Wer sind für Papst Franziskus die „Pelagianer“? – Eine Frage nach der Korea-Reise

Papst Franziskus und die "Pelagianer"
Papst Franziskus und die „Pelagianer“

(Seoul) Wer sind die Katholiken, die Papst Franziskus unter Häresieverdacht stellt, indem er sie als „Pelagianer“ bezeichnet? Oder hat der Papst seine Meinung grundlegend geändert und den Häresievorwurf in Dank umgewandelt? Secretum meum mihi stellte einen Vergleich „widersprüchlicher“ Haltungen des Papstes zu ein und derselben Sache an. „Was ist wahr? Hat der Papst innerhalb eines Jahres seine Meinung geändert? Sagte er damals oder heute nicht das, was man sagt, daß er es gesagt habe? Wurde er mißverstanden?“, fragt deshalb Francisco de la Cigoña, einer der bekanntesten katholischen Blogger Spaniens.

„Die Reise nach Korea war ein Erfolg und im Augenblick scheint es nichts Aufsehenerregendes zu geben, das richtigzustellen, zu dementieren und zu präzisieren wäre.“ so de la Cigoña. „Kann es sein, daß der Papst lernt, der Papst zu sein? So Gott will.“ „Mit Sicherheit sah er in Korea eine blühende, missionarische Kirche mit einem sehr traditionellen Erscheinungsbild. Ob sie gerade deshalb ein solches Wachstum erlebt? Während die Kirche in Japan, die so nahe und doch so verschieden ist, nicht abhebt.“

Der Pelagianer-Vorwurf im Juni 2013

Papst Franziskus bei seiner Begegnung mit den koreanischen Ordensleuten
Papst Franziskus bei seiner Begegnung mit den koreanischen Ordensleuten

Am 6. Juni 2013 hatte Papst Franziskus die progressiven Vorstandsmitglieder des Dachverbandes der Ordensleute Lateinamerikas und der Karibik Confederación Latinoamericana y Caribeña de Religiosos y Religiosas (CLAR) in Privataudienz empfangen. Das von der Delegation angefertigte Gedächtnisprotokoll über die beim einstündigen Treffen gemachten Aussagen des Papstes, wurde umgehend der progressiven chilenischen Zeitschrift Reflexion y Liberacion zugespielt und von dieser veröffentlicht.

Im Vatikan war man ebenso überrascht und gab sich zugeknöpft. Vatikansprecher Pater Federico Lombardi, von Journalisten zur Echtheit des Protokolls befragt, gab zwar eine Erklärung ab, ohne jedoch etwas zum Inhalt zu sagen. Er beschränkte sich auf die Feststellung, daß es sich um ein „privates Treffen“ gehandelt habe: „Ich habe deshalb keine Erklärungen zum Inhalt des Gesprächs abzugeben“. Womit der Vatikansprecher indirekt die Authentizität des Protokolls bestätigte.

Die CLAR-Vorsitzende Schwester Mercedes Leticia Casas Sánchez FSpS und Generalsekretär Pater Gabriel Naranjo Salazar CM sahen sich genötigt, im Namen des Dachverbandes die Veröffentlichung zu bedauern. Dabei wurde der Inhalt der im Protokoll genannten Aussagen des Papstes ausdrücklich bestätigt.

Was der Papst vor einem Jahr sagte

Laut der „exklusiven“ Protokoll-Veröffentlichung von Reflexion y Liberacion sagte Papst Franziskus zu den lateinamerikanischen Ordensoberen:

„Ich teile zwei Sorgen. Eine ist eine pelagianische Richtung, die es in diesem Moment in der Kirche gibt. Es gibt gewisse restaurative Gruppen. Ich kenne einige, ich mußte sie in Buenos Aires empfangen. Und man fühlt sich wie 60 Jahre zurückversetzt! Vor das Konzil … Man fühlt sich wie im Jahr 1940 … Eine Anekdote, nur um das zu veranschaulichen, nicht um sich darüber lustig zu machen, ich habe es mit Respekt angenommen, aber ich bin besorgt: Als ich gewählt wurde, erhielt ich von einer dieser Gruppen einen Brief, mit dem man mir mitteilte: ‚Euer Heiligkeit, wir entbieten Ihnen diesen geistlichen Schatz von 3.525 Rosenkränzen‘. Warum sagen sie nicht ‚Wir beten für Sie, wir bitten…‘, aber diese Zählerei… Und diese Gruppen möchten zu Formen und Praktiken zurückkehren, die ich noch erlebt habe – sie nicht, weil keiner von ihnen alt ist – zu einer Ordnung, zu Dingen, die man damals gelebt hat, aber nicht mehr heute, heute gibt es sie nicht mehr.“

Es war die erste Aussage, die das neue katholische Kirchenoberhaupt zu traditionsverbundenen Katholiken tätigte, weshalb die Aussage großes Aufsehen erregte. Manche versuchten sie mit der nicht authorisierten Auslegung abzuschwächen, der Papst habe nur „bestimmte“, „extreme“ Gruppen der Tradition gemeint.

Der Nicht-Pelagianer-Vorwurf im August 2014

In Südkorea jedenfalls scheint man nicht recht verstanden zu haben, was Papst Franziskus mit seinem „Häresie“-Vowurf meinte. Während seiner Korea-Reise kam es am 16. August auch zu einer Begegnung mit der koreanischen Konferenz der Ordensoberen. Einem Treffen, an dem mehrere Tausend Ordensleute teilnahmen, vor denen der Papst eine Ansprache hielt. Was dort geschah berichtete am 17. August unter anderem ACIprensa, die wichtigste spanischsprachige katholische Nachrichtenagentur:

„Der Vorsitzende der Konferenz der Ordensoberen der Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Pater Hwang Seok-mo überbrachte Papst Franziskus das geistliche Geschenk von 3,7 Millionen Rosenkränzen und mehr als 100.000 Fastengelübden.

‚Wir überreichen ein Geschenk, das wir für Papst Franziskus bereitet haben. Das Geschenk der Ordensmänner und Ordensfrauen ist eine geistliche Gabe: 3.708.821 Rosenkränze und 118.408 Fastenversprechen‘. Das Treffen des Heiligen Vaters mit Tausenden Ordensmännern und Ordensfrauen fand in der ‚Schule der Liebe‘ im Traning Center von Kkottongnae statt.

Der Heilige Vater dankte für diese Opfer und ermutigte sie, lebendige Vorbilder der Freude und der Barmherzigkeit Gottes zu sein, und betonte die Bedeutung der Ordensgelübde der Keuschheit, der Armut und des Gehorsam.“

Häresie oder vorbildliches „Opfer“?

„Der Heilige Vater dankte für diese Opfer?“, fragt sich Secretum meum mihi, „Hat der Papst innerhalb eines Jahres so grundlegend seine Meinung geändert, daß er sich für das, was er vor 14 Monaten „besorgt“ als Häresie verurteilte, nun bedankte? Sind diese koreanischen Ordensleute anders als jene, die zur Zeit als der Papst noch Erzbischof von Buenos Aires war, ihm als Geschenk einen geistlichen Strauß von Rosenkränzen überbrachten? ‚Warum sagen sie nicht ‚Wir beten für Sie, wir bitten…‘, aber diese Zählerei…‘, hatte der Papst damals gegenüber progressiven lateinamerikanischen Ordensvertretern gesagt. Nun bedankte sich derselbe Papst in Südkorea gegenüber den konservativen koreanischen Ordensvertretern für das, was er wenige Monate zuvor nicht nur „besorgt“ kritisiert, sondern als pelagianische Häresie bezeichnet hatte.

In Kkottongnae besuchte Papst Franziskus auch das große Behindertenzentrum von Pater John Oh, der das katholische Kirchenoberhaupt auch auf den dort errichteten Friedhof für die abgetriebenen Kinder führte.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Francisco de la Cigoña/Secretum meum mihi

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37 Comments

  1. Wer die Rosenkränze so „genau“ zählt ist natürlich klar: Die FSSPX.

    Aber der Papst soll nur ruhig so weitermachen.

    Bald sind wir nicht 60 Jahre in der Vergangenheit, sondern 1000. Dann, wenn sich die Mohammedaner hier durchsetzen. Es dauert nicht mehr lange.

    Dann werden einige ganz dumm aus der Wäsche schauen. Leider auch die ständigen Mahner.

  2. P.S. Ich will nicht hoffen, dass es dieser Papst ist, der von Männern mit Gewehren und Pfeilen getötet wird…

    • … könnte aber leider gut sein, so wie sich die Dinge gerade entwickeln. Hoffentlich reist der Papst nicht in den Irak!

      Nicht einmal die verheerende Situation dort kann es rechtfertigen, dass der Papst sein Leben riskiert.

  3. Ein Papst, der uns nichts zu sagen weiß. Wer hat uns den nur eingebrockt ? Bestimmt nicht der Heilige Geist, der muss bei der Wahl abwesend gewesen sein. Nur Dinge, die uns irritieren, weiß dieser Mann zu sagen.

    • Der heilige Geist ist immer dann anwesend wenn ein Papst gewählt wird der den tradis passt nur weil sie keine Lust haben offen sich solchen komplizierten Persönlichkeiten zu stellen.
      Ich danke Gott für das letzte Konzil und dass ich selber Denken kann und nicht nur auf feste Formeln angewiesen bin.

      • Der Heilige Geist war bei dieser Wahl ganz bestimmt nicht anwesend. Für diesen Papst zu danken, fällt mir nicht im Alptraum ein. Mit „Tradis“ hat das rein gar nichts zu tun.

      • Können Sie mir mal erklären was an Papst Franziskus kompliziert ist?
        Er redet mal so, mal so und dann wieder anders, wie es ihm grad in den Strumpf kommt.
        Nur wir sind es die immer denken, er denke sich was dabei.
        Aber gottseidank spricht er ja nie lehramtlich!

        Im übrigen braucht das Denken feste Formeln, und eine gewissen innere Logik, weil sonst, wie man ja vielfältig sehen kann, heut so und morgen so, und wenn es ganz schlimm kommt sich in einem Satz dreimal widersprochen wird.

      • Lieber Landsmann von mir!
        ich kann nur für mich sprechen, nicht für alle hier: So einfach mach ich es mir nicht. Ich kann auch selber denken (oder ist das schon der Hochmut, der vor dem Fall kommt?). Kardinal Ratzinger war einem von Bayern her schon vertraut und folglich fiel es mir leicht, dass er mir „passt“ (ihre Formulierung). Ich behaupte nun nicht, dass mir Bergoglio nicht „passt“, aber wenn ich versuche, seine Aussagen über verschiedene Medien zu verfolgen (nicht nur über hier), dann muss ich leider trotz (oder wegen?) aller Denkversuche meinerseits feststellen, er verwirrt mich. Ich weiss auch, dass ich weltkirchlich gesehen noch nicht mal ein kleines Licht bin, aber bei Benedikt fühlte ich mich zu 100000% gut aufgehoben und bei Franziskus eben (noch?) nicht so. Deswegen bin ich aber nicht Sedisvakantist geworden und maße mir auch nicht an zu urteilen (wer bin ich… lol), wie stark der Hl. Geist in welchem Konklave bei wem eingegriffen hat
        Ob ich Gott für das letzte Konzil danken kann, weiss ich nicht, ich bin nur Jahrgang 1972 und kenne nix anderes, ich kann nur mit Hilfe von dem, was ich lese (und nicht nur hier) feststellen, dass die besonders treibenden Länder auf dem Konzil jene waren, wo sich die Kirche hinterher fast selbst aufgelöst hat: Holland, Belgien, Frankreich, Deutschland etc. , die sog. „Rhein-Allianz“
        Manchmal ist eine feste Formel wie „Die Ehe ist unauflöslich“ oder „Du sollst nicht töten“ vielleicht doch besser als ein 60er Jahre soziologisches „man muss das im Kontext sehen der Person, der Zeit, der Umstände und dann gaaaaaanz viel Verständnis haben“… Verständnis für reuige Sünder hatte die Kirche m.E. immer, aber seit dem Konzil entsteht der Eindruck, dass die Sünde schon okay sei, und das bisschen Reue ist nur die Drohbotschaft, die dir ein schlechtes Gewissen einreden will…

        Lange Rede, kurzer Sinn: Sie machen es sich mit dem Aburteilen von uns Tradis genauso einfach, wie die von ihnen gescholtenen es sich ihrer Meinung nach mit den Konzil-Fans machen

      • Der Hl. Geist hat F. möglicherweise zugelassen.
        Mir hat mal jemand gesagt: „Die Menschheit erhält den Papst, den sie verdient“.
        Wer jetzt noch für F. dankt, ist „umnachtet“….

      • An @Bavaria:
        Gott ist überall; gerade die Person des Hl. Geistes ist überall.
        Ihre Aussage daß der Hl. Geist bei einer Papstwahl anwesend ist, ist deshalb trivial.
        Ob der Hl. Geist jetzt aktiv wirksam wird bei einer Papstwahl, ist eine ganz andere Sache: dies hängt von der Bereitschaft der Kardinäle ab den Hl. Geist wirken zu lassen.
        Die viele Gegenpäpste des Mittelalters, die nicht immer fromme Pontifexe der Renaissance (ich denke nur an P. Alexander VI Borgia) sind ein deutlicher Beweis daß nicht immer der würdigste/beste Kandidat gewinnt.
        Lesen Sie ruhig die Papstgeschichte von Ludwig von Pastor-sehr erhellend und interessant!
        Ob der Papst einem gefällt oder nicht, spielt keine Rolle; wichtig ist nur daß er – wie im Trienter Konzil und im 1. Vatikanischen Konzil verkündet, in Einheit mit der Lehre (darunter der Tradition) steht; kompliziert ist das nicht.
        Sie sollten Gott danken für die 21 von der Römisch-Katholischen Kirche akzeptierten ökumenische Konzilen und keine unzulässige Selektion machen wo es Ihnen „paßt“ .
        WAs jetzt „feste Formeln“ betrifft: die Kirche wurde gebaut auf Fels, „Petra“, festestem Boden- nicht auf Treibsand.
        Beliebigkeit in Worten führt zu Beliebigkeit in Taten und Überzeugung, zu Saloppigkeit, ist nicht authentisch und führt zum heillosen Durcheinander- zum Tohuwabohu, zum „Diaballein“-Alles Durcheinanderwirbeln.
        Das ist gerade des Gegenteil des Göttlichen.
        Tibi Christe splendor Patris

  4. weltliche Politiker sagen: „was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“.
    Willkommen in der Welt der Beliebigkeit und der Vielfalt des Heiligengeistes

  5. Unser Papst hat jedenfalls mein Mitgefühl für den tragischen Verlust seiner Verwandten. Requiescant in pace!

    • @Alberto Knox: Was heisst hier „Unser Papst“? Für Sie vielleicht, aber für viele andere sicher nicht. Haben Sie auch Mitgefühl mit den tausende und abertausende Massakrierten Christen im Irak,Syrien und Ukraine,ect? Ihr „Unser Papst“ hat sich bekanntlich ziemlich dürftig und lausig bis zögerlich diesbezüglich mit seinem „Mitleid“ geaussert – Mein Mitleid mit Bergoglio hält sich deshalb gezungernermassen in Grenzen.

      • Er ist doch sicher auch ihr Papst, denn ein guter Katholik ist ohne Papst nicht denkbar. Also ich habe in der Presse genügend Entsetzen von seiner Heiligkeit über die Lage im Irak mitbekommen. Und dass tausende Christen in der Ukraine massakriert werden wegen ihres Glaubens ist mir auch neu. Dass sich Ihr Mitleid mit jemand anderem (wer es auch sein mag) in Grenzen hält, ist jedenfalls keine christliche Tugend.

      • „…denn ein guter Katholik ist ohne Papst nicht denkbar…“
        Auch Sie sind schon ohne Papst gewesen – bei der letzten Sedisvakanz.
        Zum Glück ist da noch unser Herrn Jesus Christus. Sein Thron ist ein ewiger Thron, ohne Vakanz.

  6. Das Wahrscheinlichste wird wohl sein, dass er so agiert wie Dr. Ratzinger ein Leben lang, zu jedem das sagen , was er gerne hört!

    • mit so einer Verleumdungslüge über Papst Benedikt können sie vielleicht Ihresgleichen täuschen und erfreuen, sonst niemanden. Wenn es so gewesen wäre, wäre er wohll kaum zum Roten Tuch für alles Linksliberale, Relativistische , Mainstreamgelchgeschaltete geworden…. und merkwürdig, ich wußte auch gar nicht, daß die Muslime solche Worte wie die der Regensburger Rede über Mohammed hören wollten.
      Aber jeder klittert sich die Geschichte so zurecht, , wie sie zu seinem beschränkten Horizont paßt…..

  7. „‚Wir überreichen ein Geschenk, das wir für Papst Franziskus bereitet haben. Das Geschenk der Ordensmänner und Ordensfrauen ist eine geistliche Gabe: 3.708.821 Rosenkränze und 118.408 Fastenversprechen‘.“

    Liebe Koreaner, bitte schickt uns Missionare nach Europa, am besten gleich auch episkopable. Und wir schicken Euch unseren Klerus zur geistlichen Regeneration.

  8. Wenn Bergolio lernfähig ist und seine falsche Ansicht geändert hat – wollen wir uns von Herzen freuen – wer seine Ansicht noch nie geändert hat, hat noch nie nachgedacht – so habe ich einst gehört. Als kleinmütiger schwacher Mensch sind meine Erwartungen allerdings sehr schwach. Ich schaue lieber aus, bis der lichte Morgenstern Jesus Christus kommt mit der allerseligsten Jungfrau Maria allen Engeln und Heiligen in der Stunde unseres Heimganges. Das verleihe uns allen -besonders den usern dies wertvollen forums – der allmächtige und allbarmherzige Gott!

  9. Die Reise nach Süd-Korea über den Luftraum Rußlands und der VR China war vom Papst sicherlich mit Absicht durchgeführt. Dort in Ostasien könnte eine neue Morgenröte der Kirche bevorstehen.
    Das wäre an der Zeit und wünschenswert, denn Europa (einschließlich Nordamerikas) sowie auch der islamische Vordere Orient- die beiden bestimmenden Religions- und Machtblöcke- sind am Ende mit ihrem Latein resp. Arabisch.
    Beide Machtpole (das christliche Europa und Nordamerika sowie der islamische Orient), so antagonistisch sie weithin waren und sind, waren in den letzten 1000 Jahren weltbeherrschend geworden. Das ist eine große Bürde für die übrige Menschheit, die von beiden in ihre jeweils eigenen und gegenseitigen Konflikte hineingezogen wurden und werden.

    Ein Papst aus Lateinamerika ist deswegen für viele in aller Welt ein Hoffnungsschimmer dergestalt, daß auch sie in der Zukunft mitreden können.

  10. Ganz einfach: Damals sprach er allgemein,
    jetzt war er in einer konkreten Situation, wo Höflichkeit geboten war.

  11. Lieber Giuseppe Nardi, und liebe Forumsteilnehmer, bei aller Kritik sollten wir fair bleiben. Der erste Satz des Papstes, in dem er sich gegen die „Zählerei“ ausspricht, war ganz offensichtlich nicht für die Öffentlichkeit gedacht und ist nur durch eine Indiskretion ans Licht gekommen. Seine Begegnung mit den Ordensleuten war aber öffentlich. Hätte er dort den Personen entgegnen sollen: „Eure Zählerei gefällt mir nicht, betet einfach so für mich!“? Das wäre ein unhöflicher öffentlicher Affront den Ordensleuten gegenüber gewesen. Also meine Bitte an Katholisches.info: ich schätze Eure Seite sehr, weil ich über sie Dinge erfahre, die anderenorts beschwiegen werden. Aber bleibt bitte fair! Befasst Euch aber ruhig damit, wie erfolgreich der Papst als Bischof von Buenos Aires gewesen ist. Das würde mich interessieren. Wie lief es mit den Priesterberufungen unter seine offenbar durch und durch „nachkonziliaren Regentschaft“. Gab es nach seinem Amtsantritt als Bischof einen „Bergoglio-Effekt“? Solche Dinge würden mich interessieren.

    • …..in dem er sich gegen die Zählerei ausspricht, war ganz offensichtlich nicht für die Öffentlichkeit gedacht und ist nur durch eine Indiskretion ans Licht gekommen. Seine Begegnung mit den Ordensleuten war aber öffentlich…..
      Merken Sie was?
      Ich nenne dieses Verhalten scheinheilig.
      Oder sagen wir klar so: Der Wolf im Schafspelz.

      • „Was ist der „Bergoglio-Effekt“?“
        Er sagte doch „Ich bringe alles Durcheinander“. Und das macht er doch perfekt.
        Wir Katholiken werden uns noch streiten über dieses und jenes und dann wieder über was anderes da steht Christus schon vor uns. Vielleicht macht er ja auch noch ein großes Wunder und dann geht wirklich fast alles denn Bach runter. Wenn er wirklich in den Irak reist bin ich gespannt was dann passiert. Sie können fast alles auslösen und beenden in dieser Welt.
        Per Mariam ad Christum.

    • Sollte der ‚Erfolg‘ des Erzbischofs von Buenos Aires auf den Bischof von Rom übertragen werden dann wird es sehr finster.
      Extrem niedrige Priesterberufungen
      Verstörende Slum Freuden seiner Priester. Wir wissen: leben und Leben lassen
      Anhaltende Freundschaft mit heidnischen pachamama Anhängern, die Sodomie fördern und Geschlechtsumwandlung von unter drei Jährigen.
      ‚Interreligiöse‘ Aktivitäten mit Entweihung der Kathedrale von Buenos Aires dürften hinlänglich bekannt sein, ebenso die Herabsetzung von Priestern die es wagten sich für die Tradition der Kirche zu interessieren und sich gemäß der Kleiderordnung für Priester zu kleiden.
      Die schlechte Luft die aus der Diözese Buenos Aires nach Rom wabert hat leider am ehesten einen Ipecacuana-Effekt.

  12. „Extrem niedrige Priesterberufungen“
    Ja mit dem Priester steht und fällt die katholische Kirche. Der Klamauk mit dem Pfarrgemeinderäten hat den Priester des Herrn in den Dunstkreis von Leuten gezogen die von Christus mehrheitlich keine Ahnung haben. Nun der deutsche Katholizismus ist eh bekloppt vor Christus und ihn kann eigentlich nur eine Marienerscheinung retten.
    Per Mariam ad Christum.

  13. Ich kenne eine argentinische Ordensgruppe, die die Rosenkraenze, Gebete und Opfer,usw. fuer den neugewaehlten Papst gesammelt hat. Ich und andere in meinem Land waren darunter. Es war die Idee von argentinischen Laien, dass zu tun, und die besuchen die neue Messe in Argentinien, denn es gibt wenig Gelegenheit die Alte Messe dort zu besuchen. Ich war sehr bestuerzt und traurig, als Ich erfuhr von den Bemerkungen des Papstes, aber man hoert keine Klage von Mitgleidern dieses Ordens fuer den Undank des Papstes. Die sind eben katholisch!

  14. Das Pontifikat von P. Franziskus ist durch Widersprüchlichkeiten und Kontradiktionen gekennzeichnet.
    Am 1. Juni 2014 wurde von ihm herausposaunt: „Das Internet ist ein Geschenk Gottes!“- Anfang August wurde zu zehntausenden Jüngeren gesagt: “ Vertrödelt eure Zeit nicht mit Mobilphones und Internet“, obwohl P. Franziskus selbst am laufenden Band herumtelefoniert, Videobotschaften an evangelikalen Bischöfen sendet und Bilder auf Smartphones anschaut ( auch „Selfies“).

    Ähnliches findet sich bei „Evangelii Gaudium“ (Die Freude des Evangeliums), einem Flickenteppich von einerseits fragmentarischen Wahrheiten und anderseits gewaltigen Irrtümern;
    das wurde übrigens von sehr vielen sofort bemerkt:
    Pater Schmidberger stellte dies schon in den Tagen nach der Erscheinung dieser Enzyklika fest; ein hochbetagte aber sehr kluge und tapfere Kardinal gab das sehr pointierte Urteil ab: „Evangelii Gaudium gehört NICHT zum Lehramt der Kirche!“ (illustrativ genug wurde dieser Befund bei meinem Wissen niemals gegengesprochen); und ein theologisch beschlagene jüngere deutsche Bischof gab als Antwort ab: „Es steht sehr vieles in dieser Enzyklika; ich für mich bin noch dabei dies alles genau durchzuarbeiten“.
    Nach fast einem Jahr sind noch keine erschöpfend erklärende Kommentare zu „Evangelii Gaudium“ erschienen (auch international nicht); des öfteren las ich wohl bei modern engagierten Gläubigen und Postern den Terminus „Evangelium Gaudii“ (Evangelium/Frohe Botschaft der Freude) , einen entlarvenden Fehler der die Wellnessmentalität in der Kirche hervorragend darstellt.
    Wenn man an die Mißbrauchs- und Sexkatastrofen in der belgischen Kirche unter Danneels denkt (und auch der starker Verdacht auf Massentötung von Kranken und Alten durch einen Diaken im Bistum Brügge in jener Zeit sollte nicht vergessen werden), bekommt das Ganze wohl einen besonders säuerlichen Geschmack.

    Fides quaerens intellectum_ Der Glauben der den Verstand sucht. das war offensichtlich einmal.
    Kein Wunder daß die Modernistenn sich mit Händen und Füßen dagegen wehren daß nach der Hl. Messe am Fuße des Altars der Prolog des Johannesevangeliums mit der Verherrlichung von Gott als der Logos gebeten wird; Gott, der Logos, nicht nur das Wort sondern auch das Grundprinzip, der Grund, die Vernunft, die Logik stehen diesem Wirrwarr diametral gegenüber.

    Omnia instaurare in Christo.

    • völlig einverstanden mit Ihren Aussagen, insbesondere auch zum Johannes-Prolog. Es gibt aber noch ein viel einfacheres Beispiel: Im „neuen“ Ritus sollte eigentlich zwischen dem Paternoster und dem „Denn dein ist das Reich“ gebetet werden: „Erlöse uns von allem Bösen, bewahre uns vor Verwirrung und Sünde…“

      In den allermeisten Messen hier in Zürich lässt der Priester das einfach aus seiner Selbsherrlichkeit unter den Tisch/Volksaltar fallen… Da darf man sich dann auch nicht wundern, wenn überall Verwirrung und Sünde auftreten und wildwuchern

      • Ja, m. W. nennt man dieses Gebet den Embolismus. Dieselbe Beobachtung mache ich leider auch immer häufiger. Dahinter steckt vermutlich wieder falsch verstandene Ökumene, denn im Protestantismus gibt es das nicht.

      • Ein Priester der den Embolismus konsequent auslässt, gab an, dieser sei den Protestanten nicht zuzumuten und aus Rücksicht auf diese verzichte er darauf.

      • Mich stört der Embolismus nicht und ich kenne eigentlich nur Messen, in denen er gebetet wird. Es aber sicher nicht tragisch, wenn er weggelassen wird. Es ist auch sicher nicht protestantisch. Jesus selber hat ihn ja auch nicht in der Bergpredigt gebetet. Im Gegenteil, es gibt Textzeugen zum Mt-evangelium, die die Doxologie unmittelbar an das Vaterunser anfügen.

  15. @Sarah
    Also mein Papst ist er jedenfalls auch nicht.
    Ich finde ihn schlichtweg u n m ö g l i c h!

  16. Ach, die neokatholische „Kirche“ und ihr neues Oberhaupt kann ich doch gar nicht mehr ernstnehmen.
    Ist das ein Papst, der bei seinem ersten „Auftritt“ nach seiner „Wahl“ bloß „Guten Abend“ sagt? Sicher nicht.
    Man wird ihn wohl historisch einmal irgendwie – wie wissen wir noch nicht – als Papst führen, als eine Art Gegenpapst vielleicht oder Scheinpapst, Formalpapst oder was weiß ich. Vielleicht streicht man ihn auch. Ich kann ihn nicht als geistigen Führer annehmen und – weiß Gott – dies habe ich mir weder leicht gemacht noch ist mir dies leicht, es schmerzt vielmehr unsäglich. Es ist jedoch auf keinen Fall unkatholisch, denn es ist nicht der erste Fall in der Geschichte des Papsttums, in dem solche Zweifel und solch sensibler Unmut nötig waren – und es wäre auch nicht das erste mal, daß sich dies als gerechtfertigt herausstellte.
    Und die Sedisvakantismuskeule können die, die sie gerade zücken wollen, auch gleich wieder einstecken. Denn es sitzt ja unbestritten jemand auf dem Stuhl Petri, auch wenn es eben ein Art weltgewandter und weltzugewandter Heide ist, getauft hin oder her. Das ist eben das Problem, wenn eine Person das Amt nicht ausfüllt. Das hebt weder die Rechtmäßigkeit des Papsttums auf (in diese protestantischen Fänge sollen die neuen Halbkatholiken ja getrieben werden) noch kann das Amt die Person auffüllen. Es ist eben ein schlimmer Zustand, den es zu ertragen gilt. Und es ist im Grunde ärger noch als es die Christen vom Tod Clemens IV. am 29. November 1268 bis zur Wahl von Gregor X. am 1. September 1271 aushalten mußten.
    Die Kirche wird nicht untergehen, so spricht Jesus Christus selbst. Und doch kann der Fels so umtobt sein, daß er völlig überspült wird und nicht mehr sichtbar ist. Das Sein der Kirche ist ein großes Geheimnis. Und das Wissen um dieses große Gheimnis ist ein großer Trost.
    Gott segne alle, die da zweifeln und hoffen, die, die verzagen und die, die entrüstet sind. Mögen sie alle diesen Trost tief in ihre Seele dringen lassen.
    Heiliger Erzengel Michael, bitte für uns.

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