Erstmals wurde das Allerheiligste in ein US-Parlament gebracht – Historisches Ereignis

Allerheiligstes im Parlament von Texas
Allerheiligstes im Parlament von Texas

(New York) Zum ersten Mal in der Geschichte der USA hat das Allerheiligste Sakrament des Altares offiziell Einzug in ein Parlament gehalten. Am 22. Juni, dem Tag, an dem in den USA das Hochfest Fronleichnam begangen wurde, wurde die Heilige Eucharistie in feierlicher Prozession in Austin, der Hauptstadt des Staates Texas in das Parlament gebracht.

Das historische Ereignis fand nach dem um 9.30 Uhr in der Kathedrale von Austin zelebrierten Hochamt statt. Bei der anschließenden Fronleichnamsprozession wurde das Allerheiligste in der Monstranz in das Parlament des Staates Texas gebracht. Das Parlament war eine Statio mit Lesung des Evangeliums und eucharistischem Segen. Die Prozession mit dem ungewohnten Ziel wurde von der Divine Mercy America Campaign ausgerichtet. Diese Organisation bemüht sich weltweit um die Verbreitung der Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit, die von der heiligen Ordensfrau Faustina Kowalska (1905-1938) ausgeht. Das Ziel dieses Apostolats ist die Rechristianisierung der USA. Aus diesem Grund führte die diesjährige Fronleichnamsprozession mit dem

Corpus Christi Procession
Corpus Christi Procession

eucharistischen Herrn in das Parlament des Staates Texas. Bisher machte die Prozession vor dem Parlament Halt, wo der Außenaltar aufgerichtet war, um dann weiterzuführen.

Parlament 2013 von militanten Abtreibungsbefürwortern gestürmt

Das Parlament ist das politische Zentrum des Landes. Im Juli 2013 fanden in diesem Gebäude harte Auseinandersetzungen statt. Der damalige protestantische Gouverneur Rick Perry, 2012 im Vorwahlkampf Bewerber für die Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten, hatte eines der bisher strengsten Abtreibungsgesetze unterzeichnet, das seit der Legalisierung der Tötung ungeborener Kinder in den USA erlassen wurde. Der Gouverneur erklärte die Absicht des Gesetzes, „die Abtreibung in jeder Hinsicht zu einer Sache der Vergangenheit“ zu machen. Damals wurde das texanische Kapitol von einer Gruppe militanter Abtreibungsbefürworter gestürmt. Angesichts ihrer Niederlage ließen sie ihrer Wut gegen Lebensschützer ungehemmten Lauf. Gleichzeitig beschimpfen und beleidigten sie betende Christen mit „Heil Satan“-Rufen.

Überwindung von Vorurteilen – Antwort auf Satanisten

Diese Ereignisse unterstreichen die Bedeutung, daß nunmehr der Einzug Christi in das Parlament möglich war. Mit dem texanischen Beispiel wurde eine Mauer in den USA durchbrochen, die einmal die Trennung zwischen Kirche und Staat betrifft und zum anderen die Überwindung eines bis vor 25 Jahren in den USA noch ausgeprägten Anti-Katholizismus. Das Fronleichnamsfest in Austin ist auch eine Antwort auf die Provokationen der Satanistengruppe The Satanic Temple von Lucien Greaves alias Doug Mesner, der vor dem Kapitol des Staates Oklahoma in Oklahoma City ein Satansdenkmal errichten will, mit dem Greaves und seine Adepten öffentlich dem Bösen huldigen wollen.

„Das Ereignis ist von historischer Bedeutung und eine entscheidenden Neuheit für das nordamerikanische Land, eine Neuheit voll Hoffnung, die einen Präzedenzfall schafft“, so die Zeitschrift Timone.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Messa in Latino/Timone

 

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6 Comments

  1. Bereits im Jahre 1926 hat 
    Hw Robert Mäder in seinem Wwrk
    „Es lebe Jesus der König“
    gleichsam sein leidenschaftliches Plädoyer für 
    die Einheit von Kirche und Staat
    wohl in der Vorahnung der heutigen wahrheitsfernen Zustände geschrieben:

    -
    „Staat ohne Kirche, ein sozialer Gottesmord! 
    Ich weiß kein anderes Wort. 
    Wer Leib und Seele scheidet, tut einen Mord. 
    Und Mord ist ein Verbrechen. 
    Nun gut, Staat und Kirche gehören zusammen wie Leib und Seele. 
    Der Staat ist der Leib. 
    Leibliche irdische Wohlfahrt des Volkes sein Zweck. 
    Die Kirche ist die Seele. 
    Geistiges, übernatürliches Glück des Volkes ihr Ziel. 
    So will’s Gott, der den Staat geschaffen und die Kirche gegründet. 
    Die Seele aber muß im Leibe bleiben. 
    Die Kirche muß im Staate wirken. 
    Trennen heißt Töten. 
    Das ist es nun gerade, was man will. 
    Die Religion soll nicht mehr Seele des Staates sein. 
    Gott hat in den zeitlichen Angelegenheiten der Nation nichts mehr zu tun.
    [….]
    Man kann den offiziellen Verkehr von Kirche und Staat aufheben, 
    aber man kann niemals 
    den Bürger und den Staatsmann trennen 
    von seinem Herrgott, 
    von seinem Gewissen, von seinen zehn Geboten, 
    von seinen religiösen Überzeugungen, 
    also von seiner Kirche. 

    Immer werden es Grundsätze sein, 
    nach welchen er seine Anordnungen trifft und sind diese Grundsätze 
    nicht katholisch, 
    so sind sie protestantisch, freidenkerisch, materialistisch oder sozialistisch, 
    also die Grundsätze einer bestimmten Religion oder Weltanschauung, 
    aber nie neutral.

    Wie sein Gott, so seine Politik! 
    Wie sein Gott, so seine Gesetzbücher! 
    Wie sein Gott, so seine Schule! 
    Wie sein Gott, so seine Gerichte!
    Mag es Trennung geben zwischen Kirche und Staat, Scheidung kann es keine geben. 
    Der Geist der Kirche muß des Staates Seele bleiben. 
    Was Gott verbunden, kann der Mensch nicht scheiden. 
    Gottes Wahrheiten und Gesetze 
    vom öffentlichen Leben scheiden, 
    ist sozialer Gottesmord. 
    Und sozialer Gottesmord ist sozialer Selbstmord.“
    -

    • @defendor: Wie im Islam-dort gibt es keine Trennung von Staat und Religion,HLKoran………

  2. „eines bis vor 25 Jahren in den USA noch ausgeprägten Anti-Katholizismus.“

    Man muss natürlich sehen, dass die katholische Kirche nicht mehr die Kirche ist, die damals bekämpft wurde.

    Die Liturgie ist protestantisch geworden, und viele Katholiken kämpfen nicht mehr gegen Abtreibung und den American way of life (= Modernismus, Amerikanismus).

    Wenn ich protestantischer werde, öffnen sich die Türen. Sollte die katholische Kirche doch wieder katholisches Profil zeigen, sind die alten Gräben schnell wieder da.

  3. ist das eine herrliche wunderbare Botschaft-man könnte den ganzen Tag das Tedeum singen, Gott über alle Weise loben, danken und preisen.Das hätte ich Amerika niemals zugetraut.Eine gewaltige Sühne für alle Blasphemien und Repressalien.Gott segne und erhalte diese mutigen Gläubigen.Benedictus Dominus Deus Israel, quia fecit redemptionem plebi suae!

  4. Das ist in Deutschland undenkbar !!!!!!!
    Alle Achtung vor den Parlamentariern in den USA!
    Da können sich unsere Politiker eine Scheibe abschneiden!
    Aber das werden sie wohl nicht tun … das ist nicht opportun … nicht Medien- und Pressekonform ….

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