Kardinal Burke: „Ich werde widerstehen“

Kardinal Burke: "Ich werde widerstehen"
Kardinal Burke: „Ich werde widerstehen“

(Paris) Der traditionsverbundene Blog Adelante la fe veröffentlichte in Auszügen vorab ein Interview von France2 mit Kardinal Raymond Leo Burke, das am gestrigen Sonntag um 13.15 Uhr ausgestrahlt wurde. Der Interviewer erinnert an die Forderung nach Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion und die „neue Linie“ zu Homosexualität und fragte Kardinal Burke:

France2: Wie gedenken Sie, den Papst auf den rechten Weg zu bringen…

Kardinal Burke: Da muß man sehr vorsichtig sein und auf die Zuständigkeiten des Papst achten. Der klassische Satz lautet, daß der Papst die Fülle der Macht hat, das ist richtig, aber er hat keine absolute Macht. Er steht im Dienst der Glaubenslehre. Er hat nicht die Macht, die Lehre, die Doktrin zu ändern… Lassen wir die Frage nach dem Papst beiseite. In unserem Glauben ist es die Wahrheit und die Lehre, die uns führt.

France2: Wenn der Papst in diese Richtung beharrt, was werden Sie tun?

Kardinal Burke: Ich werde widerstehen, ich kann nichts anderes tun. Es steht außer Zweifel, daß das eine schwierige Zeit ist, das steht fest. Das steht fest.

France 2: Ist es schmerzhaft?

Kardinal Burke: Ja.

France2: Ist es besorgniserregend?

Kardinal Burke: Ja.

France2: Ist laut Ihnen die Kirche als Institution bedroht?

Kardinal Burke: Der Herr hat uns zugesichert, so wie er dem Heiligen Petrus im Evangelium versichert hat, daß die Kräfte des Bösen sie nicht überwinden werden. Non praevalebunt sagen wir in Latein. Sie werden die Kirche nicht besiegen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: France2 (Screenshot) von Corrispondenza Romana

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26 Comments

  1. Mögen sich noch möglichst viele Würdenträger Kardinal Burke’s Vorbild anschliessen; so wie etwa S.E. Weihbischof Athanasius Schneider aus Kasachstan mit seinen unmissverstäbdlichen Worten bez. der „neu-alten Lehrer“ einer ang. notwendigen „neuen Pastoral“. 

    -
    „Die unveränderliche Wahrheit Gottes
    über Ehe und Geschlechtlichkeit. “
    [….]
    Kein Katholik, 
    der seine Taufgelübde noch ernst nimmt, 
    darf sich 
    von diesen neuen sophistischen Lehrern 
    der Unzucht und des Ehebruchs 
    einschüchtern lassen, 
    selbst wenn diese Lehrer, Gott sei es geklagt, 
    das Amt eines Bischofs oder Kardinals bekleiden. 
    Solche Lehrer in kirchlichen Ämtern sind sicher keine 
    Schüler Christi sondern schon eher Schüler Moses‘ 
    oder Epikurs. 
    Diese neue Lehre und angebliche Pastoral der Ehe 
    und Geschlechtlichkeit bringt die Christen wieder
    zurück in die Zeit vor Christus, 
    in die Haltung der Hartherzigkeit und der Blindheit des Herzens 
    gegenüber dem ursprünglichen, 
    heiligen und weisen Willen Gottes; 
    sie bringt die Christen 
    in eine Haltung, die 
    der Heiden ähnlich ist, 
    welche Gott und dessen Willen nicht kennen.
    So lehrt uns der Heilige Geist in der Hl. Schrift:
    „Das ist nämlich der Wille Gottes; 
    eure Heiligkeit, damit ihr euch der 
    Unzucht enthaltet….
    lebt nicht in der Leidenschaft wie die Heiden, 
    die Gott nicht kennen.“ (1 Thess 4,3-5)

    Allein ein Leben 
    gemäss der ursprünglichen, 
    von Christus wiederhergestellten 
    und von der Kirche unverändert überlieferten Wahrheit Gottes bezüglich der Ehe und der Geschlechtlichkeit und ihrer Praxis, 
    die die “Wahrheit in Jesus“ ist („veritas in Iesu“ Eph 4,21) bringt das neue Leben in Christus hervor, und alleine auf das kommt es an“ 
    [….]
    -

  2. Vordergründig wird das viele beeindrucken, dieses Pathos hinsichtlich des Ehethemas: „Ich werde widerstehen!“ Freilich muss man dann erst sehen, was er tut, wenn es hart auf hart kommt…
    Entfernt klingt das nach den rührseligen amerikanischen Filmen, in denen irgendeiner mit Tremolo in der Stimme die Unabhängigkeitserklärung verliest.

    Kein Wort der Erklärung, warum das Thema so wichtig ist – es wird als moralisches Must-have vorausgesetzt. Und genau das versteht aber der moderne Mensch nicht!

    In früheren Zeiten hätten heilige Männer und Frauen gesagt: „Ich hoffe, dass ich mit Gottes Hilfe widerstehen kann und nicht selbst irre!“

    Aber gut – man muss nicht von Jesus reden. Das tun weder Kardinal Burke noch F. zentral, und sind sich insofern doch näher, als es ausschaut. Gott wird nur noch da erwähnt, wo man ihn nicht umgehen kann bzw. als Variable für die Stärkung der eigenen Position braucht. Beide sind v.a. Vertreter einer bestimmten Moral oder Lehre, und beide argumentieren innerhalb ihrer Lehre so, als stünden wir nicht primär und vor allem und immerzu vor dem Heiligen Gott, dessen Heiligkeit man nicht an Morallehren messen kann. Und vor allem unterschätzen beide, dass wir in einer Heilsgeschichte leben, die auf ein Ziel zusteuert und der die Verwirklichung des himmlischen Jerusalem nicht auf Erden verheißen ist.

    „In unserem Glauben ist es die Wahrheit und die Lehre, die uns führt.“ Jesus, der Hl. Geist fehlen als der wahre Führer!

    Was hat der Herr uns denn gesagt über das, was uns auf Erden und im Irdischen erwartet?

    Was soll es sonst denn heißen, dass wir im Glauben und nicht im Schauen leben?

    Ich weiß, dass viele es schrecklich finden, dass ich das sage. Dennoch bitte ich drum, wenigstens kurz zu bedenken, was ich sage.

    Der Schlüsselsatz steht aber am Schluss und hier zeigt einmal mehr, dass der Kardinal den eigentlichen Problemen ausweicht:

    Zitat: „Ist laut Ihnen die Kirche als Institution bedroht?

    Kardinal Burke: Der Herr hat uns zugesichert, so wie er dem Heiligen Petrus im Evangelium versichert hat, daß die Kräfte des Bösen sie nicht überwinden werden. Non praevalebunt sagen wir in Latein. Sie werden die Kirche nicht besiegen.“

    Nun ist aber dieses Böse bereits so tief eingedrungen, dass die Frage der Fragen ist, ob eine dermaßen pervertierte Institution – in der Lehre (!!!) pervertierte Institution – noch die Kirche sein kann, oder nicht vielmehr eine Scheinkirche, an der sich umsonst verkämpft, der das nicht sehen will. An der im Gegenteil angesteckt wird von der Fäulnis, der das nicht sehen will, auch wenn er die Ehemoral bzw. was er dafür hält, aufrecht zu halten glaubt.

    Die Korrespondenz der Übernatürlichkeit mit der natürlichen Erscheinung der Kirche kann nicht in einer totalen Kontradiktion verstanden werden. Glaube und Vernunft müssen zusammenstimmen. Das tun sie aber beim Kardinal nicht!

    Er ist im Prinzip in einer Geisteshaltung, die auch in der Hölle noch hofft den Himmel zu finden und wacker „widersteht“.

    • Hier wird Unfairness mit Ihrem Standpunkt als Sedisvakantistin vermengt. Dabei schreiben Sie das, was aktuell zählt, ja selber: „Freilich muss man dann erst sehen, was er tut, wenn es hart auf hart kommt…“ Halten wir uns doch daran.

      Unfair sind Sie insofern, dass erstmals ein Kardinal – als einziger, wie es im Bericht heißt – mutig Position bezieht, in dem er Konsequenzen ankündigt, sollte die überlieferte Lehre verwässert resp. pervertiert werden. Und dies GEGEN die eindeutige Mehrheit der ggw. Kirchenleitung und, vor allem, GEGEN den öffentlichen Mainstream (gegen Benedikt XVI. zu opponieren, verlangte ganz und gar keinen Mut).

      Nicht dass dies zählt, Fr. Zeitschnur, aber mir kommt der Mann, den ich bisher nicht gehört hatte, im Beitrag sehr sympathisch rüber. Sie ätzen da lieber etwas rum („mit Tremolo“), werden dann doch selber pathetisch, wenn Sie von ihm erwartet hätten, sich hinzustellen, um sich in seiner Stellungnahme „mit Gottes Hilfe“ hoffentlich (!) nicht in etwas zu irren, was unser Herr Jesus Christus selber unmissverständlich gelehrt hat:

      „Ich aber sage: Wenn ein Mann sich von seiner Frau scheiden lässt – es sei denn, sie war untreu –, macht er sie zur Ehebrecherin. Und wer eine geschiedene Frau heiratet, begeht ebenfalls Ehebruch.“ (Mt 5,32)

      Also unterstellen Sie dem Kardinal nicht pauschal, er würde nicht „zentral“ von Jesus sprechen. Hätte ich einen Hut auf, würde ich ihn vor ihm ziehen – zumindest bisher. Denn wie gesagt, kommt es darauf an, wie es weitergeht, auch was „die Frage der Fragen“ betrifft.

      • Grundsätzlich muss man nicht immer gleich seine ganze Munition verschießen.
        Vielleicht hat der Kardinal Reserven, die er zur rechten Zeit mobilisieren wird.
        Jedenfalls hat er in der Frage der Ehe- und Sexualmoral klar Position bezogen.
        Wenn man mitten in Sodom und Gomorrha lebt, ist das nicht wenig.

      • @ carlo

        Ich habe nicht geschrieben, dass es ein Irrtum ist, an der Unauflöslichkeit der Ehe festzuhalten!

        Aber es dürfte dem aufmerksamen Beobachter nicht entgangen sein, dass es ja nicht um diese „nackte“ Lehre geht, sondern auch der Kardinal (wie viele Traditionelle, darunter auch Sedisvakantisten!) bereits längst Lehrerweiterungen vorgenommen hat, die teilweise auf nachkonziliaren, „lehramtlichen“, aber dennoch hochproblematischen Aktionen (Bsp.: Hl. Josef) beruhen.

        Ähnlich verwaschen stellt sich das bei Kardinal Müller dar, der auch irgendwie für die Unauflösölichkeit der Ehe plädiert, aber offenbar nicht erkennt, dass es ein vollkommen falscher Weg ist, nun ökumenistisch mit den anderen religionen darüber Gespräche führen zu wollen, um sich gegen den libralen zeitgeist der Atheisten und Agnostiker zu sammeln. Müller schwant etwas von einem „Naturrecht“, ohne zu sehen, dass sämtlich Religionen aber sehr wohl die Auflöslichkeit der Ehe nicht nur annehmen, sondern auch mit allen Perversionen praktizieren (Polygamie, Polyandrie, Scheidungsrecht, Verachtung der Frau, systematische Ermordung weiblicher Föten und Neugeborener etc.). darüber berichtete neulich auch diese Zeitschrift hier.

        Und so könnte man weitermachen!

        Es geht ja nicht drum, dass man nur irgendwie an der Lehre festhält, was immer man damit eigentlich genau meint – und Burke meint damit auch das ökumenistisch durchsetzte Denken Johannes Pauls II.

        Da kommt man mit einem Bibelzitat nicht mehr unbedingt ins Mark der realen innerkirchlichen Problematik, tut mir leid, @ Carlo.

        Ich weiß, dass ich damit das bisschen Hoffnung vieler ankratze, aber es geht hier nicht drum, ein bürgerliche Monogamie-Konzept durchzuziehen, das unter den gegebenen „konservativen Bedingungen“ auch zerschellen wird, sondern um eine Deutung der Tiefe des Ehesakramentes und seiner Beziehung zur Hl. Dreifaltigkeit und zur Beziehung zwischen Christus und Kirche. Dies wiederum erschöpft sich nicht mit dichterischen Erweiterungen, die in der Schrift keinerlei Anhalt haben (und auch nicht in der Lehre) über den Hl. Josef etc.

        Wir hatten doch das grimmige Festhalten an der Lehre bereits schon seit fast 200 Jahren durchgezogen und damit nichts geerntet, als zunehmende Verflachung des Sakramentes – auch und nicht minder bei den Konservativen. Es geht nur noch drum, ob wir moralisch so oder so denken…

        Ich kann da bei Kardinal Burke kein Licht am Ende des Tunnels sehen. Er argumentiert einfach nur wie ein Moralist. Und das kanns nicht sein!

      • //es geht hier nicht drum, ein bürgerliche Monogamie-Konzept durchzuziehen, das unter den gegebenen „konservativen Bedingungen“ auch zerschellen wird, //

        Das verstehe ich nicht.
        Gott hat, als er am Anfang Mann und Frau schuf, diese zur Einehe bestimmt. Unser Herr Jesus Christus hat das ausdrücklich bestätigt.
        Wo ist das Problem?
        Gott verlangt von uns nichts Unmögliches.
        Wo allerdings Heiligung und Heiligkeit kein Thema mehr ist, ohne die, nach den Worten des Hebräerbriefs, niemand den Herrn sieht – da hört Kirche auf, Kirche zu sein.

        //sondern um eine Deutung der Tiefe des Ehesakramentes und seiner Beziehung zur Hl. Dreifaltigkeit und zur Beziehung zwischen Christus und Kirche. //

        Viel zu kompliziert.
        Wenn Ehepartner wirklich Christen sind, das ist: wenn Christus in ihnen ist und sie in Christus sind, dann können sie auch eine christliche Ehe leben.

      • @ LL

        Das „Problem“?

        Das Problem ist NICHT, dass ich meinen würde, dass Gott von uns Unmögliches verlangt!

        Irgendwie sortiert man mich hier in eine Schublade, in der ich nicht gehöre und in deren Sinn ich mich auch nicht geäußert hatte!

        Das, was Sie für „zu kompliziert“ halten, findet sich aber beim Heiligen Paulus, der bei der Ehe von einem „Mysterium“ spricht, weil ihre spezifisch christliche Ausdeutung nur im Hinblick auf dieses Mysterium überhaupt verständlich wird.

        Auch Jesus brüskiert seine Jünger mit dem Hinweis auf einen „Usprung“, den Gott einmal mit der Ehe gedacht hatte. Die Jünger denken religiös korrekt und so, wie der natürliche Mensch eben denkt – so wie auch heute. Aber Jesus argumentiert nicht damit, dass man ja nur eine Norm einhalten müsse, sondern er verweist auf ein Mysterium der Schöpfung, das durch die Sünde nicht mehr verständlich ist – daher kennt keine Kultur echte Monogamie: der natürliche Mensch hat weder Ohr noch Auge für dessen „komplizierte“ übernatürliche Dimension.
        Der Satz Jesu „Wer es fassen kann der fasse es!“ kann sich auf den Zölibat, aber genauso auch auf die übernatürliche Ehe beziehen – eben weil das nicht natürlich zu fassen ist!

        Diesem Ursprung aber wird man nicht mit der Deklaration einer Morallehre gerecht: der Mensch hört nur etwas, das seinem natürlichen Verstand dann eben nicht einleuchtet. Und genau so verlaufen ja auch die Diskussionen.

        Die Ehe ist ein Mysterium ähnlich wie ein zölibatäres Leben.
        Beides kann nur durch übernatürlichen Glauben und übernatürliche Gnade gelingen.

        Bei Ihnen und vielen anderen klingt es aber so, als müsse man nur eine Norm einhalten, und das Einhalten der Norm schaffe dann schon die nötige Freude und Überzeugung.

        Es tut mir leid – aber das klingt nach religiös angestrichenem Kantianismus und nicht nach katholischem Glauben!

        Ihrem letzten Satz stimme ich dennoch zu – aber eben nicht als Automatismus verstanden! Man wird auch den Zölibat nicht „automatisch“ leben können, wenn Christus bei einem ist. Es ist beides ein Glaubensmysterium, das erkannt werden will.

      • Fr. Zeitschnur

        Was Sie betr. Kardinal Müller und Johannes Paul II. schreiben wie auch der Konsequenzen kann ich sehr gut nachvollziehen (wissen Sie auch ganz genau).

        Und ja: „…aber es geht hier nicht drum, ein bürgerliche Monogamie-Konzept durchzuziehen…“, sondern das Evangelium zu verkünden! Ob Kardinal Burke dies „nur“ in bezug auf das 6. Gebot tut, bezweifle ich, schließlich schloss er sich – ebenfalls als einziger Kardinal – dem Römer ProLife Marsch an. Und im o.g. Beitrag ging’s nun mal um die Ehe. Also ist beim aktuellen Stand der Dinge wenigstens benefit of the doubt angebracht.

        Worin aber sollen die „Lehrerweiterungen“ (Kardinal Burkes?) bestehen, und was hat es diesbezüglich mit dem hl. Joseph auf sich – etwa seine Erwähnung im Messkanon? Ich meine, bei Wiltgen gelesen zu haben, Joh. XXIII. habe dies nach Erhalt einer in Kanada gestarteten und nach Europa übergeschwappten „Massenpetition“ so entschieden.

        In Ihrer Antwort an Pascal weiter unten müssen natürlich auch Mgr. Lefebvre und seine Weihbischöfe ebenfalls für angebliche Lehrerweiterungen herhalten, wohingegen diese – Mgr. Williamson ausgeschlossen – doch nichts anderes als die bis zum Konzil geltende Lehre vertreten. Aber öffnen wir hier keine neue Kiste dazu; es geht um den abgesetzten Präfekten der Apost. Signatur.

      • @ carlo

        Okay – lassen wir die Piusse draußen, obwohl es dazu einiges zu sagen gäbe…

        Das mit „Pro life“ gehört für mich immer noch in das 6. Gebot-Thema.

        Und das mit dem Hl. Josef ist älter – schon auf dem Vaticanum I sollte das von gewissen Kreisen diskutiert werden, scheiterte allerdings daran, dass Pius IX. es kategorisch ablehnte, den Hl. Josef in den Messkanon zu bringen, und dies nicht nur, weil man einen so „alten“ Text nicht mehr ändern sollte, sondern deswegen, weil der Hl. Bräutigam Mariens da einfach nicht hineinpasst. Er hat mit dem Messopfer weder etwas zu tun noch hat er je die Hl. Kommunion empfangen oder sich als Märtyrer geopfert.

        Auch alle weiteren Schlüsse hinsichtlich seiner Rolle als „Arbeiter“, „Ehemann“ und „Familienoberhaupt“ sind äußerst fragwürdig, und es ist darum nicht gut, sich darauf zu stützen, wenn man etwas im Bezug auf die Ehe begründen will. Josef ist in der Schrift der Mann, der schweigend total zurücktritt – und das passt fast allen nicht ins Konzept, und flugs wurde er umgemodelt.
        Pius X. stand schon unter enormem Druck was den Hl. Josef betrifft.

        Irgendwelche Kreise hatten ein riesiges Interesse daran, diesen Heiligen zu instrumentalisieren für ihre Zwecke oder seine wahre Rolle zu verdunkeln.

      • Besten Dank für die Erläuterungen zum hl. Joseph.

        ProLife sehe ich indes stärker unter „Thou shalt not kill“ und damit in Kohärenz mit der Zurückweisung einer organisierten aktiven „Sterbehilfe“. In Anführungszeichen deshalb, weil es sich in Tat und Wahrheit dabei um eine Selbstmordhilfe handelt (…da wir letztendlich ja ohne menschliches Zutun sterben.)

      • @ carlo

        Muss einen Schreibfehler korrigieren. am Ende meines letzten Posts an Sie nicht Pius X., sondern natürlich der XII., der wohl „Josef der Arbeiter“ einführte, um dem Druck zu entgehen, ein Fest „Jesus, der Arbeiter“ einzuführen, was aber nicht für seine Stärke spricht. Josef (resp. Jesus) war nun mal kein „Arbeiter“.

        Aber oben störte mich am meisten Kard. Burkes inkonsequente Haltung.

        Ich möchte doch noch mal drauf eingehen:

        Burke sagt: „Lassen wir die Frage nach dem Papst beiseite. In unserem Glauben ist es die Wahrheit und die Lehre, die uns führt.“

        Dieser Satz ist m.E. selbst häretisch. Nach der Lehre führt uns nun mal eben nicht eine Abstraktion wie „die Wahrheit und die Lehre“, sondern es führt uns doch ausdrücklich als „nächste Glaubensregel“ …. der Papst! Der wiederum ist nicht „Vertreter einer Lehre“, sondern „Stellvertreter Christi“. Und das ist was vollkommen anderes in der organischen Hinsicht! Und das ist ja nicht meine Erfindung, sondern war Lehre der Kirche bis kurz vor dem Konzil Vat. II und stand so auch in jeder Dogmatik! Der Leib Christi verdorrt doch, wenn er dermaßen abstrakt gefasst wird.

        Dass der Papst sich an die Lehre halten muss, ist natürlich, davon unabhängig, richtig. Bloß – wenn er es nicht tut (und die Päpste tun es schon länger nicht mehr!), dann fragt sich, ob er nach der Lehre noch der Papst ist, dennn ein Häretiker kann nicht Katholik sein! Und wer kein Katholik ist, kann kein Papst sein – auch wenn diese Frage mit dieser einfachen Feststellung kirchenjuristisch nicht abgeklärt sein soll… geistlich und philosophisch ist sie damit abgeklärt, weil kein wahrer Gläubiger Häretikern folgen darf. Solche Päpste sind so etwas wie „Heiratsschwindler“. Und auch nach der offenkundigen, jedermann erkennbaren Entlarvung eines solchen Schwindlers im realen Leben muss die Frau einem solchen Mann nicht mehr anhängen – und zwar mit sofortiger Wirkung, auch wenn die Sache damit juristisch (noch) nicht geklärt wurde. Würde sie ihm aber „widerstehen“, die falsche Ehe aber ausdrücklich weiterhin anerkennen, wäre das schizophren und ihr Widerstand bliebe fruchtlos, psychologisch gesprochen ein „Double bind“-Verhalten. Ein späterer Richter würde ihr dies auch vorwerfen: sie hat keine klaren Zeichen gesetzt! Und darauf bezog sich meine Parallelisierung der Haltung Burkes mit der der Lefebvrianer.

        Das war mein Hauptkritikpunkt, und er ist weder unfair noch unberechtigt. Es bleibt die Frage, wie man an einem Symptom „widerstehen“ will, gleichzeitig aber die Frage nach dem Papst nicht beantworten will.

      • Gut, ich rücke von unfair ab und sage stattdessen unverhältnismäßig; berücksichtigend, dass er erst seit Ende 2010 Kardinal ist und es vielleicht auch hier – horribile dictu – so etwas wie Graduality gibt.

    • Das sehe ich wie Carlo liebe Zeitschnur – ich glaube, dass Sie gegenüber Kardinal Burke etwas unfair argumentieren. Vielleicht hören Sie sich einfach mal an was er zu sagen hat? Im März gibt es bei der liturgischen Tagung in Herzogenrath Gelegenheit dazu… (siehe deren Webpage)

      Ich jedenfalls bin sehr froh, dass es noch Karndinäle wie Kardinal Burke gibt, von denen bräuchte es mehr und nicht weniger!

      • @ Pascal13

        Ob es mehr oder weniger solche Kardinäle bräuchte, kann ich nicht beurteilen, wollte ich ja auch gar nicht.

        Ich habe oben @ Carlo geantwortet. Das ist auch Antwort an Sie – mir geht’s nicht drum, hier etwas fraglos Tolles zu zerstören, was ja auch absurd wäre, sondern mir stößt es bitter auf, dass man mit der Übernatürlichkeit des Glaubens weder argumentiert noch rechnet.

        Kardinal Burke argumentiert eben ähnlich wie in Piusbischof. Motto: „Recognize an resist“.
        Das haben wir jetzt seit einen halben Jahrhundert. Gebracht hat es nichts außer dass es nun eine spezielle Piustradition gibt, die mit der Tradition bis Pius X. nicht wirklich so sehr viel gemein hat..
        Auch EB Lefebvre hatte es ja mit der Meinung über sich selbst, er „widerstehe ins Angesicht“.
        Nun ja – möglich, aber die Frage ist doch, ob er damit richtig lag, ob er da, wo er hätte konsequent widerstehen sollen, nicht doch eingeknickt ist, und dieselbe Frage kann man bei Kard. Burke stellen. Er nutzt nichts, an der falschen Stelle Widerstand zu leisten!

        Muss an Adam denken – seelenruhig sah er zu, wie seine Frau getäuscht wurde und aß mit. Als er dann sah, dass er nackt war, wurde er plötzlich aktiv und bastelte sich und seiner Frau Bedeckungen. Da war er plötzlich groß und aktiv und hatte es wichtig.

        Warum schwiegen Kardinal Burke und andere bis heute zu allem im wesentlichen – außer wenn es um Sex geht?

        Denn dass das nur die letzte Bastion in einem langen Prozess ist, die umkippt, dürfte doch klar sein!
        Sie kippt nur, weil die Herren vorher alle seelenruhig zugesehen und mitgegessen hatten! Und durchaus nicht zu so konsequentem Widerstand bereit waren…
        Nun sehen sie sich nackt und werden aktiv und wollen notdürftige Bedeckungen kreieren…

        Ich weiß, dass sind unangenehme Gedanken, aber versuchen Sie meine ernsthafte Frage zu verstehen und nicht wie @ Carlo mit dem Totschläger von der Sedisvakantistin abzuschmettern.

        Anders herum gefragt: kann man einen systemische Krankheit heilen, indem man ein eingegrenztes Symptom verarzten will und zugleich festhält an der krankmachenden Ursache?

      • Liebe Zeitschnur,

        zu Ihrer Kernfrage: könnte es nicht sein, dass dies eben einfach der Tropfen ist der das Fass zum Überlaufen bringt? Zudem ist es natürlich das Thema über das in den Medien am ehestens berichtet wird … das muss man glaube ich daher auch etwas diskontieren.

        Ich glaube auch nicht dass ein Kardinal Burke zu anderen Themen schweigt, er hat sich z.B. auch schon dezidiert geäußert dass das 2. Vatikanum und seine Folgen kritisch diskutiert werden müssen. Er zelebriert fast nur noch in der alten Form etc etc.

        Ja, ich träume von einer Reform der Reform – auch wenn dies in weiter Ferne scheint glaube ich doch dass es Kardinäle von einem Schlage Burke sind die dazu in der Lage wären. Leider scheint es davon zu wenige zu geben, aber wer weiß…

      • @ Pascal13

        …aus einer bestimmten Sicht ist das sicher der „letzte Tropfen“, eben auch weil das Thema „Sex, Ehe, 6. Gebot“ den „gemeinen Mann“ immer interessiert, was man von komplizierten theologischen Fragen, die vorgelagert und zentraler sind und waren, sicher nicht sagen kann…da gebe ich Ihnen recht.

        Ich sagte an anderer Stelle, dass ich denke, dass das Thema Ehe die letzte Bastion ist, die nun geschleift wird.

        Leider stellt sich mir die Sache viel zynischer dar: eben weil der gemeine Mann mit diesen Thema noch am ehesten umzugehen weiß, hat man dessen Zerstörung für ganz am Schluss aufgespart, um die Leute weiterhin, trotz der horribelsten wesentlich zentraleren Änderungen, „bei Laune zu halten“, besser gesagt: einzulullen.
        Motto: Solange das 6. Gebot noch gilt, kann es ja nicht so schlimm sein…so verfuhr JPII…

        Meine Sehnsucht … ist persönlicher die nach Jesus. Ich wüsste nicht, wer außer ihm selbst dieses Desaster noch einmal heilen könnte.

        Aber man denkt immer „So kann es nicht weiter gehen!“ Und doch geht es noch weiter bergab…

      • Nun, Frau zeitschnur, aus einigen Ihrer Beiträge in letzter Zeit lese ich einen misandrischen Touch. Wenn ich mich irre – um so besser!
        Der Apostel Paulus schreibt an Timotheus: „Adam ward nicht verführt, das Weib aber ward verführt und beging so die Übertretung.“ (1 Tim 2,14).
        Kommentar: „Eva ward durch die Verheißungen der Schlange getäuscht, während Adam der Stimme Evas gehorchte… So ist das leicht zu täuschende Weib nicht geeignet, eine Lehrerin der Wahrheit zu sein.“

      • @ LL

        Ja, da liest jeder das heraus, was ihm gerade passt. Wie der Kommentar zeigt, denn der wird nicht bestätigt durch die Schrift und nimmt bereits weitere Schlussfolgerungen vor.

        Man könnte das auch so lesen:

        Während Eva immerhin einer Täuschung erlag, war Adam – ohne getäuscht zu sein – vollbewusst ungehorsam! (Sieht doch nicht so gut aus….)

        Da ihm aber das Gebot ursprünglich übergeben worden war, wäre auch er verantwortlich gewesen, als er sah, wie Eva durcheinander gebracht worden war, nun – als nicht Getäuschter – einzugreifen. War aber nicht so – Pustekuchen!

        Er ist nicht mehr geeignet zu lehren, sondern er muss nun die Verantwortung übernehmen und kann sich nicht mehr bequem auf die Frau herausreden.

        Denn das tut er bis heute. In einer geradezu maßlosen Verblendung zeigt er mit Fingern auf Eva/die Frau, ohne wahrzunehmen, dass es fast ausschließlich der Mann ist, der sich weiterhin vom Satan zu allem möglichen verführen ließ – auch zur Hinrichtung des Herrn.

        Sie finden es vielleicht normal, dass eine ganze Synode, die ausschließlich von Männern besetzt ist, die Kirche in die schlimmste Krise und Verführung stürzte.

        Nur eine kleine Denspielerei: Wäre diese Synode von ausschließlich Frauen geführt worden – ein frommer Mob würde über „das Weib“ herfallen und „es“ der schlimmsten Wesenszüge zeihen, hätte es schon immer gewusst haben wollen etc. etc. pp.

        Tut allerdings der Mann seine gravierenden, vollbewusst ungehorsamen Sünden, hält man ihm zugute, dass er das darf…

        Vergessen Sie nicht, dass Gott sich auf Adams Ausrede nicht einließ, sondern ihm vorwarf, dass er nicht auf IHN, sondern auf die offenkundig durcheinander gebrachte Frau hörte. Gott warf dagegen Eva gar nichts vor. Lesen Sie nur einmal genau die Genesis!
        Im Gegenteil – da sie um Gottes willen vom Satan zum Abfall gebracht worden war, stellte sich Gott in der Tat .. zur Frau und verhieß ihr – nicht dem Mann – den Sieg über den Verführer.

        M.E. – nun einmal alle Polemik beiseite – ist es die Aufgabe des Mannes, die ihm gesetzte Aufgabe auch zu erfüllen und nicht dermaßen leichtfertig zu verspielen, wie er es immer tat (von heiligen Ausnahmen abgesehen!), während die Frau wesentlich diese andere Aufgabe hat: in der Mutterschaft dem Satan den Kopf zu zertreten.

        Man kann es anders sehen: Der Mann ist in ständiger Gefahr, vollbewusst zu sündigen, indem er sich auf die Frau herausredet oder auf sie hört bzw. meint, auf sie zu hören oder ihr zuliebe etwas zu tun.

        Die Frau ist natürlich genauso begabt wie der Mann und faktisch geht viele Lehre in der Kirche auf Frauen zurück. Die Kirche hat das ja immer anerkannt!

        Aber die Frau soll nicht im Amt mit dem Mann lehren, sondern der Mann ist gehalten, dieses Amt nun alleine auszuüben, um … zum Mann zu werden … und eben unabhängig von der Frau auf den Herrn zu hören.

      • Warum ist das Sex-Thema so wichtig und warum ist der Teufel gerade hier so am Wirken?
        Ein Grund scheint mir der Neid des Teufels zu sein.
        Durch das Erzeugen von Nachkommenschaft in der Ehe hat der Mensch teil an der Schöpferkraft Gottes. Das hat der Mensch den erhabensten Engeln und natürlich auch den Daemonen voraus. Den Pflanzen und Tieren, die sich auch fortpflanzen, hat der Mensch voraus, dass er durch sein Erzeugen Leiber für unsterbliche Seelen bereitstellt.
        Darum will der Teufel auf jegliche Weise die Sexualität verhässlichen und pervertieren, und unterbinden durch Kontrazeption und unfruchtbare Homounzucht.

      • @ LL

        Zustimmung! Muss da an diese Vision Hildegards denken, die Eva im Paradies sah und das ganze Menschengeschlecht „leuchtete in ihrem Leib“ wie ein Sternenhimmel.
        Das – so Hildegard – habe den Satan wahnsinnig vor Neid und Hass gemacht und er musste daher die Frau anfallen.

        Durch uns schafft Gott neue Menschen, das ist größte Ehre und höchster Adel!
        Parallel: durch die Kirche wird der gefallene Mensch wiedergeboren ins Reich Gottes.
        Beide „Mutterschaften“ sind heute dem stärksten Angriff ausgesetzt, den es je gab, und dies auf ganzer Linie. Der „Papst“ will keine Proselyten mehr machen (aber das fing nicht erst mit F. an!), und der Frau wird weltweit die Mutterschaft entrissen – durch Abwertung der Mutterschaft, durch Erniedrigung der Frau zur bloßen Gebärerin neuer Kämpfer (Islam), durch Abtreibung weiblicher Föten in allergrößter Zahl. Durch Neugeborenentötung von Mädchen in ebenfalls hoher Zahl, durch den sozialen Zwang zur Verhütung und Abtreibung um niedriger Ziele willen.

        Um es mit Hildegard zu sagen: diese leuchtenden Sterne sollen erlöschen! Und mit ihnen ihre Trägerin(nen)!
        Oder aber ihre Zahl ist tatsächlich an ein Ende gekommen, hat sich erfüllt, und der Herr kommt bald. Bevor er kommt, wird noch einmal ein Großangriff auf die Mutter Kirche samt der natürlichen Mutterschaft (in Folge natürlich dann auch der Vaterschaft Gottvaters bzw. der natürlichen Väter) gemacht.

    • Ich weiß nicht, warum Burke hier herabgewürdigt werden muss. Das mit dem tremolo amerikanischer Filme geht doch an der Sache vorbei. Setzen wir auf Burke und viele Andere.

  3. S. E. Kardinal Burke ist ein echter Fels in der Brandung. Es stimmt, daß diese konservativen Kardinäle jahrzehntelang tatenlos zugesehen haben, bis in der Kirche das Depositum fidei immer mehr ausgehöhlt und nur leere Hülsen übrig geblieben waren. Jetzt ist Herr Bergoglio dabei auch noch die Hülsen zum Einsturz zu bringen, unter dem Beifall der linksliberalen Journaille weltweit. Trotzdem sind Kardinäle wie Burke und Ranjith Hoffnungsträger innerhalb der Kirche, und eins ist
    sicher, beim nächsten Conclave lassen sich die konservativen und halbwegs konservativen Kardinäle nicht mehr über den Tisch ziehen, nur müßte es bald soweit sein, bevor dieser Papa quasi haereticus noch mehr von seinen Kreaturen zu Kardinälen erhebt, um die Herrschaft der Progressisten zu zementieren.

  4. @Leo Laemmlein
    „Warum ist das Sex-Thema so wichtig und warum ist der Teufel gerade hier so am Wirken?“
    Der Typ weiß doch auch das der Geist willig aber das Fleisch schwach ist. Heute verstehen viele Menschen unter Liebe nur noch das eine und wiederum dasselbe. Das einzige was noch geklärt werden muß ob es die Frau oder der Mann ist der an der Spitze der großen Verführung steht. Ich habe da so einen Verdacht aber lassen wir das. Wir müssen da durch.
    Per Mariam ad Christum.

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