Beugen und Verbiegen der katholischen Ehelehre – Eine Übersicht vor der Synode

Kasper und Marx die Gesichter des deutschen Modells
Kasper und Marx – Positionen zur Ausfransung und Relativierung der biblisch-kirchlichen Ehelehre

Im Vorfeld der römischen Familien-Synode haben deutsche und österreichische Kirchenrepräsentanten Positionen zur Ausfransung und Relativierung der biblisch-kirchlichen Ehelehre aufgestellt. Auch wenn sie sich in den letzten Monaten in der Form gemäßigter gegeben haben – ihre Kernthesen bleiben bestehen.

Eine Übersicht von Hubert Hecker.

1) Die christlichen Gebote an die gesellschaftlichen Ist-Werte anpassen

Bischof Franz-Josef Bode hat die Generaltendenz vieler deutscher Kirchengrößen am deutlichsten zur Sprache gebracht – die Anpassung der christlichen Lehre an die unchristliche Lebensweise der westlichen Gesellschaft. Bode stellte fest, dass sich das „Leben“ vieler Christen von der „Lehre“ Christi entfernt habe. Diese Kluft müsse überwunden werden. Er kommt aber nicht auf die Idee, die seinem Auftrag als Bischof entspräche, den Christen die Lehre Christi wieder nahezubringen, sondern er will das Faktische des gesellschaftlichen Lebens zur neuen Norm erklären. Die Behauptung, dass die normative Kraft des Faktischen die „Kluft zwischen Lehre und Leben“ schließe, ist aber Augenwischerei. Denn die Norm des Faktischen setzt die biblischen Normen außer Kraft, wie im nächsten Punkt gezeigt.

2) Relativierung der biblischen Lehre und Gebote

Bischof Bode schließt einen zweiten Gedankengang an: Den biblisch-kirchlichen Lehren und Geboten zu Ehe und Treue sollte die heutige gesellschaftliche Realität als theologische Erkenntnisquelle zur Seite gestellt werden. Heutzutage wird ein Drittel aller Ehen geschieden. Wenn man aus dieser Tatsache etwas über das Wesen der Ehe erkennen will, so ergibt sich, dass die Ehe offensichtlich nicht „unauflöslich“ wäre, wie es Bibel und Dogmatik der Kirche lehren. Somit würde man das Jesuswort zu Makulatur erklären, nach dem die Ehe schöpfungsmäßig von Gott untrennbar zusammengefügt ist. Die These von der „heutigen Realität als theologische Erkenntnisquelle“ setzt die unbedingten Aussagen und Gebote der Bibel ins Unrecht.

3) Sakramentaler Segen für jedwede Beziehung

Einen ähnlichen Gedanken verfolgt der Pastoralrat der Diözese Linz. Das Gremium spricht in seiner Empfehlung für die römische Bischofssynode zur Ehe und Familie dafür aus, nicht von „Idealen“ auszugehen, sondern den „Blick auf die Lebenswirklichkeit von Beziehungen zu richten“. Die Lebensrealität sei gekennzeichnet durch Beziehungen ohne Trauschein, Zivilehen, Zweitehen nach Scheidungen und homosexuelle Partnerschaften. Die Kirche solle aus dieser Lebenswirklichkeit die Konsequenzen ziehen und das Ehesakrament zu einer „nicht wertenden Mehrstufigkeit“ weiterentwickeln (analog dem Weihesakrament).

Kardinal Schönborn an der Seite von Kasper und Marx
Kardinal Schönborn und die Anwendung des „Gradualitätsprinzips“ auf die Sakramente

4) Wertschätzung der Zweit-, Dritt- und Homo-Ehen

Bischof Heiner Koch, Vorsitzender der DBK-Kommission für Ehe und Familie, untermauert den moralischen Wert der irregulären Beziehungen. Nach seiner Ansicht finden sich die „Grundwerte wie Treue und Verlässlichkeit“ bei der großen Zahl von wiederverheiratet Geschiedenen und den vorehelich Zusammenlebenden sowie bei homosexuellen Paaren. Anscheinend sollen mit solchen „Wertschätzungen“ die Zweit- und Dritt-Ehen sowie jegliche Art von sexuellen Beziehungen Erwachsener aufgewertet werden.

5) Auch mit graduellen Wahrheiten zufriedengeben

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn will unter dem Prinzip der „Gradualität“ alle sexuellen Beziehungsformen in die kirchliche Ehe-Lehre integrieren. Danach können auch in Partnerschaftsformen, die der katholischen Lehre zuwiderlaufen, „familiäre Werte und die Suche nach Wahrheit gelebt werden“. In diesen Beziehungen seien Grade oder Stufen des Ideals der christlichen Ehe erreicht.

6) Ein gewisses subjektives Dafürhalten im Gegensatz zu den objektiven Normen.

Bischof Bode erklärte, dass für ihn in Sachen Ehe und Familie der Freiburger Theologe Eberhard Schockenhoff maßgeblich sei. Der vertritt die Meinung, dass bei Ehebruch, Scheidung und Wiederverheiratung die Gewissensentscheidung der Betroffenen für die „Einschätzung ihrer Lebenssituation“ relevant sei. Gewissen steht in diesem Fall als subjektives Dafürhalten im Gegensatz zu den objektiven Normen der Bibel und der Kirche.

7) Barmherziges Zudecken der Sünde

Kardinal Walter Kasper hat für die Anerkennung einer Zweitehe das Motiv der Barmherzigkeit ins Spiel gebracht. Wenn jemand für seine sündige Tat – Scheidung und Wiederverheiratung – angemessene Buße tue, sollte ihm die Kirche die Absolution nicht verweigern, auch wenn die Person nicht die irreguläre Situation rückgängig macht, das heißt zur Umkehr bereit ist. Diese Art von Barmherzigkeit läuft auf das lutherische „Zudecken von Sünden“ hinaus und entspricht nicht dem katholischen Absolution von Sünden unter den Bedingungen der Beichte. Kasper verweist auch auf die orthodoxen Kirchen, die unter bestimmten Bedingungen Zweit- oder Dritt-Ehen zulassen.

8) Wir sind keine Filiale von Rom

Kardinal Reinhard Marx ergänzte die inhaltliche Debatte über Ehe und Familie mit der kirchenpolitischen Aussage: „Wir sind keine Filiale von Rom.“ Und: „Wir können nicht auf die Beschlüsse der römischen Bischofssynode warten.“ Damit hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz schon vor Abschluss der römischen Synode im Oktober diesen Jahres klargestellt, dass die weltkirchlichen Beschlüsse so oder so von der deutschen Kirche als irrelevant angesehen werden.

Kommentar:

• Zu den ersten beiden Punkten hat Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, eine klare Stellungnahme abgegeben. Auf die Interviewfrage der ‚Tagespost’, welche Bedeutung die Lebenswirklichkeit der Menschen für die Kirche habe, antwortete er: Die Kenntnisse der menschlichen Lebenswirklichkeit seien hilfreich, um mit den Herausforderungen der Pastoral richtig umzugehen. „Aber sie kann nicht eine dritte Wirklichkeit der Offenbarung neben Schrift und Lehramt sein.“ Damit bleibt die biblische Lehre in der Auslegung der Kirche die einzige Norm für Christen. Allen Bestrebungen, die klaren Aussagen und Wahrheiten Christi zu relativieren mit Hinweis auf das abweichende „Leben“ oder die eingeschliffenen „Lebenswirklichkeit“ sollte damit ein Riegel vorgeschoben sein.

• Jesus Christus hat die unlösbare Zusammengehörigkeit der Eheleute als Prinzip der Schöpfungsordnung erklärt. Der Beginn dieser Verbindung ist das gegenseitige Treueversprechen durch alle Lebenshöhen und –tiefen bis zum Tode. Zum Gelingen dieser sakramentalen Verbindung gibt Gott seine Gnade und seinen Segen. Deutsche und österreichische Bischöfe verweisen darauf, dass auch in Zweitehen und nicht-ehelichen Partnerschaftsformen Werte wie Verlässlichkeit gelebt würden. Diese Tugenden seien als Stufen auf dem Weg zum katholischen Ehe-Ideal wertzuschätzen. Eine solche Stufen- Argumentation oder Elemente-Lehre verkennt und verfehlt aber die katholische Lehre, nach der eine sakramentale Ehe nur bei vollständigem Vorliegen der ehelichen Werte-Trias – Treue bis zum Tod, Offenheit für Kinder und gegenseitige Hilfe / Unterstützung – gültig ist. Ein einziger dieser Werte macht keine Ehe, auch keine ‚Ehe light’ – im Gegenteil: Das Fehlen einer dieser Grundwerte macht eine Ehe nichtig, auch wenn zwei weitere vorliegen. In diesem Sinne ist ein Wort des Glaubenspräfekten Kardinal Ratzinger von 2003 zu deuten: Nicht nur bei Homopartnerschaften, sondern auch bei Zweit- und Dritt-Ehen sowie Zusammenleben ohne Trauschein gibt es keine Analogie mit der sakramentalen Ehe.

• Die Idee von Professor Schockenhoff, dass letztlich nur die subjektive Gewissensentscheidung als Maßstab für die Bewertung von Ehebruch, Scheidung und Wiederverheiratung gelten könne, hat bei der Deutschen Bischofskonferenz Tradition. Schon in der Königsteiner Erklärung von 1968 erklärte sie, dass über der biblisch-kirchlichen Normenlehre das subjektive Gewissen stehe. 25 Jahre später unterstützte die Mehrheit der deutschen Bischöfe die staatliche Abtreibungsregelung, nach der eine Schwangere in „verantwortlichem Gewissensurteil“ über Leben und Tod ihres ungeborenen Kindes entscheiden sollte. Ein solcher Gewissensbegriff steht der katholischen Lehre diametral entgegen. Eine legitime Berufung auf das Gewissen kann weder gegen objektive Normen geschehen – wie etwa gegen das Natur-Recht auf Leben – noch als deren Überinstanz gelten, sondern ausschließlich mit Bindung und durch Bildung an diesen Normen.

• Für die Auslegung der Schrift sowie die Ausfaltung der kirchlichen Normen gelten die Prinzipien Wahrheit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in Verschränkung. Kardinal Kasper will dagegen die Barmherzigkeit zum hermeneutischen Prinzip für die Auslegung der Wahrheit machen. Damit stellt er sich in Gegensatz insbesondere zur jesuanischen Ehelehre, wie Christoph Blath gezeigt hat: Jesus wendet sich gegen die Ausnahmeregelungen der Thora zu Scheidung und Wiederverheiratung. Er nennt dieses Drängen auf Ausnahmeregeln nicht barmherzig, sondern im Gegenteil „Hartherzigkeit“, wegen der Moses die Ausnahmen zuglassen habe. Jesus dagegen will die Schöpfungswahrheit der unauflöslichen Ehe wieder zur Geltung bringen. Somit ist die Wahrheit das hermeneutische Prinzip für die Barmherzigkeit.

• Kardinal Kasper verweist auf die Lockerungen und Ausnahmeregelungen zur Ehelehre bei den orthodoxen Ostkirchen. In dieser Hinsicht würde er auch bei Luther fündig werden. Eine der fürstlichen Stützen der Reformation, Landgraf Philipp von Hessen, verlangte von Luther, seine zweite Ehe mit einem jungen Hoffräulein abzusegnen. Luther argumentierte mit der alttestamentlichen Polygamie und dann direkt gegen Jesu Ehelehre: Was im Gesetz Mose zugelassen, sei im Evangelio nicht verboten. Schließlich erlaubte er die Zweitehe des Landgrafen wegen dessen „Nothdurft seines Gewissens“ und auch mit Berufung auf sein eigenes Gewissen.

• Das Ärgernis durch Kardinal Marxens Wort, nach dem die deutsche Kirche keine Filiale von Rom sei, besteht in zwei Dimensionen: Einerseits in der Schnoddrigkeit des Vergleichs der Kirche mit einem Wirtschaftskonzern, andererseits in der brüsken Infragestellung der dogmatischen Einheit mit der Weltkirche.

Text: Hubert Hecker
Bild: Settimo Cielo/Herder Korrespondenz (Screenshot)

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fredius
Und wieder sind sie publik, diese Glaubenszerstörer : Kardinal Marx, Kasper, Bischof Bode und und, und… Man kann nur immer wieder auf La Salette hinweisen, dass der Dämon, hier sind es viele Dämonen, ihren Verstand verdunkelt hat. Wie kann es sonst sein, dass die Nachfolger der Apostel dabei sind, die Sünde, laut dem Völkerapostel Paulus, zu rechfertigen und so dem Zeit- geist entgegen zu kommen. Himmel tue dich auf, muss man da sagen. Niemand, außer einer nicht geringen Zahl von treuen Kirchenmännern, gebietet diesen wild gewordenen Kirchenzer- störern Einhalt. Wer die Hoffnung auf Franziskus setzt, wird enttäuscht sein, denn der… weiter lesen »
defendor
Bereits im Jahre 1837 wurde in der Zeitschrift „Der Katholik“ vor den eigenmächtigen Machenschaften der „zeitgemässen“ Glaubensverzerrern gewarnt: - „Lasset Euch nicht verführen durch die täuschenden Reden derjenigen, die, vorgebend, daß sie in Glaubenssachen an der Kirche festhalten und daß nur diese zum Wesen der Kirche und der katholischen Religion gehören, über ihre wesentliche, weil ihr von Gott gegebene, äußere Verfassung die irrigsten, ganz den Zeitbegriffen entsprechenden Meinungen aufstellen,  die ihre heiligsten, ganz in den wesentlichen Glaubenssätzenbegründeten, sie äußerlich darstellenden und belebenden, durch das Alterthum und das Ansehen der Kirche geheiligten Anstalten, Gewohnheiten, Gesetze und Andachtsübungen verhöhnen, und mit neuen, wie sie vorgeben, dem Geiste des Evangeliums mehr angemessenen und den Fortschritten des… weiter lesen »
Piux

Dritte Frage des Konsekranten an den Weihekandidaten während der Bischofsweihe (im neuen Ritus)
„Bist du bereit, das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut, das immer und überall in der Kirche bewahrt wurde, REIN und UNVERKÜRZT weiterzugeben?“

Einige Kardinäle und Bischöfe haben diese Frage wohl anscheinend vergessen zu haben…

michael
Gerade Kaspers Vorschlag ist völlig absurd, denn wenn eine Sünde vorliegt und der Sünder keine Bereitschaft zur Reue zeigt, wieso vorauseilende Barmherzigkeit ? Eine Beichte ist nur gültig, wenn Bereitschaft zur Reue und Umkehr vorliegt, wenn nicht dann ist die Beichte Makulatur. Insofern billigt dieser Herr die Quasi Abschaffung des Beichtsakramentes, denn wenn das eine ( Ehe ) nicht gilt, dann kann das andere (Beichte) ja auch keine Bedeutung haben, oder ? Der grösste Witz für mich, ist diesen Mann auch noch als grossen Theologen darzustellen, es darf gefragt werden in welcher Religion er zuhause ist, die Katholische kann es… weiter lesen »
Suarez
„Rebellion gegen Gott“ So nennt Kurienkardinal Sarah die Versuche, die Lehre der Kirche, insbesondere in Bezug auf die Ehelehre, zu relativeren und die Rebellion nimmt konkrete Gestalt an. Die Rebellen haben sich mittlerweile so klar positioniert, dass sie nicht zu übersehen sind, selbst wenn man es wollte. Ja sie scheinen in ihrem Hochmut noch stolz auf ihre Rebellion gegen Gott zu sein. Der zersetzende Protestantismus in der katholischen Kirche hierzulande wird, sollte er sich weiter unter Duldung des Papstes entfalten können, unweigerlich zu einem Schisma führen, wovor der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Müller, schon eindringlich warnte. Die Wahrheit stehe nicht… weiter lesen »
Josef

Wissen sie, was ich für ein Problem habe?
Sollte bei dieser Synode tatsächlich einiges aufgeweicht oder gar ganz dem Zeitgeist unterworfen werden, stecke ich in einer Zwickmühle: Nach meinem Gewissen müsste ich mich von dieser Kirche trennen. Alternative? Ich weiß es nicht!! Und das macht mich wirklich krank. Ich weiß nicht, wie ich reagieren soll. Wer hat eine Antwort für mich???????

Marienzweig
Auch ich kann Ihnen nur antworten, wie es schon @Severib dankenswerterweise getan hat. Mein Rat: Sich aus dem augenscheinlichen Chaos innerlich ausklinken, dies soll jetzt aber nicht bedeuten, dass Ihnen alles gleichgültig wäre. Und dann geduldig ausharren und dabei Jesus Christus und Seiner Kirche treu bleiben. Vielleicht die Möglichkeit wahrnehmen, die Tridentinische Messe zu besuchen, sich guter katholischer Literatur widmen, Gleichgesinnte suchen, um so diese schmerzliche Zeit zu überbrücken. Würden Sie sich von der Kirche trennen – wohin wollten Sie denn gehen? Zu den Freikirchen – und damit auf die Sakramente verzichten? Wenn die Ehe ein Abbild der Liebe Jesu… weiter lesen »
GW
„Würden Sie sich von der Kirche trennen – wohin wollten Sie denn gehen?“ – ja, eben: „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ – Da ist, wie Kardinal Sarah schreibt, nur … ‚Gott oder Nichts‘! Sehr eindringlich, dieser Dialog zwischen Jesus und den Jüngern nach Seiner eucharistischen Rede am See Genezareth (Joh 6,22 & folgende; hier ab Vers 64): „Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben.“ Jesus wußte nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und Er sagte: „Deshalb habe Ich zu euch gesagt: Niemand kann zu Mir kommen, wenn es… weiter lesen »
GW
Hey, ich hab’s … wenn grad mal keine Apfelsinen im Auge; Suarez schrieb das o.G. hier in diesem Strang, präzise am 2. Oktober 2015 um 11:30, sowie unter dem Artikel ‚800.000 Unterschriften im Vatikan übergeben‘ am 30. Sept. um 16:56. – Unglaublich starke Worte, auch mir aus der Seele (das hehre Wort „Aufklärung“ z.B. kann man doch echt nur noch in beißendem Sarkasmus in den Mund nehmen, wenn man sich das alles mal so überlegt …); Zitat Suarez: „Die historisch-kritische Methode, das Lieblingskind der heutigen „katholischen“ Theologie, geboren aus der säkularen Aufklärung, hat Gott schon aus systematischen Gründen aus der… weiter lesen »
Suarez
Geehrter GW, Sie umreißen die Problematik sehr eindrücklich. Mir scheint ein Aspekt noch sehr wichtig. Wenn die Einheit der Lehre, die ja immer eine überzeitliche Einheit sein muss, zerstört würde, weil die Lehre von der Schöpfungsordnung und die Ehelehre relativiert und somit aufgehoben würde, dann stünde die Kirche faktisch in einem Schisma und zwar mit dem früheren Kirchenvolk, also sich selbst. Wir dürfen ja nicht immer von dem Gedanken ausgehen, dass das Volk Gottes allein von den jetzt Lebenden repräsentiert wird, sondern Volk Gottes meint die Glaubenden aller(!) Zeiten. Kirche ist nicht nur im Jetzt, sondern auch im Vergangenen und… weiter lesen »
Ano Nym

Es wird immer glaubenstreue Priester / Bischöfe / Kardinäle geben, also einfach gemeinsam mit ihnen treu bleiben!

Eine echt katholische Restkirche wird es immer geben, auch wenn man dazu in Zukunft einigen Weg zurücklegen wird müssen – aber dies ist in anderen Missionsländern die Regel, und nicht die Ausnahme. Und wenn diese es bis jetzt geschafft haben, dann sollte es auch bei uns möglich sein!

GW
Geehrter Josef, ich kann versuchen, darzulegen, wie ich persönlich über diese entscheidende Frage denke, und nur jeden, der dies liest, bitten, das für sich selber nochmal genau durchzudenken (weil eben auch eine zutiefst persönliche Gewissensfrage). – Also, von der Kirche Christi trennt man sich, indem man bewußt ins Schisma geht, bei gleichzeitiger Anerkennung von Papst und Hierarchie, d.h. man hält die derzeitigen Beansprucher dieser Ämter tatsächlich für legitime Amtsträger, unterstellt sich diesen aber nicht. Oder man trennt sich durch Abfall vom katholischen Glauben. Beides kommt (für mich) niemals in Frage, mein Glaube ist das Fundament meines Lebens (ein Satz Friedrichs… weiter lesen »
hicesthodie

Bester GW & Suarez, innigsten Dank für diese sehr ergreifenden Kommentare!

GW
… überwältigen Mehrheit von Menschen als Papst anerkannt. Frage jedoch: wieviele dieser Menschen haben überhaupt noch wirklich den vollen katholischen Glauben (bekennen also insbes. die Allerheiligste Dreifaltigkeit & die Gottheit Jesu Christi, unseres Herrn und Erlösers; Sein Opfer am Kreuz; das damit ontologisch identische hl. Meßopfer – Konsekration, Transsubstantiation, Realpräsenz; Seine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt, substantiell, nicht nur „irgendwie geistig“; das ohne Erbsünde Empfangensein der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria; Ihre leibliche Aufnahme in den Himmel; daß Sie dem wirklich exsistierenden Teufel, der ‚alten Schlange‘, „das Haupt zertritt“ und für uns Menschen bei Ihrem Sohn interzediert, wenn wir Sie gläubig… weiter lesen »
GW
… geschehen ist“ … – Also: obwohl es, etwa, in der vom Kollektiv der DBK (im Verein mit dem ZdK usw. – faktisch) geleiteten ‚Körperschaft öffentlichen Rechts‘ absolut gesehen noch viele Katholiken nach Definition gibt, kann ich persönlich die (große?) Mehrheit der Mitglieder jener Körperschaft nicht mehr als Teil der Kirche Christi betrachten, bzw. als diejenige Glaubensgemeinschaft, der ich selbst aus tiefstem Herzen angehören möchte – ich müßte denn meinen Herrn und Gott schmählich verraten. Ein Austritt aus derselben bedeutet also nicht eo ipso eine defectio a fide vel a communione catholica (Glaubensabfall / echter Austritt aus der hl. Kirche)… weiter lesen »
GW

Korrektur, es muß heißen: „[…] habe ich den Eindruck gewonnen, daß „in jenen oben skizzierten bzw. im Folgenden definierten Kreisen“ leider […]“ – damit meine ich eben genau diejenigen, und nur diejenigen, auf welche das Genannte eben zutrifft, also ihr Reden & Handeln in der Öffentlichkeit als extrinsisch religiös zu charakterisieren ist. Genaueres dazu findet man, indem man eben nach dem Begriff ‚extrinsische Religiosität‘ sucht; ist also keine „Erfindung von mir“.

Marienzweig

“ …; was tiefer, im besten Sinne kindlich-vertrauensvoller Glaube ist, …“

Lieber G.W., dies ist genau der Glaube, dem ich anhange:
Liebe und die treue Hingabe zu unserem Herrn, die Gewissheit, dass ER es gut mit uns meint.
Und wenn das in den Augen der anderen bedeuten sollte, „kindisch-unkritisch-unmündig-unaufgeklärt“ zu sein, nun, dann sei es eben so.
Es gibt Schlimmeres!
Neulich habe ich Exerzitien gemacht und dabei an ihrem Ende „gewusst“, dass ich stärker geworden bin.
Einen gesegneten Sonntag für Sie, lieber G.W.

GW
Merci, liebe Marienzweig & Mitkommentatoren – auch Ihnen & allen einen gesegneten Sonntag (und f.d. kommenden Tage der Synode & die Berichte darüber: „starke Nerven!“ 🙂 – und noch ein xtra-Gruß @ hicesthodie, da länger nicht gesehen, also „virtuell“, mein‘ ich^^). – Noch zur ‚Ergriffenheit meiner Worte‘ oder vlt. besser ‚Eindringlichkeit / Deutlichkeit des Bekenntnisses‘, z.B. die Worte des Alten Fritz‘ über die Pflichterfüllung usw. – bitte nicht glauben, ich sei wirklich (schon) so; diese Worte sollen eher ‚Anspruch, festen Willen und Ziel‘ ausdrücken, also … will mich damit wohl auch selber bestärken, „befeuern“ und „unter Druck setzen“, durch entschiedenes… weiter lesen »
GW

Anm.: Das mit der ‚Eindringlichkeit‘ (oder wie man das nennt?) usw. bezieht sich natürl. a.d. Kommentar v. hicesthodie ein Stückchen weiter oben. Sollte nicht absichtl. ‚ergreifend‘ geschrieben sein, aber … wenn’s denn ein bißchen so rüberkommt – auch nicht schlimm^^

Suarez
@Josef Nicht nur Sie steckten dann in einer „Zwickmühle“ sondern das gespaltene Kirchenvolk als Ganzes! Man sollte nicht übersehene, dass die afrikanischen Bischöfe schon ihren entschiedenen Widerstand gegen die „Rebellion gegen Gott“ angekündigt haben. Man wird sich dort nicht einfach kolonialisieren lassen, insbesondere wenn die Einheit der Kirche, die ja immer auch eine überzeitliche ist, zerstört würde. Erschreckend ist, dass mittlerweile die zersetzenden Kräfte in der Kirche eine derartige Macht gewonnen haben, dass zu befürchten steht, dass sie eine tiefe Finsternis über die Kirche bringen könnten. Wir können da wohl nichts tun als fest am Glauben und damit am Wort… weiter lesen »
Josef
Zunächst einmal – ganz herzlichen Dank für all die Antworten, Hinweise und Tips bezüglich meiner „Zwickmühle“. Es lässt sich ganz einfach zusammenfassen: Der katholischen Kirche trotz allem treu bleiben, was auch immer kommen mag, auch wenns noch so schwer fällt. „Wir sind immer in Gottes Hand“, das haben sie wunderbar geschrieben und wird für die Zukunft eine Kraftquelle sein. Der Teufel ist leider fleißig, ja, ich habe den Eindruck, er kennt keinen 8 Stunden Tag. Er ist meiner Meinung nach 24 Stunden im Einsatz – ohne Urlaub. Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, das es nicht so einfach ist,… weiter lesen »
Severib

Der Kirche Christi treu bleiben, der Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche Jesu Christi. Christus ist das Haupt der Kirche. Ihm gilt unsere Treue, ob unter einem würdigen oder einem unwürdigen Priester, Bischof oder Papst. Sich einfach nicht irremachen lassen. Christus ist treu, wir sollen es auch sein.
Gott befohlen.

GW
Ja, aber – s.o.! Ein Papst kann natürlich unwürdig sein, ein schwerer Sünder oder Heuchler, was auch immer; aber, wie schon Papst Innozenz III. feststellt (schade, finde das Zitat auf die Schnelle nicht, muß sinngemäß zitieren): „Ihr (Kardinäle, Bischöfe oder Könige, Kaiser) könntet mich in keiner Sache richten, was auch immer ich für Untaten vollbringen würde, denn es gibt in dieser Welt keinen Richter über mir; nur in einer Sache würde ich bereits gerichtet sein – wenn ich den Glauben verlöre!“ – Ein unwürdiger Papst wäre ein Ärgernis; ein ungläubiger dagegen ein Widerspruch in sich. Oder: Papa haereticus – papa… weiter lesen »
hicesthodie

So ist es. Und deswegen setzt sich jeder Papst selbst ab, der der überlieferten Lehre auch nur ein Jota raubt. Ihm muss kein Gläubiger gehorchen oder folgen, sondern ihm vielmehr ins Angesicht widerstehen, denn die rechtmässige Lehre vom Primat des Papstes, so wie sie vom I. Vatikanum wahrheitsgemäß verkündet wurde, hat den rechten Glauben des Amtsinhabers zur Voraussetzung!

Sophus
Hiermit möchte ich auch in diesem Forum meinen Rundbrief zur Familiensynode , wenn auch in stark gekürzter Form, zur Kenntnis bringen, der zwischen März und August 2015 an den Heiligen Vater, die Mitglieder der Kurie im Vatikan, hochrangige Kardinäle der Kirche, alle Bischöfe im deutschsprachigen Raum und diverse weitere Geistliche, Laiengruppierungen und Einzelpersonen sowie katholische Medien gerichtet gewesen ist, um auf der Basis meiner Forschungsergebnisse zur apostolischen Chronologie der neutestamentlichen Schriften eine Denkalternative zur Spätdatierungstheologie Kardinal Kaspers vorlegen und jene bestätigen zu können, die auf dem Boden der Heiligen Schrift und der Lehre der Kirche mit Recht dessen relativistischen Ansichten… weiter lesen »
Suarez
Hochverehrter @Sophus, es freut mich sehr, dass Sie sich hier profund zu Wort melden und uns Ihre Gedanken, die Sie ja gewissermaßen an die Kirche als „Communio“ richten, mitteilen. Wie Robert Kardinal Sarah kurz vor Beginn der Synode in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ hervorhob, gibt es eine „Rebellion gegen Gott“ in unserer Kirche, die sich auch im Datierungsstreit ausdrückt. Dieser Streit hat aber auch etwas mit dem grundlegenden Kirchenverständnis zu tun, also damit, wie im katholischen Kirchenverständnis Ortskirche und Universalkirche zu verstehen sind. Kardinal Kasper lieferte sich schon Anfang der 80er Jahre scharfe Kontroversen mit der… weiter lesen »
Suarez
Forts. Mit Umkehrung meint hier Kardinal Kasper einen angeblichen neuen Zentralismus. Kasper ruderte dann aber zurück. Ratzinger schreibt weiter: „Die These von der ontologischen und temporalen Priorität der Universalkirche vor den Partikularkirchen wird jetzt als Frage »nicht der kirchlichen Doktrin, sondern der theologischen Meinung und der dabei in Anschlag gebrachten unterschiedlichen Philosophien« angesehen. Die Aussage der Glaubenskongregation wird als meine persönliche Theologie eingestuft und mit meinem »Platonismus« in Verbindung gebracht, während Kasper seine Sicht auf seinen mehr aristotelischen (thomistischen) Ansatz zurückführt. – Da findet man wieder das Talent Kardinal Kaspers zu einem überall ansetzbaren Relativismus. So wird ein Lehrschreiben der… weiter lesen »
Suarez
Professor Rohrmoser geht in seinem Buch „Zäsur, Wandel des Bewusstseins“ auf die hegelsche Religionsphilosophie ein, von der Kardinal Kasper nicht unberührt geblieben ist, im Gegenteil, es findet sich bei Kasper ein fast gleicher Ansatz Theologie zu „rationalisieren“. Professor Rohrmoser schreibt: „Zunächst – so darf man vielleicht abkürzend sagen —,hat Hegel, ausgehend vom geschichtlichen Stand des Christentums, der Kirche und der Theologie in seiner eigenen Zeit, diese Theologie begriffen als eine Verneinung der Subjektivität. »In wen nicht diese Fäden des Systems von Jugend eingewoben worden sind, und wer sonst durch Erfahrung an anderen und eigene Empfindung die menschliche Natur kennen gelernt… weiter lesen »
Suarez
Und nimmt man noch die reformatorische Theologie Baden Württembergs des 19.Jahrhundetrs hinzu, so gibt das ein doch sehr rundes Bild. Professor Rohrmoser (in oben angegeben Band): „Nach Oetinger ist der Mensch mit der Sünde aus der Ganzheit des von Gott umfangenen Lebens hinausgetreten in die Sonderung, in die Spaltung, in die Trennung, oder— wie wir heute gern sagen— in die Entfremdung. Und nun meint Oetinger, das Heilsereignis interpretieren zu können als den Vorgang, in welchem dieser aus seiner Ganzheit gesonderte, entzweite und seiner selbst entfremdete Mensch durch Jesus Christus wieder zu seinem Ganzsein, zu seiner Vollständigkeit gebracht wird. Damit ist… weiter lesen »
Pantaleon
Jesus Christus lehrt: „Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.“ (Evangelium vom heutigen Tag; Mk 10,2-16).… weiter lesen »
Sophus
Hochverehrter @ Suarez! Auch ich darf mich bei Ihnen sehr herzlich, insbesondere für die Einordnung meiner Kurzform in das größere Ganze der geistegeschichtlichen Entwicklung. Die reicht, wenn ich es recht sehe, vom Deismus über Hegel bis in den modernen Existenzialismus und damit über die Kasperianer bis in die eben begonnene Familiensynode. Ist es erlaubt, in diesem Zusammenhang die Namen Martin Heidegger, Robert Bultmann und Karl Rahner zu nennen und im Hinblick auf Kardinal Kasper auch den Namen Hans Küng anzufügen, der schon seit dem Ökumenischen Kirchentag 2010 auf den Aufstand der katholischen Kirche in Deutschland gegen Rom wartet. Scherzhalber behaupte… weiter lesen »
Sophus

Sorry, der erste Satz muss lauten:
Auch ich darf mich bei Ihnen sehr herzlich – insbesondere für die Einordnung meiner Kurzform in das größere Ganze der geistegeschichtlichen Entwicklung – BEDANKEN!!!

GW
Vielen Dank, verehrte Sophus & Suarez, für Ihre wunderbaren & höchst spannenden Texte; danke @ Sophus, daß Sie Ihren Rundbrief hier veröffentlichen! – Eigentlich hätte ich noch ganz viele Fragen, die ich aber nicht alle hier stellen kann; aber diese eine wenigstens möchte ich doch noch „loswerden“: Sie schreiben, verehrter Sophus (aber die Frage soll nicht nur an Sie persönlich gerichtet sein; auch an Suarez und jeden, der dies liest): „Da es nach den Prämissen der historisch-kritischen Vernunft keine Prophetien geben könne, auch von Jesus nicht, müssen die in den Evangelien überlieferten Tempelprophetien „ex eventu“ (nach dem Ereignis) Jesus in… weiter lesen »
GW
… noch mehr: ein erfolgreicher „Angriff“ auf die Theologie des Ehesakraments (und sei es über das „Hintertürchen“ der „Pastoral“), welcher letztlich, wenn auch unausgesprochen, auf den Postulaten jener ‚historisch-kritischen Vernunft‘ beruht, würde, wenn (sogar) das Lehramt dieser Argumentation folgen und ihr dadurch ‚lehramtlichen Charakter‘ verleihen würde, einen so massiven Widerspruch in die Lehre der Kirche einführen, daß diese damit insgesamt hinfällig bis völlig ad absurdum geführt worden wäre!? Nicht nur die ‚militanten Atheisten‘, sondern auch die ’säkularen Humanisten aller Couleur‘, ja alle Feinde der hl. Kirche, würden sich freuen, „na, gebt ihr’s jetzt endlich zu, seht ihr’s nun endlich selber… weiter lesen »
Suarez
Verehrter GW, leider ist heute morgen die Zeit etwas knapp. Sie werfen da eine sehr interessante Frage auf, denn die historisch-kritische Methode, die sich ja aus der Aufklärung herleitet, setzt von ihrem Grundprinzip die Annahme etsi Deus non daretur voraus. Wie der von mir oben zitierte Rohrmoser darlegt, kommt man in die Theologie eben nur über einen „Salto des Intellekts“ hinein. Glaube lässt sich nicht mittels der Methode der voraussetzungslosen Kritik beweisen. Hier bietet die Auseinandersetzung Hegels mit der kantischen Subjektivität interessante Einblicke. Hegel sieht genau die Problematik, die auch Sie hier beschreiben, denn die Vernunftkritik Kants führt ja zu… weiter lesen »
Suarez
Ergänzung: Nietzsche hat die Endkonsequenz der Erkenntniskritik, so wie sie aus der Aufklärung hervorgegangen ist, klar erkannt: „Wir haben Gott getötet“; zwar nicht wirklich, denn das ginge ja nicht, sondern in unserem Bewusstsein, dort ist Gott eliminiert. Wie Nietzsche richtig sieht, ist der moderne Mensch damit in eine absolute Finsternis seiner Existenz zurückgeworfen. Sinnerfahrung ist, wo es keinen Gott im Bewusstsein gibt, nicht möglich, da, wo diese vom Subjekt noch behauptet wird, bleibt sie letztendlich nur Schein, eine Illusion. Die moderne voraussetzungslose Erkenntniskritik führt, wo sie sich absolut setzt – und das muss sie – immer in die Verzweiflung, in… weiter lesen »
Sophus
Danke, verehrter @ Suarez für die schnelle Antwort an den verehreten @ GW, der die realen Konsequenzen aus einer ideologisch gesteuerten „historisch-kritischen“ Bibelwissenschaft unter dem Diktat der aufgeklärt-deistischen Spätdatierung von 20 der 27 Schriften des Neuen Testaments richtig sieht. Aus meiner umfänglicheren Version meines Rundschreibens möchte ich Ihre Befürchtungen, @ verehrter GW, durch ein Textbeispiel belegen: In welche Sackgasse protestantische und in deren Gefolge auch katholische Reformtheologen bis hinauf in höchste Kirchenkreise, deren Speerspitze gegenwärtig an der Familiensynode in Rom teilnimmt, geraten können, wenn sie sich spätdatierenden Leben-Jesu-Forschern ausliefern, lässt ein promovierter, ehemals evangelisch-lutherischer Theologe und nunmehriger atheistischer Verleger und… weiter lesen »
Suarez
Hochverehrter Sophus, die Konsequenz aus dem, was Sie hier zitieren, bringt doch schon Paulus auf den Punkt: 1 Kor 15,14 Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. Wenn diese historisch-kritische Bibelforschung tatsächlich das belegen könnte, was sie vorgibt zu belegen, ohne es wirklich zu können, dann wäre der christliche Glaube in der Tat nicht mehr aufrechtzuerhalten. Was aber will dann noch ein Kardinal Kasper mit einer Barmherzigkeitstheologie, die auf Sand gebaut hätte, die ein Trug wäre? Soll die Institution Kirche lediglich noch als Tarnung dienen, um eine dem christlichen Glauben entgegen gesetzte… weiter lesen »
Sophus
Hochverehrter @ Suarez ! Die letzten der von Ihnen zitierten Sätze aus Joseph Ratzingers Buch „Die Kirche-“ möchte ich durch ein Zitat Goethes begleiten lassen, der es wagt, auch „für das vorgegebene Wort einzutreten“: Eckermann hat aus dem letzten Gespräch mit Goethe elf Tage vor dessen Tod 1832 notiert: „Ich halte die Evangelien alle vier für durchaus echt; denn es ist in ihnen der Abglanz einer Hoheit wirksam, die von der Person Christi ausging und die so göttlicher Art ist, wie nur je auf Erden das Göttliche erschienen ist. Fragt man mich, ob es in meiner Natur sei, ihm anbetende… weiter lesen »
Suarez

Hochverehrter @ Sophus !
Goethe sprach ja auch von der „herrlich leuchtenden Natur“, also von der Welt als Schöpfung nicht bloß eines ersten abstrakten Bewegers. Für Goethe leuchtete in der Natur der Wille Gottes, der Sinn allen Gewordenen, überall auf. Goethe hat schon auf Grund seiner höchst empfindsamen Anschauung klar erkannt, dass ein „Wissen“ ohne Gott eben das Wesentliche verfehlt.

Wie wäre es, wenn Sie Ihre wirklich profunde Betrachtung der Spätdatierung auch an das Forum Deutscher Katholiken schickten, damit die das auf ihre Internetseite setzen.

GW
Erst einmal vielen Dank Ihnen beiden, für Ihre ausführlichen Erläuterungen. Muß das erstmal „verdauen“ … es weht einen eisekalt an, wenn man versucht, sich in den ‚inneren Zustand‘ jenes Autors, jener ‚Aufgeklärten‘, jener so … armen Menschen (ein anderer, irgendwie passenderer Ausdruck fällt mir im Moment wirklich nicht ein), hineinzuversetzen. Wenn man sich die ganze Tragweite dieser Erschütterung, die Konsequenzen für Kirche und Welt, für unsere Gegenwart und Zukunft (wir spüren’s ja jetzt schon; und das ist erst der Anfang …), für die einzelnen Menschen und die gesamte Gesellschaft (der sog. ‚westlichen Wertegemeinschaft‘), mal so richtig klarzumachen versucht. Das ist… weiter lesen »
GW
Anm.: Tröstlich insofern, als man sehen kann, daß sich viele Menschen eben doch nicht verwirren & täuschen lassen von Büchern von Leuten wie etwa auch Dawkins oder Deschner, und mit guten Argumenten kontern; erschreckend jedoch, wenn man sich andererseits klarmacht, wie populär (und aggressiv!!) der durch solche Machwerke verbreitete ‚Vulgär-Atheismus‘ doch (geworden) ist, wohl gerade bei Menschen mit eher geringem historischen, philosophisch-theologischen und naturwissenschaftlichen Hintergrund. Da, muß ich sagen, habe ich hohen menschlichen Respekt z.B. vor vielen US-Evangelikalen (ohne mich deren Ansichten jetzt anschließen zu wollen, klar), die wirklich intellektuell kämpfen und schreiben und publizieren und versuchen, die (verführten) Menschen… weiter lesen »
GW
… nein, nicht nur die US-Evangelikalen; sondern eben auch Menschen wie Sie, verehrter Sophus! – Aber es bleibt eben dennoch der Eindruck im Großen und Ganzen, daß dieses gesamte, tja, ‚postkonziliare System‘ wirklich jeden geistigen Kampf, jede intellektuelle Auseinandersetzung völlig aufgegeben hat (außer mit sich selbst!?) und alles nur noch zukleistert und verklebt durch einen billigen, unredlichen, seichten, jeden Verstand beleidigenden, rein emotionalen „Liebhab-Ökumenismus“, das meinte ich; als sei da nicht nur nicht mehr der Wille, sondern in weiten Teilen auch gar nicht mehr der Verstand oder jedenfalls die Fähigkeit vorhanden; was wiederum am ganzen (auch kirchlichen, theologischen) Bildungssystem liegt,… weiter lesen »
Suarez
Verehrter @ GM, erlauben Sie mir noch einige Anmerkungen zum Verhältnis Aufklärung und Glaube. Vorab möchte ich betonen, dass ich keinen grundsätzlichen Widerspruch von naturwissenschaftlichem Erkennen und Glaube sehe. Unsere auf sinnliche Erfahrung beruhende Erkenntnis gerät dann in die schiefe Ebene, die den Menschen in den Abgrund geraten lässt, wenn sie des Glaubens ermangelt und sich der Verstand, die Vernunft, autonom setzt. Es ist die von der Aufklärung ins Werk Emanzipation vom Willen Gottes, die die Seele des Menschen verdirbt. Der Ausruf des „tollen Menschen“ bei Nietzsche: „Wir haben Gott getötet“, richtet sich ja auf die Tat, nicht auf das… weiter lesen »
Suarez
Forts. Guardini rückt hier einen ganz wichtigen Aspekt des Glaubens ins Bewusstsein; das Gericht. Die Aufklärung hat überall sichtbar, man nehme nur mal die heutigen Formen der „Unterhaltung“, zu einer völligen Trivialisierung menschlicher Existenz geführt, sie hat den Menschen tatsächlich entmündigt und zu einem Spielball der Triebe werden lassen. Wo das Bewusstsein des Höheren ausfällt, reduziert sich der Mensch auf das Tierhafte. Statt zu einem sittlichen Wesen zu werden, fällt der moderne Mensch wieder in den Zustand des Barbaren zurück. Die Ausgrenzung der Metaphysik aus der „voraussetzungslosen“ Wissenschaft führt in die Irre, denn die „voraussetzungslose“ Wissenschaft begründet sich von einer… weiter lesen »
Sophus
Hochverehrter @ Suarez! Ich danke Ihnen für den Hinweis auf die Möglichkeit, die Kurzform meines Rundbriefes (7 Seiten) auch dem Forum deutscher Katholiken zur Einstellung in deren Internet zuzusenden. Die Langform (32 Seiten), die in erster Linie für die deutschsprachigen Bischöfe, für maßgebliche Synodalteilnehmer und weitere Kirchenvertreter bestimmt ist, hat das Forum erhalten. Zum Einstellen in dessen Internet für eine breitere Öffentlichkeit dürfte sie sich allerdings nicht eignen – die Kurzform sehr wohl! Die Langform meines Statements zur Ordentlichen Weltbischofssynode 2015 zu Ehe und Familie ist unter dem Titel „Gotteswort gegen Menschenwort“ bisher von mir an folgende Adressaten* gemailt worden:… weiter lesen »
Sophus
Schlussbemerkung zum Rundbrief in Kurzform! Mein Glaube und meine geschichts- und literaturwissenschaftliche Texterfahrung ließen mich überzeugt bleiben, dass die im Kern historisch wahren neutestamentlichen Zeugnisse aus dem jüdischen Umfeld der Apostel und der Familie Jesu stammen müssen. Es galt daher zu beweisen, - dass die evangelisch-lutherische Spätdatierung konfessionspolitische Wurzeln hat und gegen das Selbstverständnis der römisch-katholischen Kirche gerichtet ist, - dass die Entstehungsgeschichte der Evangelien und der Apostelgeschichte als früher, zeitlich parallel zu den apostolischen Briefen ablaufender, kommunikativ-vernetzter Prozess begreifbar ist, - dass an diesem Prozess die namentlich bekannten Evangelisten und Briefeschreiber unter wechselseitiger Hilfestellung, Beratung und Einflussnahme beteiligt gewesen… weiter lesen »
Suarez
Hochverehrter @ Sophus, sicher nicht nur ich bin sehr beeindruckt, von dem, was Sie hier in komprimierter Form, darlegen. Ich sehe aber weiterhin ein grundlegendes Problem: Das Erkennen von Wahrheit ist immer abhängig vom Willen. Man könnte überspritzt auch sagen, Wahrheitssuche ist ein Willensakt, den man vollziehen oder dem man sich, aus verschiedenen Gründen, verweigern kann. Wenn ich mir die Thesen von Walter Kardinal Kasper zur Barmherzigkeit anschaue, sein verkürztes Verständnis von der Authentizität des Glaubens als Offenbarung Gottes, dann hege ich ernste Zweifel, ob bei Kasper und seinen Anhängern der Wille zur Wahrheit nicht durch ideologische Blockaden lahmgelegt ist.… weiter lesen »
Sophus
Hochverehrter @ Suarez Sie haben völlig recht! Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – der steinige, der zur Wahrheit führt, aber auch der abschüssige zur bewussten theologisch verbrämten Lüge. So war die Wahrheit über die Entstehung des Neuen Testaments, wie ich sie bis dahin kannte, eine andere als die, welche Rudolf Augstein im Spiegel – Leitartikel Nr. 21 vom 25. Mai 1999 unter dem Titel: „2000 Jahre danach – Was bleibt von Jesus Christus? Über den Mythos, der die Welt prägte“ im aggressiven Tonfall eines öffentlich bestellten Anklägers in eigener Sache zur Neuauflage seines Buches „Jesus Menschensohn“ zur… weiter lesen »
Suarez
Kleine Schlussbemerkung meinerseits „In diesem Glauben müssen wir uns üben – und in der Furcht Gottes. Den Untergang der Welt und das Gericht dürfen wir nicht als etwas ansehen, das weit weg liegt, sondern als eine Möglichkeit, die neben uns hergeht. Nicht als das mythische Ereignis am fernen Ende, sondern als die Drohung, die sich vom Zorne Gottes her auf uns richtet.“ Mögen alle Bischöfe der Synode diese Worte Romano Guardinis in ihrem Herzen bedenken. Auch der Hirte, ja selbst der Papst als Nachfolger des Apostels Petrus, stehen nicht außerhalb des Gerichtes! Sie sind keine Gottheit, sondern nur schwache, der… weiter lesen »
GW
Vielen Dank Ihnen, verehrter Sophus und verehrter Suarez! Und möge das Schreiben von Sophus weite Verbreitung finden und vor allem an entscheidender Stelle nicht auf blinde Augen stoßen, sondern den Adressaten Sinn, Herz und Verstand öffnen – für die ewige Wahrheit Christi! – Muß mich in meinem vlt. allzu dusteren Blick oben etwas korrigieren, denn … es ist wie beim Goldwaschen – unter vielem Schotter und Staub blitzen eben doch die Goldkörnchen hervor, vielleicht wenige nur, aber umso wertvollere. Gestern noch etwas auf gloriatv herumgeguckt, stieß nochmal auf Beiträge von Frau Prof. Dr. von Stockhausen sowie Herrn Albrecht Grafen von… weiter lesen »
Sophus
Hochverehrter @ Suarez, ich danke für Ihr Schlusswort und schließe mich ihm an, indem auch ich sage: Mögen die Synodalen in der Furcht Gottes durch die Synode gehen und begreifen, dass das Gericht immer als eine Möglichkeit neben ihnen hergeht. „Nicht als das mythische Ereignis am fernen Ende, sondern als die Drohung, die sich vom Zorne Gottes her auf uns richtet.“ Diese Worte Romano Guardinis sind von uns allen zu allen Lebzeiten zu bedenken. Möge sich der Zorn Gottes nicht auf die richten, die heute und in den nächsten drei Wochen aus Eitelkeit und Hochmut das göttliche Wort beiseite schieben,… weiter lesen »
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