Sexualisierung an Schule und Universität: Feminismus und Pornographie

Pro Familia studiert Kindern Abtreibungsmentalität ein
Pro Familia bringt Kindern Abtreibungsmentalität bei

(Ottawa/Washington) Sexualisierung hat viele Gesichter, Ziele und Folgen. Das Bild zeigt „sexualpädagogisches“ Material zur Kindererziehung, mit dem Pro Familia, der deutsche Ableger des weltgrößten Abtreibungskonzerns Planned Parenthood bereits Grundschulkindern eine Abtreibungsmentalität beibringen will. Die Parole „Mein Körper gehört mir!“ meint zwar vordergründig anderes und soll Kinder „vor sexuellem Mißbrauch“ schützen. Pro Familia zeigt sich mit dem „Aufklärungsbuch“ seit 2002 fürsorglich und klinkte sich damit vor einigen Jahren besonders in den Mißbrauchsskandal ein, der vor allem gegen die katholische Kirche geritten wurde. Zugleich vermarktet sie jedoch geschickt die Kernparole, mit der seit Jahrzehnten die Tötung ungeborener Kinder propagiert und gerechtfertigt wird. Ein Beispiel dafür, daß noch ganz anderes hinter dem steckt, was vordergründig schön verpackt des Weges kommt. Soweit zu Deutschland.

Dieses und die folgenden Beispiele machen deutlich, wie wichtig es ist, daß Eltern nachschauen und nachfragen, was an Kindergärten, Schulen und Universitäten tatsächlich passiert, von der Frühsexualisierung im Kleinkindalter bis zur Gender-Indoktrinierung an Universitäten.

Beispiel Kanada: katholische Schule

Die Medien berichten kaum darüber, doch die üblichen „Gutmenschen“ ruinieren unsere Kinder. Zwei konkrete Beispiele: Kanada, Ontario, Kingston, katholisches Gymnasium „Notre Dame”, 23. Oktober 2015 und USA, Kalifornien, Los Angeles, staatliche Universität von Kalifornien, 19. Oktober 2015.

Die Schule hat für ihre Schüler ein „Gespräch über Freundschaft/gesunde Sexualität“ organisiert. Mit anderen Worten, eine Veranstaltung über „sexuelle und reproduktive Gesundheit“. Als Referentin stand Julie Lalonde am Rednerpult, um zu den Jugendlichen zu sprechen. Lalonde ist eine bekennende Feministin, Abtreibungsbefürworterin und bis ins Mark antikatholisch. Kurzum, sie ist die „Idealbesetzung“, um auf Kinder aus katholischem Elternhaus und Familien, die ihren Kindern eine umfassende Menschenbildung zukommen lassen wollen, losgelassen zu werden.

Lalonde tat ihr Bestes, um ihrem Ruf gerecht zu werden. Im Laufe ihrer Ausführungen erklärte sie es beispielsweis für richtig, „daß ein Mädchen, wenn es damit einverstanden ist, ihrem Freund ein Foto schickt, das sie völlig nackt zeigt“. Das sei, so Lalonde, „eine völlig natürliche Sache“. Wichtig sei, so ihre Anmerkung, daß das Mädchen den Freund gut kenne, um zu vermeiden, daß er das Bild Gleichaltrigen zeige oder im Internet veröffentliche. Für Lalonde würden erst an dieser Stelle „Probleme beginnen“.

Lalondes Rede war vom ersten bis zum letzten Satz im Widerspruch zur katholischen Glaubens- und Morallehre. Sie widersprach dem christlichen Menschenbild und offenbarte eine erschreckend geringe Kenntnis vom Wesen des Menschen.

Die Eltern einiger Schüler, entsetzt von den Ausführungen, protestierten bei der Schulleitung gegen die Einladung einer solchen Referentin, verlangten eine Erklärung dafür und eine Geste der Wiedergutmachung. Sie schrieben zudem einen Brief an die zuständliche kirchliche Autorität im Staat Ontario. Eine Antwort haben sie noch nicht erhalten.

Beispiel USA: staatliche Universität

Wenige Tage vor dem Vorfall, am 19. Oktober, hatte die staatliche Universität von Kalifornien (University of California) in Übereinkunft mit der Studentenvertretung sogar Pornodarsteller bezahlt, damit sie an der Universität einen Einblick in ihr „Metier“ geben. Natürlich alles finanziert mit dem Geld der Universität und damit auch den Steuergeldern für Bildung und Forschung.

Bereits im vergangenen März waren an der University of California Los Angeles zwei Pornodarstellern 2.250 Dollar gezahlt worden, damit sie an der Universität „Einblick“ gaben.

Die Universitätsleitung, Präsidentin ist Janet Napolitano, eine Politikerin der Demokratischen Partei, ehemalige Gouverneurin von Arizona und 2009-2013 Bundesministerin des Heimatschutzministeriums der Regierung Obama, unterstützte die Initiative und behauptete, das sei eine Form zur „Bekämpfung sexueller Gewalt“. Zudem sei es wichtig, den jungen Menschen „eine offene Diskussion zu den Themen der Filme für Erwachsene, dem Einsatz der Sexualität, der Intimität und den Methoden für geschützten Sex zu bieten“. Ein Diskurs mit eindeutigem Anklang an die Ideologie der sexuellen Revolution, die Sexualität als anzustrebenden Akt zwischen beliebigen Menschen betrachtet und sie damit zur Sklavin der Leidenschaften macht, Zügellosigkeit, niedere Instinkte und Perversionen fördert. Damit wird das genaue Gegenteil dessen gefördert, was die Veranstalter behaupten.

Text: Andreas Becker
Bild: Una Fides

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84 Comments

  1. Na schön, womit wir uns wieder über dieses Thema aufgeregt hätten – wo aber bitteschön ist hier „der“ in der Überschrift verheißene „Feminismus“, der angeblich in Zusammenhang mit „der“ Pornografie steht?

    Ich finde das unglaublich suggestiv und propagandistisch, eine solche Überschrift über einen solche Text zu setzen:

    Ohne irgendeinen Beweis oder Hinweis wird em Blocküberschriftenleser suggeriert, „der“ Feminismus“ sei grundsätzlich pornografisch.
    In dem Artikel kommt aber gar nichts speziell Feministisches vor!
    Vorkommt lediglich die Beschreibung eines Vortrages zum Thema „Aufklärung für Jugendliche“, der von einer Feministin gehalten wurde. Der Feminismus selbst war her nicht das Thema.

    Ein guter Teil der feministischen Bewegungen lehnt Pornografie definitiv strikt ab.
    Überdies muss man sich fragen, was der Autor hier unter „Pornografie“ versteht.
    Pornografie ist gemeinhin die Darstellung sexueller Dinge zum zweck der Erregung des Betrachters.

    Die Darstellung von Sexualität oder Nacktheit in anderen Zusammenhängen mag man schamlos und dekadent oder auch eben sündhaft finden (was ich tue!), aber es ist keine Pornografie!

    • Sie haben es wieder mal nicht begriffen.
      Man könnte nach dem lesen Ihres Kommentars zu der Ansicht gelangen, dass der Artikel das Problem ist, aber nicht das was dort angeprangert wird.

    • Wie bitte, kann man Sexualität oder Nacktheit „in anderen Zusammenhängen“ darstellen? Dargestellte Sexualität dient immer der sexuellen Stimulation und ist daher auch immer Pornografie! (griech. Porno = das Hurenschauspiel)

      • @Frau zeitschnur
        Ihre Art mit Kritik umzugehen ist unverkennbar, da hätten Sie sich das neue Pseudonym sparen können, um mich abzustrafen – Ihr altes hätte es auch getan!
        Nebenbei: Ich wusste gar nicht, dass Sie auch noch tätowiert sind – hoffentlich nicht mit dem Gesicht einer Alice Schwarzer?

      • @ Ulrich

        Ihre Reaktion ist es vielmehr, die Bände spricht: Woher wollen denn Sie wissen, dass ich unter einem 2. Nickname schreibe?

        Sie sind leicht bei der Hand, einen Menschen zu verleumden…

        Ich bin eine der wenigen hier, die immer und selbstverständlich nur unter einem bekannten Nickname, der den Klarnamen nicht verbirgt,schreibt.
        Mein Visier ist IMMER offen.

  2. Mathias von Gersdorff hat vor gut einem Jahr dazu – insbesondere auf den „Bildungsplan 2015 bezogen – einen Artikel mit dem trefflichen Titel „Angriff auf die Kindheit“ verfasst:
    -
    [….]
    „Möglicherweise aufgrund der Lautstärke der Proteste gegen den „Bildungsplan 2015“
    in Baden-Württemberg entging der breiten Öffentlichkeit,
    daß in den Kindertagestätten (Kitas) für drei- bis sechsjährige Kinder ein Umerziehungsprogramm eingeführt wurde, das gewissermaßen noch radikaler ist als das Projekt für die Schulen.
    [….]
    Die ersten Opfer der Gender-Maistreaming-Umerziehung in den Kitas sind natürlich die Kinder.
    Ihre Mentalität, die sie im Elternhaus erworben haben,
    muß dekonstruiert und nach der Gender-Ideologie neu programmiert werden
    (Der Duktus des Textes entspricht eher einem Text über Computer als über Menschen):
    „Bei der Auswahl und Zusammenstellung von Spielmaterialien wird darauf geachtet,
    daß Geschlechtsrollenstereotypen aktiv und bewußt entgegengewirkt wird.“
    Die gemeinten „Geschlechtsrollenstereotypen“ können dreijährige Kinder nur im Elternhaus bekommen haben.
    Allein an diesem Satz erkennt man, wie dezidiert der Autor gegen das Elternrecht vorgeht und welche moralische Autorität er sich zumißt.
    [….]
    Kitas als Ort umfassenden Gesellschaftsumbaus

    Kindertagesstätten sind für die Genderisten nicht nur ein
    Instrument der Umerziehung von Kindern, sondern auch der Familien bzw. der Eltern der Kinder. Über die Kitas soll auch das Familienleben umgestaltet werden und die traditionellen Rollenmuster in der Familie dekonstruiert werden:
    „Im Alltag der meisten Kindertageseinrichtungen geht man stillschweigend davon aus,
    daß vor allem die Mütter für Erziehungsfragen und den Kontakt zum Team ‘zuständig’ sind, auch wenn sich Väter immer öfter blicken lassen und eine zunehmend aktive Erziehungsrolle übernehmen wollen.“
    Den Erziehern in den Kitas sollte es eigentlich egal sein,
    wie die Eltern die Erziehung ihrer Kinder organisieren.
    Doch für Genderisten ist die Kita ein Ort einer umfassenden Gesellschaftsumgestaltung.
    [….]
    Offensichtlich sollen die Kitas die Kinder lebenslang prägen.
    Die Aufgabe der Kitas ist, aus den Kindern den neuen genderkonformen Menschen zu basteln: „Bei der Entwicklung von Gehirnstrukturen gibt es kein voreingestelltes biologisches Programm, das Entwicklungen absolut determiniert.
    Das Gehirn ist vielmehr ein biosoziales Organ,
    das sich nur in der Interaktion mit der natürlichen, vor allem aber der sozialen Umwelt entwickeln kann.
    Insofern ist jedes Gehirn das Ergebnis seines Gebrauchs (Gerald Hüther).
    Daraus folgt eine große Offenheit für kulturelle Prozesse.“

    Radikale Fanatiker am Werk

    Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen:
    Die Genderisten wollen nicht bloß die Ansichten, Meinungen, Anschauungen ändern, was ja auch jede politische Partei oder Kirche anstrebt. Nein, ihr Ziel ist die Veränderung des menschlichen Gehirns, um so eine lebenslange Prägung zu erzielen!
    In der Antike wurden Sklaven Brandzeichen auf die Haut gesetzt.
    Heute wird die Gender-Ideologie ins Gehirn eingebrannt,
    um aus den Menschen Sklaven dieser Ideologie zu machen.
    Spätestens an dieser Stelle versteht man, wieso die Gender-Revolution
    mit den dreijährigen Kindern durchgeführt werden muß.
    Die Genderisten wissen: Je jünger ein Gehirn, desto beeinflußbarer ist es.
    Welches Recht sie dazu haben, wird gar nicht hinterfragt.
    Für sie ist das eine Selbstverständlichkeit.
    [….]
    Diese Revolution konnte nur im stillen umgesetzt werden, so ungeheuerlich ist sie.
    Würde die große Mehrheit der Menschen erfahren,
    welche radikalen Fanatiker da am Werk sind, wäre ihre Durchführung nicht möglich.
    Doch die Erfahrung zeigt, daß man sich nicht groß auf die Politik verlassen darf.
    Wie in vielen anderen Themenbereichen auch, kann nur der Protest der Basis der Gesellschaft, also des Volkes selbst, diesen Angriff auf die Kindheit abwenden.“
    -

    • Das Brandzeichen auf/unter der Haut ist nur eine Frage der Zeit – wir stehen kurz vor der Umsetzung!

  3. Was Hirnforscher auch festgestellt haben:
    Gibst du deinem Kind ein SEXBUCH braucht es kein GEBETBUCH mehr!

    Kinder, deren Gehirne mit sexuellen Reizen stimuliert werden, verlieren mit der Zeit jegliches Interesse an Religionsausübung. Durch die pornografische Reizüberflutung wie sie heute überall stattfindet (viele Jugendliche sind heute schon Internet/Smartphone pornographiesüchtig) wird das Gebetsleben und dadurch die Verbindung mit Gott völlig gekappt.

    • @Elias,

      Die drei schönste Frauen der Welt befinden sich in dem Louvre in Paris:
      Die Venus (Aphrodite) von Milo (Melos), die Mona Lisa und die Nike von Samothrake:
      Wenn man näher betrachtet:
      Die erste hat keine Armen, die zweite keinen Unterleib und die dritte keinen Kopf.

      Zwei sind wenigstens total bekleidet und bei der Venus von Milo ist das Unterkleid sehr nützlich:
      Dieses schönes Standbild ist in der Tat eine Pastiche:
      das breite Becken einer reifen Frau, den Oberkörper einer jungen Frau und die Schultern/Armen eines männlichen Athleten.
      Das Kleid verhüllt ggf. Schlimmeres.

      (Eine ähnliche Pastiche ist übrigens auch der „Junge Stier“ von Paulus Potter, ebenfalls im Louvre;
      soweit ich mich erinnere wurde von einem berühmten französischen Autor des 19. Jhdt. eine amüsante Szene beschrieben, wo zwei Bauern (aus Lothringen) total ergriffen ob der Schönheit dieses Tiers zwei Stunden lang vor dieser Malerei stehen).

      Das Schönste an dem David von Michelangelo sind übrigens die Hände (vielleicht etwas groß geraten-wurde schon damals moniert)

  4. @ Ulrich
    Bitte entschuldigen Sie mich, Sie sprachen von Sexualität, nicht von Nacktheit; das annulliert meine Bemerkung . . .

    • @Elias,

      Das war dann wohl eine „ejectio praecox“ (vorzeitiges Rauswerfen) 🙂
      „Polypi mentem obtine“ (Strebe nach dem Geist des Tintenfisches) (Erasmus, Adagia, (Leidener Gesamtausgabe, I,4,61)

      • @Elias
        Leute, die sich für Ihre (vermeintlichen) Fehler oder Irrtümer entschuldigen, zählen in diesem Forum zu den Exoten, die man mit der Lupe suchen muss! In Ihrem Namen ist GOTT gegenwärtig und Ihre Worte versprühen den Geist der SELIGPREISUNGEN!
        Der HERR segne Sie!

    • Ich fand Ihre Nachfrage sehr berechtigt resp. die genannten Beispiele treffend. Dargestellte Sexualität („Geschlechtlichkeit“) muss nun wirklich nicht a priori mit Pornographie gleichgestellt werden.

      • Sie bezeichnen ja alle Kritiker Ihrer Kommentare immer gleich mit „dumm“, nebst anderen Schimpfworten und sind zutiefst beleidigt, wenn man Ihre Meinung nicht teilt – das werde ich hier nicht wiederholen! Wenn Sie aber mein Posting etwas genauer gelesen hätten (was Sie auch permanent von Mitlesern einfordern), hätten Sie vielleicht bemerkt, dass sich meine Definition der Pornographie auf Ihre „dargestellte Sexualität“ bezog; die „Nacktheit“ bezog sich auf „andere Zusammenhänge“!
        Ich finde es sehr bedauerlich, dass Sie nicht kritikfähig sind und sich immer gleich auf den Schlips getreten fühlen, wenn man Ihnen nicht Beifall klatscht! Ihre Verbalattacken zeugen nicht gerade von persönlicher Reife. Wer austeilt, muss auch einstecken können!
        Könnte ein Vorsatz für die Zukunft sein?

  5. Es gibt NICHTS, was die Verbindung zu Gott und das eigene Gebetsleben so zuverlässig zerstört wie UNKEUSCHHEIT. Und wenn dies bei Kindern und Jugendlichen mit ihrem noch formbaren Gehirn geschieht, oft übrigens initiiert durch SEXUELLEN MISSBRACH, ist eine lebenslange spirituelle VERWÜSTUNG fast schon vorprogrammiert,gegen die nur noch die GNADE Gottes etwas vermag.

    Wie man PORNOGRAPHIE und FEMINISMUS im Titel irreführend zusammenbringen kann, ist mir auch ein Rätsel.95% aller Pornographie ist Ausdruck von Frauen-HASS und -VERACHTUNG!

    • @ Michael Koppe:
      Aber sie sind die zwei Seitern der EINEN Medaille,nämlich der Haß auf Gott und alles,was von ihm stammt !

    • …eben – u.a. anderem meinte ich dies. Aber eben auch, dass nicht jede Rede oder Darstellung von Nacktheit oder sexuellen Dingen bereits pornografisch ist. Es gibt dies in der Kunst.
      Man müsste, wenn man so denkt, auch das „Hohelied“ im AT für pornografisch halten.

      Die Sexualität ist für den Menschen im gefallenen Zustand eine große Herausforderung, keine Frage!

      Mir geht es allerdings darum, nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten und nicht durch eine übergroße Regulierungswut Krämpfe zu erzeugen, die dann ihrerseits der perversen Sexualität wieder ganz andere Kanäle öffnen. Die Geschichte der Kirche lehrt uns doch, dass die Supression von Sexualität, die Dämonisierung und das Ignorieren ihrer starken Realität in jedem Menschen nur zu Doppelmoral, perverser Unkeuschheit (da kommt einem ein einfacher Unzüchtiger oder Peepshow-Besucher noch wie ein Waisenknabe dagegen vor!) geführt haben. Das 19. Jh ist volelr Perversionen gerade im kirchlichen Bereich, udn dies nicht zum ersten Mal in der Geschichte.
      Ein gesundes Maß muss man halten – so oder so herum!

      Ein Sigmund Freud sprach ja sehr wohl vorhandene Probleme an und fabulierte nicht einfach nur, wenn er bestimmte total verkrampfte Mentalitäten beschrieb. Dass auf diese Weise falsche Schlüsse gezogen werden konnten und die verklemmten und verbogenen Menschen einfach Opfer seiner „neuen“ „Heilungs-Ideen“ werden konnten, ist nicht zuletzt Versäumnis überspannter, überfrommer und unaufrichtiger Leute…

      Beim Thema Sexualität gehen sofort die Emotionen hoch, Katholiken werden unfair und unsachlich.
      Man erlebt nicht einmal entsprechende Entgleisungen, wenn es um Mord, Lüge oder Unterdrückung von Witwen, Waisen oder Armen geht…
      Dabei ist die Sexualität immer noch aufgrund ihrer triebhaft in den Menschen eingezeichneten Realität grundsätzlich anders zu bewerten als ein Mordplan oder der Geiz und die Habsucht, für die es keine Naturkraft in uns gibt. Allen sexuellen Verfehlungen muss man zugute halten, dass sie aufgrund einer Kraft im Menschen geschehen, die er nicht selbst schafft oder erzeugt, sondern die ihn umgekehrt sehr intensiv treibt bzw. treiben kann. Sexualität ist eine Naturkraft. Pornografie löst das niemals aus, sondern befördert es höchstens noch. Wie Jesus es auch den damaligen Pharisäern ins Gesicht sagte, ist e auch heute. Keiner, KEINER ist auf dem Gebiet, „rein“ oder gar ohne Sünde – auch im frömmsten, pornografiefreien Leben!
      Wenn daher der hl. Paulus schreibt, es sei besser zu heiraten als zu brennen, dann ist hier zweierlei herauszuhören: Eine gewisse Milde im Umgang mit der sexuellen Triebkraft und auch die durchaus akzeptierte Praxis, mithilfe der Ehe diesen naturhaften Brand zu löschen. So hielt es auch die Lehre der Kirche stets und sah unter anderem die Ehe auch als Heilung von der concupiscentia an, wenn auch nicht primär.
      Dass dieses Thema nicht den ersten Rang unter den Sünden einimmt, sieht man auch daran, dass es erst auf der zweiten Gesetzestafel steht.

      • „Ein gesundes Maß muss man halten“

        Können Sie dieses „gesunde“ Maß objektiv fassen? Hier wäre mehr Konkretion gefordert.

        In der Fokussierung aufs Sexuelle erfährt der Mensch in der modernen Gesellschaft die Fiktion von Sinnhaftigkeit. Je mehr sein Dasein real jeglichem Sinn entbehrt, desto stärker drängt es ihn zur sexuellen Begierde, die statt Sinn Lust verschafft. Die Lust erschöpft sich wiederum in ihrer Erfüllung und führt zur Langeweile, zum Stumpfsinn, in dem dann einzig die sexuelle Erregbarkeit noch wahrgenommen wird.

        Die radikale Emanzipation, wie sie in der Moderne zum Programm wird, hebt notwendig alle Seinszusammenhänge des Menschen, wozu auch das Geschlecht zählt, fiktiv auf. Emanzipation ist immer negativ, da sie nichts Positives aus sich hervorbringen kann, sie bleibt stets auf das fixiert, was sie zu überwinden (zerstören) trachtet.

        Emanzipierte Sexualität mündet mithin notwendig in Pornographie.

    • Der Feminismus ist im wesentlichen ein Produkt der 68er Kulturrevolution.
      Ich meine damit nicht das normale Selbstbestimmungsrecht der Frauen, welches ja jedem Menschen zusteht.
      Der Feminismus welcher heute im Mainstream propagiert wird, ist selber ein Teil, bzw. ein Vorläufer der Genderideologie. Die Frauen werden hier ebenso für eine fragwürdige Ideologie missbraucht !!
      Interessant ist doch, dass gegenüber unseren islamischen Paralellgesellschaften von Seiten der Feminismusaktivisten keinerlei öffentliche Forderungen erhoben werden. Obwohl es gerade dort am nötigsten wäre das natürliche Selbstbestimmungsrecht der Frau zu stärken.
      Schon daran erkennt man wessen Geistes Kind dieser Feminismus ist.
      Dieser scheinheilige Feminismus ist deshalb genauso Frauenverachtend wie Pornographie. Ich bin mir sicher, dass dies vom Verfasser des Artikels auch so zusammenhängend gemeint war.

      • Auch wenn ich Ihnen prinzipiell rechtgebe in der Aussage, dass ein großer Teil des postmodernen Feminismus frauenverachtende Züge trägt -

        nicht jedoch ein weibliches Selbstbewusstsein, das sich nicht einfach vom Mann und dem Mann hörigen Frauen (die meist noch schlimmer auftreten als Männer) erklären lässt, was eine Frau seiner machtgeleiteten Meinung nach zu sein hat (was nicht identisch ist mit dem Willen Gottes, um das auch noch zu erwähnen, da verwechseln nämlich viele Männer und auch hier missbrauchte Frauen einiges… –

        hat dennoch der Feminismus nichts mit der Pornografie zu tun.

        Im Artikel oben ging es um Aufklärung von Jugendlichen, die ganz und gar postmodernen Moralvorstellungen entspringt. Das ist nicht pornografisch gedacht, auch nicht direkt feministisch, sondern etwa im Sinne der Buchüberschrift:

        „Mein Körper gehört mir“

        Da spielt vieles hinein: Der Missbrauch des Rechtes auf den Leib des Gatten, der ein altes und schwerwigendes Problem in unzähligen Ehen war und ist, ebenso wie der Missbrauch von Kindern, vor dem man die Jugendlichen schützen will durch ein Training zur Selbstbehauptung.

        Man will ihnen ausreden, dass sie sich benutzen lassen müssten oder gar selbst schuld sind daran, wenn sie missbraucht werden.
        In der Tat ist das ja eines der größten Probleme, das man früher immer den Missbrauchten anklagte und nie den Täter. Wie viele Mädchen und Jungen prallten daran ab, dass sehr oft ausgerechnet ihre Mutter ihnen nicht glaubte! (Hier ist die Parallele zu den islamischen gepflogenehiten mit seinen Frauen, die dem fast unbegrenzten Machtanspruch des Mannes hörig sind bis über die Schamgrenze der Selbstverachtung hinaus. Man höre sich nur einmal diese sunsägliche masochistische Gequatsche dieser schweizerischen Salafistin namens Nora Illi an…).

        Heute nun wird das vermischt mit der Frage, ob jemand selbst entscheiden darf, wann und mit wem und v.a. wie er Sex haben will.
        Die beiden Themen gehören zwar in einer Hinsicht zusammen, aber dennoch nicht so, wie das heute vorgetragen wird. Wenn man aber eine Welt ohne Gott denkt, stimmt die Logik dieses Vortrages oben wiederum.

        Es ist aber nicht der Feminismus, der Gott ausgelagert hat. Das ist fast ausschließlich das Werk männlicher Vordenker, und es ist nur wieder typisch, dass Frauen sich in dieses philosophische, männliche Desaster hineinziehen lassen.

      • @ Voltenauer:
        Noch bis in die 70er Jahre gehörte es nicht zum „normalen Selbstbestimmungsrecht der Frauen“ ein eigens Bankkonto zu haben oder zu arbeiten, wenn der „Herr Gemahl“ das nicht wollte.

        Und bei Vergewaltigungen haben Richter und Staatsanwälte oft genung mehr Engagement darauf verwendet zu prüfen, ob die Opfer (!) durch „aufreizende Kleidung oder Verhalten“ die Täter „ermutigt“ hätten – Denen dann „mildernde Umstände“ zugebilligt werden konnten.

        Was das Verhalten von Feministinnen gegenüber dem Islam angeht, so wird dessen Frauenbild von Alice Schwarzer seit Jahren laut und heftig kritisiert, auch in Talkshows im Öffentlich-Rechtlichen TV. Dabei greift sie den Islam so heftig an, daß ihr von ihr sonst politisch nahestehenden schon „Islamfeindlichkeit“ vorgeworfen wurde.

        Auch wenn eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, davon, daß von Femistinnen „keinerlei öffentliche Forderungen erhoben werden“, kann keine Rede sein.

        Es gab leider Zeiten, wo für Täter bei sog. „Ehrenmorden“ der „kulturelle Hintergrund“ strafmildernd berücksichtigt worden ist. Daß das heute nicht mehr möglich ist, ist auch dem Protest von Frauen zu verdanken.

      • Ja,@ Chorbisch, so ist es – was erzkonservative Leute heute dem Islam vorwerfen, war vor nicht langer Zeit bei uns ebenso. Der einzige Unterschied lag darin, dass bei uns die Polygamie verboten war (in der Orthodoxie war aber auch das erlaubt, solange sie hintereinander getrieben wurde und nicht gleichzeitig!). Für maskuline Zügellosigkeit wurde dafür die Frau hinter Tücher gesperrt und hatte sich zu schämen für das, was ganz sicher nicht einseitig auf ihr Konto geht.
        Aber ansonsten gibt es sehr viele Parallelen, und wir sollten nicht vergessen, dass „Ehrenmorde“ auch in gewissen südlicher gelegenen katholischen Ländern an der Tagesordnung waren und teilweise noch sind. Man verstümmelte übrigens auch in der wunderbaren, glanzvollen byzantinischen Welt ganz genauso wie der Scharia-Islam Straftäter (Blendungen, Handamputationen, Zungenentfernungen etc.) – alles im „christlichen Byzanz“…

  6. Ich frage mich schon seit geraumer Zeit wer das ist der Uneinigkeit zwischen Mann und Frau schaffen tut und was bringt es ihm oder ihnen. Ich jedenfalls halte es für sehr unwahrscheinlich das zwischen Maria und Joseph das Thema „Geschlechterkampf“ auf der Tagesordnung stand. Aber warum sagt Maria „Ich bin die Magd des Herrn und mir geschehe nach seinen Willen“. Wenn ich mir vorstelle das Alice Schwarzer dasselbe sagen würde wird es mir so komisch und ich kriege psychologische Probleme. Manchmal wünscht man sich an einem Ort wo tiefe Harmonie für alle Ewigkeit garantiert ist. Wir sind doch ein katholisches Forum und da darf man das doch schreiben denn in einem Feminismuskarussel wäre diese Worte der Mutter Gottes doch bestimmt hoch anstößig. Oder sehe ich das komplett falsch?
    Per Mariam ad Christum.

    • Vielleicht sehen Sie es einseitig – denn Josef ließ sich von Gott im Traum zurechtweisen, als er die Magd des Herrn verlassen wollte.
      Die Medaille hat einfach zwei Seiten.

      Wenn Sie sich fragen, ob Alice die Worte der Gottesmutter gesagt hätte, dann frage ich Sie umgekehrt, ob diese Macho-Seilschaft, die die Welt immer noch im Griff hat (ohne Frauen an der Macht, aber mit Frauen, die ihnen hörig sind wie dieses arme Geschöpf da oben im Artikel!), jemals die Zurückhaltung und Selbstaufgabe eines Josef an den Tag legen würden, wo ja nicht einmal unsere Päpste oder Kardinäle auch nur entfernt dem reinsten Bräutigam der allerseligsten Jungfrau auch nur von ferne ähneln wollen…

      … da wird es nämlich mir „ganz komisch“, wenn ich mir das Jammerspiel ansehe, das doch in der Hauptsache auf der Machtebene vom Mann inszeniert wird.

      Sie sehen einfach die andere Seit der Medaille nicht, nämlich, die wo der Kopf drauf ist…

      • „Vielleicht sehen Sie es einseitig – denn Josef ließ sich von Gott im Traum zurechtweisen, als er die Magd des Herrn verlassen wollte.“
        Ich sprach davon das es ich es für nicht wahrscheinlich halte das in der heiligen Familie der Geschlechterkampf auf der Tagesordnung stand.
        „… da wird es nämlich mir „ganz komisch“, wenn ich mir das Jammerspiel ansehe, das doch in der Hauptsache auf der Machtebene vom Mann inszeniert wird.“
        Ist das der Geschlechterkampf fein säuberlich verpackt?
        „Wenn Sie sich fragen, ob Alice die Worte der Gottesmutter gesagt hätte, dann frage ich Sie umgekehrt, ob diese Macho-Seilschaft, die die Welt immer noch im Griff hat“.
        Ich frage jetzt nochmal. Würde Alice Schwarzer so etwas sagen? Was meinen sie ohne Umschweife. Übrigens der Feminismus wäre ohne die Unterstützung mächtiger Männer überhaupt nicht möglich und das wissen sie ganz genau. Eben Macho-Seilschaften.
        „Manchmal wünscht man sich an einem Ort wo tiefe Harmonie für alle Ewigkeit garantiert ist.“
        Sind wir wenigstens da einer Meinung.
        Per Mariam ad Christum.

      • @ Shuca

        Ja, eben: In der Hl. Familie gab es keinen Geschlechterkampf! Aber – und es war mein ABER, das Sie missverstanden haben:

        Das lag nicht nur an Maria, sondern sogar wesentlich an Josef.
        Bedenken Sie doch, was er – für den gewöhnlichen, „unemanzipierten“ Mann UNdenkbar – hinnahm:
        Er spielte nicht den Chef, sondern wurde stillschweigend eine Art Schutzschild für das, was der eigentliche Chef, nämlich Gott, mit dieser Frau und dem Kind, das nicht der Mann gezeugt hatte (!), vorhatte.

        Ich sage Ihnen was: Es gab auf Erden wahrscheinlich nicht einen einzigen anderen Mann, der sich in dieser Weise brauchbar gemacht hätte für das, was Gott wollte!
        Und da seine sündlose und erhabene Frau immer eine sichere Wegweisung im Alltag für ihn war, herrschte hier Frieden.

        Harmonie, wie ein Mann sie sich wünscht, kommt dann, wenn ein Mann sich so zurückhaltend und selbstentäußert verhält wie Josef.

        Harmonie, wie eine Frau sie sich wünscht, kommt dann, wenn sie eine echte Marientochter ist.

        Wenn man ständig greint darüber, dass der Ehepartner nicht dies und nicht das tut, was man selbst beansprucht, ist der Unfrieden im Haus.
        Meine persönliche, inzwischen langjährige Eheharmonie sieht so aus: Wir sind Sünder, keiner kann sich anmaßen, vom anderen Perfektion zu verlangen, wo man selbst doch nur – gemessen an der Vollkommenheit – eine Art Vogelscheuche ist. Humor, in aller Konsequenz sich selbst zurücknehmen, dann wird das schon.
        Und: „Emanzipation“ ist in einem gewissen Sinn ein zutiefst christlicher Begriff.
        Man darf ihn nicht absolut verstehen, sonst wird alles verkehrt!

        Dennoch spiegelt sich schon in der geschichte Marias eine Art Emanzipation. „Emanzipation“ ist im Wortsinn ein „Aus den Fängen der Macht eines anderen“-Genommenwerden.

        Der christliche Glaube bedeutet in diesem Sinne eine Emanzipation höchsten Grades: seit Jesus ist niemand mehr in der Hand eines Menschen, auch dann nicht, wenn er ein antiker Sklave war.
        Er ist immer in der Hand Gottes, komme, was wolle.

        Maria wird erstmalig als Frau, ohne dass ihr Bräutigam auch nur irgendetwas gefragt würde, alleine angesprochen und um ihre Einwilligung gebeten. Das ist eine Unabhängigsetzung der Frau, und mit ihr JEDES Menschen vor Gott, die unerhört ist.
        Wir haben inden ersten schweren jahrhunderten, das maßgeblich von weiblichen Märtyrerinnen mitgeprägt ist, tatsächlich ein emanzipatorisches Phänomen in diesem Sinne: diese Frauen weigerten sich, sich von Männern abhängig halten zu lassen, verweigerten die Ehe, verweigerten den Zwangssex, der auch damals üblich war (z.B. hl. Agnes), verweigerten dem Vater den Gehorsam und ließen sich eher töten, als zu „gehorchen“. Sie setzten ganz auf ihren himmlischen Bräutigam, Christus.
        Es wird auch bei Maria erkennbar, dass sie für ihr „Fiat“, menshclich gesprochen, ALLES aufs Siel setzte und darin keinem Menschen mehr gehorchte.

        Die Aufforderung zur Unterordnung unter soziale Vorgesetzte im NT ist ohne diese Emanzipation des Herzens nicht zu verstehen.

      • @ Zeitschnur
        „Ich sage Ihnen was: Es gab auf Erden wahrscheinlich nicht einen einzigen anderen Mann, der sich in dieser Weise brauchbar gemacht hätte für das, was Gott wollte!“
        Ich weiß nicht so recht. Ich glaube man sollte Johannes den Täufer ruhig mit dazu zählen.
        „Harmonie, wie ein Mann sie sich wünscht, kommt dann, wenn ein Mann sich so zurückhaltend und selbstentäußert verhält wie Josef.

        Harmonie, wie eine Frau sie sich wünscht, kommt dann, wenn sie eine echte Marientochter ist.“
        Ich hatte eigentlich an der Harmonie im Reich meines Vaters im Himmel gedacht deswegen schrieb ich „für alle Ewigkeit“. Harmonie in dieser Welt?
        Ich glaube das wird nichts mehr. Wir sollte eher davon ausgehen das das Böse und das Verderben in dieser Welt uns dominieren wird. Nun zurück zum Feminismus. Er mag das Patriarchat nicht. Er möchte das auch in der katholischen Kirche Frauen Priester, Bischöfe und Kardinäle werden können. Ich habe schon Stimmen gehört und es waren nicht nur Frauen die sich eine Frau als Papst wünschen. Andere sprachen auch schon von einer „Heiligen Geistin“. Aber eins habe ich noch nicht gehört das sie sich wünschen das Satan weiblich oder besser eine Frau sein sollte. Ich finde wenn man schon im religiösen die Verantwortung mit übernehmen will dann sollte man schon aufs Ganze gehen und sich nicht nur die Rosinen rauspicken. Sie sehen das auch ich die Medaille von allen Seiten betrachten kann. Aber vielleicht nehme ich das alles zu leicht und locker es könnte auch viel schlimmer sein als ich es ahne.
        Per Mariam ad Christum.

      • Verehrte Frau @Zeitschnur
        Auf Ihre Meinung lege ich Wert, deswegen frage ich Sie: Ist es machohaft wenn man behaupten würde, dass der Mann die göttliche Autorität verkörpert und die Frau Sitz der göttlichen Weisheit ist. Es ist eben so: Die Weisheit ist notwendig, damit der Mann schlau wird und die Autorität des Mannes ist notwendig, damit sich die Frau durchsetzen kann.
        Zur näheren Erläuterungen dieser Sachverhalte verweise ich auf die Geschichte: „Die beste Ehefrau von allen“ von Ephraim Kishon.

      • @ Leo Stratz

        Für mich sinds vor allem Geheimnisse der Ebenbildlichkeit Gottes.

        Ich glaube allerdings nicht, dass der Mensch Gott bzw. Eigenschaften Gottes (was scholastisch in eins fällt) „verkörpern“ kann.

        Wir sind gefallen und errettet, aber noch nicht in Verklärung.
        Damit kämpfen wir, und die Gefallenheit schimmert immer wieder durch – beim Mann im Wahn, er sei wie Gott oder „verkörpere“ dessen Autorität, bei der Frau in einem totalen Verlust dessen, was sie ist/sein kann, als permanente Defensiv-Reaktion auf diese männliche Anmaßung.

        Ich weiß nicht, @ Leo Stratz – nach Augustin und Thomas „verkörpert“ der Mensch nicht Gott! Gerade das nicht.
        Bei beiden wird damit argumentiert, dass Gott Geist ist udn das, was am Menschen als sein Ebenbild restauriert wird, eben gerade nichts „verkörpert“, sondern regelrecht IST.

        Wie aber Thomas sagt, IST in Christus nicht mehr Mann und nicht mehr Frau, und den physischen Unterschied (samt möglichen psycho-physischen Unterschieden) hängt er ganz niedrig.
        Eben weil das, was am Menschen Gott ähnelt, „der neue Mensch“ ist, den er anziehen soll: Christus.

        Im Ergebnis heißt das für mich: der physische Unterschied ist eine natürliche, naturhafte, aber keine geistliche Realität hinsichtlich der Ebenbildlichkeit.

        Der hl. Paulus deutet die Ehe 8aber deshalb nicht grundsätzlich das Mann- oder Frausein) als Abbild der Beziehung Christi zur Kirche.
        Allerdings deutet er auch an, dass das „Geheimnis“ um Mann und Frau viel größer ist als nur das.
        Ich denke, es hängt damit zusammen, dass Mann und Frau ja nichtursprünglich die Beziehung Gottes zum Menschen abbilden (das ist erst Folge der Sünde und der Errettung!), sondern sie bilden Gott ab, Gott, den Dreifaltigen. Da sie es aber nicht – wie Thoams an anderer Stelle in der Summa diskutiert – platt biologisch-geschlechtlich tun, muss hier noch etwas anderes der Fall sein, was uns wie hinter einem schleier verborgen ist.

        Sie formulieren mit Humor letztendlich die Überlagerung der „Kompetenzen“ – und tatsächlich deutet die Kirche z.B. die Weisheitsstellen im AT sowohl auf Christus ALS AUCH auf Maria. Was IHM zukommt, kommt – weil ER es so will – auch ihr zu.
        Dementsprechend gibt auch der Ehemann im AT, beim berühmten „Frauenlob“, seiner Frau all das, was ihm selbst zukommt förmlich in die Hand, um es dadurch geläutert um einen unschätzbaren Mehrwert zurückzuerhalten. Im Rat der klugen Männer ist er um seiner Frau willen daher hochgeachtet.

        Weniger als Ansprüche, die wir als Männer und Frauen daraus ableiten, schimmert für mich durch, was Jesus uns zukommen lassen will, denn vor ihm sind wir letztendlich alle „Braut“, „Frau“, alle, auch die Machos. Und schön blöd ist jeder katholische Mann, der sich nicht die weibliche Rolle, die er als Braut Christi haben MUSS, um selig zu werden, nicht von den guten Frauen der Kirche „abkupfert“. Schön blöd aber auch die Frau, die nicht um dieses ihr Megatalent weiß, das ihr niemand mehr rauben kann (wie Jesus es Martha sagte)…

    • @Shuca
      Der Geschlechterkampf ist eine Ausgeburt der Emanzipation und diese wiederum wurzelt in der Aufklärung. Wo alles Unterscheidende eingeebnet, wo das Ungleiche gleichgemacht wird, entsteht notwendig ein Zustand des Kampfes darum, welche Gleichheit denn im Ungleichen die Oberhand gewinnen soll. Die aufgeklärte Gesellschaft ist mit sich entzweit bis in die Geschlechter hinein. Ein Reich(Gesellschaft) aber, das in sich gespalten ist, hat keinen Bestand (Mk 3,24).

      • @Suarez
        Das stimmt. Die Jakobiner haben die Gleichberechtigung der Frau beschlossen ohne sie jedoch in der Praxis durchzuführen. Es war damals noch die Zeit der Guillotine und man war in Eile und hatte wichtigeres zu tun.
        Per Mariam ad Christum.

      • Das ist – mit Verlaub – historischer Blödsinn.

        Die Jakobiner haben gerade NICHT die Gleichberechtigung der Frau beschlossen, sondern den Rang, den die Frau in der Kirche erhalten hatte, sogar wieder annulliert.
        Ebenso haben sie die Aufhebung völkischer und rassischer Schranken durch das Christentum wieder aufgebaut und zementiert und dem braunen Mann alle Rechte und Würden entzogen, die sie sich selbst zusprachen:

        Als nämlich eine Frau vor der Nationalversammlung die Gleichberechtigung der Frau forderte, wurde sie postwendend guillontiniert. https://de.wikipedia.org/wiki/Olympe_de_Gouges

        Interessant ist dabei, dass die frauenrechtlerischen Forderungen de Gouges vor den Revolutionären als „reaktionär“ und „royalistisch“ galten. Denken Sie beide mal drüber nach!

        Ihnen beiden täte es gut, sich ein wenig abzukühlen und erst mal die historischen Fakten zu studieren: die Rechte der Frau waren im gesellschaftlichen Gesamtgefüge vor der Revolution besser als danach! Das hat im Bezug auf die soziale Wirkungsmacht der Frau auch Roberto de Mattei nachgewiesen!
        Erst die Revolution hat die Frau definitiv überall ausgeschlossen und sexualisiert.

        Dieses Phänomen ist auch in ganz anderen Zusammenhängen nachweisbar.
        So ist auch in Indien durch die Maskulinisierung der familiären Rechte, wie sie das aufgeklärte England meinte, vertreten zu sollen, den tradierten, rechtlichen Privilegien der Frau soviel genommen worden, dass dies bis heute Auswirkungen hat. Durch eine völlig verfehlte Ausgrenzung der Frau und ihrer Rechte durch die Engländer haben wir heute den Tiefstand in der indischen Gesellschaft, den wir haben: keine Inderin, kein Inder will mehr Töchter haben, man treibt weibliche Föten sogar ab, weil es für Eltern eine Katastrophe ist, weibliche Kinder großzuziehen, die so krass entrechtet sind gegenüber männlichen Nachkommen, dass Leute, die nur Töchter haben, sozial vor dem Ruin stehen, wenn sie sie verheiraten wollen, was allerdings in indien ein MUSS ist.

        Sie beide merken in irgendeiner Kurzsichtigkeit überhaupt nicht, dass das, was Sie vertreten, sogar extrem jakobinisch IST.

      • @Zeitschnur
        „Die Jakobiner haben gerade NICHT die Gleichberechtigung der Frau beschlossen, sondern den Rang, den die Frau in der Kirche erhalten hatte, sogar wieder annulliert.“
        Und ich hatte dieses geschrieben.
        „Die Jakobiner haben die Gleichberechtigung der Frau beschlossen ohne sie jedoch in der Praxis durchzuführen.“
        Man hat mich im TV das Wort „beschlossen“ untergejubelt aber ich komme ihnen entgegen.
        „Die Jakobiner haben die Gleichberechtigung der Frau nicht beschlossen ohne daran zu denken sie jemals in der Praxis durchzuführen.“
        Sind sie zufrieden?
        „Ihnen beiden täte es gut, sich ein wenig abzukühlen und erst mal die historischen Fakten zu studieren: die Rechte der Frau waren im gesellschaftlichen Gesamtgefüge vor der Revolution besser als danach! “
        Das ist doch gängige Praxis das die Revolution immer ihre Kinder frißt.
        Schauen sie auf Robespierre.
        „Sie beide merken in irgendeiner Kurzsichtigkeit überhaupt nicht, dass das, was Sie vertreten, sogar extrem jakobinisch IST.“
        Nun das ist ein sehr harter Vorwurf das ich jakobinisch bin und dann auch noch extrem. War es wirklich nur das Wort „beschlossen“ das ich in ihren Augen jakobinisch bin oder hängt es doch mit Alice Schwarzer zusammen über die ich geträumt habe. Wer weiß!
        Per Mariam ad Christum.

      • @ Shuca

        Okay – stattgegeben, lassen wir es so stehen.
        Es ist aber tatsächlich so, dass erst in den Texten der Aufklärer die übelste Niedermache der Frau zu finden ist.
        Bei manchen irregeleiteten Vätern kommt sowas mal als einzelner Satz und als peinliche Entgleisung angesichts der Gottesmutter und der Frauen, die Jesus in so hohe Würden gesetzt hat, als er lebte und sie rehalbilitierte, vor.
        Aber ein Kant, ein Schopenhauer etc. ließen sich darüber so aus, dass selbst die schlimmsten Kirchenmachos wie antifeministische Waisenknaben danebenstehen müssen…

        Nur ganz wenige Aufklärer haben die Frau ausdrücklich wirklich als Frauen geachtet. Mir fällt spontan nur Schiller ein.
        Ansonsten: Tinte!

        Es passt doch alles zusammen: das Jakobinertum mit der Aufklärerei.

        Die Frauenrechtsbewegung entstand erst einige Jahrzehnte danach, und dies zu Recht!

  7. Das Leben in seinen Höhen und Tiefen bewältigen – im privaten Lebensbereich wie im beruflichen.
    Miteinander und nicht gegeneinander – ist das denn so schwer zu handhaben?
    Nicht Mann gegen Frau und Frau gegen Mann.

    W e m nützt dieser Geschlechterkampf, der doch nur Unfriede bringt?

    Jedes Gotteskind bringt das an ganz persönlichen Talenten und Möglichkeiten ein, das ihm vom Schöpfer mitgegeben wurde, um die ihn umgebende Welt mitzugestalten.
    Aber vielleicht ist diese meine Vorstellung ja auch zu simpel und naiv gedacht.

    Wenn ich jemand mehr mag und sympathischer finde als einen anderen, so hat das nichts damit zu tun, dass dieser andere ein Mann oder eine Frau ist. Es entspringt aus unbekannten Tiefen.

    • Werte @ Marienzweig
      Sie sagen: „Wenn ich jemand mehr mag und sympathischer finde als einen anderen, so hat das nichts damit zu tun, dass dieser andere ein Mann oder eine Frau ist. Es entspringt aus unbekannten Tiefen“.
      Frage 🙂 : Woher wissen Sie, “ dass das nichts damit zu tun (hat), dass dieser andere ein Mann oder eine Frau ist“, wenn die besagten Gefühle „unbekannten Tiefen“ entspringen?

      • Der Einwand ist mehr als berechtigt, @ sophus – über kein Organ ist der Mensch mehr zur Sünde verleitbar als über unhinterfragte „Gefühle“.
        Eine tiefe Freundschaft zwischen Mann und Frau „entsteht“ nicht einfach so, sondern ist ein Geschenk, das sorgsam und im höchstem Maßen vernünftig reflektiert und in ständiger Gewissensprüfung verantwortet von beiden Beteiligten gehütet werden muss.
        Ja, es gibt in Christus dieses Wundergeschenk, das beim Menschen fast unmöglich ist, aber nicht zum herabgesetzten Preis.

      • @zeitschnur

        Als Ehemann und Vater kann ich nur raten, nicht alles „vernünftig reflektieren“ zu wollen, auch noch im „höchsten“(!) Maße, sondern in Liebe und Treue einander verbunden zu sein, auch und gerade wenn man Zeiten erlebt, in denen man den anderen nicht zu verstehen meint. Ehen als Kopfgeburten scheitern in Regelmäßigkeit und wer eine Familie rein auf Vernunft, also vom Kopfe her, leben will, der wird schnell scheitern.

        Irgendwie erinnern Sie mich an Arno Schmidt.

      • Nun, „unbekannte Tiefen“ mag in diesem Zusammenhang nicht ganz das ausdrücken, was ich meinte.
        Ich wollte damit sagen, dass im anderen etwas ist, dass ihn mir sympathisch erscheinen lässt, unabhängig des Geschlechts meines
        Gegenübers.
        Vielleicht eine Art innerer Gleichklang. Es muss ja gar nicht ein Gleichklang der Meinungen sein.
        Es kann auch die Ähnlichkeit unserer Charaktere sein oder aber sogar deren Gegensatz.
        Der Grund für eine Sympathie könnte auch eine ähnliche Lebens- oder Leiderfahrung sein, die uns bestimmte Dinge ähnlich sehen lässt und uns miteinander verbindet.
        Wie sollte ich alle Gründe kennen!
        Mit meiner Aussage beziehe ich mich jetzt nicht auf die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern einzig und allein auf das Entstehen von Sympathie und Zuwendung?
        Wir können doch ernstlich nicht begründen, warum wir jemanden mehr mögen als den anderen.
        Dies meinte ich mit „unbekannte Tiefen“
        Selbstverständlich bemühe ich mich darum, höflich und freundlich zu allen zu sein.

        Ich lehne z.B. die Homo-“Ehe“ ab, kenne aber privat ein homosexuelles Paar. Den einen mag ich sehr gern, dem anderen gegenüber habe ich etwas Vorbehalte.
        Warum eigentlich? Das ist doch nicht fair! Und doch ist es so!
        Ich kenne ein lesbisches Paar, beide sind mir sehr sympathisch, dennoch bleibe ich bei meiner Ablehnung der Ehe für Homosexuelle.
        Sehr reichen Leuten gegenüber empfinde ich Vorbehalte, weil ich mir denke, sie könnten ihren Reichtum nur zu ihrem eigenen Vorteil verwenden.
        Und nun kenne ich aber seit vielen Jahren einen solchen ziemlich begüterten Herrn und seine Ehefrau. Und was soll ich sagen – sie sind beide sehr gläubig und mir ein großes Vorbild im Glaubensleben.

        Neben Verstand und Geist haben wir auch Gefühle. Sie gehören genau so zu uns. Machen wir doch guten Gebrauch von allem, was in uns ist!
        Der eine Mensch handelt und lebt mehr aus dem „Kopf“ heraus, ist also verstandesbetont, der andere mehr aus dem Gefühl.
        Ich gehöre zu letzteren und finde, beides darf sein. Wir brauchen dies nicht gegeneinander auszuspielen.
        Nicht nur der wache Verstand, auch das Gewissen und das tiefe innere Gefühl kann uns manchmal sehr genau sagen, was richtig ist.
        Wenn wir nicht ganz von Werbung, Konsum, TV u.a. zugeschüttet sind, spüren wir dieses Gefühlswissen in uns ganz genau.
        Wäre allein großes Wissen maßgebend, so wichtig und kostbar es auch ist, wie unnütz, abgehängt und von allem ausgeschlossen müssten sich dann die einfachen, „ungebildeten“ Leute fühlen?

        Langer Rede kurzer Sinn:
        Ich glaube nicht, dass Gott gewollt hat, dass wir in einen Kampf zwischen den Geschlechtern geraten sollen.
        Arbeiten wir miteinander und nicht gegeneinander!
        Wenn Gott uns gnädig ist und wir vielleicht einmal bei Ihm sein dürfen, ist Mann-Sein oder Frau-Sein ohnehin nicht mehr von Belang.
        Pace e bene!

      • …als Ehefrau und Mutter kann ich über Ihren Ratschlag zur Hirnlosigkeit einfach nur den Kopf schütteln – aber das kommt vielleicht daher, dass man sich als Frau und Mutter, wenn man seinen Aufgabe ernstnimmt, nicht so gehen lassen kann, wie mancher Vater,d er in aller regel den Alltag mit den Kindern gar nicht in der Weise ausfechten muss…

        Nichts ist schlimmer als eine hirnlose, gefühlsgesteuerte Frau!
        Der eifersüchtige Mann und manche eifersüchtige Frau hätten die Frau da gerne.
        Da gehört sie aber nicht hin!
        Insofern hat @ Leo Stratz recht: Maria ist der Sitz der Weisheit. Und Weisheit ohne Reflexion gibt es nicht.
        Entweder marianische Frauen, oder es ist der Tod im Topf.
        Die marianische Frau will aber den alten Fehler Evas vermeiden – und der hing mit Reflexionsverweigerung zusammen.

      • @ zeitschnur

        Interessant, welche Kapriolen heutige Ausformungen des Feminismus zeitigen!

        Übrigens ist eine Frau nicht dumm, weil sie keine Feministin ist, Ihre Unterstellung ist daher bloße Propaganda.

        Eines haben Sie in Ihrer Suada vergessen, das notwendige Quäntchen Humor, das man in der Ehe und Familie haben sollte. Wer sich allzu ernst nimmt, wird schnell für andere schwer erträglich.

      • @Suarez
        Mir ist aufgefallen, das nur unattraktive (meist potthässliche) oder megafrustierte (3-5 x geschiedene) Frauen beinharte Feministinnen sind!
        Eine „normal tickende“ Frau, liebt es vom anderen Geschlecht auch als Frau wahrgenommen und behandelt zu werden. Sie hat es nicht nötig, ständig auf ihre Gleichberechtigung zu pochen die „Männin“ spielen zu müssen!

      • @ Freya
        Umgekehrt ist es ja nicht anders. Männer, die stets den Macho spielen, sind in der Regel charakterlich eher farblose Persönlichkeiten, die ihre Unsicherheit durch überzogene Posen der Stärke zu kaschieren suchen. Hinter so manchem „Macho“ verbirgt sich ein erstaunlich effeminierter Männertyp.

      • Liebe Marienzweig,

        Mann und Frau sind ergänzungsbedürftig. Wo sich Mann und Frau autark setzen, wo jeder Unterschied in der Pose nivelliert wird, da entsteht ein Schreckensbild menschlichen Miteinanders. Die Emanzipation, also der Versuch der sich verabsolutierenden Freiheit/Unabhängigkeit, endet immer in der Sinnlosigkeit. Darum kreist ja der emanzipierte Mann/Frau ständig um sich selbst. Das „Zusammenleben“ der emanzipierten Ehepartner wird zum bloßen Übereinkommen auf Zeit, da Liebe als Gefährdung der Freiheit, als innere Versklavung, empfunden wird. In auffälliger Häufigkeit scheitern solche Ehen, in denen die Partner ihre gegenseitige Unabhängigkeit betonen. Wer nicht versteht, dass erst die Ehe ein Ganzes herstellt, der begreift den Sinn der Ehe nicht. Diese Ergänzung der Geschlechter ist auch nicht eindimensional, sondern sehr vielfältig. Wo aber die Frau zum Mann wird und der Mann zur Frau, da verzerrt sich das Sein bis zur Unkenntlichkeit, schon weil der Mensch keine Monade ist. Der Kampf der Geschlechter widerspricht dem von Gott der Schöpfung eingestifteten Sinn, er negiert die Schöpfung.

      • … auch du lieber Himmel… nein, auf diesem „antifeministischen“ Niveau am Schluss kann man wirklich nicht mehr vernünftig reden…
        Das ist der dikursive Tiefstand!

        Schade nur, dass damit jedes (Vor-)Urteil über den Geisteszustand der Katholiken perfekt bestätigt wird. Ich wünschte, es gäbe so etwas wie eine würdige, philosophische, katholische Kultur, die diesen Namen verdient, aber das bleibt wohl eine Illusion, je länger der Herr nicht kommt… es entgleist alles immer weiter…

      • @ Suarez

        Packen Sie doch bitte die Rhetorik und die Propagandatechnik wieder ein – was wollen Sie bitte konkret?

        Mein voriges Posting zielte übrigens auf @ Freya – es haben aber ein paar andere noch vor mir auf sie geantwortet, daher ist das unklar geworden.

      • Arme @zeitschnur,
        seien Sie doch einfach mal mit Freuden Frau, ohne sich ständig darüber Gedanken zu machen, wie Sie Ihre Weiblichkeit in Beziehung zum anderen Geschlecht leben und gestalten sollten! Das muss doch auf Dauer sehr anstrengend und unbefriedigend sein!
        An dieser Stelle kann ich nur empfehlen, sich mit Leib und Seele MARIA zu weihen, der FRAU schlechthin. Ich jedenfalls habe die Erfahrung gemacht, dass sich durch die Ganzhingabe an die Gottesmutter, das Frausein erst richtig entfalten kann und eine neue Dimension und Fruchtbarkeit gewinnt, sozusagen veredelt wird. Wo MARIA in Leib und Leben eingelassen wird, ist auch die HARMONIE unter den Geschlechtern garantiert, weil sie die MUTTER der SCHÖNEN LIEBE ist.

  8. @zeitschnur
    Sie schreiben:
    “ …über kein Organ ist der Mensch mehr zur Sünde verleitbar als über unhinterfragte „Gefühle“.
    Das stimmt sicher, vor allem dann, wenn es Gefühle sind, die den Betreffenden regelrecht überschwemmen und er ihnen nichts entgegensetzt.
    Hass, Aggression, Rachegelüste im Menschen können ungeahnte Katastrophen auslösen.
    Doch ich bin sicher, auch ein Mensch mit großem Verstand -vor allem, wenn dieser Verstand kalt und mitleidlos ist- kann diese schrecklichen Katastrophen heraufbeschwören.
    Schrecklich emotionale Verbrechen, so schlimm sie sich auch auswirken mögen, rufen zwar furchtbares Entsetzen hervor, sie können manchmal aber auch eine Art Verständnis in mir hervorrufen. Dies ist nicht gleichbedeutend mit Gutheißen.
    Aus dem kalten Verstand heraus geplante Verbrechen jedoch erschrecken auf eine andere Weise. Es ist diese Kälte, diese Gefühlskälte, die sprachlos macht.
    Es liegt etwas unsagbar Böses, Unheimliches darin.

    • Liebe Marienzweig,
      Sie haben das sehr treffend formuliert. In der Tat ist es nicht die Emotionalität, die das wirklich Böse schafft, sondern der Verstand, der reflektierende Wille, der sich vom Herz loslöst. Das Böse gründet immer auf der Überheblichkeit, dem sich verabsolutierenden Hochmut. Der Mensch glaubt aus der Perspektive des Adlers auf die Menschen herunterblicken zu können und sie wie Marionetten in einem Spiel manipulieren und auch zerstören zu können/dürfen.

      Stalins Mangel an Empathie ist hinlänglich bekannt, er erzeugte in seinem direkten Umfeld eine Atmosphäre der Eiseskälte. Wer ihn versehentlich beim Nickerchen störte, den ereilte das Todesurteil! Stalin ließ Millionen Kulaken, arme Kleinbauern, mitten im Sibirischen Winter, in Züge verladen und in die Tundra transportieren, wo sie sich neu „ansiedeln“ sollten. Der sichere Tod dieser Menschen wurde von ihm völlig emotionslos als Preis für die Neugestaltung der Gesellschaft in Kauf genommen.

      Nicht anders bei Mao, der mit seinem langen Marsch Millionen Menschen den Tod brachte, den er in seinem theoretischen „Konzept“ einkalkuliert hatte. Hier waltete keine emotionale Regung, keine Wut, sondern die kalte Berechnung des Revolutionärs, der für seine Ideologie auch den Massenmord rechtfertigt.

      Selbst Hitler war völlig emotionslos, auch da, wo er scheinbar das Gegenteil zeigte. Alle seine Auftritte, die Wutanfälle, das aufgesetzte Pathos, waren kalte Berechnung, bloßer Schein. Keiner hat das so klar erkannt, wie Charly Chaplin in seinem großartigen Film „Der große Diktator“. Es ist nach eingehender Forschung nicht einmal gesichert, ob es wirklich Hass war, der Hitler den Holocaust ins Werk setzen ließ, oder ob es nicht vielmehr darum ging, die faschistische Herrschaft sowohl im intellektuellen, wie auch wirtschaftlichen Bereich durchzusetzen, wo ihm gerade der jüdische Widerstand gefährlich werden konnte.

      Die Jakobiner Köpften für eine abstrakte Tugend, nicht aus affektivem Hass!

      Es gäbe noch viele andere Beispiele aus der Geschichte, an denen sich anschaulich zeigen ließe, dass das Böse stets in kalter Berechnung auftritt. Es ist der Hochmut, der den Menschen zu Fall bringt, nicht das Gemüt, dass auch die Demut kennt. Die Aufklärung ist auch deshalb so verheerend gescheitert, weil sie aus dem Hochmut des Menschen geboren ist, sie ist ein Kind des Hochmutes. Schon der Sündenfall war ein Werk des Hochmutes, ein grundsätzliches Nein zum Gehorsam gegenüber Gottes Gebot.

    • @ Marienzweig

      Ich verstehe, was Sie meinen, halte das aber für ein verzerrtes Bild von der menschlichen Seele.

      Es ist die Frage, seit wann man überhaupt Emotionen losgelöst von den intellektuellen Akten betrachtet hat.

      Genau dies ist tatsächlich erst in der jüngsten Moderne geschehen. Auch unser Verstandesdämonisierer @ Suarez ist sich über dieses Faktum nicht bewusst: was er da anpreist, ist erst nachaufklärerisch so gedacht worden! Es ist eher aus der Rumpelkammer der Romantik und der Psychoanalyse, wenn man Emotionen als isolierte „Instanz“ ansieht.

      Gefühle entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie korrigieren nicht die Gedanken, sondern sind das Ergebnis intellektueller Voreinstellungen. Wer auf seine „Gefühle“ hört, belügt sich meist selbst und verweigert damit die aufrichtige Gewissensprüfung.

      Emotionen sind das Ergebnis von Urteilen, Meinungen und Wünschen, auch wenn Ihnen das nicht bewusst ist.
      Ob diese Urteile, Meinungen oder Wünsche gerecht sind, steht nicht fest – sie können gerecht sein, und sie können ungerecht sein!

      Zu Personen wie Stalin:

      Es ist vollkommen verstiegen, eigentlich sogar übergriffig zu behaupten, dieser Mann habe nicht aus Gefühlen heraus gehandelt!
      Woher nehmen Sie diese Meinung? Haben Sie in ihn hineingeschaut?
      Es steht doch außer Gott niemandem ein Urteil über die genaue Seelenlage solcher Verbrecher zu! Nur ER kennt das Herz!

      Lassen Se uns doch einmal vernünftig reflektieren, was Sie wohl in Wahrheit sagen wollten:
      Sie wollten sagen, dass es Sie entsetzt, wenn ein Mensch keine moralischen Hemmungen hat, bzw. die Hemmschwelle so niedrig ist, dass er sich mit immer größeren Persönlichkeitsanteilen dem Bösen ergibt.

      Wenn einer im „Affekt“ tötet, hat er sich in einem Moment hinreißen lassen. Dabei waren jedoch nicht nur Gefühle im Spiel. Auch ein solcher Totschläger hat sehr wohl seinen Verstand eingesetzt, denn zum Töten gehört ein handwerkliches Können – man muss wissen, wie man draufschlägt, wie man eine Waffe führt, das alles muss bereitstehen im Moment der Tat etc.

      Bei einem Stalin oder Hitler steht letztendlich ebenfalls ein Sich-hinreißen-lassen im Hintergrund. Bei ihnen nicht anders als bei unserem „Mord-im-Affekt“-Täter stehen Frustrationen, wie man heute sagt, bzw. pathologische Verformungen des Charakters Pate.
      Bei solchen Massentätern geschieht eine Verfestigung des auslösenden Affektes. Anders als der, der sofort nach der ersten Tat „aufwacht“ und bitter bereut, machen sie weiter und verlieren im gewissen die regulierende Mahnung des Geistes, dass das nicht recht ist.

      Was Hitler, was Stalin fehlte, war ein wacher und geschärfter Geist. Sie ließen ungeordneten Begierden ungebremst sogar den Raum ihres Verstandes vollständig. Es sind diese Täter, die mehr als jeder andere nur noch von Trieben und Begierden gesteuert werden und dem alles zu Füßen legen, sogar das Gewissen, den geist, den Intellekt, der am besten geeignet wäre, Einhalt zu gebieten.

      • Und noch ein Hinweis auf das AT, das der beste Beweis ist für das, was ich sage:

        kain ist getrieben von satanischen Gefühlen: Hass, Neid, Missgunst, Mordgier.
        Gott sagt ihm:

        5 Da überlief es Kain ganz heiß und sein Blick senkte sich.
        6 Der Herr sprach zu Kain: Warum überläuft es dich heiß und warum senkt sich dein Blick?
        7 Nicht wahr, wenn du recht tust, darfst du aufblicken; wenn du nicht recht tust, lauert an der Tür die Sünde als Dämon. Auf dich hat er es abgesehen, doch du werde Herr über ihn! (Gen 4)

        Aus diesem Beispiel wird klar ersichtlich, wie der Aufbau ist: Das ungeordnete Gefühl, das sündhaften Voreinstellungen entspringt, wird zum maßstab gemacht, aber Gott nennt das einen „Dämon“. Wenn also etwas dämonisch ist, sind es solche ungeordneten, ungeprüften Gefühle.
        Gott fordert Kain auf, diesen Dämon zu beherrschen.

        Man kann diesen Dämon der ungeordneten Begierden aber nicht mmit dem Gefühl beherrschen, sondern mit dem Verstand und dem Willen, mit der geformten Vernunft.

        Ein so geformter Mensch wird Abscheu empfinden, wenn das Gefühl ihn hinreißen will.

        Sie vermissen bei Stalin eine solche Hemmschwelle der geformten Abscheu – die aber liegt nicht an einem Zuwenig an „Gefühlen“, sondern an einem Zuviel an Gefühlen und einem Zuwenig an Gewissensformung.

      • Verehrte @ zeitschnur,
        lesen Sie, was Hannah Arendt über das Böse schreibt und wie sie Eichmann charakterisiert. Oder lesen Sie die Studien zum Holocaust von Saul Friedländer oder Roul Hilberg. Sie finden da eine ganz andere Charakteristik des Bösen, als Sie sie hier konstruieren(!). Da Sie ja eine so eifrige Verfechterin der Aufklärung sind, müssten Sie hier doch sehr intensiv auf Schopenhauer und Nietzsche Rekurs nehmen. Für Schopenhauer ist der Verstand lediglich ein Instrument des Willens. Nietzsche sieht Moralität, Gewissen, gar als Trugbild der von Platon ausgehenden Metaphysik an. Eine Illusion also. Schaut man auf die Wirklichkeit, respektive Geschichte, dann sieht man in der Tat nur eine unendliche Abfolge von Grausamkeiten, ja teils unbeschreiblicher Greueltaten, die zu Pessimismus Anlass geben. Insbesondere in moderner Zeit rechtfertigten die Protagonisten des Grauens ihre Taten stets mit einem zu erreichenden höheren Ideal.

        Stalin hat aus Überzeugung gemordet!

        Er sah sich als Vollstrecker einer höheren Ordnung, der sich sukzessive verwirklichenden emanzipatorischen Entwicklung der Menschheit. Wenn Sie einmal mit einem eingefleischten Marxisten über marxistische Greueltaten in der Geschichte diskutieren, werden Sie erstaunt feststellen, dass dieser damit emotional überhaupt kein Problem hat. Die Greueltaten gelten jedem überzeugten Marxisten als notwendig im Befreiungsprozess. Der höhere(abstrakte) Zweck heiligt also das Mittel. Auch wird man Ihnen gerne zugeben, dass es dabei Irrtümer gegeben hat, diese aber der zu entrichtende Preis für die Verwirklichung des emanzipatorischen Geschichtsprozess seien, eben das Schicksal des Einzelnen.

        Natürlich hatten Hitler und Stalin eine gestörte Persönlichkeit, wie Robespierre und andere auch, nur waren sie darum doch keine Gefühlsmenschen. Im übrigen weiß man heute aus der Hirnforschung, das gerade Psychopathen eine mangelhafte Ausbildung des Frontalhirns, das für die Empathie zuständig ist, aufweisen und deren Empfindungsfähigkeit extrem reduziert ist. Ihrer These würde das aber widersprechen. Aus der heutigen Hirnforschung ist zudem bekannt, dass Psychopathen über eine hohe Intelligenz verfügen können, die sie auch bewusst für ihre psychopatischen Taten einsetzen. Ihnen fehlt aber gänzlich Empathie für ihre Opfer. Die KZ Wärter, die selbst kleine Kinder auf wirklich grausamste Weise töteten, taten dies ohne jede erkennbare Gefühlsregung oder gar Mitleid. Die meisten mordeten rein mechanisch.

        „Wer auf seine „Gefühle“ hört, belügt sich meist selbst und verweigert damit die aufrichtige Gewissensprüfung.“

        Auch das ist längst aus der Hirnforschung widerlegt. Die meisten Entscheidungen fallen im Unterbewusstsein. Das hängt auch damit zusammen, dass der Mensch in Gefahrensituationen unmittelbar reagieren muss. Ein längeres Abwiegen von Motiven ist gar nicht möglich.

        Bitte nennen Sie mir ein objektives Kriterium – im Sinne der Aufklärung – für sündhafte Gefüh

      • Ergänzung

        Zudem wäre zu präzisieren, was Sie konkret unter einem Gefühl verstehen und wie es mit dem Intellekt vermittelt ist.

        Ist Liebe ein Gefühl oder eine Verstandeskategorie?

        Und was meint Paulus, wenn er sagt:

        1 Kor 13,2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.

        Ich glaube, Sie basteln sich da ihren privaten „Katholizismus“.

      • @ Suarez

        Denken Sie doch, was Sie wollen – Hannah Arendt und andere sind ja nicht das Orakel von Delphi, oder?

        Im übrigen ist es noch die große Frage, ob Arendt wirklich anders denkt als ich…

        Sie werfen große Namen in die Runde, ohne deren Argumente dazulegen. Stattdessen führen Sie nur wieder Ihre eigenen Gedanken an.

        Ich finde das unredlich – mit Verlaub! Sprechen Sie für sich selbst bitte!

        Ihre Thesen sind dagegen sehr wirr, weil Sie gar nicht klären, was Sie unter Gefühlen verstehen, was Sie unter Verstand verstehen etc. Sie beziehen sich auf Schopenhauer, den Sie sonst verteufeln und Nietzsche, ohne bemerkt zu haben, dass jeder dieser Autoren spezifische Begriffe ausgebildet hat.
        Sie fischen also begrifflich erheblich im Trüben!

        Wenn Sie sich auf andere Autoren beziehen, dann bitte mit Ross und Reiter, und nicht als wehrlose Schutzschilder für Ihre Meinungen.

        Was hat also Hannah Aredndt dargelegt, was sich als Argument gegen meine These einsetzen lässt?

        Erst dann können wir weiterdikutieren.

        Und die moderne Hirnforschung sagt ja übrigens genau dies: alles, was uns „genuin“ erscheint, seine es für „authentisch gehaltene Gefühle oder Willensentscheidungen, ist womöglich bereits intellektuell vorgeprägt worden und wir merken es nicht. Gerade diese Forschung gäbe eher mir recht.
        dabei wird immer wieder darauf verwiesen, dass wir viele Entscheidungen treffen, bevor wir sie begründen. Ein Teil davon mag „Instinkt“ sein (was aber auch erst noch erklärt werden müsste). Ein sehr großer Teil davon aber ist reine Willensentscheidung, die bereits jeder speziellen Willensentscheidung wiederum vorgelagert ist.

        Ein Mensch, der also mit voller Überzeugung, um beim Sex zu bleiben, jede sexuelle Entgleisung vermeiden will, wird intuitiv auch in der speziellen Situation eher diesem festen Willen entsprechend handeln („entscheiden“), als wenn dieser Wille im Vorfeld sich noch gedankliche Hintertüren offengelassen hat.

        Im übrigen habe ich wieder mal den starken Eindruck, dass Sie in meinen Worten nicht das verstehen, was ich gesagt hatte, sondern irgendetwas hineinlesen, was Sie anderswo gelesen haben und wogegen Sie wiederum Ihrerseits ungeordnete Antipathien und Ressentiments aufgebaut haben, ohne sich dessen bewusst zu sein.

        So kann man keinen Diskurs führen – tut mir leid.

        Man muss bei gesagten Sätzen bleiben, muss sie präzise wägen – solche Rundumschläge, wie Se sie führen, führen zu keiner Vertiefung der Erkenntnisse, die ja das Ziel jedes Diskurses sein sollte.

      • @zeitschnur

        @Suarez, auf den ich große Stücke halte, hat Ihnen vorhin einiges dazu dargelegt.

        Doch ich brauche nicht einmal auf Stalin, Hitler, Pol Pot ua. hinweisen, die gehandelt haben, als ob sie keinerlei Herz gehabt hätten.
        Mir genügt es, den Blick auf die berüchtigte Liste der Terrror-Verdächtigen zu lenken, die Obama wöchentlich vom Geheimdienst (es sind deren 17 an der Zahl), vorgelegt werden.
        An einem Tag der Woche wählt er dann „gottgleich“ die Menschen aus, die von den Drohnen getroffen, d.h. zerfetzt werden sollen.
        Diese Menschen werden auch nicht mit ihren Namen bezeichnet, sondern mit Buchstaben-Kürzeln versehen.
        Noch einmal, es handelt sich bei ihnen um Verdächtige, nicht um solche, bei denen schon Terrror bewiesen worden wäre.

        Wo ist hier Gefühl, wo Empathie, wo Scham und Schuldbewusstsein, wo Mitleid mit den betroffenen Angehörigen seitens Obama und der Geheimdienstleute?
        Wir wissen, Unschuldige hat es schon zuhauf getroffen, Hochzeitsfeiern nahmen ein abruptes, schreckliches Ende.
        Dies kann nicht entschuldigt werden, nur weil die Akteure US-Amerikaner sind.

        Link:
        https://theintercept.com/drone-papers

        eine absolut solide Website, die die Zahl der
        Drohnen-Opfer fortlaufend dokumentiert:

        https://www.thebureauinvestigates.com/category/projects/drones/drones-graphs/

        Ich bleibe dabei:
        Gefühle, seien sie auch negativ und sich destruktiv auswirkend, gehören zum Menschen. Sie sind ein Teil von uns und gehören zu unserer sündhaften Natur.
        Verbrechen jedoch -aus kühler Berechnung, aus Nützlichkeitserwägungen begangen- sind unmenschlich, mitleidlos, zutiefst böse.
        Solche Taten sind kaltblütig – das Wort sagt es ja schon: kalt, ohne jedes Gefühl.
        Der kühl eingesetzte Verstand war hier der Ratgeber.
        Also: Gefühle können falsch sein,
        aber auch der Verstand fehlgeleitet, wenn er einer unguten Absicht dient.

      • @zeitschnur
        eine für mich sehr wichtige Korrektur möchte ich hier anbringen:

        Das Wort „gottgleich“ will ich ersetzen.
        In obigem Zusammenhang käme dies einer Beleidigung Gottes gleich.
        Und unseren guten Herrn weh tun, will ich auf keinen Fall.
        „wie Satan“ oder „teuflisch“ kommt der beschriebenen Situation weitaus näher.

      • Werte Frau @ Zeitschnur.
        Ich fürchte, Ihnen steht noch die sog. Kant-Krise bevor. Wenn Sie Kants „Kritik der Urteilskraft“ gelesen hätten, hätten Sie sich längst in irgendeine Einsamkeit zurückgezogen – wie Heinrich von Kleist auf ein Inselchen in einem See in der Schweiz – und seinen Worten im Brief an seine Verlobte Wilhelmine vom 22. März 1801 nachgesonnen: „Wir können nicht entscheiden, ob das was wir Wahrheit nennen, wahrhaftig Wahrheit ist oder ob es uns nur so scheint […] Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken, ich habe nun keines mehr.“ Die von Ihm verstandesmalträtierte Dame verließ ihn. Er selbst endete mit einer Neuen durch Doppelselbstmord 1811 im Grunewald. Im Drama „Familie Schroffenstein“, das den Untergang zweier konkurrierender Zweige einer rein verstandesorientierten Familie zeigt, verabschiedet sich Kleist von seinem vorkantischen Verstandeskult und zeigt im Käthchen von Heilbronn, wie reines Herzenserkennen ins individuelle Glück führt.
        Wer sich erdreistet, @ Suarez als „Verstandesdämonisierer“ zu bezeichnen und ihn in die „Rumpelkammer der Romantik“ sperren möchte, braucht sich über seine Art der Reaktion nicht zu wundern. Ich freue mich auf Ihren Antwortsversuch!

      • @ zeitschnur

        Beantworten Sie doch einfach meine Frage.

        Ist Liebe ein Gefühl oder eine Verstandeskategorie?

        Und was meint Paulus, wenn er sagt:

        1 Kor 13,2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.

        Sie sind ein gutes Beispiel einer lärmenden Pauke (1 Kor 13,2).

      • Werte Frau @ Zeitschnur!
        Mittlerweile haben Sie den Antwortversuch ja unternommen. Ein Versuch – mehr ist es nicht. Wenn Sie mit dem geehrten @ Suarez auf Augenhöhe diskutieren wollen, dann müssen Sie seine, mit den genannten Namen verbundenen Argumentationsimpulse aufnehmen und aus ihrer Sicht argumentativ erwidern. Dazu fehlt Ihnen aber das notwendige Wissen gänzlich. Daher hätten Sie als Alternative schweigen können. Sie aber versuchen sich mit der Ihnen eigenen Aggressiv-Rhetorik zu behaupten, was wieder einmal fehlschlagen musste. Damit blieb Ihnen nur, die weitere Diskussion aufzukündigen und sich auf diese Weise sehr billig zu verabschieden.

  9. @zeitschnur, am 2.10., 20.19 Uhr

    Aus Ihrer Antwort:
    „…als Ehefrau und Mutter kann ich über Ihren Ratschlag zur Hirnlosigkeit einfach nur den Kopf schütteln – …“

    „Nichts ist schlimmer als eine hirnlose, gefühlsgesteuerte Frau!“

    Danke für Ihre wohlwollende Einschätzung meinerseits!

    Und weiter:
    „Und Weisheit ohne Reflexion gibt es nicht.“
    Wie wollen Sie denn wissen, ob ich nicht auch fähig zur Reflektion bin?

    Ich vertraue darauf, dass mir der Schöpfer neben Herz und Gefühl auch eine, zumindest kleine Portion Verstand mitgegeben hat und zwar dort, wo das Gehirn normalerweise seinen Platz hat.

    • Liebe Marienzweig,
      sowohl Herz als auch Verstand sind bei Ihnen reichlich und im rechten Verhältnis vorhanden.

      Das, was Paulus im Ersten Brief an die Korinther über das Erkenntnisvermögen sagt, ist an Klarheit nicht zu übertreffen. Ohne Liebe wird der Mensch zur lärmenden Pauke. Ein schönes Bild der Überheblichkeit, die man bei allen Apologeten der Aufklärung beobachten kann.

      Viel Lärm um nichts!

  10. Also, ehrlich gesagt, dieses ganze wirre, infantile Zeug, das sich seitens @ Suarez, @ Marienzweig und @ Sophus ergießt – das ist indiskutabel…

    Wie man hier sehr schön sieht, sind Gefühlsmenschen nicht in der Lage, zwischen Person und Sache zu trennen… und sie hüpfen von Thema zu Thema – was habe ich bitteschön mit Obama und seinen Machenschaften zu tun?! Davon war doch hier überhaupt nicht die Rede. Und als jemand der Philosophie studiert hat, steht mir ganz gewiss keine „Kantkrise“ bevor… zumal ich niemals ein Kantianer war.

    Wenn ich von gefühlsgesteuerten Frauen allgemein redete – wieso denkt dann @ Marienzwieg, sie sei persönlich gemeint (was sie selbstverständlich nicht war!)?

    Hier nimmt also jemand ohne weitere Kontrolle durch die Reflexion Dinge für „real“, die allein aus den Tiefen seiner unklaren Emotionen kommen und lastet sie auch noch einem anderen an.
    ___________

    Abermals zur Sache:

    Ich schrieb allerdings und bleibe dabei: Nichts ist schlimmer, als eine gefühlsgesteuerte, hirnlose Frau. Solche Damen haben ganze Familien zerstört mit ihrer Reflexionsverweigerung und ihrem Narzissmus, ihrem Geltungs- und Kontrollwahn, den sie mangels Hirn über Psychospielchen durchzusetzen versuchen. Es gibt auch Männer von der Sorte, aber denen hat man nicht eingeimpft, dass es ihre „Natur“ sei, so zu entgleisen…. Die Idealisierung eines derart desaströsen Frauenbildes stammt aus dem 19. Jh.
    Im übrigen sind auch solche Damen (und Herren) trotz ständig entgleisender Gefühle kalt gegen alles, was nicht ihren Interessen dient…
    Aber die Kirche hat so etwas niemals gelehrt. Auch die Hl. Schrift kennt es nicht.
    Es ist definitiv die Rumpelkammer der Romantik!

    Jeder Christ ist zur Liebe aufgerufen – wobei diese Liebe keine Gefühl ist, sondern eine Haltung und der „Geist“, der von Christus kommt…

    Diese Leute haben im 19. Jh die ganze Religion auf ein „Gefühl“ herunterbrechen wollen und den Verstand verteufelt – allein: die Kirche hat genau diesen Exzess der Romantiker ebenso verworfen wie eine Überordnung der Vernunft über den Glauben.
    Wer nur schwarzweiß denkt, wird diese Differenzierung natürlich schon nicht mehr verstehen…
    Dieses konservativ-katholische Desaster führte auch schon im 19. Jh schnurgerade zum Mystizismus, zur Erscheinungsgläubigkeit und zur Hörigkeit unter Menschenmeinungen.

    Und wenn man an Maria denkt – die „bewegte“ alles in „ihrem Herzen“, was gewiss nicht meint, dass sie sich ihren Gefühlen ergab und in Sentimenalitäten ertrank. Aus den Zusammenhängen geht jeweils hervor, dass Maria etwas, was ihr prophezeit wurde (z.B. durch den alten Simeon, den Engel oder ihren Sohn selbst), zunächst nicht verstand und daher kontemplierte, um es zu verstehen. Es ging also NICHT um Gefühle.
    Das ist die Richtschnur – für Frau und übrigens auch Mann.

    Ich habe eine klare These aufgestellt und sie auch begründet.
    Keiner der „Antworter“ war in der Lage, diese These zu verstehen oder sachgemäß zu widerlegen.
    Schade.

    • Werte @ Zeitschnur

      Sie sagen:

      1. „Also, ehrlich gesagt, dieses ganze wirre, infantile Zeug, das sich seitens @ Suarez, @ Marienzweig und @ Sophus ergießt – das ist indiskutabel..“
      Frage:Ist dieser Satz das Ergebnis ihrer „vernunftgesteuerten Reflexion“ oder liegt das Problem tiefer? Ist das nicht die Sprache “ einer gefühlsgesteuerten“ …..Frau?

      2. „Und als jemand der Philosophie studiert hat, steht mir ganz gewiss keine „Kantkrise“ bevor… zumal ich niemals ein Kantianer war.“ Ihr Satz besagt, dass Sie spontan nicht wissen, was es mit dem Begriff „Kantkrise“ auf sich hat. Gerade weil Sie, wie Sie sagen, „niemals ein Kantianer“ gewesen sind, steht Ihnen als Vernunftfrau diese wohl noch bevor.

      3. „Jeder Christ ist zur Liebe aufgerufen – wobei diese Liebe keine Gefühl ist, sondern eine Haltung und der „Geist“, der von Christus kommt…“
      Haben Sie den Satz schon reflektiert? Warum unterscheiden Sie dann nicht zwischen der Liebe zu Gott und der Liebe, die Mann und Frau zueinander empfinden können und die doch zweifellos mit biochemisch nachgewiesenem „Gefühl“ zu tun hat.

      Ihr Problem ist, dass Sie nur geistig geliebt werden wollen – in Form von edlen Haltungen, die Ihnen der Mann entgegenzubringen hat. Und weil das nicht immer nach Ihren Vorstellungen klappt, denn der kluge Mann denkt an sich selbst zuerst, sind Sie auf alle Männer erst einmal böse – vor allem auf die alten und womöglich noch geweihten! Schlimm! Schlimm!

      • Danke, verehrte Frau @ Pia!
        Meine liebe Ehefrau hat Ihrer wohlwollenden Bewertung meiner bescheidenen Bemühungen um die Vernunftfrau Z. auflachend zugestimmt.
        „Frau“ @ Zeitschnur wird diese Wertschätzung nicht gefallen, nachdem sie meine Kommentare als „wohlfeile Zwischenmätzchen“ bezeichnet hat, um nicht sach- und vernunftgerecht antworten zu müssen. Lieber wird sie in ihrem Gefühlsstau wieder zur Gefühlsfrau und bedient sich gänzlich unreflektiert ihrer nutzlosen Abwehrrhetorik.

    • @zeitschnur

      Es ging u.a. auch um schreckliche Verbrechen aus emotionalen Gründen wie auch solche, die aus reinem, knallharten Kalkül begangen werden.
      Statt erneut auf Stalin &Co. zurückzugreifen, habe ich Obama und seine Drohnen-Todesliste als Beispiel angeführt und zwar deshalb, weil es aktuell ist und nicht Jahrzehnte zurückliegt.
      Es ist uns überlassen, welche Quellen wir lesen und anführen oder nicht – die Mitkommentatoren haben die Freiheit, darauf einzugehen oder eben nicht.
      Das hat mit „hüpfen von Thema zu Thema“ recht wenig zu tun.
      Und ich denke, das wissen Sie auch, @zeitschnur.
      Auch in anderen Themensträngen entfernen sich Kommentatoren gelegentlich vom Ausgangspunkt.
      Ist das so tadelnswert?

      Es sind die Inhalte, die eine entscheidende Rolle spielen.

      „Sexualisierung an Schule und Uni“ war das ursprüngliche Thema, ich hab´s nicht vergessen.
      Daraus entwickelte sich die Diskussion um den Geschlechterkampf.
      Und dann ging es auch noch um Wissen und unseren Verstand, der unser Verhalten bestimmt und um unsere Gefühle, die es ebenso tun.
      Nach wie vor bin ich überzeugt, dass auch Gefühle eine Art „Wissen“ in sich tragen.
      Ihr persönliches Urteil, dass „Gefühlsmenschen nicht in der Lage (sind), zwischen Person und Sache zu trennen…“, stellen Sie als Wahrheit hin.
      Mit welchem Recht, @zeitschnur?

      • Sie haben immer noch nicht verstanden, was ich hinsichtlich der Entstehung von Emotionen dargelegt hatte.

        Sie schweifen vom Thema ab, und das verwirrt auch die eigenen Gedanken. Mein Ausgangsposting war sehr bei der Sache – aber ich wiederhole gerne noch mal in andern Worten, was ich dort sagte.

        Ob wir nun Hitler, Stalin oder ein aktuelleres Beispiel nehmen ist doch völlig egal – es geht um die Behauptung, diese Personen handelten ohne „Gefühl“.

        Das behaupten Sie ebenso wie Ihr Freund @ Suarez, und @ sophus gibt dazu wohlfeile Zwischenmätzchen.

        Genau diese Behauptung habe ich bestritten, und dies mit guten Gründen, die Sie völlig ignorieren.

        All diese Diktatoren haben sehr wohl Gefühle, – inwiefern habe ich oben längst gut erklärt.

        Keiner von Ihnen hat auch nur entfertn zu erkennen gegeben, dass er überhaupt erfasst hätte, was ich meine. Also wird in Leere debattiert und mir mal wieder Blödsinn unterstellt, der allerdings dem eigenen Falschdenken entspringt.

        Was diesen Leuten wie Hilter etc. fehlt, ist eben nicht „Gefühl“, sondern … „Gewissen“, das aber in vielen ungesunden Gedankengängen erzkatholischer Poster inzwischen auch unter Verdacht steht. Man darf ja nun als Erzreaktionär auch kein Gewissen mehr haben. Auch das ist inzwischen vom Bösen. Bloß weil manche Ultraliberale den Begriff ausnutzen und aushöhlen.
        Man sieht daran, dass die unüberlegten und impulsiven Reaktionen vieler hier am Ende die eigenen Überzeugungen torpedieren.
        Man sollte eben doch gelegentlich denken und nicht nur fühlen.

        Niemand könnte aus dem Attribut der „Gefühllosigkeit“ bei einem Menschen erkennen, dass er Taten begeht wie Hitler, Stalin oder sonstige Leute.

        Erst das Attribut „Gewissenlosigkeit“, gepaart mit „Grausamkeit“ (was ein negatives Gefühl ist) und „Hybris“ (was ebenfalls eine starke emotionale Komponente hat), ja: „Mordlust“ (ein rein hirnlos ausgelebtes Gefühl) oder „Sadismus“ (also: Lustbefriedigung durch Quälen, was ebenfalls ein entgleistes, aber ausschließlich gefühlsmäßig gesteuertes Tun ist, dem man auch alle Verstandesfunktionen unterwirft) klärt, um was es sich hier handelt.

        Womit ein weiteres Mal gezeigt worden wäre, dass solche Leute mitnichten „gefühllos“, sondern extrem gefühlshaft sind, nur eben negativ.

        Aber ebenso wie der Einsatz des Verstandes positiv und negativ sein kann, kann es auch der des Gefühls.
        Dass aber der Intellekt dem Gefühl immer vorgelagert ist, und von Gottes Ordnungen her die Gefühle beherrschen soll (das ist die Wesensanlage des Menschen!), ist die anthropologische Aussage, die ich mache, und auf der ich natürlich bestehen muss.
        Wäre es nicht so, hätte Gott dem Kain – wie oben zitiert – nicht dieses Gebot auferlegt: Du herrsche über die Sünde.
        Es gibt keine Herrschaft ohne Willen und Intellekt.

        Es ist die Frage, ob ich meinen Willen von den Gefühlen umtreiben lassen oder ob ich ihn einer intellektuellen, geistigen Prüfung unterziehe, die sich ausrichtet an dem, was mir von Gott bekannt gemacht wurde.

      • @ zeitschnur

        Nochmals, die moderne Hirnforschung hat nachgewiesen (MRT/CT), dass das Frontalhirn bei Psychopathen unterentwickelt, beziehungsweise kaum aktiv ist. Dieser Hirnbereich ist aber allein für die Empathie zuständig. Wo keine Empathie, da kein Mitleid. Natürlich ist damit nicht die Schuldfähigkeit infrage gestellt, die bleibt unangetastet, doch erklärt sich, wie Täter ohne weitere Emotion töten können.

        Lesen Sie einmal den Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil. Dort wird ein Psychopath – Moosbrucker – sehr eindrücklich beschrieben.

        Sie umschiffen konsequent, was Paulus in dem Ersten Brief an die Korinther (1 Kor 13,2 ), aus dem ich oben zitiere, aussagt. Wo bleibt bei Ihnen die Liebe, die doch nunmal ganz eindeutig ein Gefühl ist.

        Die Gewissensbildung ist komplex und basiert wissenschaftlich gesehen auf verschiedensten Einflüssen. Auch das „Gefühl“ spielt eine Rolle und zwar eine viel wichtigere als Sie denken, siehe hier nochmals die Auseinandersetzung Schopenhauers mit dem kategorischen Imperativ Kants.

        Stalin hatte keine Gewissensskrupel, weil er den Tod von Millionen als notwendig erachtete und weil ihm jegliche Empathie fehlte, die ihm hätte vor Augen führen können, dass seine ideologischen Prämissen das Grauen hervorbringen. Mitleid ist nicht abstrakt sondern nur konkret erfahrbar. Wo dieses fehlt, kann auch der Intellekt es nicht hervorbringen – im Gegenteil, er emanzipiert sich dann auch noch von den letzten Skrupel.

        Kennen Sie das „Milgram-Experiment“ aus dem Jahr 1961 des amerikanischen Psychologen Stanley Milgram . Dieses Experiment widerlegt exakt, was Sie hier schrieben.

    • @ zeitschnur
      Ihr Problem ist, dass Sie eine rein abstrakte Auffassung von Vernunft haben. Insofern gebe ich dem hochgeehrten @ Sophus Recht, dass Ihnen die Kantkrise, die ja explizit auch eine Vernunftkrise ist, noch bevorsteht. Kants abstrakte Handlungsmaxime beruhen auf dem Irrtum, dass sie voraussetzen, was erst bewiesen werden müsste. Der kategorische Imperativ setzt voraus, dass der Mensch moralisch handeln will. Kant wusste einerseits, dass der Mensch aus so krummen Holze geschnitzt ist, dass von ihm mehr Böses als Gutes zu erwarten ist, setzte aber andererseits in seiner „Kritik der praktischen Vernunft“ einfach voraus, dass es einen grundsätzlichen Willen zum Guten im Menschen gibt. Rein aus dem Verstand lässt sich diese Annahme nicht begründen, wie Schopenhauer dann sehr klar gezeigt hat. Im Gegenteil, die Geschichte der Menschheit beweist das genaue Gegenteil. Sie, verehrte @ zeitschnur, sind noch in dem Irrtum befangen, es müsste sich jeder für Wahrheit interessieren. Diese bloße Annahme widerspricht aber klar der menschlichen Realität. Schopenhauer zeigt zudem, dass der kategorische Imperativ in der Praxis zu recht absurden Situationen führen würde, schon weil er Mitleid, das nicht aus Verstandesreflexionen entspringt, unberücksichtigt lässt. Der Samariter hilft dem Hilflosen am Wegesrand nicht auf Grund abstrakter Reflexion im Sinne des kantischen Imperatives sondern weil er vom Mitleid ergriffen ist. Oder nehmen Sie einen Menschen, der einen Ertrinkenden am Seeufer sieht. Würde dieser anfangen, gemäß der abstrakten Moralkonstruktion Kants einen Entscheid treffen zu wollen, ob er nun den Ertrinken retten müsse oder nicht, würde der in Notgeratene wohl darüber längst den Tod gefunden haben, da hier eine mögliche Gefährdung des Rettenden der des zu Rettenden gegenübersteht. Schopenhauer hat daher den kantischen Ansatz als unsinnig, weil der Realität klar widersprechend, verworfen.

      Da Sie so entschieden auf Klarheit beharren; wie lässt sich beweisen, was Maria gedacht hat? Und ist die Bibel überhaupt eine Grundlage positiver Erkenntnis, wie lässt sich das belegen?

      Woraus entspringt Glaube, aus abstrakten Verstandeskategorien, der reinen kantischen Vernunft? Wie nehmen wir Göttlichkeit wahr. Ist diese eine Verstandeskategorie? Welche abstrakten Vernunftgründe beweisen, dass es ein Himmelreich gibt, in das Maria aufgenommen wurde? Worauf stützt sich die Autorität der Offenbarung? Auf Vernunft?

      Müsste es dann nicht einen Gottesbeweis geben, der zwingend anzuerkennen ist?

  11. Wie ich sehen kann, sind hier wieder gewisse Seilschaften auf dem Plan und spielen sich die Bälle in die Hand, wenn es drum geht, mich persönlich herabzusetzen und geistliche Urteile über mich zu sprechen. Und selbstverständlich finden sich auch wieder die üblichen Claqueuere dazu ein.
    Alle selbstverständlich getrieben von hehren Motiven, von „Demut“ und Caritas.

    Die traditionelle Moraltheologie hat dem Menschen die Herrschaft des Willens über jegliche Versuchung zur Sünde abverlangt.
    Das betraf für den Otto Normalverbraucher v.a. das Thema „Sexualität“. Ob manche moraltheologischen Verspinnungen hier immer von Gott waren, darf man jedoch ebenfalls bezweifeln.
    Hier wurden Haare gespalten – wenn man selbst Eheleuten einimpfte, sie würden eine Todsünde begehen, wenn sie allzu intensive Küsse austauschten und erotische Umarmungen bereits als „Unzucht“ betitelt wurden, dann hat das logisch zur Folge, dass dem einzelnen Menschen unklar wird, was Ehebruchund Unzucht wirklich ist. Wenn sich selbst Eheleute schämen mussten, wenn sie beim Verkehr Lust empfanden oder vielleicht noch eine falsche Bewegung zu dem maschinellen Zeugungsablauf machten, dann lief da etwas gewaltig schief.
    Wenn Menschen im Ehebett ihre „Pflicht“ erfüllen sollten, dies aber möglichst lustlos, dann schaffte man mit solchen Mätzchen die perfekte Grundlage für die Explosion, die wir heute haben.

    Und es wurde die Grundlage für die verheerende Doppelmoral geschaffen, die wir in der Kirche nicht erst seit dem bösen, bösen Konzil haben.

    Ein gravierendes Beispiel:

    Es macht einen doch stutzig, wenn Leute wie der Vordenker der päpstlichen Infallibiltät und Pius IX. große Stütze in der Verwirklichung dieses Dogmas, Joseph Kleutgen, den Mund weit aufrissen, wenn es darum ging, gegen den „Liberalismus“ zu kämpfen, selbst aber in mehrfache wildeste Sexbeziehungen, einmal sogar mit einer Klosterfrau verstrickt waren, die sie sie vor dem Inquisitionsgericht soweit ableugneten, soweit sie nur zu 99% nachweisbar waren und – damit verbunden – auch in mehrere Häresien verwickelt, permanent das Beichtgeheimnis gebrochen haben und, weil Pius IX. also diesen schlauen Jesuiten brauchte für die Konsolidierung der spätneuzeitlichen Papst-Despotie, flugs trotz Verurteilung durch die Inquisiation zum Häretiker, um vom Rest der Vergehen nicht zu reden, begnadigte und auf dem Vaticanum I und als Beichtvater weiterhin und „segensreich“ wirken ließ.

    Diese Sauerei in der Kirche ist also ziemlich „alt“ und sie wurde von den Reaktionären durchgezogen – nicht den Liberalen.

    Trotz dieser Kritik, die ich dieser wahrhaft unguten und verklemmten Sexualmoral gegenüber habe, ist das Gegen-Modell natürlich nicht die Libertinage, sondern die konsequente Disziplinierung des Geistes, die dann alles andere ordnen kann – die Gefühle ebenso wie den Leib. Auch die Gefühle der Angst und Verbissenheit gegenüber der Sexualität… und die Selbstgerechtigkeit.

    • Was Sie hier vortragen, hat mit Vernunft und ihrer Begründung nun wirklich nichts zu tun.

      Sie beantworten meine Frage nicht, wie die Setzung des Interesses an Wahrheit vernünftig begründet werden kann.

      Warum überhaupt eine konsequente(!) „Disziplinierung des Geistes“. Müssen Sie hier nicht zuvor beantworten, welchen objektiven Sinn Sie dem Dasein unterlegen?

      Und was meinen Sie mit „alles andere ordnen kann“?

      Ordnen worauf?

      Interessant ist auch Ihre Aussage, dass die konsequente(!) „Disziplinierung des Geistes“ die „Gefühle der Angst“ steuern könne. Worauf beruht Ihre Annahme?

    • Lamentieren Sie nicht, werte @ Zeitschnur, wenn Sie Gegenwind bekommen. Wenn mehrere Foristen Ihren gedanklichen Obskuritäten gegenüber andere Ansichten teilen, bilden Sie noch lange keine Seilschaften, um Sie herabzusetzen. Nein, Sie sollen freiwillig den Platz einnehmen, den Sie mit Fug und Recht beanspruchen können, nicht weniger – aber auch nicht mehr!
      Wenn Sie „die konsequente Disziplinierung des Geistes“ ansprechen, so meinen Sie doch wohl nicht, dass der Geist selbst konsequent dizipiniert werden soll. Dann träte genau das Gegenteil von dem ein, was „die konsequente Disziplinierung DURCH den Geist“ bewirken soll, nämlich „alles andere“ zu ordnen – „die Gefühle ebenso wie den Leib. Auch die Gefühle der Angst und Verbissenheit gegenüber der Sexualität… und die Selbstgerechtigkeit“.
      In der Sache muss ich Ihnen widersprechen: Wenn ich meine langjährige Ehe mit der besten aller Ehefrauen auf der Basis der „konsequenten Disziplinierung DURCH den Geist… usw. geführt hätte, wären wir längst getrennt von Tisch und Bett , wie so viele! Denn in unseren Berufen ist uns Ihre „konsequente Disziplinierung DURCH den Geist“ in unseren 75 gemeinsamen Dienstjahren zur Genüge abverlangt worden.

    • Für mich abschließend, geehrte @zeitschnur, möchte ich sagen, dass ich Ihnen gegenüber keinerlei „Seilschaften“ erkennen kann, die sich „gegenseitig die Bälle zuspielen.“
      Zumindest weiß ich mich keiner zugehörig!

      Jeder, der mag, gibt hier seine ganz persönlichen Einschätzungen zu bestimmten Themen wider. Diese Bewertungen stimmen entweder überein, ähneln sich in etwa oder stehen sich ganz konträr gegenüber.
      Trifft es einmal mich und ich stehe allein da, muss ich das aushalten, auch wenn´s vielleicht keine angenehme Erfahrung ist.
      Und wenn einzelne Kommentatoren -auch Sie- dazu noch in der Lage sind, ihr erworbenes Fachwissen einzubringen, kann das doch für alle anderen nur von Nutzen sein, solange dies nicht in überheblicher Art geschieht.

      Ich habe in einem Kommentar weiter oben nur geschrieben, dass es meiner Meinung und Beobachtung nach Menschen gibt, die sich entweder mehr kopfgesteuert, also verstandesbetont verhalten, andere sich eher vom Gefühl leiten lassen, je nach ihrer Veranlagung.
      Den ersteren geht deswegen nicht gänzlich das Gefühl ab, den anderen hoffentlich auch nicht Verstand und Wissen.

      Übrigens möchte ich das Wort „Gefühl“, dass ich ziemlich häufig in meinen Kommentaren verwendet habe, noch durch den Begriff „Intuition“ erweitern.
      Dessen Bedeutung kommt näher an das heran, was ich meinte.
      Intuition ist ein „Wissen“, eine Erkenntnis besonderer Art, nicht erlernbar in Schule und Uni.
      „Intuition“ ist in uns!
      Ob in gefühlsbetonten Menschen vielleicht mehr als in verstandesbetonten, darüber erlaube ich mir kein Urteil.

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