„Gekaufte Journalisten“ – Eine Buchbesprechung

Gekaufte Journalisten
Gekaufte Journalisten

Auf der Rückseite des Buchumschlags heißt es: „Haben auch Sie das Gefühl, häufig manipuliert und von den Medien belogen zu werden? Dann geht es Ihnen wie der Mehrheit der Deutschen. Bislang galt es als ‚Verschwörungstheorie‘, dass Leitmedien uns Bürger mit Propagandatechniken gezielt manipulieren. Jetzt enthüllt ein Insider, was wirklich hinter den Kulissen passiert.“ Dieser Insider ist Udo Ulfkotte, und „Gekaufte Journalisten. Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken“ ist der Titel seines vor wenigen Monaten im Kopp Verlag erschienenen Buches, das bereits in mehreren Auflagen gedruckt wurde.

In weiten Teilen bleibt Ulfkotte in „Gekaufte Journalisten“ ziemlich subjektiv, schildert er doch seine eigenen Erfahrungen, die er insbesondere in 17 Jahren als Redakteur bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) machte. Doch gerade auch vor dem Hintergrund jener Plaudereien aus dem Nähkästchen lohnt sich das Lesen des Buches. Und Ulfkotte ist dafür zu loben, dass er nicht einfach mit dem Finger auf andere zeigt, sondern zunächst an sich selbst Kritik übt. So beschreibt er beispielsweise verschiedene Fälle, in denen er faktisch geschmiert wurde – nicht durch das Überreichen von Briefumschlägen mit Bargeld in irgendwelchen dunklen Gassen, sondern viel subtiler, etwa durch die Finanzierung von Reisen mit der unausgesprochenen Erwartung wohlwollender Berichterstattung im Gegenzug.

Subtile Beeinflussung von Journalisten

Einen dieser Fälle schildert Ulfkotte über mehrere Seiten besonders ausführlich, nämlich seine Luxusreise nach Oman, welche von Sultan Qabus finanziert wurde, der dort seit 1970 als Diktator regiert. „Ein durchschnittlicher Leser wird jetzt erst einmal einen völlig falschen Eindruck bekommen. Er wird denken: Aha, da bezahlt ein Mensch einem Reporter eine Reise. Das wäre allerdings in Hinblick auf das erwähnte Land Oman, welches wir hier stellvertretend für andere nehmen, eine kaum noch zu unterbietende Untertreibung. Die Realität: Bei den Einladungen aus Oman reiste man als vermeintlicher FAZ-VIP auf Kosten des Staatschefs in der Business- oder First-Class an. Am Flughafen wartete des Sultans Personal, welches den Gast – einen einfachen Journalisten – extrem unauffällig und zügig durch die Kontrollen schleuste, vorbei an den ‚Normalsterblichen‘. Spätestens da fühlte man sich nicht mehr als einfacher Journalist, sondern rundum als VIP und irgendwie extrem wichtig.“

Wenige Seiten später erfahren die Leser das Ergebnis derartiger Reisen: „Man stelle sich einen jungen Mann vor aus ärmerem Elternhaus, der sich, weil der Vater früh verstorben war, alles hart hatte erarbeiten müssen. Zeitungen austragen, auf dem Bau arbeiten, am Fließband stehen – nur um studieren zu können und eine gute berufliche Perspektive zu haben. Und dann der Jackpot. Zum Nulltarif. Ohne Einsatz. Halt, ohne Einsatz? Man musste nur ausblenden, was man nicht sehen wollte. Hofberichterstattung war der Preis für den Jackpot.“ Man muss darauf hinweisen, dass ganz offensichtlich niemand zu positiven Berichten gezwungen wurde. Doch wenn man tagelang im Luxus schwelgt, so ist es kaum verwunderlich, den Finanzier der Reise oder der Veranstaltung nicht mehr ganz neutral zu beurteilen.

Undurchsichtige Netzwerke

Ein zweiter Themenkomplex ist, wie der Untertitel von „Gekaufte Journalisten“ bereits andeutet, die Aufdeckung obskurer Netzwerke, Beziehungen und Verflechtungen von Journalisten, Lobbyisten und Politik. Einigermaßen bekannt dürfte etwa sein, dass Helmut Kohl, 16 Jahre lang Bundeskanzler, Trauzeuge bei der Hochzeit von Kai Diekmann, Chefredakteur der in Deutschland auflagenstärksten Tageszeitung „Bild“, war. 2008 revanchierte sich Diekmann, indem er dieselbe Aufgabe bei Kohls zweiter Eheschließung (seine erste Frau beging 2001 Selbstmord) wahrnahm.

Weniger bekannt sind wohl Organisationen wie die Atlantik-Brücke oder die Trilaterale Kommission. Hiermit begibt sich Ulfkotte in Gefilde, in denen Verschwörungstheorien im Überfluss vorhanden sind. Zwar versucht Ulfkotte, die reinen Fakten zu schildern, doch werden mitunter Schlussfolgerungen gezogen, die detaillierterer Beweisführungen bedürften. Bloß weil Journalisten wie der bereits erwähnte Kai Diekmann, Theo Sommer (Herausgeber von „Die Zeit“), Mathias Döpfner (Vorstandsvorsitzender von „Axel Springer“), Claus Kleber (Moderator des „heute journal“ im ZDF) und Jörg Schönenborn (Fernsehdirektor des WDR) mit der Atlantik-Brücke in Kontakt stehen oder standen, heißt dies nicht zwangsläufig, dass sie die offizielle Linie der Organisation – falls es eine solche Linie überhaupt gibt – immer und notwendigerweise vertreten. Hier wirft Ulfkotte Fragen auf, die unbeantwortet oder ohne überzeugende Replik bleiben. Eine umfangreiche wissenschaftliche Analyse der Artikel oder Programme der „verdächtigen“ Journalisten wäre nötig, um hier tatsächlich fundiert argumentieren zu können. Ein diesbezügliches Beispiel bietet Uwe Krüger in seiner Dissertation „Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse“, welche von Ulfkotte häufig zitiert wird.

Fragen, aber nicht immer überzeugende Antworten

Nichtsdestotrotz sind augenscheinliche Elitenetzwerke wie die oben erwähnte Atlantik-Brücke zumindest bemerkenswert und umstritten und rufen nach einer kritischen Auseinandersetzung. Das Verdienst des Autors von „Gekaufte Journalisten“ liegt darin, seine Leser auf derartige zumindest mögliche Einflussnahmen aufmerksam zu machen. Danach ist es dem Leser selbst überlassen, welche Maßnahmen er trifft, oder ob er weiterhin an der Vorstellung festhält, dass Journalisten speziell der Leitmedien grundsätzlich eigentlich unabhängig sind.

Lassen wir Ulfkotte angesichts der Atlantik-Brücke noch einmal zu Wort kommen: „Die proamerikanische und ganz sicher nicht neutrale Organisation kriecht immer weiter vor in der medialen Berichterstattung. Nun ist ‚proamerikanisch‘ nicht unbedingt ein Schimpfwort. Aber es geht hier auch nicht um gut oder böse, sondern im Hintergrund vor allem um ein Wertesystem. […] Deutsche und Amerikaner teilen viele Werte, etwa Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit. Aber schon bei Fragen nach der Rechtsstaatlichkeit und dem Völkerrecht gibt es große Differenzen. […] Die Tatsache, dass wir keine Wertegemeinschaft mit den USA haben und ganz sicher nicht auf Augenhöhe mit Washington stehen, belegt nichts so eindeutig wie die Einschränkung unserer Freiheit durch amerikanische Spionage, welche die Privatsphäre unserer Bürger Tag für Tag missachtet. Wenn deutsche Journalisten sich also mit proamerikanischen Organisationen wie der Atlantik-Brücke gemein machen, dort auftreten oder diese gar fördern, dann stehen sie nicht mehr inmitten unseres deutschen Wertesystems. Sie werden dann mitunter zu Fürsprechern und/oder Lobbyisten eines anderen Wertesystems.“

Ausweg aus dem Einheitsbrei

Als Ausweg aus der gegenwärtigen Situation, in der er keine substanziellen Unterschiede zwischen den verschiedenen wichtigsten und einflussreichsten Medien in Deutschland sieht, empfiehlt Udo Ulfkotte in „Gekaufte Journalisten“, jene Medien nicht länger zu finanzieren. „Verweigert denen, die uns manipulieren und desinformieren, einfach Quote, Auflage und Gehör. Schaltet ab und gebt ab sofort keinen Cent mehr dafür aus. Je mehr Menschen das machen, umso größer wird der Druck.“ Allerdings ist dies spätestens bei den Zwangsabgaben für den Staatsrundfunk leichter gesagt als getan. Die Alternative zu den alteingesessenen und renommierten Medien ist für Ulfkotte das Internet: „Journalisten als Eigenmarken, die auch ohne Verlage Geld verdienen können, weil man ihnen vertraut – die haben eine Zukunft.“

Udo Ulfkotte: Gekaufte Journalisten. Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken. 336 Seiten, 22,95 €

Text: Katholisches.info/b360s
Bild: Kopp Verlag

drucken
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat:
Unterstützen Sie bitte Katholisches.info mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

38 Comments

  1. Gut gemeinte Ratschläge mit dem Abschalten usw. Das stört diese Kräfte aber nicht. Seit einiger Zeit gibt es Möglichkeiten, sich zu engagieren ´. Man nutze sie.

  2. Udo Ulfkotte scheint Medienberichte manchmal sehr gründlich zu hinterfragen. Mich hat besonders seine Recherche über den Tod Jörg Haiders verblüfft, nachdem ich mir die Zeit nahm den Bericht aus folgendem Link zu lesen.
    dhttp://deutschelobbyinfo.com/jorg-haider-ein-schlecht-vertuschter-mord/

    Aber wie in hiesigem Artikel angeklungen, bewegt sich Ulfkotte in einem Bereich, in dem eine seriöse Beweisführung für Journalisten nur schwer möglich ist. Ohne öffentlich breit anerkannte und seriöse Beweise ist eine Verschiebung solcher Berichte von der Rubrik Verschwörungstheorie hin zur Anerkennung als Tatsachenbericht sehr unwahrscheinlich. Zumal derartige Berichte von manchen Seiten verbissen bekämpft werden, denn man möchte ja nicht öffentlich als Dummkopf abgestempelt werden, und den Eindruck erwecken an solche Theorien zu glauben.
    Oder man hat ein von fremder Seite auferlegtes Interesse solche Geschichten als Verschwörungstheorien zu brandmarken und im Keim zu ersticken.
    Wie auch immer, nur Gott kennt die Wahrheit, auch dann wenn über sie hinweg getäuscht wird. War nicht der Tod Jesu Christi nur durch Verrat und Verleumdung, also durch eine Lüge möglich? Wurde er nicht deswegen zum Tode verurteilt, weil er sich als Gottes Sohn ausgab? Man glaubte ihm nicht und daher musste er sein Leben hingeben. Aber das sind nur Gedanken, die mir immer wieder kommen wenn es um die augenscheinliche Verfälschung der Wahrheit geht.
    Es ist gut, wenn sich jeder selbst ein Bild davon macht, was wahr sein könnte und was nicht, ohne anderen die eigene Sicht aufzuzwingen, denn einen Unfehlbarkeitsanspruch kann kein Mensch erheben, der gebührt Gott allein.

    • Ich muss hinzufügen, ich möchte den Wahrheitsgehalt von Ulfkottes Recherche-Ergebnissen nicht relativieren, sondern vielmehr darauf verweisen, dass der letztendliche, öffentlich anerkannte Beweis für seine Thesen in den allermeisten seiner „Storys“ nicht erbracht werden kann. Er mag zwar Recht haben, aber nicht Recht bekommen. Die Mainstreammedien stellen diesbezüglich eine unüberwindbare Mauer da.

      • Geehrter dhmg:

        Weder auf horusfalke noch unter dem von Ihnen angegebenen Link finde ersehe ich eine Angabe über Ulfkotte als Verfasser.
        Woher beziehen Sie diese Information (ehrliches Interesse)?

  3. Die Kritikpunkte an dem Buch von Udo Ulfkotte, das ich noch lesen möchte, mögen inhaltlich zutreffen. Allerdings darf man hier auch nicht die Maßstäbe eines wissenschaftlichen Werkes anlegen. Es ist ein Buch für den normalen Menschen und für den gewöhnlichen Buchhandel, nicht für Fachkreise.

  4. Meinungsmache, gezielte Desinformationen sind doch an der Tagesordnung. Fernsehen, Tages-
    zeitungen und sonstige Medien, leben davon. Der Durchschnittsbürger ahnt diese Verbindungen
    von Lobbisten und Kräften der Wirtschaft und geistigen Verbindungen. Selbst in christlichen Blät-
    tern wird einseitig berichtet und ein Bild der Zufriedenheit gezeigt. Religiöse Leserbriefe werden,
    besonders von den Tageszeitungen, nicht abgedruckt. Selbst Zuschriften an Diözesanblättern,
    werden weder abgedruckt und schon gar nicht beantwortet. Besondere Meinungsmache betreibt
    das Fernsehen in seinen Tagesnachrichten. Von mindestens 20 – 30 geführten Interviews, wer-
    den evtl. 3 – 4 gezeigt, natürlich im Sinne der Vorgaben. Weiterhin werden mit viel Geld entspre-
    chender Lobbisten, Sex, Homokultur, und Ehebruch als normal in Filmen dargestellt. Alles andere
    wird als heile Welt bezeichnet und zudem jeglicher christlicher Glaube unterminiert.
    So sieht das aus. Das ist Pressefreiheit mit Verdummung der Allgemeinheit.

  5. Udo Ulkotte hat auch einige andere interessante Bücher geschrieben, wie z.B. „SOS Abendland“ oder „Der Krieg in unseren Stätden“. Man mag ihm vielleicht in Manchem Übertreibung vorwerfen. Der springende Punkt ist aber, dass er mit den vielen Fakten, die er zusammengetragen und publiziert hat, leider Recht hat. Die Fakten sind nun mal die Fakten. Dass unsere Medien an einigen Stellen nicht objektiv sind, ist nachvollziehbar. Man muss mitdenken und auch andere Quellen mit einbeziehen. Als mündiges Kirchenmitglied ist doch heute auch Eigen-Verantwortung und klares Denken gefordert. Schon Papst Johannes Paul II. hat dies doch in seiner wunderbaren Enzyklika „Fides et Ratio“ postuliert: Glaube & Verstand. Den Verstand im Lichte Gottes durchleuchten und ihn im Dienste des Galubens einsetzten. Also: Nicht einseitig sein, sondern alles von mehreren Seiten her betrachten.

  6. Schon zu seiner Zeit ( Ende 19. Jahrhundert) 
    hat der Freimaurer Baron Moses Montefiori (Blumberg)
    auf einem „Internationalen Oberrat“ gefordert:
    -
    „Solange wir nicht 
    die Presse der ganzen Welt in Händen haben, 
    ist alles was ihr tut, vergeblich; 
    wir müssen die Zeitungen der ganzen Welt beeinflussen, 
    um die Völker zu täuschen und zu betäuben.“
    -

    Diese „human freigeistige“ Betäubung scheint besonders in Europa enorme Wirkung zu zeigen.

    Wenn Tausende gegen Abtreibung und (nicht existender) „Homo-Ehe“
    demonstrieren, findet Berichterstattung 
    in der freigeistigen Presse schlicht nicht statt….
    bei islamkritischen Demonstrationen wird verzerrt und tendenziös berichtet und es folgt sogleich die „Rassismus“keule.

    Wenn sich aber eine Handvoll krakelenden 
    und über Glaube ubd Kirche lästernden 
    Abtreibungs- und Homolobby-Sympathisanten über 
    „mangelnde Toleranz“ beklagen, 
    ist ihnen eine aufgeblasene Berichterstattung sicher.
    Ebenso bei mikrigen Aufmärschen von – oft gewaltbereiten – islamfreundlichen „Multikulti“ Gutmenschen / Chaoten.

    Die öffentliche Meinung Richtung Seelenverschmutzung zu beeinflussen
    ist freigeistige Methodik !
    Heute offensichtlicher denn je.

  7. Manipulation durch die Medien gab’s schon immer, aber sie wird besonders seit einigen Jahren immer unverfrorender, anmaßender und umfassender.
    Man findet zu bestimmten Themen, ob politisch oder religiös oder (schein)“moralisch“, die offenbar ideologisch und undemokratisch für das Volk vor-entschieden wurden, kaum mehr objektive Berichterstattung. Da werden Interviews nur einseitig gewährt, missliebige Fakten unterschlagen, Bilder und Überschriften vorurteilsfördernd ausgewählt, Berichte mit (vorbestimmten) Wertungen vermischt, Verdächtigungen ausgestreut („nach dem Motto: „etwas wird schon hängen bleiben“), kein Widerruf geleistet, wenn Vorverurteilungen sich dann als nichtig herausstellen, Diskussionsforen werden willkürlich abgewürgt und geschlossen, sobald sich herausstellt, dass die Leser/Seher in der Überzahl die dargebotenen Vorurteile der Medien nicht blind übernehmen, Ereignisse werden einseitig je nach Interesse hochgepuscht oder hartnäckig totgeschwiegen, bis sie sich nicht mehr verheimlichen lassen, usw. usw.).
    Das alles sind Methoden, die man eigentlich vom kubanischen oder nordkoreanischen Staatsfernsehen her kennt, die aber immer agressiver auch in angeblich „freien“ Medien der „freien“ Welt eingesetzt werden!! Kein Wunder, dass in der letzten Zeit mehr als 70 % kein Vertrauen mehr in unsere ( – sind das wirklich unsere?) Medien haben können.
    Wir wollen objektive Informationen, um uns selbst kritisch eine Meinung bilden zu können, und brauchen keine Journalisten oder Politiker, die meinen, den einfachen Bürger für blöd verkaufen zu müssen und ihm oberlehrerhaft ihre eigene (oder von wem auch immer eingeforderte?) „Meinung“ eintrichtern zu müssen oder zu können!
    Gut, wenn man dies auch einmal thematisiert und die korrupten Vorgänge hinter solcher Vergewaltigung und Unterwanderung der Meinungsfreiheit aufgedeckt werden!

    • Das ist schon so richtig, wie Sie das ausführen. Der Bürger hat schon kein großes Vertrauen in die Medien, aber es wird doch immer viel zu viel geglaubt.

  8. Wenn ich mir die Berichte und Einschätzungen heutiger Journalisten zu Gemüte führe, erfasst mich tiefes Misstrauen ihnen gegenüber.
    Müsste es nicht die vornehmste Pflicht eines Jeden sein, vorgegebene Meinungen zu hinterfragen, die verborgenen Motive der Politiker zu ergründen und den Leser, Hörer und Zuschauer so unvoreingenommen wie möglich zu informieren?
    Die Gesamtheit der an Nachrichten und Hintergrundberichten interessierten Bürger ist nicht ein Schlund, in den man Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Verdrehungen, sogar Lügen und allen möglichen Schund hineinstopfen dürfte.
    Nein, Menschen haben Anspruch auf die möglichst neutrale Darlegung der Fakten und Tatsachen.
    Wie kann ein Journalist, der seine Aufgabe ernst nimmt, mit der heutigen Art der Berichterstattung zurechtkommen und ihr noch Vorschub leisten?
    Ich kann mir aber vorstellen, dass die Politik und Hochfinanz kein gesteigertes Interesse hat an Journalisten, wie z.B. Peter Scholl-Latour einer war.
    Sie braucht willige, gehorsame Leute dieses Fachs – keine eigenständig Denkenden.

  9. Ulfkotte kündigt ein neues Buch an:

    Zitat: In diesem Jahr erscheint ein Sachbuch mit unbekannten Fakten über deutsche Politiker, welches die politische Landschaft grundlegend verändern dürfte. Demnach sind unsere bekanntesten Politiker nicht nur abgehoben, sondern weitaus verkommener, als sich das ein Durchschnittsbürger auch nur ansatzweise vorstellen kann.

    http://www.epochtimes.de/Das-Doppelleben-unserer-Polit-Elite-a1212478.html

    Da kommt mir eine Aussage der seligen Anna Maria Taigi in den Sinn (aus dem Buch von Albert Bessières S.J.: Die Selige sagte, die Bosheit werde triumphieren. Viele, die man für gut gehalten, würden ihre Maske ablegen. Gott wolle das Unkraut aufdecken, Er wüßte auch dann, was Er fortan damit zu machen habe.

    • Da tun sich sicher Abgründe auf…! — Allerdings sollten wir trotz alledem für die Politiker und Verantwortlichen in allen Bereichen beten (auch wenn’s schwer fällt). Ein theologisch gebildeter und gläubiger Mensch (leider Name vergessen) sagte einmal, dass wir vor Gott mit-verantwortlich wären für unsere Gesellschaftsverantwortlichen und Politiker, und dass wir für sie um gute Führung von „oben“ beten sollten. Trotz alledem. Wer weiß was Gott durch die Fürsprache Mariens schon alles abgelindert hat und auch noch ablindern oder verhindern wird….

      • @Jeanne d‘Arc

        Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.
        1 Timotheus 2,1-2

        Sie haben Recht, man kommt dieser Aufforderung so ungern nach, weil Ekel und Abneigung oft so groß sind. Aber die Gebete für diese Personen können bei Gott ja auch bewirken, wenn sie sich hartnäckig weigern, sich zu bekehren, daß ihnen die Macht genommen wird; das sollten wir uns immer wieder ganz klar vor Augen halten, dann fällt es auch mit dem Beten leichter.

        Mein Vorschlag, jeder, der hier mitkommentiert könnte sich doch eine Persönlichkeit aussuchen, für die er täglich wenigstens einmal betet, und sei es „nur“ ein Vaterunser. Ich habe mir gerade Kardinal Marx ausgewählt, weil er mir auf dem einen Foto hier bei katholisches.info so unübersehbar entgegenprangt.

  10. Ein interessanter Artikel und ein interessantes, vor allem aber ehrliches Buch.
    Es erinnerte mich an die Aussage von Origines, dem größten Theologen der Antike:
    „…daß gerade die Armen besonders empfindlich für Kauf sind, werden sie doch dort bei ihrer Not genommen…“
    (Da kollidiert jetzt wohl mit den fast mantrahaft vorgetragenen Aussagen v. Papst Franziskus über die Armen, aber in den Seligpreisungen wird das Reich der Himmeln den Armen von Geist versprochen (von den Armen von Geld ist da nicht die Rede).

    Und die letzte Bemerkung stimmt:
    Gute journalistische Arbeit, seriös und die Wahrheit enthaltend, das Vertrauen gewonnen und verdient habend und stets wieder verdienend, weltweit aufgestellt, korrekt übersetzt in andere Sprachen, kritisch kommentiert und addiert: das ist die Zukunft.
    Nichts um reich zu werden, aber ungemein wichtig für die Bildung, der geistigen Erhebung der Leser, für die Verbreitung und die Verteidigung des Glaubens.
    Der Hl. Franz von Sales, Patronus der Journalisten, sei mit uns.

  11. Wenn man die Pressezensur abschafft (was der konservative Katholizismus ja seinerzeit mit Säbelgerassel verteufelte!), wird sich eine gewissermaßen „informelle“ Zensur von selbst einstellen.

    Es gehört eine bodenlose Naivität dazu zu glauben, man könne ungestraft „frei“ und „ehrlich“ schreiben. Das war noch NIE anders. Heute ists nur durch die erweiterte Technik quälender.

    Und seien wir doch ehrlich: wollten nicht gerade Katholiken diese Freiheit eben gerade nicht? Schrien nicht sie vor allen anderen nach Zensur, Kontrolle, Reglement? Wollten nicht gerade sie Manipulation nach ihrem Gusto?

    Bei dieser antidemokratischen Einstellung muss man dann aber auch ein fairer Spielverlierer sein und anerkennen, dass nun andere gewonnen haben und „ihre“ Zensur durchziehen. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing – das war gerade in den besten katholischen Zeiten genauso und nicht anders.

    Ermanne man sich also und stehe zur selbstverschuldeten udn selbst erwünschten Misere!

    Alles andere ist mir zu weinerlich und zu sehr „Messen mit zweierlei Maß“.

    Wer bitteschön ist schon wirklich frei davon, sich nicht ködern zu lassen? Die meisten sind ja nicht mal intelligent und souverän genug, nicht UNbewusst geködert zu werden…

    • Nachfolgend meine Antworten in der Reihenfolge Ihrer beleglos vorgebrachten Fragen:

      - nein.
      - nein.
      - nein.
      - niemand. Die Kirche hat aber Linderungs- und Heilmittel: die Sakramente.

      Alles Gute fürs neue Jahr.

      • Belege in:

        Gregor XVI.: „Mirari vos“
        Pius IX.: „Quanta cura“
        Pius IX.: „Syllabus“ + Anhang

        Ein Zitat:

        „…dass es keineswegs erlaubt ist, Gedanken-, Rede-, Lehr- und unterschiedslose Religiosfreiheit zu fordern…“ (Anhang zu Prop. über den Indifferentismus/Syllabus)

        Tut mir leid – aber das ist nun mal eine Tatsache!
        Die traditionelle Kirche ist für Pressezensur und gegen journalistische Freiheit.

        Ihnen scheinen wohl auch die Argumente auszugehen.
        Ein trotziges und infantiles Nein hilft da wenig….

    • zeitschnur @ Die meisten sind ja nicht mal intelligent und souverän genug… sagt zeit-
      schnur. Das muss man ablehnen, weil beleidigend ! Weinerlich und Messen mit zweier-
      lei Maß, na hören Sie. Sie sollten nicht meinen, mit Ihren oft riesenlangen Kommenta-
      ren immer richtig zu liegen. Konservativer Katholizismus mit Säbelgerassel… Wer so schreibt, bekennt offen, dass er zu jenen gehört, die scheinbar als selbstbewusst, das
      anerkennen, was seit dem Konzil sich entwickeln konnte. Lassen Sie andere Leute, so
      wie ich, auch eine Meinung haben !

      • …wer schreibt, meint in dem Moment natürlich, er liegt richtig – Sie etwa nicht?

        Nein, ich passe nicht in Ihre Schubladen…erkenne das Konzil nicht an. Weiß aber auch jeder, der meine Texte kennt… und versteht (da haperts – man reagiert nur noch auf ideologische Textbausteine, schlimm ist das hier)…Und dennoch ist der Traditionalismus genauso häretisch wie der „Modernismus“. Warum ich das denke, habe ich schon oft und genau begründet.

        Sind Sie in der Lage, sich mit meinen Argumenten auseinanderzusetzen? Wollen Sie es überhaupt?

        Und dass bislang noch jeder Tyrann mit der Dummheit des Volkes kalkuliert umging, ist nicht beleidigend, sondern leider eine Tragödie und sollte uns alle aufwecken und den Geist etwas in selbstkontrollierte Bewegung bringen.

        Diese Dummheit ist ja nicht angeboren, sondern selbstverschuldet…

      • Ich stelle einige Vorurteile in Frage:

        1. Kann es denn überhaupt „Pressefreiheit“, wie Ulfkotte suggeriert, geben?

        2. Schreibt nicht jeder Autor, der davon abhängig ist, mit seinen Texten seine Brötchen zu verdienen, was man von ihm erwartet?

        3. Gerade die katholische Kirche hat die Pressefreiheit abgelehnt und v.a. im konservativen Lager sind manche aufgetreten, die jeden, der nicht schreibt, was der konservative Katholik politischerseits (!!!) hören will, „internieren“ wollten (besonders widerlich: Prälat Robert Mäder)

        4. Wer von uns ist wirklich geistig unabhängig?
        Sind wir nicht alle davon abhängig, dass wir anderen glauben, was sie uns vortragen? Und wie prüft man dann? Sind nicht die meisten – auch hier – viel zu bequem, um einer Sache einmal unvoreingenommen nachzugehen?

        5. Jeder möge sich hier mal selbstkritisch prüfen – ich habe mich selbst ja nicht ausgenommen von der Beobachtung…

    • @zeitschnur
      Selten so ein krudes Geschreibsel gelesen. Erst Hirn einschalten (wäre ja vorhanden) und dann schreiben.

      • Ist das hier ein Trauerspiel… Sie müssen mir ja nicht zustimmen… Mit eingeschaltetem Hirn hätten Sie mein Posting vielleicht besser verstanden…

    • Sagen wir`s mal deutsch-
      Sie sind wirklich ein unverschämt- freches, selbstherrliches, größenwahnsinniges Weibsbild!

      • Der Sittenwächter und Spezialist für Benimm und Höflichkeit hat wieder mal im Namen der katholischen Tradition gesprochen:

        „Sie sind wirklich ein unverschämt- freches, selbstherrliches, größenwahnsinniges Weibsbild!“

        (Ich speichere die gesammelten Entgleisungen dieses Forums inzwischen ab – da kommt ein beachtliches Dossier zustande…)

      • @Dario. Ehrlich gesagt, ich wundere mich, dass dieses rüde Posting freigeschaltet wurde, zumal es keinerlei Sachargumente bringt.

      • @Tantumquantum

        Offensichtlich lesen Sie hier noch nicht lange.
        „alfredus“ hat das oben ja auch schon angesprochen -
        zeitschnur schreibt:
        „die meisten sind ja nicht mal intelligent und souverän genug“
        „diese Dummheit ist ja nicht angeboren sondern selbstververschuldet“

        so beleidigend und überheblich (und noch schlimmer) schreibt sie in diesem Forum schon jahrelang! Über lange Zeit haben Kommentatoren immer wieder versucht, sie in die Schranken zu weisen und zur Ordnung zu rufen – leider ohne Erfolg. Jetzt aber ist Schluss, so geht das nicht weiter. Diese unverfrorene Dame ist, wenn überhaupt, nur kurzzeitig und mit einer kräftigen und „klaren Rückantwort“ zu bändigen.
        Verfolgen Sie doch bitte künftig ganz genau die Postings von zeitschnur. Sie werden sehen, wer hier „rüde“ ist, die Wahrheit dann ins Gegenteil verkehrt und sich selbst als armes, gekränktes Opfer darstellt!

      • @ Dario

        Was ich schreibe, ist unpersönlich und allgemein formuliert, insofern auch nicht beleidigend.

        Kommentare auf dem Niveau der Ihren sind erst mit der Verwilderung der Sitten durch Web 2.0, Chatrooms und Talkshows im Privatfernsehen möglich geworden.

        Durch diese mediale Verdummung, die beim insbesondere beim amerikanischen und deutschen Publikum zu Riesenumsätzen führt, sinkt das intellektuelle Niveau immer mehr.

        Und daran sind nicht die „Lumpenmedien“ schuld (man könnte sie durch Nichteinschalten und Nichtkaufen schnell austrocknen!), sondern die Bürger, die sich diesen widerwärtigen und menschenverachtenden Stil zu eigen gemacht haben und inzwischen auch noch für katholisch halten.

  12. @zeitschnur, 7. Januar 2015 um 13:22
    „Schreibt nicht jeder Autor, der davon abhängig ist, mit seinen Texten seine Brötchen zu verdienen, was man von ihm erwartet?“

    Weil er wirtschaftlich abhängig ist, wird er das tun.
    Da haben Sie sicher Recht!
    Aber diese Journalisten sind doch auch Menschen mit einer privaten Meinung über bestimmte Dinge.
    Ich frage mich oft, wie sie damit umgehen, tagsüber Vorkommnisse tendenziell in einem speziellen Licht erscheinen zu lassen, das ihrer eigenen Einschätzung total widerspricht.
    Und abends sitzen sie vielleicht in ihrem Wohnzimmer.
    Stellen sich diese Journalisten dann nie die Frage: „was tue ich überhaupt?“
    Aus meiner Jugendzeit weiß ich noch, dass es linke, ganz linke Presse-Erzeugnisse gab, bürgerliche, liberale und konservative und auch hier ganz konservative.
    Das ganze Spektrum wurde abgedeckt und jeder fand nach seiner eigenen politischen Einstellung das für ihn passende Produkt.
    Ein Ereignis konnte auf diese Weise aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden.
    Dies würde ich mir auch für die heutige Zeit wünschen.
    Doch mein Eindruck ist – eine Zeitung gelesen, alle gelesen.
    Es sind nur noch ganz wenige Presse-Erzeugnisse, die einen eigenen Standpunkt vertreten.
    Hätten wir nicht das Internet, obwohl auch hier manipuliert wird, wären wir noch einseitiger informiert als ohnehin schon.

    Misstrauen – die große Krankheit unserer Zeit!
    Doch die Politiker und die Medien haben es sich selbst zuzuschreiben.

    • Erst mal herzlichen Dank für Ihren wohltuend sachlichen Beitrag. Das ist ja hier inzwischen Mangelware geworden.

      Sie haben recht – es erscheint auch mir so, als sei früher ein weiteres Spektrum abgedeckt worden. Die Schnürung derer, deren Brot man essen kann, ist tatsächlich enger geworden.

      Denn all diese Verschwörungsschocker, die in frommen Foren umgehen wie böse Geister, machen die Leute noch vollends irre. Man liest förmlich aus dem Kaffeesatz das ab, was von den „Lumpenmedien“ vermeintlich verschwiegen oder verzerrt wird und bietet damit eine noch schlimmere Alternative: nur wenige bleiben sachlich und nüchtern.

      Es ist ein Grundproblem, dass wir keine Garanten mehr für die Wahrheit haben.

      Die Journalisten, die Sie erwähnen – die glauben sich doch selbst ihre Fiktionen, genauso wie sich hier im Forum Leute, die die finstersten Schmähungen aussprechen gegen den Meinungskontrahenten, selbst für glaubenstreu halten.

      Aber war es je anders? Schauen Sie sich mal den Prozess Jeanne d‘Arcs an, und Sie werden erschrecken angesichts der „frommen“ Katholiken – es ist nicht anders als heute. Diese Leute, die hier im Forum pöbeln, würden ohne Zögern auch den Scheiterhaufen gerne wieder brennen sehen – natürlich nur für andere. Wie alleine war Jeanne am Ende? Keiner der ach so Frommen stand ihr bei. Auch damals wechselte man die Meinung mit dem politischen Stimmungsbarometer.

      Ich denke oft an Johannes 16: all diese frommen oder unfrommen Moralisten auf eigene Rechnung meinen „Gott damit einen Dienst zu erweisen“, wenn sie andere Menschen töten, auch verbal töten, verbal gewalttätig sind und persönliche Schmähungen aussprechen. Sie kennen, heißt es im Johannes-Evangelium, weder den Vater noch den Sohn.

      Das galt damals, das galt heute. Wie viele standen Jesus bei, als die empörte fromme, gesetzestreue Stimmung IHN am Kreuz haben wollte?

      Vielleicht war nach dem Schock, den die Nazis in Deutschland ausgelöst haben, für einige Jahre tatsächlich mal eine relativ (!) offene geistige Stimmung im Land möglich. Mehr nicht.

      • @zeitschnur:
        Mit ihrem Hinweis auf die Stimmungsmache bei der Verurteilung Jesu haben Sie auf den entscheidenden Punkt aufmerksam gemacht!

        Wir müssen von den Medien Wahrheit und Gerechtigkeit einfordern, solange wir noch die Freiheit dazu haben! Einfach zu sagen, Hetze und Falschmeldungen gab es immer schon – damit wollen Sie sich doch wohl nicht begnügen!?

        Und das Anliegen der Kirche, die vor einer ungezügelten Desinformation oder Falschinformation der Massen warnte, kann man wohl hier nicht mit der Hetzberichterstattung und gezielten Manipulation heutiger Medien vergleichen, vor der hier gewarnt wurde! Wollen Sie behaupten, der Kirche ging es damals in diesem Zusammenhang um Hetze – oder nicht vielmehr um den Schutz der Wahrheit! – Ihr Hinweis, auch die Kirche habe die Freiheit nicht gewollt, ist in diesem Zusammenhang irrig und verzerrend!

        Christen müssen gegen die Verfälschung der Wahrheit in vielen Medien aufstehen, damals wie heute, und in diesem Sinn ging es der Kirche auch damals vor allem um den Schutz vor der Gefahr von ungezügelter Manipulation und Lüge, die eine ganze Gesellschaft in den Abgrund ziehen können!

      • @ röm.kath.

        Sie haben ganz recht – man muss Wahrheit und Gerechtigkeit so weit man kann aufrechthalten! Aber man darf nicht glauben, man könne sie deshalb erzwingen oder womöglich mit den selben Methoden, die auch die Lügner anwenden, erreichen. Oder sich selbst gar als außerhalb des Problems stehend sehen. Es sind nicht nur „die anderen“ in der Gefahr, sich zu verrennen…
        Es ist generell schwer, frei von Manipulation und Gehirnwäsche zu bleiben – auch als Katholik.

        Die Kirche lehnte die Pressefreiheit nicht primär wegen Manipulationen und Verzerrungen ab, wie Sie schreiben, sondern aufgrund der Angst vor freier Meinungsäußerung. Sie fürchtete, dass Freidenker ihre religiösen und philosophischen Ideen in die gesellschaftliche Debatte einführen und die Seelen verderben könnten. da sind wir aber auch schon im Grenzbereich: ging es nur darum, oder auch darum zu bestimmen, wa wahr ist und was nicht – auch im Alltagsgeschäft? Da wäre ich an Ihrer Stelle nicht allzu gutgläubig angesichts der Machenschaften vieler „Katholiken“ damals…sehen Sie doch heute – auch wir sehen doch, dass auch durch engagierte Katholiken gelogen, verbogen und verschwiegen wird…

        Spätestens bei Pius X. brach das Ganze total ein: Als man Pius X. androhte, deutsche Theologieprofessoren aus den Universitäten auszuschließen, wenn sie den Antimodernisteneid ablegen müssten, knickte er ein und verzichtete auf die Ablegung des „Eids“ durch Hochschulpersonal.

        Damit hat er selbst das Schicksal der Kirche besiegelt: Deutschland wurde so zur Hochburg des theologischen Liberalismus und der Art von Priesterausbildung, die er doch mit so großen Worten gerade vermeiden wollte…

        Die Kirche tat sich immer wieder durch Unlauterkeit, Geheimniskrämerei und Vertuschung hervor – auch schon im 19. Jh (La Salette: „Priester … Kloaken“, „der Hierarchie geht es nur um Macht und Herrschaft“).

        Dass es wahrhaft Gläubigen immer um die Wahrheit ging, letztendlich auch den Päpsten, was ich keineswegs bezweifle, ist sicher richtig. Aber m.E. wird vielfach übersehen, dass es in den gravierenden Umbrüchen des 19. Jh nicht so klar war, wie die katholische Wahrheit im „Transfer“ in die Moderne (die die Päpsten ja eben nicht kategorisch ablehnten! – Das waren im Ggs. zu den Päpsten bestimmte reaktionär-katholische Kreise, die hier massive Propaganda machten) erhalten werden kann.

        Dass dieses Problem bestand, bestritt wohl niemand – auch nicht konservative Kräfte. Und das ist vermutlich auch der Grund, warum sich niemand über die Absichten Johannes XXIII. bei der Konzilseröffnung zunächst wunderte. Als man erkannte, dass er das vorhandene und zu lösende Problem für ganz andere Zwecke ausnutzte, war es wohl zu spät…

  13. Ach ja Tradis, ihre anonymen Persönlichkeiten, ihre Foren-Spezialfragen und ihre Foren-Kriege…
    Das sind die cardines an denen die Welt hängt…

    Manchmal versteht der/die/das Marlene, warum Leute Gender so anziehend finden können.

    • @Marlene,
      ich glaube nicht, dass das obige Thema, nämlich das schwindende Vertrauen in die Glaubwürdigkeit von Journalisten und Presse allgemein mit „der, die, das“ zu tun hat.
      Ich z.B. hätte kaum ein Problem mit meinem Echtnamen für das zu stehen, was ich schreibe.
      Foren-Kriege finden statt, das stimmt!
      Aber auf allen Seiten, hier wie anderswo, überall!
      Anonymität sollte nicht als Freibrief dienen.
      Vergangenes Jahr war ich einmal auf der Kommentar-Seite eines Polit-Magazins und war erschüttert über dessen Keller-Niveau.
      Ich wünschte mir auch einen anderen Umgang untereinander: Austausch der Argumente und der manchmal gegenteiligen Einschätzung eines Problems oder auch die Beschreibung der Gefühle, die man einem bestimmten Vorkommnis gegenüber hat.
      (Marienzweig übrigens ist weiblich.)

      • neuer Nick, triffts eher:
        Liebe Marienzweig, was mich zum Posting veranlasst hat war die Debatte oben mit und um Nutzer zeitschnur…
        Auf der einen Seite beispielhaft:
        Zitat: „Sie sind wirklich ein unverschämt- freches, selbstherrliches, größenwahnsinniges Weibsbild!“
        Aujah – Immer schön den Papa machen und die Weiber zurechtweisen…

        und auf der anderen Seite ziemlich viele Subjektivismen und mimosenhaftes gefühlsbetontes Agieren und Reagieren – weit weg vom Thema…

        Also nüchterne Sachlichkeit sieht bisweilen anders aus. Wer in der Wahrheit steht, ist gelassen.

  14. @Marienzweig. Ihrem letzten Absatz kann ich voll zustimmen.Es ist meiner Meinung nach völlig falsch, in solchen kontroversen Debatten wie hier sich aufs hohe Kreuzritterross zu setzen und den Andersdenkenden mit „kernkatholischen“ Schmähungen fertig machen zu wollen. Das führt mit Sicherheit nicht dazu, dass man überzeugt, weder den aktuellen Gegner noch mitlesende „Neutrale“..Eher wird der Kontrahent ähnlich grob dagegenhalten, und das Ergebnis ist das Kellerniveau, das Sie beklagen.

Comments are closed.