Rede von Papst Franziskus an das Europäische Parlament

Papst Franziskus im Europäischen Parlament
Papst Franziskus vor dem Europäischen Parlament

(Straßburg) Papst Franziskus sprach am heutigen Vormittag vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Parlamentspräsident Martin Schulz begrüßte das katholische Kirchenoberhaupt mit betonter Herzlichkeit. Nach der Ansprache an die Vollversammlung der Europäischen Bischofskonferenz am 3. Oktober handelte es sich innerhalb kurzer Zeit um die zweite Ansprache des Papstes über Europa. Die Linksfraktionen beschränkten sich während der Ansprache auf Höflichkeitsapplaus. Kräftige Zustimmung fand dort der Aufruf des Papstes, das Mittelmeer dürfe im Zusammenhang mit der „Migrationsfrage“ nicht zu einem „großen Friedhof“ werden. Homosexuelle Abgeordnete auf der Linken demonstrierten durch das Tragen von Girlanden in den Homo-Farben. Den Schlußapplaus spendeten die Abgeordenten aller Fraktionen stehend. Der Besuch verlief ohne Zwischenfälle.

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Ansprache von Papst Franziskus
an die Abgeordneten des Europäischen Parlament

Straßburg
25. November 2014

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Herr Präsident, meine Damen und Herren Vizepräsidenten,
verehrte Europaabgeordnete
und alle, die in den verschiedenen Arbeitsbereichen dieser Einrichtung tätig sind,
liebe Freunde,

ich danke Ihnen für die Einladung, vor dieser Institution, die für das Leben der Europäischen Union grundlegend ist, das Wort zu ergreifen, und für die Gelegenheit, die Sie mir bieten, mich über Sie an die über fünfhundert Millionen Bürger zu wenden, die Sie in den 28 Mitgliedsstaaten vertreten. Meinen besonderen Dank möchte ich Ihnen, Herr Parlamentspräsident, ausdrücken für die freundlichen Worte, mit denen Sie mich im Namen aller Mitglieder der Versammlung willkommen geheißen haben.

Mein Besuch findet in einem zeitlichen Abstand von mehr als einem Vierteljahrhundert nach dem von Papst Johannes Paul II. statt. Vieles hat sich seit jenen Tagen in Europa und in der ganzen Welt verändert. Es existieren nicht mehr die gegensätzlichen Blöcke, die damals den Kontinent in zwei Teile teilten, und langsam erfüllt sich der Wunsch, dass „Europa sich souverän freie Institutionen gibt und eines Tages sich in die Dimensionen entfalten kann, die die Geografie und mehr noch die Geschichte ihm gegeben haben“. (Johannes Paul II., Ansprache an das Europaparlament, 11. Oktober 1988, 5.)

Neben einer weiträumigeren Europäischen Union gibt es auch eine Welt, die komplexer geworden und stark in Bewegung ist. Eine Welt, die immer stärker vernetzt und global und daher auch immer weniger „eurozentrisch“ ist. Einer ausgedehnteren, einflussreicheren Union scheint sich jedoch das Bild eines etwas gealterten und erdrückten Europas zuzugesellen, das dazu neigt, sich in einem Kontext, der es oft nüchtern, misstrauisch und manchmal sogar argwöhnisch betrachtet, weniger als Protagonist zu fühlen.

Indem ich mich heute an Sie wende, möchte ich aufgrund meiner Berufung zum Hirten an alle europäischen Bürger eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung richten.

Eine Botschaft der Hoffnung, die auf der Zuversicht beruht, dass die Schwierigkeiten zu machtvollen Förderern der Einheit werden können, um alle Ängste zu überwinden, die Europa – gemeinsam mit der ganzen Welt – durchlebt. Eine Hoffnung auf den Herrn, der das Böse in Gutes und den Tod in Leben verwandelt.

Eine Ermutigung, zur festen Überzeugung der Gründungsväter der europäischen Union zurückzukehren, die sich eine Zukunft wünschten, die auf der Fähigkeit basiert, gemeinsam zu arbeiten, um die Teilungen zu überwinden und den Frieden und die Gemeinschaft unter allen Völkern des Kontinentes zu fördern. Im Mittelpunkt dieses ehrgeizigen politischen Planes stand das Vertrauen auf den Menschen, und zwar weniger als Bürger und auch nicht als wirtschaftliches Subjekt, sondern auf den Menschen als eine mit transzendenter Würde begabte Person.

Es liegt mir vor allem daran, die enge Verbindung hervorzuheben, die zwischen diesen beiden Worten besteht: „Würde“ und „transzendent“.

Die „Würde“ ist das Schlüsselwort, das den Aufschwung der zweiten Nachkriegszeit charakterisiert hat. Unsere jüngere Geschichte zeichnet sich dadurch aus, dass die Förderung der Menschenwürde zweifellos ein zentrales Anliegen war gegen die vielfältige Gewalt und die Diskriminierungen, an denen es im Laufe der Jahrhunderte auch in Europa nicht gefehlt hat. Das Wahrnehmungsvermögen für die Bedeutung der Menschenrechte entsteht gerade als Ergebnis eines langen, auch aus mannigfachen Leiden und Opfern bestehenden Weges, der dazu beigetragen hat, das Bewusstsein für die Kostbarkeit, Einzigkeit und Unwiederholbarkeit jedes einzelnen Menschen heranzubilden. Dieses kulturelle Bewusstsein hat seine Grundlage nicht nur in den Ereignissen der Geschichte, sondern vor allem im europäischen Denken, das gekennzeichnet ist durch ein reichhaltiges Zusammenfließen, dessen vielfältige, weit zurückliegende Quellgründe „aus Griechenland und aus Rom, aus keltischem, germanischem und slawischem Boden und aus dem Christentum [stammen], das sie tief geprägt hat“ (Johannes Paul II., Ansprache an die Parlamentarische Versammlung des Europarates, Straßburg, 8. Oktober 1988, 3.) und so zu der Idee der „Person“ führte.

Heute spielt die Förderung der Menschenrechte eine zentrale Rolle im Engagement der Europäischen Union, mit dem Ziel, die Würde der Person zu stützen, sowohl innerhalb Europas als auch in der Beziehung zu den anderen Ländern. Es handelt sich um ein wichtiges und bewundernswertes Engagement, denn es bestehen immer noch zu viele Situationen, in denen Menschen wie Objekte behandelt werden, deren Empfängnis, Gestaltung und Brauchbarkeit man programmieren und sie dann wegwerfen kann, wenn sie nicht mehr nützlich sind, weil sie schwach, krank oder alt geworden sind.

In der Tat, welche Würde besteht, wenn die Möglichkeit fehlt, frei die eigene Meinung zu äußern oder ohne Zwang den eigenen Glauben zu bekennen? Welche Würde ist möglich ohne einen klaren juristischen Rahmen, der die Gewaltherrschaft begrenzt und das Gesetz über die Tyrannei der Macht siegen lässt? Welche Würde kann jemals ein Mensch haben, der zum Gegenstand von Diskriminierung aller Art gemacht wird? Welche Würde soll jemals einer finden, der keine Nahrung bzw. das Allernotwendigste zum Leben hat und – schlimmer noch – dem die Arbeit fehlt, die ihm Würde verleiht?

Die Würde des Menschen zu fördern, bedeutet anzuerkennen, dass er unveräußerliche Rechte besitzt, deren er nicht nach Belieben und noch weniger zugunsten wirtschaftlicher Interessen von irgendjemandem beraubt werden kann.

Man muss aber Acht geben, nicht Missverständnissen zu verfallen, die aus einem falschen Verständnis des Begriffes Menschenrechte und deren widersinnigem Gebrauch hervorgehen. Es gibt nämlich heute die Tendenz zu einer immer weiter reichenden Beanspruchung der individuellen Rechte, hinter der sich ein aus jedem sozialen und anthropologischen Zusammenhang herausgelöstes Bild des Menschen verbirgt, der gleichsam als „Monade“ (μονάς) zunehmend unsensibel wird für die anderen „Monaden“ in seiner Umgebung. Mit der Vorstellung des Rechtes scheint die ebenso wesentliche und ergänzende der Pflicht nicht mehr verbunden zu sein, so dass man schließlich die Rechte des Einzelnen behauptet, ohne zu berücksichtigen, dass jeder Mensch in einen sozialen Kontext eingebunden ist, in dem seine Rechte und Pflichten mit denen der anderen und zum Gemeinwohl der Gesellschaft selbst verknüpft sind.

Ich meine daher, dass es überaus wichtig ist, heute eine Kultur der Menschenrechte zu vertiefen, die weise die individuelle, oder besser die persönliche Dimension mit der des Gemeinwohls – mit jenem „’Wir alle’, das aus Einzelnen, Familien und kleineren Gruppen gebildet wird, die sich zu einer sozialen Gemeinschaft zusammenschließen“ (Benedikt XVI., Enzyklika Caritas in veritate, 7; vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Past. Konst. Gaudium et spes, 26.) – zu verbinden versteht. Wenn nämlich das Recht eines jeden nicht harmonisch auf das größere Wohl hin ausgerichtet ist, wird es schließlich als unbegrenzt aufgefasst und damit zur Quelle von Konflikten und Gewalt.

Von der transzendenten Würde des Menschen zu sprechen, bedeutet also, sich auf seine Natur zu berufen, auf seine angeborene Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden, auf jenen „Kompass“, der in unsere Herzen eingeschrieben ist und den Gott dem geschaffenen Universum eingeprägt hat. (Vgl. Kompendium der Soziallehre der Kirche, 37.) Vor allem bedeutet es, den Menschen nicht als ein Absolutes zu betrachten, sondern als ein relationales Wesen. Eine der Krankheiten, die ich heute in Europa am meisten verbreitet sehe, ist die besondere Einsamkeit dessen, der keine Bindungen hat. Das wird speziell sichtbar bei den alten Menschen, die oft ihrem Schicksal überlassen sind, wie auch bei den Jugendlichen, die keine Bezugspunkte und keine Zukunfts-Chancen haben; es wird sichtbar bei den vielen Armen, die unsere Städte bevölkern; es wird sichtbar in dem verlorenen Blick der Migranten, die hierhergekommen sind, auf der Suche nach einer besseren Zukunft.

Diese Einsamkeit ist dann durch die Wirtschaftskrise verschärft worden, deren Wirkungen noch andauern mit Konsequenzen, die unter gesellschaftlichem Gesichtspunkt dramatisch sind. Zudem kann man feststellen, dass im Laufe der letzten Jahre mit dem Prozess der Erweiterung der Europäischen Union eine Steigerung des Misstrauens der Bürger gegenüber Institutionen einhergeht, die als fern betrachtet werden, damit beschäftigt, Regeln aufzustellen, die als weitab von der Sensibilität der einzelnen Völker, wenn nicht sogar als schädlich wahrgenommen werden. Von mehreren Seiten aus gewinnt man den Gesamteindruck der Müdigkeit und der Alterung, die Impression eines Europas, das Großmutter und nicht mehr fruchtbar und lebendig ist. Demnach scheinen die großen Ideale, die Europa inspiriert haben, ihre Anziehungskraft verloren zu haben zugunsten von bürokratischen Verwaltungsapparaten seiner Institutionen.

Dazu kommen einige etwas egoistische Lebensstile, die durch einen mittlerweile unhaltbaren Überfluss gekennzeichnet und oft ihrer Umgebung, vor allem den Ärmsten gegenüber gleichgültig sind. Mit Bedauern ist festzustellen, dass im Mittelpunkt der politischen Debatte technische und wirtschaftliche Fragen vorherrschen auf Kosten einer authentischen anthropologischen Orientierung. (Vgl. Evangelii gaudium, 55.) Der Mensch ist in Gefahr, zu einem bloßen Räderwerk in einem Mechanismus herabgewürdigt zu werden, der ihn nach dem Maß eines zu gebrauchenden Konsumgutes behandelt, so dass er – wie wir leider oft beobachten – wenn das Leben diesem Mechanismus nicht mehr zweckdienlich ist, ohne viel Bedenken ausgesondert wird, wie im Fall der Kranken im Endstadium, der verlassenen Alten ohne Pflege oder der Kinder, die vor der Geburt getötet werden.

Es ist das große Missverständnis, das geschieht, „wenn sich die Verabsolutierung der Technik durchsetzt“, (Benedikt XVI., Caritas in veritate, 71.) die schließlich zu einer »Verwechslung von Zielen und Mitteln“ (Ebd.) führt. Das ist ein unvermeidliches Ergebnis der „Wegwerf-Kultur“ und des „hemmungslosen Konsumismus“. Dagegen bedeutet die Menschenwürde zu behaupten, die Kostbarkeit des menschlichen Lebens zu erkennen, das uns unentgeltlich geschenkt ist und deshalb nicht Gegenstand von Tausch oder Verkauf sein kann. Sie sind in Ihrer Berufung als Parlamentarier auch zu einer großen Aufgabe ausersehen, die vielleicht unnütz erscheinen mag: sich der Gebrechlichkeit der Völker und der einzelnen Menschen anzunehmen. Sich der Gebrechlichkeit anzunehmen bedeutet Kraft und Zärtlichkeit, bedeutet Kampf und Fruchtbarkeit inmitten eines funktionellen und privatistischen Modells, das unweigerlich zur „Wegwerf-Kultur“ führt. Sich der Gebrechlichkeit der Menschen und der Völker anzunehmen bedeutet, das Gedächtnis und die Hoffnung zu bewahren; es bedeutet, die Gegenwart in ihrer nebensächlichsten und am meisten beängstigenden Situation auf sich zu nehmen und fähig zu sein, sie mit Würde zu salben. (Vgl. Evangelii gaudium, 209.)

Wie kann man also der Zukunft wieder Hoffnung verleihen, so dass – angefangen bei den jungen Generationen – das Vertrauen wiedergewonnen wird, das große Ideal eines vereinten und friedvollen, kreativen und unternehmungsfreudigen Europas zu verfolgen, das die Rechte achtet und sich der eigenen Pflichten bewusst ist?

Um diese Frage zu beantworten, gestatten Sie mir, auf ein Bild zurückzugreifen. Eine der berühmtesten Fresken Raffaels im Vatikan stellt die sogenannte Schule von Athen dar. In ihrem Mittelpunkt stehen Platon und Aristoteles. Der erste deutet mit dem Finger nach oben, zur Welt der Ideen, zum Himmel, könnten wir sagen; der zweite streckt die Hand nach vorne, auf den Betrachter zu, zur Erde, der konkreten Wirklichkeit. Das scheint mir ein Bild zu sein, das Europa und seine Geschichte gut beschreibt, die aus der fortwährenden Begegnung zwischen Himmel und Erde besteht, wobei der Himmel die Öffnung zum Transzendenten, zu Gott beschreibt, die den europäischen Menschen immer gekennzeichnet hat, und die Erde seine praktische und konkrete Fähigkeit darstellt, die Situationen und Probleme anzugehen.

Die Zukunft Europas hängt von der Wiederentdeckung der lebendigen und untrennbaren Verknüpfung dieser beiden Elemente ab. Ein Europa, das nicht mehr fähig ist, sich der transzendenten Dimension des Lebens zu öffnen, ist ein Europa, das in Gefahr gerät, allmählich seine Seele zu verlieren und auch jenen „humanistischen Geist“, den es doch liebt und verteidigt.

Gerade ausgehend von der Notwendigkeit einer Öffnung zum Transzendenten möchte ich die Zentralität des Menschen bekräftigen, der andernfalls zum Spielball der Moden und der jeweiligen Mächte wird. In diesem Sinne halte ich nicht nur das Erbe, welches das Christentum in der Vergangenheit der soziokulturellen Gestaltung des Kontinentes überlassen hat, für grundlegend, sondern vor allem den Beitrag, den es heute und in der Zukunft zu dessen Wachstum zu leisten gedenkt. Dieser Beitrag stellt nicht eine Gefahr für die Laizität der Staaten und für die Unabhängigkeit der Einrichtungen der Union dar, sondern eine Bereicherung. Das zeigen uns die Ideale, die Europa von Anfang an geformt haben, wie der Friede, die Subsidiarität und die wechselseitige Solidarität – ein Humanismus, in dessen Zentrum die Achtung der Würde der Person steht.

Darum möchte ich erneut die Bereitschaft des Heiligen Stuhls und der katholischen Kirche betonen, durch die Kommission der Europäischen Bischofskonferenzen (COMECE) einen gewinnbringenden, offenen und transparenten Dialog mit den Institutionen der Europäischen Union zu pflegen. Ebenso bin ich überzeugt, dass ein Europa, das fähig ist, sich die eigenen religiösen Wurzeln zunutze zu machen, indem es ihren Reichtum und ihre inneren Möglichkeiten zu ergreifen versteht, auch leichter immun sein kann gegen die vielen Extremismen, die sich in der heutigen Welt verbreiten – auch aufgrund des großen ideellen Vakuums, das wir im sogenannten Westen erleben, denn „es ist gerade die Gottvergessenheit und nicht seine Verherrlichung, die Gewalt erzeugt“. (Benedikt XVI., Ansprache an die Mitglieder des Diplomatischen Korps, 7. Januar 2013.)

Wir können hier die zahlreichen Ungerechtigkeiten und Verfolgungen nicht unerwähnt lassen, die täglich die religiösen und besonders die christlichen Minderheiten in verschiedenen Teilen der Welt treffen. Gemeinschaften und Einzelne, die sich barbarischer Gewalt ausgesetzt sehen: aus ihren Häusern und ihrer Heimat vertrieben; als Sklaven verkauft; getötet, enthauptet, gekreuzigt und lebendig verbrannt – unter dem beschämenden und begünstigenden Schweigen vieler.

Das Motto der Europäischen Union ist Einheit in der Verschiedenheit, doch Einheit bedeutet nicht politische, wirtschaftliche, kulturelle oder gedankliche Uniformität. In Wirklichkeit lebt jede authentische Einheit vom Reichtum der Verschiedenheiten, die sie bilden: wie eine Familie, die umso einiger ist, je mehr jedes ihrer Mitglieder ohne Furcht bis zum Grund es selbst sein kann. In diesem Sinn meine ich, dass Europa eine Familie von Völkern ist, welche die Institutionen der Union als nah empfinden können, falls diese es verstehen, das ersehnte Ideal der Einheit weise mit der je verschiedenen Eigenart eines jeden zu verbinden, indem sie die einzelnen Traditionen zur Geltung bringen, sich der Geschichte und der Wurzeln dieses Kontinents bewusst werden und sich von vielen Manipulationen und Ängsten befreien. Den Menschen ins Zentrum zu setzen bedeutet vor allem zuzulassen, dass er frei sein eigenes Gesicht und seine eigene Kreativität ausdrückt, sowohl auf der Ebene des Einzelnen als auch auf der des Volkes.

Andererseits bilden die Eigenarten eines jeden in dem Maß, wie sie in den Dienst aller gestellt werden, einen echten Reichtum. Man muss sich immer an die besondere Struktur der Europäischen Union erinnern, die auf den Prinzipien der Solidarität und der Subsidiarität gründet, so dass die gegenseitige Hilfe vorherrscht und man, beseelt von gegenseitigem Vertrauen, vorangehen kann.

In dieser Dynamik von Einheit und Eigenart ist Ihnen, meine Damen und Herren Europaabgeordnete, auch die Verantwortung übertragen, die Demokratie der Völker Europas lebendig zu erhalten. Es ist kein Geheimnis, dass eine vereinheitlichende Auffassung der Globalität der Vitalität des demokratischen Systems schadet, indem es dem reichen fruchtbaren und konstruktiven Gegensatz der Organisationen und der politischen Parteien untereinander seine Kraft nimmt. So läuft man Gefahr, im Reich der Idee, des bloßem Wortes, des Bildes, des Sophismus zu leben… und schließlich die Wirklichkeit der Demokratie mit einem neuen politischen Nominalismus zu verwechseln. Die Demokratie in Europa lebendig zu erhalten erfordert, viele „Globalisierungsarten“ zu vermeiden, die die Wirklichkeit verwässern: die engelhaften Purismen, die Totalitarismen des Relativen, die geschichtswidrigen Fundamentalismen, die Ethizismen ohne Güte, die Intellektualismen ohne Weisheit. (Vgl. Evangelii gaudium, 231.)

Die Wirklichkeit der Demokratien lebendig zu erhalten ist eine Herausforderung dieses geschichtlichen Momentes: zu vermeiden, dass ihre reale Kraft – die politische Ausdruckskraft der Völker – verdrängt wird angesichts des Drucks multinationaler nicht universaler Interessen, die sie schwächen und in vereinheitlichende Systeme finanzieller Macht im Dienst von unbekannten Imperien verwandeln. Das ist eine Herausforderung, die Ihnen die Geschichte heute stellt.

Europa Hoffnung geben bedeutet nicht nur die Zentralität des Menschen anzuerkennen, sondern schließt auch ein, seine Begabungen zu fördern. Es geht deshalb darum, in ihn und in die Bereiche zu investieren, in denen seine Talente sich entwickeln und Frucht bringen. Der erste Bereich ist gewiss der der Erziehung, angefangen von der Familie, welche die grundlegende Zelle und ein kostbarer Bestandteil jeder Gesellschaft ist. Die geeinte, fruchtbare und unauflösliche Familie bringt die fundamentalen Elemente mit sich, um Zukunftshoffnung zu geben. Ohne diese Festigkeit baut man letztlich auf Sand, mit schweren gesellschaftlichen Folgen. Andererseits dient die Betonung der Bedeutung der Familie nicht nur dazu, den neuen Generationen Aussichten und Hoffnung zu vermitteln, sondern auch den zahlreichen alten Menschen, die oft gezwungen sind, in Situationen der Einsamkeit und der Verlassenheit zu leben, weil es nicht mehr die Wärme einer häuslichen Gemeinschaft gibt, die imstande ist, sie zu begleiten und zu unterstützen.

Neben der Familie gibt es das Erziehungswesen: Schulen und Universitäten. Die Erziehung darf sich nicht darauf beschränken, eine Ansammlung von technischen Kenntnissen zu vermitteln, sondern muss den äußerst komplexen Wachstumsprozess des Menschen in seiner Ganzheit fördern. Die Jugendlichen von heute verlangen, eine angemessene und vollständige Ausbildung erhalten zu können, um mit Hoffnung in die Zukunft zu schauen und nicht mit Enttäuschung. Zahlreich sind zudem die kreativen Möglichkeiten Europas auf verschiedenen Gebieten der wissenschaftlichen Forschung, von denen einige noch nicht ganz erkundet sind. Man denke beispielsweise nur an die alternativen Energiequellen, deren Entwicklung dem Umweltschutz von großem Nutzen wäre.

Europa hat in einem lobenswerten Einsatz zugunsten der Ökologie immer in der vordersten Reihe gestanden. Diese unsere Erde braucht tatsächlich eine ständige Pflege und Aufmerksamkeit, und jeder trägt eine persönliche Verantwortung in der Bewahrung der Schöpfung, dieses kostbaren Geschenkes, das Gott in die Hände der Menschen gelegt hat. Das bedeutet einerseits, dass die Natur uns zur Verfügung steht, wir uns an ihr freuen und sie in rechter Weise gebrauchen können. Andererseits bedeutet es jedoch, dass wir nicht ihre Herren sind. Hüter, aber nicht Herren. Wir müssen sie deshalb lieben und achten, stattdessen sind wir „oft vom Hochmut des Herrschens, des Besitzens, des Manipulierens, des Ausbeutens geleitet; wir ‚hüten’ sie nicht, wir achten sie nicht, wir betrachten sie nicht als unentgeltliches Geschenk, für das wir Sorge tragen müssen.“ (Papst Franziskus, Generalaudienz, 5. Juni 2013.) Die Umwelt achten bedeutet aber nicht nur, sich darauf zu beschränken, sie nicht zu verderben, sondern auch, sie für das Gute zu nutzen. Ich denke vor allem an den landwirtschaftlichen Sektor, der berufen ist, dem Menschen Unterstützung und Nahrung zu liefern. Es ist nicht tolerierbar, dass Millionen von Menschen in der Welt den Hungertod sterben, während jeden Tag Tonnen von Lebensmitteln von unseren Tischen weggeworfen werden. Außerdem erinnert uns die Achtung gegenüber der Natur daran, dass der Mensch selbst ein grundlegender Teil von ihr ist. Neben der Ökologie der Umwelt bedarf es daher jener Ökologie des Menschen, die in der Achtung der Person besteht, die ich heute in meinen Worten an Sie ins Gedächtnis rufen wollte.

Der zweite Bereich, in dem die Talente des Menschen zur Blüte kommen, ist die Arbeit. Es ist Zeit, die Beschäftigungspolitik zu fördern, vor allem aber ist es notwendig, der Arbeit wieder Würde zu verleihen, indem man auch angemessene Bedingungen für ihre Ausübung gewährleistet. Das schließt einerseits ein, neue Methoden zu finden, um die Flexibilität des Marktes mit der Notwendigkeit von Stabilität und Sicherheit der Arbeitsperspektiven zu verbinden, die für die menschliche Entwicklung der Arbeiter unerlässlich sind. Andererseits bedeutet es, einen angemessenen sozialen Kontext zu begünstigen, der nicht auf die Ausbeutung der Menschen ausgerichtet ist, sondern durch die Arbeit die Möglichkeit garantiert, eine Familie aufzubauen und die Kinder zu erziehen.

Gleichermaßen ist es notwendig, gemeinsam das Migrationsproblem anzugehen. Man kann nicht hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird! Auf den Kähnen, die täglich an den europäischen Küsten landen, sind Männer und Frauen, die Aufnahme und Hilfe brauchen. Das Fehlen gegenseitiger Unterstützung innerhalb der Europäischen Union läuft Gefahr, partikularistische Lösungen des Problems anzuregen, welche die Menschenwürde der Einwanderer nicht berücksichtigen und Sklavenarbeit sowie ständige soziale Spannungen begünstigen. Europa wird imstande sein, die mit der Einwanderung verbundenen Problemkreise zu bewältigen, wenn es versteht, in aller Klarheit die eigene kulturelle Identität vorzulegen und geeignete Gesetze in die Tat umzusetzen, die fähig sind, die Rechte der europäischen Bürger zu schützen und zugleich die Aufnahme der Migranten zu garantieren; wenn es korrekte, mutige und konkrete politische Maßnahmen zu ergreifen versteht, die den Herkunftsländern der Migranten bei der sozio-politischen Entwicklung und bei der Überwindung der internen Konflikte – dem Hauptgrund dieses Phänomens – helfen, anstatt Politik der Eigeninteressen zu betreiben, die diese Konflikte steigert und nährt. Es ist notwendig, auf die Ursachen einzuwirken und nicht nur auf die Folgen.

Herr Präsident, Exzellenzen, meine Damen und Herren Abgeordnete,

das Bewusstsein der eigenen Identität ist auch notwendig, um konstruktiv mit den Staaten zu verhandeln, die gebeten haben, in Zukunft der Union beizutreten. Ich denke vor allem an jene aus dem balkanischen Raum, für die der Eintritt in die Europäische Union dem Friedensideal entsprechen kann, in einer Region, die unter den Konflikten der Vergangenheit so sehr gelitten hat. Und schließlich ist das Bewusstsein der eigenen Identität unerlässlich in den Beziehungen zu den anderen Nachbarländern, besonders zu denen, die ans Mittelmeer grenzen, von denen viele aufgrund innerer Konflikte und unter dem Druck des religiösen Fundamentalismus und des internationalen Terrorismus leiden.

Ihnen, verehrte Mitglieder des Parlaments, kommt als gesetzgebende Instanz die Aufgabe zu, die europäische Identität zu bewahren und wachsen zu lassen, damit die Bürger wieder Vertrauen in die Institutionen der Union und in den Plan des Friedens und der Freundschaft gewinnen, der das Fundament der Union ist. „Je mehr […] die Macht der Menschen wächst, desto mehr weitet sich ihre Verantwortung, sowohl die der Einzelnen wie die der Gemeinschaften.“ (Zweites Vatikanisches Konzil, Past. Konst. Gaudium et spes, 34.) In diesem Wissen appelliere ich daher an Sie, daran zu arbeiten, dass Europa seine gute Seele wiederentdeckt.

Ein anonymer Autor des 2. Jahrhunderts schrieb, dass „die Christen in der Welt das sind, was die Seele im Leib ist“. (Vgl. Brief an Diognet, 6.) Die Aufgabe der Seele ist es, den Leib aufrecht zu erhalten, sein Gewissen und sein geschichtliches Gedächtnis zu sein. Und eine zweitausendjährige Geschichte verbindet Europa mit dem Christentum. Eine Geschichte, die nicht frei von Konflikten und Fehlern, immer aber beseelt war von dem Wunsch, am Guten zu bauen. Das sehen wir an der Schönheit unserer Städte und mehr noch an der Schönheit der vielfältigen Werke der Liebe und des gemeinschaftlichen Aufbaus, die den Kontinent überziehen. Diese Geschichte ist zum großen Teil erst noch zu schreiben. Sie ist unsere Gegenwart und auch unsere Zukunft. Sie ist unsere Identität. Und Europa hat es dringend nötig, sein Gesicht wiederzuentdecken, um – nach dem Geist seiner Gründungsväter – im Frieden und in der Eintracht zu wachsen, denn es selbst ist noch nicht frei von Konflikten.

Liebe Europaabgeordnete, die Stunde ist gekommen, gemeinsam das Europa aufzubauen, das sich nicht um die Wirtschaft dreht, sondern um die Heiligkeit der menschlichen Person, der unveräußerlichen Werte; das Europa, das mutig seine Vergangenheit umfasst und vertrauensvoll in die Zukunft blickt, um in Fülle und voll Hoffnung seine Gegenwart zu leben. Es ist der Moment gekommen, den Gedanken eines verängstigten und in sich selbst verkrümmten Europas fallen zu lassen, um ein Europa zu erwecken und zu fördern, das ein Protagonist ist und Träger von Wissenschaft, Kunst, Musik, menschlichen Werten und auch Träger des Glaubens ist. Das Europa, das den Himmel betrachtet und Ideale verfolgt; das Europa, das auf den Menschen schaut, ihn verteidigt und schützt; das Europa, das auf sicherem, festem Boden voranschreitet, ein kostbarer Bezugspunkt für die gesamte Menschheit!

Danke.

Einleitung: Giuseppe Nardi
Bild: CTV (Screenshot)

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81 Comments

  1. Ein pures Sozialgeschwurbel und der Mensch steht im Mittelpunkt. Etwas Anderes war von Bergoglio ja nicht zu erwarten.

  2. Komisch finde ich, dass gleich nach der Forderung einer „Öffnung zum Transzendenten“ von der „Zentralität des Menschen“ die Rede ist. Genau dort hätte es doch gepasst, von einer Zentralität Gottes zusprechen.

    • In der antichristlichen Neuen Weltordnung werden alle an eine vage Transzendenz, an irgendeine übernatürliche Macht glauben. Aber nicht an Jesus Christus. Wer dann noch an Jesus -den Einzigen !- glaubt, wird verfolgt werden. Die weltweite Verfolgung der Jünger Jesu hat ja schon begonnen.

      • Die Verfolgung der Jünger Jesu hat zu keinem Zeitpunkt der Geschichte aufgehört. Leider ist diese Tatsache an vielen Katholiken unbemerkt vorüber gezogen, weil sie auch hier zu sehr mit sich und ihrem Denken in Kategorien beschäftigt waren.

        Dieses Schicksal teilen Christen beispielsweise auch mit dem jüdischen Volk, das auch Benedikt als „die älteren Brüder des Glaubens“ .

        Seine Heiligkeit, Papst Franziskus ruft hier wie seine beiden Vorgänger zu einer Achtung und Einhaltung der Religionsfreheit auf und weckt hoffentlich viele aus ihrem Schlaf der Bequemlichkeit!

      • Bergoglio ist ein Vordenker der NWO. Diese Rede hätte genau so gut ein Freimaurer höchsten Grades schreiben können. Klar daß ihm kein einziges Mal der Name unseres Herrn und Erlöseres über die Lippen kommt.
        Einst, in früheren Jahren, war immer die Rede von einem christlichen Europa. Wie tief sind wir gesunken und das mit dem Segen eines „Papstes“.

      • In der Tat, werter Leo. Irgendwer schrieb hier einmal, es sei Zeit für einen katholischen Stirner. Wohl in diesem Sinne: Der Einzige (Jesus) und sein Eigentum (die Kirche) …

      • @ the_true-life sagt:
        Sie haben recht, daran zu erinnern, dass wirkliche Christen zu allen Zeiten verfolgt wurden, und das kann auch nicht anders sein, weil die Welt Jesus Christus hasst und weil der Jünger nicht über dem Meister steht.
        Was das jüdische Volk anlangt, so sind die Propheten und Gerechten des Alten Bundes unsere Väter im Glauben, aber nie und nimmer sind Menschen, gleich ob sie leiblich von Abraham, Isaak, Jakob und Juda abstammen oder nicht,
        unsere Brüder im Glauben, wenn sie nicht an Jesus Christus glauben und sogar Ihn ausdrücklich zurückweisen.
        Wenn die letzten Päpste, gerade auch Papst Benedikt, anderes sagen, so ist das eine Unwahrheit, ja Lüge.
        Diese Lüge mag aus politischem Kalkül gemacht und „fromm“ gemeint sein, nichtsdestoweniger bleibt sie eine Lüge und kommt vom Teufel, nicht von Gott.
        Auch ein Papst Benedikt hat nicht das Recht, dem Herrn Jesus ins Angesicht zu widersprechen und den Sohn Gottes der Lüge zu zeihen!

    • Die Öffnung zum Transzendenten braucht er doch wohl nicht mehr zu fordern. Das ist schon längst Tatsache mit dem Esoterik Kult und dem New Age. Da hat er sein Publikum angesprochen.

    • „Zentralität“ des Menschen. Das ist doch Atheismus pur. Hat er das bei den Freimaurern abgeschrieben ?

  3. Wenigstens hatte der Sozialist Schulz als Präsident des Straßburger Parlaments eine ordentliche Begrüßung, wenn man sich die Peinlichkeit eines Herrn Lammert bei Benedikt XVI. vor Augen führt, der sich nicht zu blöd war, den Papst zu belehren und zu beschuldigen, dass das Hl. römische Reich dt. Nation nicht heilig war. ( als sei die BRD heilig )
    Und niemand ist heute- wie in dekadenten Bundestag der Toleranzpolitiker- bei der Rede von Benedikt XVI aus dem Parlament in Straßburg gerannt.
    Etwas zu kurz kam meiner Ansicht nach die Gefahr des Islamismus für Europa.

  4. Aha. Aber: Von JESUS CHRISTUS-VOM SOZIALEN KÖNIGTUM JESU CHRISTI-wurde kein Wort gesprochen. Jesus wurde vom Papst nicht erwähnt… kein einziges mal in seiner Rede…

    • Lassen Sie mich raten: keinmal!
      @ Engelchen, klar Abgeordnete sind auch einfach gestrickt und nicht in der Lage komplexe Sachverhalte zu verstehen, oder was wollen sie uns sagen?

      • Richtig, einfach gestrickt. Und P. Franziskus hat als Politiker und Vatikanstaatschef gesprochen, nicht als Pontifex.

      • @ Engelchen wenn Politiker so einfach gestrickt sind, wie Sie behaupten, warum nur wird ihnen dann zugetraut über Wohl und Wehe von Millionen von Menschen zu entscheiden???
        Wenn Sie recht haben, dann stimmt in unserer Demokratie was hochgradig nicht, weil warum entscheiden Menschen die nicht in der Lage sind, komplexe Sachverhalte zu verstehen, genau darüber???

    • Eine sehr weltliche Rede. Es wurden Probleme angesprochen, die ganz hoch auf der täglichen Agenda stehen, zum Teil äußerst drastische Bilder bemüht „Man kann nicht hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird!“. Aber sind dies wirklich die Probleme unserer Zeit? Ist nicht DAS große Problem, dass die Ergebnisse der europäischen Abtreibungskliniken bereits jetzt gigantische Friedhöfe SIND? Und ist es nicht anstatt der auch in den Kommentaren mehrfach erwähnten Bestrebungen „den Menschen ins Zentrum zu setzen“ vielmehr wieder Zeit, diesen Platz dem zu geben, dem er zusteht? Gott! Und zwar dem Dreifaltigen Gott, nicht etwas „transzendentem“, das dem Menschen die Würde gibt. Ist es nicht Zeit, wieder den Sonntag zu heiligen? Als Tag Gottes und der Familie? Es wurde sogar die Familie als erste Grundlage der Erziehung genannt, deren Ausformung allerdings unklar blieb; es hieß die „unauflösliche Familie“, nicht die unauflösliche Ehe zwischen Mann und Frau.

      Hier wird zwar das Christentum unter anderen auch als prägend für Europa genannt, aber als Konsequenz wird nicht ein Besinnen auf die Hochzeit der christlich-abendländischen Kultur gezogen, sondern ein Rückbesinnen auf ganz allgemein gültige, eher selbstverständliche Dinge. Eben die jedem Menschen gegeben Würde. Für uns Christen ist aber das höchste doch die Taufe.

      Und wieder hören wir von den ganzen -ismen, incl. dem Relativismus als einem Irrweg. Bis auf den Intellektualismus ohne Weisheit alle nicht wirklich greifbar und verständlich, was damit gemeint ist. Nicht so schlimm zwar, wie in der Abschlussrede der Familiensynode, als der Eindruck vermittelt wurde, die Rechtgläubigkeit sei die Mitte zwischen allen kirchlichen Strömungen, die ja alle als falsch gebrandmarkt wurden. Aber auch hier entfaltet sich eine Gleichmacherei, eben ein Relativismus, der zwar vor dem Parlament nicht wie auf der Synode bekräftigt wurde durch einen Anspruch des Papstes auf die höchste Gewalt.

      Totus tuus

  5. Papst Franziskus hat gut gesprochen. Seine Kirche darf stolz auf ihn sein. Hat er damit nicht manche Scharte ausgewetzt?
    Die Rede galt schließlich nicht einem intellektuellen Publikum, sondern Abgeordneten, die der Immanenz verhaftet sind.

      • Keine Sorge, ich rechne mich nicht zu Bergolios Fanclub noch zur Chiesa bergoliensa. Verwundert sehe ich wie er bei den Leuten „ankommt“. Wie glücklich und wie stolz man auf ihn ist. Ich empfehle dann stets, eine Bergolio-Perle in Essigwasser aufzulösen und andächtig zu schlürfen – sowie das einst Kleopatra mit Perlen zu tun pflegte…

    • Engelchen; hast Du Recht, das ist Papst Franciskus „Kirche“ und nicht Jesu Christi Heilige Römisch-katholische Kirche.

    • Ja, für eine Abgeordneten auf einem CDU-Parteitag… aber für den Petrus, den Fels auf dem die Kirche Christi steht? Da war das sehr, sehr mau… Vergleichen Sie das mal mir der Rede von Papst Benedikt im Bundestag oder in Regensburg – das ist ein anderes Kaliber, deutlich anders!

      • Gewiß, doch. Papst Benedikt war ein Fels in der Brandung.
        Hätte Benedikt XVI. als deutscher Papst im Deutschen Bundestag so gesprochen wie P. Franziskus in Straßburg, hätte ich mich für ihn in den Boden hinein geschämt. Seine Regensburger Rede, exorbitant gelungen, hatte ich erst neulich in Händen, ist tatsächlich an ein akademisches Publikum gerichtet.

      • Genau liebe Engelchen, merken Sie wie sie sich selbst widersprechen… vergleichen Sie doch nur mal Ihren beiden Kommentare…

  6. Ist in dieser Rede eigentlich ein einziges Mal der Name Jesus Christus gefallen??? Ich höre immer nur Gott, manche legen sich auf einen Teppich und beten einen Stein an das ist aber nicht Gott, das ist Baal, die Hure Mekkas, Verzeihung ich meinte Babylons. 😉
    Entweder hab ich es überlesen oder der Name Jesus Christus ist nicht gefallen, vielleicht lese ich es ja noch einmal etwas aufmerksamer.

    • Sie brauchen es nicht nochmal zu lesen lieber Heinrich (dafür ist es auch nicht gut genug), Jesus Christus und damit die Menschwerdung Gottes wurden nicht erwähnt… wir sind ja auch noch nicht im Advent und die 20% Moslems in Europa dürfen natürlich auch nicht diskriminiert werden

      • Engelchen
        Es ist lieb, dass Sie etwas Gutes an diesem Auftritt finden möchten.
        Das erinnert an eine Anekdote aus dem Leben eines orientalischen Weisen. Dieser kam auf einer Wanderung mit seinen Schülern an einem verwesenden Hundekadaver vorbei. Die Schüler hielten sich die Nase zu und machten abfällige Bemerkungen über den Gestank und hässlichen Anblick. Der Weise hingegen sagte: Was für ein schönes Gebiss er hat…

      • Engelchen

        //Wenigstens hat er nicht gesagt, daß der Islam zu Europa gehöre.//

        Er hat es aber bei anderer Gelegenheit zu verstehen gegeben, zum Beispiel auf Lampedusa und in den Vatikanischen Gärten.

  7. Als unser Herr Jesus Christus sein öffentliches Wirken begann, war seine erste Verkündigung: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen“ (Matth 4,17).
    Als der Apostel Petrus mit den anderen im Obergemach den Heiligen Geist empfangen hatte, trat er vor die Bewohner Jerusalems und predigte ihnen: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden…“ (Apg 2,38) und „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden…“ (Apg 3,19).
    Und dieser angebliche Nachfolger des hl. Apostels Petrus und vorgebliche Stellvertreter Jesu Christi nimmt weder vor der Vollversammlung der Europäischen Bischöfe noch vor dem Europäischen Parlament auch nur ein einziges Mal den Namen JESU CHRISTI –er sei hochgelobt und gepriesen in Ewigkeit !– in den Mund.
    Stattdessen spricht er von einem „Herrn“, der „Böses in Gutes verwandelt“. Bei diesem „Herrn“ läuft es mir kalt über den Rücken, denn dieser „Herr“ des Papstes Franziskus ist nicht der dreifaltige Gott, nicht der Herr Jesus Christus.
    Wer im Abgrund der Hölle landen willen, der möge diesem Papst folgen!

    • Wer ein Christ (Katholik) sein will, kann eine solche Drohung nicht wirklich denken oder gar schreiben! Schämen Sie sich!!!

      • Warum sollte er sich schämen? Im business deutsch gibt es eine Redewendung, don’t shoot the messenger!

        Das Leo Lämmlein die Wahrheit sagt, wenn auch sehr drastisch, können Sie ihm wirklich nicht ankreiden. Wenn nicht, weisen Sie es in der Sache nach!

      • paula thalbauer
        Meine Formulierung ist rabiat, aber wahr.
        Ich wünsche niemandem, auch Ihnen, liebe Schwester in Christo, nicht, in der ewigen Verdammnis zu enden.
        Jesus Christus hat so oft von der furchtbaren Realität der Hölle gesprochen, öfter als vom Himmel, dass jeder Christ eine heilige Furcht vor diesem entsetzlichen Ort haben und alles daran setzen sollte, ihm zu entgehen.
        „Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele (!!!) sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige (!!!) sind es, die ihn finden.“ (Matthäus 7,14)

    • Leo Lämmlein:
      Ich kann das so nicht stehen lassen: theologischer Disput ist das Eine, da kann man, finde ich, Kritik anbringen und sie mit Zitaten unterlegen. Die Drohung, wenn man den Worten des Papstes folgt „im Abgrund der Hölle landet“ ist für mich inakzteptabel und haßerfüllt. Ich halte als Katholikin das Papsttum für einen wesentlichen Grundpfeiler meiner Religion und stehe dazu (immerhin ist der jetzige Papst bereits der siebte Papst in meinem Leben) . Deshalb halte ich es für nicht geeignet, den amtierenden Papst (auch wenn Manche nicht alle seine Worte für richtig halten) derart zu desavouieren, dass die Befolgung seiner Worte den Weg in die Hölle ebnen. Ich persönlich halte mich nicht für so fromm, wie Sie es sicherlich sind, aber ich würde niemanden mit der Hölle drohen! Eine Abrüstung der Wortwahl täte uns allen im Sinne einer christlicher Nächstenliebe gut.

      • @ paula thalbauer

        //Die Drohung, wenn man den Worten des Papstes folgt „im Abgrund der Hölle landet“ ist für mich inakzteptabel und haßerfüllt. (…) Ich persönlich halte mich nicht für so fromm, (…) aber ich würde niemanden mit der Hölle drohen! Eine Abrüstung der Wortwahl täte uns allen im Sinne einer christlicher Nächstenliebe gut.//

        Die Drohung mit, oder besser: Warnung vor der Hölle ist nicht die Mitte der Frohen Botschaft, aber untrennbar und wesentlich mit dieser Mitte verbunden. Es gehört zentral zur christlichen Liebe, mit Gottes Gnade dem Nächsten zu helfen, das Heil zu finden, und ihn vor dem ewigen Verderben zu bewahren.
        Nun zu Papst Franziskus. Zu ihm wäre manches zu sagen, aber greifen wir nur einen Punkt heraus, der jedoch sehr wichtig ist.
        Papst Franziskus forderte in seiner Ramadan-Botschaft 2013 die Christen auf, die islamische Religion, ihre Lehren, Symbole und Werte zu respektieren und ihren religiösen Führungspersönlichkeiten und Kultstätten besondere Achtung zu erweisen. („Respekt“ bedeutet Achtung, Hochachtung, Eherbietung, Ehrfurcht, Scheu; nach Wahrig, Deutsches Wörterbuch). In derselben Botschaft verpflichtet Papst Franziskus christliche Eltern dazu („wir müssen“), ihre Kinder in diesem „Respekt“ vor der islamischen Religion zu erziehen.
        (https://w2.vatican.va/content/francesco/de/messages/pont-messages/2013/documents/papa-francesco_20130710_musulmani-ramadan.html)
        Und jetzt wiederhole ich es Ihnen; Wenn Sie das tun, wenn Sie darin Papst Franziskus folgen, dann, vereinfacht und zugespitzt gesagt, enden Sie in der Hölle. Sie stellen dann nämlich Wahrheit und Lüge auf eine Stufe, statt die Wahrheit anzunehmen und die Lüge zurückzuweisen, und das ist gleichbedeutend mit Abfall vom christlichen Glauben. (Sie können dazu auch die Enzyklika „Mortalium animos“, von Papst Pius X. lesen.)
        In seinem Gebet mit den ungläubigen Muslimen und ungläubigen Juden an Pfingstsonntag 2014 Im vatikanischen Garten behauptete Papst Franziskus, dass wir alle denselben Vater hätten. Das ist eine L ü g e , denn Jesus Christus sagt uns im Johannesevangelium klar, dass wer den Sohn nicht ehrt, auch nicht den Vater ehrt, und Johannes sagt uns in seinem 1. Brief ebenso klar, dass wer den Sohn nicht hat, auch nicht den Vater hat. Jesus sagt uns sogar noch deutlicher, wer der Vater derjenigen ist, die ihn zurückweisen: der Teufel (Johannes, Kapitel 8).
        Hier geht es um eine grundsätzliche Sache, die von Jahr zu Jahr wichtiger wird, denn schon jetzt betreibt die katholische Kirche gemeinsame Tempel mit Muslimen und Juden.
        Deshalb wiederhole ich: Wer hierin Papst Franziskus folgt, endet in der Hölle, weil er sich nämlich weigert, zwischen Wahrheit und Lüge, und zwischen dem einen wahren dreifaltigen Gott und dem Teufel zu unterscheiden.

    • Herr Laemmlein,
      ich danke Ihnen, ich habe schon viel von Ihnen gelernt.
      Ihre Ethik, Ihr Denken, Ihre Argumentation ist reichlich protestantisch geprägt.
      Oder irre ich mich darin?

      • Das haben schon mehrere hier im Forum behauptet und ich konnte nie verstehen warum… woraus schließen Sie das liebe Engelchen, dass Leo Lämmlein protestantisch geprägt ist? Das ist eine ernstgemeinte Frage, ich wie gesagt habe das nie so gesehen

      • @ Engelchen
        Als erste Tatsache muss ich festhalten, dass Papst Franziskus mir die katholische Heimat geraubt hat. Seit er den Stuhl Petri bestiegen hat, bin ich in der katholischen Kirche nicht mehr zu Hause. Ernste Schwierigkeiten gab es schon vorher, was kein Wunder ist, wenn man berücksichtigt, was seit Jahrzehnten in der Kirche vorgeht, und ich bin ja nicht der einzige, dem es so geht. Aber Papst Franziskus, obwohl er im Grunde die Linie seiner Vorgänger weiterzieht, macht mit seiner Anbiederung an Atheisten und Unzüchtige, und seiner Feindschaft gegen traditionelle Gläubige, einen Einschnitt, der so in der Kirche nicht gewesen ist.
        Seit mir der vertraute Boden unter den Füßen weggezogen wurde, bin ich bemüht, mich, koste es was es wolle an dem festzuhalten, was s i c h e r e Wahrheit ist. Das ist zuallererst derjenige, der die Wahrheit selber ist: Jesus Christus, und das ist das Wort Gottes in der Bibel, welche, auch nach traditionellem katholischem Glauben, vom Heiligen Geist eingehaucht und frei von allem Irrtum ist.
        (Den Einwand von „Traditionstreuen“, dass Christen nicht befähigt seien, die Bibel zu verstehen, kann ich nicht akzeptieren, weil sowohl der Herr Jesus Christus selbst als auch die Apostel ihre Hörer und Leser sehr wohl für fähig hielten, das Wort Gottes zu verstehen, und sie sogar dazu aufforderten und sie dafür lobten.)
        Insofern hat in mir tatsächlich so etwas wie eine Protestantisierung stattgefunden, nämlich im Sinne von Rückkehr zur Anerkennung der höchsten Autorität des WORTES GOTTES, nämlich des menschgewordenen Wortes JESUS CHRISTUS und des schriftlichen Wortes der Bibel. Ich bin kein Feind von Tradition an und für sich, aber Tradition darf sich nicht ü b e r das geoffenbarte Wort stellen und darf sich auch nicht g e g e n es stellen. Theoretisch tut es das im Katholizismus nicht, praktisch tut es das jedoch nicht selten.
        Ich gehöre keiner protestantischen Gemeinschaft an und werde auch keiner protestantischen Mainstream-Kirche angehören. Alle Großkirchen inklusive Vatikan, die an der interreligiösen Agenda (Assisi 1, 2, 3 etc.) beteiligt sind, gehören m.E. zum System Babylon, das immer deutlicher seinen antichristlichen Charakter offenbart.
        Derzeit bin ich noch auf der Suche nach der wahren sichtbaren Kirche Jesu Christi.

  8. @Leone
    Franziskus hat in der Tat weder von Christus, noch von seinem Königtum gesprochen. Die Christlichen Wurzeln Europas wurden nicht einmal erwähnt. Gefordert wurde mit kräftigen Schlagworten garniert ein Gutmenschentum für alle.
    @Engelchen: Stolz bin ich auf solch einen Politschwätzer nicht. Verzeihen Sie mir diese Definition, aber ich kann nicht mehr anders. Die Enttäuschung ist zu groß. Dafür lese ich die
    die Überschrift der Predigt zum Christkönigsfest:
    „Das Heil beginnt nicht mit dem Bekenntnis zum Königtum Christi, sondern mit der Nachahmung der Werke der Barmherzigkeit durch die er das Reich verwirklicht hat.“
    So wichtig die Werke der Barmherzigkeit auch sein mögen, aber das Heil beginnt sehr wohl mit dem Bekenntnis des Königtums Christi (als dem Sohn des lebendigen Gottes). Das ganze alte Testament haben die Juden auf diese Verwirklichung gewartet und die Erwartung des Gesalbten bekannt, obgleich sie auch Werke der Barmherzigkeit getan haben. Aber die entscheidende Frage lautet doch: ist die volle Barmherzigkeit eigentlich möglich ohne Christus und sein Erlösungswerk? Ist eine Verzeihung von der Sündenschuld möglich ohne das Königtum Christi? Ich muss hinzufügen und klarstellen: Die christlichen Werke der Barmherzigkeit beinhalten nicht nur die leiblichen Werke der Barmherzigkeit im Sinne von Franziskus, sondern auch die geistigen Werke der Barmherzigkeit, also die Ermahnung der Sünder. nach der es dem Papst nicht erlaubt ist zu fragen, wer bin ich zu beurteílen.
    Ich bin bei diesen Fragen in meinem Glauben sehr tief gefordert, glaube ich doch, dass mit solchen Aussagen die Grenze zur Haeresie überschritten ist. Vor diesem Hintergrund beeindruckt mich die Rede nicht. Ein Saaldiener hätte sie halten können. Er hätte nur keine Resonanz bekommen.

  9. Bis auf 1-2 Sätze zur Abtreibung eine Rede wie auf einem Grünen-Parteitag. Welch ein Gesülze!

    Was mit der Gefahr einen falschen Toleranz (Islam), was mit Christkönig, was mit dem Gottesbezug in den Verfassungen,…?

    • Die „EU“ muß sich mit gar nichts herumschlagen, ohne diese „Herrschaften“ ging das alles wie von alleine. Und die hausgemachten Probleme lassen sich natürlich nicht dadurch lösen, daß man den Bock zum Gärtner macht. Politik kann nicht ein einziges Problem lösen – und sie kann nicht einmal etwas Gutes tun, ohne mehr Schlechtes im Gefolge. Dies ist ein Naturgesetz; ein Narr also, wer seine Hoffnung auf die Politik setzt.
      Und dieser bösen Narretei die (schein)katholische Absolution zu erteilen – um eben den Schein und die damit verbundene Macht zu sichern – dazu diese Rede an diesem Ort.

  10. „Das scheint mir ein Bild (Schule von Athen v. Raffael) zu sein, das Europa und seine Geschichte gut beschreibt, die aus der fortwährenden Begegnung zwischen Himmel und Erde besteht, wobei der Himmel die Öffnung zum Transzendenten, zu Gott beschreibt, die den europäischen Menschen immer gekennzeichnet hat, und die Erde seine praktische und konkrete Fähigkeit darstellt, die Situationen und Probleme anzugehen.
    Die Zukunft Europas hängt von der Wiederentdeckung der lebendigen und untrennbaren Verknüpfung dieser beiden Elemente ab. Ein Europa, das nicht mehr fähig ist, sich der transzendenten Dimension des Lebens zu öffnen, ist ein Europa, das in Gefahr gerät, allmählich seine Seele zu verlieren und auch jenen „humanistischen Geist“, den es doch liebt und verteidigt.“

    Auf Tagesschau.de wird der Papst wiedergegeben, daß die Zukunft Europas davon abhinge, ob die Menschen zwei Dinge wiederentdecken: den Himmel als Symbol für die WELT DER IDEEN, und die ERDE als konkrete Wirklichkeit. Geschehe dies nicht, bestehe die Gefahr, dass Europa allmählich seine SEELE verliere und seinen HUMANISTISCHEN GEIST.´

    Als Christ ist es schon schwer zu ertragen, daß der Papst, der als geistiges Oberhaupt von 1,3 Milliarden Katholiken und eigentlich der gesamten Christenheit vom „Transzendenten“ spricht und nicht von der Heiligsten Dreifaltigkeit.

    Daß die antichristlichen Medien die Erwähnung Gottes komplett streichen war eher zu erwarten.

    • Das dieses Feuer des „humanistischen Geistes“ was mit der französischen Revolution losbrach und in Form diverser europäischer Revolutionen und zwei Weltkriegen weiterbrannte jetzt im größten Krieg der Menschheitsgeschichte erlöschen wird ist folgerichtig weil diese Leute Jesus Christus den Krieg erklärt haben. Schön wie man verschweigt, dass dieses Feuer, bei all dem Humanismus, auf Kosten der Menschen Europas brannte, ein Paradoxon! Verwunderlich das es den Papst besorgt, er sollte als Christ doch recht froh darüber sein das es zu Ende geht mit diesem antichristlichen Schwachsinn. Ich brauch kein Einheitsbrei mit Leuten die Steine anbeten. Die Moslems merken allmählich , dass ihre Zeit in Europa abgelaufen ist, der Einheitsbrei verderbt und verfault, herrlich wie diese Hure taumelt, der Fall endet mit einem lauten Knall. Ich bin so entzückt ich glaube werde dem Herrn eine Kapelle errichten als Zeichen meiner Glückseligkeit.

    • Hat es je einen Papst gegeben der die Gläubigen vor Ort derartig desavouiert?
      Noch nicht einmal ein Kurzbesuch der naheliegenden Kathedrale von Straßburg war möglich. Anlass hätten die 1000 JAHR Feierlichkeiten ihrer ersten Gründung sein können.
      Kein Wunder haben sich nur wenige Passanten auf den Straßen gefunden. Es heißt sogar die Straßen seien völlig leer gewesen.

  11. Papst Franziskus hat an die christlichen Ideen und Ideale der Väter der Europäischen Gemeinschaft/Union erinnert wie z. Bsp. an die Transzendenz des Menschen.
    Der Papst hat auch das Lebensrecht der Kinder im Mutterleib angesprochen und überhaupt vor einer Funktionalisierung und Technisierung des Menschen gewarnt.
    Er hat damit auf grundlegende Aspekte der menschlichen Existenz deutlich hingewiesen. Das sind dezidiert christliche Botschaften.

    In der Tat wäre es gut und wünschenswert gewesen, hätte er auch wenigstens einmal den Namen Jesus Christus ausgesprochen und an das Heil, das allein von Ihm kommt, erinnert.
    Er hat dankenswerterweise das Schicksal der verfolgten Christen in vielen Staaten der Erde angesprochen.
    Er sprach in Bezug auf die EU auch richtigerweise von einer Einheit in Vielfalt und wandte sich gegen eine Einheitsdiktatur wie sie von den Mächtigen immer mehr praktiziert wurde und wird.

    Abschließend würde ich sagen, daß diese Rede vor einem politischem Forum (meist Freimaurer der einen oder anderen Art) gut war, aber leider fehlte der offene Hinweis auf den Urheber alles Guten, den Einen und Dreifaltigen Gott, der sichtbar Mensch geworden ist und Jesus Christus heißt. Es fehlte der Hinweis auf das Kreuz des einzigen Herrn und Erlösers als Grund aller Hoffnung und aller Liebe.

    • … und er hätte den Menschen mit den Regenbogenarmbinden zurufen können: kehrt um, tut Buße und glaubt an das Evangelium!

  12. In der Tat ist es stossend, dass der Papst als Stellvertreter Christi auf Erden mit keinem Wort die Ewige Wahrheit Jesus Christus erwähnt hat. Ein „humanes“ Flickwerk- Europa ohne das soziale Königtum Jesu Christi führt in die „tolerante“ Sackgasse….des Kultes des Todes.
    Hw Milch:
    -
    „Überall, wo Christus nicht in seiner absoluten Maßstäblichkeit anerkannt wird, in seiner Letztwahrheit, wo Begriffe wie Humanität, Fortschritt, bessere Welt über die Wahrheitsfrage gesetzt bzw. unter Ausklammerung der Wahrheitsfrage proklamiert werden, wird der Lebensraum für den freien Einzelmenschen zerstört und an seine Stelle gesetzt das Freigehege, die freie Wildbahn und auf ihr DER MENSCH ALS FREIWILD, der sich einbildet, frei zu sein und nur gegängelt wird“
    -

  13. @ franzel
    Sie erwähnen die Ideale der Väter der Europäischen Gemeinschaft und erinnern damit zu Recht
    an Konrad Adenauer, Alcide de Gaspari und Schumann, alles gläubige Katholiken. Aber Franziskus hat sich in seiner Rede weder auf sie, noch ihre Werte bezogen. Er spricht zwar allgemein humanistische Werte an, so wie sie jeder Freimaurer oder Freideist ansprechen könnte, aber dass Europa auf der christlichen Wertordnung gegründet ist, verschweigt er undfordert es auch nicht mehr ein. Das sind zwar im Sinne von Franzel grundlegende humanistische Aspekte, aber es ist nicht die Grundlage im christlichen Sinn. Wir Christen glauben und bekenne den Gottessohn Jesus Christus, der Mensch wurde aus der Jungfrau Maria, sein Leben am Schandpfahl des Kreuzes hingegeben hat, um uns von unserer Sündenschuld zu retten. Diese Botschaft bekennen wir und dieses Bekenntnis erwarte ich mir von dem Stellvertreter Christi auf Erden, sei es gelegen oder ungelegen.

  14. @Hans: Papst Franziskus grenzt sich doch sichtlich klar vom Humanismus der Freimaurerei ab. Er spricht betont von den christlichen Wurzeln Europas, die auch nach seiner Meinung die Zukunft Europas bestimmen sollen.
    Er spricht auch von der Fähigkeit des Menschen Gut und Böse zu unterscheiden und bezieht sich hier dezidiert auf Gott als den Ursprung der transzendenten Würde des Menschen.
    Seine Ausführungen sind wirklich gut. Man muß bedenken, daß er vor einem politischen Forum sprach und den Damen und Herren doch auf seine Weise einen christlichen Kompass ans Herz legte bzw. zu legen suchte.
    Gewiß hätte man sich als kleiner sehr wichtiger Zeitgenosse noch das eine und andere gewünscht, aber es ist ja auch noch nicht aller Tage Abend. Vielelicht ist auch hin und wieder nötig, eigene bzw. Selbstkritik zu üben. Das sage ich für mich selbst hier an deiser Stelle.

  15. Franziskus ist der finale Hohepriester der Eine-Welt-Religion und Erz-Ritualist des Anthropozentrismus. Der wage Aufruf zum „Besinnen auf religösen Erbe“ ist ein skandalon und ein eigentlich Selbsteingeständnis des Totalversagens der Konzilskirche: Das „Christentum“ als eines unter vielen Denkschulen auf dieses „Europa“ sich stütze. Die gestrige Rede war ein masonisches Manifest. Undenkbar so etwas von Päpsten von Pius VI. bis Pius XII.zu lesen , die sich genau zur Staatlichkeit äußerten.
    Nächstes Jahr in New York wird seine Menschenanbetung vollendet.

    • @J.G. Ratkaj: „Die gestrige Rede war ein masonisches Manifest.“

      Volle Zustimmung meinerseits. Aus dem offenbarten und gesicherten Glauben heraus gelesen, muss diese Rede genau so bewertet werden: ein masonisches Manifest.
      Es verblüfft, dass und wie manche Leser gewisse Textstellen heraussortieren und „lobend bewerten“ können.

  16. @Franzel, Ihr Kommentar zur Papstrede ist fair und ausgewogen. Franziskus hat die für den besonderen Anlass geeigneten Worte gefunden. Alles oder nichts zu fordern, wie dies manche hier dem Papst empfehlen, wäre kontraproduktiv gewesen.

  17. @Franzel
    Die Analyse einer solchen Rede beinhaltet die Frage, was wurde in der Rede gesagt und was wurde nicht gesagt und wie wurde es gesagt. Also welche Terminologie benutzte der Redner und aus welcher Schublade holte er seine Wortwahl. Benutzte eine Terminologie, die uns aus dem Christlichen vertraut ist oder benutzte er eine politisch übliche Terminologie, wie sie vom Humanismus geprägt wurde und von dem Liberalismus verbreitet wird. Wenn ich Ihren Eingangssatz lese, fürchte ich, dass Sie Einiges in der Rede gehört haben, was ich nicht gehört habe. Denn F. spricht:
    -> vom geistigen Streben nach Einheit, und fordert Frieden, Freiheit und Menschenwürde, aber er vergisst die Forderung nach Religionsfreiheit, die JPII so eindrucksvoll vertreten hat. Er vergisst die in der europäischen Schublade liegenden Gesetze, die die christliche Morallehre als Diskriminierung verurteilen. Sie sollen in drei Jahren in Kraft treten.
    -> Friede sei ein Geschenk Gottes und Frucht des freien und vernünftigen Handelns des Menschen, so sagt F. Er verschweigt, dass der göttliche Logos die Quelle menschlicher Vernunft ist, was noch Benedikt XVI in seiner Regensburger Rede verkündete
    -> sehr kritisch sehe ich den Angriff auf das individualistische Recht, als führe dieses zu einer Beeinträchtigung der Menschenrechte. Das erscheint mir sehr kollektivistisch gedacht ohne christliche oder europäische Tradition. Keiner seiner Vorgänger hätte das so gesagt.
    -> Wichtig bezeichnete F. die interkulturelle Arbeit auch in religiöser Dimension des Europarates. Danach ist die christliche Tradition Europas nicht mehr zu diskutieren
    Der Papst bleibt ohne christliche Antwort bei den Fragen nach dem Schutz des Lebens generell.
    Er nennt in der ganzen Rede keinen christlichen Wertvorstellung, die er zu vertreten und fordern hätte.
    Vor diesem Hintergrund verstehe ich, dass – wie mir heute glaubhaft vermittelt wurde – Benedikt aus dem Grunde nicht nach Straßburg eingeladen wurde, weil man sich eine zweite Bundestagsrede erwartet habe. Dort empfahl er den Politikern das Gebet des König David: „Verleih Deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“ Diese Weisheit aber will in den europäischen Zentren niemand verstehen. Daher jubeln die Politiker Franziskus zu.

  18. Wenn ich hier so manche ausagewogenen Kommentare zu den Reden lese, die Papst Franziskus vor der Europäischen Bischofskonferrenz und vor dem dem EU-Parlament gehalten hat, dann kann ich mich des Gedankens nicht erwehren: die Kirche hat genau den Papst, den sie verdient.
    Haben diese Kommentatoren jemals den 1. Brief des hl. Petrus gelesen und vor allem auch verinnerlicht, wo dieser u.a. schreibt vom Endziel unseres Glaubens, nämlich der Errettung der Seelen (Kap. 1, Vers 9)?
    Was Papst Franziskus liefert, sind religiös verbrämte politische Reden, die nichts, aber auch nichts mit dem zu tun haben, was sein Vorgänger, der Apostel Petrus, predigte und uns –Gott sei Dank– im Neuen Testament erhalten ist.
    Alles zu seiner Zeit und am rechten Ort, wird man mir jetzt entgegenhalten. Vor Freimaurern muss man halt wie ein Freimaurer reden, um die Chance zu haben, etwas Gutes in ihnen zu bewirken.
    So diplomatisch weltklug haben die Apostel nicht gedacht. Ihre Devise war: importune opportune – ob gelegen oder ungelegen.
    Hat unser Herr Jesus Christus uns aufgetragen, mit den Wölfen zu heulen? Oder hat er uns nicht vielmehr wie die Schafe unter die Wölfe geschickt?
    In Athen auf dem Areopag hat Paulus sich mit seiner Predigt vor den klugen Philosophen lächerlich gemacht. Fast alle wandten sie sich spöttisch von ihm ab. Aber einer blieb und wurde sein Schüler, Dionysius. So evangelisierten die Apostel!
    Das Freimaurerparlament, alle Fraktionen von links bis rechts, brachte ihm stehende Ovationen dar. Großartig! Was würde dazu wohl der Apostel Jakobus sagen? „… wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der wird zum Feind Gottes“ (4,4)!
    Ist Papst Franziskus ein Apostel Jesu Christi oder ein Politiker der Neuen Weltordnung?

  19. Is “Pope Francis being impressed or inspired by a Master” – “He is inspired by Maitreya”
    17 Sept 2014
    .
    What does the Antichrist Maitreya say about how Francis is guided?

    Q. Do you know if Pope Francis is being impressed or inspired by a Master in his various speeches against greed, the powerful economic powers of the world, and against the pure form of capitalism that still is so attractive to many rich sections of society?

    A. He is inspired by Maitreya.

    (http://biblefalseprophet.com/2014/09/17/is-pope-francis-is-being-impressed-or-inspired-by-a-master-he-is-inspired-by-maitreya/#.VHXo2cnm70o)

    Anmerkung zu „Maitreya“
    ———————————

    The Antichrist is Maitreya of Share International. He goes currently under the name of Raj Patel as a way to hide his identity as explained at Share International. His version of “anti-John the Baptist”, that is the pre-cursor announcing his arrival, is Benjamin Creme. He also has “anti-Apostles” which will be occult and magic focused, such as Dynamo and David Copperfield. The Antichrist apes God, as inspired by Satan, in all aspects to provide a good cover story.

    Raj Patel is associated with the United Nations, and is Marxist-oriented (as is Liberation Theology), and for a cover story focuses on food for the poor.

    (http://biblefalseprophet.com/2014/09/11/who-is-the-antichrist/)

  20. Lieber @Franzel,
    von “christlichen Wurzeln” spricht Franziskus doch überhaupt nicht! Er spricht von der zweitausendjährigen Geschichte, die “Europa mit dem Christentum” VERBINDET. Christentum erwähnt er nur u.a. mit Griechischen und slawischen Einfüssen. Es ist sozusagen nur ein primus inter pares.
    Diese Relativierung hat aber – und hier beginnt das Problem – Folgen für die zukünftige Stellung des Christentums in Europa. Diesbezgl. sagt er:
    // Ebenso bin ich überzeugt, dass ein Europa, das fähig ist, sich die eigenen religiösen [sic! - nicht christlichen !!] Wurzeln zunutze zu machen, indem es ihren Reichtum und ihre inneren Möglichkeiten zu ergreifen versteht, auch leichter immun sein kann gegen die vielen Extremismen, die sich in der heutigen Welt verbreiten – auch aufgrund des großen ideellen Vakuums, das wir im sogenannten Westen erleben, denn „es ist gerade die Gottvergessenheit und nicht seine Verherrlichung, die Gewalt erzeugt“//
    Eigentlich wird hier das Benedikt-Zitat entstellt, weil man Benedikt damit nicht unterstellen kann, mit “Gottverlassenheit” den Islam gemeint zu haben. Bei Franziskus aber mit dem Hinweis auf den Extremismus und das westliche Vakuum schon. Genauso gut könnte er nun damit auch erzkonservative Katholiken gemeint haben.

    Er spricht – ideell postmodern, politisch kommunistisch/sozialistisch – von “Einheit in der Verschiedenheit“. Verkürzt eigentlich: Einheit = Verschiedenheit. Ohne spezifischen, individuellen Wert, da alles gleichwertig nebeneinander bestehen. Er spricht nicht von der Einheit, die nur in und durch Jesus Christus verwirklicht werden und bestehen kann, sondern von der Einheit, durch “Institutionen der Union”
    // Den Menschen ins Zentrum zu setzen bedeutet vor allem zuzulassen, dass er frei sein eigenes Gesicht und seine eigene Kreativität ausdrückt, sowohl auf der Ebene des Einzelnen als auch auf der des Volkes.// Der Mensch als Abbild Gottes? – Nein, Fehlanzeige! Sein „eigenes Gesicht“ und seine Freiheit wird durch die „Union“ legitimiert.
    // Das Europa, das den Himmel betrachtet und Ideale verfolgt; das Europa, das auf den Menschen schaut, ihn verteidigt und schützt; das Europa, das auf sicherem, festem Boden voranschreitet, ein kostbarer Bezugspunkt für die gesamte Menschheit! // – Kann denn Boden ohne Jesus Christus jemals sicher und fest sein? Warum nicht ein Europa, das auf Gott schaut?
    Es wäre besser gewesen, wie oben @Hans schreibt, ein Saaldiener hätte die Rede gehalten oder sie wäre nicht gehalten worden. Von einem Papst erwarte ich mir etwas anderes als dass er auf Menschenwerk setzt.
    Die Folgen des Ganzen sind die wie sie @IMEK (25. November 2014 um 18:46) mitgeteilt hat, oder wie @Leo Lämmlein schreibt: “In der antichristlichen Neuen Weltordnung werden alle an eine vage Transzendenz, an irgendeine übernatürliche Macht glauben. Aber nicht an Jesus Christus. Wer dann noch an Jesus -den Einzigen !- glaubt, wird verfolgt werden.

  21. Korrektur:
    Eigentlich wird hier das Benedikt-Zitat entstellt, weil man Benedikt damit nicht unterstellen kann, mit “Gottverlassenheit” einen islamischen Gott gemeint zu haben. Bei Franziskus hingegen ist das mit dem Hinweis auf den Extremismus und das westliche Vakuum intendiert. Damit könnte nun aber Franziskus mit „Extremismus“ genauso gut auch erzkonservative Katholiken meinen.

    statt:
    // Eigentlich wird hier das Benedikt-Zitat entstellt, weil man Benedikt damit nicht unterstellen kann, mit “Gottverlassenheit” den Islam gemeint zu haben. Bei Franziskus aber mit dem Hinweis auf den Extremismus und das westliche Vakuum schon. Genauso gut könnte er nun damit auch erzkonservative Katholiken gemeint haben//

  22. Die Welt jubelt, der Bischof hat die Mainstream Medien. die Aktivisten und Weltverbesserer und ihre sie finanzierenden und förderten Hintermänner in ihrer hin zur EineWelt führenden Themen Programme und Konzepte bestätigt. Überall und werden Menschen in das Chaos getrieben und kulturell und religiös entwurzelt.
    Gestern in der Lesung der Messe wurde das Wort gelesen;
    bevor die Erde erneuert wird und Jesus wieder kommt
    wird eine Nation sich gegen die andere erheben, es wird Kriege, Seuchen und Erdbeben geben und es werden falsche Propheten kommen.
    Jesus ging also nicht davon aus das es eine „heile humanistische“ Welt geben wird.
    Er lebte in einem unzulänglichen Gebiet, mindestens am Rand Jerusalems gab es eine Armensiedlung, Jesus forderte nicht dass die Arme Witwe nun eine Rentenerhöhung oder ein Altenheim bekommen sollte. Er sagte gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und mein Reich ist nicht von dieser Welt. Auch ließ er sich von der weltlichen Macht ja den Besatzern, also einer Gewaltherrschaft nach einem Krieg verurteilen und kreuzigen.
    Er sagte ich, mein Wort (und das ist in Stein gemeißelt) ist der Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater denn durch mich.
    Wenn nun der Weltverbesserer durch die Welt geistert und etwas anderes propagiert, ist er im Auftrage anderer oder eines Anderen und nicht des Herrn unterwegs.
    Er stellt sich über Jesus indem er das Wort verändert, neu schreibt und sich anmaßt über Jesus zu stehen.
    Was zeichnet eigentlich den Falschen Propheten aus? Ist es jemand er das Wort verkündet und danach lebt, auch wenn er Laie ist, oder ist es jemand der das Wort neu erfindet und sich über Jesus stellt.

  23. HUMANISMUS OHNE CHRISTUS

    (Auszug aus: Erich Brüning: DER FREMDE AGENT. Freimaurerei, Vatikan und die Evangelikalen; vergriffen, aber als pdf aus dem Internet abrufbar)

    Papst Paul VI. war es, der der Philosophie des Integralen Humanismus in der Kirche zum Durchbruch verhalf. Der Integrale Humanismus versteht sich als menschliches Ideal in einer Weltzivilisation, in der alle Menschen in Gerechtigkeit, Liebe und Frieden versöhnt werden sollen. Die Freundschaft unter den Menschen werde alles Leben zu einer geheimnisvollen Vollendung des Evangeliums hinführen.

    Hier wird jedoch die biblische Botschaft pervertiert. Der Mensch in seiner gezüchteten Überheblichkeit verkündet ein Evangelium der Humanität, das den Menschen an die Stelle Gott setzt. Der „Integrale Humanismus“ strebt eine universale Brüderlichkeit an unter „Menschen guten Willens“ verschiedenster Religionen sowie unter jenen, die keiner Religion angehören, selbst unter denen, die die Idee eines Schöpfers zurückweisen. Das Verbindende dieser Brüderlichkeit ist die Kraft, Gutes zu tun und ein auf den Respekt vor der Menschenwürde gegründetes, gegenseitiges Verständnis.

    Die Idee universaler Brüderlichkeit ist im Grunde nichts Neues. Sie ist eine Maxime des Freimaurertums. Die Idee des „Integralen Humanismus“, stammt von Jacques Maritain, einem zum Katholizismus konvertierten Philosophieprofessor in Frankreich. Er besuchte 1926 aus bestimmten Gründen Rom. Nach seinen Gesprächen mit dem Papst und dem Staatssekretär Gasparri über den „Integralen Humanismus“ wurde er ermuntert, seine Theorie in ein Buch zu fassen. Zehn Jahre später erschien das Werk, welches die Kirche erschüttern sollte. Zugleich damit – man höre und staune – erschien eine italienische Übersetzung mit einer begeisternden Einführung. Wer war der Übersetzer? Giovanni Battisti Montini, der spätere Papst Paul VI.!

    Der Geist des Integralen Humanismus drang, wie der Papst später selbst bemerkte, wie Rauch in den Vatikan ein. Das angestrebte Ziel war eine globale Kirche unter Einschluß aller Religionen. Eine universale Brüderlichkeit, in deren Mitte die Kirche wie eine große Schwester wirken sollte, um die Sympathie ihrer kleinen Brüder zu gewinnen. [1] In diesem Sinne hieß es später im Konzilstext:

    „Der Heilswille umfaßt die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslime, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten…“.[2]

    Am Ende seines Pontifikats rief Papst Paul VI. aus:

    „Der Rauch Satans ist durch einen Spalt in den Tempel Gottes eingedrungen,“ und: „Es hat sich eine feindliche Macht eingeschaltet, ein fremder Agent, ein geheimnisvolles Wesen, der Teufel.“ [3]

    Damit bekannte Papst Paul praktisch, den fremden Agenten in Gestalt des Integralen Humanismus in die Kirche geholt zu haben. Als Bekenner des Integralen Humanismus und dessen Weltstaat-Idee wünschte Paul VI. seinerzeit in seiner Fronleichnamspredigt am 17. Juni 1965:

    Fortsetzung folgt.

    • Fortsetzung und Schluss:

      „Man möchte den Weltstaat und eine neue, ideale Gesellschaft bauen. Wie vielseitig die Menschheit bei der Errichtung des ungeheuren Gebäudes engagiert ist und welche bedeutenden Fortschritte man dabei macht, ist Uns durchaus bekannt. Sie sind wert, bewundert und unterstützt zu werden.“ [4]

      So kam denn die Kapitulation vor dem fremden Agenten überall zum Vorschein. Am deutlichsten in der Geste Papst Pauls VI., als er am 13. Nov. 1964 seine Tiara auf den Altar niederlegte.

      „Die Tiara ist das Symbol der Oberherrschaft des Papsttums … sie trägt eine lateinische Inschrift, die übersetzt lautet: ´Dem unfehlbaren Stellvertreter Christi, dem höchsten Regenten der Welt auf Erden, dem Vater der Völker und Könige`.“ [5]

      Der Illuminat und Hochgradmaurer A. Pike schrieb in seinem II. Bd. „Moral and Dogma“ (freimaur. Sittenlehre) S.156, daß die Inspiratoren und Philosophen der Französischen Revolution geschworen hatten, „Krone“ und „Tiara“ über dem Grab des Jacques de Molay zu stürzen. De Molay war letzter Großmeister des Templer-Ordens. Er wurde 1313 auf Veranlassung Papst Clemens IV. und Philipps des Schönen lebendig verbrannt. Sein Tod wird im Ritual des 30. Logegrades durch eine Geste, einen Degenstich auf Krone und Tiara symbolisch gerächt. In der Niederlegung der Tiara findet der Schwur seine historische Erfüllung. Sie war eine Art kryptogamer Verrat an der katholischen Kirche und zugleich ein Triumph des Illuminatentums.

      Schließlich gab die Kirche ihre exklusivische Haltung gegenüber der Welt und den Fremdreligionen auf und war zum Dialog und zur Zusammenarbeit mit Ideologien und fremden Glaubensbekenntnissen bereit.

  24. „…Von der transzendenten Würde des Menschen zu sprechen, bedeutet also, sich auf seine Natur zu berufen, auf seine angeborene Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden, auf jenen „Kompass“, der in unsere Herzen eingeschrieben ist und den Gott dem geschaffenen Universum eingeprägt hat…Dagegen bedeutet die Menschenwürde zu behaupten, die Kostbarkeit des menschlichen Lebens zu erkennen, das uns unentgeltlich geschenkt ist und deshalb nicht Gegenstand von Tausch oder Verkauf sein kann…Gerade ausgehend von der Notwendigkeit einer Öffnung zum Transzendenten möchte ich die Zentralität des Menschen bekräftigen, der andernfalls zum Spielball der Moden und der jeweiligen Mächte wird. In diesem Sinne halte ich nicht nur das Erbe, welches das Christentum in der Vergangenheit der soziokulturellen Gestaltung des Kontinentes überlassen hat, für grundlegend, sondern vor allem den Beitrag, den es heute und in der Zukunft zudessen Wachstum zu leisten gedenkt. Dieser Beitrag stellt nicht eine Gefahr für die Laizität der Staaten und für die Unabhängigkeit der Einrichtungen der Union dar, sondern eine Bereicherung…“

    Der Papst hat durchaus ganz gut in diesem Gremium gesprochen. Man muß ja bedenken, daß es meist Menschen sind, denen man zunächst einmal „Milch“ reichen muß, da sie feste Nahrung nicht vertragen. Auch der hl. Apostel Paulus wie auch alle Missionare nach ihm bis heute müssen zunächst einmal in einer unchristlichen Umgebung Anknüpfungspunkte suchen. Das geschah so in Athen werter @Leo Lämmlein und das geschah so auch bei der Germanenmissionierung und bei allen Missionierungen in allen Völkern- so oder so. Also zunächst soz. die Milch reichen ehe man dann mit der Zeit- in den Jahrhunderten- feste Nahrung geben kann.
    Wir stehen ja wie vor bald 2000 Jahren auch heute als Christen mitten im Heidentum. Man muß also langsam beginnen und nicht denken, daß die Bekehrung eine Frage von Jahren sei. Da sollte man m.Er. in Jahrhunderten denken.

    • Lieber @Franzel,

      Sie können auf der Straße wen auch immer, ob „Milch“-Trinker oder nicht, fragen, und jeder würde Ihnen antworten, dass er wie auch immer irgenwie an ein höheres Wesen glaubt. Somit ist die Rede von einer Transzendenz der kleinste gemeinsame Nenner, den eine breite Masse ohnehin schluckt.
      Diesbezüglich aber müssen Sie sich die Frage gefallen lassen, warum der Papst, der ja quer durch die Medien präsent genug ist, um eine Botschaft zu plazieren, überhaupt vor dieser Institution, die noch dazu den Gottesbezug aus der Verfassung entfernt hat, spricht. Wozu? Cui bono?
      Und was die „Milch“ betrifft: Schönbornsche „Gradualität“ also auch in der Verkündigung? Die eines „Ja = Ja, Nein = nein“ Jesu und der Apostel ist es jedenfalls nicht.

      Allein schon diese Aussage sagt eigentlich alles:
      // Gerade ausgehend von der Notwendigkeit einer Öffnung zum Transzendenten möchte ich die Zentralität des Menschen bekräftigen //

      1) Angesichts der unfassbaren Liebestat Gottes, uns seinen eigenen Sohn zu senden; dass er – Gott – sich ERNIEDRIGT und Menschengestalt annimmt, so will Gott uns damit nicht sagen, dass der Mensch so gut ist, und dass es so schön ist unter ihnen zu sein, sondern er will uns den Weg zu IHM, und durch ihn zum Vater zeigen. Den Weg in die wahre Heimat des Menschen, den er leider (seit der Erbsünde) verloren hat.
      Welchen Weg aber will der Papst uns weisen mit seinen Worten von der „Zentralität des Menschen“ mit einem schwammigen Transzendenz-Begriff? Die Richtung ist definitiv falsch!

      2) „zum Transzendenten“ nicht zu DER Transzendenz. Welchen Gott meint er? Der Stellvertreter Christi auf Erden schafft es nicht, den Namen zu nennen, der allein den Menschen Heil bringt, den Namen Jesus.
      Und nun frage ich mich: Was ist der PREIS für seine Rede in dieser gottfernen Institution? Es ist nichts weniger als seine IDENTITÄT als Stellvertreter Christi auf Erden! Er hat seine Identität als Papst und damit Christus selbst und mit ihm die Kirche an diese „Union“ verkauft, er hat sie ihr zu Füßen gelegt.
      Anders formuliert: Er hat nicht vor der „Union“ um die Kirche Jesu Christi geworben, sondern der Union den Stuhl Petri angeboten. Der Gang des Papstes nach Canossa?

  25. Geehrter Franzel,
    wenn wir uns den Herrn Jesus Christus und die Apostel zum Vorbild nehmen, dann stellen wir fest, dass es bei der Heilszueignung ein notwendiges Moment gibt, das als B e r u f u n g bezeichnet wird. Diese erfolgt zuerst als äußerlicher R u f : Sündern wird das Heil in Christus angeboten und sie werden ernsthaft aufgefordert, Jesus Christus durch den Glauben anzunehmen, damit sie Vergebung ihrer Sünden und ewiges Leben empfangen. Es werden also 1. die Tatsachen und Zielsetzung des Evangeliums dargelegt; es wird 2. aufgefordert, Buße zu tun und an Jesus Christus gläubig zu werden; und es wird 3. die Sündenvergebung und Erlösung verheißen. Beachte: Die Verheißung des Evangeliums ist bedingt: sie wird nur erfüllt, wenn der angesprochene Sünder wirklich Buße tut und glaubt.
    Und nun habe ich eine Bitte: Zeigen Sie mir einen e i n z i g e n Fall im Pontifikat von Papst Franziskus seit dem 13. März 2013 auf, dass er, mündlich oder schriftlich, einen Ruf an ungläubige Sünder im Sinne des Evangeliums Jesu Christi gerichtet hat.
    Aus der Antwort können Sie erkennen, wie sehr Papst Franziskus Gott und die Menschen tatsächlich liebt.

    • Ich würde sagen werter @Leo Lämmlein, daß ein Mehr an guten Inhalten vor diesem überwiegend anti-christlichen, auch militaristisch anti-christlichem Forum kaum möglich war.
      Kathechismusunterricht muß der Papst an anderer Stelle geben, aber nicht vor einem politischen Forum- wegen der 2 Sphären Kirche und Staat. Das für einen Papst zu beachten, ist unbedingt wichtig. Er hat aber den Damen und Herren Parlamentariern sehr Wichtiges mit auf den Weg gegeben.

  26. Nur von Transzendenz zu reden, hat mich erschüttert. Für sich alleine benutzt erinnert mich der Begriff an Indifferenz. Transzendenz alleine ist zu wenig , weil es möglicherweise einen deistischen Gott beschreibt, aber keinen Gott, der sich in drei Personen den Menschen geoffenbart hat und an den die Europäer nahezu zweitausend Jahre geglaubt haben. War es wirklich ein Zufall, das Franziskus den Gottesbezug in seiner Rede nur mit dem Wort Transzendenz beschrieb? Vor diesem Gedanken kann ich nur die Aussagen und die dahinter stehenden Befürchtungen von Leo Lämmlein bestätigen. Auch Ich habe keinen Papst in Straßburg gehört, sondern einen Politiker, dem ich meine Stimme nie geben würde.
    Hätten seine Vorgänger seine Worte gewählt, wäre ich heute kein Kirchgänger mehr.

    • Übertreiben Sie jetzt aber bitte nicht Ihre Sorge @Hans. Das ist ja alles so kleinkrämerisch bzw. überheblich deutsch. Papst Franziskus hat eine gute und kluge Rede gehalten.
      Ich würde Ihnen vorschlagen, für den Papst jeden Tag mindestens mal 10 Rosenkränze zu beten, nicht wahr!
      Ansonsten den Ball bitte flach halten.

    • Volle Zustimmung @Hans. Was Bergoglio von sich gegeben hat, war auf dem Niveau eines zeitgeistigen Politikers.

  27. Liebe Schwestern und Brüder!

    Sie kritisieren den „unfehlabern“ Papst! Was soll man dann noch sagen?

    Den „unfehlbaren“ Papst kritisieren? So weit ist es…

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