Papst Franziskus und die „Richtung, die eingeschlagen wird“ zum Phänomen Medjugorje

Medjugorje: Welche "Richtung" geht Papst Franziskus?
Medjugorje: In welche „Richtung“ geht Papst Franziskus?

(Rom/Mostar) Seit bald 35 Jahren ist in der katholischen Kirche ein „Heiliger Krieg“ (Paolo Rodari) rund um Medjugorje im Gange. Auf der einen Seite steht ein skeptischer, zurückhaltender, mahnender Vatikan. Auf der anderen Seite stehen einige kirchliche Persönlichkeiten und viele Gläubige, die in großer Zahl in den herzegowinischen Ort pilgern und fest von der Echtheit des Phänomens überzeugt sind. Als Papst Franziskus am 1. Februar 2015 seinen Besuch in Bosnien-Herzegowina ankündigte, stand damit für beide Seiten der Front automatisch eine Frage im Raum: Wird das katholische Kirchenoberhaupt eine Entscheidung zum Phänomen Medjugorje bekanntgeben? Kardinal Viko Puljic, der Erzbischof von Sarajewo winkte umgehend ab. Ein Besuch des Papstes in Medjugorje sei nicht geplant. Auch nicht, daß sich der Papst zu Medjugorje äußern werde. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ bestätigte den Kardinal und dementierte umgehend Spekulationen. Ein Dementi, das er vor Beginn der eintägigen Pastoralreise am 6. Juni noch einmal wiederholte. Dennoch waren die Erwartungen in Medjugorje und unter den Verehrern der „Gospa“ sehr groß.

Auf dem Rückflug von Sarajewo beantwortete der Papst Journalistenfragen und sagte schließlich doch etwas zum herzegowinischen Ort, an dem seit 1981 die Gottesmutter Maria erscheinen soll. Die kroatische Journalistin Silvije Tomažević fragte den Papst: „Da wir in Bosnien und Herzegowina sind, besteht auch ein starkes Interesse für das Urteil über das Phänomen von Medjugorje …“

Papst Franziskus: „Wir sind nahe daran, Entscheidungen zu treffen“

Papst Franziskus antwortete wörtlich: „Über das Problem von Medjugorje hat Papst Benedikt XVI. seinerzeit eine Kommission gebildet unter dem Vorsitz von Kardinal Camillo Ruini; es waren auch noch andere Kardinäle, Theologen und Fachleute dabei. Sie haben die Untersuchung durchgeführt, und Kardinal Ruini ist zu mir gekommen und hat mir die Ergebnisse überreicht, nach langer Zeit – nach mehr oder weniger drei bis vier Jahren, ich weiß es nicht genau. Sie haben eine bedeutende Arbeit geleistet, eine bedeutende Arbeit. Kardinal Müller hat mir gesagt, er werde in dieser Zeit eine Feria quarta abhalten; ich glaube, sie hat am letzten Mittwoch des Monats stattgefunden, aber ich bin nicht sicher… [Einwurf von Vatikansprecher Lombardi: „Tatsächlich hat noch keine diesem Thema gewidmete Feria quarta stattgefunden“]. Wir sind nahe daran, Entscheidungen zu treffen. Sie werden dann bekanntgegeben. Für den Augenblick werden nur einige Orientierungen an die Bischöfe gegeben, aber in der Richtung, die eingeschlagen wird. Danke“

„Wo sind die Seher“ mit dem Brief, „den die Gottesmutter um vier Uhr nachmittags schicken wird?“

Die sechs Seher in den 80er Jahren
Die sechs „Seher“ 1981 als die „Erscheinungen“ begannen

Nur wenige Tage nach dieser Ankündigung sprach der Papst am Dienstag erneut über Privatoffenbarungen und wurde konkreter. Medjugorje nannte er dabei nicht, doch verstanden die Anwesenden die Worte in diesem Zusammenhang. Bei der außergewöhnlich langen morgendlichen Predigt in der Hauskapelle von Santa Marta sprach Franziskus über die „Versuchungen“ des Christentums: „Die Gottesmutter schickt keine Boten“ und kritisierte jene Christen, „die immer etwas Neues in ihrer christlichen Identität brauchen und dabei vergessen, daß sie auserwählt wurden, als Gesalbte“. Ebenso die Mahnung: „Verwässert nicht die christliche Identität in einer weichgespülten Religion“.

Gemeint seien jene, die herumlaufen und rufen: „‘Wo sind die Seher, die uns heute vom Brief sprechen, den die Gottesmutter um vier Uhr nachmittags schicken wird?‘ Zum Beispiel, nicht wahr? Und sie leben davon“. Und weiter: „Das ist nicht christliche Identität. Das letzte Wort Gottes heißt ‚Jesus‘ und nichts anderes!“

„Ein nicht allzu verschleierter Hinweis auf das, was in Bosnien-Herzegowina geschieht und auf die Erscheinungen, denen gegenüber im Vatikan große Skepsis herrscht“, so der Corriere della Sera.

1991 entschieden Jugoslawiens Bischöfe negativ über das Phänomen Medjugorje

Seit 1981 soll in Medjugorie sechs Personen die Gottesmutter, „Gospa“ genannt, erscheinen. Ein Phänomen, das sich in unterschiedlicher Form bis heute wiederholen soll. Die Übernatürlichkeit des Phänomens wurde bereits in den 80er Jahren vom zuständigen Bischof von Mostar abgelehnt und 1991 von der damals noch bestehenden Jugoslawischen Bischofskonferenz. Entgegen der Behauptung mancher Medjugorje-Pilger liegt damit seit vielen Jahren eine negative Entscheidung der Kirche zu den „Erscheinungen“ vor.

Eine Entscheidung, die viele Katholiken nicht akzeptieren wollen und durch den starken Pilgerstrom die Frage offenhalten. Dies veranlaßte Papst Benedikt XVI., der sich bereits als Präfekt der Glaubenskongregation negativ geäußert hatte, 2010 die erwähnte internationale Medjugorje-Untersuchungskommission einzusetzen. Die Kommission beleuchtete drei Jahre lang das Phänomen von allen Seiten und hörte einzeln alle „Seher“ an. Als die Untersuchungskommission ihre Arbeit beendet hatte, verhinderte der unerwartete Rücktritt Benedikts XVI. weitere Schritte.

„Orientierungen an die Bischöfe, aber in der Richtung, die eingeschlagen wird“

Ivan Dragicevic bei einer Erscheinung im Stephansdom in Wien
Ivan Dragicevic während einer „Erscheinung“ im Stephansdom in Wien

Im Februar 2014 empfing Papst Franziskus Kardinal Ruini in Audienz und ließ sich von ihm den Abschlußbericht der Untersuchungskommission übergeben und erklären. Der noch geheime Bericht war zu diesem Zeitpunkt im Vatikan wenigen ausgewählten Personen bereits mehr als ein Jahr bekannt. Dazu gehörte Kardinalpräfekt Gerhard Müller, an dessen Glaubenskongregation die Untersuchungskommission angesiedelt ist.

Mit den „Orientierungen an die Bischöfe, aber in der Richtung, die eingeschlagen wird“, von denen Papst Franziskus auf dem Rückflug gesprochen hatte, kann nur das Eingreifen der Glaubenskongregation gegen Auftritte der „Seher“ gemeint sein, bei denen die Echtheit der „Erscheinungen“ in Medjugorje behauptet wird.

Kardinal Müller sorgte im November 2013 nämlich für Aufsehen, als er die amerikanischen Bischöfe aufforderte, die Gläubigen an die geltenden kirchlichen Stellungnahmen zu Medjugorje zu erinnern, und die seien negativ. Solange es keine andere Entscheidung gebe, gelte die Erklärung der ehemaligen Jugoslawischen Bischofskonferenz von 1991, die zum Schluß kam, daß dem Phänomen Medjugorje keine Übernatürlichkeit zugeschrieben werden könne. Aus diesem Grund sei jede öffentliche Erklärung, die eine Authentizität des Phänomens annimmt, für Katholiken untersagt. Grund war der angekündigte USA-Besuch von Ivan Dragicevic, einem der sechs „Seher“, der besonders im Visier der Glaubenskongregation steht. Der Seher behauptet, „Erscheinungen“ während der zuvor angekündigten Gebetstreffen zu haben, egal, wo auf der Welt er sich gerade befindet. Nach der Aufforderung an die US-Bischöfe, solche Veranstaltungen zu unterbinden, mußte Dragicevic die Reise absagen.

Kardinal Schönborns Widerstand gegen Rom

Dragicevic ist schon mehrfach im Wiener Stephansdom vor Tausenden Gläubigen aufgetreten, so auch im September 2014 unter dem Motto „Message for you!“, und behauptete, dort eine „Botschaft“ der Gottesmutter empfangen zu haben. Wiens Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn gilt als ranghöchster aktiver Medjugorje-Unterstützer, der sich wiederholt über die römische Aufforderung zu Zurückhaltung hinwegsetzte. Im Stephansdom wird beim „Friedensgebet“ alljährlich die Echtheit der „Erscheinungen“ behauptet und sogar während der Veranstaltung eine „Erscheinung“ der Gottesmutter angenommen. Das ist das genaue Gegenteil dessen, was die Glaubenskongregation von den Bischöfen einfordert. Anstatt solche Veranstaltungen zu unterbinden, lädt Kardinal Schönborn sie in die Kathedralkirche ein.

Im Gegensatz dazu folgten Spaniens Bischöfe kurz nach den US-Bischöfen der Aufforderung Roms und riefen die geltende kirchliche Ablehnung von Medjugorje in Erinnerung. Die Vorgangsweise des Glaubenspräfekten erfolgte mit großer Wahrscheinlichkeit in Absprache mit Papst Franziskus. Denn nur wenige Wochen, bevor der Glaubenspräfekt aktiv wurde, hatte Papst Franziskus im September 2013 ein erstes Mal in einer morgendlichen Predigt gegen Privatoffenbarungen Stellung genommen. Aussagen, die er kurz nach dem Eingreifen der Glaubenskongregation in den USA Mitte November 2013 wiederholte.

September 2013: Papst Franziskus nannte Medjugorje als Negativbeispiel – „Sucht nach Neuigkeiten“

Marienstatue in Medjugorje
Marienstatue in Medjugorje

Im September sprach er von einer „Sucht nach Neuigkeiten“ und mehr wissen zu wollen, als durch die Offenbarung den Menschen von Gott bekanntgemacht ist und davon, daß Menschen deshalb da und dorthin ziehen würden, um [bei „Erscheinungen] Neues zu erfahren. Dabei habe der Papst ausdrücklich, so beteuern Ohrenzeugen, als Beispiel Medjugorje genannt. Der Hinweis wurde allerdings weder von Radio Vatikan noch vom Osservatore Romano in die Kurzzusammenfassung der morgendlichen Predigt aufgenommen. Am 14. November sagte der Papst, daß Maria nicht die „Leiterin eines Postamtes“ sei, die „jeden Tag Botschaften verschickt“ und die Zukunft voraussage. Die Worte wurden als Anspielung auf die bereits mehr als 30.000 „Erscheinungen“ und „Botschaften“ von Medjugorje und anderer „Privatoffenbarungen“ verstanden, von denen es zahlreiche weltweit gibt.

Allerdings sei es erst seit dem Phänomen Medjugorje, also seit 1981, zu einer „inflationären Flut von angeblichen Botschaften“ Mariens und Jesu gekommen, so ein Mitarbeiter der Glaubenskongregation. „In Fatima, Lourdes, La Salette gab es wenige Erscheinungen mit präzisen Botschaften.“ In Medjugorje erscheine die Gottesmutter, als wäre sie eine Plaudertasche, „deren Botschaften inhaltlich dürftig sind und sich zudem ständig wiederholen“. Auffallend sei, daß „seit Medjugorje“ angebliche Erscheinungsphänomene an verschiedenen Orten in großer Zahl auftreten und an allen zeige sich Maria, manchmal auch Jesus, als Plaudertasche. „Eine bedenkliche Abfärbung, jedenfalls keine gute Frucht.“

Diözese Modena untersagte Medjugorje-Treffen mit „Seherin“

Für den 20. Juni war im italienischen Sestola in der Diözese Modena eine Veranstaltung mit der „Seherin“ Vicka Invakovic vorgesehen. Der Journalist Paolo Brosio, ein überzeugte Anhänger Medjugorjes, berichtete auf seinem Blog, daß die Veranstaltung abgesagt wurde. „Die Veranstalter wurden daran erinnert, daß man sich bis zu anderslautenden Entscheidungen durch den Heiligen Stuhl an die Entscheidung der Bischöfe des ehemaligen Jugoslawiens zu halten habe, die in ihrer Erklärung von Zara vom 10. April 1991 sagen: ‚Auf der Grundlage der bisher durchgeführten Untersuchungen ist es nicht möglich zu behaupten, daß es sich um Erscheinungen oder Offenbarungen von übernatürlicher Art handelt”. Daran hielt sich die Diözese Modena und verlangte von den Veranstaltern, das Treffen abzusagen, was diese auch taten.

Ein weiteres Beispiel für die „Orientierungen an die Bischöfe“, von denen Papst Franziskus am 6. Juni sprach, an dem sich wohl auch die „Richtung, die eingeschlagen wird“ bei der endgültigen Entscheidung Roms ablesen läßt.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons/Medjugorje.ws (Screenshots)

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17 Comments

  1. Das intuitiv empfundene Problem vieler Katholiken ist jedoch, dass sie bezüglich der Rechtmäßigkeit und Rechtgläubigkeit der Bischöfe und des Papstes so verunsichert sind, dass sie eher an Medjogorje glauben als Bischöfen und Päpsten, die unglaubwürdig geworden sind, weil sie nicht nur diese Erscheinung, sondern auch überlieferte Lehre ablehnen.

    Und aus diesem Dilemma kommen wir nicht raus – egal, was Rom dazu sagen wird. Das wird genauso wenig ankommen wie das Wort des Ortsbischofs.

    Solange wir keine rechtgläubige Hierarchie mehr haben, werden sich die Menschen umso mehr an solche Erscheinungen oder an die Verknöcherung in „Traditionen“ klammern. Da kann F. samt einem verkommenen Episkopat noch so viel dazu zum besten geben.

    Er redet soviel Unsinn daher – wer garantiert diesen Gläubigen, dass seine Meinungen hinsichtlich Medjugorje nicht ebenso sind? Und dann kocht wieder die Empörung hoch: schließlich hat er ja auch die Franziskaner der Immakulata etc. etc.

    Was ist also sein Urteil prinzipiell wert?
    Nur das, was einem persönlich gerade schmeckt?
    Sein Urteil zu M. wird mir passen, das zu den FI nicht?

    • Was diesen Ort betrifft, bin ich mehr als skeptisch.
      Ich war zweimal dort und habe gute Erfahrungen gemacht, ganz ohne Zweifel.
      Ein Ereignis hat mich sogar ganz besonders geprägt.
      Trotzdem, es ist mir fast unmöglich, an diese über 30 Jahre stattfindenden täglichen Erscheinungen zu glauben.
      Ich muss es aber -Gott es gedankt- auch nicht.
      Solo dios basta!
      Wie auch immer die Entscheidung ausfällt – es wird Frustrationen geben.
      Ich finde, Sie haben die Situation recht gut beschrieben.
      Irritationen, wohin man schaut!

  2. Es wird doch alles verfolgt und abgelehnt, egal ob es San Damiano (Mama Rosa), Eisenberg (Mutter Lex), Heroldsbach, Amsterdam (Mutter Ida), Garabandal, Manduria, Pena Planca/Chile (Miguel Angel Poblete), Ohlau (Domanski), oder eben ,Medjugorje‘ ist….

    • Also bei aller Kritik an der RKK:
      bei all diesen Erscheinungen und Botschaften halte ich mich persönlich NUR an die Entscheidungen der Kirche.
      Also für mich zählen nur „anerkannte“ Visionäre und ihre Aussagen.
      Wer da trotzdem zweifelt, sollte sich lieber GAR NICHT mit „Prophezeiungen“ befassen, sonst kommt er nicht nur sprichwörtlich in Teufels Küche!!

      • Tja, da bin ich definitiv anderer Meinung. Haben Sie überhaupt eine Ahnung, ob diese Menschen und Inhalte nicht zu unrecht abgelehnt und verfolgt wurden ?! Ich beschäftige mich mit diesen Dingen seit circa 20 Jahren und habe im Verlauf der Zeit festgestellt, dass entgegen dem allgemeinen eingeschlafenen und dumpfen Bewußtsein diese Propheten uns zu Recht aufrütteln und uns dazu anhalten zu beten, zu opfern und uns vorzubereiten. Der Herr hat uns gewarnt am Ende dieses Zeitalters nicht einzuschlafen. Von mir aus können Sie das alles ignorieren, das ist dann Ihre Entscheidung !

      • @ Jeanne d‘Arc

        Ich wäre dennoch vorsichtig – der Verführer kann auch Erscheinungen nachäffen und auf diesem Wege die, die vielleicht gewillt sind, etwas frömmer zu bleiben, „abgreifen“.

        Vergessen Sie nicht, dass er bereits im Paradies Eva damit verführte und täuschte: Er gaukelte ihr eine Vertiefung der Erkenntnis vor und brachte sie dazu, die Grenzen, die Gott gesetzt hatte, nicht mehr zu erkennen.

        Das ist tragisch, wenn auch nicht so „hart“, wie eine willentliche Übertretung entgegen der eigenen Erkenntnis, die Gott sogar noch selbst geliefert hatte (Adam), aber eben ein „Soft-Einfallstor für Irrungen und Täuschungen. Man sollte das nicht zum Kavaliersdelikt herabmindern und strikt allem aus dem Weg gehen, was einen nicht sicher zu Jesus führt. IM Zwiefelsfall ist es besser,. ohne dies auszukommen, zumal Erscheinungen ja eh nicht heilsnotwendig sind.

        Ich glaube nicht, dass der Himmel in einer Zeit ohne funktionierendes Lehramt, das alleine hier Licht ins Dunkel bringen könnte, uns zumutet, nun mit diesen inflationären Erscheinungen umgehen zu müssen, die dann auch noch wie eine Dauerdusche rieseln und nicht, wie die echten und anerkannten Erscheinungen sparsam, effizient und zielgerichtet.

        Ich denke, heute sind Buße, (Rosenkranz-)Gebet (aber bitte den echten und ursprünglichen Rosenkranz beten!) und vernunftorientierte Reflexion angesagt.

      • @Stella
        Da haben Sie recht, man soll nicht alles unreflektiert in sich aufnehmen. Dazu haben wir die Gnade der „Unterscheidung der Geister“ bekommen. Ich bin kein Privatoffenbarungsfanatiker. Es gibt auch sogen. „Begnadete“, die ihre Macht gebrauchen um Menschen zu beeinflußen und zu manipulieren. Das schrecklichste Beispiel, von dem ich vor kurzem las, ist das, wo eine Begnadete durch ihre Botschaften sagen ließ, dass all jene sich von ihren Angehörigen trennen sollen, wenn die Angehörigen diese Botschaften nicht akzeptieren würden. Als Folge davon ereignete sich der Suizid eines Mannes dessen Familie daran zerbrochen war. So etwas ist widergöttliches Sektierertum. Allerdings gibt es unter den Propheten auch einige, die sehr bescheiden sind und viel gelitten haben (z.B. die verstorbene Mutter Lex in Eisenberg). Man muss für sich selbst entscheiden was man davon annimmt, ohne Fanatismus und ohne andere „bekehren“ zu wollen. Ich finde es nur ziemlich traurig, dass einige wirklich gute Propheten unter einer Art Christenverfolgung aus den eigenen Reihen leiden mußten und zum Teil noch müssen. Da wird dann die Grenze zum Klerikalfaschismus zum Teil überschritten. Was mich auch immer wieder erstaunt ist, dass Menschen mit intellektueller Macht sehr in dieser Richtung des Klerofaschismus reagieren, weil sie nicht mit ihrem Gewissen konfrontiert werden wollen.

      • @ Jeanne d‘Arc
        Verfolgung ist nun mal Prophetenschicksal, von daher ist es nicht schade, sondern hat so, das die „Propheten“ etwas schikaniert werden, weil von Verfolgung kann man da nun wirklich nicht reden!
        Üblicherweise kann man an dem wie die „Propheten“ die Verfolgung aufnehmen ablesen was es mit der Echtheit auf sich hat, und von daher…
        Aber wie Sie ja selber sagen, die Unterscheidung der Geister—

      • „Weh‘ dir, Chorazin ! Weh‘ dir Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – man hätte dort in Sack und Asche Buße getan…“ (Lk 10, 13)

        „Weh‘ euch ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler ! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestätigt ihr selbst, dass ihr Söhne der Prophetenmörder seid.“ (Mt 23, 31)

        Mutter Lex und die Seherkinder von Heroldsbach wurden exkommuniziert.

      • In Heroldsbach weigerten sich die Kinder zu unterschreiben, dass die Kirche das Recht hat über die Echtheit zu entscheiden, und davon abgesehen ist Heroldsbach das was ich mir unter „schrecklich“ vorstelle.
        Düster, süßlich kitschig, und schräg.

      • Ich kenne nicht die absoluten Details von Heroldsbach. Jedoch war schon die Sperrung des Berges extrem problematisch. Aber Heroldsbach hin oder her, was mir auffällt ist, dass seit circa 1960 alle Erscheinungsorte und Botschaften verteufelt und abgelehnt wurden. Darüber hinaus gibt es inzwischen eine Art ‚Untergrundkirche‘ in der viele Gläubige und Sühneopferseelen im Stillen mit Gott ihren Weg gehen.

      • @ Jeanne d‘Arc
        so ähnlich dachte ich auch mal, bis mich der Zufall nach Heroldsbach verschlug.
        Ich sehe dass die dortigen Patres versuchen zu retten was zu retten ist, aber die ganze „Alte Kirche“ mitsamt dem „Gnadenraum“ und drumherum die Schilder auf den Blumenbeeten, „Hier berührte der linke Fuß der Muttergottes die Erde“ die Hinweise „hier Gnadenquelle“ das ganze Ambiente ist so richtig düster, frömmelnd, süßkitschig dass ich zumindest was Heroldsbach angeht, nicht umhin kann, der Verurteilung vollumfänglich zuzustimmen.
        Genau der gleiche Geist, weht auch um Mutter Lex (nach dem was ich gelesen habe) und um Maria Simma.
        Hat was von Magie, um es auf den Punkt zu bringen.

      • @ein besorgter Christ
        Ich war vor 15 Jahren dort und fand es gar nicht ‚kitschig‘, ‚düster‘ oder ‚frömmelnd‘. Das Christuskind im Garten hat mich damals besonders berührt. Für mich war es eine seelische Bereicherung dort zu beten und ich verspürte auch einen tiefen Segen. Das alles ist im Bereich der subjektiven Wahrnehmung und des subjektiven Kunstgeschmacks. Über diese Dinge kann man endlos streiten. Unser Herrgott wird über alles entscheiden, wenn er zurück kommt. Und ich hoffe, er kommt bald….

  3. Nachtrag:
    So werde ich es auch halten, wenn eine Wischi-Waschi-Erklärung zu Medjugorje fallen sollte!
    (was ggf. zu befürchten steht)

  4. Die Erscheinungen und Botschaften der Muttergottes in Medjugorje sind wohl als echt und wahr einzustufen. Dennoch ist es verständlich und nachvollziehbar, wenn es dazu auch Skepsis gibt. So etwas, also Erscheinungen über mehrere Jahrzehnte, sind ja auch nicht leicht zu glauben.
    Es wird dazu von manchen oder vielen auch wie es aussieht, zuviel „Tamtam“ gemacht. Da gehts zu oft auch um Sensationshascherei.
    Die kirchliche Hierarchie muß also dieses Ungesunde zügeln und auf vernünftige und gute Bahnen lenken. In einer Zeit der medieninszinierten Massenhysterien am laufenden Band ist das nicht einfach, und Papst Benedikt XVI. hatte eine verständliche Entscheidung getroffen, um das Ganze abzukühlen.

    Eine Anerkennung von Medjugorje wäre auch ein starkes ökumenisches Signal hin zu den Orthodoxen in religiöser Hinsicht wie auch in politischer Hinsicht ein Signal für ganz Europa. Medjugorje liegt bekanntlich genau auf der alten, bis heute bestehenden geistigen Grenze von West- und Ostrom, von Rom und Byzanz/Konstantinopel.
    Eine Anerkennung wäre gewiß zu verstehen als „Maßnahme“ zur Überwindung dieser alten Teilung des Kontinents in kirchlicher wie auch politischer Hinsicht.

  5. Natürlich ist auch bei Erscheinungen ein gesundes Misstrauen angebracht. Noch vor einem Jahr hätte ich diesem rigoros Widersprochen.
    Doch als ich aus dem Nachlass von meiner Tante einen kleinen Zettel gezeigt bekam, der noch vor 1950 von Alois Irlmaier stammte:
    Zuerst kommt ein Wohlstand wie noch nie!

    Dann folgt ein Glaubensabfall wie noch nie zuvor.

    Darauf eine Sittenverderbnis wie noch nie.

    Alsdann kommt eine große Zahl fremder Leute ins Land.

    Es herrscht eine große Inflation.

    Bald darauf folgt die Revolution

    Es hatte mich erschüttert, wie viel schon eingetroffen war und auch Neugierig gemacht. Ich musste feststellen, dass gerade im Katholischen Bereich sehr viele Seher gibt. Auch Alois Irlmaier war sehr fromm. Aber auch Pater Pio hatte ähnliche Visionen. die meisten beschäftigten sich mit dem dritten Weltkrieg, der auch ein Ende der katholischen Kirche bedeutet.
    Einschränkend füge ich hinzu, wie wir sie Heute kennen.
    In diesem Krieg soll eine Finsternis von 3 Tagen, die Menscheit um mindestens ein Drittel reduzieren.
    Auch wenn man das als Spekulation bezeichnet, sollte man sich einmal mit der Chassidischen Sekte Chabad Lubawitsch befassen. Wäre es nur eine Endzeitsekte, könnte man diese leicht ignorieren. Doch wenn man von den finanziellen Mitteln über die diese Sekte verfügt einrechnet, kann einem Angst und Bange werden. Denn sie arbeiten auf ein Neues Armageddon hin, um die Ankunft Messiah ben Josef vorzubereiten. Das sei nur mit dem Blut aller unreinen Juden und Gojim möglich. Diese Sekte existiert schon im 19. Jahrhundert. Mit dem Rothschild Bankhaus Kuhn & Loeb wurden von dieser Sekte Das Attentat von Sarajevo, Lenin, der als er die Machenschaften dieser Sekte aufdecken wollte sehr schnell gestorben wurde. Sein Vertrauter Karl Radek wurde in einem Hochverratsprozess von Stalin hingerichtet. Stalin war auch Empfänger von Zig Millionen Dollar aus diesem Bankhaus. Als Israel von den Engländern nicht gegründet wurde, baute man Faschistische Herrscher gegen England auf, Mussolini und Adolf Hitler, bekamen ebenfalls Milliarden aus dieser Quelle.
    Man kann alles als Verschwörungstheorie hinstellen, doch wer sich die Mühe macht einmal die Bücher von Wolfgang Eggert zu lesen dem geht ein Licht auf. Die Bücher sind schwer zu lesen, es sind so viele Quellenangaben die immer wieder ablenken. Was hat das mit der Kirche zu Tun?
    Nun ja auch die Finanzen des Vatikans werden von Rothschild verwaltet. Und damit sind wir wieder bei der Sekte.

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