Benedikt XVI. und der Synodenausgang – oder besser – Die Kasperianer und die Zeit nach Franziskus

Benedikt XVI. und Kardinal Schönborn
Benedikt XVI. und Kardinal Schönborn

(Rom) Für Aufsehen sorgte unter Katholiken der Artikel von Marco Ansaldo, dem Vatikanisten von La Repubblica, über die entscheidende Schlußphase der Synode. Ansaldo berichtete über ein Mittagessen, das Wiens Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, in der letzten Synodenwoche mit Benedikt XVI. eingenommen hatte. Das Essen fand in dessen freiwillig gewähltem Refugium, dem Kloster Mater Ecclesiae, im Vatikan statt. Das ist eine gesicherte Tatsache, die als Besuch eines Schülers bei seinem alten Lehrer verbucht wurde.

Nicht gesichert ist hingegen, was Ansaldo andeutet oder jedenfalls andeuten wollte, daß Kardinal Schönborn den emeritierten Papst bewegt habe, auf Kardinal Müller und über diesen auf die Gruppe der Verteidiger des katholischen Ehesakraments einzuwirken, damit am Ende doch die Zweidrittelmehrheit für den Synodenschlußbericht zustandekommen und die sich abzeichnende öffentliche Desavouierung von Papst Franziskus abgewendet werden konnte.

Die Fakten

Tatsache ist, daß Kardinal Schönborn bereits im Circulus Germanicus in der Rolle des Moderators eine zentrale Rolle spielte, um ein gemeinsames Dokument zwischen den gegensätzlichen Positionen von Kardinal Kasper und Kardinal Müller zustandezubringen. Tatsache ist auch, daß der Bericht der deutschen Arbeitsgruppe, wenn auch deutlich modifiziert, zur entscheidenden Formel wurde, um die Schlußabstimmung und damit die zweijährige Synodenarbeit „zu retten“. Tatsache ist, daß die Empörung unter den Synodalen groß war, als ihnen nach drei Wochen Synodenarbeit von Papst Franziskus als Schlußdokument faktisch wieder der unveränderte Text des von vielen so heftig kritisierten Instrumentum laboris vorgelegt wurde.

Tatsache ist daher, das wird von Vertretern aller Seiten bestätigt, daß dieses Dokument keine Mehrheit in der Synode gefunden hätte. Tatsache ist damit ebenso, daß damit ein schwerwiegender Riß in der Kirche sichtbar geworden wäre. Ein Riß, dessen unabsehbare Konsequenzen Nervosität und Sorge unter einigen Synodenvätern ausgelöst hat, auch unter den Verteidigern der Ehe- und Morallehre. Ein Riß der deshalb und schließlich durch frenetische Verhandlungen einen neuen Text entstehen ließ, der am Ende die nötige Mehrheit fand, wenn auch im entscheidenden Paragraphen der wiederverheiratet Geschiedenen, um den sich die ganze Synode gedreht hatte, nur wegen einer einzigen Stimme.

Tatsache oder gewollter Eindruck?

In keiner Weise erhärtet ist bisher, ob und in welcher Weise Benedikt XVI. tatsächlich auf eine Kompromißlösung ein- oder hingewirkt hat. Oder ob und inwiefern Kardinal Schönborn eventuell eine Unterstützung durch den zurückgetretenen Papst gegenüber anderen Synodalen behauptet oder auch nur angedeutet hat.

Tatsache ist, daß Ansaldo einen solchen Eindruck erwecken wollte, ,über das gemeinsame Mittagessen hinaus, konkrete Belege nennen zu können. Der entscheidende Punkt in seinem Artikel war letztlich auch gar nicht das Mittagessen oder Benedikt XVI., sondern die Gestalt des Wiener Erzbischofs, den er ohne Zögern in den umstrittenen Synodenfragen zu den „Progresssisten“ zählte.

Tatsache ist auch, daß Marco Ansaldo zu den ausgewählten Journalisten gehörte, die im vergangenen Mai an der Gregoriana am Geheimtreffen der Kasperianer teilnahmen, mit dem sich die Vertreter der „neuen Barmherzigkeit“ für die Synode organisierten. Ansaldo ist damit in der Sache Partei. Um so mehr Gewicht kommt seiner Einschätzung zu, Kardinal Schönborn dem progressistischen Lager zuzurechnen, der bisher allgemein doch ganz anders eingestuft wurde. Schönborn hatte selbst am Geheimtreffen teilgenommen. Und um so mehr darf angenommen werden, daß Ansaldo Benedikt XVI. mit gewisser Absicht in die Sache involvieren wollte. Abgesehen davon, daß er den deutschen Papst für seine These von Schönborn als dem idealen Vermittler, zwischen den beiden großen „Fraktionen“ der Kirche, zwischen dem argentinischen und dem deutschen Papst, brauchte.

Das Anliegen: Kardinal Schönborn für die Franziskus-Nachfolge in Stellung zu bringen

Schönborns diplomatischem Geschick ist es gelungen, so Ansaldo, zwischen den Progressisten, zu denen er sich in Sachen wiederverheiratet Geschiedenen und Homosexualität mehrfach bekannte, und den Ratzingerianern, zu denen er gemeinhin als Schüler Ratzingers, als dessen Mitarbeiter an der Glaubenskongregation und wegen dessen Förderung gerechnet wird, zu vermitteln. Er habe damit, so das vermittelte Gesamtbild, die Kirche vor einem veritablen Bruch bewahrt und Papst Franziskus vor einem Gesichtsverlust, der auch aufgrund der Persönlichkeitsstruktur des regierenden Papstes unabsehbare Folgen haben konnte.

Ansaldo wollte vor allem diesen Bonus, der Schönborn kirchenintern von einigen angerechnet wird, herausstreichen und den Sproß eines alten fränkischen Adelsgeschlechts, das zahlreiche Diplomaten und Bischöfe hervorgebracht hat, als prädestinierten Kandidaten für die Franziskus-Nachfolge ins Bild setzen, oder anders gesagt, ins Spiel bringen. Wohl wissend, daß Papst Franziskus, laut eigenem Bekunden, als einzige Tageszeitung täglich La Repubblica liest.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: la Torre

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66 Comments

  1. Der Satz: „Schönborn hatte selbst am Geheimtreffen teilgenommen“, dürfte falsch sein. Meines Wissens hat er eben nicht an diesem Treffen teilgenommen. Auch der info-Bericht „Geheimtreffen der „Illuminaten“ für eine „andere Kirche“ führt Kardinal Schönborn nicht als Teilnehmer auf. Diese Tricksereien sind eine Schande für das Ansehen der römisch-katholischen Kirche.

    • BISCHÖFE, die teilnahmen:

      Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
      Erzbischof Georges Pontier, Erzbischof von Marseille, Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz
      Bischof Markus Büchel, Bischof von St. Gallen, Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz
      Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück, Deutschland
      Bischof Heiner Koch von Dresden-Meißen, Deutschland
      Bischof Felix Gmür von Basel, Schweiz
      Bischof Jean-Marie Lovey von Sitten, Schweiz
      Bischof Bruno Ann-Marie Feillet von Reims, Frankreich
      Bischof Jean-Luc Brunin von Le Havre, Frankreich

      • So sieht also die Liste aus. Man müßte diese Herren bei den jeweiligen Staatsanwaltschaften anzeigen, da sie mit ihrem Ansinnen Gesetz und Moral aushöhlen und damit den Staat unterwandern. Man müßte sie der Strafgerichstbarkeit zuführen.
        Man sollte sicherlich für ihre Einsicht und Umkehr beten.

      • Ja, da ist kein Kardinal Schönborn verzeichnet. Und, was ist wahr? Wahr konnte sein, dass Kardinal Schönborn eine Rolle, als „Benediktnachfolger“ einnehmen konnte. Ein Schüler des Kardinals Ratzinger… das Schülertreffen 2014 und 2015, zu vergleichen. Ach ja, dieser Relator 2015, sollte auch, endlich mit em. Papst, Mittagessen, eine Audienz kündigte dieser schon ca. 5 Jahre lang an, es kam nicht dazu, trotz einer Fürsprache der deutschsprachigen Kleriker. Jetzt war er am Schülertreffen, derjeniger, Monsignore T.H., der noch nie ein positives Wort über Benedikt XVI,fand… Es gibt, seit Anfang Oktober, eine Menge Fotos Benedikts XVI., immer mehr. Am Schülertreffen wurde ausführlich über die Familie gesprochen, die Familie der Schüler…

    • Nun, ein Trick, zieht den anderen nach. Der Anfang einer Trickserie, ist nicht bei dem Nächstem. Schuld und Ansehen, was bedeutet es jetzt noch. Der Anfang dieses Unheils, ist, wo er immer war. In der Unreinheit der Seele, in der Sünde,..bei dem Antichristen.

  2. F. liest also täglich die „Republik (der Affen)“, wie manche sagen – wohl gemerkt, ohne beleidigend sein zu wollen – denn die stolzen „Repubblicaner“ (das Gegenteil von denen der USA) sind ja bekanntlich stolz darauf, von Affen abzustammen. Jedem das seine.

    • Das würde ich als boshaft bezeichnen- [was keinesfalls als böswillig einzustufen ist.] – eine Spitze halt.

      Das hindert mich keinesfalls, Texte zu lesen, auch um deren Fragwürdigkeit zu analysieren. Allerdings sehe ich mich überfordert, massenhaft Texte zu lesen, bei denen es nur um neue Formulierungen geht. Eure Rede ja oder nein!

      Ich habe den Eindruck, daß Papst Franziskus redselig ist, hat er ja selber auch schon zugegeben. Und daß er deswegen nicht im Apostolischen Palast wohnen will. Und seine Wortmeldungen sind mir zu viele. Als Katholik habe ich nicht nur das ZdK als „Glaubenslehrer“, sondern auch die DBK als „Sozial- ahem-Lehrer am Hals.

      >>>>Die Schande der DBK heißt Schulbuchkommission!!!

  3. Benedikt XVI. und Kardinal Schönborn, gegensätzlicher können Gesprächteilnehmer nicht sein.
    Die Frage ist, was bewog Benedikt XVI. dazu, mit einem Kardinal zu speisen von dem bekannt ist,
    dass er nicht nur Progressist ist, sondern extrem an der Lehre der Kirche kratzt. Das ganze vor der
    entscheidenden Schlussphase, inmitten des geistigen Chaos und der widersprüchlichen Meldun-
    gen. Es sieht so aus, als wäre der emeritierte Papst als eine Art Zeuge und Mittäter ausgenutzt
    worden. Ähnliches hat ja auch Franziskus praktiziert, indem er Benedikt XVI.praktisch vorgeführt
    und so ausgenutzt hat. Leider lässt dieser Vorgang Benedikt XVI, und Kardinal Schönborn einen
    sehr faden Geschmack zurück.

  4. Ich kann sowieso nur mich SELBST ändern! Vielleicht sollte ich die Zeit, die ich im Netz beim Lesen solcher Artikel verwende, besser für das GEBET nutzen, auf meine PERSÖNLICHE Keuschheit achten und sooft wie möglich die ALTE Messe besuchen! Und ZEUGNIS ablegen.

    Ich werde jedenfalls zu den Exerzitien des WERKES DER KRONE DES UNBEFLECKTEN HERZENS MARIENS (Pater Verri, Anna Maria Ossi. Thema: „MITERLÖSERIN?“) vom 2.11.-6.11.in WIGRATZBAD mein Smartphone NICHT mitnehmen …

  5. Eigentümlich, daß ein Kardinal in dessen Erzbistum der Katholikenanteil mittlerweile auf 35% (Tendenz fallend) eingebrochen ist über dermaßen viel an Einfluß genießen kann.

  6. Es ging zum Schluß sicherlich auch! insbesondere darum, einen Riß oder ein damit sich möglicherweise ergebendes Schisma abzuwenden. Das war mein bisheriger Eindruck- der spielt natürlich keine Rolle.

    Aber es muß extremen Widerstand gegen „Papst“ Bergoglio gegeben haben und viel viel Unmut- auch über seine schlechte Führung. Und der wird anhalten, auch wenn es jetzt aussieht, als sei Frieden eingekehrt. Dem ist höchstwahrscheinlich nicht so.
    Bislang war das Bergoglio-Lager in der Offensive. Jetzt befindet sich dieses „Lager“ in der Defensive, auch weil diese offenkundigen Führungsschwächen von „Volkspapst“ Bergoglio nicht mehr geleugnet werden können. Und das ist das Entscheidende in diesem von den Kirchengegnern inszenierten Machtkampf, der den treuen Kardinälen aufgezwungen wurde und wird. In seinen eigenen Reihen gibts Zweifel an ihm und dafür ist der Besuch von Kardinal Schönborn bei Papst Benedikt ein deutlicher Beleg.

    Wenn es nun zum Riß oder zur Spaltung kommt, hat das Bergoglio/Kasper- Lager den Schwarzen Peter. Bis Samstag oder Sonntag wäre es anders gewesen: der Wind hat sich gedreht.
    Es kann nur EINE verbindliche Moral geben, sonst gibts überhaupt keine wie Herr Prof. de Mattei es ausführte. Und es kann keine hl. Kommunion für sog. wvh. Geschiedene geben, wenn sie nicht keusch leben sollten. Es zu tun/zu gestatten, ist ein offener Angriff auf Jesus Christus. Damit kämen sie nicht durch.

  7. Es ist ein Trauerspiel, daß ein Sproß eines so uralten Adelsgeschlechts, welches im Heiligen Römischen Reiche einige Male das Fürsterzbistum Mainz innehatte, und somit deren Vertreter Erzkanzler des Reiches waren, so tief gesunken ist. Graf von Schönborn hat sich dermaßen von seinen Vorfahren und deren Qualität entfernt, daß er nur noch ein Schatten derselben darstellt.
    Er ist ein erbärmlicher, vom Progressismus verblendeter Speichellecker und Schleimspurakrobat im Schatten seines Herrn und Meisters Bergoglio. Daß er noch immer als Ratzingerianer gilt, ist nicht verwunderlich, denn Benedikt XVI. war und ist ein Modernist, wenngleich heute eher gemäßigt. Doch seine Rolle während des Konzils war sehr progressistisch. Dies vergessen alle, die ihn heute als Traditionalisten sehen wollen.

    • Ja, so ist es leider. Der Graf von Schönbron blendet aber noch immer durch sein Auftreten, seine Erudiertheit und seine Eloquenz. Die Tugenden seines hohen Standes mißbraucht er zu falschen Ränken. Das ist sehr bedauerlich.

      • Für mich ist er weder erudiert noch eloquent. Sein Auftreten kann auch niemanden blenden, im Gegenteil: Wenn er anfängt zu reden muss man aufpassen, dass man nicht einschläft! Gähn! Von Esprit kann keine Rede sein und schön ist er auch nicht!

      • Pia, das ist auch meine Erfahrung.
        Aber viele sind begeistert von ihm und lassen sich blenden. Ähnlich wie bei Otto v. Habsburg, bei welchem auch viele Konservative ganz gebannt waren.

      • @J.G.Ratkaj. Daß die Habsburger sich vom Grafen Schönborn einseifen ließen, war mir immer ein Rätsel. Überhaupt hat Otto von Habsburg nie gezeigt, daß er zur Tradition tendiert. Seine Europahörigkeit war teilweise unerträglich. Er hat sein Bewußtsein als Thronprätendent Österreichs im Laufe seines Lebens fast völlig verloren, zum Leidwesen seiner Mutter Kaiserin Zita, seligen Angedenkens, die ihn bewußt als Anwärter auf den Thron erzogen hatte. Auch ein Trauerspiel was aus der Familie wurde, welche über viele Jahrhunderte die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches hervorbrachte.

      • Reichsrömer, Ihrem Kommentar möchte ich nur beipflichten. Leider hat Otto enormen Einfluß auf viele Konservative ausgeübt was „Europa“ betrifft: „Wenn der Otto dafür ist, dann muß das ja gut sein“.
        Im Grunde genommen gibt es bei Otto einen dramatischen Gesinnungswandel. Der Otto der Vorkriegszeit ist in Anschauung dem ab den 1960ern beinah diametral entgegengesetzt. Otto v. Habsburg bildet ein großes Rätsel. Ezhg. Karl kann intelektuell und weltanschaulich den aktuellen legitimistischen Prätendenten aus dem Hause Bourbon (Louis XX. für Frankreich und Carlo di Borbone für Neapel beider Sizilien) nicht das Wasser reichen. Beide sind große Freunde und Förderer der Tradition.

    • Papst Benedikt XVI. ist weder „Traditionalist“ noch „Progressist/Modernist“. Er ist kein Ideologe, sondern einfach ein Glaubender und Liebender. Sein Glaube und seine Liebe gelten Jesus Christus, für den er in dessen Weinberg als „einfacher Arbeiter“ tätig war und ist. Wenn man das nicht erkennt, ist man offenkundig mit Blindheit geschlagen.
      Es gibt ja so viele, die mit Gewehrkuglen und Pfeilen auf ihn geschossen haben und weiterhin schießen wie Sie @Reichsrömer.

      • Ich „schieße“ nicht auf Benedikt. Auch ich hatte große Hoffnung in ihn gesetzt.
        Aber er hat die Kirche mit seinem Rücktritt in eine Situation gebracht, die deren Ende bedeuten könnte. Er ist trotzallem als gemäßigter Modernist einzustufen, auch wenn er über ideologische Festsetzungen gerade als Papst eher erhaben war und ist. Ich schätze ihn, und bedauere seinen Rückritt, trotz seiner Defizite, nach wie vor sehr. Leider war er kein Kämpfer, und konnte sich nur schwer behaupten.

  8. Liebe Leute,

    ab jetzt gilt neben dem Geist des Konzils
    eben auch der Geist der Synode!

    Weder den einen, noch den anderen akzeptiere ich als DEN Heiligen Geist.

    Beide sind identisch. Der Geist Martin Luthers lastet auf Deutschland. Der Rhein fließt in den Tiber

  9. Kompromiss-Diplomatie-Politik: All das ist unheilvoll für die Kirche, weil die Motivation nicht die Verteidigung der Wahrheit ist, sondern der Schutz des Ansehens ist.
    Ein Riss hingegen, kann heilsam sein, ein Riss, der die Wahrheit zur Geltung bringt, d.h. Jesus Christus, unser Herr und Heiland.
    Im Evangelium spricht Jesus oft von Entscheidung (für Gottes Wille), von Trennung (zwischen Gott und die Welt) und vom Schwert (der die Menschen spaltet). Wenn Er vom Gericht spricht, so ist die Rede von Weizen und Unkraut, von Schafen und Böcken, von Guten und Bösen, usw.. Es gibt eine Trennung und die Scheidewand ist die absolute Wahrheit, die in Gott ist.
    Uns bleibt nur das inständige Gebet, wo wir die Heiligen und Märtyrer anrufen, die ihr Leben für die Kirche geopfert haben, wo wir immer wieder die Kirche dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen, und uns vom Schein weder beeindrucken noch bedrücken lassen.
    Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat!

  10. Wie schon in den 80′er Jahren bekannt wurde, befindet sich unter der Vatikanstadt auch ein Atomluftschutzbunker, woraus man seine Schlüsse ziehen kann. Gibt es „zuhause“ bei den Bischöfen, die an dem Geheimtreffen teilgenommen haben, auch so einen Luftschutzbunker? Oder glauben diese Herren, sie würden beim bevorstehenden Atomkrieg-Weltkrieg (Proph.La Salette: Und die Erde wird eine Wüste werden) verschont werden? Aber es kann wie es kommen musste. Lügen, Intrigen und so weiter. ‚Nostra Estate‘ ist ja ihr neuer Glaube, auch wenn’s in Wahrheit ein Hanebüchener Unsinn ist! Die von Hl. Muttergottes Maria In Fatima und La Salette prophezeiten Drangsale und Mahnungen wurden von der Konzislkirche in den Wind geschlagen.Die furchtbaren Züchtigungen und Strafen stehen unmittelbar bevor und sind zum Teil auch schon am Wirken.

  11. solange Papst Benedikt die Amtsgeschäft führte, galt Schönborn in der Presse als „konservativ“ und hatte folglich eine negative Presse – jetzt sieht man halt, dass er der gleiche Wendehals ist wie Marx und die ehem. Kölner Weihbischöfe, die es jetzt auf alle möglichen Posten gespült hat

  12. Was das Ergebnis der Synode anbelangt, ist man wahrscheinlich nicht klüger als zuvor. Es gelang sicherlich, den in Angriff genommenen Versuch eines direkten Durchmarsches des Bergoglio-Lagers zu stoppen, aber nicht ganz zu beenden. Das ging auch nicht. Es stehen sich nicht nur 2 unversöhnliche Positionen gegenüber, sondern Glaube gegen Unglaube.
    Es wurde allein eine Spaltung vermieden von der einen wie der anderen Seite, aber man schaute offenbar schon mal in den Abgrund.

    Die Synode hat aber jedenfalls die treuen Kardinäle gestärkt gegen einen Papst, der sich wie ein argentinischer Junta-General benommen hat, aber das ist ja nichts Neues bei ihm. Sein gar nicht so barmherziger Kasernenhofton hat die Reihen der Treuen gewiß fester schließen lassen.

    Bei alldem: er soll ja in Wahrheit auch gar nicht echter Papst sein., wenn man nur mal die Worte der Muttergottes in Garabandal bedenkt.
    Also seit dem Abend des 13.03.2013 ist die Kirche in falschen Händen wie es aussieht. Und man muß sich fragen, ob das alles Wirklichkeit ist oder Traum oder was auch immer. Was geschieht da eigentlich?

  13. Seit Kardinal Marx äußerte, der Kampf der Kirche gegen den Modernismus sei sinnlos gewesen und verloren gegangen, ist zumindest mir klar geworden, dass dieser Mann nicht katholisch ist und sein Hirtenamt nur missbraucht, um in die katholische Kirche den Geist des Nihilismus (Geist der Moderne) zu tragen. Dass Bergolio diesen Mann eng an sich bindet, spricht nicht dafür, dass Bergolio selbst eine Distanz zum Geist des Nihilismus hätte, im Gegenteil, wenn man sich das derzeitige Pontifikat anschaut, da wütet allseits die „Furie des Verschwindens“. Wo man hinblickt, löst sich der Glaube in einen Nebel nihilistischer Weltdeutungen auf und wird so von seinem Grunde her entstellt und trivialisiert. Das Schlimmste was der Kirche passieren kann ist, wenn die Hirten den Glauben verlieren und ihn durch Ideologie ersetzen. Das ist schlimmer noch als jedes atheistische Wüten gegen die Kirche, denn es zersetzt den Corpus Christi von innen heraus, wie ein bösartiges Krebsgeschwür, das sich gegenüber dem Immunsystem des Körpers bestens tarnt. Insofern ist hier tatsächlich etwas am Werk, das ganz sicher nicht im Sinn hat, was Gott will. Der Fall der Kirche im deutschsprachigen Raum ist so tief, dass man befürchten muss, dass sich die Kirche hierzulande, wenn überhaupt, nur noch sehr schwer und über eine lange Zeit von dem in ihr wütenden Glaubensverlust erholen wird. Viele Schafe haben sich schon verirrt und noch viel mehr Schafe werden sich verirren, weil niemand da ist, der ihnen den rechten Weg zeigt.

    • Sehr geehrter @Suarez: bei „Papst“ Franziskus ist nihilistisches Denken unverkennbar. Und das ist auch gut kompatibel mit dem Buddhismus.

      In Deutschland, auch in Östererich sehe ich etwas anderes am Werk. Offen gesagt: es ist der Zorn gegen die Juden, gegen Israel und auch gegen Jahwe. Es ist versteckter wie auch offener Haß bei vielen Theologen gegen die Juden, Israel und Jahwe selbst vorhanden.
      Es ist der Hochmut, der „deutsche“ Hochmut, der soz. schon mit Martin Luther begann und nun auch seit letztem Jahrhundert in der Kirche, der katholischen, Verbreitung fand.
      Schon Luther haßte die Juden, das Volk Israel. Und sein Ringen „um einen gnädigen Gott“ war seiner falschen Gottesvorstellung geschuldet: er liebte Gott nicht! Ganz im Gegenteil: er hatte ein verzerrtes Gottesbild und verzerrte es noch mehr bis dahin, daß er, Luther, eigentlich wahnsinnig wurde und gnadenlos auf die Kirche und die Päpste einschlug.
      Man kann das sagen, denn es stimmt: all das Verkehrte in Kirche und bei den Theologen ist dem offenen wie versteckten, latent vorhandenen Judenhaß geschuldet.

      Jesus Christus aber verbiegt man je nach Laune, manchmal so und manchmal anders. Verstehen will man ihn bei diesen Personen aber nicht. Man macht sich ein eigenes, vom Unmut gegen die Juden und Israel gefärbtes, falsches Jesus- und Kirchenbild.

      • Was sind denn Judenhasser und was überhaupt ist Judenhass?
        Muss man alle Juden lieben oder alle Juden hassen, bzw. Juden als solche, nur darum dass sie Juden sind, entweder lieben oder hassen?
        In der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments zeigt Gott selbst uns jede Menge liebenswerte und hassenswerte Juden.

  14. Auf eins kann man sich verlassen, dass auf die meisten konservativen Kardinälen auch auf Müller kein Verlass ist, egal wie fromm sie reden und die Treue zur Lehre betonen.Dass die konservativen Kardinäle sich auf einen derart faulen Kompromiss eingelassen haben, der zum Himmel stinkt,
    nur damit man die Pseudo-Einheit und sein Gesicht wahrt, spricht gegen sie. Schein ist alles und Wahrheit nichts, ist wohl Maxime im Vatikan.
    Mit diesem Synodendokument soll der trügerische Eindruck vermittelt werden, zum Wohl der Kirche ein Schisma abgewendet zu haben, damit am Ende der Knall umso heftiger ausfällt, der Zerfall und der Tod der katholischen Kirche auf Raten besiegelt wird. Echte Hirten machen keine billigen Kompromisse mit innerkirchlichen Feinde und Irrlehrern.

    • Danke – eine vernünftige Stimme zu guter letzt nach den endlosen Tratschereien. Ob Schönborn und wie er mit Ratzinger etc. pp. ist nämlich wurscht, weil ….

      ….das, was Sie sagen zutrifft. Da braucht es wohl kaum das gewichtige 5-Minuten-Terrinen-Wort eines Ex- oder irgendwie Nochpapstes. Die Herren sind auch ohne Benedikt rückgratlos und verkaufen ihre Rechte auch ohne Linsengericht.

      • Nur sind Sie jedesmal unter den Ersten, die das geringste Gerücht um Benedikt sofort benutzt, um dicke Steine auf Benedikt, hasserfüllt, werfen zu können.

      • @ Methodus

        Das „Engagement“ bei Frau Zeitschnur resultiert aus dem feministischen Eifer, der alles männliche Tun für verdächtig erklärt!

      • @Methodus: Lassen sie Mal das Wort „Hass“ weg. Das dient nun wirklich niemandem. Frau zeitschnur hat sicher keinen Hass. Sie ist vielmher ehrlich besorgt. Das muss man zu ihrer Rettung doch wohl sagen.

      • @Pater Pio. OK, ich nehme das Wort „hasserfüllt“ zurück. Dies ändert jedoch an den Äusserungen Frau Zeitschnur über die ALLE Würdenträger und Benedikt XVI. nichts. Die Menschen zu etikettieren ohne Hemmungen, ist scheinbar korrekt. Ein Ausdruck von Besorgnis, stelle ich mir wohl anders vor. Es ist jedoch nur meine Meinung, sowie der Eindruck, von H…g…. in den erwähnten Äusserungen, die Sie eben als „ehrlich besorgt“ empfinde. Wie Frau Zeitschnur empfindet, kann ich nachvollziehen auch als eine Frau, ich habe Sie sehr respektieren gelernt in den letzten Jahren, und das ehrlich.

    • Vielleicht können auch Sie und Zeitschnur sich etwas der Ewigen Wahrheit zuwenden, statt sich über die Kirchenwürdenträger, dermassen abfällig zu äussern. Was dort abläuft, wissen wir eigentlich nicht, Vermutungen sind nicht verboten, jedoch vom Tod der katholischen Kirche zu schreiben ohne jegliche Trauer, in dieser Zeit der Gefahr selbst nicht das Mindeste für diese Kirche zu tun, nur Bösheiten zu verbreiten, ist abstossend. Die Kirche Christi wird nicht untergehen.

    • Liebe Zarah,
      zwar halte ich Ihr Urteil über Kardinal Müller für falsch, das ist aber nicht der Hauptgrund meiner Bedenken zu Ihrer Position.

      Im Grunde klagen Sie doch Gott an, denn es ist seine Kirche und die ist nun mal so wie sie derzeit ist, mit den Hirten, die in ihr walten. Es gab des öfteren Zeiten der Verdunkelung, jedoch bleibt die Kirche immer was sie von Anfang an war und ist. Sie ist keine politische Partei oder Organisation. In ihr vollziehen sich Entscheidungen durchaus auf einem für uns nicht sofort nachvollziehbaren, manchmal auch geheimnisvollen Weg. Ihr säkularisierter Blick auf die Kirche übernimmt selbst schon die Position des Nihilismus, der Gott negiert und allein aufs Menschliche abstellt. Was soll dann aber Glaube noch sein, lediglich Beiwerk für eine konservative Grundhaltung zum Leben? Kardinal Müller muss als Präfekt der Glaubenskongregation auch die Einheit der Kirche im Blick haben und er muss darauf achten, dass die Lehre unangetastet bleibt, so dass zu späterer Zeit wieder Korrekturen einer wildwuchernden Pastoral möglich bleiben. Das hat er getan.

      Sie sollten nicht unabsichtlich das Geschäft der Kirchenzerstörer befördern, indem Sie sich vom Nihilismus unserer Zeit im Urteil bestimmen lassen, der Gott völlig ausblendet. Eine Kirche, in der allein Menschen handeln, hat mit christlichem Glauben nichts mehr zu tun.

      • Aus einer Predigt am Weißen Sonntag vor vielen Jahre in meiner bayrischen Heimatgemeinde ‎ausm Gedächtnis zitiert: Jesus hatte da schon so eine Truppe beinander…ein Verräter, ein ‎Leugner, ein Zweifler, ein Brüderpaar das die besten Plätze haben will, die Liste liesse sich wohl ‎noch fortsetzen…‎

      • Suarez, ich schätze und mag Sie sehr, soweit das möglich ist, da man sich untereinander ja nicht kennt.
        Und gerade weil dies so ist, wage ich eine Bitte an Sie: Geraten Sie gegenüber @zeitschnur nicht in Gefahr, einen Tunnelblick zu entwickeln.
        Ich habe @zeitschnurs kurze Antwort an @Zarah, (heute um 0.21 Uhr) nicht aus der feministischen Ecke kommend eingeschätzt.
        Es ist doch so -und ich kenne dies aus eigener Erfahrung- dass wir alle oftmals in Gefahr sind, eine Person unseres Umfeldes nur noch auf eine bestimmte Weise wahrzunehmen. Dies würde uns jedoch ein Stück innerer Freiheit nehmen.

      • Liebe Marienzweig,
        sicher wäre es arg verkürzt, wenn ich allein auf Grund eines Kommentars mir eine solche Bemerkung, wie die obige, erlaubte. Mir ist an zahlreichen Kommentaren von @ zeitschnur eine deutliche Tendenz aufgefallen, alles Männliche abzuqualifizieren. Auch verkürzt sie sehr gerne Aussagen, um dann Frontalangriffe zu starten, was ich nicht unbedingt für sonderlich sinnvoll halte. Als ich kürzlich darauf hinwies, dass die Aufklärung ursächlich ist, für den heute überall sichtbaren Nihilismus und es daher notwendig sei, das aufklärerische Denken kritisch auf seine Grundlagen zu befragen, warf mir @zeitschnur doch allen Ernstes vor, ich hätte einen Komplex, weil ich keine universitäre Bildung genossen hätte. Mich hat das schon etwas erstaunt, kennt mich doch @zeitschnur gar nicht, aber sie scheint jeden für ungebildet zu halten, der nicht dem emanzipatorischen Programm der Aufklärung sein Placet gibt. Auch da schwingt deutlich eine feministische Attitüde mit.

        Ich halte Frau @zeitschnur für sehr intelligent und selbstbewusst. Manchmal hindert das aber auch an der Demut und am Gehorsam.

        Wie sagte Goethe einmal zu Eckermann; zum Wichtigsten im Leben gehört es, Gehorsam zu lernen.

      • @Suarez
        Ich bin mir zwar nicht sicher, nehme aber an, dass Sie der Suarez sind, den ich meine. Ich habe den Eindruck, dass Sie sich aus einem anderen Forum verabschiedet haben. Wenn ich dazu meinen Beitrag geleistet habe, so möchte ich mich entschuldigen. Ich habe manche Ihrer Beiträge nicht verstanden, weil mir die theologische Bildung fehlt. Oft war ich auch unterschiedlicher Meinung. Ich möchte aber nicht, dass wir im Streit auseinander gehen, deswegen habe ich mich jetzt noch einmal gemeldet. Ich verspreche aber, dass ich mich hier nicht in die Diskussionen einmischen werde. Ich wünsche Ihnen, aber auch Frau @Marienzweig Gottes Segen.

      • @Klaffer
        Ja, Ihre Annahme trügt Sie nicht. Ich habe mich gezwungenermaßen aus dem anderen Forum „verabschiedet“ weil ich dort von @bücherwurm kurz vor der Synode gesperrt wurde. Die Moderatorin sowie einige Foristen fürchteten wohl meine kritische Stimmen zur Synode. So sieht heute die reale Zensur im „katholischen“ Milieu aus!

        Ich danke Ihnen besonders für die freundlichen Worte, einen Streit sehe ich zwischen uns beiden sicher nicht. Warum wollen Sie nicht auch hier ab und an mitdiskutieren, das können Sie tun, hier gibt es sehr interessante Beiträge – auch sehr kontroverse – und es gibt, was wirklich nicht hoch genug zu schätzen ist, keine Zensur!

        Nur das freie Wort vermag den Glauben auch in voller Wahrheit zu bezeugen. Wo das Wort zensiert wird, wie in dem von Ihnen angesprochenen Forum, da wird aus Glaube Ideologie, ein politisches Programm. Solche politischen Ideologien, die sich immer sehr humanistisch geben, gibt es unzählige. Das Katholische verliert sich dann im Beliebigen.

        Ihnen alles Gute!

      • Suarez

        „…warf mir @zeitschnur doch allen Ernstes vor, ich hätte einen Komplex, weil ich keine universitäre Bildung genossen hätte.“

        Unter den nicht wenigen Angerührtheiten zwischen Ihnen liegt doch zumindest diesbezüglich ein Missverständnis vor.

        Zwar finde ich die Stelle jetzt nicht, aber ich erinnere mich der spannenden Diskussion, worin zuerst Leser Franzel pauschal die Studierten abqualifiziert und stattdessen für den „Stand“ der Nichtstudierten, da quasi immun gegenüber „Großkopferterey“, so etwas wie eine exklusive Deutungskompetenz in jener Materie reklamiert hatte. („Quotes“ = m. Worte).

      • @Suarez
        Danke für Ihre Antwort. Ich meine, dass die Kirche Menschen mit recht unterschiedlichen Einstellungen aushalten muss. Sie und ich stimmen überein, dass der Glaube an die Auferstehung Jesu und an unsere eigene Auferstehung im Zentrum des christlichen Glaubens stehen.
        Ich wusste bis vor wenigen Jahren aber nicht, dass manchen (vielen) Katholiken alte Traditionen so wichtig sind wie ich es auf KathNet kennengelernt habe. Ich habe die Kirche anders erlebt.

        Ich schaue gelegentlich auch hier vorbei und lese manche Artikel.
        Ich muss ehrlich zugeben, dass mir hier die Kritik an Papst Franziskus, der für mich eher ein Hoffnungsträger ist, zu scharf ist. Ich passe nicht dazu, aber ich wollte sicher gehen, dass wir nicht im Streit auseinandergehen, auch wenn wir uns nicht kennen.

      • @Klaffer
        „Ich meine, dass die Kirche Menschen mit recht unterschiedlichen Einstellungen aushalten muss.“

        Wenn es noch um Wahrheit geht, dann ja. Aber geht es heute denn in der Kirche noch um Wahrheit? Betrachtet man sich die Positionen von z.B. Kardinälen wie Kasper, dann ist Wahrheit längst aufgelöst in den steten Wandel. Diese Kardinäle vertreten also einen Glauben, der, nimmt man sie ernst, keine Realität hat, der also nur noch Trug ist. Diese Haltung führt in letzter Konsequenz immer in den Nihilismus. Darum ist es ja nicht unbedeutend, wie wir den Glauben auffassen und wie das Verständnis von Wahrheit ist. Kardinal Sarah gab daher seinem Buch den Titel „Gott oder Nichts“.

        Und wie man in der deutschen katholischen Kirche einen in der Tradition verwurzelten Glauben „aushält“, können Sie gut an der Sperraktion von Frau Lorleberg erkennen. Die Toleranz endet da, wo der progressive Geist sich in sener Verabsolutierung infrage gestellt sieht.

        Ich teile Ihre Kritik, dass hier zum Teil Papst Franziskus von einigen Foristen/innen in einer Weise kritisiert wird, die man wohl nicht als katholisch bezeichnen kann.

  15. Werter @ Kostadinov!
    Die Liste muss wirklich fortgestzt werden, denn die gerne als typisch männliche Versager angeprangerten Jünger Jesu sind alle bis auf Johannes Zebedäus nach der Tradition der Kirche als apostolischen Zeugen eines frühen, gewaltsamen Todes gestorben. Petrus, Andreas, Jakobus Alphäus, Philippus, Simon Zelotes und Bartholomäus wurden gekreuzigt, Judas Thaddäus wurde von Pfeilen durchbohrt, der Herrenbruder Jakobus wurde gesteinigt, Thomas vom Speer durchstoßen und Jakobus Zebedäus, Matthäus und Paulus wurden durch das Schwert hingerichtet. Warum verfolgte sie der Hass der Juden und Heiden? Das Bedrohliche für die Täter waren die Worte und Taten Jesu, sein Tod und seine Auferstehung, die seine Jünger bezeugten. Deren Martyrien vor Augen, hat Jesus an dieser seiner „Truppe“ festgehalten. Unsere Bischöfe sind alle Nachfolger der in die Glorie eingegangenen Apostel. Das sollten die Damen mit ihren feurigen Zungen nicht vergessen, sondern zur Warnung den Jakobusbrief Kap.3 lesen, wo es heißt:
    „Siehe, auch die Schiffe, so groß sie sind und von rauhen Winden getrieben, werden gelenkt vom kleinsten Ruder, wohin der Steuernde will, so ist auch die Zunge ein kleines Glied, und Großes prahlt sie. Siehe, welches Feuerchen den ganzen Wald entzündet; auch die Zunge ist ein Feuer; als Welt der Bosheit steht die Zunge da in unseren Gliedern, die befleckend den ganzen Leib, entflammend alles Gewordene, selbst entflammt vom Feuer der Hölle“.

  16. Lieber Suarez, ich kann Zarah gut verstehen.
    Mir scheint, aus ihr spricht Enttäuschung, vielleicht auch Verbitterung.
    Wir erinnern uns z.B. doch alle noch an den erklärten Widerstand des Kardinals Sarah. Er und andere würden sich mit aller Macht gegen eine Entwicklung stemmen, die (vom Westen) vorgegeben sei und die er so nicht gutheissen könne.
    Auch wenn er nicht unterschrieben hat, was wird er, was kann er zukünftig tun?
    Wir alle lieben Jesus Christus und daher auch die Kirche, die Er gestiftet hat.
    Es ist momentan sehr schwer, innere Ruhe zu bewahren und nicht der Resignation zu verfallen.
    Aber Sie haben schon recht – Gott ist es, der handelt!
    Auch wenn wir nicht immer imstande sind, es wahrzunehmen.
    Ihm möchte ich alles übergeben, auch die gegenwärtige Frustration und Traurigkeit.

    • Liebe Marienzweig,
      natürlich besteht angesichts der Wirrnis in unserer Kirche die Gefahr der Verbitterung. Hat diese einmal Eingang in das Denken und Fühlen gefunden, so kann sie schnell zum Hass werden und damit geradewegs von Christus wegführen. Duldsamkeit ist eine christliche Tugend, die in heutiger Zeit leider nicht hoch im Kurs steht. Wie entmutigt müssten sich die Apostel gefühlt haben, angesichts einer Wirklichkeit, die ihnen feindselig gegenüberstand und so nur Leid bedeuten konnte. Und doch waren sie voll Freude und Zuversicht!

      Warum?

      Weil es ein irdisches Glück zu erhaschen gab?

      Sicher nicht, denn, wie @Sophus oben hervorhebt, gingen sie den Weg des Martyriums. Es war nicht die irdische Hoffnung, die ihnen die nötige Kraft zur Verkündigung der Wahrheit gab, sondern der Glaube an das Himmelreich. Sind wir aber heute überhaupt noch in der Lage zu begreifen, was Himmelreich heißt? Sind wir nicht durch den all-waltenden Nihilismus, der auch in der Kirche überall zu finden ist, rein fixiert auf das Diesseits? Ist nicht gerade das Problem dieses Pontifikates, dass es ein hedonistisches Glaubensverständnis befördert und so am Heil geradewegs vorbeiführt?

      Ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich höre, wie von der „Vertröstung auf das Himmelreich“ gesprochen wird. Da wird doch das Wesentliche des christlichen Glaubens, das, was ihn wirklich trägt, geleugnet und als Trug dargestellt. Die Auferstehung Jesu Christi war kein diesseitiges Geschehen im Sinne einer Wiederbelebung des Körpers, sondern ein neues Sein in einer transzendenten Wirklichkeit, eben dem Jenseits oder auch Himmelreich. Ohne diese Hoffnung ist unser Glaube leer, wie Paulus es deutlich sagt. Das Böse wird nicht im Diesseits überwunden, sondern erst in der Auferstehung nach dem Gericht!

      In unserem Erdendasein haben wir nicht viel zu hoffen, da dominiert immer das Leid, schon weil unser Dasein mit dem Tod endet. Eine Hoffnung, die sich im Hier und Jetzt fundiert, führt ins Nichts.

      • Ja, lieber Suarez, die Gefahr der Verbitterung und dadurch der Entfremdung zur Kirche sehe ich auch.
        Gott schickt uns nicht Verbitterung, sondern Hoffnung, Kraft und Zuversicht!
        Gefühle der Verbitterung und Wut kommen nur dem Widersacher zupass. Dies müssen wir uns immer klarmachen.
        Als ich vor etwa 10 Jahren zu einem tiefen Glauben kam und Umkehr erfahren durfte, war ich so glücklich darüber, wie ich nicht sagen kann.
        Heute muss ich oftmals gegen eine Traurigkeit ankämpfen.
        Aber meinen Glauben an unseren guten, dreifaltigen Gott schwächt das nicht, im Gegenteil!
        Denn ich weiß ganz gewiss, an wen ich mich halten darf und kann.
        Ich möchte die wahre katholische Kirche Christi nicht verwechseln mit deren Vertretern im Bischofsamt.

    • Ergänzung:
      Die Auferstehung ist und bleibt ein für uns nicht fassbares Ereignis. Insofern konnten die Apostel es auch nicht erklären, sondern nur bezeugen. Die Wirklichkeit Jesu nach der Auferstehung war eine andere als die vor seiner Kreuzigung. Das Himmelreich strahlte für einen Augenblick ins Diesseits, um es mit seinem Licht bis ans Ende der Tage zu durchdringen. Die Auferstehung war kein zeitliches Ereignis, also bloße Geschichte, sondern ein überzeitliches. In der Auferstehung erstrahlt das ewige Leben, sichtbar und doch immer geheimnisvoll verborgen. Wenn wir von der Auferstehung, dem Heil, absehen, werden wir Jünger des Todes, nicht des Lebens.

      • @Suarez @Marienzweig,ich danke für den Frieden,welchen Sie beide in diesem Gespräch,ausstrahlen,es war so wichtig für mich,heute…Vergelt’s Gott.Vielleicht gehe ich heute,nach langer Zeit,zur Kirche….

      • @Methodus
        Tun Sie das unbedingt! Auch Sie dürfen nicht fehlen bei Aller-Heiligen:
        When the Saints go marching in – Lord let you be in the number…..
        Der Herr rechnet mit Ihnen!

    • @Klaffer!
      Ich danke Ihnen sehr für Ihre guten Wünsche und gebe sie vollen Herzens und dankbar wieder an Sie zurück.

      Die Art und Weise, wie Sie sich von @Suarez verabschiedet haben, ist einfach großartig und hat mich unglaublich beeindruckt.
      Sie scheinen ein großes Herz zu haben.

      Glauben Sie mir bitte, lieber Klaffer:
      Jene bzw. wir, die (wir) über Papst Franziskus schimpfen, sind keine Ungeheuer. Es sind Menschen, die beunruhigt sind, verwirrt, irritiert, auch enttäuscht.
      Und ich denke, dass auch solche Einschätzungen geäussert werden dürfen, vor allem, wenn sie im sprachlichen Rahmen bleiben.
      Es gibt umgekehrt Blogs, in denen ebenso verletzend über „Tradis“ hergezogen wird.
      Man sieht, der Riss geht mitten durch die Kirche und mitten durch die Gläubigen.
      Dies ist unglaublich schmerzhaft!
      Auch wenn Sie die überwiegend ablehnenden Kommentare über Papst Franziskus missbilligen, da er für Sie ja ein Hoffnungsträger ist, wäre es dennoch schön, Sie würden hin und wieder auch einmal hier Ihre Meinung äussern.
      Pace e bene, lieber @Klaffer!

      • @Marienzweig
        Ich kann sehr gut verstehen, dass man mit einem Papst nicht einverstanden ist, ihn aber trotzdem „aushalten“ muss. Mir ging es mit Benedikt ähnlich. Ich hoffe, dass Sie das verstehen können, obwohl ich weiß, dass Sie ihn sehr verehren. Wir beide erleben jetzt vielleicht so etwas wie einen „Rollentausch“.

        Wir müssen letzten Endes unser Leben vor Gott verantworten. Dass wir das nicht vergessen, ist viel wichtiger als wer gerade Papst ist. Es ist aber natürlich ein Ansporn, wenn man mit voller Überzeugung hinter dem Papst stehen kann.

        Ich wünsche Ihnen Gesundheit und dass Gott Sie in Ihrem Leben begleite.

  17. Es ist sehr bemerkenswert, daß ausgerechnet Kardinal Schönborn als Repräsentant von „deutschen“ Bischöfen Papst Benedikt aufgesucht hat.
    Gerade diese ließen Papst Benedikt während seiner Amtszeit bekanntlich ein ums andere Mal im Stich, arbeiteten subtil und offen gegen ihn, verteidigten ihn nicht gegen maßlose und unverschämte Angriffe aus Medien, auch der Politik sowie insbesondere, na ja, der „Kirche“. Und wie zufrieden und froh waren sie am 11.02.2013!
    Nun suchten sie ihn auf, schickten aber Kardinal Schönborn vor- wie feige! : die deutschen Bischöfe haben ein Glaubwürdigkeitsproblem gelinde gesagt. Kardinal Marx tönte noch im Februar zusammen mit seinen Amtsbrüdern laut vernehmbar, daß sich die Kirche in D von Rom trennen würde, falls Rom nicht agiert in seinem und seiner Mitbrüder Sinne. Nunmehr also der Canossa-Gang zu Benedikt! Ausgerechnet zu dem von ihnen verfemten Papst Benedikt!

    Und was ist mit „Papst“ Bergoglio?- Das Spiel ist aus.

    • Nachtrag: das „wie feige!“- nehme ich zurück. Und vielleicht stimmt das mit dem von mir so angenommenen Canossa-Gang nicht.
      Alles andere, daß nämlich Papst Benedikt im deutschen Episkopat mit Ausnahme von Kardinal Meisner und einigen anderen wenig Rückhalt oder gar keinen erhalten hat, ist jedoch eine Tatsache.

  18. Lieber Methodus!
    Ich möchte mich dem guten Rat @Severin´s anschließen.
    Es wäre wunderbar, wenn Sie am Ende des Tages spüren könnten: „Es war gut, -heute, nach langer Zeit- wieder in der Kirche gewesen zu sein.“
    Gottes Segen für Sie, Methodus!

    • @Marienzweig @Severin,vergelt’s Gott.Zaplat Vam Panbuh.Ein gesegneten Allerheiligen Tag,wünsche ich Ihnen .

      • Lieber Methodus,
        verlieren Sie trotz aller Betrübnis nicht Ihre Liebe zur katholischen Kirche, denn in aller Entstellung bleibt sie doch immer die Hüterin des wahren Glaubens.

      • Zarah,sich keine Illusion zu machen….ja.Jedoch,die Hoffnung bleibt.Der Glaube,Hoffnung und Liebe.Die Hoffnung,als ein Anker abgebildet…

  19. Lieber Suarez, Sie schreiben:
    „Ihr säkularisierter Blick auf die Kirche übernimmt selbst schon die Position des Nihilismus, der Gott negiert und allein aufs Menschliche abstellt.“
    Sie irren sich lieber Suarez, ich habe keinen nihilistischen, sondern einen biblischen Blick auf die Kirche. Ich stelle einfach fest, wie sehr sich einige konservative Kardinäle, ganz zu schweigen von den Papst und seinen häretischen liberalen Hofstaat, vom Evangelium entfernt haben. Es macht mich nicht zum Nihilisten, wenn ich feststelle, was in der Kirche alles so schief läuft. Wo habe ich Gott negiert?

    „Im Grunde klagen Sie doch Gott an, denn es ist seine Kirche und die ist nun mal so wie sie derzeit ist, mit den Hirten, die in ihr walten.“

    Nein, das tue ich nicht, ich kritisiere lediglich die glaubenstreuen Hirten, dass sie einen faulen Kompromiss mit Häretikern vereinbart haben. Die Kardinäle sind für ihr Verhalten genau wie Franziskus voll verantworltich. Die Apostel waren radikal und kompromisslos, die haben sich nicht mit Häretikern hingesetzt und versucht mit ihnen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und Kompromisse zu finden. Ich vergleiche die Aposteln mit deren Nachfolger und sehe, dass die Nachfolger sich schriftwidrig verhalten, da sie mit Feinde des Evangeliums einen Konsens suchen. Benedikt lädt einen Erzhäretiker wie Küng zum Abendessen ein, anstatt ihn zu exkommunizieren, obwohl die Apostel ausdrücklich Gläubige und Hirten untersagt haben sich mit Häretiker abzugeben. Dieses ständige ignorieren der Heilgen Schrift seitens Päpste und des Vatikans ist unerträglich und hat erst den Rauch Satans in die Kirche eindringen lassen. Das Christentum ist keine Dialog-Religion, sondern eine Entscheidungs-Religion. „Glaubst du, dass Christus der Sohn Gottes ist, der für deine Sünden gestorben und von den Toten auferstanden ist?“ haben die Apostel jeden gefragt, der sich bekehren wollte.

    „Sie ist keine politische Partei oder Organisation. In ihr vollziehen sich Entscheidungen durchaus auf einem für uns nicht sofort nachvollziehbaren, manchmal auch geheimnisvollen Weg.“

    Eben, da die Kirche keine politische Partei ist, ist es ein Skandal wie die Synode abgehalten wurde. In der Synode ging es nicht um WAHRHEIT, sondern um MEHRHEIT. Wie im Parteiwahlkampf, wird intrigiert, taktiert, getrickst, getäuscht und hinterhältige Spielchen betrieben. Es wird um Konsens und Kompromiss gerungen und nicht um die Wahrheit. Sorry, lieber Suarez im Vatikan geht es nun mal zu wie in der Politik. Vom Papst bis zum Priester ist man mehr Politiker denn Hirte. Ständig muss man als einfache Gläubige diese doppeldeutige, vage Politikersprache ertragen und ständig um Klarheit betteln. Ich finde es schade, dass Sie mich in der nihilistischen Ecke drängen, nur weil ich mir bezüglich des Zustandes der Kirche keine Illusion mache.

    • Liebe Sarah,
      ich will Sie nicht in eine „nihilistische Ecke“ drängen, denn ich weiß durchaus, dass Sie einen tiefen Glauben haben, nur warne ich davor, sich eine Sichtweise auf die Kirche anzueignen, die definitiv säkular ist. Sie beklagen sich, dass Bischöfe die Einheit der Kirche gewahrt haben. Wäre ein Schisma ein gangbarer Weg? War es nicht auch Luther, der auf Grund wirklich himmelschreiender Missstände in der Kirche und unter Berufung auf die Bibel eine Spaltung der Kirche in Kauf nahm, die bis heute die Christenheit entzweit. Was bliebe vom katholischen Glauben, wenn die Kirche in eine Vielzahl von Regionalkirchen zerfiele? Glauben Sie nicht, dass sich diese Frage die konservativen Bischöfe ernsthaft gestellt haben und entsprechend gehandelt haben?

      Sie beantworten nicht die Frage, ob nach Ihrer Ansicht Gott die Kirche längst verloren gegeben hat, ist das so? Was trägt dann noch den Glauben?

      Liebe Sarah, Sie geraten in die Gefahr des Protestantismus und genau das wollen doch diese progressiven Kräfte in der Kirche, merken Sie das nicht? Sie betreiben, ohne es zu bemerken, das Geschäft der Kirchenspalter. Nein, darauf dürfen wir uns nicht einlassen, auch wenn wir unter der momentanen Situation extrem leiden. Kardinäle wie Kasper sind definitiv nicht mehr katholisch, in ihnen hat sich der Geist des modernen Nihilismus, die „Furie des Verschwindens“, breit gemacht. Und wenn wir uns von diesen nihilistischen Kräften einen säkularen Kirchenkampf aufdiktieren lassen, wird auch unser Glaube vom Nihilismus infiziert. Dieser Gefahr muss man sich bewusst sein.

      Da die Kirche in der Welt steht, wirken in ihr natürlich immer auch säkulare Kräfte und Interessen, aber dennoch geht sie darin nicht auf. Sie ist mehr, weil sie nicht auf menschlicher sondern göttlicher Stiftung beruht. Sie wird also trotzdem(!) nicht untergehen, das ist der einzig tragende Grund. Nicht der Mensch errettet die Kirche, sondern Gott allein. Und wir sind eben nicht in der Lage, zu überschauen, wie Gott diese Rettung ins Werk setzt.

      Also bitte richtig verstehen; nur wenn wir uns der Gefahr bewusst werden, vom allwaltenden(!) Nihilismus unserer Zeit infiziert zu werden, können wir der Gefahr entrinnen. Nur darum ging es mir.

      Bleiben Sie bitte einfach bei Ihrem festen(!) Glauben und lassen sich nicht verbittern. Lachen Sie obwohl Ihnen zum Weinen zu mute ist, denn wir sind errettet. Vertrauen Sie weiter darauf, dass Gott jeden, der an ihn glaubt, nicht ins Nichts fallen lässt. Das Schicksal liegt nicht unser sondern in Gottes Hand, das gilt auch für die Kirche im Ganzen.

  20. Werte @ Sarah
    Jesus hat in Mt 10,16 seine Apostel zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel mit den Worten geschickt: „Siehe ich schicke euch wie Schafe inmitten von Wölfen; werdet also klug wie die Schlangen und unverdorben wie die Tauben“. Der Auftrag lautet, die Verlorenen zurückzuholen – aber wegen deren Gefährlichkeit nicht auf radikale, sondern auf eine kluge Weise.
    Der hochverehrte @ Surez hat Ihnen richtig geraten. Sehen Sie es positiv, dass eine Kirchenspaltung mit unabsehbaren Folgen durch eine Formulierung zu §85 gefunden wurde, die gerade noch die 2/3 Mehrheit erreichte – ein Ergebnis, das 1522/23 nicht mehr möglich war.

    Wäre es damals „nur“ um die „himmelschreienden Missstände“ in der Kirche gegangen, hätte es auch für Luther noch ein Zurück geben können – wenn er rechtzeitig auf die Signale aus Rom gehört hätte. Papst Hadrian VI. (1522-1523) ließ auf dem Nürnberger Reichstag 1522/23 seinen Legaten Francesco Chieregati von Teramo vor den versammelten Reichsständen über die Ursachen des Abfalls und über die Verderbnis der Kirche folgende Sätze verlesen: „Wir bekennen aufrichtig, dass Gott die Verfolgung seiner Kirche geschehen lässt wegen der vielen Sünden der Menschen, besonders der Priester und Prälaten. Wir wissen, dass auch bei dem Heiligen Stuhl schon seit Jahren Verabscheuungswürdiges vorgekommen ist. Viele Missbräuche in geistlichen Dingen, Übertretungen der Gebote, dass dies alles sich zum Ärgeren verkehrt hat. So ist es nicht zu verwundern, dass diese Krankheiten sich vom Haupt auf die Glieder, von den Päpsten auf die Prälaten weiter verpflanzt haben. Wir alle, Prälaten und Geistliche, sind vom Wege abgewichen…..Deshalb sollst du in Unserem Namen versprechen, dass Wir allen Fleiß anwenden wollen, damit zuerst der römische Hof, von welchem vielleicht alle diese Übel ihren Anfang genommen, gebessert werde; und dann wird, wie von hier die Krankheit gekommen ist, auch von hier die Gesundung wieder beginnen“ (aus Geschichte der kath. Kirche v. Schrader, § 108, S.329 f). Dieses Geständnis des Papstes und sein Bekenntnis zu Reformen in der katholischen Kirche haben weder Martin Luther und noch die anwesenden protestantisch gewordenen Reichsstände, die sich schon der Kirchengüter bemächtigt hatten, nicht mehr zur Kenntnis nehmen wollen, denn es ging nach 1520 nicht mehr um die Gesundung der bestehenden Kirche, sondern um eine neue Lehre in einer anderen Kirche. Das Schismatische und Häretische in Luther trat zu diesem Zeitpunkt bereits offen zu Tage. Die Gefahr der Kirchenspaltung wurde durchaus erkannt. Papst Hadrian warnte Luther: „Du willst doch wohl nicht die wahre Lehre Christi verändern? Das darfst du nicht“! Luthers Antwort: „Du Satan“!
    Wer also zur radikalen Lösung neigt, sollte sich gemäß Mt 10,16 an der Klugheit der Schlangen in Gefahr ein Beispiel nehmen und immer das denkbar negativste Ende ins Kalkül ziehen, wie es die konservativen Bischöfe am Schluss der Synode unter der Gefahr der Kirchenspaltung taten.

  21. @Zarah und Suarez!
    Wenn ich Ihren Kommentar lese, liebe Zarah, denke ich:
    Ja, sie hat Recht, ich sehe es genauso.
    Lese ich dagegen Ihre Antwort, lieber Suarez, ist es dasselbe:
    Ich stimme Ihnen zu.
    Es ist diese innere Zerrissenheit, die einen so fertigmachen kann.
    Dagegen anzugehen ist nicht immer leicht!

    Warum liebe ich meine Kirche?“
    Dies ist der Titel eines kleinen Buches aus dem Jahre 1911, das ich gerade lese, verfasst von Jakob Scherer, dem damaligen Pfarrer von Ruswil.
    Zwar etwas schwärmerisch geschrieben, zeigt es mir trotzdem schmerzlich, was uns in diesen über 150 Jahren alles verloren gegangen ist.

    Ihren Rat im letzten Abschnitt Ihres Kommentars, Suarez, möchte ich uns allen empfehlen:

    „Bleiben Sie bitte einfach bei Ihrem festen(!) Glauben und lassen sich nicht verbittern. Lachen Sie obwohl Ihnen zum Weinen zu mute ist, denn wir sind errettet. Vertrauen Sie weiter darauf, dass Gott jeden, der an ihn glaubt, nicht ins Nichts fallen lässt. Das Schicksal liegt nicht unser sondern in Gottes Hand, das gilt auch für die Kirche im Ganzen!“

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