Trotz Abschiebung von Kardinal Burke andere Lesart nicht vergessen


Kardinal Burke spendet die Priesterweihe
Kar­di­nal Bur­ke spen­det die Priesterweihe

(Rom) Der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Blog­ger Cor­dia­li­ter ver­faß­te eine per­sön­li­che Anmer­kung zur Abschie­bung von Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke. Eine päpst­li­che Ver­gel­tungs­maß­nah­me, die mensch­lich betrach­tet, wenig Gutes erwar­ten läßt (sie­he Unbarm­her­zi­ger Fran­zis­kus: Kar­di­nal Bur­ke abge­setzt und zum Mal­te­ser­or­den „abge­scho­ben“ und zu Kar­di­nal Bur­ke vor allem Exil Mal­ta? End­gül­ti­ge päpst­li­che Säu­be­rungs­ak­ti­on gegen Kar­di­nal Bur­ke?). Cor­dia­li­ter ver­sucht dem ohne Nai­vi­tät eine Les­art voll Gott­ver­trau­en entgegenzusetzen.

von Cor­dia­li­ter

Ich hege eine gro­ße Hoch­ach­tung und Wert­schät­zung für Kar­di­nal Ray­mond Leo Bur­ke, weil er dem immer­gül­ti­gen Lehr­amt der Kir­che treu und ein eif­ri­ger Nach­fol­ger der Apo­stel ist. Als Bischof von La Crosse (USA) schien sei­ne Diö­ze­se eine Oase zu sein. Die Gläu­bi­gen der über­lie­fer­ten Mes­se konn­ten unge­hin­dert der tra­di­tio­nel­len Lit­ur­gie fol­gen und das schon Jah­re bevor Bene­dikt XVI. zum Papst gewählt und das Motu pro­prio Sum­morum Pon­ti­fi­cum erlas­sen wur­de. Johan­nes Paul II. beför­der­te ihn dann zum Erz­bi­schof von Saint Lou­is. Dank sei­nes seel­sor­ge­ri­schen Eifers ver­dop­pel­ten sich wäh­rend sei­nes Epi­sko­pats die Prie­ster­be­ru­fun­gen. Dabei ist Msgr. Bur­ke eigent­lich aus­ge­wie­se­ner Exper­te im Kir­chen­recht. Der Andrang von geeig­ne­ten Kan­di­da­ten war so groß, daß das diö­ze­sa­ne Prie­ster­se­mi­nar erwei­tert wer­den mußte.

2008 erfolg­te durch Bene­dikt XVI. die Beru­fung zum Prä­fek­ten der Apo­sto­li­schen Signa­tur, 2010 kre­ierte er ihn zum Kar­di­nal. 2013 galt er mit Blick auf das vor­zei­tig geen­de­te deut­sche Pon­ti­fi­kat als „Papa­bi­le“, man­chen gera­de­zu als „logi­sche“ Fort­set­zung der „Reform der Reform“, die nach dem nach­kon­zi­lia­ren Kahl­schlag mit der Wahl von Johan­nes Paul II. 1978 begon­nen hat­te. Das Kon­kla­ve brach­te jedoch eine ent­ge­gen­ge­setz­te Pen­del­be­we­gung und stand unter dem Vor­zei­chen der Wahl eines „Anti-Ratz­in­gers“. Am Sams­tag wur­de Msgr. Bur­ke als Kar­di­nal­pa­tron zum Sou­ve­rä­nen Mal­te­ser­or­derns versetzt.

Die Moder­ni­sten haben eine imma­nen­ti­sti­sche Sicht des Lebens. Wir müs­sen aber eine über­na­tür­li­che Visi­on von allem haben, was geschieht. Wir ken­nen nicht die arka­ni­schen Dekre­te der gött­li­chen Vor­se­hung für die­sen eif­ri­gen Für­sten der Hei­li­gen Kir­che. Wir wis­sen aber, daß nichts durch blin­den Zufall geschieht. Selbst die Sün­den in der Welt wer­den von Gott mit Blick auf ein höhe­res Wohl gedul­det. Wel­che Wid­rig­kei­ten ertrug Hiob mit heroi­scher Geduld und sam­mel­te dadurch gro­ße Ver­dien­ste für den Himmel.

Was immer also die Hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit für Plä­ne mit Kar­di­nal Bur­ke hat, es sind gute Plä­ne, da der Herr nur Gutes will und tut.
Mensch­lich gese­hen war die Auf­ga­be eines Prä­fek­ten der Apo­sto­li­schen Signa­tur ein­fluß­rei­cher als die eines Kar­di­nal­pa­trons des Sou­ve­rä­nen Rit­ter- und Hos­pi­tal­or­dens vom hei­li­gen Johan­nes von Jeru­sa­lem von Rho­dos und von Mal­ta. Als Jün­ger Jesu Chri­sti haben wir aber nicht auf irdi­sches Pre­sti­ge zu ach­ten, son­dern allein auf die grö­ße­re Ehre Gottes.

Durch sein Apo­sto­lat unter den Ordens­rit­tern kann Kar­di­nal Bur­ke Gro­ßes für deren See­len­heil wir­ken, wie er es bereits als Diö­ze­san­bi­schof in den USA getan hat. Soll­te mit­tels sei­nes Apo­sto­lats auch nur eine See­le mehr durch die unend­li­che Barm­her­zig­keit Got­tes geret­tet wer­den, hät­te es sich gelohnt, die pre­sti­ge­träch­ti­ge­re und ein­fluß­rei­che­re Auf­ga­be an der Römi­schen Kurie zu ver­lie­ren, bedenkt man, unter wel­chen Opfern der gött­li­che Erlö­ser am Kreuz von Gol­go­ta den Weg zum ewi­gen See­len­heil erkauft hat.

Zudem wird der heroi­sche ame­ri­ka­ni­sche Pur­pur­trä­ger, befreit von der Last sei­ner Auf­ga­be an der Apo­sto­li­schen Signa­tur und dem Akten­stu­di­um, mehr Mög­lich­kei­ten haben, geist­li­cher Beglei­ter der See­len zu sein, die wirk­lich im Glau­ben und der Tugend wach­sen wol­len. Er wird mehr Gele­gen­heit haben, welt­weit die über­lie­fer­te Lit­ur­gie zu zele­brie­ren und durch sei­ne Kate­che­sen im über­lie­fer­ten Glau­ben zu unter­wei­sen. Er kann dadurch Gro­ßes dazu bei­tra­gen, Men­schen, die offen für das Wah­re, Gute und Schö­ne sind, anzu­zie­hen und mit der hei­li­gen Lit­ur­gie und dem unver­kürz­ten Glau­ben ver­traut zu machen.

Die jüng­ste Ernen­nung soll­te daher nicht als Tra­gö­die gese­hen wer­den, so sehr ande­re Les­ar­ten nahe­lie­gen, denn dahin­ter steht gewiß und trotz allem ein wun­der­ba­res Strick­mu­ster der unend­li­chen Barm­her­zig­keit Gottes.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nardi
Bild: MiL