Der Jesuit auf dem Papstthron – Von zwei Katastrophen in einer Person (3. Teil/3 – Schluß)

El Jesuita
El Jesuita

von Wolfram Schrems*

Gestern, 9. Juni, erreichte mich in der Nacht die traurige Nachricht, daß P. Severin Leitner, ehemaliger Novizenmeister, Regens des Collegium Canisianum und Provinzial der österreichischen Jesuiten, amtierender Berater des Jesuitengenerals und Assistent für Zentral- und Osteuropa, am Sonntag, 7. Juni, bei einer Bergtour in Italien tödlich verunglückte.

Ich kannte P. Leitner, war ihm aber nie direkt unterstellt. In den vergangenen Jahren traf ich ihn das eine oder andere Mal zufällig auf der Straße und wechselte einige freundliche Worte.

Er hatte geistlichen Schliff und menschliches Format.

Leitner war einer derjenigen Jesuiten, die offensichtlich ein diszipliniertes geistliches Leben führen und auf diesem Sektor auch hervorragende Weisung geben können, gleichzeitig aber kirchlich und politisch weit „links“ stehen, sich intensiv in der Nähe „progressistischer“ Bischöfe aufhalten und über „konservative“ Bischöfe abfällig sprechen. Diese Gespaltenheit fand ich immer verwirrend. Sie ist für die Situation vieler in der Gesellschaft Jesu bezeichnend, die – zumindest nach meiner persönlichen „Unterscheidung der Geister“ – durchaus bonae voluntatis sind.

Schließlich muß man hier den Druck der Weisungen der Ordensoberen berücksichtigen. Auch P. Leitner seinerseits mußte in prozeduralen und inhaltlichen Fragen gehorchen.

Die Liebe zur Wahrheit erlaubt aber so und anders keine vorgeblich „pietätvolle“ Ausflucht:

Da der Tod Augenblick der letzten Bilanz ist, muß man sich in aller Aufrichtigkeit fragen, was vom Wirken P. Leitners geblieben ist bzw. bleiben wird. Die letzten zwanzig, fünfundzwanzig Jahre waren jedenfalls keine Blütezeit der österreichischen Ordensprovinz.

Mit der Bitte an die geschätzte Leserschaft um ein Memento.

R. I. P.

Zum Abschluß der Serie nun eine finale Auswertung der derzeitigen Situation von Papsttum und Jesuitenorden.

Ein kurzes Resümee der gesamten Gedankenführung

Aufgrund persönlicher Erfahrungen wußte ich mich anläßlich der Wahl eines Jesuiten zum Papst und einer unwahrhaftigen, zuweilen schmeichlerischen Berichterstattung („el Jesuita“) verpflichtet, ein kritisches Wort zum Zustand des Jesuitenordens zu sagen. Ausgehend von einer Kontrastierung ignatianischer Vorgaben mit dem Verhalten von Papst Franziskus und verschiedenen Einzelbeobachtungen aus der jüngsten Geschichte des Jesuitenordens und unter Berücksichtigung des zerstörerischen Wirkens zweier „prominenter“ Jesuiten und eines weniger prominenten Ex-Jesuiten in den Exkursen sind wir bei einem kritischen grundsätzlichen Schlußresümee angelangt.

Die Serie hat dabei nicht den Zweck, Kritik um der Kritik willen zu üben, sondern der Wahrheit die Ehre zu geben und den Fortschritt im Glauben zu befördern. 1)Daher will ich diese Serie auch nicht über Gebühr ausufern lassen. Das Wesentliche ist gesagt. Um die Anregung eines Lesers aufzugreifen: Ich konsultierte Malachi Martins vernichtend kritisches Buch The Jesuits - The Society of Jesus and the Betrayal of the Roman Catholic Church (New York, 1987), zumindest in Teilen. Dadurch fühle ich mich in meinen Beobachtungen und Schlußfolgerungen bestätigt. Martins Ausführungen zu Teilhard de Chardin sind sogar noch um einiges schärfer. Um Martin ausführlicher einzubeziehen, andererseits aber auch auf die Kritik bezüglich seiner eigenen, durchaus schillernden Person einzugehen, bedürfte es noch unverhältnismäßig umfangreicher und im Zusammenhang nicht notwendiger Ausführungen. Die von mir konsultierten Werke (aus seiner letzten, „traditionalistischen“ Lebensphase) erscheinen mir jedenfalls rechtgläubig und in jeder Hinsicht glaubwürdig.

Was heißt „papsttreu“? – Eine autobiographische Vorbemerkung

Robert Kardinal Bellarmin SJ
Robert Kardinal Bellarmin SJ

In den 90er Jahren habe ich eine starke Feindseligkeit von Jesuiten gegen Papst Johannes Paul II. erlebt. 2)Das bezieht sich meiner Erinnerung nach aber vor allem auf „westliche“ Jesuiten, besonders auf deutschsprachige. Ich hatte in den 90er Jahren papsttreue und menschlich vorbildliche Jesuiten slowenischer und kroatischer Nationalität kennengelernt. Man hatte ihm nicht „verziehen“, daß er 1981, als der Ordensgeneral P. Pedro Arrupe durch einen Schlaganfall regierungsunfähig geworden war, zwei Jesuiten als persönliche Vertrauensleute (nämlich die Patres Paolo Dezza, später Kardinal, und Giuseppe Pittau, später Erzbischof) als Kommissare einsetzte und erst 1983 einer Neuwahl zustimmte. Obwohl dieses Vorgehen rechtskonform war und dem Selbstverständnis des Jesuitenordens als besonderer Papstgarde vollkommen entsprach, trug es dem Papst unverhohlene Feindschaft ein. „Jesuiten sind keine Papalisten“, wie man mir damals sagte – soweit erinnerlich war es der eben Verstorbene. Und wie schon im letzten Unterteil erwähnt, war auch die Moraltheologie des Papstes (Veritatis splendor, 6. August 1993) ein besonderes Haßobjekt.

Für jemanden wie mich, der sich als „papsttreu“ verstand, war das verwirrend und skandalisierend.

In Zeiten jedoch, in denen nicht einmal mehr der Papst selbst papsttreu ist, muß man seine Haltung überdenken.

Für mich hat das zu einer stärkeren Differenzierung zwischen Person und Amt geführt (zur Möglichkeit eines häretischen Papstes hat sich übrigens der hl. Kardinal Robert Bellarmin aus der Gesellschaft Jesu ausführlicher geäußert). „Papsttreu“ kann daher nicht heißen, alle persönlichen Bocksprünge eines Papstes gutzuheißen oder mitzuvollziehen. Es kann nur heißen, am Glauben der Kirche aller Zeiten festzuhalten – denn der Papst ist dessen Diener, nicht dessen Herr. Diese Erkenntnis wurde durch Studien von Kirchenvätertexten, älteren lehramtlichen Dokumenten und kirchengeschichtlichen Werken, besonders auch durch Roberto de Matteis Abhandlung Apologia della Tradizione, gefördert.

Nein, wir sind keine Papalisten.

Andererseits wäre ein Papst vom Format eines Pius IX. oder Pius X. schon sehr erfreulich.

Ein Daraufblick auf über zwei Jahre Papst Franziskus – Was sofort auffällt

Was bei dem plan- und ziellos wirkenden Pontifikat sofort auffällt, ist die völlige Vernachlässigung doktrinärer und philosophischer Klarheit. Einzelne richtige und wichtige Aussagen sind in einem Meer der Konfusion ertränkt.

Robert Spaemann und Martin Mosebach haben als katholische Laien und Intellektuelle die inhaltliche Konfusion des Papstes richtigerweise kritisiert.

Ein Papst muß Klartext reden. Er muß die Wahrheit unzweideutig verkünden und verteidigen. Er muß die Irrtümer benennen:

Error cui non resistitur, approbatur et veritas, quae minime defensatur, opprimitur. Ein Irrtum, dem nicht widerstanden wird, wird gutgeheißen und die Wahrheit, die nur schwach verteidigt wird, wird unterdrückt. 3)Zit. nach: Roberto de Mattei, Apologia della TradizionePoscritto a Il Concilio Vaticano II. Una storia mai scritta, Lindau, Turin 2011, S. 37. Aber noch etwas anderes gilt: Sanctiores aures plebis quam corda sacerdotum (ebd., 27f). Das ist ein Zitat des hl. Hilarius von Poitiers in seiner Schrift Contra Auxentium gegen die Arianer, bzw. gegen die arianischen Priester: „Die Ohren des gläubigen Volkes sind heiliger als die Herzen der Priester.“ Hilarius wollte damit sagen, daß die Gläubigen auch die Predigt eines arianisch gesinnten Priesters im katholischen Sinn verstehen. Denn ihre Gesinnung ist lauterer als die der von versteckten Agenda und Mentalreservationen verdorbenen Priester mit ihren zweideutigen Predigten. Das ist auch heute ein weitverbreitetes Phänomen: Viele Gläubige hören automatisch das Beste aus der Predigt eines zweifelhaften Priesters oder Bischofs. Das ist zwar einerseits gut für die geistliche Erbauung, aber andererseits riskant, denn der Gläubige kann leicht auf einen falschen Weg geführt werden.

Wie ich im ersten Teil der Serie geschrieben habe, muß ein Jesuit das Amt, das er übernimmt, in der ihm eigenen Logik verwalten. Ein Papst muß nun einmal als Lehrer und Hirte agieren. Persönliche Vorlieben sind dabei hintanzustellen.

Und was noch auffällt: die ambivalente Persönlichkeit

Begrüßungsgesten
„Komisch“ wirkende Begrüßungsgesten

Ignatius bildete Menschen heran, die übernatürliche und natürliche Tugenden auf außerordentliche Weise entfalten sollten – „zur größeren Ehre Gottes“ und zum Wohl und Heil ihrer selbst und aller, mit denen sie zu tun bekommen.

Liebenswürdigkeit und Diskretion gehören auch dazu (vgl. Gal 5,22f). Zölibatäre sind in einem stärkeren Ausmaß versucht, gewisse Nachlässigkeiten in Selbsterziehung und Rücksichtnahme zu entwickeln. Junggesellenhafte Rüpelhaftigkeit, Formlosigkeit und Egomanentum sind naheliegende Versuchungen.

Die ignatianische Pädagogik und ordensinterne Formation sind darauf angelegt, diese Fehlentwicklungen zu verhindern.

Papst Franziskus vermittelt aber genau den Eindruck, als hätte diese Formation nicht recht gegriffen: Die Ausstrahlung ist zweideutig, verglichen mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI. nicht wirklich sympathisch, das Lächeln wirkt forciert, Begrüßungsgesten wirken oft komisch, das Abherzen von Kindern überschreitet jegliches vernünftige Maß.

Gleichzeitig ist er mit den Franziskanern der Immaculata brutal und ungerecht umgegangen. Seine Kopfwäsche für die Mitarbeiter der Kurie im Advent des Vorjahres verrät – vorsichtig gesagt – ein unausgeglichenes Temperament. Papst Franziskus verbreitet Verunsicherung und Angst. Kardinäle und Bischöfe werden ohne gerechte Vorgangsweise ihrer Posten enthoben. Die Familiensynode ist eine einzige große Intrige, Geschäftsordnungsverstöße eingeschlossen – unter dem Vorsitz und der Regie des Papstes.

Hier zeigt sich eine problematische Persönlichkeit.

Anbiederung an die Mächtigen

Kardinal Bergoglio mit Rabbi bei Alzuj bei einer B'nai B'rith-Veranstaltung in der Kathedrale von Buenos Aires
Kardinal Bergoglio mit Rabbi Avrjl bei einer B‘nai B‘rith-Veranstaltung in der Kathedrale von Buenos Aires

Die Besinnung über die zwei Banner (Exerzitienbuch 136ff) kontrastiert den Bereich Christi und den Bereich des Satans.

Papst Franziskus kennt das natürlich von seinen eigenen Exerzitien.

Gleichzeitig biedert sich der Papst aber bei den Mächtigen der Welt an. Sein intensiver Kontakt zu der einflußreichen jüdischen Loge B‘nai B‘rith aus seiner Zeit in Buenos Aires ist notorisch. 4)Wörtlich heißt B‘nai B‘rith „Söhne des Bundes“. Da seit 2000 Jahren bereits der Neue und Ewige Bund in Kraft ist, der aber von den Juden evidenterweise abgelehnt wird, fragt man sich nach der Berechtigung dieser Eigenbezeichnung.

Ein Rabbiner, nämlich Abraham Skorka, gehört offenbar zu seiner Entourage in Santa Marta.

Warum?

Der blasphemische Vorschlag des damaligen israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres, der Papst möge doch Generalsekretär einer Art Vereinte Religionen der Erde werden (o. ä.), wurde nicht mit Entrüstung zurückgewiesen.

Im Gegenteil öffnet sich der Papst einer radikal säkularen Agenda, die von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon und Bevölkerungsplaner Jeffrey Sachs betrieben wird, nämlich der Weltbevölkerungsreduktion im Zeichen des angeblichen menschengemachten Klimawandels.

Wie oben gesagt: Wer den Irrtum nicht radikal zurückweist, unterstützt ihn.

Es ist völlig ausgeschlossen, daß der hl. Ignatius das gutgeheißen hätte.

Resümee

Ich denke, es ist hiermit gründlich genug dargelegt, daß die schlimmsten Prophezeiungen über eine Apostasie der Gottgeweihten tatsächlich eingetreten sind. Es hat wenig Sinn, irgendwelche Laienfunktionäre oder Pastoralassistenten für Liturgiemißbräuche verantwortlich zu machen, wenn die Verfälschung der Liturgie von ganz oben angeordnet worden ist. Es hat wenig Sinn, einen Dorfpfarrer wegen Laxismus zu maßregeln, wenn eine Elite der Kirche, nämlich der Jesuitenorden, die Moraltheologie gründlich zerstört hat. Es hat auch wenig Sinn, sich über Dritte-Welt-Aktivisten mit ihrem lächerlichen Pathos zu echauffieren, wenn der Marxismus über die Befreiungstheologie von höchsten Stellen in die Kirche injiziert worden ist. Die Jesuiten selbst haben in Lateinamerika mit gewaltaffinen Ideologien gezündelt.

Der von 1965 bis 1981 regierende Ordensgeneral Pedro Arrupe (1907 – 1991) hat gemäß Malachi Martin den Orden von den katholischen und ursprünglich ignatianischen Wurzeln mehr oder weniger vollständig abgeschnitten und enorme Verwirrung gestiftet. Sein blinder Optimismus und sein übersteigertes Selbstbewußtsein haben großen Schaden angerichtet. 5)Der Vollständigkeit halber muß man anfügen, daß P. Arrupe in gewisser Hinsicht auch der Inspiration von Papst Paul VI. folgte. Dieser hatte anfänglich ebenfalls einem völlig irrealen Optimismus gefrönt. Als er dann den Jesuiten Weisungen im Sinne der katholischen Rechtgläubigkeit gab, kam das zu spät und war nicht mehr glaubwürdig. Wegen Humanae vitae wurde er nicht zuletzt von den Jesuiten massiv kritisiert.

Eine Kontinuität mit dem Ordensgründer besteht – über die rein formale Abfolge seiner Nachfolger als Ordensgeneräle hinaus – demnach nicht. Ignatius war katholisch und – selbstverständlich – „vorkonziliar“. Der erfahrene Verwalter und nüchterne Offizier hätte die weitschweifigen und zweideutigen Konzilstexte mit ihrer revolutionären Tendenz abgelehnt. Sie hätten ihm und seiner Societas Jesu keinerlei Motivation für missionarisches Handeln geboten.

Er lehrte, daß man sich in der Vorgangsweise der Verkündigung den Adressaten anpassen müsse.

Aber es muß sich selbstverständlich immer um dieselbe Botschaft handeln!

Diese ist inhaltlich bestimmt und hängt nicht von einer bestimmten Zeitepoche ab.

Was folgt aus dem Gesagten?

Unsere Liebe Frau von Fatima
Unsere Liebe Frau von Fatima

Erstens folgt eine starke Differenzierung zwischen Person und Amt auf Seiten der Gläubigen: Der Papst ist nur unfehlbar, wenn er ex cathedra eine dogmatische Aussage tätigt. Im Normalbetrieb kann man erwarten, daß er sich um das Wohl und Heil der ihm anvertrauten Gläubigen kümmert. Loyalität gegenüber dem Inhaber des Petrusamtes muß in schwerwiegenden Fällen eine vorgeordnete Loyalität gegenüber den Inhalten des überlieferten Glaubens einschließen.

Zweitens sind die kirchlichen Opportunisten, Karrieristen und Hofschranzen, einschließlich der kommerzorientierten katholischen Medienschaffenden, im Interesse des Glaubens und der Wahrheit gut beraten, jegliche Euphorie um Papst Franziskus sofort einzustellen: „El Jesuita“ ist eine Wunschvorstellung, die Praxis sieht – wie ausführlich gezeigt – anders aus. Die Schmeichelei nützt niemandem. Nur die Wahrheit macht frei.

Und drittens ist es auf Seiten der kirchlichen Autoritäten allerhöchste Zeit, das Versteckspiel um das Dritte Geheimnis von Fatima zu beenden. Die Mentalreservationen, Ausflüchte und Lügen müssen ein Ende haben. Die vom Himmel gewährte Schonfrist ist seit 1960 erkennbar am Ablaufen. Papst Franziskus hat sich bezüglich Fatima von Kardinal Loris Capovilla, dem ehemaligen Sekretär von Papst Johannes XXIII., informieren lassen. Er weiß, was zu tun wäre (genauso wie übrigens der emeritierte Papst Benedikt XVI.).

Tut er es angesichts der derzeitigen dramatischen Lage von Kirche und Welt nicht, wird der Jesuit auf dem Papstthron als der miserabelste Papst in die Kirchengeschichte eingehen.

A. M. D. G.

 .

*MMag. Wolfram Schrems, Linz und Wien, katholischer Theologe, Philosoph, Katechist

Bild: Lumen/Wikicommons/Montage Archiv/Pagina Catolica

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1. Daher will ich diese Serie auch nicht über Gebühr ausufern lassen. Das Wesentliche ist gesagt. Um die Anregung eines Lesers aufzugreifen: Ich konsultierte Malachi Martins vernichtend kritisches Buch The Jesuits - The Society of Jesus and the Betrayal of the Roman Catholic Church (New York, 1987), zumindest in Teilen. Dadurch fühle ich mich in meinen Beobachtungen und Schlußfolgerungen bestätigt. Martins Ausführungen zu Teilhard de Chardin sind sogar noch um einiges schärfer. Um Martin ausführlicher einzubeziehen, andererseits aber auch auf die Kritik bezüglich seiner eigenen, durchaus schillernden Person einzugehen, bedürfte es noch unverhältnismäßig umfangreicher und im Zusammenhang nicht notwendiger Ausführungen. Die von mir konsultierten Werke (aus seiner letzten, „traditionalistischen“ Lebensphase) erscheinen mir jedenfalls rechtgläubig und in jeder Hinsicht glaubwürdig.
2. Das bezieht sich meiner Erinnerung nach aber vor allem auf „westliche“ Jesuiten, besonders auf deutschsprachige. Ich hatte in den 90er Jahren papsttreue und menschlich vorbildliche Jesuiten slowenischer und kroatischer Nationalität kennengelernt.
3. Zit. nach: Roberto de Mattei, Apologia della TradizionePoscritto a Il Concilio Vaticano II. Una storia mai scritta, Lindau, Turin 2011, S. 37. Aber noch etwas anderes gilt: Sanctiores aures plebis quam corda sacerdotum (ebd., 27f). Das ist ein Zitat des hl. Hilarius von Poitiers in seiner Schrift Contra Auxentium gegen die Arianer, bzw. gegen die arianischen Priester: „Die Ohren des gläubigen Volkes sind heiliger als die Herzen der Priester.“ Hilarius wollte damit sagen, daß die Gläubigen auch die Predigt eines arianisch gesinnten Priesters im katholischen Sinn verstehen. Denn ihre Gesinnung ist lauterer als die der von versteckten Agenda und Mentalreservationen verdorbenen Priester mit ihren zweideutigen Predigten. Das ist auch heute ein weitverbreitetes Phänomen: Viele Gläubige hören automatisch das Beste aus der Predigt eines zweifelhaften Priesters oder Bischofs. Das ist zwar einerseits gut für die geistliche Erbauung, aber andererseits riskant, denn der Gläubige kann leicht auf einen falschen Weg geführt werden.
4. Wörtlich heißt B‘nai B‘rith „Söhne des Bundes“. Da seit 2000 Jahren bereits der Neue und Ewige Bund in Kraft ist, der aber von den Juden evidenterweise abgelehnt wird, fragt man sich nach der Berechtigung dieser Eigenbezeichnung.
5. Der Vollständigkeit halber muß man anfügen, daß P. Arrupe in gewisser Hinsicht auch der Inspiration von Papst Paul VI. folgte. Dieser hatte anfänglich ebenfalls einem völlig irrealen Optimismus gefrönt. Als er dann den Jesuiten Weisungen im Sinne der katholischen Rechtgläubigkeit gab, kam das zu spät und war nicht mehr glaubwürdig. Wegen Humanae vitae wurde er nicht zuletzt von den Jesuiten massiv kritisiert.

1 Kommentar

  1. Urteil nennt man die Aussage über das logische Verhältnis zweier oder mehrer Begriffe. Einem Subjektbegriff wird ein Prädikat zugeordnet und (in der Regel) sprachlich in einem Satz ausgedrückt.

    Ein *oberflächliches Urteil* ist ein solches, in dem entweder der Subjektbegriff oder der Prädikatbegriff inhaltlich (in der Gesamtheit seiner Merkmale) oder umfänglich (in Bezug auf die Einzelgegenstände, die unter den Begriff fallen) nicht klar abgegrenzt ist.

    >>> Das ist ein formallogisches Kriterium, und hat mit einem Werturteil nichts zu tun. <<< Ein Werturteil ist ein Urteil im oben definierten Sinn, bei dem eine persönliche Einschätzung (Valuierung, Wertung) ausgesprochen wird: die im Prädikat eine Stellungnahme des Urteilenden zum Subjekt des Urteils darlegen, etwa „Baselbieter leidet an Großmannsucht“.

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