkämpftes Pflaster, wobei Letztere zweifellos im Nachteil sind. Sie dürfen in den unteren Etagen rackern, während es sich die andern in den oberen Etagen gemütlich gemacht haben.

Zauners „Rheinische Allianz“, Aicherns „Priesterin“

Nach Jahrzehnten „liberaler“ Bischöfe darf auch kaum mit anderem gerechnet werden. Unter Bischof Franz Zauner, noch 1956 von Papst Pius XII. ernannt (seit 1949 Koadjutor), schwenkte die Diözese unter Johannes XXIII. mit wehenden Fahnen ins Lager der „Optimisten“ über, in historischer Begrifflichkeit ausgedrückt, ins Lager der „Rheinischen Allianz“. Linz gehörte zu den Diözesen des deutschen Sprachraums, in denen der „Geist des Konzils“ besonders virulent wütete. Mit Alois Wagner erhielt Zauner sogar einen noch liberaleren Weihbischof zur „Konzilsumsetzung“.

Ihm folgte nach 24 Jahren der fidele Benediktiner Maximilian Aichern. Ein Kompromißkandidat, um Alois Wagner als Kandidat der „Liberalen“ und Kurt Krenn als Kandidat der „Konservativen“ zu verhindern. Damit stellte Aichern einen Prototypen des „idealen“ österreichischen Bischofs dar. Nicht „links“, nicht „rechts“, sondern in der Mitte und im Zweifelfalls eher „links“, um es in unangemessener Anlehnung an politische Kategorien zu verdeutlichen. Aichern trieb es schließlich in Sachen „Frauenpriestertum“ der Mayr-Lumetzberger so bunt, daß er vorzeitig emeritiert wurde. Das war allerdings wiederum erst nach 24 Jahren.

Für die „Priesterin“ Christine Mayr-Lumetzberger fühlte Aichern vielleicht deshalb eine gewisse Schwäche, weil sie als Benediktinerin aus demselben Orden stammte. Aichern konnte den Verdacht nie wirklich ausräumen, die „Priesterinnenausbildung“ für Mayr-Lumetzberger aus der Diözesankasse gesponsert zu haben. Jedenfalls begnügte sich die Ex-Ordensfrau nicht mit dem Stand des geweihten Lebens, sondern fühlte sich zu Höherem berufen. Sie sprang aus dem Kloster aus und heiratete. Doch auch der Ehestand konnte ihren Höhendurst nicht stillen. So ließ sie sich 2002, auf ebenso zweifelhafte wie ungültige Weise, zur „Priesterin“ weihen. Kurz darauf packte sie nach dem Motto wenn schon denn schon, noch eine nicht minder ungültige Weihe zur „Bischöfin“ obendrauf.

Dann kam der Bischofswechsel. Aichern wurde auf gut österreichisch, also elegant, emeritiert. Obwohl Benediktiner, wollte er nicht mehr ins Kloster zurückkehren. Auch eine Aussage. Um Mayr-Lumetzberger wurde es stiller. Sie soll obskure Zeremonien simulieren, gelegentlich auch in katholischen Kirchen. Ob immer mit Wissen der Pfarrherren oder klandestin, sei dahingestellt.

Schönborns „konservativster“ Weihbischof für Linz

Wiens Erzbischof, Kardinal Schönborn, der starke Mann in Österreichs Kirche, schickte damals seinen „konservativsten“ Weihbischof nach Linz. Das war im Jahr 2005.

Der Gesandte hieß Ludwig Maria Schwarz und stammte aus dem Salesianerorden. In den glaubenstreuen Kirchenkreisen war das Aufatmen unüberhörbar. Sie waren systematisch aus der Kirchenleitung hinausgedrängt worden. Noch intensiver verlief der Umbau im hauptamtlichen Kirchenapparat, der kräftig aufgebläht wurde. Die Diözese zählt heute mehr hauptamtliche Apparat-Mitarbeiter als Priester. Letztere fühlen sich vom Apparat gegängelt, bevormundet, genervt und abgedrängt, häufig zugunsten weiterer Laien-Appartschik.

Der Zustand in den Pfarreien ist zum Teil desolat. Die guten Priester bilden Inseln des Glaubens und des Widerstandes. Sie müssen sich mit aufmüpfigen, besonders mit angeblich theologisch (aus)gebildeten Laien herumschlagen. Von der Diözesanleitung haben diese Priester keine Hilfe zu erwarten. Das wissen sie. Die zahlreichen Zusendungen der zahlreichen Ämter, Büros und Stellen des Ordinariats wandern bei manchen ungeöffnet in den Papierkorb. Das sei die einzige Form des „direkten Schutzes“ und der „psychischen Hygiene“.

Um so mehr Rückendeckung finden hingegen „progressive“ Kleriker. Ein Drittel des oberösterreichischen Klerus unterzeichnete den 2006 gestarteten „Aufruf zum Ungehorsam“ der sogenannten Pfarrer-Initiative. Um diese Rückdeckung geht es auch bei der Bischofsernennung.

Bischof Schwarz gilt als integrer, aber unentschlossener Mann. „Zu gut“ sei er, was allgemein bestätigt wird. Eine Auszeichnung für den Bischof ist das Lob dennoch nicht. Sein „Gutsein“ hat eine Kehrseite. Er kam die Donau aufwärts mit dem Auftrag, die sprichwörtlich gewordenen „Linzer Zustände“ zu beseitigen. Darum bemühte er sich auch: er untersagte die Laienpredigt und stellte die Taufen durch PastoralassistentInnen ab. Doch die Appartschik kauften ihm die Schneid schnell ab.  Die Folge war eine innere Emigration des Bischofs. Manchmal hörte man monatelang in der Öffentlichkeit nichts mehr von ihm. Nach einer solchen Phase ließ er sich 2013 in der eigenen Kirchenzeitung beim Entenfüttern abbilden. War es eine Form, seinen Rückzug nach außen zu kommunizieren oder Ausdruck der völligen Resignation?

Ein Zaungast geblieben

Der Hinweis auf die „eigene“ Kirchenzeitung ist als Euphemismus zu verstehen. Dort haben Appartschik das Sagen, der Bischof jedenfalls nicht. Die Linzer Kirchenzeitung gilt seit Jahrzehnten als Plattform für eine „kirchen-, glaubens- und rom-kritische Haltung“, so der oberösterreichische katholische Rundbrief „Die Wahrheit“ 2009. Die Kirchenzeitung wollte bereits zehn Jahre zuvor den von ihr gestifteten Solidaritätspreis der HomosexuellenInitiative Linz verleihen, was nur durch den Protest der Bevölkerung verhindert wurde.

Zumindest eine Personalentscheidung von Bischof Schwarz ließ positiv aufhorchen: 2006 wurde an 15.000 oberösterreichische Jugendliche eine CD zum Thema Sexualität verschickt, mit der Werbung für Verhütung, Abtreibung und Homosexualität betrieben wurde. Der von Aichern eingesetzte und für die Aktion verantwortliche „Kommunikationschef“ der Diözese mußte 2009 dafür den Hut nehmen. Er fiel weich und leitet heute das Medienbüro der österreichischen Ordensgemeinschaften. Deren Vorsitzender, Alt-Abt Christian Haidinger, posaunt, daß die katholische Morallehre „unmenschlich“ sei und spricht sich für die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, das Frauenpriestertum und die Aufhebung des Priesterzölibats aus. Unter Gleichgesinnten lebt sich‘s sicher besser.

Zweimal weihte Bischof Schwarz in seiner Amtszeit Diakone der Petrusbruderschaft zu Priestern, zuletzt am vergangenen 4. Juli. Es läßt erkennen, zu welchen Leistungen dieser Bischof fähig gewesen wäre, hätte er geeignete Mitarbeiter und ein geeignetes Umfeld um sich gehabt. Eine Entschuldigung ist es nicht.

Bischof Schwarz tritt nach zehn Jahren an der Spitze der Diözese ab und kann von sich behaupten, in gewisser Weise ein Zaungast geblieben zu sein.

Der Fall Wagner

Nach der „liberalen“ Wüstung des Landes wäre ein Jahrzehnt ohnehin nicht ausreichend gewesen, der Diözese wieder Orientierung zu geben. Das wurde auch in Rom unter Benedikt XVI. so gesehen. Deshalb sollte 2009 Bischof Schwarz mit dem intellektuell brillanten, theologisch sattelfesten und pastoral erfahrenen Pfarrer von Windischgarsten, dem Dogmatiker Gerhard Maria Wagner, ein Weihbischof zur Seite gestellt werden.

Was von Benedikt XVI. an Wagner geschätzt wurde, wurde von „liberalen“ Kreisen an ihm verachtet: Wagner ist für seine Glaubenstreue bekannt. Gefürchtet ist vor allem sein Intellekt und seine Streitbarkeit. Die Parallele zum St. Pöltener Bischof Kurt Krenn, auch Oberösterreicher, war schnell gezogen. Dessen Bischofsstuhl hatte man 2004 in mühevoller Arbeit abgesägt. Nichts wollten die „progressiven“, aber auch die „moderaten“ tonangebenden Kirchenkreise Österreichs also weniger, als einen zweiten Krenn.

So wurde zur Jagd geblasen. Im Handumdrehen war der ernannte Weihbischof zum Freiwild geworden. Der Linzer Bischof in spe, Manfred Scheuer, beeilte sich auf Distanz zu seinem ehemaligen Studienkollegen Wagner zu gehen. Sich im richtigen Moment richtig zu positionieren, gehört zum kleinen Einmaleins der Eliten. Deren Kunst darin besteht, oben zu überleben und – und möglichst noch höher zu steigen.

Um es kurz zu machen: Mit vereinten Kräften von kirchenfernen Kreisen, „kirchenkritischen“ Medien, progressiven Hardlinern und nicht zuletzt dem innerkirchlichen Mainstream um Kardinal Schönborn, wurde Wagner verhindert. Jeden Tag wurde mehr Dreck auf ihn geschleudert. Dem hätte er wohl standgehalten, doch schließlich kam aus Rom die Bitte, „des Friedens willen“ auf das Amt zu verzichten. Wagner gehorchte und trat zurück, noch ehe er die Bischofsweihe empfangen hatte. Wie hätte er auch gegen den Willen jenes Papstes Bischof sein können, der ihn ernannt hatte?

Der Fall Wagner illustriert den Einfluß des Wiener Kardinals, dem es gelang, Benedikt XVI. umzustimmen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dies sei nur gelungen, indem der „Teufel an die Wand gemalt“, das heißt, ein Schisma vorhergesagt wurde, sollte Wagner Weihbischof werden.

Mit Scheuer Risiken minimieren

Ein Weihbischof Wagner wäre den Linzer Apparatschik schwer erträglich gewesen. Diese gingen aber davon aus, daß Wagner die Nachfolge von Bischof Schwarz antreten werde. Ein Bischof Wagner aber ließ in liberalen Kreisen alle Alarmglocken läuten.

Sechs Jahre sind seither vergangen. Am vergangenen 4. Juni vollendete Bischof Schwarz sein 75. Lebensjahr. Doch Pfarrer Wagner spielte bei der nunmehrigen Bischofsernennung keine Rolle mehr.

Der Fall erklärt zu einem guten Teil, warum Scheuer als „Wunschkandidat“ bestimmter Kreise gilt. Jede Ernennung birgt Unbekannte und Risiken. Die Ernennung Scheuers minimiert diese auf eine überschaubare Größe. Als amtierender Bischof besteht zudem eine weit größere Aussicht, die Personalentscheidung in Rom durchzubringen, als einen neuen „liberalen“ Kandidat.

Die guten Kräfte in der Diözese Linz, die es in einer ganzen Reihe von Initiativen gibt, kommen in dieser Darstellung zwangsläufig zu kurz. Benannt werden die Defizite, die einer Abhilfe harren, für die aber keine Abhilfe in Sicht ist. Schließlich gilt: Der Apparat arbeitet vor allem für – den Apparat. Mit Bischof Scheuer hat der Apparat gute Aussichten, daß alles bleibt wie es ist. Und das will etwas heißen in Linz.

Die Negativseite der Diözese

Es heißt, daß der das Wesen und den Auftrag der Diözese verzerrende Apparat seine Pfründe bewahrt und weiterhin ein Christentum Light vertreten kann.
Es heißt, daß Dompfarrer Strasser mit der Zertrümmerung des Altarraumes fortfahren kann.
Es heißt, daß der Pfarrer einer Linzer Pfarrei weiterhin statt im Pfarrhaus bei seiner Frau und seinen Kindern in einer Wohnung leben kann.
Es heißt insgesamt, daß die beweibten (und gelegentlich auch bemannten) Priester in der Diözese, die es in einem Ausmaß gibt, wie zuletzt nur nach der Reformation, für die nächsten 15 Jahren beruhigt sein können, an ihrem Lebenswandel nichts ändern zu müssen.
Es heißt zudem, daß weiterhin in manchen Pfarreien am Sonntag, etwa in Linz und Wels, statt des Pfarrers eine Pastoralassistentin mit Albe und Pseudostola einzieht und „Gottesdienst“ feiert, singt, predigt, am Altar irgend etwas Undefinierbares herumwerkelt.
Es heißt, daß in der ältesten Kirche von Linz, weiterhin an jedem Sonntag „Gottesdienst“ gefeiert wird, aber nur einem Sonntag davon eine Heilige Messe, an den anderen Sonntagen feiert ein „Liturgisches Team“, womit die Kirchenbesucher aktiv von der Erfüllung der Sonntagspflicht abgehalten werden.
Es heißt, daß die Kirchenzeitung weiterhin ein Mauerblümchendasein fristet, das sich in politisch korrekten Plattitüden erschöpft.
Es heißt, daß mit Kirchengeldern weiterhin zwielichtige linksextreme Vereine gesponsert werden und sich diese kirchenfeindlichen Kreise in katholischen Bildungshäusern der Diözese versammeln können.
Es heißt, daß glaubenstreue Initiativen weiterhin keine wirkliche Unterstützung erhalten und eine ernsthafte Evangelisierung des Landes ausbleiben wird.
Es heißt, daß das, was in den offiziellen katholischen Verbänden alles „geglaubt“ wird, keiner bischöflichen Prüfung unterzogen wird. Auch in Linz, wie in den meisten Diözesen, wollen es die Bischöfe lieber gar nicht wissen.
Die Auflistung ist desillusionierend, weshalb es damit belassen sein soll.

Der 14. Bischof von Linz

Manfred Scheuer wird der 14. Bischof von Linz, einer noch verhältnismäßig jungen Diözese, die erst 1783/1785 auf kaiserliche Initiative entstand. Bis dahin gehörte Oberösterreich kirchlich zur Diözese Passau.

Scheuer, Jahrgang 1955, lehrte Dogmatik an der Katholischen Universität Linz. Wieviel diese taugt, kann man erwägen, wenn man weiß, daß Bischof Schwarz sich zwar den Luxus einer eigenen Universität leistete, seine wenigen Seminaristen aber zum Studium lieber nach Innsbruck schickte. Er hätte sie auch nach Heiligenkreuz schicken können, aber das wäre schon wieder zuviel des Guten gewesen und in den Diözesangremien ohne Widerstände nicht durchsetzbar. Widerstände aber waren Bischof Schwarz ein Greuel. Wie gesagt, ein „guter Mann“.

Seine akademische Karriere führte Scheuer dann nach Trier. Zudem war er Postulator für den Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter. Die Haltung Jägerstätters ist nicht unumstritten. Scheuer jedenfalls sammelte sich mit ihm politisch korrekte Meriten.

Er trat nie als offener Rebell auf, gab jedoch geflissentlich zu verstehen, für „liberale“ Anliegen mehr Gehör zu haben als für die „konservative“. Die „ungehorsamen“ Kleriker finden in ihm einen wohlwollenden Gesprächspartner. Die Forderungen der „Rebellen“ verwarf er keineswegs, sondern meinte lediglich in perfektem modernem Kirchensprech, einige seien auf diözesaner Ebene „nicht umsetzbar“.

In Scheuers bisheriger Diözese Innsbruck simulierte Martha Heizer, die Vorsitzende von „Wir sind Kirche“, vor Gleichgesinnten zu Hause Meßfeiern. Scheuer schritt nicht dagegen ein, wie es seine Pflicht gewesen wäre, sondern ernannte 2011 eine Untersuchungskommission. Erst als die Glaubenskongregation im Frühjahr 2014 die Exkommunikation verhängte, überbrachte Scheuer das römische Dekret.

Scheuers Spur im Sand

Welche Spuren hinterläßt also Scheuer nach zwölf Jahren als Bischof von Nordtirol? Auffällig wurde er nur durch sein Nichthandeln im Fall Heizer; die prompte Distanzierung von Weihbischof Wagner; das eilfertige Selbstbekenntnis als Kasperianer, der sich für „mehr Rechte“ für wiederverheiratete Geschiedene stark macht; durch die Entfernung eines Kaplans, der es gewagt hatte, von Hölle und Fegefeuer zu sprechen; als Statist bei multireligiösen Veranstaltungen der Regierenden; durch die „Anregung“, die Laienpredigt als „pastoral notwendig“ zuzulassen.

Scheuer erwies sich vor allem als ein Verwalter des schleichenden Niedergangs. Mehr scheint man in der österreichischen Schönborn-Kirche von einem Diözesanbischof auch nicht zu erwarten.

Und als solcher ist Scheuer der „Wunschbischof“ Gleichgesinnter in Linz. Impulse zur geistlichen Erneuerung der Kirche Oberösterreichs jenseits eines weichgespülten grün-affinen Christentums sind von ihm nicht zu erwarten. Das Trauerspiel geht weiter.

Zum Schluß aber keineswegs zuletzt soll bedauert werden, wie sehr die „progressive“ Agenda kirchenfremde Kategorien, wie „Konservative“, „Liberale“, „Moderate“ durchgesetzt hat, die protestantischem Synodendenken als Nachäffung parlamentarischer Strukturen entlehnt ist. Es suggeriert fälschlicherweise eine Gleichwertigkeit und Gleichberechtung unterschiedlicher Positionen nebeneinander. Wer mehr Anhänger findet und wichtigere Positionen besetzt, kann sich eben durchsetzen. Die einzige Unterscheidung in der Kirche aber sollte zwischen einer rechtgläubigen und einer häretischen Position sein. Unter dem Einfluß des Relativismus werden hingegen (fast) alle Positionen als gleich gültig toleriert. Mehr noch: was gestern abgelehnt wurde, kann morgen schon toleriert werden. Die dadurch verursachte Verwirrung und Orientierungslosigkeit unter Priestern und Laien liegt vor aller Augen und verlangt nach Abhilfe.

Text: Martha Weinzl
Bild: Erzdiözese Wien (Screenshot)

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40 Comments

  1. Bischof Scheuer gelangt hier als Person zu schlecht zur Darstellung. In einer gewissen Weise mag er „blass“ sein, deswegen wahrscheinlich in Linz jemand, der „nicht stört“. Allerdings muss man sagen, dass die „konservativen“ Bischofsernennungen seit Johannes Paul II. allesamt den erhofften Effekt nicht hatten. Insofern war Wagner nur ein Extrembeispiel. Übrigens hat dieser selbst den Rückzieher gemacht. Er hatte den päpstlichen Weiheauftrag und hätte sich innerhalb dreier Monate von jedem katholischen Bischof zum Bischof weihen lassen können. Notfalls hätte man ihm dann eine andere bischöfliche Funktion als die des Weihbischofs in Linz geben müssen.

    Scheuer hat übrigens das Wirken der Petrusbruderschaft in der Bischofsstadt und Diözese nie behindert, und das, obwohl sich nie ein nennenswerter, eigenständiger „Bedarf“ herausgebildet hat, da die Piusbruderschaft seit Jahrzehnten gut etabliert ist und den Bedarf weitestgehend decken würde.

    In diesem Punkt wird Scheuer in Linz auf eine genau umgekehrte Situation treffen. Starke Petrusbrüder, schwache Piusgemeinde in ehemaliger Eckkneipe.

    Sehr gespannt bin ich mehr, wer nach Innsbruck kommt. Ich vermute intuitiv, dass er schon da ist und Prälat Florian Huber (61) heisst. Derzeit Dompropst. Insgesamt sicher gar nicht schlecht für Innsbruck, ob gegenüber Summorum Pontificum so „neutral“ wie Scheuer, um nicht zu sagen desinteressiert gleich-gültig, weiß ich nicht.

    Scheuer kam nach Innsbruck mit der Absicht, „ein Hörender zu sein“. Als Bischof muss man aber mE bisweilen auch korrektiv die Stimme erheben. Das wünsche ich ihm sehr herzlich und dankbar für Linz, denn dass er konstruktiv und aufrichtig wirken wollte und will, davon bin ich überzeugt.

  2. @Tridentinus
    Danke für die Ergänzung. Bischof Scheuer ist persönlich ein liebenswürdiger und intelligenter Mann, doch darum geht es nicht.. Mir ging es darum, zwei Dinge zu betonen:
    1.) Seine Ernennung garantiert, dass in Linz faktisch alles bleibt, wie es ist.
    2.) Bischofsernennungen folgen einem falschen „Konsens“ in der Kirche und mit der Gesamtgesellschaft. Doch Bischof soll nicht der sein, der am wenigsten aneckt, damit die Kirchensteuer fließt, sondern der, der seiner Herde sichere Orientierung gibt und sie zum Heil führt.
    Doch das Wort Heil und ewiges Seelenheil ist nur mehr selten zu hören.

    NB: Was Pfr. Wagner anbelangt, stellt sich die Sache anders dar. Die Vorstellung, daß Wagner zwar die Ernennung durch Rom annimmt, nicht aber auch den Wunsch aus Rom auf das Amt zu verzichten, geht am Denken des Pfarrers vorbei. Für seinen Papst hat er es auch auf sich genommen, als der dazustehen, der kneift (was ihm zu Unrecht in OÖ von manchen vorgeworfen wird). Doch gekniffen hätte Pfr. Wagner nicht, wenn Rom uneingeschränkt zur Ernennung gestanden wäre.
    Zur Erinnerung: Das Rückgrat von Bischof Krenn wurde erst gebrochen, als man ihm das Absetzungsdekret mit der Unterschrift des Papstes vorlegte. In beiden Fällen ein Trauerspiel.

    • Es kann kein Zweifel bestehen daß es an den Entscheidenden Stellen
      1.) der diözese Linz
      2.) der Erzdiözese Wien
      3.) der Nuntiatur
      4.) Beim Papst selbst (nur auf ihn kommt es an die Kurie auf die Bischofskongregation hat nichts zu melden, das wissen wir seit der Ernennung des Erzbischofs von Salzburg)
      kein Interesse besteht den Status Quo zu verändern
      persönlich freut mich sehr daß Mgr Schwarz den ich aus familären Gründen von Kindheit an kenne von seinem Kreuz befreit ist

  3. Danke für diese präzise Analyse, die ich aus eigener Erfahrung durchaus bestätigen kann.

    Ich war gestern noch vorsichtig optimistisch (es hätte zweifellos schlimmer kommen können).

    Der Artikel zeigt aber kaum widerleglich auf, daß es für Linz einen ggf. martyriumsbereiten Heiligen braucht. Ein „liebenswürdiger und intelligenter Mann“, der er auch meinen Erfahrungen zufolge durchaus ist, wird nicht reichen.

    Ich frage mich manchmal, ob die derzeitigen Bischöfe und Priester (die, wie im Artikel gesagt, besonders in Linz in inakzeptablen persönlichen Umständen leben) überhaupt jemals an ihr ewiges Schicksal denken.

    • Es wäre interessant wenn Sie Namen nennen würden, bei wem es womöglich noch schlimmer geworden wäre, vielleicht ist Ihnen das möglich. Ich habe schon geglaubt Bischof Scheuer ist der SuperGAU

  4. Der Verfall in der Kirche geht unvermindert weiter. Hier ist Österreich ein Schrittmacher in der
    deutschsprachigen Kirche, besonders im Bereich Linz. Mit der Ernennung von Bischof Scheuer
    wird ein neuer Meilenstein in Richtung “ Sonderweg Linz “ gelegt. Die Diözese Linz ist berühmt
    für ihre Eigenmächtigkeit und Widerstand gegen Benedikt XVI. Der Niedergang in der Lehre
    und Progressivität, durch Kardinal Schönborn gedeckt, sind schlicht Merkmale für eine andere
    Kirche, einer Laienkirche. Durch Franziskus und seinem bisherigen Pontifikat, erstarken diese
    Strömungen und fühlen sich darüber hinaus bestätigt. Der Abbruch der katholischen Kirche geht
    so gesehen unvermindert weiter und nicht nur in Österreich.

  5. Wagner stand 2005 schon als Diözesanbischof fest, wurde aber von Landeshauptmann Pühringer und Kardinal Schönborn zu Fall gebracht. Papst Benedikt ließ ihn zweimal einfach fallen, 4 Jahre später wieder, dieser Rücktritt 2009 war nicht so freiwillig, Benedikt XVI. scheute neuerlich die Auseinandersetzung genauso wie im Falle Mixa.

    • Der Bischof einer katholischen Diözese sollte unbedingt Christ sein.
      Bei dem genannten Herrn aus Windischgarsten im Bezirk Kirchdorf bezweifle (nicht nur) ich, ob diese Grundvoraussetzung gegeben ist.
      Wer beispielsweise die vom Hochwasser um ihre Habe gebrachten Afro-Amerikaner in New Orleans belehrt, sie seien von Gott gestraft worden, der scheint in einem Gottesbild befangen zu sein, das eher zu gewissen muselmanischen Predigern passt.

      • @Baselbieter
        Ich verstehe, Sie wollen ein bißchen provozieren… nun gut
        Den „Herrn aus Windischgarsten“ kennen Sie nicht (sonst würde Sie nicht herablassenden Unsinn schreiben). Ich durfte ihn kennenlernen und bin froh und dankbar dafür. Schade, daß er nicht Oberhirte wurde. Aber das ist Schnee von gestern. Er hat nie gejammert und verrichtet treu und mit Eifer weiterhin seine Aufgabe als Landpfarrer. Gut für die Landpfarren.
        Die Mär von „New Orleans“ sollten sie nicht den hammerschwingenden Gegnern von Pfr. Wagner als bare Münze abkaufen. Sondern das Original nachlesen.
        Zu Ihrem Einwand allerdings: die Möglichkeit, daß Gott auch Unglück und Katastrophen zuläßt, die eine Folge der menschlichen Sünde ist, sollte und darf nicht einfach weggekippt werden, nur weil die Welt heute alles tun, aber für nichts die Verantwortung übernehmen und getadelt werden will. Wie war das mit Sodom und Gomorrha?
        Wissen Sie, das ist die Schwachstelle aller übereifrigen Theologen (wie Hus und Luther usw.). Gute Ansätze, doch über das Ziel hinausschiessen, weil ihnen letztlich die Demut fehlt. Damit meine ich nicht die Demut, auf Titel zu verzichten oder bescheiden zu leben. Das sind die sichtbaren Dinge, die tun sich sogar leicht, wenn ich gegenüber anderen sagen kann, seht auch mich (im Gegensatz zu denen). Sich selbst zu wichtig nehmen und nicht mehr erkennen, wo der Heilige Zorn endet und das eigene Ich beginnt.
        Daher noch ein Wort zu Hus. Bei aller Berechtigung mancher Kritik, was sein Problem, das des hohen Klerus (dem er nicht angehörte). Apropos, heute mit dem HInweis seiner Hinrichtung punkten wollen, weil wir zur Todesstrafe anders denken, geht mit vollem Flug an der Sache vorbei.
        Hus selbst dachte nämlich als Mann seiner Zeit und in seiner Zeit war es normal als Häretiker hingerichtet zu werden. Er selbst war es, der als erster verlangte, dass seine Gegner, sollten sie ihm unterliegen, verbrannt werden. Der Bischof von Prag dachte vernünftiger als Hus, machte ihn sogar zu einer Art Ombudsmann gegen klerikalen Mißbrauch. Doch Hus ging es nicht wirklich um Reform (also Besserung seiner Mitbrüder), sondern um einen Gegensatz, den er zuspitzte. (Das unterscheidet, den Reformer vom Querulanten, Egoisten, Häretiker und/oder Zerstörer). Hus fehlte die innere Demut. In maßloser Selbstüberschätzung gingen alle Rosse mit ihm durch.
        Am Ende wurde er tatsächlich exekutiert, wie er es für seine Gegner gefordert hatte.. LIest man seinen Lebensweg vor und in Konstanz, kann man unschwer feststellen, dass ihn niemand brennen sehen wollte. So mordlüstern waren die Menschen keineswegs. Doch Hus war ein Fanatiker seiner selbst. Die reden sich um Kopf und Kragen, der anderen irgendwann platzt. Hus hatte oft genug vom Anzünden des Scheiterhaufens geredet, seine Anhänger haben es dann ausgiebig getan.
        Diese Radikalisierung kannte man bereits von den Waldensern (der sogenannte Effekt der Zweiten Reihe oder Zweiten Generation).
        Die Waldenser von heute sind Calvinisten, sie haben nur den Namen beibehalten.
        Die entscheidende Frage ist letztlich immer: wie wichtig nehme ich mich, wie demütig bin ich Gott gegenüber… Höre und folge ich Seiner Stimme, oder höre ich letztlich nur meine Stimme und folge mir selbst. Hus lässt grüssen, Luther ebenso etc. Heute fällt es nicht schwer diese Leute zu finden. Wieviele Atheisten und Protestanten habe ich schon gesehen, die mit stolz geschwellter Brust erklärten, nur nicht katholisch zu sein, weil man denke „selbst“ und „frei“. Aha… Das mit der Demut ist eben eine schwere Sache, sehr schwer…

      • @Baselbieter:Offenbar stammen Sie aus der Schweiz,nicht? Beim schweizerischen Katholizismus surft man ja auch schon erheblich lange Zeit auf der Spur der St.Galler-Bande.Und somit erweist sich der schweizerische Katholizismus genauso wie der Oesterreichische und Deutsche,sowie der übrigen Konzilssekten in ihrem Durchschnitts-‘Organ‘ als äusserst mies bis dreckig, in ihren Methoden dumm bis dreist! Und gerader jetzt unter ihrem Chef in Rom,dem Obersten Täuscher vom Dienst,Bergoglio alias Papst F.kommen sie wie die Ratten hervorgekrochen und witern Morgenluft.Es fragt sich allerdings noch,wozu überhaupt noch Kirche,wenn doch ihre „Vertreter“ an einem neuen ‚Gottesbild“ basteln,das mit dem,was Jesus wirklich sagte und tat,sowenig zu tun ,beziehunsweise verkündet,wie ein primitiver Pfahlbauer mit der Raumfahrt? Fazit: Stümperhafte Kleriker die sich der widerlichsten Selbsbespeiung widmen.Ganz im Sinne des Jesuiten Papstes im Vatikan.

    • Na, na, na @wickerl,
      jetzt sind aber Rosse und Reiter mit Ihnen durchgegangen! Schön auf dem (katholischen) Boden bleiben und nicht aufregen!

  6. Seitdem Groer und Krenn aus ihren Ämtern gemobbt wurden, geht es mit der Kirche in Österreich rapide bergab. Umso verständlicher, dass man sich von interessierter Seite den Nutznießer und Konkursverwalter Schönborn als Nachfolger Bergoglios erträumt.

    • Groer und Krenn haben alles nur erdenkliche getan um ihre Ämter zu verlieren der eine durch schweigen der andere durch reden
      Wie mein verehrter Freund Tridentinus sagte der Versuch durch Bischofsernennungen eine Korrektur zu bewirken ist jämmerlich gescheitert die nächste kirchenrechtliche Bombe tickt in Vaduz
      ich darf dazu nur ergänzen es ist auch gescheitert an den Kandidaten die sie hätten bewerkstelligen sollen
      Ein einziger hat getan was er konnte und sich gesundheitlich dabei völlig ruiniert gebracht hat es nichts der verstorbene Erzbischof Eder

      • Naja, Hauptsache Ihr Busenfreund Schwarz war ein geeigneter Mitraträger und hat in Linz das Rechte bewirkt, der arm/selige Kreuzträger! Ich finde Ihre diebische Freude am unverschuldeten Scheitern Groer und Krenns schlichtweg diabolisch. Schämen Sie sich!

      • Kard. Groër und +Krenn sind nicht aus eigenem Verschulden gescheitert. Auch wäre ich mir gar nicht so sicher, daß sie „gescheitert“ sind. Nach Maßstäben der Welt vielleicht.
        Beide waren Passionsträger und waren Opfer binnenkirchlicher Machtpolitik, an welcher sie sich nicht beteiligen wollten.
        Was ++Wolfgang von Vaduz betrifft, glücklicherweise hat er in Liechtenstein sehr mächtige Fürsprecher. Bergoglio wird sich seine „Absetzung“ sehr gut überlegen müssen. Das wird sich der peronistische Despot nicht trauen.

      • @hicesthodie jetzt beruhigen wir uns wieder
        ich habe nie gesagt das Mgr Schwarz eine richtige Besetzung war
        Krenn Aussagen zu den Bubensdummheiten sind unverzeihlich ebenso das Schweigen von Em Groer
        punkt

      • @Kovacs: Nein, da beruhige ich mich gar nicht, denn es ist ein Skandal sondersgleichen, dass Sie die Schuld für diese Beckmesserei bei den Opfern suchen, nach dem Motto: warum läuft das Wild dem Jäger denn auch vor die Flinte. Soviel Zynismus ist selten!

      • So ist es, hicesthodie.
        Kard. Groër und Bischof Krenn können hier beleidigt und weiter diffamiert werden während uns einige altkluge Kommentatoren in schulmeisterlicher Mabnier diesen ultraprogressiven Scheuer als an sich gar nich so schlechten Bischof schönreden. Das alles in der bekannten angebl. besonnen-konstruktiven Form. Eigentlich genügt es schon sich ein paar Bilder von dem anzusehen. Es gab u.a. ein Bild seinerzeit auf kreuz.net wo er zu sehen ist wie er verschwitzt und sichtbar angetrunken im vergammelten Klerikerzivil mit einer Frau herumtanzt.

      • hicesthodie,

        nur zur Klarstellung: Ich war niemals Groers Anhänger, habe ihn allerdings sehr gut gekannt über mehrere Jahrzehnte hinweg und ich habe seine Persönlichkeit sehr gut kennengelernt. Ich muss leider feststellen, dass er einer der unangenehmsten Menschen war, die mir je in meinem Leben begegnet sind. Kennen Sie ihn und seine Opfer persönlich, dass Sie so genau Ihr Urteil über die Opfer als psychisch gescheiterte lebensuntüchtige Existenzen fällen? Warum sind manche davon tatsächlich gescheiterte Existenzen? So wie ich Maria Roggendorf mit seinem ganzen von Groer dominierten Umfeld – von außen und durch Berichte von Leuten aus der Innenwelt – kennengelernt habe – und ich habe es besser kennengelernt als mir lieb war –, ist es genau Groer mit seinen unglaublichen psychischen Fähigkeiten, der manche seiner Anhänger zu psychischen Krüppeln gemacht hat.

    • Der Niedergang der Kirche, wenn es ihn wirklich gibt, beginnt mit der Ernennung Groers. Ich habe am Tag der Ernennung – ich kenne Groer seit meinem 10. Lebensjahr – für die Kirche in Wien ein Katastrophe vorausgesagt und bin von manchen Kirchenleuten nicht verstanden worden. Leider habe ich recht behalten und diese Katastrophe ist eingetreten. Groers Vergehen des sexuellen Missbrauchs, der nachweislich stattgefunden hat, ist meiner Meinung nach nicht einmal das Schlimmste. Größer ist seine Schuld, viele junge Männer in seine psychische Gewalt gebracht und sie ihrer Persönlichkeit beraubt zu haben. Das sind die ganz großen Opfer Groers, die teilweise noch heute in psychotheurapeutischer Behandlung sind!

      • Der Niedergang der Kirche in Österreich begann mit dem Konzil und Kardinal König, soviel Wahrheitsliebe muss schon sein, Galilei! Groers Konsolidierungsprozess verlief sehr erfolgreich, deshalb musste er ja auch mit dieser Missbrauchsinszenierung gestoppt werden. Nunja, und dass gescheiterte Existenzen immer gern andere – meist Vaterfiguren – für Ihre Lebensuntüchtigkeit verantwortlich machen, ist ein psychotherapeutischer Allgemeinplatz.

    • Krenn wurde aus dem Amt gemobbt, wobei er es seinen Gegnern sehr leicht machte, er hat den Verfall der eigenen Gesundheit ignoriert, und Groer hat sein Verhalten nie dementiert. Konservative Insider haben mir damals erzählt dass es bei ihm weit fehlt. Allerdings hätte man sich das alles erspart wenn Papst Benedikt als Präfekt der Glaubenskongregation nicht Krenn als Erzbischof von Wien blockiert hätte, wofür ihn Nuntius Checchini vorgeschlagen hat.

    • Pointiert bemerkt, geehrter Herr Ratkaj! Heutzutage gelangen in der Kirche Gestalten zu höchsten Würden, die es, gemessen an ihren intellektuellen, psychischen und moralischen Qualitäten, in der goldenen Zeit vor dem Konzil niemals auch nur bis zu den niederen Weihen gebracht hätten. Diese Kretins sorgen dann dafür, dass auch noch der letzte heilige Rest befähigter Amtsträger durch Intrigen kaltgestellt wird. Angesichts des Schicksals von Groer, Krenn ect.pp. wird man an die Haushoferschen Verse gemahnt: „Es gibt wohl Zeiten, die der Irrsinn lenkt.//Dann sind’s die besten Köpfe, die man henkt.“

  7. Seit 12.30 Uhr ist es offiziell: Bischof Scheuer ist neuer Bischof von Linz. Der Vatikan hat die Ernennung bekanntgegeben.

    Was der Artikel sagt, wird heute von der Tagespresse bestätigt. Die zitierten OÖN schreiben auf Seite 20:
    „Laienvertreter und Reformkräfte sind voll des Lobes für neuen Bischof.“
    „Damit wird Realität, was sich viele Mitglieder der diözesanen Gremien gewünscht haben.“
    „Entsprechend groß ist die Freude bei Laien-Vertretern.“
    „Einfach nur froh“ ist Bert Brandstetter, Präsident der Katholischen Aktion OÖ: „Bischof scheuer ist ein Mann des Ausgleichs. Das tut einer Diözese wie Linz gut“. Mein Kommentar: Es tut wohl vor allem Bert Brandstetter gut.
    Die „reformorientierte Laieninitiative“ steht Scheuer „sehr positiv gegenüber“: „Es ist eine gute Wahl und ich vertraue darauf, dass er den hier eingeschlagenen Weg mitträgt.“ Prost Mahlzeit!
    Was sie mit dem „eingschlagenen Weg“ meint sagte Renate Blechinger auch: „dass Seelsorgeteams gemeinsam mit einem Priester Pfarren leiten oder dass Pastoralassistentinnen auch predigen dürfen“.
    Als „Reforminitiative“ (= gut) werden von den OÖN auch „Wir sind Kirche“ und die „Pfarrerinitiative“ vorgestellt. Deren gemeinsamer (!) Sprecher Franz Salcher zu Scheuer: „Mit dieser Entscheidung kann man wirklich zufrieden sein.“
    Hingegen als „erzkonservativ“ (= böse) bezeichnen die OÖN die Monatszeitschrift „Der 13.“

    Was lernt man aus der Berichterstattung der OÖN:
    Was die weltlichen Medien schreiben, und dass das wichtig ist für die Auswahl eines Bischofs. Was sie schreiben ist einseitig. Gut ist nur wer sich selbst als „reformorientiert“, „offen“ behauptet, sich sein eigenes Christentum zimmert und damit letztlich nicht wirklich katholisch ist. Wer wird als „Stimme“ zum neuen Bischof ins Bild gesetzt? Drei Personen.
    Bert Brandstetter (KA) Marke: Was katholisch ist, bestimme ich.
    Michael Landau (Caritas), eine Kirche, die sich für einen humanitären Verein hält kann gut mit rot und grün.
    Günther Platter (Landeshauptmann von Tirol) als Vertreter der Staatsmacht.

  8. Ich möchte hier mal auf einen Umstand hinweisen, der in Österreich genauso zutreffen dürfte wie in Deutschland. Ich dürfte der letzten Generation angehören, die in ihrer Kindheit und Jugend überhaupt noch eine halbwegs ordentliche Einführung in den katholischen Glauben (Katechese) bekommen haben. Ich werde im kommenden Jahr 50.

    • Lieber Aventin,

      da haben Sie aber Glück gehabt. Sie haben ja quasi mit dem Geist des Konzils das Licht der Welt erblickt. Ich war da schon 22 und ich erinnere mich genau. Jeder, der sich damals auf den GdK berief, verursachte Pein. Ich habe den Eindruck, daß seit damals bestimmte Wahrheiten in den Predigten nicht mehr angesprochen wurden.

      Der Aufstand gegen die „Pillenenzyklika“ Paul VI. wurde vom ZdK geschürt. Im Rückblick verstärkte sich bei mir der Eindruck, daß unter dem GdK die Fortsetzung von 1517 betrieben wurde.

  9. @Scheuer kam mit der Absicht nach Innsbruck,“EIN HÖRENDER ZU SEIN“. Die Aufgabe eines Bischofs besteht nach St. Paulus: Rüge, mahne, weise zurecht. Künde die Lehre gelegen oder ungelegen. Vom Hören ist da keine Rede.

  10. Nachdem ich jetzt mal alle Folgekommentare durchgelesen habe, möchte ich mich zunächst für die Antwort an mich seitens der Autorin bedanken und sodann folgende Überlegung anschließen: Obwohl mein „Spitzname“ hier sicher keinen Zweifel lässt, welche Position ich grundsätzlich bevorzuge, halte ich es zunehmend für einen Irrtum, immer zu meinen, nur ein „konservativer“ Bischof könne ein „guter“ Bischof sein und zwar schon deshalb, weil unklar ist, was konservativ eigentlich sein soll. Ist konservativ zB einfach, wer möglichst autoritär und polternd auftritt? Ich glaube nicht. Schon wegen des Gegensatzes, der zwischen autoritär und autoritativ besteht. Für mich muss der Bischof autoritativ auftreten können. Und um tadeln, ermahnen und zurechtweisen zu können, muss der Bischof, Wächter und Aufseher seiner Diözese, zuerst aufmerksam sein, sehen und auch hören. Nicht zuletzt, weil der Glaube, wie ebenfalls Paulus sagt, vom Hören kommt. Und man wende hier nicht ein, der Bischof gehöre der „lehrenden“ Kirche an. Denn niemand, der zur „lehrenden“ Kirche gehört, hört damit ja auf, weiterhin auch zur „hörenden“ Kirche zu zählen. Selbst der Papst bleibt Hörender und Gläubiger in der Kirche. Das als erstes. Zweitens vergisst man leicht, dass es gerade das alte, „vorkonziliare“ Autoritäts- u. Gehorsamsdenken war, das den weithin widerstandslosen (Um-)Bruch nach Vat II ermöglicht hat. Schon deshalb sollte man vorsichtig sein, sich allzu autoritäres Vorgehen zu wünschen.

    Übrigens denke ich auch nicht, dass es viel aussagt, ob ein Bischof oder Kardinal gern und prunkvoll tridentinisch zelebriert. Viele tun das nach meinem Empfinden auch wie in einer Art Historienspiel, tatsächlich wie im Museum, um bestimmten Nostalgikern entgegenzukommen. Wer sich damit begnügt oder meint, das genüge bereits, damit alles oder überhaupt etwas (wieder) „in Ordnung“ ist, hat sowieso nichts kapiert.

    Deshalb denke ich durchaus, dass Bischof Scheuer sehr wohl ein guter Bischof war und sein wird, auch ohne stereotyp „konservativ“ zu sein. Die Funktion des Professors und auch Spirituals hat ihm mE aber mehr entsprochen.

    Dass er, wenn er etwas sagt, oft davon spricht, es gehe ihm um Kontakt zu seinem Gegenüber und um Kommunikation, deutet für mich eher an, dass er Sehnsucht nach Kontakt und Kommunikation hat und selbst spürt, dass er in diesen Bereichen Defizite hat. Doch Defizite hat jeder. Das braucht man ihm also nicht vorzuwerfen. Aber als Bischof muss man eben auch handeln und eingreifen können. Das meinte ich ganz zu Beginn, in meinem ersten Kommentar zu diesem Beitrag.

    Wenn ein Bischof deshalb Wunschkandidat ist, weil er einfach das Bestehende „in Ruhe lässt“, spricht das nie für sein Bistum, ganz egal, in welche Richtung.

    Und ganz zum Schluss: Einen „konservativen“ Bischof zu nehmen, der dann auch noch „autoritär“ ist und ihn einfach in ein Umfeld zu setzen, in dem sich eine „progressive“ Linie eingeschliffen hat, muss schiefgehen und ist ja eigentlich auch immer schiefgegangen.

    Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ, sagt Augustinus, regelrecht gegen die Herde kann niemand Hirt sein, was nicht heißt, ihr nicht (wenn nötig auch korrigierend) Führung und Richtung zu geben.

  11. “, etwa in Linz und Wels, statt des Pfarrers eine Pastoralassistentin mit Albe und Pseudostola einzieht und „Gottesdienst“ feiert, singt, predigt, am Altar irgend etwas Undefinierbares herumwerkelt.“ Das nennt man „eine Mette machen“.

  12. @wickerl: Wo hat sich Scheuer denn konkret gegen Ordinatio sacerdotalis ausgesprochen? Bzw was hat er denn genau gesagt oder geschrieben, von dem Sie meinen, es würde dagegen verstoßen?

  13. Kein Beleg für die Behauptung, Scheuer habe sich für das Frauenpriestertum ausgesprochen. Der Tanz wird beim Universitätsball erfolgt sein, vermutl mit Frau Stadtbürgermeister Hilde Zach. Das hätte ich auch nicht getan. Aber doch besser mit einer Frau und ohne Cappa Magna als damit und mit einem Mann. Ich bin jetzt ironisch, ich weiß. Aber bitte doch mal ernsthafte Prioritäten setzen. Sonst sind viele Tradis die größten Gegner, um nicht zu sagen Feinde der Tradition, finde ich.

  14. @hicesthodie: „goldene Zeiten vor dem Konzil“, schon diese Vorstellung spricht für eine im besten Falle kindliche Verwinfachung Ihrer Einschätzungen. Die theologiscge Ausbildung ist insgesamt schlecht, aber auch in traditionellen Swminaren nicht besonders. Dort eine starke Konzentration auf die praktische Liturgie und auf Dogmatik, allerdings teils nur auf dem Niveau des Katechismus oder auswendiggelernter Handbücher. Leider.

    • Wenn man sich ein wenig mit dem 19 Jhd befasst sieht man klar das der Ultra Montanismus voller Obskurantisten war die an Pseudo Mystiker Pseudo Wunder geglaubt haben ganze Ordensprovinzen wurden durch Seherinen geführt ect
      die Rolle des Dogmatiker Kleutgen als Inspirator des UnfehlbarkeitsDogma ist bekannt was der Mann sonst noch getrieben hat ist haarsträubend ich kann nur jeden dieses Buch empfehlen
      https://books.google.at/books/about/Die_Nonnen_von_Sant_Ambrogio.html?id=hVYR6dSmLOsC&source=kp_cover&hl=de
      der von der goldenen Zeit vor dem Konzil spricht
      solche Fälle wie in dem Buchgeschildert waren keine Einzelfälle der Vielleicht Bekannteste die Taxil Affäre wo sogar Leo XIII reingefallen ist letzte Ausläufer hatten wir dann noch im 20 Jhd mit der Resl von Konnersreut jawohl und ich behaupte auch mit Padre Pio

      • ich fürchte nur, wenn wir uns dann auch noch mit dem 18. Jh oder gar dem 17. usw befassen, dann wird’s nicht besser…

  15. Ich habe nur leider den Eindruck ,daß von bestimmten frommen seelen das beten die beste Ausrede ist sich der Realität nicht zu stellen lieber wird da frommen „privatoffenbarungen“ angehangen und das tägliche Gebetsp ensum abgespult

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