Bischof Fellay segnete Krippe im Europäischen Parlament

EU-Parlament: Bischof Fellay
EU-Parlament: Bischof Fellay

(Brüssel) Auf Einladung des italienischen Europaabgeordneten Mario Borghezio (Lega Nord) und Initiative des französischen Civitas-Instituts besuchte der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. das Europäische Parlament in Brüssel und segnete die dort ausgestellte Weihnachtskrippe.

Die große Krippe befindet sich in einer der zentral gelegenen, öffentlich zugänglichen Hallen der parlamentarischen Vertretung der Europäischen Union in Brüssel. Zur Segnung versammelten sich verschiedene Europaabgeordnete aus Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Portugal und Italien, Parlamentsmitarbeiter und EU-Beamte. In seiner Rede verwies Alain Escada, der Vorsitzende des französischen Civitas-Institutes darauf, daß das Jesuskind in der Krippe über alle Völker herrschen solle, da alle Gewalt von Gott komme. Dazu zitierte er den heiligen Papst Pius X., dessen 100. Todesjahr 2014 begangen wurde: „Die Zivilisation muss nicht mehr erfunden werden, sie war, sie ist, und es ist die christliche Zivilisation, es ist die katholische Gesellschaft. Es geht lediglich darum, sie wiederherzustellen und sie ohne Unterlass auf ihren natürlichen und göttlichen Grundlagen zu erneuern.“

Bischof Bernard Fellay sagte in seiner Ansprache: „Dort, in der Krippe, dort hat alles angefangen. So ist es auch völlig normal, dass die Lenker Europas Gott Ihm die Ehre geben, der mitten unter die Menschen kommt, um sie zu retten, Er, der König der Könige. Erinnern wir uns daran, was Kardinal Pie sagte: ‚Wenn der Moment für die Herrschaft Jesu Christi nicht gekommen ist, dann ist auch der Moment nicht gekommen, dass die Regierungen fortdauern.‘ Durch die Segnung dieser Krippe stellt die Kirche eine Verbindung her zwischen diesem Ort und der Gnade des lieben Gottes. Dieser kleine Ort wird zu einem Sakramentale zum Nutzen aller, die hierherkommen, um sich innerlich zu sammeln.“

Bischof Fellay wurde vom Distriktoberen der Piusbruderchaft für Belgien und die Niederlande, Pater Thierry Legrand in den Sitz des Europäischen Parlaments begleitet. Die Bedeutung der Initiative unterstrich er wegen des zunehmenden Versuchs, in Frankreich die Aufstellung von Weihnachtskrippen im öffentlichen Raum zu verhindern und Advents- und Weihnachtsbrauchtum in „Winteraktionen“ und „Jahresendeinitiativen“ umzudeuten und umzubenennen.

Text: pius.info/Giuseppe Nardi
Bild: pius.info

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29 Comments

  1. Bischof Fellay verweist auf das – im nachkonziliären „Dialogfieber“ nahezu preisgegebene – Christkönigtum.
    Besser als mit der Aufzeigung der „Veränderung“ des Christkönig-Hymnus
    „Te saeculorum principem“
    lässt sich die modernistische „Fensteröffnung“ nicht manifestieren….
    im folgenden Hymnus sind die Strophen 2, 6 und 7 in der nachkonziliaren Liturgie
    ersatzlos entfernt worden:

    -
    „1. Den hehren Fürst der Ewigkeit,
    der Völker Herrscher Jesus Christ,
    ihn ganz allein erkennen wir
    als aller Herzen König an.
    2.Es ruft der Gegner wilde Schar:
    „Wir wollen nicht,
    dass Christus herrscht!“
    Doch wir erklären freudig, gern,
    als allerhöchsten Herren ihn.
    3. O, Christus, hehrer Friedensfürst,
    beug der Rebellen trotzig Haupt,
    und führe die Verirrten all
    zur einen Herde wieder heim!
    4. Dafür hängst Du am Kreuzesstamm,
    die Arme weithin ausgespannt,
    und zeigst Dein liebeglühend Herz,
    das von dem Speer durchstoßen ist.
    5. Dafür wohnst Du auf dem Altar,
    verborgen unter Wein und Brot,
    und strömst aus der durchbohrten Brust
    in Deiner Kinder Seelen Heil.
    6.Dir schuldet jede Staatsgewalt
    Verehrung, öffentlichen Ruhm;
    Dich ehre Recht und Wissenschaft,
    Gesetze, Künste achten Dein!
    7.Es neige jede Königskron
    und jedes Zepter sich vor Dir!
    Mach jedes Haus und jedes Land
    mit milder Hand Dir untertan!
    8 Dir, Jesus, sei das Lob geweiht,
    der Du das Weltenzepter führst,
    mit Gott, dem Vater, und dem Geist
    von Ewigkeit zu Ewigkeit!
    Amen.“
    -

    Das von Papst Pius XI. In der Enzyklika „Quas primas“ für den
    Christkönigs-Sonntag angeordnete Weiehgebet an das Heiligste Herz Jesu:
    -
    Süßester Jesu, Erlöser des Menschengeschlechtes,
    blicke gnädig auf uns, die wir in tiefer Demut uns vor deinem Altare niederwerfen.
    Dir gehören wir, dein wollen wir sein.
    Um aber noch fester mit dir verbunden sein zu können, siehe, weiht sich ein jeder von uns heute aus freien Stücken deinem Heiligsten Herzen. –
    Viele haben dich nie gekannt, viele haben deine Gebote verachtet und dich verschmäht. Erbarme dich ihrer aller, o gütigster Jesu, und ziehe alle an dein heiliges Herz.
    Du, o Herr, sollst der König sein, nicht bloß über die Gläubigen, welche niemals von dir abgewichen sind, sondern auch über die verlorenen Söhne, welche dich verlassen haben. Bewirke, dass diese zum Vaterhause zurückeilen und nicht in Elend und Armut zu Grunde gehen.
    Sei König über diejenigen, welche Irrlehren verführt haben oder welche Zwietracht (von deiner Kirche) trennt, und rufe sie zum Hort der Wahrheit und zur Einheit des Glaubens zurück, damit bald Ein Schafstall sei und Ein Hirt.

    Sei Du König über alle diejenigen, welche immer noch vom alten Wahn des Heidentums oder des Islams befangen sind; entreiße sie der Finsternis und führe sie alle zum Lichte und Reiche Gottes. Blicke endlich voll Erbarmen auf die Kinder des Volkes, das ehedem das auserwählte war. Möge das Blut, das einst auf sie herabgerufen wurde, als Bad der Erlösung und des Lebens auch über sie fließen.
    Schenke, o Herr, deiner Kirche Freiheit, Ruhe und Sicherheit.

    Schenke allen Völkern Frieden und Ordnung und mache, dass von Pol zu Pol der eine Ruf ertöne :
    Gelobt sei das göttliche Herz Jesu, durch welches uns das Heil geworden; ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit.“
    -

  2. Die EU zeigt erste, positive Schritte in Richtung einer Rückbesinnung auf die christlichen Wurzeln Europas. Nachdem die Konservativen in der EU-Wahl die Oberhand behielten, danach erfreulicherweise ein Kreuz im EU-Parlament aufgestellt wurde, nun also auch dieses Signal der Krippensegnung durch den Generaloberen der Pius-Bruderschaft, Bischof Fellay.
    Wäre Schulz statt Jean-Claude Juncker EU-Kommissionspräsident geworden, so wäre das wahrscheinlich nicht möglich gewesen.
    Der Herr Jesus Christus möge allen EU-Politikern die sich ehrlich für das Christentum einsetzen ihre Mühen vergelten, das wünsche ich ihnen.

  3. Ja, ja sehr schön gell. Im Jahre 1914 brach der erste Weltkrieg aus und welche Ironie, dass Heute im Jahre 2014 wir vor dem Ausnruch des dritten Weltkrieges stehen. Dann kann die Kirche wieder die Soldaten und Waffen gleich mit dazu segnen. Das wird dann der letzte Krieg und Segen gewesen sein…

  4. Sensationell, danke !
    Bischof Fellay ist wunderbar, die FSSPX die kleine Herde, die der Herr beschuetzt.

  5. Leute, mit Verlaub, Ihr sei so naiv. ich würde ja erstmal googeln, wer derjenige ist, der Bischof Fellay eingeladen hat, bevor ich in Jubelstürme ausbreche: Mario Borghezio (Lega Nord).

    Bei Google Images gibt es Bilder von ihm mit interessanten Arm- und Handzeichen und Gesichtsausdrücken. das ist aber nicht da einzige was man extrem Schräges im Internet über ihn finden kann.
    Aber leider ist die Piusbruderschaft berühmt dafür, dass sie sich mit sehr schrägen Vögeln, um es einmal freundlich auszudrücken, abgibt.

    Außerdem würde ich mir mal auf der deutschen Pius-Seite Bilder davon ansehen, um zu sehen, auf wie viel Begeisterung diese Segnung wohl in der EU gestoßen ist, das heißt, wie viel EU-Abgeordnete überhaupt anwesend waren, bevor ich aus dem Aufstellen dieser Mini-Krippe (Bild kann man auch dort sehen) auf ein „Umdenken in der EU“ schließen würde.

    Die EU ist weiterhin voll auf LGBT, Abtreibungs und Anti-Katholizismuskurs, daran ändert ein schräger Außenseiter-Abgeordneter, der Lega Nord, der Bischof Fellay anlädt, nichts.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lega_Nord

    Es gibt einige Merkwürdigkeiten bei Herrn Mario Borghezio, die nahelegen, dass er sich bei den Traditionalisten eingeschleust hat.
    Bei denen in Amerika durfte er auch sprechen und redete allerlei kruden Unsinn, den er als EU-Abgeordneter wesentlich besser wissen müsste, den aber die meisten Traditionalisten, wie ich leider aus Erfahrung weiß, nicht herausfiltern können.

    Außerdem preist er Papst Franziskus über den grünen Klee, zu einer Zeit, wo man gerade als Italiener schon längst hätte wissen können, was mit ihm los ist.
    Zu sehen hier
    https://www.youtube.com/watch?v=ExiU4ZCovgE

    • Ouh,von Freude,über das Ereigniss,hätte ich Nichts gemerkt.Sogar Erika Steinbach scheint da zu sein.Sehr lustige Leute dort…

    • Martina @ Warum redest du so unfair daher? Es ist doch sehr positiv wenn ein Kirchen-
      mann wie Bischof Fellay eingeladen wird, um unter anderem eine Krippe zu segnen. Si-
      cher werden jetzt nicht alle EU – Abgeordnete sich vor der Krippe hinknien, aber wenn nur ein einziger zum Gebet angeregt wird, hat es sich allemal gelohnt. Es ist jedenfalls besser und ehrlicher, als in Synagogen oder Moscheen zu beten.

  6. Ich fürchte, Sie freuen sich zu früh und am falschen Ort – der Antichrist staffiert sich nur aus allen ideologischen Richtungen des Christentums mit Requisiten für die Rechtfertigung seiner Herrschaft aus. Das ist es, und der Irrgeist, der verliebt ist in rein Formales und Erstarrtes, merkt es nicht…was würden Sie tun, wenn Sie sich selbst vereinnahmen wollen, ohne dass Sie’s merken?
    Wissen wir nicht mehr, dass nur der dorthin eingeladen wird, der längst kompatibel geworden ist mit der Plattform, auf die er tritt?
    Man kann nicht mehr an die Wachsamkeit appellieren angesichts des Opiums, zu dem auch die Allerfrömmsten die Religion in vielen Jahrzehnten umgebogen haben.

    Wer noch ein klein wenig Nüchternheit hat möge doch aufwachen: es kommt doch nicht von Ungefähr, wenn ein Papst Franziskus von der EU eingeladen wird. Warum sollte es unverdächtiger sein, wenn dort nun auch die „Tradition“ einlaufen darf, für die man gerne auch ein Kreuzchen aufhängt, um sie einzusacken? Um sie vergessen zu machen, dass es hier keine Verheißung gibt?

  7. Brüssel – ein Stelldichein von Freimaurern!
    Sehr interessant! Seltsam die ganze Angelegenheit, da macht man sich schon seine Gedanken!

  8. Vorbildlich!

    Das erste munus (Dienst, Aufgabe) eines Bischofs 8und auch jedes Christenmenschen) ist die Verkündigung:
    wir haben nur ein Euaggelion-das von Unserem Herrn Jesus Christus-, und ssien Befehl zu gehen und allen Völkern dieses Euaggellion zu predigen.
    SE Bischof Fellay hat hier vorbildlich und tapfer gehandelt:
    Mitten in de inzwischen weitgehend entchristlichten Stadt Brüssel (es lebend dort mehr Ausländer als autochthone Belgier, und der Islam dürfte in den größten Stadtgemeinden dominieren), im Europäischen Parlamentsgebäude wo das Freimaurertum und antichristliche Tendenzen bei Sozialisten, Liberalen, Kommunisten und linksgedrehten (pseudo-christlich-)Volksdemokraten grassieren, segnet er eine kleine Weihnachtskrippe:
    das ist das Bild des christlichen Soldaten, des miles christianus, der mutig und ohne auf persönlichen Schaden zu achten das kleine Fähnlein Christi auch weit ins feindliche Gebiet hineinträgt- nicht feige, nicht sinnierend in den hinteren Etappenlinien, doch Courage zeigend- wie Friedrich II von seinen Husaren einmal sagte: „toujours en vedette“.
    Es ist diese vorpreschende missionarische Tugend die St. Ignatius von Loyola von seinen damaligen Jesuiten wünschte (die Anzahl wurde sehr weise auf 60 beschränkt) und die dort leider total unter die Rädern geraten ist.
    Die Lega Nord ist verwurzelt in dem bodenständigen Charakter von de lombardischen und piemontesischen Landbevölkerung mit viel gesunden Menschenverstand und Sinn für Tradition, auch im Christlichen, genauso wie die Bauern der Vendée, in Aragon und Navarra, und bei den Flämisch-Nationalen.
    Die EU hat die Traditionalisten, an vorderster Stelle die Pusbrüdrschaft, sehr lange negiert, belächelt, die Modernisten in Rom und Westeuropa taten ebenso, sabotieren nach Möglichkeit-
    und dann dies: hier kommt SE Bischof Fellay.
    „Voortrekker“- Praemia pro validis!

  9. Ich glaube an das Licht dieser Weihnachtskrippe, die ein Wahrer Bischof im Wahrem Glauben an den Dreieinigen Gott gesegnet hat. Lächerliche Politiker werden nur lächerlicher. Jesus Christus lässt sich nicht benutzen.

  10. Zu @Zeitschnur und dem Begriff Tradition einige Anmerkungen:
    Es ist deshalb ärgerlich, weil es grundverkehrt ist, immer von „die Tradition“ zu sprechen, wenn irgendeine Person, die der „Tradition“ angehört, irgend etwas sagt oder tut.
    Die Bezeichnung „Tradition“ ist auch eine Abkürzung für die Katholiken, die dem fast 2000jährigen katholischen Glauben treu geblieben sind. Die sich weigern, die Konzilsirrtümer anzuerkennen, besonders den verhängnisvollen Ökumenismus.
    Dass diese Tradition nicht mit einem Munde spricht, nicht von einer einzigen Person repräsentiert wird, dürfte jedem älteren Kind klar sein, das zum Gebrauch der Vernunft gelangt ist.

    Natürlich gehört Bischof Fellay zur Tradition, aber alle Ecclesia-Dei-Priester, würden sich weigern, ihn als ihren Vertreter anzuerkennen, wenn er den Anspruch erheben würde. Aber den Anspruch erhebt er gar nicht.
    @Michael mag begeistert sein, das ist sein gutes Recht. Aber auch er vertritt nicht die „Gläubigen der Tradition“, er hat es nie behauptet, und es wäre lächerlich.

    Es gibt in der FSSPX sehr klar denkende, sehr nüchterne Priester, die solche Gesten nicht nur nicht überbewerten, sondern die auf der Höhe der Zeit sind mit ihrer Kritik an unserer westlichen Gesellschaft und den Weg, auf den sie zusteuert. Die damit zeitgeistabhängigen Priestern der „Konzilskirche“ einfach geistig überlegen sind. Wohlgemerkt, ich spreche nicht von allen.

    „Die Tradition“, wenn einzelne Priester oder Gläubige handeln, gibt es nicht. „DIE Juden, DIE Ausländer, DIE..“sollte eigentlich für denkende Menschen nicht in Frage kommen. Wenn sie redlich sind. Wenn sie redlich argumentieren wollen und nicht nur Schläge austeilen.

    Die Tradition ist zu unterscheiden: Der überlieferte, tradierte Glaube ist dokumentiert. Und damit repräsentativ. Doch die vielen Katholiken, die diesem tradierten Glauben anhangen, haben keinen Repräsentanten, der für sie alle spricht und handelt. Normalerweise sollte es in letzter Instanz der Papst sein. Dass Herr Bergoglio ein Faible für den tradierten Glauben hat, konnte ich bisher nicht feststellen. Aber „Zeitlos“ ist ja auch nur ein lebendiges Staubkörnchen innerhalb der Tradition, ohne jeden Anspruch, irgend jemanden sonst zu repräsentieren…

    • „Die Tradition“ ist eine Selbstbezeichnung v.a. der Marktführerin in Sachen „überlieferte Lehre“ – tausendfach kann man diese Rede von „der Tradition“ (also der FSSPX – neuerdings lässt man auch alle altrituellen konzilskirchlichen Bewegungen gelten, was nicht immer so war) auf den einschlägigen Foren, auch diesem hier lesen….

      Sie schreiben:

      „Die Tradition ist zu unterscheiden: Der überlieferte, tradierte Glaube ist dokumentiert. Und damit repräsentativ. Doch die vielen Katholiken, die diesem tradierten Glauben anhangen, haben keinen Repräsentanten, der für sie alle spricht und handelt. Normalerweise sollte es in letzter Instanz der Papst sein.“

      Das ist nicht richtig: die Tradition ist nichts Statisches, sondern eben ein lebendiger Vollzug. Die nächste Glaubensregel ist nicht die Überzeugung ihrer Anhänger (Gläubige), die von einem Papst „repräsentiert“ werden müsste.
      Alleine diese Formulierung zeigt, wie schief das „Traditionsverständnis“ inzwischen in „der Tradition“ hängt.

      Bis vor c.a 100 Jahren gab es einerseits das depositum fidei, andererseits die notwendige Erklärung dessen, die auch neue Definitionen beinhalten kann, durch den Papst alleine oder zusammen mit den Bischöfen in die jeweilige Zeit hinein.

      Aber fest stand immer, dass die Autorität über das rechte Verständnis des depositums nicht dem Gläubigen zustand, auch nicht dem Priester, sondern alleine dem Lehramt unter dem Papst.

      Ich fürchte, „die Tradition“ hat noch nicht erfasst, dass sie das „depositum“ ohne den Papst nicht wahren KANN.

      Das dürfte auch der Grund für die Aufgeregtheit sein – es tut weh, was ich da sage, aber so war es immer Lehre der Kirche. Wenn man den Papst nicht dazu bräuchte, wäre er überflüssig. Wenn er aber dauerhaft abwesend ist – und das ist er! – ist guter Rat teuer. Man muss sich natürlich an das halten, was zuletzt tradiert wurde. Aber man muss wissen, dass man nicht in der Lage sein kann, die „wahre Lehre“ zu erhalten.

      Dieses Dilemma kann nur Gott lösen. Jeder menschliche Lösungsversuch muss scheitern. Und Weihnachtskrippenauftritte im EU-Parlament sind einfach nur dekorativ – mehr nicht. Folklore, so wie so vieles in „der Tradition“.

      • Psalm 74,9 Unsere Zeichen sehen wir nicht; kein Prophet ist mehr da, und keiner bei uns, welcher weiß, bis wann. 10 Bis wann, o Gott, soll höhnen der Bedränger, soll der Feind deinen Namen verachten immerfort?

        Hesekiel, 22 Und ich werde mein Angesicht von ihnen abwenden, daß sie meine verborgene Stätte entweihen; und Gewalttätige werden in dieselbe eindringen und sie entweihen. 23 Verfertige die Kette! denn das Land ist voll Blutschuld, und die Stadt voll Gewalttat. 24 Und ich werde die bösesten der Nationen kommen lassen, daß sie ihre Häuser in Besitz nehmen; und ich werde der Hoffart der Starken ein Ende machen, daß ihre Heiligtümer entweiht werden. 25 Schrecken kommt; und sie werden Frieden suchen, aber da ist keiner. 26 Verderben auf Verderben wird kommen, und Gerücht auf Gerücht wird entstehen. Und sie werden von Propheten Gesichte suchen; aber das Gesetz wird dem Priester entschwinden und den Ältesten der Rat.

    • Geehrte @Zeitlos,
      Haben Sie vielen Dank für diesen ausgewogenen und den Kern der Sache treffenden Kommentar.

  11. Obwohl hier wieder etliche Forumsteilnehmer herumsudern:

    Ein erfreuliches Ereignis und ein schönes Glaubenszeugnis! Deo gratias.

    Möge es allen Beteiligten zum Segen gereichen.

  12. Zum Begriff Tradition kann es wohl kaum eine brauchbare Definition geben, die alles zufriedenstellend beinhalten würde. Der Begriff ist sicher teilweise sinnvoll und nützlich, aber eigentlich gegen-christlich.
    Jesus Christus selbst war kein Traditioneller im damaligen (mehrheitlichen) jüdischen Sinne und wurde deswegen ja auch angeklagt als „Gotteslästerer“ sogar. Der Herr brachte die Erfüllung des Gesetzes, aber auch eine Verdeutlichung wie z Bsp. der damaligen Ehelehre- und anderes mehr.

    Als wahrer Christ bin ich frei vom Gesetz wie der hl. Apostel Paulus schreibt, denn das „Gesetz Christi“ wirkt und lebt in mir. Damit sind natürlich nicht die Gebote aufgehoben, sondern umgebogen in wahres Leben durch das Blut Christi, der uns losgekauft hat von der Sünde und somit vom „Gesetz“. Das ist Leben und eben keine Versteinerung oder Verkrampfung.

    Die Traditionalisten aber in der Kirche haben nicht begriffen, daß sie sich selbst wieder auf die Seite des Gesetzes stellen- in gewisser Weise. Da beißt sich die Katze selbst in den Schwanz.

    • „Gegenchristlich“ ist er wohl nicht – immerhin basiert das, was ein Katholik glaubt, auf „Heiliger Schrift UND Tradition“ (wie man ja der Reformation entgegenhielt).

      Aber im Gegensatz zur statischen und kanonisch festgelegten Schrift, den de-fide-Sätzen und den Sätzen mit Bannfluch ist die „Tradition“ sozusagen das „vitale“ Element in der Zeit. Es ist die Formulierung und Entfaltung dessen, was im „Statischen“, also in der Schrift und den Dogmen angelegt ist. Damit das nicht ins Chaotische entgleitet (wie bei den Protestanten), ist dies einem einzigen in letztgültiger Autorität aufgetragen: dem jeweiligen Papst. Es galt immer als regula proxima die Ausgestaltung der Glaubens- und Sittenlehre durch den aktuellen Papst VOR der regula remota (also dem statisch Überlieferten)(!)
      Natürlich „schwimmt“ in jedem Zeitalter alles Mögliche im katholischen Fluss mit, was das Volk an Brauchtum oder Frömmigkeitsformen ausbildet, was okay sein kann, aber nicht muss. Die Frage ist immer: hat das Lehramt dies je für die ganze Kirche zur Tradition erklärt?
      Und wenn nein: dann ist das nichts Wichtiges! Das kann man dann so machen, muss aber nicht! (So zum Beispiel bei der Kopftuchdebatte).

      Sie haben recht insofern, als man auch hier in diesem Forum sehen kann, dass einige die Schrift als Glaubensrichtschnur ablehnen und nur noch eine verschwiemelte „Tradition“ zugrunde legen, die sie natürlich ganz ihrem eigenen Verständnis unterwerfen bzw. sie anreichern durch hübsche und dekorative Dinge, die ihnen gut gefallen oder gefallen würden, um sich nur recht bequem und märchenhaft und selbstverständlich im Stande des allzeit Großen und Überlegenen in diesem irdischen Äon einzurichten.
      Man gibt in Traditionalistenkreisen der Tradition, die doch dynamisch ist, den Charakter dessen, was in der echten Traditon statisch ist, hat also die Glaubenslehre auf den Kopf gestellt.

      Und daran wird dieses Projekt auch scheitern bzw. daran ist es ja weithin schon gescheitert.
      Die Tradition schafft ja nicht das gläubige Volk und der Papst „repräsentiert“ nicht die Übereinstimmung der Gläubigen darin! Der Papst legt vielmehr – wie Jesus, so wie Sie es beschreiben – in der Freiheit des Gottemenschen als dessen von Ihm direkt autorisierter Stellvertreter das Statische aus!

      Viele Tradimeinungen (wie man oben sehen kann) basieren also auf modernistischen Prämissen. Na schön…

      Was juckt es den Gendermainstream, ob ein Fellay dieses Teil gesegnet hat? The show must go on, mit und ohne Krippe. Und sie geht weiter, die Show, am Ende mit einer zurechtgegenderten Krippe und ein paar Tradirequisiten wie Mantillas (gaaaaanz wichtig und ökumeneverdächtig im schwarzen Lager weltweit…). Dass wahrscheinlich 2 m weiter eine Minimoschee fünfmal täglich einen digitalen Gebetsruf ins EU-Parlament zirpen darf, auch mit Tschador, gehört dann ins Spiel. Man winkt sich mit dem Kopftuch zu und verbündet sich gegen den Modernismus hier und in Arabien. Und gegen Israel. Passt doch alles!

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