Eine päpstliche Verneigung, die noch keine Einheit schafft

Verneigung des Papstes
Verneigung des Papstes

(Konstantinopel) Der neueste und originellste Aspekt der Begegnung zwischen dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel war mit Sicherheit nicht die Verneigung von Papst Franziskus vor Bartholomäus I. mit der Bitte, ihn zu segnen und für ihn zu beten. Eine päpstliche Verneigung, zudem befremdlich, schafft noch keine Einheit. Auch nicht zwischen der Katholischen Kirche und der Orthodoxie, obwohl letztere der Kirche Christi am nächsten steht.

Für Jorge Mario Bergoglio gehört eine solche Geste zum Standardprogramm, wie seit dem Abend seiner Wahl zum katholischen Kirchenoberhaupt nicht nur die Argentinier wissen, sondern die ganze Welt weiß. Er tut es vor allen, vor hochgestellten Persönlichkeiten und ebenso vor großen Massen. Eine Geste, die Bergoglio sympathisch erscheinen läßt, doch auch den Beigeschmack einer Relativierung von Franziskus und des Petrusamtes in sich birgt. Die Massen wie die Persönlichkeiten kommen zu ihm, um Petrus und dessen Gnadenfluß zu begegnen. Die Zeit undifferenzierter Gleichmacherei, wie sie anthropozentrische Gedankengebäude wie die freimaurerische Brüderlichkeit oder der nivellierende Marxismus vertreten, sollte eigentlich abgekaut sein. Ein gläubiger Mensch will von Petrus gesegnet werden und erhofft sich das Gebet des Menschenfischers für sich. Dies umgekehrt zu tun, ist nett, aber nicht normativ.

Nützen sympathische Gesten Jorge Mario Bergoglios auch Franziskus und der Kirche?

Zuletzt setzte Jorge Mario Bergoglio diese Geste am vergangenen 1. Juni im römischen Olympiastadion vor mehreren Zehntausend charismatischen Katholiken und auch Protestanten. Am 16. Juni ließ er sich, immer im Gewand des Petrus, vom anglikanischen Primas Justin Welby segnen, wohl wissend, daß Welby drauf und dran ist, sich mit der anglikanischen Kirche von England von Rom zu entfernen, anstatt anzunähern, indem er die Ernennung von Bischöfinnen unterstützt und wegen dieser Unterstützung zum Primas gewählt wurde.

Umgekehrt vermittelt die meist demonstrativ öffentlich vollzogene Geste dem Gegenüber, im konkreten Fall Primas Welby den Eindruck einer Aufwertung. Die Detailfragen dieser inszenierten Gnadenumkehr sind von Theologen zu ergründen. Hier soll der Hinweis darauf genügen, daß hinter der sympathischen Geste einer Einzelperson ein theologischer Defekt für Petrus stehen kann.

Nicht zuletzt ist daran zu erinnern, daß der damalige Erzbischof Bergoglio sich von den 2006 im Luna Park von Buenos Aires versammelten Charismatikern aller Konfessionen segnen ließ. Im Publikum ließ er sich von einem jungen Protestanten in etwas extatischer Situation segnen, auf der Bühne kniete er vor versammeltem Publikum nieder und ließ sich von den Führungsgestalten, darunter Pater Cantalamessa, aber auch verschiedenen protestantischen Charismatikern segnen. Unter ihnen befand sich damals auch der Evangelikale Giovanni Traettino, den Franziskus im vergangenen Juli in Caserta besuchte.

Bartholomäus betonte orthodoxen Standpunkt, der Primat zur Kernfrage macht

Der Höhepunkt der Begegnung von Petrus und Andreas, der beiden Apostelbrüder, die in der orthodoxen Ikonographie in jeder Kirche dargestellt sind, wie sie sich umarmen und die Einheit von West- und Ostkirche symbolisieren, war ein anderer. Eine Ikonographie, die allerdings auch eine Gleichrangigkeit signalisieren will, die den Vorrang des Petrus einebnen möchte. Doch Christus hat nicht den Andreas zum Ersten berufen, auch nicht zum Zweiten. Er hat Petrus berufen, dem alle Apostel gleichermaßen zugeordnet sind. Eben Papst und Bischöfe.

„Der Höhepunkt war am Ende der ‚göttlichen Liturgie‘ in der St. Georgskirche des Phanar am Gedenktag des heiligen Apostels Andreas, das gegenseitige Versprechen der Kircheneinheit“, so der Vatikanist Sandro Magister.

Patriarch Bartholomäus erkannte dem Oberhaupt der Kirche von Rom das Verdienst zu, hoffen zu lassen, „daß die Annäherung unserer beiden großen alten Kirchen weiterhin auf den festen Fundamenten unserer gemeinsamen Tradition aufbauen wird, die immer im Leib der Kirche den Liebesprimat, den Ehrenprimat und den Dienstprimat im Rahmen der Synodalität respektierte und anerkannte, damit mit einem Mund und einem Herzen der Dreieine Gott bekannt werde und sich Seine Liebe über die Welt ergieße“.

Papst und Bischöfe oder Bischöfe ohne Papst?

Eine Verteidigungsrede für die orthodoxe Auslegung des römischen Primats, dem nur ein Ehrenvorrang eingeräumt wird. „Liebesprimat“ steht als Chiffre für die Ablehnung des Jurisdiktionsprimats und letztlich eine Herabstufung des Petrus auf die Ebene der Apostel. Kein Papst, nur Bischöfe.

Bartholomäus betonte, daß „die göttliche Vorsehung durch die von den heiligen ökumenischen Konzilen errichtete Ordnung die Verantwortung für die Koordinierung und den Ausdruck der Homophonie der Allerheiligsten orthodoxen Ortskirchen“ ihm, dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel übertragen habe. Als solcher bereite er, so Bartholomäus gegenüber Franziskus, die „heilige und ökumenische Synode der orthodoxen Kirche“ vor, die 2016 nach einem halben Jahrhundert der Vorbereitungen stattfinden werde. Diese gesamtorthodoxe Synode erwarte sich, so Bartholomäus, die Teilnahme der Katholischen Kirche durch Beobachter.

Papst Franziskus berief sich auf das Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Einheit der Kirchen, das genau vor einem halben Jahrhundert verabschiedet wurde. „Mit diesem Dekret erkennt die katholische Kirche an, daß die orthodoxen Kirchen wahre Sakramente haben und vor allem kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie, durch die sie noch durch sehr enge Bande mit uns verbunden sind“.

Macht sich der „Bischof von Rom“ Chiffre „Liebesprimat“ zu eigen?

Wörtlich sagte der Papst: „(…) die Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft zu betonen, die weder bedeutet, einander zu unterwerfen noch einzuverleiben, sondern vielmehr alle Gaben anzunehmen, die Gott jedem gegeben hat.“

Und weiter: „Jedem von euch möchte ich versichern, dass die katholische Kirche, um das ersehnte Ziel der vollen Einheit zu erreichen, nicht beabsichtigt, irgendeine Forderung aufzuerlegen als die, den gemeinsamen Glauben zu bekennen, und dass wir bereit sind, im Licht der Lehre der Schrift und der Erfahrung des ersten Jahrtausends gemeinsam die Bedingungen zu suchen, um mit diesen die notwendige Einheit der Kirche unter den gegenwärtigen Umständen zu gewährleisten“.

Bemerkenswerter ist, daß der Papst von sich nur als „Bischof von Rom“ sprach und sich die orthodoxe Sprachregelung der „Kirche, die den Vorsitz in der Liebe führt“, gemeint ist damit die Diözese von Rom, zu eigen machte.

Die Lesart der „Ultrabergoglianer“

Aus der gemeinsamen Erklärung von Franziskus und Bartholomäus schloß die „ultrabergoglianische Internetseite Vatican Insider“ (Sandro Magister), „daß für den derzeitigen Nachfolger des Petrus die Wiederherstellung der vollen Einheit zwischen Katholiken und Orthodoxen bereits heute möglich wäre, ohne den orthodoxen Brüdern theologische oder jurisdiktionelle Vorbedingungen zu stellen“.

„Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus“, so Magister. Der Weg zur Einheit zwischen Katholiken und Orthodoxen bleibt unwegsam und hat aus orthodoxer Sicht im Primat des Petrus sein größtes ungelöstes Problem. Für die Katholiken stellen sich neben der Primatsfrage noch eine Reihe theologischer Fragen, wo die Orthodoxie im Laufe der Jahrhunderte unter verschiedentlichem Einfluß, auch politischer Eingriffe, die Wahrheit nur in der Theorie, nicht aber in der Praxis rein bewahren konnte. Ein Aspekt ist das Ehesakrament, wie durch die Diskussion in der Katholischen Kirche über die Thesen von Kardinal Walter Kasper zur Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion deutlich wurde. Gleiches gilt für das Weihesakrament, wo die Ostkirchen den Zölibat für das Mönchstum und die Bischöfe, nicht aber für den Weltklerus bewahren konnten.

Im Zusammenhang mit dem Primat und der kirchlichen Ordnung steht die ostkirchliche Synodalität, die von der lateinischen Kirche so nicht gekannt wird. Bartholomäus betonte diesen Aspekt, den der Osten somit beibehalten möchte.

Orthodoxe Sakramente zwischen Theorie und Praxis

Der Verweis auf „die Erfahrung des ersten Jahrtausends“, in dem West und Ost noch vereint waren, genügt jedoch nicht, um auch für das Heute die Formen aufzuzeigen, die für eine neue Einheit angemessen sind und von beiden Seiten anerkannt werden. Zudem war das Verhältnis im ersten Jahrtausend mehrfach schwer erschüttert. Das Große Schisma fällt zwar in den Beginn des zweiten Jahrtausends, geht aber auf Brüche des ersten Jahrtausends zurück.

Seit Jahren befaßt sich eine gemischte Theologenkommission aus Katholiken und Orthodoxen mit den offenen Fragen ohne substantielle Fortschritte zu erzielen. Die orthodoxen Kirchen sind untereinander uneins – uneins auch darin, und das in erheblichem Maße, welche Primatsrolle sie überhaupt dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel zugestehen, geschweige denn dem Papst in Rom.

Die Reden von Bartholomäus beim Treffen mit dem „Bischof von Rom“ sind daher vor allem auch innerorthodox zu lesen. Er versuchte mit Nachdruck diese Zuerkennung eines Vorranges durch das katholische Kirchenoberhaupt zu nützen, um gegenüber den anderen orthodoxen Patriarchen und Nationalkirchen seine Stellung zu betonen und zu festigen.

Die Ansprachen des Papstes im christlichen Konstantinopel

Der Papst nahm Termine im moslemischen Istanbul mit den türkischen Staats- und Religionsvertretern wahr, einschließlich eines Moscheebesuches, der wie bereits bei seinen Vorgängern Johannes Paul II. und Benedikt XVI. umstritten ist. Anbei alle Ansprachen des Papstes im christlichen Konstantinopel. Die gemeinsame Erklärung des Papstes und des ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. wird auch an dieser Stelle veröffentlicht.

Predigt des Heiligen Vaters in der katholischen Heilig-Geist-Kathedrale von Konstantinopel
Samstag, 29. November 2014

Ansprache des Heiligen Vaters beim Ökumenischen Gebet in der orthodoxen Patriarchalkirche St Georg von Konstantinopel
Samstag, den 29. November 2014

Ansprache des Heiligen Vaters im Anschluß an die Göttliche Liturgie in der orthodoxen Patriarchalkirche St. Georg in Konstantinopel
Sonntag, den 30. November 2014

Ökumenischer Segen und Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung in Konstantinopel
Sonntag, den 30. November 2014

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Settimo Cielo

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50 Comments

  1. Diese Gesten von Papst Bergoglio sind nichts mehr Ungewöhnliches und die Botschaften, die er damit vermitteln will, werden immer schaler. Et iss halt der Bergoglio. Es ist ihm auch nicht zu helfen.
    Aber der Bergoglio ist ein Überzeugungstäter: den Evangelikalen ist er ein Evangelikaler, den Orthodoxen ein Orthodoxer, den Marxisten ein Marxist, den Juden ein Jude und dann setzt er sich noch ins islamische Boot: nein, er hat da keine Probleme.
    Probleme hat er nur mit den Lehren der Kirche, weil die ja lästig sind. Nur die Lehren stören – und ohne sie wäre alles gut. Kaum oder nie erinnert er seine Gesprächspartner an die Wahrheit und Wahrheiten des Katechismus und vieler Dogmen. Und bös` wird er nur, wenn Kardinäle und Ordensgemeinschaften die Wahrheit ernst nehmen und sich danach richten und leben.

  2. Bergogliaccio, der sich vor Häretikern und Schismatikern verneigt, niederwirft und ihnen die Füße küßt um ihren „Segen“ zu empfangen,

    gleichzeitig Katholiken verfolgt, Priester verspottet, dem HERRN die anbetende Kniebeuge verweigert,
    in Moscheen „Anbetung“ Richtung Mekka hält, während wenige Kilometer weiter von seinen geliebten Mohammedanern Christen die Köpfe abgemetzelt werden.

    Dieser Mann ist der personifizierte Greuel der Verwüstung an heiliger Stätte!

    • catholicus
      Wenn Papst Franziskus die Bibel kennt, dann weiß er, dass der Höhergestellte den Niedrigergestellten segnet und der Niedrigergestellte vom Höhergestellten den Segen empfängt, und zwar laut Hebräerbrief, der das im Hinblick auf den Segen erklärt, den Abraham von Melchisedek empfing.
      Aber ehrlich gesagt glaube ich Papst Franziskus seine Geste nicht. Es ist alles Politik. Gerade dieser Papst wird Machtpolitik wie ein Gregor oder Innozenz treiben wenn nötig.

  3. Der Patriarch mit langer Schleppe und Diakon als Schleppenträger und der Papst in Soutane (französisch: Unterrock).

  4. Diese Gestik ist einfach nur peinlich und wirkt kriecherisch, nicht demütig, was es wahrscheinlich sein soll.
    Bei einem wahrhaft Demütigen, wie etwa Benedikt XVI., würde es NICHT peinlich wirken, das ist der kleine, aber feine Unterschied, der einem B. aber mit Sicherheit entgeht.

      • Ja, aber die beschwichtigenden neo-con Blockwarte Schlegl, Pytlik u co. stehen bereits parat mit ihren Scheltworten.
        Entweder „Wissen Sie es besser als der Hl. Vater“ oder Sie sind „Fundamentalist“.

      • @J.G. Ratkaj
        Was haben wir für diese von Ihnen benannten Patienten in meiner Diagnosekiste:
        Psychose. Das ist der Oberbegriff für psychische Erkrankungen mit einem Realitätsverlust. Schizophrenie. Das ist eine häufige und schwere Form der psychotischen Erkrankung.
        Schizophrene Patienten leiden unter einem Realitätsverlust. Also nicht ärgern. Was erwarten Sie, daß ein psychisch Kranker die psychische Krankheit seines Gurus erkennt? 😉

      • @Sabine F.

        Auweia, das wäre dann allerdings eine dissoziative Identitätsstörung (DIS) oder multiple Persönlichkeitsstörung (MPS). Solche Patienten bilden zahlreiche unterschiedliche Persönlichkeiten, die abwechselnd die Kontrolle über ihr Verhalten übernehmen. Folgestörungen sind u. a. Selbstverletzungen und Beziehungsprobleme. In solch einem Fall kann man auch als Therapeut kaum verhindern, daß der Kandidat sich mit seinem Schlegl einen überzieht.

  5. Bergoglio vertritt nicht die Katholische Religion.er zerkaut die ewige Wahrheit ,diese .,,kriegt er nicht ùber die Lippen“in Namen der Bescheidenheit.zerstôrt er die 2000jàhrige Verherrlichung Jesu Christi…. in unserem.katholischem.Glauben,Er verneigt sich,,,bescheiden“,wo irgendeine Religion,oder einflussreiche Organisation,gerade sitzt.In Namen der Brùderlichkeit ,Barmherzigkeit,Einheit,die, er und die seinen,bestimmen.Es ist doch Diktat,im Namen eines ,,Dialoges“.Ein Diktat der politisch korrekten Begriffe in einer ,,Breireligion“,die kein Angehôriger irgendeiner alten Religion,will.Wir werden alle Brùder,geschlechtsneutrale Brùder?Und ein grosser Kumpel,Bruder,passt auf unser Glùck und Frieden auf,….in totalem Friedenunfrieden,mit eine diktierter,im stetigem Aufbruch.sich bewegender,,,Wertekatalog“und neuer ,,spannender“,,Wahrheiten“.Der Erleuchtete Fachmann,der macht es schon.! Der Fachmann ist fùr die Identitàt zustàndig,..Jedoch,der Àlmàchtiger Gott,Der entscheidet.Gelobt sei Jesus Kristus.

  6. Bescheidenheit – gezielt eingesetzt- ist keine Bescheidenheit mehr.
    Sie irritiert, ist unecht, soll die Person ins rechte Licht rücken, wirkt kalkuliert, manipulierend und stößt ab.
    Eine Tugend wird dadurch in ihr Gegenteil verkehrt!

  7. Bergoglio ist mittlerweile sein autoritärer Despotismus zu Kopf gestiegen, freilich nicht zuletzt wegen seinen Jubel-Flagellanten allerorten. Das ist bei Absolutisten, die im Charakter nicht gefestigt sind, stets eine große Gefahr.
    Diese „Gesten“ („Anbetung“ oder Meditation inklusive Hauptsenken gen „Mekka“, Beuge vor Bartholomäus) wie sein absurd vorgetragene Pauperismus („Vatikan“:Bitte türkische Regierung:kein VW Passat aber einen Fiat Albea)sind anstößige Selbstinszenierungen eines Egomanen.
    Übrigens wenn er so auf „Armut“ und „Bescheidenheit“ tut, waum fährt er dann binnen 48 Stunden zwei mal per Helikopter nach Caserta? warum heuert er nicht in einer Dschunke in Istanbul an und fährt so nach ST. Marta? Seinem von dort herrührenden Bauchumfang täte es nicht schaden.

    • Weihnachten kommt er am Esel geritten. Nee. Das wäre zu christlich, diskriminierend. Ein Fahrrad und rundherum, im Dauerlauf. Hunderte Polizisten und Leibwächter. Bescheiden, wie der Politiker, der seine Turnschuhe zum Markenzeichen hatte.

      • Der Esel war das Reittier der Könige von Israel.
        Es handelt sich um eine königliche Bescheidenheit, besondrs wenn es sich um ein noch nie berittenes Tier handelt.
        Nebenbei: der Weg von Jerusalem nach Damaskus war eine Karavanenpiste;
        die Hauptreittiere waren dort Esel und Dromedare, was auf den vielen Malereien der Vision v. St. Paulus nicht berücksichtigt wird (wobei ein temperamentvolles Pferd sehr gut zu dem Hl. Paulus paßt)

      • @Ben Hur Passt, Alle weg… nur die Aktentasche blieb. Vermutlich haben die Alle nur eine Pause in den Blumen…

      • @Adrien Antoine. Durch mein Zufallslesen Ihrer wie immer wunderbaren Kenntnisse bin ich auf die Geschichte vom Heiligem Antonius und dem Esel gestossen… auch das ist Zufall nicht Zufall… Danke.

    • Ja, seine prosperierende Leibesfülle läßt sich gerade mit bescheidenem Seidentuch (s.o.) schlecht kaschieren….

  8. Die HARMONIE die VERWIRRUNG bringt???
    In der Hl. Geist Kirche sagte der Papst über den Hl. Geist folgendes:

    „Die Kirche und die Kirchen sind berufen, sich vom Heiligen Geist leiten zu lassen, indem sie eine Haltung der Offenheit, der Gelehrigkeit und des Gehorsams einnehmen. Mir kommt jenes schöne Wort des heiligen Basilius des Großen in den Sinn: „Ipse harmonia est“. Er selbst ist Harmonie

    Es handelt sich um eine Perspektive der Hoffnung, die aber zugleich mühevoll ist, insofern in uns ständig die Versuchung vorhanden ist, dem Heiligen Geist Widerstand zu leisten, denn er bringt die Kirche in Verwirrung, rüttelt sie auf, setzt sie in Bewegung und drängt sie, voranzugehen..“

    http://w2.vatican.va/content/francesco/de/homilies/2014/documents/papa-francesco_20141129_omelia-turchia.html

    Übrigens scheint „Ipse harmonia est“ der Lieblingsspruch unseres Papstes zu sein, allerdings blieb Kirchenvater der dies gesagt haben soll bis jetzt unbekannt.
    Im Vatikan und unter Theologen herrschte großes Rätselraten, welchem Kirchenvater der Papst dieses Zitat über den Hl. Geist „Ipse harmonia est“ eigentlich zuschreibt.

    Also, jetzt wo das Geheimnis gelüftet ist, WER kennt die genaue Quelle?

    • Ich kenne die genaue Quelle nicht. Dieser Harmoniegeist klingt wie ein abscheulicher Verfùhrer einer Jungfrau. Es ist ein Vergewaltigungsversuch der Kirche. Eine schleimige Vergewaltigung. Die Heilsgechichte ist ewig, denn Gott ist allmächtig… nicht der Satan.

      • Harmoniegeist im Google, Alles, von Môbel, Kosmetik… alles zu kaufen. Auch ein Spruch zum Harmoniegeist „nicht gesund ist, wer gut isst, sondern der, der gut verdaut“ (nicht genau zitiert), es ist ein Kochbuch.

    • Selbst wenn der hl. Basilius dies irgendwo gesagt haben sollte, wäre das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen und in Bezug auf Häresien, geschweige denn andere Religionen, eine absichtliche Irreführung. Ganz abgesehen davon, dass ein einzelnen Zitat eines Kirchenvaters, ja sogar Kirchenlehrers, keine bedingungslose Autorität hat.
      Dass der Heilige Geist Harmonie ist, ergibt einen Sinn zum Beispiel für die vielfältigen Gaben, die er in der Gemeinde (Kirche) austeilt. Diese bilden in der Tat keine Gegensätze, sondern untereinander eine Harmonie.
      In Bezug auf Sünden und Irrlehren ist die Eigenschaft des Heiligen Geistes, nach den Worten Jesu im Johannesevangelium, vielmehr ü b e r f ü h r e n d. Der Heilige Geist harmonisiert nicht die Unwahrheit und die Sünde, sonder er deckt sie auf, stellt sie bloß und überführt sie!

      • Wie gut, solche Worte wieder zu lesen. So kehrt der Frieden in die Seele, hoffe ich, zurück… langsam und mühsam, vielleicht…

      • Zu Sagen der Hl. Geist ist Harmonie ist das eine. Im nächsten Satz zu behaupten der Hl. Geist bringt die Kirche in Verwirrung erscheint mir doch allzu konträr.

      • @Imek…vielleicht soll am Ende,Diese,,Harmonie“ das sein,,,wo Die Seele weiss wie Schnee ist“,wie die des Winston,in Orwells 1984,…am Ende…Da jedoch,richtet der Ewiger Gott,der Dreieinige Gott…..

    • Geehrte @IMEK,

      Der Satz „ipse harmonia est“ ist tatsächlich ein Lieblingssatz v. P. Franziskus, wurde er doch schon im letzten Jahr schon 2x zitiert und ausführlich kommentiert, dabei stets mit dem Zusatz „von einem Kirchenvater“.
      Die gesamte patrologische Division der Jesuiten muß wohl händeringend über einem Jahr den vermeintlichen Autor dieses Spruches gesucht haben und nicht gefunden, läßt sich bei diesen Zitaten über Google doch kein einziger Hinweis finden.
      Deshalb wird auch weise geschwiegen.

      Es ist auch ein komischer Satz:
      ipse: latein., männliches Pronomen,“selber“,
      est: latein., verb,
      harmonia: ein ursprünglich griechisches Wort, im Alten und Neuen Testament nicht vorkommend, mit der Bedeutung: „Zusammengeschnürte/-gezimmerte Konstruktion“, auch :“Gelenk, Scharnier“; davon abgeleitet „Austarierte Konstruktion, System von zusammenpassenden Unterteilen“, auch „musikalisches System und -Stück“, auch „der Text zu der Musik“.
      Insgesamt eine sehr komische Mischung.

      Bei Clemens v. Rom (1. Clemensbrief a.d. Korinther) kommt das Wort nicht vor.
      Bei Bailius v. Cäsarea findet sich das Wort „Harmonia“ in der berühmten Schrift „De Spiritu Sancto“(Peri tou Hagiou Pneumatos) nur 1x(!), und wohl im 16 Kapitel (FC, 39, S.192/2):
      „Ohne die Leitung des Geistes ist es nicht möglich, diese ganze geheimnisvolle Harmonie des Himmels im Dienst Gottes und im Übereinklang der überweltlichen Mächte untereinander zu bewahren.“( …Kai arreton harmonian en te tei leitourgia theou…)
      Nichts mit : „ipse est harmonia“

      Die Frage ist natürlich wer mit „ipse“ gemeint ist:
      -Unser Herr Jesus Christus hat von Sich selber gesagt, daß er gekommen ist um das Schwert innerhalb von den Familien zu bringen.
      - Der Paraklet , litt. „der zur Hilfe Gerufene“ , davon abgeleitet der Verteidiger, der Anwalt, der Advocatus, im Gegensatz zu dem Verfolger, dem Prokureur (in hoc casu: Satan) ebenfalls- in diesem Prozess wird keine Harmonie angestrebt, sondren der Sieg des Guten über das Böse
      -Der Hl. Geist: das Zitat v. Basilius dem Großen zeigt deutlich, das der Hl. Geist die Harmonie des Himmels dirigiert- wie das nizänische Credo, das dem Hl. Basilius so am Herzen lag, sagt: Gott ist der Schöpfer des Himmels und der Erde, von allem was sichtbar und unsichtbar ist; Er ist nicht der Himmel und auch nicht die Erde.

      Patristisch also sehr unklar-eine Aufgabe für P. Federico Lombardi!
      Es ist jedoch verwickelter (ff. Teil2)

    • (Teil 2)

      Harmonie war in der frühen Christenheit nun nicht gerade an der Tagesordnung: starke Verfolgung, Drangsalierung und Tötung, Differenzen zwischen pharisäischen und hellenistischen Judenchristen, intenses Ringen um die Mission bei den Heiden, Bekämpfung von Simonie, von häretischen Lehren (Markion),…

      Clemens v. Rom spricht dagegen sehr viel von Homonoia en Aletheia, von der Einigkeit in der Wahrheit, in dem Leben auf dem richtigen Pfad, nach dem Gesetz (wenn man so nimmt: „innerhalb den Buchstaben“)- das ist heutzutage nicht an der Tagesordnung.

      Bei „Harmonia“ mußte ich wohl direkt an die Pythagoräer denken, einer griechischen Philosophenschule im 5. und 4. Jhdt. v. C., die in ihrer Naturphilosophie eine „Harmonie der Sphären“ (bzw. drer Plkaneten), entwickelten, die Mit musik zusammengehalten wurden bzw. Musik machten, womit auch die Tonskala der Noten korrespondierte.
      Diese Pythagoräer übten einen großen Einfluß auf Platon aus, dere diese Sichtweise für seine Ideenlehre und Seelenmodellen adaptierte.

      Und hier findet sich tatsächlich fast genau das Zitat:
      (Phaidon 94a): „… oo Simmia, …eiper harmonia estin…“/ „…o Simmias, …si est harmonia…“
      „Oder vielmehr, Simmias, wenn wir es recht genau nehmen, wird keine Seele Anteil an irgendwelche Laster haben, wenn sie (die Seele) selber in Harmonie ist; denn da die Harmonie immer vollkommene Harmonie ist, kann sie an der Mißharmonie gar niemals Anteil haben“.
      In der lateinischen Übersetzung v. Didot wird im 2. Satzteil dann übrigens „consonantia“(“Wohlklingen“) mit „Dissonantia“(Verstimmtklingen“) übersetzt.

      Ein sehr gefährlicher Satz, unterschlägt er doch die menschliche Beschränkung und verführt zu Absolutierung- es wäre ein möglicher Startpunkt für die Apokatastasis/ die Rettung aller durch Besitz der Harmonie.
      Die frühe Kirche hat dies sehr genau und richtig bemerkt und aus diesem Grunde die Naturphilosophen und die Platoniker sehr kritisch gesehen.
      Die Neuplatoniker haben sich übrigens stark gegen das Christentum gewehrt.

      Der große Einfluß v. Aristoteles im Mittelalter ist nicht zuletzt als Abwehr und Abwendung von diesen fast esoterischen Tendenzen zu verstehen.
      Der Spruch „ipse est harmonia“ paßt übrigens sehr gut in dem Mittelalter- da gibt es große Koryphäen in Deutschland die das viel besser ausarbeiten können als ich, einfacher Dilettant.
      Ob jedoch mit „ipse“ der Hl.Geist gemeint ist, bezweifle ich trotzdem.
      Gerade nach der Synode mit der parrhesia (kräftiger Sprache), mit dem „parrhesiazomai“( dem Anfauchen des Gegners), mit der Kujonnierung und Disziplinierung der Franziskanen der Immaculata, der Degradation und dem Rauswurf v. Kard. Burke, fühle ich mich bei diesem Spruch irgendwie veräppelt.

      Auf das Originalzitat mit Quellenangabe bin ich jedoch sehr neugierig.
      Te lucis ante terminum

      • Vielen Dank @Adrien Antoine für ihre Mühe.
        Der Hinweis auf die Pythagoräer ist wirklich sehr interessant, insbesondere P. FranzI. sich wiederholt im Sinne der Allerlösung geäußert hat.
        (Allerheiligen 2013 und bei der letzten Generalaudienz im November)

        Vielleicht haben diejenigen recht die mutmaßen, der „Kirchenvater“ müsse Bergoglio selbst sein.

  9. Schon Kardinal Ratzinger äußerte, man könne von den Orthodoxen nicht mehr an katholischem Glauben verlangen, als der Osten und der Westen im ersten Jahrtausend gemeinsam hatten: Was damals wahr war, kann heute nicht falsch sein.“ Schon Papst Johannes Paul II. hatte in seiner Enzyklika „Ut unum sint“ in Aussicht gestellt, eine solche Ausübung des päpstlichen Primats zu finden, die für die Orthodoxen annehmbar wäre. Also auch hier nichts Neues von Papst Franziskus.—
    Freilich kann man dann auch fragen: warum nicht gleich zum Glauben und zur Praxis der frühen Kirche zurückkehren? War die denn verkehrt? Nach dem Judasbrief, Vers 3, und nach dem Galaterbrief Kapitel 1 und weiteren Stellen ganz gewiss nicht.
    Aber vielleicht kommt das ja noch…

  10. Wieder ein Beweis der erschütternden Unbildung dieses Laiendarsellers im weissen Kostüm.
    Meine Güte wie sehr kann man das Papsttum herunterwirtschaften.
    Jetzt sitzt das „Unbildungs-Proletariat“ auf dem Stuhl Petri.
    Das jüngste Gericht muß ganz nah sein.

    • Wurde nicht satirisch festgestellt, kurz nach dem Konklave:
      Ratzinger ist Deutsches Humanistisches Gymnasium,
      Bergoglio neudeutsche Gesamtschule
      ?

  11. Die Reise vom Papst in die Türkei war ein einziges Fiasko, sowohl gegenüber den Moslems wie gegenüber dem schwachen (weil in der islamischen Türkei lebenden) Patriarchen von Konstantinopel: ohne Würde, ohne Respekt, ohne Ehre. Die katholische Kirche muß den Türken als ein Sauhaufen erscheinen und das ist sie auch großenteils: Kasper, Marx und und und. Es gab bei beiden Abstimmungen auf der Synode solide Mehrheiten für deren Schalmeientöne.

    Papst Franziskus, der den guten Namen Franziskus bis zur Unkenntlichkeit herunterwirtschaftet, hat seine Rolle in der Türkei gespielt als wäre er ein Narr. Er benahm sich aber nicht wie ein Narr, sondern wie ein Tollpatsch. Er läßt ganz nach dem Geschmack seiner genüßlich jauchzenden Anhänger tatsächlich kein Fettnäpfchen aus.

    Ein echter Narr ist er nicht, denn der steht zu unverrückbaren Grundsätzen, der Wahrheit, die er nie verleugnet oder aufgibt zugunsten von falschem Beifall oder Anbiederung.
    Bergoglio aber verrät bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Lehren und Dogmen der Kirche als wäre das seine liebste Rolle als „Bischof von Rom.“

    Ist es ganz abwegig etwa einen Zusammenhang zu sehen zwischen der Anbiederung an den Islam und den Mordhaufen in Syrien und Irak, Nigeria und Pakistan usw.? Ich würde ein deutliches NEIN dazu sagen. Je mehr sich die Kirche sich dem Islam anbiedert, desto stärker und brutaler fällt dessen Antwort aus.

    • Franzel@: Und darüberhinaus wirken Bergoglios Statemen und seine Jubelfritzen doch eher unbeholfen. Und überhaupt: Wo bleiben denn die „Früchte“ seiner in die Welt hinausposaunten „Friedensschallmeien“? In Europa wird jetzt gerade massiv militärisch aufgerüset, im Nahen Osten vergeht kein Tag, an dem nicht gemordet, geschossen und Hass gesät wird. In der Ukraine segnet die nahezu gesamte Kirche die Waffen. Und wie steht es mit der sozialen Gerechtigkeit – ich meine hier im sogenannen „freien Westen“? In Südeuropa über 50% Jugendarbeitlosigkeit, Teuerung, Abbau demokraischer Rechte und Regulierungswut durch die EU-Bonzen. Russophobie, Wiederstarken des Rassismus und Faschismus in neuem Gewand. In der Alpenrepublik Schweiz wird gegen die sozial Schwachen gehetzt, dass sich die Balken biegen. In den MEDIEN OFFENBART SICH ein Hass gegen die katholische Kirche in einer Unverfrorenheit, dass man Seinesgleichen sucht. Des Schweizers Gott ist und bleibt der Geldbeutel, Reiche werden dort reicher und Arm ärmer. Milliardäre und Millionäre werden vom Schweizer Stimmbürger hofiert. Die Apelle des Papstes für eine arme Kirche für die Armen, gegen die Einsamkeit der Armen und Alten und der Jugend, verhallen im Nirwana. Das ist die Realität. Man lese einmal in den Meinungsforen der Schweizer Tageszeitungen.Da wird praktisch nur über die tolerante Sexualmoral des Papstes gejubelt, aber über die soziale Gerechgkeit, ddie der Papst einmahnt: 0-Minus!!

    • @Franzel

      Seine Seitenhiebe auf uns „fundamentale Christen“ halte ich inzwischen nicht nur für bedenklich, sondern schon gefährlich; er lenkt ganz geschickt den Hass auf Christen, die dem Herrn treu folgen wollen. Schlegl und Co. entwickeln auch schon langsam freislersche Qualitäten; bei entsprechendem Rückhalt, wenn ihr GröFaZ weiterhin politischen Einfluß gewinnt, werden wir uns noch warm anziehen müssen.

    • Wie bitte?
      „denn er steht zu unverrückbaren Grundsätzen, der Wahrheit, die er nie verleugnet oder aufgibt“…
      Sie leiden an Realitätsverweigerung! Was reden Sie da?

  12. Danke für Ihre Hinweise @Leone. Was in Europa sich abspielt, ist einfach nicht mehr auch nur halbwegs als normal zu bezeichnen. Noch hält „das Geld“.
    Aber wie lange noch? Wenn die finanzielle Seifenblase platzt, dann bin ich mal gespannt, was den Enttäuschten geboten wird.

    Ja der Faschismus hat sich neue Gewänder zugelegt. Auch in D hetzen die Medien Tag für Tag gegen das sich re-christianisierende Rußland, das aber nach meinem Dafürhalten unter dem Schutz der Muttergottes steht. Auf kath.net @Ben Hur aber auch bei der Tagespost aus Würzbug wird kräftig gegen Rußland ausgekeilt. Von Frieden und Verständigung und einem gedeihlichen Miteinander ist bei den meisten Politikern Europas und den gleichgeschalteten Medien keine Rede.

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