Pragmatisch-konservativ? Oder Logos-vergessen? – Grundsätzliches in Erwartung der Synode

Bischofssynode 2012
Bischofssynode 2012

von Klaus Obenauer

Anlaß

Als ich letztes Jahr zu Mariä Himmelfahrt auf diesem Forum meinen Beitrag „Evangelistischer Franziskus oder ‚papa haereticus‘?“ veröffentlicht hatte, hatte ich anschließend nicht nur ein gutes Gewissen; bis heute nicht. Ob ich nämlich nicht zu früh „geschossen“ habe, und noch dazu auf zu unsicherer Grundlage. Meine Bedenken betreffen dabei nicht die quaestio juris, allerdings die quaestio facti; und die Frage nach der Opportunität; eventuell auch noch die Angemes­senheit in Differenzierung und Nuancierung. – Nun bin ich mir ziemlich sicher, daß mein Beitrag von damals in den Augen vieler über­holt ist durch die Fakten; ebenso meine Bedenken: es genügt der Hinweis auf das letzte Konsistorium (als Ouvertüre zur Bischofssynode). Trotzdem weiß ich mich durch den Scha­den meiner Bedenken klug geworden und sehe mich dazu ver­anlaßt, einen etwas an­deren Gang einzulegen: angesichts einer Fakten­lage, die sicher mehr denn je ei­nen besorgniserregenden Eindruck erweckt (wo­rin ich mit vielen nach wie vor eins bin).

Worum es mir immer noch zu tun ist: das ist nun mal die Personalie Bergoglio (als Papst Franziskus); aber nicht nur für sich, sondern als ein Phänomen, das die Frage aufwirft, ob da nicht ein Exponent eines gewaltigen Stimmungsum­schwungs agiert oder vielmehr eine weit zurückreichende Bewegung ihre wirk­same Speerspitze gefunden hat; und dies natürlich nochmals mit Blick auf die unmittelbar bevorstehende Synode. Da ich es sozusagen im guten probieren will, schicke ich voraus, daß es mir eben nicht um eine Bergoglioschelte zu tun ist, darum, einem Res­sentiment Ausdruck zu geben, das in fehlender Benevolenz alles Erdenkliche ankreidet, wo auch immer man fündig wird. Und so möchte ich vorab erst ein­mal festgehalten haben: Fair und objektiv betrachtet, kann man gar nicht um­hin, eine gewisse Am­bivalenz festzustellen. Da sind die zahlreichen Pre­digten und Katechesen des Papstes, die sehr wohl in die traditionelle Glau­benspraxis einwei­sen, bis­weilen in einer recht herben, hie und da gar etwas martialisch klingenden Spra­che. Hier wird ein Patromonium beansprucht, das als solches gar nicht in Frage gestellt werden soll. Und welcher Gutwillige wird die groß­müti­gen Ge­sten ver­kennen, die ehrli­chen Herzens den Gott, der sich zu uns und un­serem Elend herabgebeugt hat, vergegenwärtigen wollen, welche Ge­sten so viele Herzen an­rühren und dort offensichtlich so viel Gutes bewirken? Mit Blick auf die gewichtigen Bedenken, auf die sich nachstehend der Fokus richten soll, ist somit der kruziale Punkt des Franziskusphänomens diese merk­würdige Ja­nusköp­fig­keit: Zustimmungswür­diges mit Begeisterungspotential und doch so viel An­stö­ßiges in einem!

Hintergründe

Woran liegt das? Nun, ich betreibe keine Bergoglio-Analyse. So halte ich für mich erst einmal nur fest, daß das enorm pastoralistische Gepräge seiner ratio agendi sich trifft sich mit einem für die kirchliche Gegenwart sehr prägenden Grundzug: Pragmatismus. Unter dem für (den späteren?) Jorge Bergoglio typi­schen Evangelismus verbirgt sich ein ziemlich tiefes Miß­trauen gegen die schwerpunktmäßig doktrinale Zugangsweise, zumal da, wo die Theorie darum bemüht ist, unter Abstraktion von der konkreten Handlungssi­tuation Tragweite und Relevanz der Doktrin exakt zu umschreiben. Hinter dem markant argumen­tierenden und auf Trennschärfe bedachten Theologen, der um die doktrinale Reinheit besorgt ist, ersteht ihm daher relativ schnell das Bild des pharisäischen Schriftgelehrten, der den Menschen untragbare Lasten aufbür­det („lebensfern“), um selbst keinen Finger zu rühren (um sich selber kreisend ist er der „spirituel­len Weltlichkeit“ verfallen).

Pragmatisches Denken und Handeln wird gern gegen ideologisches abgegrenzt. Allerdings, pragmatische Orientie­rung entglei­tet schnell zum Pragmatismus: selbst eine, nur zu oft un­ein­ge­stan­dene, Ideologie oder zumindest ideologiean­fällige Einstellung. Und so ist der Gegensatz zum Pragmatismus gerade nicht die ideologische Orientierung, sondern die auf den Lo­gos konzentrierte, die denn auch in Gegensatz wie zum Prag­matis­mus so auch zur ideologischen Orientie­rung tritt. Und Logos-Orientierung ist Wahrheits-Orientie­rung, was hier nicht näher expliziert werden muß. Vielleicht müssen wir auch sagen: die konsequente oder radikale Wahrheitsorientierung, die deren An­spruch alleine gerecht wird. Sie zeichnet sich dadurch aus, daß sie dem Fakti­schen, rein als solchem, keine kriteriologische Bedeutung in der Af­firmation von Sachverhalten mit transempi­rischer Tragweite (wie gerade auch Werturteilen) zu­erkennt. Der heilige Anselm von Canterbury definierte entspre­chend die Wahr­­heit als die „allein im Geist vernehmbare Rechtheit“ („rectitudo sola mente per­ceptibilis“).

Ein sehr weitreichender Verlust der Logosorientierung, ja eine quasi-kon­sti­tu­tionelle Schwäche, dem Anspruch des Logos standzuhalten, ist für un­sere Gegenwart kennzeichnend; in unserer westlichen Welt zunehmendst mehr seit etwa zwei­hundert Jahren. Und was die Geschichte unserer katholischen Kirche und Theologie angeht: besagte Schwäche ist seit den Sechzigern signifikant prä­sent, um freilich schon längst vorher virulent gewesen zu sein. Hand in Hand damit geht die ebenso signifikant grassierende Ideologieanfälligkeit. Auch auf die Ge­fahr hin, in idealtypischer Beschreibung (erheblich) zu verkürzen und zu verein­seitigen: an die Stelle der Argumentation unter Bezug auf einen allseits unbe­stritten vorausgesetzten Geltungsrahmen (Offenbarung und Lehre der Kir­che) und Zuhilfenahme allseits anerkannter Diskursstandards („ad modum scholae“) ist die, sich über ihre Motive nicht hinreichend aufklärende, Option getreten. Argumentative Potentiale werden dabei weitgehend nur strategisch eingesetzt, ge­gen die je andere Option eben (das gute Argument ist jenes, das zielführend meiner Option zur Selbstbehauptung dient). Dieser Subjektivismus in der Option bei rein strategischer Argumentation: gerade das verstehe ich unter ideologi­schem Denken (ohne Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit). – Die­ser Sub­jektivismus in der Option hat eine rechte und eine linke Va­riante: Die rechte Va­riante ist nun einmal von Haus aus eine illegitime Schwester der (unbedingt ge­botenen) Orientierung an der rectitudo, der Rechtheit in Lehre und Disziplin (Orthodoxie und diszipli­narischer Gehorsam). Was sie illegitim macht, ist die uneingestandene Selbst­verwechslung mit dem Maßstab, getragen vom Res­sen­ti­ment jener, die in erster Linie sich von den Linken beleidigt sehen. Man mag sich nicht mehr von dem unterscheiden, wofür man einsteht und streitet. Und so ist man nur zu oft in der Gefahr, die größere Sache gleichzusetzen mit der über­spitzenden Ausdeutung oder einseitigen Akzentsetzung, die von der ei­genen Leidenschaft eingegeben ist. Und dies dann auf Kosten der Sachlichkeit und so der Sache. Diese re-aktive Variante ist nicht die ursprüngliche: die ist die linke, die offene oder so­phistisch geschickt versteckte Verweigerung gegenüber dem verbindlich tra­dierten und autoritativ verbürgten Maßstab. Dahinter steht das zur Krisis wer­dende Geschick einer Zeit, der richtende Maßstäblichkeit überhaupt fremd ge­worden ist, die es mithin nicht leiden kann, gemessen zu werden an einem ein­brechenden Abso­luten, das in Frage stellt, ohne sich in Frage stellen zu lassen; einer Zeit, die überhaupt müde geworden ist, um die Kraft zu jenem Wachsein aufzubringen, das notwendig ist, um sich zu begei­stern für den Anspruch eines An-sich, der nicht in der eigenen kleinkariert mit sich beschäftigten Schläfrig­keit bestätigt, sondern das Interieur des eigenen Er­lebens transzendiert und so relativiert. (Vielleicht etwas zu gewagt: Aber hat nicht der Vorwurf der „Ver­dinglichung“, der gegenüber der Art der Behandlung der Glaubenswahrheiten in der Schul­theologie im großen Stil seit den Sechzi­gern erhoben zu werden pflegt, darin seine tiefere Ursache? Ist es nur Borniert­heit der Rechten, daß sie in „per­sonaleren“ Modellen o.ä. meist nur Verfla­chung sehen können?) Und so kommt es nicht von ungefähr, daß weder Wahr­heit noch Evidenz bzw. Gewiß­heit ihre Zentralstellung behaupten, sondern ab­gelöst wer­den durch die Plausi­bilität („das sagt mir was“). Daß etwas „e-vi­diert“, sich aus sich heraus sehen läßt, ist etwas ganz und gar anderes, als daß es „plau-sibel“, beifallsfähig ist. Und so kommt es mit schöner Regelmäßigkeit dort, wo die Plausibilitätsansprü­che insaturiert blei­ben, zum Gestus der Emanzi­pation, der inzwischen längst eine spießig-liberale Banalität geworden ist. – In unseren Breiten jedenfalls ist inzwischen ein gut Teil der Prälaten weit mehr von diesem Denken in Plausibi­litätskategorien be­fallen als die Theologen. Wo man in bezug auf die zu erhal­tenden Strukturen zwar noch „konservativ“ ist, vor dem Plausi­bilitätspostulat im tiefsten jedoch kapituliert, dort ist man eben pragma­tisch-konservativ (drum gibt es erstaunlich viele „doch noch konservative“ Pfar­rer).

Natürlich muß ich hier einiges voraussetzen: nämlich die Wahrheit jenes An­spruchs, um den es hier insonder­heit geht, den des katholischen Glaubens; ebenso die Zugänglichkeit der Wahrheit dieses Anspruchs wie von dessen Glaub­würdigkeit. Es wird ja hier keine Funda­mentaltheologie betrieben. – An­sonsten steht ja, wie oben angedeutet, die Aversion gegen das Ansinnen, sich auf be­sagten Anspruch konsequent einzulassen, im Kontext der Abneigung ge­gen den Anspruch des Logos-überhaupt. Und da ich nicht den lächerlichen Ehr­geiz hege, gleich eine ganze Kulturtheorie zu ent­falten oder eine philosophische Kairologie mehr oder weniger vollständig zu umschreiben, mag ich mich mit dieser recht schematischen und eigentlich noch zu superfizialen Problemskizzie­rung begnü­gen. Und demnach ist, bis gerade auch in unsere Kirche und die Theologie hin­ein, unsere Zeit extrem ideologiean­fällig, wie sie im Gegenzug extrem logos­fremd ist.1

Aktuelle Gegenwart

Um den Faden nicht zu verlieren: Pragmatismus und Ideologieanfälligkeit gehen Hand in Hand: in ihnen äußert sich Logosmüdigkeit, die zwangsläufig die Orien­­­tierung am Faktischen ebenso mit sich bringt wie den Subjektivismus in der Option. Ein ausgesprochenes Kennzeichen der Logosmüdigkeit ist der Un­wil­le zur Konsequenz: Die Folge-Richtigkeit im Gehorsam gegenüber dem Lo­gos wird abgebogen. Relativ geschickt und doch feige zugleich wird dann gerne denjenigen, die auf der Folgerichtigkeit bestehen, „Konsequentialismus“ ange­dichtet: einige prominente Prälaten schmieden zur Zeit eifrig an dieser häre­siologischen Neokategorie (wohl wissend, was sie im Schilde führen). – Und damit bin ich mit meinem Schnelldurchritt bei der ganz aktuellen Gegen­wart angekommen. Ich will Papst Franziskus selber nichts andichten, zumal Eindeu­tiges immer noch nicht greifbar ist. Aber tatsächlich hat sich seit dem Beginn seines Pontifikats in der Kirche atmosphärisch etwas beträchtlich geändert, und nach meinem entschiedenen Urteil längst nicht nur zum Guten. Bei nur zu vie­len, gerade auch Prälaten in der ersten Reihe, herrscht eine „Aufbruchstim­mung“, die sich dahingehend äußert, es sei Zeit, gerade um der Begeiste­rungsfä­higkeit des Evangeliums willen besonders die überlieferte Morallehre der Kirche in Sachen Ehe und Keuschheit zwar nicht aufzugeben, aber gleichsam in der An­wendung mehr oder weniger zu sistieren (wenn nicht gar doch zu „mo­difizie­ren“). In aller erster Linie geht es zwar um die Pastoral für zivil wieder­verheira­tete Geschiedene, aber der Bogen wölbt sich ungleich weiter. Es ist nun wieder­holt dokumentiert worden (und auch ich habe meinen be­schei­de­nen Bei­trag dazu zu leisten versucht), daß solche Versu­che mit Blick auf die überlieferte Lehre – und da ist ad hoc einiges mehr rele­vant, als man gemeinhin so glaubt – in höch­stem Maße inkonsistent sind oder auch direkt damit kon­fli­gieren. Wer also wirk­lich Treue zum überlieferten Depositum will und zugleich solche „pa­stora­len“ Postulate aufrechterhält, der op­tiert und handelt eben unlogisch, logoswidrig.

Was Papst Franziskus selber angeht: Wie auch andere zumindest schon ange­deutet haben: Denkbar ist schon, daß er darauf setzt, daß der freie Diskurs auf der Synode die überlieferte Lehre und Praxis gerade ins Recht setzt, so daß die Äußerung eines breiten episkopa­len Konsenses wider so manche Er­wartung in andere Richtung dem Reformis­mus (auch in seinen miti­gierten Va­rianten) schluß­endlich das Wasser abgraben wird. Papst Franziskus nähme also, in der Verwe­genheit gläubi­gen Vertrauens, das Risiko einer Bewäh­rung gerade durch die of­fene Diskussion auf sich. Und was auch immer man zu seinem Ver­halten in Er­wartung der Syn­ode sagen mag: in gewisser Weise würde im Falle eines Falles der Erfolg ihm Recht geben. Um der Fairneß willen halte ich dieses Sze­nario, zumindest was die Regie des Papstes angeht, als ein mögli­ches auf­recht. Kann sein, daß es so ist – gebe Gott, daß es so ist, mit glückli­chem Aus­gang so ist!

Und ohne jetzt doch wieder die Absichten des Papstes in Mißkredit zu bringen: daß nur zu viele nicht darauf vertrauen, daß dieses Szenario, noch dazu mit fi­nalem Erfolg, zu­trifft, dafür habe ich schon Verständnis. – Denn, wie dem auch immer sei: Be­sagter atmosphäri­scher Wandel hat nun einmal ein fundamentum in re in der Verkündigung und Programmatik von Papst Franziskus selbst. Man sehe es mir nach, daß ich auf Einzeldokumentation verzichte. Aber viele seiner Wortmel­dungen scheinen in die Richtung eines Evangelismus zu weisen, der im Namen eines „Wesent­li­che­ren dahinter“ die Doktrin zwar nicht negiert, aber so­zusagen markant unterfor­ciert, um sie gar in puncto konsequenter Gel­tendma­chung pro opportunitate zu überspringen. Bekanntlich ist „Barm­her­zigkeit“ ein ganz zen­trales Stichwort. Nicht nur, daß Rigorismus und Doktrinalismus (also un­sach­gemäße Konse­quenz­treiberei) in der Tat Feinde der Freude des Evange­liums sind; es hat viel­mehr den Anschein, als sollte das Insistieren auf der Auto­nomie (dem Eigen-ge­setz) des Doktrinalen (innere Konsistenz, auch im Theorie-Pra­xis-Ver­hältnis) prinzipiell in eine dialektische Spannung zum „Eigentlichen“ des Evan­geliums gesetzt werden. („Wir wollen den Menschen das Evangelium ver­kündi­gen und keine Kasuistik betreiben.“) Je mehr die Dia­gnose ei­ner sol­chen Tendenz zutrifft, desto mehr wage ich folgende Zwischen­bemer­kung: Rom sollte sich hüten vor Raubkopien, die es ganz und gar nicht nötig hat, und be­denken, daß es, die Urbs des Orbis catholicus, nun mal nicht Wittenberg im rauen Germanien des sechzehnten Jahrhunderts ist, da seinerzeit der Gegen­satz von Gesetz und Evangelium „rein gepredigt“ wurde.

Theologische Einordnung

Die Gefahr einer Pseudoprofundität durch entlegene Ausgriffe ist hier sicher groß. Aber wenn ich das Ganze einmal in den Gesamtkontext der großen katho­lischen Dogmatik zu stellen wage, so liegt, wie ich meine, folgende Assoziation nahe: Es scheint wie vergessen, daß in Gott dem Dreifaltigen zwei Her­vor­gänge „verortet“ sind: der des Logos „nach der Weise des Intellekts“ und der des Hei­ligen Geistes als Liebe „nach der Weise des Willens“. Fast wird so getan, als reduziere sich alles auf den sog. zweiten Hervorgang, den der per­son­haf­ten Liebe, auf daß das christliche Kerygma nur von der Sendung des Heiligen Gei­stes als Ausgießung der alles harmonisierenden Liebe zu predigen hätte. Be­zie­hungsweise das Ei­genprofil des ersten Hervorgangs wird nivelliert in das des zweiten hinein (zu Lasten beider), wie die Tendenz nahezu aller trinitätstheolo­gischen Neuansätze seit dem zwanzigsten Jahrhundert dahin geht, Gott als Ge­schehen gegenseitiger liebender Bejahung zu denken. In Wahrheit ist aber der zweite Hervorgang und dessen Verlängerung zur Sendung we­sentlich der „pa­ter­nalis conceptio Verbi“ koordiniert, dem intellekthaften Hervorgang des Logos im Schoße des Vaters und entsprechend der Sendung des Sohnes, die (qua sicht­bare) in der Fleischwer­dung eben des Logos besteht.2 – Die Mißachtung die­ser Zusammenhänge rächt sich. Denn gleichwohl ist wahr: „Verbum cum amore notitia est“ („das Wort ist Kennt­­nis mit Liebe“), weshalb der Sohn nur dort in der Gnade ein­wohnt, wo zu­gleich der von ihm ausgehende Geist der Liebe von der Seele Besitz ergreift.3 Logos ohne Geist und Liebe ist nicht der Logos Gottes, entsprechend ist Gottes Logos nicht un­be­we­gend-kalt. Es gilt aber nicht min­der: „Amor ex Verbi veritatis splendore calor est“: Die Liebe ist die Wärme, die aus dem Glanz des Wahrheitswortes hervorgeht. Ohne Glanz der Wahrheit ist die Liebe nicht echt, nicht Gottes Liebe.4 Alles ist inzwischen so ungemein enthusiastisch, alle „brechen auf“ – aber wo ist denn der Glanz geblieben?

Wollte man alles auf die Lo­gik der Liebe setzen, um die Koordination der Liebe mit dem auf sie unre­du­zier­ba­ren Logos zu übergehen, bloß Liebe als gegensei­tige Bejahung und Har­mo­nie predigen, man predigte nicht Christus; eher ginge so etwas in Richtung Berg­son: aber die Quintessenz des Evangeliums ist kein „élan vi­tal“. – „Das aber ist das ewige Leben, daß sie Dich, den alleinigen wah­ren Gott, erkennen und den, den Du gesandt hast, Jesus Christus. Ich habe Dich klar gemacht über die Erde hin: das Werk habe ich vollbracht, das Du mir gege­ben hast, daß ich es tue.“ (Joh 17,3sq.) Der johanneische Duktus ist völlig ver­kannt, wenn man neo-„schulschlaudumm“ erklärt, „biblisch“ sei Gotteserkennt­nis etwas Praktisches. Denn das große Thema dieses Evangeliums ist die An-Er­kenntnis Gottes, wie Er sich in seinem Sohn zeigt, in ihm offenbar ist: mit der Annahme des Zeugnisses des vom Himmel Gekommenen besiegeln, daß Gott wahrhaftig ist (Joh. 3,31-33). Nach Johannes benennt Jesus vor Pilatus denn auch den Inhalt seiner Sendung so: „für die Wahrheit Zeugnis ablegen“ (18,37). Das „martyreein“ („Zeugnis ablegen für“), und zwar für die Wahrheit, ist Inhalt der Sendung Jesu. Dies ist natürlich nicht exklusiv zu nehmen, wie es hier auch nicht theologisch zu explizieren ist. Diese Selbstbeschreibung Jesu mit Blick auf seine Sendung vor Pilatus paßt nur bestens dazu, daß auch für die Synoptiker der Bewährungsfall christlicher Orthopraxie nicht die Extroversion der Zuwen­dung ist, sondern das, was wir heute eben „Martyrium“ nennen: Christus stand­haft vor den Menschen zu be­kennen mit der Konsequenz, dafür das Leben zu lassen (Mt. 10,16-39 parall.). Idealtypisch vereinfacht und etwas überspitzt ge­sagt: All das andere, die Zuwen­dung zu den Notleidenden, denen am Rande etc., all das ist nur das selbst­ver­ständliche Fluidum, in dem sich die christliche Ge­meinde bewegt, das Zentrum christlicher Orthopraxie hingegen ist ein anderes. Für diese Gedanken (wo sie über den unmittelbaren Schrifttext hinausgehen) be­anspruche ich wirklich keine Ori­ginalität: „Martyria“ als Schlüsselkategorie christlicher Existenz ist ein Leitge­danke der Theologie des Vorgängers des jet­zigen Papstes.

Ich belasse es bei diesen weit ausgreifenden Andeutungen einer programmati­schen Auseinandersetzung. Sie beinhalten eine implizite Kritik an der Verkün­digungspraxis von Papst Franziskus. Implizit deshalb, weil im Rahmen dieser Verkündigung immer wieder problematisch-einseitige, anstößige und tendenzi­öse Aussagen vorkommen, ohne daß der sich andeutende Lapsus eindeutige Griffigkeit hätte; oder das dem Wortsinn nach sehr wohl Inkriminierbare ist kon­textuell erheblich entschärft, so daß die Kritik ihren Gegenstand erst heraus­profilieren muß. Und diese bloße Andeutung einer programmatischen Ausein­andersetzung – mehr ist es eben auch nicht – ist sicher ihrerseits etwas pointiert-zuspitzend. Entsprechend wollen diese Bemerkungen auch kein Ge­samturteil über die Verkündigung des Papstes abgeben, nicht den Stab darüber brechen: sie betreffen nur Tendenzen und Leitmotive, die sicher nicht das Ganze abdecken, jedoch problematisch genug sind, markant heraustreten und dabei ziemlich weit­reichend erschei­nen.

Weil ich trotz meiner Absicht, erhebliches Unbehagen auszudrücken, wie an­fangs gesagt, guten Willen zeigen will, so verzichte ich gerade deshalb darauf, meine pauschal-programmatische Kritik ausführlich an einschlägigen Einzelbei­spielen festzumachen. Auf gut deutsch: Ich will kein „Sündenregister“ anlegen. Nur eins, zwei konkrete­re Hinweise erlaube ich mir noch: 1.) So habe ich ja be­wußt in etwa auf den Ternar Logos – Wahrheit – Martyria gesetzt. Dazu will ich nur klargestellt haben, daß ich Papst Franziskus keinesfalls unter­stelle, ihm lä­gen die ak­tuellen Martyrerschicksale zu wenig am Herzen. Immerhin hat er wiederholt und seit längerem dazu aufgefordert, für die ver­folgten Christen zu beten. Ich zweifle nicht im geringsten, daß das von Herzen kommt. In diese Richtung geht meine Anfrage also nicht. Ich frage vielmehr nach dem Stellen­wert des Martyriums (und seiner Vorstufe: des Bekennertums!) in einem theolo­gischen Gesamtkonzept, das nach meiner Beob­achtung Logos und Wahrheit er­heblich zurücktreten läßt ge­gen Liebe und Praxis (Stichwort „Barmherzigkeit“). Die knappen Ausführungen zum Phänomen des Martyriums unter Nr. 24 von „Evangelii Gaudium“ finde ich daher nicht ganz unberedt. Und natürlich hat dies dann Konsequenzen in der Auswertung der Zeichen der Zeit für das Leben der Kirche, die ganz sicher nicht nach einem aggressiven Konter-Triumpha­lismus rufen, aber einen irenistischen Dialogismus offensichtlich Lü­gen strafen. 2.) „Wahrheit und Martyria“: Wie kann man es eigentlich fertig­bringen, in der Predigt zur Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II „Wahr­heit“ („splen­dor veritatis“!) als eines seiner Leitmotive überhaupt nicht anklin­gen zu lassen?

In Erwartung der Synode

Das Ausgangsstichwort meines kritischen Streifzuges war ja „Pragmatismus“. Hinter solchem Pragmatismus, wir er mir aktuell in Kirche und Theologie wirkmächtig zu werden droht, sehe ich eine gewisse Schwäche, ein Unvermö­gen, dem Anspruch des Logos standzuhalten, d.h. dem Anspruch der manifesten Wahrheit, allem voran natürlich der Wahrheit des sich selbst offenbarenden Gottes. In diesem kritischen Überborden des Pragmatischen gegenüber dem Lo­gischen und Doktrinalen sehe ich auch Reden und Wirken von Papst Franziskus in erheblichem Umfang situiert. Für das Leben der Kirche bedeutet dieser Prag­matismus Pastoralismus, der geneigt ist, mit Blick auf die „Anforderungen“ des „sehr konkreten Lebens, das anders ist“, den Anspruch der Lehre in der konse­quenten Anwendung abzubiegen. In diesem Gefälle liegt auch die akute Gefahr, daß der Imperativ zur Verkündigung des Evangeliums des Heils entgleitet zu einer Ideologie der „Evangelisierung“, die nur zu gern in Stellung gebracht wird gegenüber der Insistenz auf dem Eigengewicht des Doktrinalen (und des Rechts).

Mit Rücksicht auf das, was in Erwartung der anstehenden Synode diskutiert, vorgeschlagen und gar postuliert wird, und zwar gerade auch von namhaften Prälaten, sehe ich als konkrete Gefahr, daß man dem Volk Gottes die wenigstens stillschweigende Zustimmung zur Inkonsequenz abzuringen gedenkt: „pastorale Lösungen“ im Namen der Barmherzigkeit, die mit der bislang vom Magisterium beharrlich vorgetragenen Lehre einfach nicht in Einklang zu bringen sind. Wenn es nach den Köpfen vieler Prälaten und Theologen geht, soll Inkonzinnität zum Prinzip werden; im Kollektiv soll man so eine Art Weichzeichnung der Moral­lehre der Kirche mittragen, die sie paralysiert und am Ende ins Gegenteil ver­kehrt. Und dies unter dem Logo, daß sich „eigentlich nichts“ ändert, wir nur in der Pastoral etwas flexibler werden. – In letzter Konsequenz bedeutet dies aber nichts anderes als: gegen den Logos des Glaubens (der die Sittenlehre umfaßt!) und gegen den Logos überhaupt verpflichten zu wollen; und dies noch einmal gegen den Selbstanspruch des Glaubens, logoshaft zu sein. Letzteres hat das Erste Vatikanische Konzil deutlich herausgehoben: der Glaube ist eine „Gefolg­schaft, die mit dem Verstand in Einklang liegt“ („obsequium rationi consen­ta­neum“), so daß es einen wahren (statt scheinbaren) Widerspruch zwi­schen Glau­be und Vernunft nie geben kann: DS 3009 u. 3017. Nichts Absurde­res aber, als wenn die Instanz für die Glaubensregel es anmahnen will, die Kon­se­quenz in der Befolgung dieser Instanz gerade nicht einzufordern. Hier negiert die leh­rende Kirche Gottes sich selbst und ihren Anspruch. Gegen solches An­sinnen, von uns Absurdes abzuverlangen, Absurdes in unserer Treue zur Kirche selbst, muß aber von vornherein aufs schärf­ste protestiert werden. Hier kann der treueste Katholik wirklich nur „protestantisch“ sein. Nein, das machen wir niemals mit und können wir niemals mitmachen!

Wenn man das, was vielen in maßgeblicher Verantwortung offensichtlich vor­schwebt, zu Ende denkt, so heißt dies: Diejenigen, welche die Treue zum Lehr­amt anmahnen, wür­den marginalisiert, am Ende sogar – als Dissidenten gegen den neuen Kurs der Kon­sensbildung im „Volk Gottes“ – exkommuniziert, we­nigstens praktisch. Eine ekelhafte Gemeinheit im Namen der Barmherzigkeit! Gerade so, im leisetreterischen Gestus der Verständigung, „im gemeinsamen Gehen des synodalen Weges“, machte man sich zum Herrn über unseren Glau­ben, statt zum Diener unserer Freude (vgl. 2 Kor 1,24). Aber hier gilt: „Und ihr: die Salbung, die ihr von Ihm empfangen habt, sie bleibt in euch, und ihr habt es nicht nötig, daß euch jemand belehrt; sondern wie euch seine Salbung über alles belehrt, so ist es sowohl wahr als auch ist es keine Lüge; und so wie sie euch gelehrt hat, bleibt in Ihm!“ (1 Joh 2,27; vgl. Lumen gentium 12)

Nicht ganz ungefährlich, was ich da sage. Denn: Was ist mit den ekklesio­logi­schen Implikationen? Die sind schon etwas intrikat. Allein: Im Unterschied zu einem ökumenischen Konzil ist bei einer Bischofssynode nicht die moralische Gesamtheit des Lehrkörpers, freilich mit dem Papst an der Spitze, versammelt. In bezug auf sie gilt also nicht, was ekklesiologisch unbedingt zu postulieren ist: daß es nämlich von vornherein ausgeschlossen ist, daß die moralische Gesamt­heit des Lehrkörpers der Kirche vom Glauben abfällt, und zwar auch bei der Lehramtsausübung diesseits der Letztverbindlichkeit und so der Garantie der (positiven) Unfehlbarkeit. Was den Papst selber angeht, dessen Bestätigung ei­nem Synodenvotum (laut can. 343 CIC) überhaupt erst Beschlußkraft verleiht, so will ich nun nicht schon wieder das Schreckgespenst „papa haereticus“ be­mühen, sondern mich mit dem erneuten Hinweis begnügen, daß die Lehre der Kirche so etwas keines­wegs sicher ausschließt. Natürlich kann der Papst nicht via Kathedralentschei­dung zum Häretiker werden: das schließt das Dogma ge­rade aus; aber eine sol­che Kathedralentscheidung ist eben auch nicht zu erwar­ten. – Ansonsten ist na­türlich zu beachten: Nicht jedes fragwürdige oder gar schlimme Synodenvotum käme einer förmlichen Zelebration des Abfalls (der Votieren­den!) gleich, einmal vom Problem der Anonymität abgesehen. Analo­ges gilt für das Verhalten des Papstes. – Ganz besonders aber: Das Entwerfen oder Ins-Auge-Fassen solcher Schreckszenarien kann auch zur Warnung dienen: damit nicht passiert, was nicht passieren darf oder, je nachdem, gar nicht passie­ren kann. Denn nehmen wir solches Nicht-passieren-Können für den Fall, für den es eindeutig feststeht, den Fall feierlicher Lehrentscheide: Es besagt keinen einge­bauten Blockierme­chanismus, sondern den garantierten Geistbeistand, der in unbedingter Verläß­lichkeit verhindert, daß das eintritt, dessen Nicht-Ein­tritt durch Gottes Verheißung verbürgt ist. Und zur konkreten Weise, wie Gottes Heiliger Geist sich geltend macht, gehören auch Warnungen.

Schluß

Damit zum Schluß: Ich versichere: Zu keiner meiner Stellungnahmen (auf die­sem Forum) habe ich mich so aufraffen müssen wie zu dieser, was man meinen verschlungenen Ausführungen hoffentlich nicht allzusehr anmerkt. Warum habe ich mir trotzdem die Mühe gemacht? Weil ich die kühne Hoffnung hege, daß meine Ausführungen, die ich mir abgerungen habe, auf irgendwelchen was-weiß-ich-welchen Umwegen doch noch was bewirken. Und sollten meine Aus­führungen tatsächlich auch zu solchen Bischöfen vordringen, die sich der über­lieferten Lehre treu verbunden wissen, so möchte ich sie aufrufen: Wenn der Papst tatsächlich und wider alle Hoffnung (!) Postulaten, die mit der überlie­ferten und hoch- bis höchstverbindlichen Lehre nachweislich unver­einbar sind, Raum geben sollte (!), dann müßt Ihr ihn stellen, dann müßt Ihr ihm entgegentreten: gleich, ob Ihr physisch präsent oder nur Zaungäste seid. – Nach meinen wieder­holten Ausführungen im Zusammenhang „Papst – Synode – Wiederverheira­tetenfrage“, von denen dies jetzt die fünfte Stellung­nahme ist, muß ich es mir nicht gefallen lassen, wenn man meine Einlassungen mit der Bemerkung abtun will, hier mache sich jemand zum Sprecher derer, die nur eine Sorge haben: daß ihr „Weltbild einstürzt“. Diese perfide Kategorisie­rung, die sich eben auch dem Logos verweigert, hat sich schon mit Blick auf meine Aus­führungen in den letzten Beiträgen erübrigt. Natürlich „muß sich was bewegen“: doch bloß wo und in welche Richtung. Mit spektakulären Abriß­unternehmungen ist gar nichts gewonnen. – Und so hoffe ich ganz besonders auf solche Bischöfe, die mein An­liegen teilen, meinetwegen den Papst nicht ausge­schlossen. Wenn jemand sich die Mühe macht wie ich und offen artikuliert, was viele andere Katholiken, die ihrer Kirche treu verbunden sind, auch bewegt, dann sollte das zu denken geben. Nochmals, was den Papst angeht: dem will ich wirklich nicht böse. Ich weiß nur nicht, was ich von all dem halten soll – und das bereitet mir große Sorge. Und das ist alles.

Dr. theol. Klaus Obenauer ist Privatdozent an der Katholisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn.

Bild: Paoline

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Zuwendungsübersicht
  1. Einzelbelege halte ich nicht für angebracht. Ich weise nur darauf hin, daß Gedanken mit ähnlicher Stoßrichtung bereits von nahm­haften Religions­philosophen und Theologen im deutschen Sprachraum vorge­tragen wurden, die deshalb mit mir längst nicht in allem, zumal in der konkreten Anwendung, übereinstimmen bzw. mir zugestimmt hätten. Stellver­tretend er­wähne ich nur Bernhard Welte oder Hansjürgen Verweyen. []
  2. Vgl. hl. Thomas, Summe I, 27,3 ad3; III, 7,13. []
  3. Vgl. hl. Thomas: Summe I, 43,5, bes. ad2. []
  4. Der heilige Bona­ventura, der große Theologe der Liebe, zieht als entferntes Gleichnis für die Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist in der einen Gottheit die Einheit von Kraft („vigor“), Glanz („spendor“) und Wärme („calor“) in der einen Sonne heran: In Hex. XXI,2 (Op. Omnia V,431). []

15 Comments

  1. Danke, Dr. Obenauer! Gestern noch dachte ich an Sie, las den letzten Text auf diesem Forum erneut und fragte mich, wie Sie die neueren Entwicklungen wohl sehen. Umso erfreuter war ich heute schon Neues von Ihnen lesen zu können. Ich bin kein Theologe und manchmal fällt es mir etwas schwer Ihnen zu Folgen, aber in ihren tastenden Formulierungen erkennt man das ehrlich-besorgte Bemühen ohne Polemik die aktuellen Entwicklungen dieses Pontifikates kritisch zu beleuchten und Ihrer, von mir geteilten, Besorgnis Ausdruck zu verleihen. Mir helfen Ihre Schriften sehr in der Kritik am derzeitigen Pontifikat „auf dem Teppich zu bleiben“ ohne in lammfromme, kritiklose Gefolgschaft abzurutschen. In dieser Hinsicht sind Sie mir eine große Hilfe, da ich mich sonst zwischen dem überwiegenden, allgemeinen Jubel und der, wenn auch selteneren Schmähkritik am derzeitigen Papstes ziemlich allein gelassen fühle. Vergelts Gott!

  2. Vielen Dank für diesen sehr sorgfältigen und seriösen Beitrag auf hohem Niveau. Als einfach gestrickte Seele habe ich wenig Fiduz in Ihren frommen Wunsch: „dann müsst ihr ihn stellen ihm entgegentreten…etc“. Ob das bei diesem Menschen -salvo honore- überhaupt ankommen würde, ob nicht lieber ein Fussballspiel initiiert würde oder Verbannung und Vertreibung oder gar Verdammung erfolgen würde – ich weiss es nicht. Aber punkto Sicherheit halte ich mich an den weisen Rat eines alten Mönchs – ich hoffe das Beste und bin auf das Schlimmste gefasst. Doch eine metaphysische Wahrheit tröstet immer: die Gesetze der Biologie gelten nicht nur für mich. Denen – o grosser Trost – sind alle unterworfen nicht nur meine Wenigkeit. Sit nomen Domini benedictum et superexaltatum in saeculorum saecula!

  3. Was hier mit „Logosvergessenheit“ umschrieben wird, liegt m.E. in der Aufgabe der Differenz von Natur und Gnade/Übernatur, die die klassische scholastische Theologie durchweg allen ihren Überlegungen zugrunde gelegt hat.

    Diese Differenz ist nicht gegensätzlich zu denken, sondern markiert, dass es eine Grenze in der Ähnlichkeit zwischen Gott und Mensch gibt. Die Neuzeit hat sich jedoch früh in dieser Differenz gerieben: Man wähnte, seiner Natur dadurch beraubt zu werden, dass sie erst in der übernatürlichen Formung die Potenz zur „Vergöttlichung“ bzw. zur christlich verstandenen Personwürde entfalten könne. Man stellte sich vor, man könne den übernatürlichen Ballast einfach abwerfen und wie das Tier in seliger Natürlichkeit vegetieren, die Frage nach Gott, nach den letzten Dingen einfach ausblenden, denn man lebt ja doch nur einmal und der Blick über die Grenzen dieses Lebens hinaus sei ohnehin nicht vernünftig möglich.
    Die Theologie zog schnell nach und verrechnete das Übernatürliche zurück ins Natürliche. Zuhilfe kam einem die Definition des 4. Laterankonzils: „Inter creatorem et creaturam non potest similitudo notari, quin inter eos maior sit dissimilitudo notanda – Zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf kann keine similitudo beobachtet werden, wenn nicht zwischen ihnen eine größere Unähnlichkeit beobachtet werden kann.“ Jeder halbwegs gebildete Modernist kommt mit diesem schlauen Spruch daher: Gott ist uns gewissermaßenmaßen in jeder Hinsicht stets ferner als er und nah ist.
    Ergo können wir auch das, was Sie als „logos“ bezeichnen – den Logos Gottes, den Sohn, das ewige Wort, v.a. aber die Treue zu sich selbst, den Ausschluss jeglichen Voluntarismus, die Verlässlichkeit, die Logik, die vernünftige Struktur nicht weiter festhalten. Denn da Gott ja soviel ferner als näher ist, so viel unähnlicher als ähnlich, muss man gewissrmaßen mit allem rechnen. Diesem Denken fehlt nicht nur der Logos, sondern auch die Liebe. Sagt nicht Jesus: Wo doch selbst ihr, die ihr böse seid, euren Kindern nicht Steine gebt, wenn sie um Brot bitten, wieviel mehr wird der himmlische Vater etc.“
    Der versteckte bzw. uneingestandene Volutarismus, den man stets auch Gott zuschreibt, sobald einer mit irgendeiner konkreten Definition argumentiert, dies aber schon lange, auch in Konzilsdokumenten schlummert das, auch bei dem von Ihnen mit dem „splendor veritatis“ hervorgehobenen Johannes Paul II. -je nach Themenbereich (!) – und darin ähnelt Bergoglio ihm frappierend, dieser versteckte Voluntarismus schlummert wie ein stets sprungbereites Raubtier in der theologischen Debatte. Man argumentiert auf zwei Ebenen. Ebene 1: die Lehre der Kirche – klar, die wird nicht angerührt, sie gilt, aber sie wird unter Topsecret und in den Hochsicherheitstrakt des Mega-Tabus eingekastelt. Wer es wagt, davon etwas herauszukramen und auszusprechen, der ist einer, der nicht begreift, dass die dissmilitudo Gottes doch sooooooooo viel größer ist als jede similitudo zu unserem Denken und Meinen.

    • Forts.

      Man verlegt also die trennscharfe Formulierung der Lehre ins Tabu und erlaubt – wegen der dissimilitudo Gottes zum Menschen – nur noch den verwaschenen Nachhall der Lehre. Eben das, was Paulus meint, wenn er schreibt, man erkenne die Unsichtbarkeit Gottes im Geschaffenen, aber eben nur schemenhaft, undeutlich, man kann sich dabei auch irgendwie irren, spitzfindigerweise könnte man weiß aus Versehen für schwarz gehalten haben… Das, was Paulus da meint, bezieht sich aber auf den natürlichen Menschen – der übernatürlich umgestaltete bzw. prozesshaft auf dem Wege der Umgestaltung begriffene Geist aber erkennt scharf aufgrund des Offenbarten, das mithilfe der Vernunft grundsätzlich erschließbar erweisen muss – das besagt die definition des Vaticanum I! Denn andererseits versuchte und versucht der selbsternannte Traditionalismus die Vernunftkompatibilität damit abzuschmettern, dass er dem Fragenden das Wort abschneidet mit einer Vulgarisierung der Lehre in einen ebenfalls voluntaristischen Pragmatismus hinein, dem es genügt, wenn eine voluntas ordinata erfüllt wird, die zum Zwecke der Traditionsgründung überhaupt so erst erfunden wird. man kann auch hier im Forum dafür wahrhaft grauenerregende Beispiele finden und ich habe Verständnis für jeden sensiblen und vernünftigen menschen, der die Flucht vor solchem „Traditionalismus“ ergreift. Das Offenbarte wird heruntergebrochen auf das Groberaster stammtischlerischer Vorurteile, die man ein wenig religiös gefirnist hat. Motto: Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wieder haben! es soll wieder alles so sein wie früher – bloß: wie war es denn früher wirklich?

      Noch mal zurück zur dissimilitudo Gottes: der Satz des 4. Laterankonzils hat eine logische Fallgrube. Sie liegt an der Kontradiktion, die in ihr verborgen ist. Denn wie soll man etwas wahrnehmen können, das man doch per definitionem gar nicht wahrnehmen kann? Ich kann Gott nur über die Analogie (similitudo) des Geschaffenen zum Schöpfer erkennen – auch im Offenbarten. Wie aber soll ich „wahrnehmen“, dass Er NICHT analog (dissimilitudo) zu denken ist? Und dies noch viel mehr, als Er in der Analogie zu erkennen ist?!
      In der summa theologiae wird dies im 1. Buch stellenweise auseinandergelegt, aber von diesem Denkansatz hat man sich ja verabschiedet!
      Man folgt Kirchenvätern wie Johannes von D., die Thomas deutlich abwehrend referiert: „De Deo non possumus scire quid est, sed solum quid non est, ut dicit Damascenus“ (s.th. I, q. 2) – „Von Gott können wir nicht wissen, was er ist, sondern nur, was er nicht ist, wie der Damaszener sagt.“

      Ich fürchte, der breite Weg solcher Sätze ist der, auf dem sich das „Volk Gottes“ seit mindestens 200 Jahren dahinwälzt. Das Lehramt bildete lange eine Bastion. Davon kann seit dem Vaticanum II. keine Rede mehr sein.
      Ich kann daher Ihr grenzenloses Vertrauen, dass im Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes inbegriffen sei, dass er nicht häretisch werden könne, nicht teilen.

      • …Und zwar insofern nicht, als ein Papst häretisch werden kann, ebenso wie ein Konzil – wieso nicht? Gott manipuliert doch nicht den freien Willen!

        Das Dogma besagt etwas anderes: Ein Papst darf nicht die Häresie einführen aufgrund seiner Macht. Widerspricht einer plötzlich fundamentalen Glaubenssätzen, dann ist er nicht der Papst. Es ist unsinnig, dabei zwischen ex cathedra-Entscheidungen und sonstigen lehrenden Äußerungen zu unterscheiden. da würde man ja ein schizophrenes Denken züchten, das wieder dem Voluntarismus zugehört: solange ich niederschwellig lüge, ist es okay, bloß wenn ich ex cathedra lüge, wirds ein problem – das wollen Sie doch nicht im Ernst sagen?! Andererseits ist dem Gottesfürchtigen der Beistand des Heiligen Geistes gewiss! Aber nur ihm!

        Dass solche Problematiken schwer lösbar sind auf der rechtlichen und administrativen Ebene, ist klar. Ich war gerade in Konstanz in der Ausstellung über das Konzil 1414-18 – an diesem Beispiel kann man ja lernen, dass nach Jahrzehnten der vakanten sicheren Lehrautorität nur mit letzter Not eine Lösung gefunden werden konnte. Ich denke, wir sind in keiner unkomplizierteren Lage! Auf diesem Konzil wurden die falschen Päpste sehr wohl, auch aufgrund ihrer falschen Papstschaft als Häretiker verurteilt. Allerdings hatten sie zuvor keine Irrlehren verkündet, wie wir das seit dem Konzil ja erdulden müssen. Das war insofern unkomplizierter. Aber man sieht, dass es in unserem Fall eine ähnlich schwierige Lösung geben wird. Und am Ende wurde auch dort dann über den „Papst“ gerichtet – nd zwar nicht von einem anderen Papst – weil deben das ja nicht funktionierte!
        Ihr Wohlwollen für einen offensichtlich irrlehrenden Papst (denn was soll denn das „Anstößige“, von dem Sie immer wieder reden, anderes sein?) ist unlogisch: bis heute gilt, dass wenn einer nur einen falschen Satz lehrt, den er starrsinnig beibehält, dass er dann ein Irrlehrer ist. Das verlangt die Logik. Man kann eine ganze Lehre ja nicht teilen in wahre und falsche Teile. So ist auch im weltlichen Recht jeder Vertrag, der nur eine falsche Klausel enthält, insgesamt ungültig.
        Auch dieser letzte Hinweis meinerseits ist heute fraglich – man hat auch hier den „Logos“ aufgegeben. Das wäre auch meine Kritik an Ihrem Versuch, sich um eine definitive Beurteilung herumzudrücken. Sie wollen fair bleiben, das Kind nicht mit dem Bad ausschütten. Dieses Motiv ist aber nicht immer klug, sondern allzu oft trägt gerade dieses „Zieren“ nur zur Verkomplizierung einer ohnehin schon verworrenen Lage bei. Verzeihen Sie mir diese kritische Anmerkng. Ansonsten bin ich Ihnen dankbar, dass Sie als einer der wenigen „konzilskirchlichen Theologen und Priester es wagen, überhaupt diese dringend notwendigen Gedanken in die Runde zu werfen. Wirklich – vielen Dank!

  4. Wenn die Synode unwidersprochen an der katholischen Morallehre etwas ändert, ist die Kirche so geworden wie ihre Gegner es ihr vorwerfen, nämlich ein scheinheiliger Verein!
    Zu den vielen Kritiken an der Kirche, die man nur mit dem Hinweise entkräften kann, dass „die Kirche der Beichtstühle sich von niemandem belehren lassen muss, was Sünde ist!“ gehört ja gerade das „Wasser predigen und Wein trinken“.
    Wie gesagt keine Synode der Welt und kein Papst der Welt, kann definieren, dass Gutes böse und Böses gut ist.

    Ihrem Schlusssatz:
    „Ich weiß nur nicht, was ich von all dem halten soll – und das bereitet mir große Sorge. Und das ist alles.“

    kann ich mich nur anschließen.

  5. Ein hervorragender Artikel.

    Tibi Christe splendor Patris


    Collaudamus venerentes Omnes caeli milites:Sed praecipue primatem Caelestis exercitus, Michaelem in virtute Conterentem zabulum.

    (Hymnus v. Erzengel St. Michael)
    („Florilège grégorien“ der Abtei v. Fontgombault (FR)- 1991/ Ein Meilenstein bei dem breiten Revival der Gregorianik und für die Tridentinische Liturgie)

    • Da ich Ihre Beiträge -und die der anderen- immer lese und natürlich auch verstehen möchte, würde ich Sie gerne noch einmal an meine Bitte erinnern zwecks Übersetzung.
      Danke!

      • Hochgeachte Marienzweig,
        Es handelt sich um den Hymnus im Vigil des Festes des Erzengel St. Michaels am 8. Mai.
        “ Dir Christus, Glanz des Vaters, stehe unser Leben und der Mut unseres Herzens zur Verfügung…
        (2. Strophe): Wir loben in Verehrung alle Soldaten des Himmels: aber besonders den Ersten des himmlischen heeres, Michael, der mit Festberadenheit (Tugend, Mut) den Zabulus (Diabolos, „Durcheinanderbringer“) zerbröselt“.
        Dieser Hymnus wurde von dem fränkischen Mönch, Abt und Bischof v. Metz Hrabanus Maurus, dem „Lehrer Deutsschlands“(praeceptor Germaniae) gedichtet Ende des 8.-Anfang des 9. Jahrhunderts.
        Mit einer wunderbaren Melodie versehen prägte dieser Hymnus sehr stark das christliche Hoch- und Spätmittelalter , wurde in der Renaissance auch bearbeitet v. Orlando di Lasso und v. Thomas de Vittoria.
        Der Anruf des Erzengels St. Michael am Ende jeder Messe war vielen Potentaten ein Dorn im Auge; im Rahmen der Umstrukturierung bei der neuen Messe fiel dies weg.
        Mein Liber usualis (datiert 1953/1962) gibt einen textlich andren, jedoch sehr ähnlichen Hymnus: Te Christe splendor Patris…
        (Allein schon das Zuhören dieser inzwischen fast total vergessenen Hymnen (ich denke auch an : Te Joseph celebrent…“ für St. Joseph) z. B. auf Youtube bei Giovanni Vianini(Schola gregoriana mediolanensis)(Mailand) macht schmerzhaft deutlich wieviel elementar Wichtiges weggefallen /entfernt worden ist.
        Gregorianik ist äusserst wichtig, wie der Hl. Papst Pius X wußte und dekretierte: es ist nicht nur schön, anziehend, bekehrend, sondern es ist gesungenes Gebet und darüber hinaus tiefe Theologie.
        Wahrscheinlich bin ich sehr altertümlich aber persönlich habe ich immer viel besser und direkter verstanden was die gregorianische Texte (sehr häufig aus den Psalmen oder aus dem Evangelium) sagen als bei vielen modernen Theologen.
        Totus tuus

      • Antwort an @Adrien Antoine!
        Ich danke Ihnen sehr für Ihre näheren Erläuterungen, geehrter Adrien Antoine.
        Immer, wenn ich lateinische Einfügungen in Kommentaren lese, fühle ich mich etwas von der darin enthaltenen Information abgeschnitten.
        Ihren Hinweis auf Gregorianischen Gesang auf Youtube habe ich soeben angeklickt und gespeichert für späteres Höhren in Ruhe.
        Herzlichen Dank dafür!

  6. Vielen Dank Herr Dr. Obenauer. Ich kann all Ihren Ausführungen und Überlegungen nur beipflichten. Man darf und sollte den Papst Franziskus nicht im Vornhinein schon pauschal verurteilen.
    Sie schreiben sehr sehr differenziert, klug, gerecht, wahrheitsgemäß und vorsichtig.
    Papst Franziskus ist tatsächlich „janusköpfig“. Es gibt Richtiges und eher Befremdendes wie auch etwa seine Definition des Islam in seiner Enzyklika. Er ruft auf zum Gebet für die Entrechteten und tödlich Bedrohten usw. usw., aber grundsätzlich muß man sagen, daß bei ihm offenbar die rechte nicht weiß was die linke tut- oder so.
    Sein Grundgedanke ist ja schon nicht richtig. Deswegen sind seine Aufrufe zum Gebet und seine Betroffenheit auch irgendwie etwas wie aus dem hohlen Bauch heraus: es paßt alles nicht so wirklich.
    Und das hat zu tun mit dem, was Sie schreiben: mit der Logosvergessenheit bzw. der Vereinnahmung des Logos für das eigene, subjektive Denken.
    Man weiß wirklich nicht wo man bei ihm dran ist.

    Die Gefahr ist akut, daß es bei der Bischofssynode zu einer offenen Spaltung, zu einem Bruch der Kirche kommt. Aber: der Hl. Geist wird dann immer noch Seine Kirche leiten. Ob mit oder ohne Papst Franziskus und vieler Kardinäle usw.

  7. Noch ein Nachtrag Herr Dr. Obenauer.
    Wenn ich Sie richtig verstehe, beklagen sie in gewissem Maße einen Transzendenzverlust. Das ist ein Übel in der Kirche von heute. Denn es gilt ja immer soz. die Balance zu halten zwischen Gottes- und Nächstenliebe. Wo vor dem Konzil die „Gottesliebe“, oft eine eher formalistische Gottesbezogenheit, vorherrschte und der Nächstenliebe eher ein Stiefmütterchendasein zukam , so hat man nach dem Konzil bis heute die Transzendenz vernachlässigt und streicht in übergroßem Maße die „Nächstenliebe“ heraus.
    Wie viele katholische Organisationen (Caritas, Malteser etc.) helfen, aber die Angestellten haben kaum noch einen Bezug zu den Geboten Gottes, den Lehren und Dogmen der Kirche. Papst Benedikt hatte dieses komplette Mißverhältnis des öfteren angesprochen und getadelt, besonders in der Kirche Deutschlands.

    Ohne wahren Gottesdienst (ich meine nicht die tridentinische Messe) bleibt auch irgendwann die praktizierte Nächstenliebe nur noch „Sozialarbeit“- also eine komplett mißverstandene christliche Caritas. Aus Afrika erschallt(e) der Ruf: sendet uns Missionare, aber keine Sozialarbeiter.
    Papst Benedikt hat das in seiner Sozialenzyklika ja thematisiert.

    Papst Franziskus läuft in Gefahr eine Kirche ohne Gott zu bauen. Wenn er nämlich die hl. Liturgie nicht schätzt, dann wirds einseitig bzw. falsch, denn die hl. Liturgie ist das Kernstück christlichen Betens, Anbetens. Und ohne dieses, ist alles nichts.

    • Ja, weil ich dann im Armen nur noch denjenigen sehen kann, dem ich helfen muss, so zu werden wie ich bin, auch wenn der das gar nicht will, und unter völliger Negierung meiner eigenen Fehler.
      Ich betreibe dann Kolonialismus nur ohne Waffen, aber im Ergebnis dasselbe, weil ich im Armen, Bedürftigen zwar noch möglicherweise meinen ideellen Bruder erblicken kann, aber nicht mehr Christus.
      Weil man Christus nur in den Sakramenten und im Gebet erkennen kann.

    • „Die Liturgie ist das Scharnier zwischen Himmel und Erde“ (Kardinal Ratzinger)

      viele Orden, insbesondere die SJ, sind seit den 60ern leider zu NGOs oder Entwicklungshilfeorganisationen geworden, mehr Betonung auf Befreiung als auf Theologie…

      Idem die deutsche Caritas: viele dort helfen anderen, aber oft halt, weil sie dafür bezahlt werden, nicht unbedingt wegen Gottes Geboten…

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