„VIVA la Sotana!“ – Eine Hommage an die Priesterkleidung

Soutane des Priesters
Soutane des Priesters

Nach dem Dokumentarfilm „Mysterium fidei: Das Heilige Opfer des Altares“ wurde in der Reihe Fides et Traditio der neue Dokumentarfilm „VIVA la Sotana!“ vorgelegt. Eine Hommage an das Alltagskleid katholischer Priester und angehender Priester.

„Ein Hoch auf die Soutane!“ erzählt die Geschichte und die Bedeutung der priesterlichen Alltagskleidung außerhalb liturgischer Handlungen. Der Dokumentarfilm wurde von Agnus Dei Productions srl hergestellt und ist in spanischer Sprache erschienen. Er entstand unter anderem durch die Mitarbeit von Pater Juan Manuel Rodríguez de la Rosa von Adelante la fe (siehe Bericht „Adelante la fe“ – Neue katholische Internetseite mit Bischof Livieres und Roberto de Mattei).

Hommage an die Soutane (und das Priestertum)

Der Dokumentarfilm ist eine beindruckende Hommage an die Soutane, die für jeden Priester und angehenden Priester vorgeschrieben ist, vor allem den Weltklerus, sofern nicht die Ordenszugehörigkeit das Tragen eines eigenen Ordenskleides vorschreibt. In verschiedenen Diözesen, darunter auch im deutschen Sprachraum wurde zum Teil zwar bereits im  19. Jahrhundert davon dispensiert. Die Vorschrift gilt dennoch heute noch. Die auch anzutreffende Unkenntlichkeit des Priesters durch ausschließliche Zivilkleidung ist durch keine kirchliche Dispens gedeckt.

Pater Juan Manuel Rodríguez de la Rosa berichtet im Film auch über die große emotionale Bedeutung der Soutane, wenn er dankbar aus seinem eigenen Leben daran erinnert, welche große Unterstützung er durch Männer erfahren durfte, die dieses priesterliche Gewand mit Würde trugen, „gerade in den schwierigen und oft ungerechten Momenten der Nachkonzilszeit“, so Adelante la fe.

Anregung zur Wiederentdeckung der Priesterkleidung

Die Dokumentarreihe Fides et Traditio bietet anschauliches Filmmaterial zur Aufklärung und Unterweisung der Gläubigen. Der Film will eine Anregung und eine Aufforderung an Priester sein, die Soutane wieder zu tragen und sich ihrer vielschichtigen Bedeutung bewußt zu werden. Er will ebenso das gläubige Volk informieren und die respektvolle Hochachtung vor den Priestern als Diener Gottes und des Volkes fördern. Es gelte, so Pater Juan Manuel Rodríguez de la Rosa, das „richtige Gleichgewicht wiederherzustellen, das bei Priestern, aber auch bei den Gläubigen vielfach verlorengegangen ist“.

Teil der Dokumentation ist ein Gespräch mit Kardinal Raymond Burke, dem Präfekten der Apostolischen Signatur zum Thema.

Der erste Dokumentarfilm der Reihe: „Mysterium fidei: Das Heilige Opfer des Altares“ ist der Einführung und Hinführung zum heiligen Meßopfer in der überlieferten Form des Römischen Ritus gewidmet.

Bestellungen sind unter agnudeiprod[a]gmail.com möglich.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons

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30 Comments

  1. Die Bischöfe bekleiden sich ja auch schon immer mehr mit dem schwarzen Anzug. Darüber hängen sie dann ein Brustkreuz. Diesen Brauch haben sie von Anglikanern und Protestanten abgeschaut.

    • Während im 19. Jahrhundert eigentlich alle europäischen Kleriker an ihrer Kleidung zu erkennen gewesen sind, fing es bereits bei den US-Amerikanern dieses Standes an zu bröckeln. Auch zeichnet sich der nordamerikanische Katholizismus durch eine größere Rom-Ferne aus als der des hiesigen Kontinents. Zum Glück ist schon ein Ende der Protestantisierungen und Glaubensverwässerungen absehbar.

      • Das „Tab-shirt“ und seine Vorgänger sind typische Amerikanismen.
        Ich habe das in den 1960ern so beobachtet:
        1. Soutane (bestenfalls noch bei liturg. Funktionen unter der Albe bzw. dem Rochet)
        2. weit verbreitet noch immer das schwarze Chemisette oder Priesterweste (über weißem Talarhemd mit oben aufgesetztem Kragen)
        3. dann der „Oratorianerkragen“
        4. zeitgleich bei den Jüngeren: schwarzes Hemd mit schwarzer Krawatte (Schweiz: bes. Graubünden und Zürich), weißes Hemd mit schwarzer Krawatte (Deutschland u Österreich)
        5. Dann aus Amerika kommend das „Tab-Shirt“ bis heute, während das Gros aber nur noch in zivil herumläuft.
        In Osteuropa bes. Polen aber auch Ungern u.a hat sich das z. T. anders entwickelt. Die Soutane ist noch nicht ganz in der Mottenkiste deponiert worden.

    • Überhaupt gehören Anzüge in den politischen und wirtschaftlichen Bereich und dienen als Statussymbol einer gehobenen Klasse. Es würde mich nicht wundern, wenn Herr Bergoglio einen weißen Anzug für den Papst einführen würde.
      An alle Bischöfe und Priester der katholischen Kirche:
      Schmeißt eure weltliche Kleidung ab und kehrt zur Soutane zurück!
      Per Mariam ad Christum.

  2. So sehr ich die Soutane befürworte – aber das sind doch Fiktionen. „Wieder respektvolle Hochachtung vor dem Priester“, „vielfältige Bedeutung“ …das ist doch alles Traumgespinst. Auch im 19. Jh verspottete man den Soutanenmann als „Schwarzrock“. Und welche vielfältige Bedeutung die Soutane hat, wäre erst mal noch zu klären – es ist erst mal eine ständische Kleidung, die aber in einer vollkommen unständischen Welt natürlich auch nicht durchs bloße Tragen ihre alte Bedeutung und Aura zurückerhält. Diese ganze Argumentation ist mir also zu oberflächlich. Ohnehin wirkt das alles eher wie Laufsteg und „dernier cri“. Irgendwie peinlich und manieriert.

    Die Soutane ist ja nicht primär eine Würdenkleidung, die einem Priester die „schuldige Achtung verschaffen soll“, sondern ein Ausdruck der Entsagung (das schwarze Kleid als Grab Christi) und des Kreuzes. Die Soutane ist ein Ausdruck dafür, dass man nichts mehr fragt danach, ob einen nun die Menschen respektieren oder nicht. Wie beim Ordenskleid hat man all diesen Kategorien abgesagt. Die Soutane ist kein Accessoire des Priestertums, sondern die Brüskierung aller Weltlichkeit – und zu der gehört nun mal auch das ganze alberne „wer-vor-wem-weshalb-Hochachtung-haben-soll“. Wer zu Christus gehört, ja, sogar „in persona Christi“ handelt, wird mit ihm verachtet sein.
    Nein?

    Das ganze Projekt ist also ziemlich daneben. Die Kirche braucht nun wirklich nicht auch noch stolze, modebewusste und aufgeblasene Priester mit einer „Kleider-machen-Leute“-Philosophie.

    • das sehe ich etwas anders.
      Ich kann mir vorstellen, daß die Kleidung auch nach innen wirkt, auf den Priester selbst. Er läuft dann eben nicht, wie ein Priester in unserer Nähe, als sportlicher junger Mann in Jeans und Turnschuhen herum, sondern sichtbar und jederzeit ansprechbar als Geistlicher. Auch die Achtung, die ihm erwiesen wird ( ich habe das selbst erlebt), wirkt auf ihn zurück, und zwar nicht hegativ. Da er immer die Soutane trägt, ist ihm auch bewußt, und die Umwelt sieht es, daß er auch jederzeit „im Amt“ ist. Außerdem entfällt jede Abhängigkeit von irgendeiner Mode. Manch einer wird dann denken „aha, es gibt sie noch, und gar nicht mal so selten“.
      Ich sehe das ständige Tragen der Soutane in jeder Beziehung als wertvoll und wichtig an. Es ließen sich noch viele Gründe dazu aufführen.

      • Ja, kennen Sie das Märchen vom Prinzen und vom Bettelknaben? Lasst uns das Äußere ändern, dann ändert sich auch das Innere…sind Freimaurergedanken, die Sie hier einflechten. Da wäre ich vorsichtig.

        Immerhin macht das NT konsequent die Tür zu vor kleidungsmäßigen Statussymbolen. Und ein Priester ist, wenn Sie so argumentieren, auch dann erkennbar, wenn er diesen Priesterkragen hat und in Hosen herumläuft. Ich bitte doch um etwas Nüchternheit!

        Ich sehe in der Soutane nur dann Sinn, wenn sie das ausdrücken soll, als was sie ursprünglich gedacht war:

        „Das gewöhnliche Gewand des katholischen Priesters ist – auch nach den neueren kirchlichen Bestimmungen – die schwarze Soutane [vgl. ‚Direktorium für Dienst und Leben der Priester‘ der Kongregation für den Klerus vom 31. Januar 1994, Nr. 66].

        Während er sie anlegt, betet er: „Der Herr ist der Anteil meines Erbes und meines Kelches. Du bist es, der mir zurückstellen wird mein Erbe.“ Damit wird der Priester ausdrücklich in die Nachfolge des alttestamentlichen Priesterstammes der Leviten gestellt, der einst bei der Verteilung des gelobten Landes kein Erbteil erhalten sollte, denn: „Der Herr selbst ist sein Erbteil“ (Dt 10, 9). Aus dem griechischen Wort ‚kleros‘ [= Los/Erbteil] wurde das deutsche Wort ‚Klerus‘. Der Kleriker ist einer, der den Herrn zum Erbteil erwählt hat.

        Die schwarze Farbe ist Symbol der Trauer und des Verzichtes. Der Priester soll sie tragen im Bewusstsein, hier auf Erden in der Fremde zu weilen: „Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern nach der künftigen suchen wir.“ (Hebr 13, 14) Sie will auch erinnern an die Mahnung des hl. Apostels Paulus im Brief an die Römer: „Macht euch nicht die Art dieser Welt zu eigen, sondern wandelt euch um durch Erneuerung eures Denkens, um zu prüfen, was der Wille Gottes ist, was gut, wohlgefällig und vollkommen.“ (Röm 12, 2)“ http://www.alte-messe.de/04_gewand.html

        Von all diesen rein äußerlichen Argumenten, die Sie nennen, udn die man auch als äußerliche leicht widerlegen kann, ist da jedenfalls keinerlei Rede…im Gegenteil. Gerade der Priester (gemeinsam mit Mönchen und Nonnen) macht sich in der Kleidung „arm“ und „ohne Erbteil“ – eben gerade nicht, um sich Achtung zu erheischen, sondern um jedem Anspruch auf irdische Achtung zu entsagen.
        Unser Herr jedenfalls hatte zwar ein schönes Überkleid, um das man würfelte, aber erst bei seinem Tod erfährt man davon. Ob ihm deshalb die Leute folgten, die ihm folgten?

    • Soutane: „…eher wie Laufsteg und „dernier cri.“
      Ich glaube nicht, dass dies die einzig mögliche Sichtweise ist, Zeitschnur.
      Vom Priester würde es eine Menge Mut verlangen, sie zu tragen, es käme einem Glaubenszeugnis gleich.
      Denn Spötter würden natürlich nicht lange auf sich warten lassen.
      Den Gläubigen würde es Ermutigung geben.
      Eine Ermutigung, die wir doch alle so nötig haben.
      Jedes Mal, wenn ich durch Freiburg gehe und z.B. eine Ordensfrau erblicke, freue ich mich, lächle sie an, grüße sie.

      Vor ein paar Monaten fuhr ich mit der Bahn. Schon auf dem Bahnsteig draußen sah drinnen ich vier alte Ordensfrauen/Franziskanrinnen sitzen und ich nahm mir vor, mich zu ihnen zu setzen, wenn sie das auch möchten.
      Und wie sehr haben sie sich gefreut!
      Wir kamen in ein lebhaftes Gespräch und es stellte sich sogar heraus, dass wir gemeinsame Bekannte haben, auch Franziskanerinnen.
      Kleidung kann auch etwas aussagen, sie kann verbinden, sie kann Brücken bauen.
      Ich trage z.B. täglich das hölzerne Tauzeichen, unabhängig davon, welche Kleidung ich gerade am Leib habe.
      Es zu tragen ist mir ein Bedürfnis, es ist definitiv kein Zurschaustellen meiner Frömmigkeit.
      Es ist ein Zeichen für das, wofür ich stehe, ähnlich wie das Tragen eines Eherings.
      Ihn verstecke ich ja auch nicht.

      • Wenn Sie aufmerksam gelesen haben, müssen Sie aber verstanden haben, dass ich die Soutane befürworte, nur nicht aus den materialistischen Gründen, die hier einzig eine Rolle spielen. (s.o.) Sie allerdings sind als eine der wenigen nah dran einem echten Glaubenszeugnis-Gedanken. Danke!

        Aber anyway – beim Thema Klamotten hakt es bei vielen wirklich total aus, um es mal zynisch zu sagen, und genau das sollte nicht sein. „Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein!“ ermahnt uns das NT x-mal. Das heißt, dass man in die Kleidung niemals zuviel hineingeheimnissen sollte! Der innere Mensch ist das, was alleine zählt. Die Erneuerung kann auch nur von innen und nicht von außen kommen. oder glauben wir an „Kleider machen Leute“? Leider offenbar schon…(aber nicht Sie, das hab ich verstanden)…

        Also, wenn es um Entsagung geht – warum muss man Soutanen dann so taillieren, also so figurbetont machen, dass das eher sinnliche Reize ausübt, wie eben jede taillierte Herrenkleidung?

        Wenn sie Don Camillo anschauen http://en.wikipedia.org/wiki/Don_Camillo, dann erkennen Sie, dass seine Soutane ein echter Sack dagegen war. Und der Curé bei Bernanos trägt eine fleckige, dreckige Soutane, ganz armselig, ja so war das früher, ebenso das echte Vorbild, der Pfarrer von Ars.
        Das da oben aber – das ist Hollywood, das kann’s nicht sein.
        So mein ich das….

    • Es ist ja nicht nur das Tragen der Soutane. Das Priesterbild als solches hat sich seit dem
      2.Vatikanum total verändert. Es ist nicht nur das Auftreten mit Anzug und Freizeithemd,
      es geht ja noch weiter. Der Priester wurde zum Gemeindeleiter, der kameradschaftlich
      die Gemeinde begrüßt und beim Friedensgruß den Altar verlässt und mindestens den Messdienern die Hand reicht und das vor der Kommunionspendung. Des weiteren kann man bei diversen Messgewändern feststellen, dass christliche Symbole wie Kreuz und
      Schmuck fehlen. Die Richtung geht auf Regenbogenfarben und Darstellungen, seit ei-
      niger Zeit sogar hin zu Karos auf Messgewändern und Stola. Das alles geht Hand in
      Hand mit sich leerenden Kirchen. Ob das Tragen einer Soutane doch mit Glauben zu
      hat.Wir werden es wohl nie erfahren.

    • Die vielen gefallenen Priester, alles Soutaneträger???

      Kaum vorstellbar!

      Es spielt noch etwas anderes herein: Bereits 1970 war eine große Bischofsversammlung entschlossen, den Zölibat zu beerdigen. Nicht gelungen, wie die Verhinderung von Humanae vitae 1968 auch.

      Die Kirche braucht selbstbewußte (!) Priester, die wissen, was sie vertreten müssen und das in aller Demut. Nach dem lebenden Heiligen Benedikt XVI.!

    • Zeitschnur, ganz so würde ich es nicht sehen, denn schließlich ist es kein Zufall, dass viele Priester diese Kleidung heute nicht mehr tragen, und sich schlimmer noch über die, die diese Kleidung tragen, aufs übelste lustig machen!
      Heute gehört zum Tragen dieser Kleidung Mut, sie würde es den protestuntischen Priestern zumindest schwerer machen, auch deshlab, weil sie jeder überall erkennen kann!

  3. Die Soutane war der Identität des Priesters und schaffte den Priester Respekt bei den Bevölkerung, Sogar nicht Katholiken hatten Respekt davor. Und wenn ein Priester Soutan trägt ist sicher dass, er überall erkenntlich ist, darum hat sich auch entsprechend benommen. Gottesfürchtige Menschen sehen Jesus in einem Priester, wenn er eine Soutane trägt. Die Soutane ist ein respektvolles Kleid.
    Der Modernen Priester will nicht erkannt werden in seine Machenschaften. Jesus sagte: „Denen die böses tun scheuen das Licht, weil ihr Tun ist Böse.“
    Die Soutane sind Seelen Retter, denn wenn ein Unfall passiert , ist ein Priester im Soutan schnell erkennbar und wird herbei geholt. Die Soutane sollen wieder eingeführt werden.

  4. Eine sehr gute Initiative. Warum „Fiktion“ und „Traumgespinst“? Es geht um das, was angemessen und nach menschlicher Erkenntnisfähigkeit richtig ist. Die Frage ist daher nie an eine bestimmte Zeitsituation gekoppelt. Das Wahre, Gute und Schöne ist immer anzustreben. Deshalb sage ich, es ist eine wunderschöne, gute Initiative. Ich hoffe, dass auch in Deutschland und ringsum (Polen ist das eine löbliche Ausnahme) eine Rückbesinnung stattfindet.
    Da hat man ja mit allerlei Ausreden die Soutane abgelegt (im Gebirge nicht so geeignet, und solcher „praktisch“ klingender Unsinn, um sich „modischer“ kleiden zu können) und dann nach 68 vielfach ganz in die Brennesseln geworfen.
    Ich bewundere jeden Priester, der als Priester erkennbar ist, erst recht jene, die den Mut zur Soutane haben.
    Und ich unterstelle jedem Priester in Räuberzivil, dass er latent Verrat an seiner Weihe übt, denn wer sich versteckt (die Ausreden dafür kennen wir alle), da stimmt doch etwas nicht. Und vor allem, wer traut sich einen Zivil-Priester bloss auf Verdacht hin anzusprechen und um die Beichte zu bitten? Das sagt alles aus.

    • Ich sagte ja, dass ich die Soutane befürworte – aber unter den verwandelten Rahmenbedingungen IN DER KIRCHE!?

      Ich sage es mal andersherum: natürlich ist die Bekleidung eines mittelalterlichen Kaiserpaars wesentlich schöner und würdevoller als der Aufzug eines heutigen Präsidenten samt Lebensgefährtin. Würden die beiden heute aber in dem alten Gewand auftreten, wäre das nichts als Karneval, im besten Fall Theater – oder lächerlich.

      Das Priestertum 2014 hat mit dem von sagen wir 1914 kaum noch zu tun!

      Und ich bestehe trotz allem darauf: bei einem Nachfolger Christi kann es nie drum gehen, dass er sich so ausstattet, dass man ihn „anerkennt“, auch noch rein äußerlich (!), sondern darum, dass er dem Herrn folgt. Die hier vorgetragenen Argumente sind rein bürgerlich und entbeheren einer geistlichen Dimension.

      Es ist falsch, sich über Kleidung zu definieren! Es ist falsch, der Kleidung mehr Bedeutung einzuräumen, als ihr zusteht. Eine Soutane ist – wenn überhaupt – eine Sakramentalie. Mehr nicht. Wer den Priester im Anzug nicht achtet, was ist wohl dessen oberflächliche Achtung vor einem „Schwarzrock“ wert?

    • Schauen Sie, die Identitätskrise des postkonziliaren Priestertums mit dem „zeitnahen, offenen Gemeindeleiter, der von den Menschen angenommen wird“ ist äußerlich an der Kleidung sehr eindeutig ablesbar.
      Das theologische Defizit im Amtsverständnis äußert sich auch sichtbar nach außen.

  5. Man kann nur jede Initiative zugunsten der Soutane loben und unterstützen. Es wäre an der Kleruskongregation hiezu verbindliche Normen festzulegen bzw. bereits vorhandene verbindlich in Erinnerung zu rufen. Freilich undenkbar im Schreckensregime des Vulgarismus und des Abbruchs.
    Die Meinung „es käme auf die innere Einstellung an“ ist absonderlich, da sich diese auch stets äußerlich zu manifestieren hat.
    Die Entwicklung weg von der Soutane bzw. Soutanelle, über Verfehlungen von „Oratorianerkragen“ später „Tab-shirt“ und Ansteckkreuz und schließlich ganz zivil hat äußerlich die nachkonziliare Demontage des Amtspriestertums hin zum „offenen Gemeindeleiter“sehr gut illustriert. Was die Theologen verunstalteten hat sich in der Kleidung mitgespiegelt.

    • Verzeihen Sie, wenn ich da widerspreche – aber durch ein rein äußeres Zeichen können Sie die innere Verheerung, unter der jeder Priester nicht nur leidet, sondern an der er, ob er will oder nicht, Anteil hat, nicht verändern.
      Es ist ein äußeres Zeichen, das weder zur priesterlichen Lebensrealität noch zum Inneren vieler Priester passt.
      Durch eine Soutanenrenaissance kann man dieses riesige Defizit nicht heilen.
      Im Gegenteil – man gibt damit die Soutane gleich noch mit dem Verfall preis.
      Glauben Sie mir, dass ich schon weiß, wovon ich rede. Seitdem ich zig soutanenbewehrte Priester auf einer megalauten charismatischen „Party-Lobpreis“-Veranstaltung haben herumzucken sehen (natürlich wollen sie völlig unzeitgemäß als Hochwürden angesprochen werden, aber jeden zeitgeistigen Dreck mitmachen…), wurde mir schlagartig klar, dass auf diese Weise die Soutane ihrer Eindeutigkeit beraubt wird.
      Immerhin haben die, die sich mit dem alten Priesterbild nicht identifizieren konnten, wenigstens ehrlicherweise die Soutane abgelegt…
      Und wer entspricht heute noch im Ernst diesem alten Bild? Der eine oder andere meint das vielleicht in seiner unbedarftheit, aber jeder etwas Gereiftere weiß, dass er sich niemals – sofern nicht der Stolz sein Denken zerfrisst – außerhalb eines globalen Problems stehend wähnen darf.

      Diese Debatte ist mir zu materialistisch, ein bisschen wie bei den Linken: gebt den Leuten was Anständiges zum Essen und schon werden sie bessere Menschen…

      • Ich sehe da eigentlich keinen klaffenden Graben zwischen unser beider Meinung.
        Denn ich meinte ja nur die stete Demontage des Amtspriestertums zum „Gemeindeleiter“ im „Pastoralteam“ hätte sich äußerlich sehr wohl an der Kleidung sichtbar gemacht. Natürlich haben sie recht, wenn Sie schreiben „Es ist ein äußeres Zeichen, das weder zur priesterlichen Lebensrealität noch zum Inneren vieler Priester passt.“.
        Das ist ja der Kern des Problems.

  6. Ein hw Priester ohne erkennbare Priesterkleidung ist wie ein Ehemann, der keinen Ring trägt ! Die Konvertitin und Schriftstellerin Gabriele Kuby:
    -
    „Einen zum Priester Geweihten 
    nennt man auch „Geistlicher“. 
    Sein Handeln geschieht in der unsichtbaren, geistlichen Welt. 
    Wenn er Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi wandelt, 
    ist das ein geistlicher Vollzug: 
    Wenn er tut, 
    wozu Jesus ihn bevollmächtigt hat, 
    nämlich Sünden zu vergeben, zu heilen und Dämonen auszutreiben, 
    dann wirkt er in der geistlichen Wirklichkeit enes Menschen mit geistlichen Mitteln.

    Wir empfinden einen 
    Missklang, 
    wenn der Priester nicht auch als Person ein geistlicher Mensch ist. 
    Unter einem geistlichen Menschen verstehe ich jemanden, der seine Schätze im Himmel anhäuft und nicht auf der Erde; einer, der in der Welt ist, aber nicht von ihr:
    (….)
    Ich finde es wichtig, dass Geistliche an ihrer Kleidung erkennbar sind. 
    Wenn ich mit einem Mann ins Gespräch komme und 
    erst nach einer Weile entdecke, dass er 
    Priester ist, 
    fühle ich mich getäuscht.
    Er kommt mir vor wie ein Ehemann, der keinen Ring trägt.
    Und worin besteht das andere Leben des Geistlichen ?
    Drei Räte sind es, nur drei, deren Befolgung die Verstrickung mit der Welt radikal löst:
    Gehorsam, Keuschheit und Armut.
    Diese christlichen Tugenden stecken wie Stöcke im Rad der Welt, das sich um Macht, Sex und Reichtum dreht“
    -

  7. es ist sehr schade, daß es dazu keinen deutschen Text gibt. Dann könnte ich es an viele Interessenten weiterschicken.

  8. Ich wohne in Sachsen-Anhalt, und hier gibt es nur sehr wenige Katholiken und praktisch garkeine „Traditionalisten“. Wenn man die Situation bei uns so betrachtet, ist es eigentlich verwunderlich, dass überhaupt so viele Katholiken bei uns noch Sonntags in die Kirche gehen – natürlich überwiegend alte Leute. Wie dem auch sei, ich bin noch ziemlich jung, und bevor ich einmal eine Reise nach Rom gemacht habe, wusste ich garnicht, dass es heutzutage noch Soutanen gibt! Unser Herr Pfarrer ist nämlich immer „weltlich“ gekleidet. Ich habe ihn, weil ich es als neugieriges Kind wirklich wissen wollte, gefragt, warum denn in Deutschland niemand Soutane trägt!? In Rom wären ein Haufen „Schwarzröcke“ herumgelaufen! Aber er hat meine Frage überhört und nicht geantwortet. Ich habe über das Thema nachgedacht, und bin zu dem Schluss gekommen, dass es tatsächlich ziemlich seltsam wäre, wenn unser Priester in einer richtigen Soutane herumlaufen würde – da würde in unserer Gegend wirklich Mut dazugehören. Aber es ist einfach nicht passend. Er als Pfarrer würde sich damit nur lächerlich machen. Was ich jedoch für schlecht halte, ist, dass man den Priester überhaupt nicht erkennt. Ein normaler schwarzer Anzug, mit den typischen Priesterkragen würde genau in unsere Gegend passen. Es gebe da kein Gefühl von „aufgesetzter Frömmigkeit“. Und selbst wir Gläubigen freuen uns darüber. In unserer Schule haben wir zmB. endlich einen Pfarrer für den Religionsunterricht bekommen (für etwa 10 Schüler aus der 5-10. Klasse), welcher extra aus Erfurt kommt (2 Stunden Autofahrt!). Und wie war ich erstaunt – er trug einen schwarzen Anzug mit Priesterkragen! Alleine das ist schon ein seltener Anblick – es würde mich nicht wundern, wenn seit 400 Jahren kein erkennbarer Priester mehr in unserer Schule unterwegs war (ja, die Schule ist über 400 Jahre alt…) Und sofort fühlt man sich in seinem Glauben gestärkt und ermutigt. Der Pfarrer signalisiert uns so nämlich, dass er für uns da ist und selbst in der Diaspora an seinem Glauben hängt.

    Natürlich wird in anderen Gebieten Deutschlands das Soutanetragen völlig anders sein – aber man muss die Situationen von vielen Seiten betrachten.

    • Die Situation im Bistum Magdeburg mit 88.000 Katholiken auf 2,7 Millionen Einwohner ist in der Tat nicht schön. Da hat selbst das Erzbistum Berlin mit gut 401.000 Katholiken auf rund 5,8 Millionen Einwohner einen über doppelt so hohen Anteil in der Bevölkerung. Die Bereiche Deutschlands, in denen der Katholizismus am weitesten zurückgedrängt worden ist, sind zugleich die geistig ärmsten Landstriche. In so einer Lage kann nur geraten werden: Durchhalten! Nicht den Kopf hängen lassen!

  9. Genaugenommene ergibt das eigentliche Symbol, das die Soutane darstellt, nämlich die vollkommene Entsagung für alles Irdische, nur dann Sinn, wenn man ausschließlich das überlieferte Messopfer zelebriert.

    • Ich weiß, dass Sie sich nicht gegen die Soutane als solche ausgesprochen haben, im Gegenteil.
      Es war mir nur wichtig zu sagen, dass die Amtskleidung, das Gewand, die Ordenstracht -in bescheidener, aufrichtiger, liebender Gesinnung getragen- durchaus Signalwirkung haben kann.

      Wie schön wäre es, wenn sich möglichst viele Menschen durch den Mut des Priesters, sich durch seine Kleidung als solcher erkennen zu geben, selbst ermutigt und bestärkt fühlen könnten.
      Nicht Hochmut, sich abheben wollen von anderen, sondern Zeugnis geben – das meinte ich damit.
      Ich glaube, Sie auch, Zeitschnur!

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