Volksbefragung Slowakei: Für die Familie, gegen die Gender-Ideologie

Slowakei: 7. Februar Volksbefragung über Familie und Gender-Ideologie
Slowakei: 7. Februar Volksbefragung über Familie und Gender-Ideologie

(Preßburg) Die Kirche in der Slowakei ruft die Bevölkerung auf, das Mittel der direkten Demokratie zu nützen und bei der Volksbefragung am kommenden 7. Februar für den Schutz der Familie, des Elternrechts und der Kinder zu stimmen und die Gender-Theorie abzulehnen.

Die slowakischen Bischöfe haben einen Hirtenbrief veröffentlicht, der am vergangenen Sonntag in allen Pfarreien des Landes verteilt wurde. Sie fordern die Slowaken dazu auf, beim Referendum am kommenden Sonntag mit „Ja“ zu stimmen. Im Sommer des Vorjahres hatte die Allianz für die Familie (AZR) dem sei Juni 2014 amtierenden Staatspräsidenten Andrej Kiska 408.322 Unterschriften für die Durchführung einer Volksbefragung übergeben. Das sind fast zehn Prozent aller Wahlberechtigten.

Die slowakischen Wähler sind am Sonntag aufgerufen, über folgende Fragen abzustimmen: Sind sie einverstanden, die „Ehe“ ausschließlich als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau zu definieren? Sind sie einverstanden, daß homosexuellen Paaren oder Gruppen die Adoption untersagt ist? Zudem sollen die Eltern die Möglichkeit haben, ihre Kinder vom Sexualkundeunterricht abmelden zu können.

Bischöfe: Konsultatives Referendum wichtige Möglichkeit für ein Signal an die Politik

Da sich die Politik bekanntlich vor der direkten Demokratie fürchtet, eine Ausnahme bildet die Schweiz, wo dieses Instrument einen wesentlichen Stabilitätsfaktor darstellt, hat die Abstimmung in der Slowakei nur beratende Funktion. Sie dient der Politik, die Meinung des Volkes zu erheben. In der unmittelbaren Wirkung kommt der Urnengang über den symbolischen Charakter nicht hinaus. Als solcher kann er jedoch ein wichtiges Signal an die politischen Gruppen sein, welche Haltung sie gegenüber der Gender-Ideologie einnehmen sollen. Eine Ideologie, die vor allem über die internationalen Gremien, ob EU, UNO oder internationale Parteizusammenschlüsse in alle Länder hineindrängt.

Die Bischöfe rufen daher die Katholiken zur Teilnahme auf, um die Familie zu stärken und gesellschaftspolitischen Experimenten eine Absage zu erteilen. In ihren Hirtenbrief berufen sie sich auch auf Papst Franziskus. Es werden einige Aussagen des Papstes zur Familie zitiert und darauf hingewiesen, daß er die slowakische Kirche in ihrem Kampf ermutigte, als er jüngst eine slowakische Delegation empfing. Der Papst wird im Hirtenbrief mit den Worten zitiert: „Ich grüße die mutige slowakische Kirche, die für die Verteidigung der Familie kämpft. Ich bestärke sie, mit Mut weiterzumachen.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Tempi

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