Mütter von Priestern brechen Lanze für den Zölibat

Zölibat: Brief von Müttern von Priestern an Papst Franziskus
Zölibat: Mütter von Priestern schreiben an Papst Franziskus

(Rom) Mütter von Priestern haben eine Lanze für den Zölibat gebrochen. Sie haben einen Brief an Papst Franziskus geschrieben und ihn darin ersucht, für den priesterlichen Zölibat zu kämpfen. Der Brief der Mütter von Priestern und Seminaristen und geistlichen Müttern ist eine Antwort auf das Schreiben von 26 Frauen vom vergangenen Mai, die sich als Geliebte von Priestern bezeichneten und vom Papst eine Aufhebung des Zölibats forderten.

Die 26 Frauen, die sich als Konkubinen und Geliebten von Priestern zu erkennen gaben, berichteten von ihren „Leiden“ durch ihre Liebe für Männer, die sie nicht heiraten dürfen. Sie forderten den Papst daher auf, den Zölibat aufzuheben.

Priester „hat nur eine Braut: die Kirche“

Mütter von Priestern brechen Lanze für den Zölibat
Mütter von Priestern brechen Lanze für den Zölibat

Nur eine Woche vor Bekanntwerden dieser neuen Polemik gegen den Priesterzölibat, der persönliches Fehlverhalten ausklammere und „Schuld“ nur in strukturellen Fragen zu erkennen glaubt, hatte Papst Franziskus die Priester zur „erneuerten Treue“ aufgefordert. Denn der Priester habe nur „eine einzige Braut: die Kirche“.

Der Brief der Geliebten von Priestern, war dem Papst zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt. Beobachter deutete dieselbe Wortwahl als absichtlich, um deren Forderung zurückzuweisen. Eine Zurückweisung der indirekten Art, wie sie Papst Franziskus vorzieht, wenn er heikle oder umstrittene Themen anspricht.

Zweideutige päpstliche Signale?

Papst Franziskus wäre nicht er, wenn er zu dieser Frage nicht auch zweideutige Signale ausgesendet hätte. So beim jüngsten Interview, das er  im vergangenen Juli dem Atheisten Eugenio Scalfari gewährte. Auf die Frage nach einer Zölibatsaufhebung habe der Papst geantwortet: „Die Lösungen werde ich finden“. Der Konjunktiv ist zwingend, da inzwischen bekannt ist, daß Scalfari die Antworten selbst formuliert und daher – offensichtlich absichtlich – die Frage offenbleibt, was Papst Franziskus genau gesagt hat. Beim jüngsten Interview „spielte“ Scalfari zudem mit geöffneten, aber nicht geschlossenen Anführungszeichen, die eine genaue Identifizierung der dem Papst zuzuschreibenden Aussagen zusätzlich erschwert (siehe Auch Kardinäle unter Pädophilen? „Finde Lösung“ zur Zölibatsabschaffung? – Neues bizarres Papst-Interview mit Scalfari).

Tatsache ist hingegen, daß sich im Kreis der „Papstmacher“ beim Konklave Verfechter einer Zölibatsaufhebung befinden. Zu ihnen zählt der brasilianische Kardinal und ehemalige römische Kurienpräfekt, Claudio Hummes aus dem Franziskanerorden (siehe Die Geisteswelt eines „Papstmachers“: Homo-Ehe, Zölibat und Frauenpriestertum). Tatsache ist auch, daß die innerkirchlichen Gegner des Zölibats Druck auf Papst Franziskus ausüben (siehe Missionsbischof Kräutler: Um Priesterberufungen beten? „Da mache ich nicht mit“)

Priestermütter reagieren auf „falsche Opferrolle“ von Konkubinen

Eindeutig für den Zölibat haben nun Mütter von Priestern und Seminaristen Stellung genommen. Sie haben sich  gegen eine „falsche Opferrolle“ von Priesterkonkubinen und eine fälschlich behauptete „Diskriminierung“ zu Wort gemeldet. Die Frauen und Mütter wollen mit ihrem Brief, Papst Franziskus in seiner Bekräftigung des priesterlichen Zölibats unterstützen und „Zeugnis“ ablegen für die Bedeutung des Zölibats „auf dem Weg zur Heiligkeit“ für ihre Söhne, Brüder und geistlichen Söhne. Die Unterzeichner stammen aus Spanien „und anderen Ländern“. Die Idee sei als „Reaktion“ auf den Konkubinenbrief entstanden, der auch von einigen Spanierinnen unterzeichnet worden war. Mit ihrem Schreiben wollen die Mütter gegen eine „einseitige“ Darstellung des Zölibats Stellung nehmen.

Infovaticana veröffentlichte den Brief der Priestermütter vollständig.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Infovaticana

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25 Comments

  1. Der Brief der Priestermütter ist eine sehr gute Sache und hochnotwendig.

    Im übrigen sollte außerdem bedacht werden, welche Auswirkungen es hat, daß oftmals der (Krawatten)Priester in der Öffentlichkeit gar nicht als solcher erkennbar ist. Wie kann eine junge Frau wissen, daß sie mit diesem Mann nicht flirten sollte? Es war bisher für das Mädchen eine Warnung und für den Priester ein gewisser Schutz, ganz abgesehen davon, daß er als erkennbarer Priester anders mit den Menschen ins Gespräch kommen kann.

  2. Prinzipiell gut und wichtig, allerdings ist die Argumentation, wie sie hier resümiert wird, angreifbar: „“Zeugnis“ ablegen für die Bedeutung des Zölibats „auf dem Weg zur Heiligkeit“ für ihre Söhne, Brüder und geistlichen Söhne…“ -
    Da wird natürlich die andere Seite mit Recht sagen: Warum kann man nicht auch verheiratet heilig werden?
    Was mir fehlt ist das Bekenntnis dazu, dass der Priester ja nicht für sich selbst den Zölibat braucht, sondern dass wir den Priester als Zölibatär brauchen. In der vorliegenden Argumentation wird leider die selbstbezogene Sicht des Priesters nicht verlassen. Schade.

    Niemand lebt sich selber oder der eigenen Heiligkeit.

    Ehefrau bin ich nicht für mich, sondern für den Mann. Mutter bin ich nicht für mich, sondern für das Kind. Priester ist einer nicht für sich, sondern für die Kirche. So wird ein Schuh draus.

    Diese Konkubinen der Priester sind gnadenlose Egoistinnen: wenn sie den Mann wirklich lieben würden – und die Priester sollten viel mehr geliebt werden von uns allen – würden sie alles tun, um ihn in seinem zölibatären Priestertum zu stärken, zu bejahen und gerade deswegen ganz besonders zu achten. Eventuelle emotionale Verirrungen – na und? Das betrifft nicht nur Priester – mit denen muss jeder Christ geordnet umgehen! Ich verstehe nicht, warum man das dermaßen überbewertet! Er hat doch ein Versprechen gegeben und das muss er durchhalten. Nichts anderes ficht auch der Verheiratete lebenslang durch. Punkt.

    • Sie schreiben:
      „Diese Konkubinen der Priester sind gnadenlose Egoistinnen: wenn sie den Mann wirklich lieben würden – und die Priester sollten viel mehr geliebt werden von uns allen – würden sie alles tun, um ihn in seinem zölibatären Priestertum zu stärken, zu bejahen und gerade deswegen ganz besonders zu achten. Eventuelle emotionale Verirrungen – na und?“

      Nein, dazu sind sind diese Frauen nicht bereit. Sie sind, wie Sie schon erwähnten, egoistisch und denken nur an sich.
      Sie bringen einen Priester in Bedrängnis, seine innere Not nehmen sie in Kauf.
      Vielleicht tut es sogar ihrem Ego gut, wenn sie ihn straucheln sehen.
      Eine Frau, die einen Priester wirklich liebt, nimmt ihre eigenen Bedürfnisse zurück, auch wenn es weh tut.
      Dass ein Priester in einen Zwiespalt geraten kann, kann ich nachvollziehen.
      Weiß er sich berufen, wird er zu Christus zurückkehren können.
      Wenn nicht, sollten wir ihn, so glaube ich, ziehen lassen.
      Ob und wie Papst Franziskus auf den Brief der Mütter reagiert, darauf darf man gespannt sein.

      • Das scheint ein neuer „Sport“ zu sein, sich einen Priester angeln zu wollen. Wer das Zölibat bricht, das er als Versprechen gegeben hat, hat viel Kredit verspielt, um es freundlich zu formulieren.

      • Wichtig wäre hier, mal ganz neu über die Liebe nachzudenken. Was ist denn so abwegig daran, dass man ohne jeden sexuellen Anspruch liebt? Das ist doch sowieso der christliche Normalfall.
        Uns Christen ist doch übernatürliche Liebe zueinander versprochen – ich finde das viel viel schöner als Sex und vor allem haben darin Eifersucht, Besitzgier auf die Person und Macht über den anderen keinerlei Raum. Der andere gehört ganz und gar IHM und ich darf denjenigen kennen und lieben und mich selbst als ein ebenso freies Königskind sehen. Das ist schön!
        Der Priester (und Ordensleute, prinzipell auf lange Sicht aber auch Eheleute) stellt das dar – das ist ein Geschenk, das man nicht hoch genug schätzen kann.

      • Ralph, ich denke, es gibt Ladies, die legen es geradezu darauf an, einen Priester in Konflikte zu stürzen.
        Würden sie wahrhaftig lieben und spüren, dass er nicht für sie, sondern im Grunde für den Herrn leben möchte, würden sie nicht klammern, sondern loslassen.
        Weil sie zu erkennen fähig wären: Ein wahrer Priester gehört nicht ihnen.

    • Dass auch dieser Text nicht vollkommen ist, mag man doch mit Milde nachsehen. Er ist eben ehrlich und neudeutsch gesagt „authentisch“.

  3. Bergoglio wird das Schreiben dieser Frauen ziemlich kalt lassen. Er hat sein Programm abzuarbeiten, das er von seinen (Logen?)-Oberen aufgetragen bekam, und dazu gehört nun mal die Zerstörung der Kirche von innen her. Die Zerstörung der Heiligkeit der Ehe, die auf der Agenda der kommenden Bischofssynode steht, korrespondiert konsequenterweise mit der Zerstörung des Heiligen Zölibates, da sich beide bedingen und ergänzen: Aus heiligen Familien kommen heilige Priesterberufungen, heilige Priester stützen um Heiligkeit ringende Familien. Stürzt das eine, fällt das andere, das wußten die Feinde der Kirche seit jeher, denen der Populist Bergroglio um jeden Preis zu gefallen sucht. Für die Abschaffung des Zölibates kann er sich des frenetischen Beifalls der Hölle sicher sein, und seine Höllenpriester werden dieselben schmutzigen „Ehen“ führen, wie der Großteil unserer heutigen wohlstandsverwahrlosten Spaßkatholiken.

    • Es wurde gesagt. Das ist der Punkt. Der Ignorant Bergoglio ist nicht das Thema. Dieses Pontifikat ist für mich „abgehakt“.

  4. Ich fürchte catholicus hat Recht.
    Früher gab (leider muss man sagen gab) einigen Schutz vor den egoistischen Begehrlichkeiten andrere, die Soutane, der Priesterkragen, der Ehering und auch die nicht-aufreizende Kleidung von Frauen. Viele heutige Frauen entwürdigen sich selbst durch ihre häßliche Teilbekleidung. Wieviele sind Schuld an Vergewaltigungen, an Mißbrauch??? Schutzzäune sind gefallen, niemand achtet mehr das lebenslange Versprechen anderer. Mit einem absolut egoistischen „ich will aber“ wird trotzig gegen Gott gehandelt, da hätte man als Täterin schon an seinem schlechten Gewissen zu leiden, aber sich noch in der Opferrolle zu fühlen ist pervers.
    Ihr Konkubininnen lasst euch gesagt sein, der gottgeweihte Priester hat eine hohe Berufung, ihr zieht ihn in den Abgrund des sündigen Konkubinats, so etwas kann niemals Liebe sein! Ihr Gemeinden und Familien stärkt Eure Priester, ladet sie ein in die Familien, lasst nicht zu, dass sie sich einsam fühlen und der Versuchung durch eine drängende Frau nachgeben, ihr Familien erzieht eure Kinder so, dass sie niemals in eine Ehe, in eine Priesterberufung eindringen!

    • Naja…die Kleidung hat noch nie vor etwas geschützt! Vergewaltigt wurde auch im Kartoffelsack – da machen Sie sich was vor. Wie kommt es dann, dass vergewaltigten Frauen oft noch von der Polizei vorgeworfen wurde, sie hätten einen langen Rock getragen und besser eine hässliche Hose tragen sollen – nee, das ist mir zu willkürlich. Kleidung ist nun mal eine Sache der Konvention einer Kultur und einer Zeit – das wandelt sich. Wobei eine erkennbare Priesterkleidung schon richtig ist. Im übrigen wundere ich mich, dass Sie nicht sehen, wie sehr auch junge Männer sich aufreizend anziehen. Wenn Ihnen so ein Herr in der Tram mal seinen knackigen Hintern in Boxershorts ins Gesicht hielt, weil seine Hose immer drüber glitt, dann wissen auch Frauen nicht, wohin sie schauen sollen… Aber auch das ist kein neues Thema. Gerade im späten Mittelalter waren es v.a. die Männer, die sich unglaublich obszön anzogen…
      Und immer hat man sich daran abgearbeitet, als sei das der Dreh- und Angelpunkt. Man geriet ins andere Extrem, die Welt aber wandelte sich dadurch nicht und dann wieder zurück in die Obszönität…
      Dass Priester das schlimmste Hurenleben leb(t)en, auch und vor allem unter der Soutane, ist auch eine historische Tatsache. Das war jahrhundertelang eine reine Katastrophe. Bis hoch zu den Päpsten wurde das übelste Lotterleben geführt – natürlich alles in korrekten Gewändern. Ich sage nur: 14./15. Jh!

      Wie schreibt ein Prophet im AT: „Zerreißt eure Herzen – nicht eure Kleider!“
      Ich fürchte, auch wir werden darum nicht herumkommen.

      • @Zeitschnur:

        Ich weiß sie schreiben gerne, aber hier würde ich der Vorrednerin vorbehaltlos Recht geben, um die ganze Sache nicht unnötig zu verkomplizieren!

      • @ dmhg

        Leider schaffen Sie es nicht, meine Argumente zu entkräften und werden populistisch…schade…jaja, das 8. Gebot, offenbar endet die konservative Ethik nach dem 6. Gebot jäh…

      • Mit dem Kommentar der Vorrednerin war schon alles gesagt. Sicher könnte man bei jedem x-beliebigen Kommentar die Kommastelle suchen und alles noch so philosophisch und im Detail kritisieren, aber im Wesentlichen ist es doch die Wahrheit, dass sich durch die Offenheit der weiblichen Kleidung vieles geändert hat im Gegensatz zu früher. Man hat keinen Respekt mehr vor dem eigenen Körper, der ein Tempel des Heiligen Geistes sein soll, entsprechend dem Willen Gottes.
        Und dass viele Priester sich öffentlich nicht als solche zu erkennen geben ist ebenfalls problematisch. Erstens stehen sie damit nicht mehr zu ihrem(ewigen) Amt, zweitens wird potenziellen Frauen nicht mehr signalisiert, dass es sich um einen Priester handelt, für den das Zölibat gilt.

        Kardinal Schönborn, ansonsten streitbar, hat vor einigen Jahren im Österreichischen Fernsehen gemeint, ein Drittel der Bevölkerung Österreichs lebe de facto zölibatär – also wie im Zölibat. Aber gerade bei Priestern wird es dann zum Problem stilisiert, eigentlich unverständlich.

      • @ dhmg

        Es hat nichts mit Philosophie und Kommas zu tun, wenn ich spießigen Hysterien auf die Füße helfen will – die Priesterkleidung ist nicht v.a. wegen dem Sex wichtig, sondern damit man den Priester als Gottesmann (Seelsorger, Helfer, Beichtvater etc.) sofort erkennt. Nur deswegen! Ein Mann ist doch kein Freiwild – auch dann nicht, wenn er obszön gekleidet ist, was heute auch sehr häufig ist!

        Oder geht es in Ihrer Welt so zu, dass man sofort mit einem Typen ins Bett geht, ohne ihn wenigstens zu fragen, was er beruflich macht? Sehr katholisch: „O Verzeihung, hättest du ne Soutane getragen, hätt ich dich nicht abgeschleppt.“

        Das ist ein gewaltiger Schritt, mit jemadnem ins Bett zu gehen, und das passiert nicht aus Versehen! Was für ein Menschenbild haben Sie? Das erinnert mich an das Gerede von den „ungewollten Schwangerschaften“.

        Und auch Ihr bedauernswerter Priester im Straßenanzug hat einen Mund und kann flirtenden Damen klarmachen, dass er Priester ist und gewisse Grenzen hat – so wie man das auch als Verheirateter tut.

  5. Wenn Frauen, die mit einem Priester in einer Partnerschaft leben, einen Brief zum Zölibat schreiben, müsste dieser von den zuständigen kirchlichen Autoritäten beantwortet werden, beispielsweise von der Kleruskongregation (wenn man sich die Mühe denn machen will, jede Diskussion läuft sich ja auch irgendwann tot). Aber wenn sich Mütter von Priester daran machen, eine Replik zu verfassen, empfinde ich das schon als ziemlich unglücklich … als müsse die starke Mutter ihren heiligmäßigen Sohn vor den Verführungen durch das böse Weib beschützen.
    Auch in manchen Postings hier missfällt mir diese Tendenz … die durchtriebene Frau, die den ahnungslosen Geistlichen in die Sünde hineinzieht. Verzeihung, aber Priester sind keine Bubis, sondern erwachsene Männer, und zu einer Beziehung zwischen Erwachsenen gehören halt immer zwei, die darin einwilligen. Die Verfehlung betrifft beide gleichermaßen.

    • Volle Zustimmung!

      Das Thema „Priestermütter“ ist ohnehin ein heißes Eisen – allzuoft hat man den Eindruck, dass eher die Mutter eine Berufung zur Priestermutter hatte als der Sohn zum Priesteramt…

  6. Wenige Wochen vor seinem Tod beklagte ein Priester: „Warum wird in der Öffentlichkeit von Nichtbetroffenen immer wieder der Zölibat diskutiert ? Warum werden wir Priester, die ihn leben, nicht gefragt, warum w i r zölibatär leben ?“ Stimmt genau – Wer keine Ahnung vom geweihten Leben um des Himmelreiches willen hat, sollte besser den Mund halten. Die kirchlich geschlossene Ehe ist ein heiliges von Gott besiegeltes Sakrament, ebenso ist das Priestertum ein heiliges Sakrament. Beide dürfen nicht von Menschenhand verändert oder angepasst werden.
    „Denn sobald das Priestertum geändert wird, ändert sich notwendig auch das Gesetz“.(Hebr. 7, 12)
    ..“Denn es wird bezeugt: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.“(Hebr.7,17)
    Ein junger, frommer, attraktiver Priester wurde von einer jungen Frau gefragt: „Wie machen Sie das mit dem Zölibat ? Was machen Sie, falls Sie sich in eine Frau verlieben und sie heiraten wollen ?“ Der Priester entgegnete: „Ich bete sehr viel, habe Sehnsucht nach Christus und deshalb gar kein Verlangen nach einer Frau.“ Eine priesterliche Berufung in Verbindung mit einem Versprechen/Gelöbnis allein sind keine Garanten für ein gutes Priestertum, sondern einzig Demut und Gebet, Gebet und nochmals Gebet führt zu guten begnadeten Priestern. Dabei ist es nicht nur wichtig, sondern unerläßlich das jeder einzelne Christ immer wieder aufgerufen ist, für gute, fromme und treue Arbeiter im Weinberg des Herrn zu beten. Fehlendes persönliches und fehlendes glaubensgeschwisterliches Gebet kann den besten priesterlichen Willen nicht ersetzen. Priestermangel und Abfall vom weiheamtlichen Priestertum hängen – neben vielen weiteren Faktoren – mit fehlendem Gebet zusammen. Warum wird die ehrenvolle Ansprache „Hochwürden“ heutzutage kaum mehr verwendet ? Warum wird ein Priester mit „Guten Tag“ begrüßt anstatt mit „Gelobt sei Jesus Christus“ – so wie es vor einigen Jahrzehnten noch guter und respektvoller Brauch war ? Heute heißt es bestenfalls „dankeschön“ – früher sagte man „Vergelts Gott“. Priester sind weder Schachfiguren noch Marionetten, irgendwelcher kirchlicher Hierarchien. Priester gehören nicht an den Schreibtisch in die Verwaltung, wie das in Trier leider in mehreren Fällen gehandhabt wird. Priester sind wie der Heilige Pfarrer von Ars in erster und ausschließlicher Linie Seelsorger, die nicht coachen, verwalten oder managen, sondern die Sakramente spenden, Beichte hören, die Eucharistie feiern und für die ihnen anvertrauten Seelen Sorge tragen und die vor Gott eines Tages Rechenschaft dafür ablegen werden müssen. Die ewig fruchtlosen Diskussionen über die Notwendigkeit des Zölibats erübrigen sich, wenn man in der Kurzgeschichte von Werner Schur „Hölle ohne Feuer“ liest: „Der Auferstandene hat gegessen, aber keine Weiber gehabt“, antwortete das Fräulein.

    • Zu dem Zitat: „Wie machen Sie das mit dem Zölibat ? Was machen Sie, falls Sie sich in eine Frau verlieben und sie heiraten wollen?“
      Welcher Single im Laienstand muss sich von Menschen, die er nur flüchtig kennt, immer wieder diese Frage anhören, die sein intimes Leben betrifft? Wahrscheinlich kaum einer, weil es eine Tabu-Frage ist. Einem Priester gegenüber werden die Schranken, die einem konventionellen Gespräch gesetzt sind übersprungen und jede natürliche Höflichkeit beiseite gelassen. Die Frage ist ungehörig und zeugt von Respektlosigkeit und Grobheit. Nach dem Motto:“Jetzt bin ich einmal ganz frech und frage sie ganz offen…“ etc. Der Respekt vor dem anderen (bes. vor dem Priesterstand) und das Bestreben, peinliche Situationen zu vermeiden, sollte uns diese neugierige Fragerei verbieten.

      • Ach, das ist aber doch etwas verklemmt, nicht? Warum soll ein Priester oder sonst wer, der weiß, wo er steht, auf diese Frage nicht auch aufrecht antworten?

        Was soll das sein, dieses „Verlieben“? Ist es dieser illusionäre Wahn über eine Person, dieser Missbracuh eines anderen als Projektionsfläche für eigene Wünsche?
        Man sollte gegen dieses unreife Gefühl in sich selbst immer ankämpfen, weil es grundsätzlich den anderen Menschen missbraucht.
        Liebe jedenfalls sucht immer das Wohl des anderen, das man nicht selbst setzen kann.

      • Eine ehrliche Frage darf eine ehrliche Antwort erwarten und genau das ist es, woran es heutzutage mangelt: Priester, die sich offen zu ihrer Berufung, nämlich zum Beten und zu Gott bekennen und den Menschen dies auch sagen.
        Dieses Gespräch ist keine Fiktion, sondern hat tatsächlich so stattgefunden, weil die Bekannte von mir, den Priester während eines geistlichen Gespräches auf den Zölibat ansprach, nicht weil sie „falsche Absichten“ hegte, sondern deshalb weil sie sich darüber freute,das der Priester zuvor einen wunderbaren, sehr feierlichen und würdigen Gottesdienst zelebriert hatte. Weil aber damals zeitgleich der Zölibat lautstark in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, wollte sie von diesem Priester wissen, wie er denn mit dem Zölibat umgehe, weil doch „alle“ sagen : „Weg mit diesem alten Zopf“….Die junge Frau wollte also lediglich wissen, wie oder ob ein von der Öffentlichkeit immer wieder angeprangertes zölibatäres Leben heutzutage überhaupt möglich ist.
        Ein priesterliches oder geweihtes zölibatäres Leben kann nur mit sehr viel Gebet und dem ehrlichen Bekenntnis zu Gott gelingen. Gott darf nicht in der Kirche versteckt werden. Es muß auch öffentlich – in der Welt – von ihm gesprochen werden. Leider sind wir zunehmend in allen Bereichen von Welt und Kirche von Freimaurern umgeben, wie der folgende Auszug beweist:

        Das Freimaurergesetz Nr. 24 zur Zerstörung der katholischen Kirche lautet:
        „Reduziert die Berufungen zum Priester dadurch, daß Laien die Ehrfurcht vor ihnen verlieren. Ein Skandal eines Priesters in der Öffentlichkeit wird Tausende Berufungen vernichten. L o b t abgefallene Priester, die wegen der Liebe zu einer Frau, alles aufgegeben haben. Nennt sie heroisch, heldenhaft. Ehrt die laisierten Priester als wahre Märtyrer, die so unterdrückt wurden, daß sie es nicht länger ertragen konnten…..“Seid tolerant gegen die Homosexualität bei Priestern. Sagt den Menschen daß die Priester einsam sind“.

      • Wir leben aber nun mal nicht mehr in Zeiten, in denen man „Hochwürden“ sagt. Das hat etwas Gestelztes und Gekünsteltes. Es ist unecht und irgendwie lächerlich unter den gegebenen Umständen – Priester, die in Soutanen herumrennen, flapsig reden, auf Facebook posten und auf charismatischen Events hallelujahampeln und dann wieder die alte Messe zelebrieren – sorry: da würde sich jeder Hochwürden von Anno dazumal im Grab umdrehen.

        Hören wir doch endlich auf, bloßen Sitten nachzutrauern, die man nicht mehr ohne weiteres zurückholen kann in eine völlig verwandelte Lebenswelt!

        Was heute übrigens nach wie vor passt, ist die Anrede „Pater“. Das entspricht auch am ehesten dem, worum es geht. In anderen Ländern war das auch vor 100 Jahren bis heute die gängige Anrede für einen Priester. Man kann es sich auch schwer machen. Und die Deutschen neigen zum Übertreiben…
        Und das „Vergelt’s Gott“ wird auch heute noch viel gesagt, ebenso das „Grüß Gott!“ – aber vielleicht liegt das daran, dass ich im Süden lebe. Mag sein, dass es das andersw nicht mehr gibt…

        Wir leben in einer offenen und freizügigen Zeit. das ist nun mal so – es hilft nichts, darüber ständig zu lamentieren. Der Prister muss mit der Anforderung umgehen, die hier und jetzt an ihn gestellt wird und nicht mit irgendwelchen manirierten katholischen Traumwelten, die dann womöglich noch machtgierige Priestermütter wie eine Bastion um ihn herum aufrichten.

        Stellen wir uns endlich der Realität!

    • Sehr richtig erkannt Regina. Es kommen immer nur die Priester zu Wort, die gern ihr freiwilliges Zölibats-Versprechen brechen wollen. Es wird immer gejammert, wie schwer sie es haben und wie sie leiden….. Dabei könnten die betroffenen Priester sich von ihrem Amt entbinden lassen und zur EKD gehen. Dort herrscht ja das sexuelle „Paradies“ auf Erden mit Erlaubnis von oben.

      Die Massenmedien lassen keine Gelegenheit aus die RKK lächerlich zu machen. Priester fallen zu sehen, ist ihnen ein Genuss. Von Priestern, die tolle Arbeit leisten, über sich hinauswachsen, die nachts um drei geweckt werden, um die Sterbesakramente zu spenden, die in materieller Armut leben, nein von ihnen hört man nichts. Oder höchstens nur, wenn sie in einem dritte Welt Land kleinen schwarzen Kindern helfen.

      • Danke für diese guten Gedanken. Dazu möchte ich noch etwas beifügen. Wenn ein Priester auf Abwege gekommen, sollte man darüber schweigen, auf die Knie fallen und um seine Bekehrung beten und flehen. Wenn genüsslich darüber berichtet – etwa beim Kaffeekränzchen oder am Biertisch, dann kommen alle Dämonen und verfluchten Geister der Verdammten und ziehen diesen armen Menschen noch tiefer in den Sumpf – wenn wir aber beten und stellvertretend sühnen, im inständigen Gebet für ihn eintreten – kommen alle Engel und Heiligen und helfen ihm wieder auf und Gottes Gnade wird ihm Umkehr und Hinkehr zum Herrn gewähren – nicht auf Knopfdruck – das kann sehr lange Zeit gehen – aber ich glaube fest, dass da das Wort Jesu an Petrus auch hier gilt: der Satan hat verlangt, euch zu sieben, wie man den Weizen siebt, ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht wanke – wenn du dann bekehrt bist, stärke deine Brüder.

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